A-R/0061/2021
Grünflächen und Straßenbegleitgrün naturnah gestalten und pflegen
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a-r-0061-2021-Grüne-SPD-VOlt-naturnahe Grünflächenpflege (002)
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0061/2021 Grünflächen und Straßenbegleitgrün naturnah gestalten und pflegen - Ratsantrag - Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 1. Die städtischen Grünflächen werden naturgerecht und ökologisch gepflegt. 2. Das Grünflächenamt entwickelt bzw. vertieft in Fortsetzung der bei verschiedenen Projekten bewährten fachlichen Zusammenarbeit mit der NABU -Naturschutzstation Münsterland das Konzept zur naturnahen und nachhaltigen Gestaltung und Pflege der städtischen Grünflächen, dies enthält u.a.: a. Auf den Flächen werden nachhaltige Ansaaten aus zertifizierter Regiosaat und Pflanzungen mit Initialstauden heimischer Pflanzen angelegt. An Standorten, an denen es nicht zu Konflikten mit anderen Nutzungen kommt, werden die Flächen ein- oder zweischürig gemäht. b. Artenarme Zierrasen und standortfremde Wechselfloren werden durch extensiv genutzte Wildblumenwiesen oder Brachen ersetzt . Beschränkungen durch denkmalpflegerische Festsetzungen werden regelmäßig überprüft. c. Mit der Übertragung von Mahdgut von regionalen Spenderflächen und eigenen Flächen wird die Etablierung von artenreichen Wiesen unterstützt. d. Straßenbegleitgrün wird als ein- bis zweischnittige Blumenwiesenstreifen gestaltet, die bis nach der Samenreife stehen bleiben. e. In der Pflege der Flächen wird der Erhalt von Überwinterungsquartieren sichergestellt. f. Säume an Hecken, Zäunen, Gebüschen werden dauerhaft zu artenreichen Lebensräumen aus heimischen Arten entwickelt. g. Krautsäume und Hoc hstaudenflure entlang von Sickerflächen , Regenrückhaltebecken und Randbereichen werden extensiv gepflegt. h. Gebietsheimische Gehölze (Bäume und Sträucher) mit vorwiegend essbaren Früchten (wie z.B. Holunder, Eberesche, Rose etc.) werden gepflanzt und selektiv gepflegt , auf die Neupflanzung von nicht -heimischen Arten wird verzichtet. i. Totholz wird als wertvoller Lebensraum bewahrt und alte und kranke Bäume so lange wie möglich mit unverschlossenen Höhlen und Stammrissen bewahrt. j. Herbstlaub und Schnittgut wird unter Gehölzen abgelegt und Laubsauger werden nicht eingesetzt. 15.06.2021 k. Es werden , unter Beachtung der bodenkundlichen Voraussetzungen durch Aushagerungsmaßnahmen, nährstoffarme Standorte geschaffen. l. Wilde Ecken, Ruderalflächen und Stadtbrachen als Orte für natürliche Sukzession werden bewusst erhalten und erweitert. 3. Die vorgenannten Maßnahmen werden mit erforderlichen Maßnahmen zur Verkehrssicherungspflicht abgestimmt, die im Stadtgebiet durchgeführten Bekämpfungsmaßnahmen kritischer Neophyten wie z.B. Herku lesstaude (Riesen - Bärenklau), Ambrosia und Japanischer Knöterich o.Ä. sind davon ausgenommen. 4. Die Auftragsnehmer der städtischen Grünflächenpflege werden auf die Maßnahmen der naturnahen und ökologischen Grünflächenpflege verpflichtet. 5. Das Engagement der münsteraner Bürgerinnen und Bürger für naturnahe und ökologische Grünflächen in der Stadt wird durch Patenschaften oder ähnliche Beteiligungsformate aufgegriffen. Dafür werden u.a. auch geeignete Flächen für Urban Gardening, essbare Stadt, essbare Wildpflanzenflächen identifiziert. 6. Für die Mitarbeiter innen und Mitarbeiter des Grünflächenamtes und weiterer Ämter sowie die interessierten Beteiligten aus der Bürgerschaft (siehe Punkt 4) werden regelmäßig Workshops und Fortbildungen und Möglichkeiten zu m interkommunalen Austausch zur Entwicklung der naturnahen Grünflächenpflege angeboten. 7. Die Akzeptanz der Maßnahmen soll durch die Entwicklung eines Konzepts zur Öffentlichkeitsarbeit gefördert werden, die Erklärung von Einzelm aßnahmen erfolgt beispielsweise durch die Aufstellung von Informationstafeln o.Ä.. Begründung: Die Stadt Münster hat bereits mit vielfältigen Aktionen und Maßnahmen, u.a. „Münster blüht auf“, Kooperation mit de r NABU-Naturschutzstation bei „Münster summt auf “, jüngst der Broschüre „Nachhaltig Gärtnern in Münster“, „Münster schenkt aus“, den Biodiversitätsflächen am Kardinal-von-Galen-Ring und das ökologische Straßenbegleitgrün am Albersloher Weg den Fokus auf die naturnahe Gestaltung und Pflege von Grünflächen gelenkt. Gleichzeitig gibt es eine hohe Aufmerksamkeit von Bürgerinnen und Bürgern für die ökologische Bedeutung und den potenziellen ökologischen Wert der Grünflächen Münsters. Vielfältige und intensive Beschwerden gegen zu häufiges Mähen , Heckenschnitt und „Rasenwüsten“ geben ein beredtes Zeugnis de s gestiegenen Bewusstseins in der Bürgerschaft für die Biodioversitätskrise. Die Anregung nach §24 GO des KlimaEntscheid Münster vom 3.6.2021 beschäftigt sich ebenfalls mit der naturnahen Pflege des öffentlic hen Grüns. Entsprechend werden Münsteraner innen und Münsteraner vielfach aktiv und engagieren sich als Baumpatinnen und Baumpaten, in der „Grünen Schleife Kinderhaus“ , als Baumscheibenpatinnen und Baumscheibenpaten. Dieses Engagement gilt es aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Die städtischen Grünflächen und das städtische Straßenbegleitgrün bieten als Trittsteine ein großes Potential zur Förderung der Biodiversität. Viele Wildbienen und Insekten haben einen geringen Aktionsradius und sind auf nah beieinander liegende und nachhaltige Biotope angewiesen. Die naturnahe, nachhaltige Gestaltung und Pflege dieser städtischen Flächen erfüllt zudem eine Vorbildfunktion für Private und Unternehmen in der Gestaltung ihrer Freiflächen. Mit der aktuellen Kampagne „Tausende Gärten“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt (Die Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten “ (tausende-gaerten.de) ist u.a. auch die naturnahe Gestaltung des öffentlichen Grüns ange sprochen. D ort, wie in den Veröffentlichungen des Naturgarten e.V. (Natur&Garten, naturnahes Öffentliches Grün, 1/2015 sowie online „Öffentliches Grün - Landkarte: Naturgarten e.V.“ (naturgarten.org)) finden sich viele Beispiele aus Kommunen in Deutschland. Perspektivisch kann die Teilnahme an der Kampagne Stadtgrün – naturnah (Kampagne für mehr Natur in der Stadt - StadtGrün naturnah ( stadtgruen-naturnah.de) und das La bel Stadtgrün naturnah (Label Stadtgrün naturnah - StadtGrün naturnah (stadtgruen-naturnah.de) für die Umsetzung eines ökologischen Grünflächenmanagements angestrebt werden. gez. gez. gez. Dr. Robin Korte Hedwig Liekefedt Tim Pasch Christoph Kattentidt Marius Herwig Helene Goldbeck Sylvia Rietenberg Doris Feldmann Jule Heinz-Fischer Lia Kirsch Andrea Blome Ludger Steinmann Carsten Peters und Fraktion und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Orte (3)
- Albersloher Weg
- Kardinal-von-Galen-Ring
- Kinderhaus
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0061/2021
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 15.06.2021
- Erstellt
- 15.06.2021 12:28