0561/2021
Information zu den in 2020 umgesetzten Projekten aus dem Zukunftskonzept "Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025"
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Anlage Projekte 2020 - Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025
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Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025 Sachstand 2020 2019 wurde vom Arbeitskreis Friedhof*, einem Beratungsgremium mit dem Ziel, die Bestattungs- und Friedhofskultur in Köln zu erhalten, zu fördern und das Zukunftskonzept „Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025“ erarbeitet. In dieses Konzept für die zukünftige Gestaltung und Ausrichtung der städtischen Friedhöfe sind die Er- gebnisse einer umfangreichen Öffentlichkeitsbeteiligung eingeflossen. Hierbei hat sich herauskristallisiert, dass die Kölnerinnen und Kölner ihre Friedhöfe als Orte der Ruhe und Trauer schätzen und diesen Zustand bewahrt wissen möchten. Darüber hinaus werden die Friedhöfe als Grüne Lungen der Stadt verstanden, die bestens dazu geeignet sind, Projekte rund um den Natur- und Artenschutz weiter auszubauen. Kulturelle Angebote können sich die meisten ebenfalls auf den Friedhöfen vorstellen. Dabei gilt es stets zu beachten, dass diese mit der Ruhe und Pietät des Ortes vereinbar sind. Der zuständige Ratsausschuss für Umwelt und Grün der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 28. 1 1.2019 das von der Verwaltung vorgelegte Gesamtkonzept „Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025“ verabschiedet und somit auch den Auftrag erteilt, einzelne Projekte aus diesem Konzept in den kommenden Jahren umzusetzen. Im Rahmen eines Veran- staltungstages sollte über die 2020 realisierten Projekte ausführlich berichtet werden. Aufgrund des aktuellen Veranstaltungsverbotes in der Corona-Pandemie erfolgt die Information nun anhand der vorliegenden Pressemappe. Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025 Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025 www.friedhoefe.koeln … Stadt im Dialog gestalten! *Der Arbeitskreis setzt sich zusammen aus: Vertreterinnen und Vertretern des Bestatterverbandes, der Steinmetz- genossenschaft sowie der Steinmetzinnung, der Genossenschaft der Kölner Friedhofsgärtner, des Fachverbandes der Floristen, der Kirchenverbände und dem Friedhofsträger der Stadt Köln. Ein Platz zum Verweilen: Das Lavendelbeet auf dem Melaten-Friedhof (Projekt Juni 2020) Im Juni 2020 wurde an einem erhaltenswerten Grab- denkmal in zentraler Lage ein Lavendelbeet angelegt. Die Blütenpracht ist nicht nur schön anzusehen, sie dient auch vielen Insekten als wichtige Nahrungsquelle. Ein Ort zum Verweilen und der Begegnung. Das Beet wurde auf einer Rasenfläche zwischen bestehenden Gräbern angelegt. Die sonnige Lage bot sich an, um die Lücke zwischen den Grabstätten mit einem Beet blühender Stauden zu schließen und dort zusätzliche Sitzgelegenheiten zu schaffen. Nachdem die Grasnarbe abgetragen wurde, erfolgten die Aufbereitung des Bodens und die Verlegung der Kanten- steine. Mit zusätzlich eingebrachten Findlingen wurden Gestaltungsakzente gesetzt, ehe das Beet dann bepflanzt wurde. Insbesondere die Chinaschilfpflanzen unmittelbar am Denkmal werden mit ihrer in den nächsten Jahren zunehmenden Wuchshöhe neben dem dominierenden Lavendel dem Beet eine besondere Charakteristik verleihen. Mit dem anschließend aufgebrachten Mulch wird das Beet längerfristig unkrautfrei gehalten. Zudem kann die Wasser- verdunstung reduziert werden. Auf dem 9 m x 6 m großen Beet wurden insgesamt 330 Pflanzen eingebracht. Als Insektennährpflanzen dienen über den Sommer Rosen, Lavendel, Ziersalbei, Katzenminze und Storchschnabel. Im Spätsommer und Herbst spenden die hohe Fettehenne, Sonnenhut und die Kissen-Aster Nahrung für Insekten. Hingegen werden die Samenstände des Sonnenhutes im Winter von den Vögeln gefressen. Eine Ruhe-Insel als Rückzugsort auf dem Friedhof Worringen (Projekt Juni 2020) Mit der Ruhe-Insel wurde ein Rückzugsort in der Nähe der Friedhofskapelle auf dem Friedhof Worringen geschaffen. Der dort integrierte Begegnungsplatz mit Sitzbänken ist von einem Pflanzbeet umgeben, das von insektenfreundlichen Staudenpflanzen geprägt ist. Die Ruhe-Insel wurde auf einer Freifläche angelegt. Be stehende Sträucher und schlecht wachsende Bäume wurden entfernt. Nachdem die Grasnarbe abgetragen wurde, erfolgte die Aufbereitung des Bodens. Der an- schließend angelegte Gehölzstreifen aus Bienen- und Vogelnähr gehölzen bietet der im zweiten Schritt ange- legten, insektenfreundlichen Staudenpflanzung den notwendigen Rahmen. Die Gehölze werden überwiegend als Solitärgehölze gepflanzt. So können diese rasch ihre Aufgabe erfüllen und gleichzeitig reduziert sich der Pflegeaufwand. Hinter dem Gehölzstreifen wird eine monochrome Blattschmuckpflanzung entwickelt. Hier entsteht eine geschlossene Pflanzendecke aus Pflanzen unterschiedlicher Blattformen und Grüntöne. Die Ruhe-Insel auf dem Friedhof Worringen erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 450 qm. Für das Projekt wurden insgesamt 2.190 Pflanzen eingesetzt. Die Ruhe-Insel dient als Rückzugsort, soll den Friedhofs- besucherinnen und -besuchern aber auch die Möglichkeit der ungestörten Naturbetrachtung bieten. Insekten, wie beispielsweise farbenfrohe Schmetterlinge, und auch Vögel können hier in Ruhe beobachtet werden. Obst als zentrales Gestaltungs- element: Der Wildobsthain auf dem Friedhof Kalk (Mai 2020) Bei dem Wildobsthain auf dem Friedhof Kalk handelt es sich um ein großflächiges Projekt, das sich in den kom- menden Jahren nachhaltig entwickeln wird. Im Vorder- grund steht der Artenreichtum auf der mit Obstbäu- men angelegten Wiese als besonderer Naturraum auf dem Friedhof. Auf einer ursprünglichen Freifläche des Friedhofs wurden 15 verschiedene Obstbäume gepflanzt. In das Gestaltungskonzept wurden Rasenwege, eine Totholz- hecke, Vogelnährgehölze sowie ein Begegnungsraum am Rand der Fläche integriert. Der Naturschutzbund Köln übernimmt zudem die Gestaltung und Unterhaltung einer Teilfläche. Pflanzliste (Obstbäume) Holzapfel, Wildbirne, Elsbeere, Speierling, Mährische Eberesche, Steinweichsel, Mispel, Weißdorn, Felsenbirne, Kornelkirsche, Traubenkirsche, Bitterorange, Baumhasel, Schwarze Maulbeere, Weidenblättrige Birne. Viele der gelisteten Obstsorten eignen sich besonders zur Herstellung von Marmelade oder Gelee. Neue Akzente auf dem West- friedhof: Farbenfrohe Hochbeete vor der Trauerhalle (September 2020) Der Kölner Westfriedhof ist aufgrund seiner Architektur einer der repräsentativsten Friedhöfe in Köln. Die Allee zwischen dem Haupteingang an der Venloer Straße und der Trauerhalle ist durch ihren alten Baumbestand geprägt. Die vorhandenen und eher unauffällig bepflanzten Hochbeete sind bisher nicht ins Auge gefallen. Mit einer farbintensiven Neugestaltung der Hochbeete sollen neue Akzente vor der Trauerhalle gesetzt werden. Pflanzliste Stauden Astilben, Elfenblumen, Frauenmantel, Herbst-Anemonen, Katzenminze, Silberkerzen, Sterndolden, Storchschnabel, rote Mandel- Wolfsmilch, Jap. Waldgras, Rutenhirse Gehölze: Rispenhortensie, Rosen: Heidetraum, Schnee flocke und The Fairy. Koreanischer Duftschneeball Insgesamt sind vier Hochbeete vorhanden, die jeweils rechts und links vom Hauptweg angeordnet sind. Nach- dem die ursprüngliche Bepflanzung abgetragen worden ist, wurde neue Pflanzerde in die steinumrandeten Beete eingebracht, ehe die geplante Bepflanzung erfolgen konnte. Mit dem anschließend aufgebrachten Mulch wird das Beet längerfristig unkrautfrei gehalten und zudem kann die Wasserverdunstung reduziert werden. Im Sommer 2021 werden diese Beete ihre farbenfrohe Blütenpracht entfalten. Der Friedhof Holweide empfängt mit farbenfrohem Pflanzbeet im Eingangsbereich (Juli 2020) Insbesondere der Eingangsbereich eines Friedhofs ist das Aushängeschild für die Gesamtanlage. Auf dem kleinen, beschaulichen Ortsfriedhof Holweide wurde die offene, alleeartig angelegte Rasenfläche am Eingang mit einem zentralen Blumenbeet um einen farblichen Akzent aufgewertet. Für das Pflanzbeet in ovaler Formgebung wurde die vorhandene Grasnarbe abgetragen und Pflanzerde ein- gebracht, so dass die plangemäße Bepflanzung erfolgen konnte. Es wurden vorrangig insektenanziehende Pflanzen eingebracht. Ein vorhandenes rundes Beet im hinteren Bereich der Allee wurde ebenfalls mit den farbintensiven Pflanzen aufgewertet. Im Sommer 2021 werden diese Beete ihre Blütenpracht entfalten. Pflanzliste – Sonnenhut (Rudbeckia ful. var. suli. „Goldsturm“) goldgelb – Storchschnabel (Geranium cat. „Berggarten purpurrosa – Katzenminze (Nepeta faassenii „Walkers Low“ violettblau – Kaukasus-Vergißmeinnicht (Brunnera macrophylla) hellblau – Ziersalbei (salvia nemorosa „Caradonna“ dunkelblau – Hohes Pfeiffengras (Molinia arun. „Karl Foerter“) Sonnenhut Orte der Ruhe und Erholung – mehr Sitzbänke für die Friedhöfe (Ganzjähriges Projekt 2020) Mit Friedhofsbänken wird nicht nur ein Angebot geschaffen, sich zu setzen und den Blick auf die Natur zurichten. Sie laden auch dazu ein, die ruhige Atmos- phäre für eine innere Einkehr zu nutzen.Es sind Augen - blicke der Besinnung, Erinnerung und Gedenken an die Verstorbenen. Bänke bieten aber auch die Gelegenheit zum Austausch mit anderen Friedhofsbesuchenden. Wenn sich Menschen mit ähnlichen Schicksalen begegnen und ins Gespräch kommen, tauschen sie ihre Lebenserfahrungen aus – beispielsweise in Bezug auf den Umgang mit Trauer. Ein guter Weg, um aus der eigenen Traurigkeit herauszufinden. 2020 wurden insgesamt 70 neue Friedhofsbänke von der Friedhofsverwaltung angeschafft und entsprechend den Wünschen der Friedhofsbesucherinnen und -besucher auf verschiedene Standorte der Kölner Friedhöfe verteilt. Der Wunsch nach zusätzlichen Friedhofsbänken wurde in der 2019 durchgeführten Öffentlichkeitsbeteiligung „Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025“ mehrfach geäußert. Die daraufhin aufgestellten Bänke werden mit einer ent- sprechenden Plakette versehen. Bankspende für die Kölner Friedhöfe: Zusätzlich zu den vorhandenen Friedhofsbänken besteht die Möglichkeit, eine Bank über die Kölner Grünstiftung zu spenden: Kölner Grün Stiftung Holzmarkt 1, 50676 Köln Telefon 0221 40084-321 Fax 0221 790761-444 info@koelner-gruen.de Erweiterung des städtischen Grabangebotes: Zusätzliche Baum- grabfelder in Köln (Ganzjähriges Projekt 2020) Die Baumgrabstätten empfehlen sich insbesondere für sehr naturverbundene Menschen. Im Einklang mit der Natur, unter einem wirkungsvollen Baum bestand, befinden sich die außergewöhnlichen, stimmungsvollen Ruhestätten. Schon zu Lebzeiten können sich die Menschen einen Baum aussuchen und die Baumwahlgräber im Rahmen der Vorsorge erwerben. Allerdings sollte bedacht werden, dass bei dieser Grabart nur Urnenbeisetzungen zugelassen sind. Diese erfolgen im Wurzelbereich der Bäume. Die Kenn- zeichnung der Grabstätte erfolgt durch naturbelassene Findlinge. Zahlen, Daten, Fakten: 2020 wurden insgesamt 1.270 neue Baumgrabstätten angelegt. Hierfür wurden zusätzlich zu den Bestands- bäumen überschlägig 190 neue Bäume nachge- pflanzt. Die 2020 zusätzlich angelegten Bereiche für Baumgrabstätten erstrecken sich auf eine Fläche von 30.000 qm. Pro Baum können vier Grabstätten ange- legt werden. In jedem Grab ist die Beisetzung von zwei Urnen möglich. Bis zur Jahresmitte 2020 wurden Baumgrabstätten aus- schließlich auf dem Ostfriedhof, dem Nordfriedhof und dem Friedhof Steinneuerhof angeboten. Aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage wurde das Angebot auf dem Friedhof Steinneuerhof erweitert. Darüber hinaus wurden im Kölner Norden auf dem Friedhof Worringen und im rechtsrheinischen Kölner Süden, auf dem Friedhof Leidenhausen, neue Baumgrabfelder eingerichtet. In die- sem Zusammenhang wurden zusätzlich viele Jungbäume zum vorhandenen Bestand gepflanzt. Sanierungsoffensive Friedhofsgebäude Auf den 55 städtischen Friedhöfen befinden sich 46 Trauerhallen sowie zahlreiche weitere Gebäude, wie beispielsweise Pförtnerlogen, Personalunter künfte oder auch Fahrzeughallen. Viele der sakral anmutenden Trauerhallen stehen unter Denkmalschutz und sind teilweise aufwendig in der Unterhaltung. Die Objektbetreuung für alle Gebäude der Stadt Köln wird von der städtischen Gebäude wirtschaft sichergestellt. Für die Gebäude des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen wurde ein eigenes Objektcenter in der Gebäudewirtschaft eingerichtet. Von dort werden um- fassende Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen koordiniert. Hierbei arbeitet die Friedhofsverwaltung intensiv mit den Kolleginnen und Kollegen der Gebäude- wirtschaft zusammen. Besonderes Augenmerk gilt natürlich den städtischen Trauerhallen, die für viele Hinter bliebene mit der dort stattfindenden Abschieds- zeremonie besondere Orte sind. Als Großprojekt wurde in diesem Jahr die umfassende Dach- und Fassadensanierung der Trauerhalle auf dem Westfriedhof geplant und beauftragt. Die Arbeiten werden zum Jahresbeginn 2021 beginnen und sich über mehrere Monate hinziehen. Für 2021 sind 27 größere Gebäudesanierungen insbesondere an den Trauerhallen geplant. 2020 wurden die Sanierungen der Toiletten auf den Friedhöfen Widdersdorf, Junkersdorf, Porz, Melaten, Longerich und Oberzündorf durchgeführt oder begonnen. Richtungsweisend in der Friedhofsunterhaltung: Moderne Elektroantriebe für die Zukunft (Stand 2020) Elektroantriebe sind eine Alternative zu den bisherigen Verbrennungsmotoren. Sie zeichnen sich durch Ihre schadstofffreien Elektromotoren und deren geringere Lärmemissionen aus. Die Wartungs- und Instandhaltungs- kosten liegen deutlich unter denen von konventionellen Maschinen und Fahrzeugen mit Verbrennungs motoren. Damit sind auch die Folgekosten insgesamt geringer und machen die Anschaffung wirtschaftlicher. Für das Laden der elektroangetriebenen Fahrzeuge müssen keine teuren Schnellladesäulen installiert werden. Da die Fahrzeuge auf den Friedhöfen in der Nacht nicht im Einsatz sind, können diese langsamer und schonender für die Lithium-Ionen-Batterie über eine einfache Steck- dose geladen werden. Ausbau der klimafreundlichen Elektroflotte In der Elektroflotte der Kölner Friedhöfe sind aktuell 30 Elektrokipper, 7 Elektrolader und 6 PKWs im Einsatz. In den vergangenen 3 Jahren wurden 130 elektrobetriebene Handgeräte angeschafft. Bis 2025 soll der Anteil der Elektrogeräte und Elektrofahrzeuge beim Amt für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt Köln mindestens 75% betragen. Ökologisch und sicher: Der Wegebau auf den Kölner Friedhöfen (Neubau- und Sanierungsprojekte 2020) Die 55 städtischen Friedhöfe ergeben zusammen eine Fläche von 485 Hektar. Um den Hinterbliebenen jederzeit einen Grabbesuch oder Besucherinnen und Besuchern einfach nur einen Spaziergang zu ermöglichen, muss ein entsprechendes Wegenetz errichtet und unterhalten werden. Auf den meisten Kölner Friedhöfen werden vor- rangig wassergebundene Wege angelegt. Denn aus Sicht der Umwelt ist die Versieglung von Flächen – beispiels- weise durch Asphaltwege möglichst zu vermeiden. Die natürlichen Wegedecken integrieren sich optisch nahtlos in die unterschiedlichsten Friedhofsbereiche. Im Gegensatz zu Asphaltwegen heizen sich natürliche Wegeflächen in den zunehmend hitzegeprägten Sommer- monaten nicht so stark auf, und auch die Baukosten fallen im Gegensatz zu asphaltierten oder gepflasterten Wegen deutlich geringer aus. Eine feste, wassergebundene Wege- decke mit einer aus Sand gefertigten Deckschicht ist auch von Personen im Rollstuhl oder mit einem Rollator gut zu bewältigen. Natürlich müssen die Wege fachgerecht einge- baut und gut entwässert werden. Im Rahmen der Wege- unterhaltung sind regelmäßig Unkrautbewuchs und auch Unebenheiten aufgrund mechanischer Beanspruchungen zu beseitigen. Nach mehreren Jahren erfolgt eine um- fassende Wegesanierung. Hierbei wird der Weg in seinem mehrschichtigen Aufbau entsprechend erneuert. In 2020 wurden insgesamt 2,5 km Friedhofswege auf dem Friedhof Rodenkirchen und 1,5 km auf dem Friedhof Meschenich komplett erneuert. Zusätzlich wurden in mehr als 1.500 Arbeitsstunden zahlreiche Instandsetzungs- und Pflegearbeiten an den Fried- hofswegen vorgenommen. Das Hippodrom auf dem Friedhof Melaten – ursprünglich und imposant (Ganzjähriges Projekt 2020) In der Garten- und Parkgestaltung bezeichnet das Hippo- drom eine in der Form einer Pferderennbahn gestaltete Wegeführung, die ursprünglich als Flanier- und Schauarena für die höhere Gesellschaft angelegt worden ist. Das auf dem Friedhof Melaten vor mehr als 200 Jahren angelegte Hippodrom befindet sich im westlichen Teil des Friedhofs und erstreckt sich über die Flure 60, 60a sowie 76, 76a und 76b. Es wurde in den vergangenen Monaten nach den Vorgaben des maßgeblichen Parkpflegewerks und entsprechend der ursprünglichen Bepflanzung wieder hergerichtet und teilweise neu bepflanzt. Die alleenartigen Wege des Hippodroms führen an imposanten Grabanlagen vorbei und machen die Weit- läufigkeit und das Alter des Friedhofs nochmals ganz besonders deutlich. Mit den umfänglichen Pflegearbeiten wurde dieser Friedhofsbereich intensiv aufgewertet und lädt die Friedhofsbesucherinnen und -besucher zu Spaziergängen oder auch zum Verweilen auf den Friedhofs bänken ein – beispielsweise an dem mittig ange ordneten Rondell. Dort befindet sich die anlässlich des 200 jährigen Bestehens des Friedhofs errichtete Skulptur, die der Vergänglichkeit des Menschen und der Bedeutung des Friedhofs Ausdruck verleiht. Parkpflegewerk Melaten Um die Authentizität von Melaten und des angren- zenden Alten Ehrenfelder Friedhofs zu erhalten, wur- de in der Zeit von 2010 bis 2014 das Parkpflegewerk erstellt. Mit Forschungen zur Anlage- und Entwicklungs geschichte, der Bestandsaufnahme und -bewertung von Bäumen, Hecken- und Wegestruktu- ren und schließlich einem flurgenauen Maßnahmen- katalog wurden Pflege- und Unterhaltungsarbeiten, Neupflanz ungen von Hecken, Bäumen und Alleen festgeschrieben, damit das Gartenkunstwerk „Mela- ten“ auch für kommende Generationen erhalten und erlebbar bleibt. Erinnerungskultur pflegen – das Hochkreuz auf dem Friedhof Melaten Friedhöfe beherbergen eine Vielzahl von kulturhistorischen Schätzen. Den an zentralen Orten platzierten Hochkreuzen kommt eine besondere historische Bedeutung als Orte des Gedenken und des Andenkens zu. Neben dem Denkmal selbst prägt die Gestaltung des Umfeldes diese Orte der Erinnerung. Mit einem neu gestalteten Umfeld wurde das Hochkreuz des Melaten-Friedhofs zwischen den Fluren 53 und 56 aufgewertet und mit einem eigenen Pflanzbereich neu in Szene gesetzt. Hierzu wurde die ursprüngliche Rasenfläche durch ein stimmungsvolles und abwechslungsreich bepflanztes Beet rund um das denkmalpflegerisch unter- haltene Hochkreuz ersetzt. Auch die Bodenplatten vor dem Denkmal wurden in Abstimmung mit der Unteren Denkmal behörde erneuert. Friedhof Melaten Kaum einer der 55 städtischen Friedhöfe ist so bekannt wie der Kölner Melaten-Friedhof. Dieser bereits 210 Jahre alte Friedhof zählt in seiner Gesamt- heit zu einem der bedeutendsten Denkmäler in Köln. Hier ist in besonderer Weise nicht nur die Bestatt ungs- und Trauerkultur, sondern auch die kunsthistorische und stadt geschichtliche Seite eines Friedhofs erlebbar. Lebensraum Friedhof – Umsiedlung des Gartenschläfers auf den Westfriedhof (Juni 2020) Der Gartenschläfer ist ein kleines Säugetier, das ausschließ- lich in Europa vorkommt und in Deutschland einen seiner Verbreitungsschwerpunkte hat. Als Lebensraum dienen ihm Heckenstrukturen sowie Wälder mit hohem Totholzanteil. Im Siedlungsbereich kommt der Gartenschläfer häufig auf Friedhöfen, Streuobstwiesen sowie in Kleingärten oder na- turnahen Gärten vor. Die Bestände der nachtaktiven und zu- rückgezogen lebenden Tiere sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Die Um siedelung des Gartenschläfers auf den Westfriedhof zählt zu einem der vielen Projekte, die von der Stadt Köln in Kooperation mit den Naturschutzverbän- den erfolgreich umgesetzt werden. Die 55 Kölner Friedhöfe stellen für viele Tiere besonders geschützte Rückzugsorte und Lebensräume mitten in der Großstadt dar. Zuvor besiedelte der Familienverbund, bestehend aus acht Gartenschläfern, einen Netzersatzsteuerschrank im Stellwerk der DB. Aufgrund des unkalkulierbaren Risikos für die Auf- rechterhaltung des Gleisverkehrs hat die Untere Naturschutz- behörde der Stadt Köln der DB eine Ausnahme genehmigung zur Umsiedlung der Gartenschläfer erteilt und die Suche nach möglichen Aussiedlungsflächen koordiniert. In Abstimmung mit dem BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), der sich im Rahmen des Projekts „Spurensuche Gartenschläfer“ deutschlandweit mit der Verbreitung der Art befasst, wurde der Westfriedhof als geeignete Aussiedlungsfläche festgelegt. Mit der Installa tion von Bilchkästen, die als Teil der Ausnahmege- nehmigung von der DB bereitzustellen waren, wurde die Umsiedlungsmaßnahme von der Friedhofsverwaltung unterstützt. Steckbrief Gartenschläfer (Eliomys quercinus) gehören zur Familie der Bilche, die eine auffallend schwarze Kopf zeichnung auf weisen („Zorro-Maske“) und 12 – 17 cm groß werden. Die Fellfarbe reicht von rotbraun bis grau, Flanken und Unter seite sind weiß, der Schwanz ist behaart und mün- det in einer langhaarigen Quaste. Die Tiere halten von Oktober bis April Winterschlaf. Vor Antritt des Winter- schlafs wiegen sie ≥ 130 g, während der Aktivitätsphase zwischen 60 – 90 g. Erweiterung des städtischen Grabangebotes: Kolumbarien in den Trauerhallen Im Hinblick auf den fortwährenden Wandel in der Bestattungs- und Trauerkultur ist die Entwicklung von neuen Grabangeboten besonders wichtig. Hierzu zählt auch das Kolumbarium, das als oberirdisches Bauwerk zur Aufbewahrung von Urnen in entsprechenden Kammern dient. 2020 wurden die konkreten Planungen für die Einrichtung von Kolumbarien in der alten Trauerhalle des Ortsfriedhofes in Weiß und in der alten Trauerhalle am Hauptweg des Friedhofs Melaten aufgenommen. Die unter Denkmalschutz stehenden, ehemaligen Trauer- hallen werden durch die städtische Gebäudewirtschaft originalgetreu nach den Ursprungsplänen saniert bzw. wiederaufgebaut. Der Innenausbau und die Gestaltung der Kolumbarien werden in einem Stegreifwettbewerb ausge- schrieben. Über die Vergabe entscheidet eine Fachjury. Ziel ist es, ab dem Jahr 2022 erste Urnenbestattungen in einem städtischen Kolumbarium anbieten zu können. Entsprechend der Nachfrage wird dann über die Einrichtung weiterer Kolumbarien entschieden werden. Mit den Einrichtungen in den alten, nicht mehr für Trauerfeiern genutzten Trauerhallen werden diese oftmals denkmal- geschützten Gebäude mit neuer Nutzung saniert und dauerhaft erhalten. Alte Trauerhalle Melaten, Sommer 2020 Alte Trauerhalle Weiß, Sommer 2020 Kultur in Trauerhallen – Veranstaltungen im Corona-Jahr 2020 abgesagt Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung „Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025“ wurde von vielen Kölnerinnen und Kölnern der Wunsch geäußert, friedhofsaffine Kulturveran- staltungen in den städtischen Trauerhallen zu ermöglichen. In der Kölner Friedhofswoche 2019 mit 22 Veranstaltungen wurden mehrere Fachvorträge, Konzerte und ein Theater- stück in den städtischen Trauerhallen angeboten. Im Rahmen des Friedhofskonzeptes „Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025“ wurden bereits in den ersten Wochen des Jahres 2020 vier konkrete Veranstaltungen vorbereitet. Hierzu zählten drei Lesungen und ein Harfenkonzert. Zudem wurden weitere Veranstaltungen geplant. Auf- grund der Entwicklung der Corona-Pandemie konnte weder die Durchführung noch die weitere Planung von Kulturveranstaltungen in den städtischen Trauerhallen weiterverfolgt werden. WE 71024 NORDFRIEDHOF - BESTANDSAUFNAHME TRAUERHALLE (Pallenbergstrasse 35, 50737 Köln) 5. Innenraumfotografien nach Norden nach Osten nach Süden nach Westen Seite 3 von 23 Trauerhallen auf den städtischen Friedhöfen Die Friedhofsverwaltung Köln verfügt stadtweit über 46 Trauerhallen, die sich im Eigentum der städtischen Gebäudewirtschaft befinden. Ein Großteil der in der Regel sehr alten und nicht selten sakral gestalteten Trauerhallen steht unter Denk- malschutz. In den städtischen Trauerhallen werden im Jahr rund 4800 Trauerfeiern durch geführt. Selbst die Durchführungen von Trauerfeiern im Zuge von Beisetzungen war in dem PandemieJahr zeitweise gar nicht oder nur mit begrenzter Teilnehmerzahl und mit entsprech endem Hygienekonzept in den Trauer- hallen möglich. Nach dem Ende der Pandemie ist vorgesehen, die ursprünglich für 2020 geplanten Kulturveranstaltungen nachzuholen. Die entsprechenden Vorplanungen liegen bereit und können auch nach Abstimmung mit den Veranstaltern zum nächstmöglichen Zeitpunkt umgesetzt werden. Friedhofswoche 2019, Veranstaltung in der Trauerhalle Melaten
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/67/672 Vorlagen-Nummer 23.02.2021 0561/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 04.03.2021 Information zu den in 2020 umgesetzten Projekten aus dem Zukunftskonzept "Kulturraum Kölner Friedhöfe 2025" 2019 wurde vom Arbeitskreis Friedhof, einem Beratungsgremium aus den friedhofsnahen Gewerken, den Kirchen und der Stadt Köln als Friedhofsträger das Zukunftskonzept „Kultur- raum Kölner Friedhofe 2025“ erarbeitet. In dieses Konzept für die zukünftige Gestaltung und Ausrichtung der städtischen Friedhöfe sind die Ergebnisse einer umfangreichen Öffentlich- keitsbeteiligung eingeflossen. Hierbei hat sich herauskristallisiert, dass die Kölnerinnen und Kölner ihre Friedhöfe als Orte der Ruhe und Trauer schätzen und diesen Zustand bewahrt wissen möchten. Darüber hinaus werden die Friedhöfe als „grüne Lungen“ der Stadt ver- standen, die bestens dazu geeignet sind, Projekte rund um den Natur- und Artenschutz wei- ter auszubauen. Auch kulturelle Angebote auf den Friedhöfen sind vorstellen. Dabei gilt es stets zu beachten, dass diese mit der Ruhe und Pietät des Ortes vereinbar sind. Der Ausschuss für Umwelt und Grün der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 28.11.2019 das von der Verwaltung vorgelegte Gesamtkonzept „Kulturraum Kölner Friedhofe 2025“ verab- schiedet und somit auch den Auftrag erteilt, einzelne Projekte aus diesem Konzept in den kommenden Jahren umzusetzen. Im Rahmen eines Veranstaltungstages sollte über die 2020 realisierten Projekte ausführlich berichtet werden. Aufgrund des aktuellen Veranstaltungsver- botes in der Corona-Pandemie erfolgte die Information nun anhand der beigefügten Presse- mappe sowie einer mehrmonatigen Plakatausstellung auf den städtischen Friedhöfen. Gez. Greitemann
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0561/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 23.02.2021
- Erstellt
- 16.02.2021 08:35