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A-R/0061/2021

Grünflächen und Straßenbegleitgrün naturnah gestalten und pflegen

Antrag an den Rat 15.06.2021

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 23.06.2021, TOP 58.8

a-r-0061-2021-Grüne-SPD-VOlt-naturnahe Grünflächenpflege (002)

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a-r-0061-2021-Grüne-SPD-VOlt-naturnahe Grünflächenpflege (002)

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Antrag an den Rat Nr. A-R/0061/2021 
 
 
Grünflächen und Straßenbegleitgrün naturnah 
gestalten und pflegen 
- Ratsantrag -  
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
1. Die städtischen Grünflächen werden naturgerecht und ökologisch gepflegt. 
2. Das Grünflächenamt entwickelt bzw. vertieft in Fortsetzung der bei verschiedenen 
Projekten bewährten fachlichen Zusammenarbeit mit der NABU -Naturschutzstation 
Münsterland das Konzept zur naturnahen und nachhaltigen Gestaltung und Pflege der 
städtischen Grünflächen, dies enthält u.a.: 
a. Auf den Flächen werden nachhaltige Ansaaten aus zertifizierter Regiosaat und 
Pflanzungen mit Initialstauden heimischer Pflanzen angelegt.  An Standorten, 
an denen es nicht zu Konflikten mit anderen Nutzungen kommt, werden die 
Flächen ein- oder zweischürig gemäht. 
b. Artenarme Zierrasen und standortfremde Wechselfloren werden durch extensiv 
genutzte Wildblumenwiesen oder Brachen ersetzt . Beschränkungen durch 
denkmalpflegerische Festsetzungen werden regelmäßig überprüft. 
c. Mit der Übertragung von Mahdgut von regionalen Spenderflächen und eigenen 
Flächen wird die Etablierung von artenreichen Wiesen unterstützt. 
d. Straßenbegleitgrün wird als ein- bis zweischnittige Blumenwiesenstreifen 
gestaltet, die bis nach der Samenreife stehen bleiben. 
e. In der Pflege der Flächen wird der Erhalt von Überwinterungsquartieren 
sichergestellt. 
f. Säume an Hecken, Zäunen, Gebüschen werden dauerhaft zu artenreichen 
Lebensräumen aus heimischen Arten entwickelt. 
g. Krautsäume und Hoc hstaudenflure entlang von Sickerflächen , 
Regenrückhaltebecken und Randbereichen werden extensiv gepflegt. 
h. Gebietsheimische Gehölze (Bäume und Sträucher) mit vorwiegend essbaren 
Früchten (wie z.B. Holunder, Eberesche, Rose etc.) werden gepflanzt und 
selektiv gepflegt , auf die Neupflanzung von nicht -heimischen Arten wird 
verzichtet. 
i. Totholz wird als wertvoller Lebensraum bewahrt und alte und kranke Bäume so 
lange wie möglich mit unverschlossenen Höhlen und Stammrissen bewahrt. 
j. Herbstlaub und Schnittgut  wird unter Gehölzen abgelegt und Laubsauger 
werden nicht eingesetzt. 
15.06.2021

k. Es werden , unter Beachtung der bodenkundlichen Voraussetzungen durch 
Aushagerungsmaßnahmen, nährstoffarme Standorte geschaffen. 
l. Wilde Ecken, Ruderalflächen und Stadtbrachen als Orte für natürliche 
Sukzession werden bewusst erhalten und erweitert. 
3. Die vorgenannten Maßnahmen werden mit erforderlichen Maßnahmen zur 
Verkehrssicherungspflicht abgestimmt, die im Stadtgebiet durchgeführten 
Bekämpfungsmaßnahmen kritischer Neophyten wie z.B. Herku lesstaude (Riesen -
Bärenklau), Ambrosia und Japanischer Knöterich o.Ä. sind davon ausgenommen. 
4. Die Auftragsnehmer der städtischen Grünflächenpflege werden auf die Maßnahmen 
der naturnahen und ökologischen Grünflächenpflege verpflichtet. 
5. Das Engagement der münsteraner Bürgerinnen und Bürger für naturnahe und 
ökologische Grünflächen in der Stadt wird durch Patenschaften oder ähnliche 
Beteiligungsformate aufgegriffen. Dafür werden u.a. auch geeignete Flächen für Urban 
Gardening, essbare Stadt, essbare Wildpflanzenflächen identifiziert. 
6. Für die Mitarbeiter innen und Mitarbeiter des Grünflächenamtes  und weiterer Ämter 
sowie die interessierten Beteiligten aus der Bürgerschaft  (siehe Punkt 4)  werden 
regelmäßig Workshops und Fortbildungen und Möglichkeiten zu m interkommunalen 
Austausch zur Entwicklung der naturnahen Grünflächenpflege angeboten. 
7. Die Akzeptanz der Maßnahmen soll durch die Entwicklung eines Konzepts zur 
Öffentlichkeitsarbeit gefördert werden, die Erklärung von Einzelm aßnahmen erfolgt 
beispielsweise durch die Aufstellung von Informationstafeln o.Ä.. 
 
Begründung: 
Die Stadt Münster hat bereits mit vielfältigen Aktionen und Maßnahmen, u.a. „Münster blüht 
auf“, Kooperation mit de r NABU-Naturschutzstation bei „Münster summt auf “, jüngst der  
Broschüre „Nachhaltig Gärtnern in Münster“, „Münster schenkt aus“, den Biodiversitätsflächen 
am Kardinal-von-Galen-Ring und das ökologische Straßenbegleitgrün am Albersloher Weg  
den Fokus auf die naturnahe Gestaltung und Pflege von Grünflächen gelenkt. Gleichzeitig gibt 
es eine hohe Aufmerksamkeit von Bürgerinnen und Bürgern für die ökologische Bedeutung 
und den potenziellen ökologischen Wert der Grünflächen Münsters. Vielfältige und intensive 
Beschwerden gegen zu häufiges Mähen , Heckenschnitt  und „Rasenwüsten“ geben ein 
beredtes Zeugnis de s gestiegenen Bewusstseins in der Bürgerschaft für die 
Biodioversitätskrise. Die Anregung nach §24 GO des KlimaEntscheid Münster vom 3.6.2021 
beschäftigt sich ebenfalls mit der naturnahen Pflege des öffentlic hen Grüns. Entsprechend 
werden Münsteraner innen und Münsteraner vielfach aktiv und engagieren sich als 
Baumpatinnen und Baumpaten, in der „Grünen Schleife Kinderhaus“ , als 
Baumscheibenpatinnen und Baumscheibenpaten.  Dieses Engagement gilt es aufzugreifen 
und weiterzuentwickeln.  
Die städtischen Grünflächen und das städtische Straßenbegleitgrün bieten als Trittsteine ein 
großes Potential zur Förderung der Biodiversität. Viele Wildbienen und Insekten haben einen 
geringen Aktionsradius und sind auf nah beieinander liegende  und nachhaltige Biotope 
angewiesen. Die naturnahe, nachhaltige Gestaltung und Pflege dieser städtischen Flächen 
erfüllt zudem eine Vorbildfunktion  für Private und Unternehmen in der Gestaltung ihrer 
Freiflächen. Mit der aktuellen Kampagne „Tausende Gärten“ im Bundesprogramm Biologische 
Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt (Die 
Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten “ (tausende-gaerten.de) ist u.a. auch  die 
naturnahe Gestaltung des öffentlichen Grüns ange sprochen. D ort, wie in den

Veröffentlichungen des Naturgarten e.V. (Natur&Garten, naturnahes Öffentliches Grün, 
1/2015 sowie online „Öffentliches Grün - Landkarte: Naturgarten e.V.“ (naturgarten.org)) finden 
sich viele Beispiele aus Kommunen in Deutschland. 
Perspektivisch kann die Teilnahme an der Kampagne Stadtgrün – naturnah (Kampagne für 
mehr Natur in der Stadt - StadtGrün naturnah ( stadtgruen-naturnah.de) und das La bel 
Stadtgrün naturnah (Label Stadtgrün naturnah - StadtGrün naturnah (stadtgruen-naturnah.de) 
für die Umsetzung eines ökologischen Grünflächenmanagements angestrebt werden. 
 
gez.     gez.     gez.  
Dr. Robin Korte   Hedwig Liekefedt  Tim Pasch   
Christoph Kattentidt  Marius Herwig    Helene Goldbeck 
Sylvia Rietenberg  Doris Feldmann  
Jule Heinz-Fischer  Lia Kirsch        
Andrea Blome   Ludger Steinmann       
Carsten Peters  und Fraktion 
und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

23.06.2021 Rat
TOP 58.8 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (3)

  • Albersloher Weg
  • Kardinal-von-Galen-Ring
  • Kinderhaus

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Details

Aktenzeichen
A-R/0061/2021
Typ
Antrag an den Rat
Datum
15.06.2021
Erstellt
15.06.2021 12:28