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A-R/0060/2015

Wohnungen für alle in einer lebenswerten Stadt Münster - Wohnungskonzept 2015 - 2050

Antrag an den Rat 08.09.2015

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 16.09.2015, TOP 36.14

a-r-0060-2015-Ratsantrag Wohnungen für alle_1

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a-r-0060-2015-Ratsantrag Wohnungen für alle_1

6665 Zeichen

Antrag an den Rat Nr.: A-R/0060/2015 
 
 
 
 
 
   7.9.2015       
 
Ratsantrag  
 
 
Wohnungen für alle in einer lebenswerten Stadt   
Münster -  Wohnungskonzept  2015 - 2050 
 
 
  Der Rat der Stadt möge beschließen: 
 
1.  Das kommunale Handlungskonzept Wohnen der Stadt Mü nster (HKW) wird unter breiter 
Beteiligung neu konzipiert. 
2.  Die Baulandbereitstellung ist zu steigern. Dabei m uss die Konzeption eines neuen 
Stadtbereichs miteinbezogen werden. Eine Größenordnung von rund 20-30.000 WE ist 
dabei eine Zielstellung. Der Zielwert für die jährliche Bauleistung soll sich kurzfristig an 
2000 WE orientieren, muss aber weiter gesteigert werden, um den Nachfragebedarf 
mittelfristig zu decken. 
3.  Die Angebote zur sozialen Wohnraumversorgung im Neubau und im Bestand, 
insbesondere auch im Innenstadtbereich, müssen ausgeweitet werden. Nachverdichtung 
und höhere Bauweisen sind auch in diesem Kontext miteinzubeziehen. Zudem sollen 
Milieuschutzsatzungen und die bereits eingeführte Zweckentfremdungssatzung - wo 
möglich - genutzt werden, um Wohnraum zu schützen. 
4.  Der Neubau von mindestens 500 Mietwohnungen pro Ja hr ist mit öffentlichen Mitteln zu 
fördern. Dafür sind auch bei der Wohn- und Stadtbau die notwendigen finanziellen und 
personellen Voraussetzungen zu schaffen, u.a. durch eine Änderung des 
Managementkontraktes, der eine Abführung an den städtischen Haushalt zukünftig 
ausschließt. Insbesondere sollen auch genossenschaftliche Modelle zum Wohnungsbau 
vorangetrieben werden.Mit dem Land NRW ist das dafür notwendige Fördermittelbudget 
nachhaltig abzusichern.  
5.  Um dieser hier konzipierten Perspektive durch zu a ktivierende Bautätigkeit einen 
verbindlichen Rahmen zu geben, sollen in dafür maßgeblichen Handlungsfeldern der 
Baulandplanung und –bereitstellung geeignete Instrumente und Maßnahmen zum 
Einsatz gelangen, die von der Verwaltung noch weiter zu konkretisieren sind.                     
DIE LINKE. Ratsfraktion Münster  
Achtermannstraße 19  
48143 Münster 
 
Telefon 02 51 / 9 81 60 51 
 
 
 
  
 
An den Oberbürgermeister

2/4 
 
 
Begründung:  
 
Münster braucht neue Lösungen und Perspektiven für eine wachsende Stadt.  
Die Bevölkerungsprognose des Landes NRW weist aus, dass Münsters Bevölkerung bis 
2040 um 50  000 Menschen wachsen soll. In einer weiteren Prognose wird sogar ein 
rasches Wachstum auf über 325.000 bis zu 340.000 Einwohner in den nächsten 15 
Jahren für möglich gehalten. Ein so rasches Wachstum, von prognostitzierten 8,9 
Prozent, gibt es zur Zeit in keiner anderen Stadt Deutschlands . Dies macht neue 
Lösungen für die Stadt notwendig.  
Die Nachverdichtung, (kleinteilige) Ergänzungen in bestehenden Baugebieten und die  
Nutzung der (militärischen) Konversionsflächen sind wichtig und müssen weiter 
konzeptionell vorangetrieben werden, werden aber nicht ausreichen. 
Notwendig ist es zudem, insbesondere in Münsters Zentrumsbereich, deutlich höhere 
Bauweisen mit in die Planung einzubeziehen. Dies auch vor dem Hintergrund eines 
möglichst sparsamen Flächenverbrauchs und bereits vorhandener knapper Flächen. 
Die Zukunftsaufgabe "Wohnungen für alle" wird jedoch insgesamt nur mit einem 
weitergehenden neuen Denk- und Konzeptansatz zu lösen sein.  
Sinnvoll und notwendig ist es daher, den enormen Nachfragebedarf in der City und 
Umfeld auch durch einen neuen Stadtbereich zu schließen. 
Perspektivisch ist es sinnvoll diesen Stadtbereich deshalb nicht an Außenstadtteile 
anzuschließen sondern im südlichen Umfeld der City. Ein möglicher Expansionsraum im 
Lückenschluß zwischen den beiden Bebauungskernen Münster-Altstadt-Südviertel-
Mauritz und Münster-Hiltrup-Wolbeck ist zu untersuchen. 
Eine harmonische Einbeziehung und Integration für die Erschließung könnte durch 
bestehende Straßen und Kernachsen, wie die Hammerstraße und /oder Albersloher Weg 
ggf. erreicht werden. Perspektivisch kann auch das Güterbahnhofsgelände der Deutschen 
Bahn AG mit in die Planung miteinbezogen werden. 
Bei dieser Prüfung müssen Umweltaspekte, wie z.B. Wasserschutzgebiete  und 
Frischluftschneisen, aber auch andere vorhandene Nutzungsinteressen berücksichtigt 
werden. Konflikte sind zwangsläufig, müssen aber aufgrund der Bedeutung, Größe und 
Notwendigkeit der Herausforderung angegangen werden und müssen durch sinnvolle 
Interessensausgleiche soweit als möglich gelöst werden. Daher sollten von Beginn der 
Debatte an entsprechende Beteiligungs- und Mitsprachemöglichkeiten möglichst 
frühzeitig gegeben sein. 
Dies ist umso notwendiger sein, da bereits jetzt, insbesondere im Segment des öffentlich

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geförderten und preiswerten Wohnraums, enorme Defizite von mehrere tausend 
Wohnungen bestehen und hier in den nächsten Jahren dringend Abhilfe geschaffen 
werden muss. Dies allein schon, um ein weiteres Absinken der Anzahl von mittlerweile 
nur noch rund 7000 Sozialwohnungen zu verhindern und diese perspektivisch nach oben 
durch Zubau zu erhöhen. 
Weil der Nachfragedruck nicht nachlässt, ist bereits jetzt schon ein 
Verdrängungswettbewerb real vorhanden. Dies führt dazu, dass bestimmte 
Bevölkerungsteile aus dem Innenstadtbereich an die Stadtränder und nach aussen 
verdrängt werden (Gentrifizierung) und es so dann zu unerwünschten 
Segregationseffekten kommt. 
Ziel muss es daher sein, für alle Bevölkerungsgruppen und alle hier lebenden oder 
zuziehenden Menschen ein Wohnungsangebot in ausreichender Menge und jeweils 
gewünschter Qualität auch im Innenstadtbereich anbieten zu können. 
Zudem gilt es, neue strukturelle Herausforderungen, die sich durch wachsende 
Zuwanderung ergeben, zu lösen. Wohnungen für Flüchtlinge, mehr und erweiterte Kitas, 
Schulen, soziale Einrichtungen und weitere Versorgungsangebote. Auch die verkehrliche 
Anbindung und die Sicherung der Lebensqualität in einem urbanen Umfeld muss 
gesichert werden. 
 
Auch der allgemeine Trend, dass die Haushalte kleiner werden und die Bevölkerung dem 
demographischen Wandel unterliegt, sind besonders zu berücksichtigen. Die 
Belegungsdichte der Wohnungen, d.h. die durchschnittliche Anzahl an Menschen, die in 
einer Wohnung leben, sinkt weiter und die Anzahl der Ein ‐Personen ‐Haushalte nimmt 
zu.  
Um die enorme Wohnungsnachfrage zu bedienen, bedarf es eines vielfältigen Angebots 
in ausreichender Menge. Ziel ist es, den Münsteraner Wohnungsmarkt für 
unterschiedliche Nachfragegruppen attraktiv zu halten. Die städtische Wohn- und 
Stadtbau GmbH hat dabei eine wichtige Aufgabe.  
Um all diese Aufgaben zu lösen, muss das Handlungskonzept Wohnen weiter entwickelt 
werden.  
 
gez. 
Rüdiger Sagel, Fatma Kirgil, Ali Atalan, Ortrud Philipp  
DIE LINKE. Ratsfraktion Münster

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Beratungsverlauf (1)

16.09.2015 Rat
TOP 36.14 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Achtermannstraße 19
  • Albersloher Weg

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Details

Aktenzeichen
A-R/0060/2015
Typ
Antrag an den Rat
Datum
08.09.2015
Erstellt
06.10.2020 14:37