V/0670/2011
Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0032/2011 "Sozial, attraktiv, lebendig: Für ein kommunales Konzept zur zukünftigen Nutzung der bisherigen britischen Famileinwohnungen"
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Beschlussvorlage
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V/0670/2011 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Wohnungswesen Betrifft Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0032/2011 "Sozial, attraktiv, lebendig: Für ein kommunales Konzept zur zukünftigen Nutzung der bisherigen britischen Familienwohnungen" Beratungsfolge 21.09.2011 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Antrag der SPD-Fraktion A-R/0032/2011 „Sozial, attraktiv, lebendig: Für ein kommunales Kon- zept zur Nutzung der bisherigen britischen Familienwohnungen“ (s. Anlage) wird an den Aus- schuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft verwiesen. Begründung: Der o. g. Antrag wurde in der Ratssitzung am 25.05.2011 an den Hauptausschuss verwiesen. Wesentliches Anliegen des Antrages ist, jungen Familien mit mittlerem und geringem Einkommen zu ermöglichen, in den jetzt von den britischen Stationierungskräften und ihren Familienangehöri- gen bewohnten Häusern nach Abzug der Stationierungskräfte Wohneigentum zu bilden oder eine bezahlbare Mietwohnung zu beziehen. Einem Verkauf der Wohnungsbestände an einen Investor mit anschließender unkontrollierbarer spekulativer Vermarktung der Häuser oder der Wohnungen in Einzeleigentum ohne Rücksicht auf wohnungs- und stadtentwicklungspolitische Ziele wie im Wohnquartier Osthuesheide soll entgegen gewirkt werden. Wie bereits in der Ratsvorlage V/0458/2011 „Sachstandsbericht zur anstehenden Konversion der von den britischen Stationierungskräften genutzten Standorte und Liegenschaften in Münster“ an- gekündigt, wird die Verwaltung im Sinne dieses Anliegens der Bundesregierung und dem Bundes- tag sowie den kommunalen Gremien des Städtetages und des Gemeindebundes die Bitte übermit- teln, die Rechtsgrundlagen dafür zu schaffen, dass den Kommunen nicht mehr benötigte Konver- sionsflächen und Immobilienbestände in stadtstruktuell und stadtentwicklungsmäßig bedeutsamen Lagen zu einem angemessenen Preis überlassen werden können. Dies soll möglichst auf der Grundlage eines Vorkaufsrechts für Kommunen und kommunale Wohnungsgesellschaften zum Verkehrswert erfolgen, damit diese ihre wachsenden stadtstrukturellen Aufgaben sowie die aktive Gestaltung des kommunalen Wohnungsmarktes noch besser ausfüllen können. Vorlagen-Nr.: V/0670/2011 Auskunft erteilt: Frau Regenitter Ruf: 492 64 00 E-Mail: RegenitterG@stadt-muenster.de Datum: 01.09.2011 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0670/2011 Parallel hierzu prüft die Verwaltung u. a. vor dem Hintergrund der Erfahrungen bei der Entwicklung des Wohnquartiers Osthuesheide die Möglichkeiten einer gesteuerten Übernahme der Wohnungs- bestände und der Unterstützung durch das Land NRW. Die Verwaltung wird den politischen Gremien im Kontext der anstehenden Konversion auf der Grundlage der Prüfungsergebnisse Handlungsoptionen aufzeigen I. V. gez. Thomas Paal Stadtrat Anlagen: Antrag der SPD-Fraktion A-R/0032/2011 „Sozial, attraktiv, lebendig: Für ein kommunales Konzept zur zukünftigen Nutzung der bisherigen britischen Familienwohnungen“
Anlage_Vorlage_670_2011_a-r-0032-2011_2
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0032/2011 Antrag 11.04.2011 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Sozial, attraktiv, lebendig: Für ein kommunales Kon zept zur zukünftigen Nutzung der bisherigen britischen Familienwohnungen Der Wohnungsmarkt in Münster ist unter anderem geke nnzeichnet durch einen rasanten Verlust an kostengünstigen und preisgebund enen Wohnungen. In den vergangenen Jahren sind bereits tausende Sozialbind ungen im Wohnungsbereich ausgelaufen, eine noch größere Zahl an Sozialwohnun gen wird in den nächsten Jahren ebenfalls diese Bindung verlieren. Gleichzei tig ist ein zunehmender Druck, insbesondere im innerstädtischen Bereich, auf den W ohnungsaltbestand hin zur Umwandlung in das hochpreisige Wohnsegment festzust ellen. Vor allem junge Familien mit Kindern und Familien mit geringem und mittlerem Einkommen stehen auf dem überhitzten Münsteraner Wohnungsmarkt vor h ohen Hürden, eine bezahlbare Wohnung zu bekommen – sei es zur Miete oder als Eigentumsbildung. In Umsetzung der Beschlüsse der britischen Regierun g werden die in Münster stationierten Militäreinheiten bis 2019 endgültig d en Standort verlassen. Bereits am 14.08.2006 (nach Abzugserklärungen der damaligen br itischen Regierung) hat die SPD-Fraktion mit ihrem Ratsantrag „Abzug der britis chen Streitkräfte aus Münster: Folgen mildern – Konversionschancen nutzen – Perspe ktiven entwickeln“ ein vorbereitendes Handeln der Stadt Münster gefordert. Bei den von den Familien der britischen Streitkräft e in Gremmendorf, Coerde und Gievenbeck genutzten rd. 800 Wohnungen handelt es s ich überwiegend um Reihenhäuser. Sie sind preisgünstig errichtet und i m Grundriss und Grundstückszuschnitt bestens geeignet, in der Nachn utzung nach Abzug der britischen Streitkräfte den am Wohnungsmarkt abgedr ängten Familien mit mittlerem und geringerem Einkommen eine Chance zu geben, zu W ohneigentum zu gelangen. Um den vielfältigen Bedarfen gerecht zu werden, sol lte auch ein angemessener Anteil als Mietwohnungen genutzt werden können. Gep rüft werden sollte darüber hinaus, ob hier ein genossenschaftliches Modell soz iale wohnungswirtschaftliche Antworten auf die Entwicklungen am Münsteraner Wohnungsmarkt geben kann. Der Rat der Stadt Münster möge daher beschließen: 1. a. Im Sinne einer modernen sozialen Wohnungspoli tik sollen die bislang von den britischen Soldatenfamilien bewohnten Häuser zu künftig Familien mit mittlerem und geringerem Einkommen die Bildung von Wohneigentum und familiengerechtes preisgünstiges Wohnen ermöglichen . Ein relevanter Anteil der Wohnungen sollte auch zukünftig als Mietwohnrau m zur Verfügung stehen. b. Die Veräußerung an einen Investor mit nachfolgen der, unkontrollierbarer spekulativer Weiterveräußerung in Wohneigentum, wie es im Bereich Osthuesheide in der Vergangenheit erfolgte und zu e rheblichen sozialen und bausubstanziellen Folgen führte, ist auszuschließen. SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstraße 15 . 48143 Münster Telefon: (0251) 45 314 . Fax : (0251) 511 750 Mail: fraktion@spd-muenster.de www.spd-muenster.de 2 c. Städtebauliches Ziel der Weiterentwicklung der h eute von britischen Soldatenfamilien bewohnten Siedlungen sind attraktive Quartiere „mit Gesicht“ und einem sozial abwechslungsreichen Erscheinungsbi ld. Sie sollen unterschiedlichen heutigen Wohnansprüchen und moder nen energetischen Anforderungen gerecht werden und sich als lebendige Bestandteile in die vorhandenen Strukturen der umgebenden Stadtteile einfügen. 2. Da bereits Abzugstermine benannt sind und in einem Fall jetzt sogar eine britische Erklärung zur Rückgabe eines Teilwohnbest andes an den Bund erfolgte, wird die Verwaltung beauftragt, sofort mi t der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) Gespräche in Zielrichtung dieses Antrags aufzunehmen. Ziel sollte sein, die nun freien Wohnungen an der Gravertstraße als bezahlbaren Wohnraum zu erhalten. Mit der Umset zung soll die stadteigene Wohn+Stadtbau (W+S) beauftragt werden . 3. Die Verwaltung wird beauftragt, die Möglichkeit einer Auffanggesellschaft für die Übernahme der bisher britisch genutzten Wohnung en zu prüfen und dem Rat hierzu Vorschläge zu unterbreiten. Dabei soll g eprüft werden, ob und wie neben der stadteigenen W+S möglicherweise auch regi onale Investoren im Wohnungsbau in das Verfahren eingebunden werden können. Darüber hinaus ist auch das genossenschaftliche Modell zu prüfen, wie es z.B. in Gießen derzeit bei zwei ehemaligen Wohnsiedlungen des US-Militärs umgesetzt wird. 4. Kernziel der Übernahme der britisch genutzten Wo hnungen durch eine Auffanggesellschaft soll sein, Familien mit mittler en und geringeren Einkommen gemäß Förderrichtlinien zu Familienwohnei gentum zu verhelfen. Deshalb soll der Weiterverkauf durch die Auffangges ellschaft auch nur an einzelne selbstnutzende Familien erfolgen (kleintei lige Veräußerung, sogenanntes „Ameisengeschäft“). 5. Weiterhin ist von der Verwaltung aufzuzeigen, wi e durch die Auffanggesellschaft oder auch durch die stadteigene W+S den erwerbenden Familien eine Unterstützung bei der Planung und Org anisation der Eigenleistungen (der sogenannten Muskelhypothek) gegeben werden kann. 6. Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem Land NRW dessen Möglichkeiten und dessen Bereitschaft zur Unterstützung des Übernahme prozesses durch die vorgenannte Option einer Auffanggesellschaft bzw. a nderweitige Unterstützungsmöglichkeiten zu klären. 7. Gegebenenfalls kann die Verwaltung externe Berat ung hinzu ziehen, wie der Rat am 06.4.2011 mit dem „Handlungsprogramm Wohnen“ (Ratsvorlage V/0041/2011/1.Erg.) beschlossen hat: Da auf eine ausgewogene Zusammensetzung der Mieter- bzw. der Eigentümerstru ktur in den Wohnsiedlungen geachtet werden sollte, kann externe r Sachverstand hilfreich sein, indem fundierte Aussagen zur vorhandenen Bewo hnerstruktur der Quartiere und zu zukünftigen Entwicklungen formuliert werden. SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstraße 15 . 48143 Münster Telefon: (0251) 45 314 . Fax : (0251) 511 750 Mail: fraktion@spd-muenster.de www.spd-muenster.de 3 Begründung: Der Bericht der Verwaltung (Ratsvorlage V/0141/2011 vom 01.3.2011) zur Förderung von selbst genutztem Wohneigentum zeigt auf, wie da s Wegbrechen der staatlichen Wohnungsbauförderung durch Bund und Land auf Stadtebene dazu führt, dass kaum noch die notwendige Förderung des Neubaus und des E rwerbs von selbstgenutztem Wohneigentum durch Familienhaushalte mit geringen E inkünften (Einkommensgruppe „A“) und mittleren Einkünften (Ei nkommensgruppe „B“) gewährleistet werden kann. Der angekündigte Abzug der britischen Streitkräfte bietet die Gelegenheit, trotz der Verwerfungen im Münsteraner Wohnungsmarkt für Famil ien mit mittleren und geringeren Einkommen eine Perspektive zur Schaffung selbstgenutzten Wohneigentums, aber auch zu günstigen Mietkondition en, zu ermöglichen. Für diese Familien, hier besonders auch junge Familien mit me hreren Kindern, die am Wohnungsmarkt derzeit schlechte Chancen haben, kann Familienwohneigentum ermöglicht werden. Umbau und Sanierung der Gebäude soll den Familien nicht nur über kapitalfinanzierte Maßnahmen, sondern auch dur ch umfangreiche Selbstbaumaßnahmen („Muskelhypothek“) ermöglicht werden. Deshalb sollte ihnen möglichst auch nach dem Erwerb Unterstützung bei de r Modernisierung der erworbenen Wohngebäude gegeben werden. Als interessante Alternative sollte das Gießener Mo dell einer Wohngenossenschaft geprüft werden – mit den bekannten Vorteilen des le benslangen Wohnrechts, der Selbstverantwortung und der demokratischen Mitwirku ng. Auch insofern sollte auf erfolgreiche Beispiele der Umnutzung von ehemaligen Familienwohnungen ausländischer Streitkräfte in anderen Bundesländer soll zurück gegriffen werden. Karl-Heinz Winter Dr. Michael Jung Anne Sch ulze Wintzler Wolfgang Heuer Marianne Koch Petra Seyffert h Dr. Fritz Baur Dr. Thorsten Kornblum Beate V ilhjalmsson Thomas Fastermann Gaby Kubig-Steltig Holger Wigger Philipp Gabriel Thomas Marquardt Lars Wiene ke Beanka Ganser Robert von Olberg Maria Winke l Anne Hakenes Kurt Pölling
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0670/2011
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 01.09.2011
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37