A-R/0068/2011
Erstellung einer neuen Wirtschaftlichkeitsanalyse für den Flughafen Münster-Osnabrück
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Originalantrag
5911 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0068/2011
Antrag
Erstellung einer neuen Wirtschaftlichkeitsanalyse
für den Flughafen Münster-Osnabrück
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung
1. Auf der Basis der aktuellen Fluggastzahlenentwic klungen und des sich
abzeichnenden Kompromisses zwischen FMO und NABU wi rd eine neue
Wirtschaftlichkeitsanalyse für die geplante Start- und Landebahnverlängerung auf
3.000 Meter erstellt.
2. Ungeachtet des Ergebnisses der Analyse erfolgt e ine Zustimmung zu der
Maßnahme nur bei entsprechender Beteiligung des Landes NRW.
3. Eine Zustimmung zum Ausbau erfolgt darüber hinau s nur, wenn die Maßnahme
nicht zur dauerhaften Belastung der Gesellschafter und damit des städtischen
Haushalts führt.
4. Bis zur Vorlage und Bewertung der Analyse werden keine Mittel zur
Eigenkapitalerhöhung bereitgestellt.
5. Unabhängig davon wird sich die Stadt an Maßnahme n zum Ausbau des
Flughafens nur noch dann beteiligen, wenn private K apitalgeber wesentliche
Lasten der Finanzierung tragen und wenn die Wirtsc haft der Region einen Teil der
wirtschaftlichen Verantwortung für den FMO übernimmt.
II. Finanzielle Auswirkungen
Keine belastenden Auswirkungen. Für den Fall, dass die Wirtschaftlichkeitsanalyse
zu einem negativen Ergebnis kommt, spart die Stadt sogar bis zu 20 Mio. €.
Begründung:
Die Startbahnverlängerung am FMO ist gescheitert. Ö kologische Unverträglichkeit
und fehlender verkehrlicher Nutzen sind die wesentl ichen Argumente gegen das
Projekt.
Gemäß Urteil des OVG Münster vom 31.05.2011 ist der
„...Planfeststellungsbeschluss des Beklagten vom 28 . Dezember 2004 in der
Fassung der Änderungen vom 6. Juli 2006 […] rechtsw idrig und darf nicht
vollzogen werden.“ Die öffentlichen Interessen, so das OVG, seien im
Planfeststellungsbeschluss überbewertet worden, wei l auch in Ansehung der in
mehreren Gutachten prognostizierten Passagierzahlen für den Flughafen nur eine
geringe Wahrscheinlichkeit bestehe, dass dort tatsä chlich in Zukunft
Bündnis 90/Die Grünen/GAL
Ratsfraktion Münster
Windthorststr. 7
48143 Münster
Fon: 0251 / 8 99 58 10
Fax: 0251 / 8 99 58 15
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www.gruene -muenster.de
22.11.11
Interkontinentalverkehr in relevantem Umfang etabli ert werden könne.
(Pressemeldung des OVG zur Planfeststellung für die Verlängerung der Start-
/Landebahn des Flughafens Münster/Osnabrück: Aktenzeichen: 20 D 80/05.AK)
Weitere Berichte der Medien gehen davon aus, dass d er NABU und der FMO sich
außergerichtlich einigen werden und dass damit der Weg zu einer
Startbahnverlängerung auf 3.000 m geebnet wird. („H arter Start, sanfte Landung“,
MZ 05.10. 2011) Voraussetzung: Der Eltingmühlenbach muss auf ganzer Länge
renaturiert und darf nicht vertunnelt werden.
Gegen die Startbahnverlängerung sprechen auch wirts chaftliche Gründe: Das
Fluggastpotential FMO reicht allenfalls für eine „ Nischenfunktion“ des FMO im
Interkontinentalverkehr aus
. Die neue Rot/Grüne Koalition im Rat der Stadt
Osnabrück greift diese Entwicklungen auf und verlan gt eine neue
Wirtschaftlichkeitsanalyse für die Startbahnverläng erung. („Ausbau der Startbahn
weiter auf der Kippe“, MZ 03.11. 2011) Darüber hinaus wird eine weitere finanzielle
Beteiligung der Stadt am FMO an Bedingungen geknüpf t: Beteiligung des Landes
NRW an den Baukosten und keine weitere Belastung de s städtischen Haushaltes
durch Folgekosten der Startbahnverlängerung. Der Text der Koalitionsvereinbarung
liegt bei (Anlage).
Diese Vereinbarung ist aus unserer Sicht auch für Münster wegweisend.
Bislang wird der Ausbau des FMO ausschließlich aus öffentlichen Haushalten
finanziert, also mit Steuermitteln. Das gilt auch für Lasten, die sich aus dem Betrieb
des Flughafens ergeben. Die private Wirtschaft träg t keinerlei Finanzierungslasten
und keinerlei wirtschaftliche Verantwortung für den Flughafen. Diese Abstinenz
steht in krassem Gegensatz zu den Forderungen, die die Wirtschaft an die
öffentlichen Eigentümer des FMO immer wieder stellt.
Wenn die Bedeutung des Flughafens für die private W irtschaft wirklich so groß ist,
dann muss auch ein entsprechendes finanzielles Enga gement folgen, dann muss
sie auch investieren und selbst wirtschaftliche Ver antwortung übernehmen – vor
allem dann, wenn die öffentlichen Investoren, also Kommunen und Landkreise am
Ende ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit angelangt sind.
Die Wirtschaft der Region muss in die wirtschaftlic he Verantwortung für den FMO
eintreten und eine Öffentlich-Private-Partnerschaft begründen. Weitere
Maßnahmen zum Ausbau des FMO sollen nur noch dann m it Mitteln der Stadt
unterstützt werden, wenn private Kapitalgeber die L asten der Investitionen und der
Folgekosten mit übernehmen.
gez. Hery Klas
und Fraktion
Anlage
Koalitionsvereinbarung von SPD und Grünen im Rat der Stadt Osnabrück
In der Stadt Osnabrück haben sich SPD und GRÜNE im Rahmen der am
28.10.2011 von beiden Seiten unterzeichneten Koalitionsvereinbarung für die
Ratsperiode 2011-2016 in Sachen FMO-Ausbau auf folgendes verständigt:
FMO
Auf der Basis der aktuellen Fluggastzahlenentwicklu ngen und des sich abzeichnen
Kompromisses zwischen FMO und NABU wird eine neue
Wirtschaftlichkeitsanalyse für die geplante Start- und Landebahnverlängerung auf
3.000 Meter erstellt. Ungeachtet des Ergebnisses de r Analyse erfolgt eine
Zustimmung zu der Maßnahme nur bei entsprechender B eteiligung des Landes
NRW. Die entsprechenden Ratsbeschlüsse werden bekrä ftigt. Eine Zustimmung
zum Ausbau erfolgt darüber hinaus nur, wenn die Maßnahme nicht zur dauerhaften
Belastung der Gesellschafter und damit des städtisc hen Haushalts führt. Bis zur
Vorlage und Bewertung der Analyse werden keine Mitt el zur Eigenkapitalerhöhung
bereitgestellt.
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Windthorststraße 7
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0068/2011
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 25.11.2011
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37