2014/0431
Protokoll 10. Sitzung Gestaltungsbeirat
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2014/0431
2798 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
05.11.2014
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Ja
Nein
Internetfähig
Verteiler:
Vorlage-Nr. 2014/0431
Magistratsbeschluss-Nr.
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Protokoll 10. Sitzung Gestaltungsbeirat
Vorlage vom: 31.10.2014
Beschlussvorschlag :
Das Protokoll der 10. Sitzung des Gestaltungsbeirates wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Protokoll 10. Sitzung
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 31.10.2014
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung
eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl.-Nr. 2011/ 0491).
Die 10. Sitzung des Gestaltungsbeirats fand am 19.09.2014 statt.
An der Sitzung nahmen die Mitglieder des Beirates, die Baudezernentin, Vertreterinnen und
Vertreter der politischen Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie die
Geschäftsstelle teil.
Im öffentlichen Teil waren interessierte Bürgerinnen und Bürger anwesend, ebenso waren
Interessengruppen und Verbände vertreten.
Zu Beginn der Sitzung berichtete zunächst die Baudezernentin über den Stand der Projekte
der vorangegangenen Sitzung sowie über den Sachstand der Machbarkeitsstudie Saladin.
Anschließend wurden die Vorhaben „Kinder- und Jugendhaus Pankratiusstraße 14 - 18“,
„Rahmenplan und Neue Mitte Merck KGaA“ sowie „ehem. Prinovis-Gelände, Berliner Allee
59“ durch die jeweiligen Architekten bzw. Bauherren vorgestellt; es folgte eine teilweise
lebhafte Diskussion mit den zahlreich erschienen Gästen.
Im Anschluss wurde das Projekt „ehem. Prinovis-Gelände, Berliner Allee 59“ in einem nicht-
öffentlichen Sitzungsteil mit dem Bauherren und den Architekten diskutiert und besprochen.
Für die Projekte „Kinder- und Jugendhaus Pankratiusstraße“ sowie „Rahmenplan und Neue
Mitte Merck KGaA“ wurde über die öffentliche Diskussion hinausgehend kein
Diskussionsbedarf gesehen.
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Projekten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.
Die Dezernentin III
Cornelia Zuschke
Stadträtin
Darmstadt, den 31.10.2014
61.1.0 mi
Nst. 2590
anlage 1
18811 Zeichen
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
1
Sitzungstag: 19.09.2014
B
eginn: 10.00 Uhr
Ende: 16.30 Uhr
Ort: ehem. Kreistags-Sitzungssaal, Rheinstraße 65-67
Teilnehmer:
Mitglieder des Prof. Christa Reicher
Gestaltungsbeirats Prof. Rolf Westerheide
Prof. Ulrike Kirchner
Susanne Wartzeck
Magistrat Cornelia Zuschke, Dezernentin
Verwaltung Jochen Krehbiehl, Referent Dez. III
Jutta Köhler, Bauaufsichtsamt
Ingrid Pilz, Grünflächenamt
Norbert Stoll, Straßenverkehrs- und Tiefbauamt
Annette Laute, stellv. Amtsleiterin Stadtplanungsamt
Andrea Feldbusch, Stadtplanungsamt
Angela Eichenauer, Stadtplanungsamt
Tina Klytta, Stadtplanungsamt
Stefanie Michels, Stadtplanungsamt
Politik Ctirad Kotoucek, CDU
Hildegard Förster-Heldmann, Bündnis 90/ Die Grünen
Katrin Kosub, SPD
Georg Hang, Uffbasse
Martina Hübscher-Paul, Die Linke
Claudia Stricker, Piraten
Hannelore Anthes, Uwiga
Leif Blum, FDP
Entschuldigt Jochen Partsch, Oberbürgermeister
Ingrid Leist, Denkmalschutz
Dieter von Mackensen, Amtsleiter Stadtplanungsamt
Projekt Kinder- und Felix Wächter, Sybille Wächter, Frau Schröder (Wächter +
Jugendhaus Pankratius- Wächter Architekten)
straße 14-18 Joachim Lisowski (Wissenschaftstadt Darmstadt, IDA)
Projekt Merck Matthias Bürk, Jochen Renner, Rudolf Zelmer (Merck K GaA
)
Martin Zahn (R+T)
Claudia Becker (planquadrat)
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
2
Projekt Campus Nicolas Moog, Roland Scheinert, Peter Biskupek (Biskupek-
Berliner Allee 59 Scheinert-Investorengruppe)
Herbert Elfers, Matthias Wöber (planquadrat)
Nicht-öffentlicher Teil (10.00 Uhr – 12.30 Uhr)
Ortsbesichtigung:
Ortsbesichtigung Campus Berliner Allee 59 (Prinovis)
Frau Feldbusch und Frau Laute erläutern die Situation im Bestand, den Ansatz des
Entwurfs sowie die stadträumliche Einbindung des Standorts.
Anschließend erfolgt die Vorbesprechung der anstehenden Projekte.
Öffentlicher Teil (12.30 Uhr – ca. 14.45 Uhr) :
Diskussion der Projekte im nicht-öffentlichen Teil (15.00 Uhr – 16.30 Uhr)
Begrüßung Cornelia Zuschke, Baudezernentin und Prof. Christa Reicher, Vorsitzende
des Gestaltungsbeirates
Es folgt eine kurze Mitteilung über den Stand der Projekte aus der vorangegangenen
Sitzung, vorgestellt durch Cornelia Zuschke, Baudezernentin
Einzelhandel Eberstadt
Der Entwurf wurde im Sinne des Gestaltungsbeirates in Abstimmung mit der Stadt
überarbeitet.
Das Bebauungsplanverfahren (vorhabenbezogener B-Plan) ist in Vorbereitung.
Wella-Gelände
Der Aufstellungsbeschluss für das erforderliche Bebauungsplanverfahren (vorhaben-
bezogener B-Plan) ist gefasst.
Derzeit wird die frühzeitige Bürgerbeteiligung durch das vom Investor beauftragte Bü-
ro in enger Abstimmung mit der Stadt vorbereitet.
Machbarkeitsstudie Saladin
Die Machbarkeitsstudie ist noch kein Entwurf. Sie sollte alle relevanten Belange, wie
z.B. Erschließung, Abstände zu den Nachbarn, Ausnutzung des Grundstücks, mögli-
che Flächen, Höhen prüften in Vorbereitung für ein wettbewerbliches Verfahren, wel-
ches angestrebt wird; hierfür ist die Klärung der Belange erforderlich gewesen.
Im Anschluss werden die Projekte der Tagesordnung durch die jeweiligen Architekten
bzw. Bauherren/ Investoren vorgestellt.
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
3
Als weitere Termine für die nachfolgenden Sitzungen des Gestaltungsbeirats sind fol-
gende Termine festgelegt worden:
Fr, 23.01.2015 11:00 – 17.00 Uhr
Fr, 08.05.2015 11:00 – 17.00 Uhr
Endgültige Zeiten können der Einladung zur Sitzung entnommen werden bzw. werden
unter
http://www.darmstadt.de/standort/stadtentwicklung-un
d-
stadtplanung/stadtplanung/gestaltungsbeirat/index.htm
veröffentlicht.
………………………………………………………….
gez. S. Michels
Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat Darmstadt
Stadtplanungsamt
Darmstadt, 31.10.2014
………………………………………………………….
gez. Prof. Christa Reicher
Vorsitzende Gestaltungsbeirat
Aachen, 31.10.2014
Anlage:
Empfehlungen des Gestaltungsbeirates zu den Projekten
• Kinder- und Jugendhaus Martinsviertel, Pankratiusstraße 14 – 18
• Rahmenplan neue Mitte mit Innovationzentrum und zukünftigem Besucherzent-
rum der Fa. Merck KGaA
• Entwicklung Prinovis-Gelände Berliner Allee 59
Stadtplanungsamt Darmstadt
G
emeinsame Empfehlung
P
rojekt:
Kinder- und Jugendzentrum Pankratiusstraße
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
10. Sitzung – 19.09.2014
8.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 22.09.2014
Entwurfsverfasser:
Architekt: Waechter und Waechter Architekten BDA, Rheinstraße 40, Darmstadt
Bauherr: Wissenschaftstadt Darmstadt, Eigenbetrieb Immobilienmanagement
Beschreibung:
Städtebauliche Randbedingungen
Das Grundstück befindet sich am Übergang zwischen der großteiligen Gebäudestruk-
tur der Technischen Universität Darmstadt und der kleinteiligen Blockrand- und Ein-
zelbebauung mit überwiegender Wohnnutzung des Martinsviertels. Der Entwurf soll
zwischen beidem vermitteln. Eine Aufweitung der öffentlichen Fläche vor dem Gebäu-
de an der Pankratiusstraße wird durch Zurücksetzen und Modulation des durchgängig
zweigeschossigen Gebäudekörpers erreicht. Mit einer differenzierten Höhenentwick-
lung der Dachlandschaft wird auf die umgebende höhere Bebauung reagiert.
Nutzungsorganisation
Jugendzentrum im Erdgeschoss: Eingang und Nutzungen liegen an der platzartigen
Aufweitung der Fuß- und Radwegverbindung zwischen Pankratiusstraße und Ruths-
straße. Die Freifläche vor dem Jugendhaus ist nicht Bestandteil der Planungen und
des Vorhabens, kann aber von den Jugendlichen genutzt werden.
Schülerbetreuung im Erdgeschoss: Der Eingang liegt an der Ruthsstraße/ Ecke Pan-
kratiusstraße, er ist orientiert an der kurzen Wegverbindung zur Schillerschule in der
Müllerstraße. Angegliedert an den zentralen Bereich für die Mittagsversorgung mit
Küche sind die „Lernlandschaften“ mit zwischengeschalteten Nebenräumen. Ein ei-
gens der Schulbetreuung zugeordneter Freibereich ist auf dem Grundstück, innerhalb
der Maßnahme nicht umsetzbar. Der Freibereich der nahe gelegenen Schillerschule
kann hierfür herangezogen werden.
Kindertagesstätte im Obergeschoss: Der Eingang zur Kita liegt an der Pankratius-
straße. Die Räumlichkeiten für die U 7- Betreuung mit 60 Kindern und die U 3- Be-
treuung mit 20 Kindern sind ringförmig auf einer Ebene im Obergeschoss unterge-
bracht. Die Orientierung ist zum Innenbereich, der als Außengelände (ca. 580 qm) mit
Spielmöglichkeiten genutzt werden kann. Die Nutzungen wie Garderobe, Mehrzweck-
raum, Personalräume etc. sind jeweils zentral angeordnet und können von U 3 und U
7 gemeinsam genutzt werden.
• Die getrennten Eingangsbereiche für die drei unterschiedlichen Nutzungen ermög-
lichen separate und eigenständige Adressausbildungen.
• Das von den Nutzerämtern vorgegebene Raumprogramm für die drei Nutzungsbe-
reiche Kita, Jugendzentrum und Schulbetreuung ist erfüllt.
• Sämtliche Bereiche sind barrierefrei zugänglich.
• Das Außengelände für die Kita ist so angeordnet, dass Lärmbelästigungen auf-
grund der ringförmigen Anordnung um den Freibereich gering bleiben.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 22.09.2014
• Die erforderlichen Stellplätze können auf dem Grundstück nachgewiesen werden.
Sie befinden sich im Erdgeschoss. Im Obergeschoss wird die Garage mit Erde be-
deckt und als Freibereich der Kita genutzt. Die Zufahrt zur Garage erfolgt von der
Ruthsstraße.
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat begrüßt die Neuplanung mit einem reduzierten Raumprogramm
und einem modifizierten Nutzungsspektrum an diesem Standort.
Den Architekten Waechter und Waechter gelingt es, für die drei unterschiedlichen
Nutzungen: Kindergarten, Schülerbetreuung und Jugendzentrum eine sehr gute
räumliche Antwort „unter einem Dach“ zu finden und den Nutzungen eindeutige
Adressen innerhalb des Gebäudes zuzuweisen.
Der Gestaltungsbeirat würdigt die äußerst guten Grundrisse im Rahmen der Vor-
planung.
Positiv wird auch die angemessene Gebäudekubatur im Stadtraum bewertet.
Nicht ganz nachvollziehbar ist für den Gestaltungsbeirat die strenge, horizontale
Fassadengliederung im Zusammenspiel mit der Modulation der Dachlandschaft. Hier
wird im Hinblick auf eine deutlichere Ablesbarkeit der einzelnen Eingänge eine Über-
arbeitung und eine Vertiefung im weiteren Entwurfsprozess empfohlen.
Zusammenfassung der Rückmeldung:
Votum:
Das Projekt wird insgesamt als sehr positive Entwicklung gewürdigt.
Die angesprochenen Aspekte sollen im weiteren Planungsprozess vertieft werden.
Eine Wiedervorstellung erscheint nicht notwendig.
Susanne Wartzeck
Stadtplanungsamt Darmstadt
G
emeinsame Empfehlung
Projekt
Rahmenplan neue Mitte mit Innovationszentrum
und zukünftigem Besucherzentrum
der Merck KGaA
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
10. Sitzung – 19.09.2014
8.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 22.09.2014
Entwurfsverfasser:
HENN Architekten
Fa. Merck KGaA
Beschreibung:
Das Unternehmen Merck befindet sich zurzeit in einem Strategie- und Kulturwandel.
Zum einen wird die unternehmerische Ausrichtung den heutigen und zukünftigen An-
forderungen an den Markt angepasst. Zum anderen werden Aspirationen für das Un-
ternehmen und die Mitarbeiter formuliert, die den Menschen und die Forschung in
den Fokus rücken.
Um die Zukunftssicherheit des Standortes zu gewährleisten und künftige Entwicklun-
gen zu ermöglichen, ist der von Merck und HENN entwickelte bauliche Masterplan
eine wesentliche strategische Initiative. Mit dem neuen zentralen „Forum“ und den
angrenzenden Schlüsselgebäuden schafft Merck den langfristigen Rahmen, den
Standort Darmstadt zu einer zukunftsorientierten und globalen Werks- und Konzern-
zentrale zu entwickeln.
Merck präsentiert sich mit dem „Emanuel Merck“ Platz der Bevölkerung offen und
zugänglich. Es entsteht ein öffentlicher Platz quer zur Frankfurter Straße als zentrale
Adresse des globalen Unternehmens Merck. Die Frankfurter Straße wird durch die
vorgeschlagenen Maßnahmen „entschleunigt“, und ermöglicht so eine stärkere Ver-
knüpfung der Ost-und Westteile des Werksgeländes.
Innovation Center
Neues Kernstück des Standortes wird das Innovation Center (IC) zusammen mit dem
Mitarbeiterrestaurant. Hier soll die Forschung und Entwicklung im Unternehmen – und
somit dessen Zukunft – aber zugleich auch der Mitarbeiter in den Mittelpunkt gestellt
werden.
Das Innovation Center ist auch Zugangsgebäude für Mitarbeiter sowie Besucher und
öffnet somit einem breiteren Publikum eine gezielte und umfassende Darstellung der
Marke und des Unternehmens Merck. Mit den anderen Schlüsselgebäuden am Forum
steht das IC im Dialog mit dem ‚Modularen Innovation Center ‘ und dem später ge-
planten Besucherzentrum jenseits der Frankfurter Straße.
Basierend auf den Mitarbeiterinterviews wurde das Innovation Center als interaktives,
hochporöses Gebäude entwickelt, welches durch seine transparente Raumaufteilung
eine flexible Nutzung und Bespielung ermöglicht.
Durch das offene Raumgefüge und die Durchwegung werden Benutzer an die Arbeit
anderer Gruppe herangeführt, sozusagen im Vorbeigehen inspiriert und Kommunika-
tion gefördert.
Zwischen den jeweiligen Projektflächen wird pro Geschoss eine „Bühne“ angeordnet,
die flexibel bespielbar ist und somit sowohl Präsentations- als auch Meetingbereich,
Teeküche als auch Lounge sein kann.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 22.09.2014
Mitarbeiterrestaurant
Direkt dem Innovation Center angeschlossen befindet sich das Mitarbeiterrestaurant,
das über die zentrale Freitreppe entlang der Gießener/Heidelberger Straße oder dem
im Erdgeschoss befindlichen Food Court erschlossen wird.
Empfehlung
Die Anregungen des Beirats sind aufgenommen worden. Der Beirat sieht in den
vorgestellten Entwürfen zum Innovationszentrum eine deutliche Verbesserung in der
städtebaulichen Ordnung und Freiflächengestaltung. Zukünftige Freiraumverbin-
dungen und Besucherströme vom Parkplatz bis zum ICE werden sinnfällig integriert.
Der Platz, der in Zukunft als Entrée zum Unternehmen Merck dienen soll, wird
räumlich und gestalterisch eindeutig definiert. Die Kopfgebäude des Platzes kommen
durch eine ruhige Fläche zur Wirkung. Die Materialwahl mit einer Lichtspiegelung
sowie einer Kombination verschiedener Oberflächen wirkt kraftvoll, so dass hier ein
neues Stück Stadt entstehen kann, das eine besondere Prägung erfährt.
Zu überprüfen sind die funktionalen und verkehrlichen sowie technischen Einfluss-
größen auf die Platzgestaltung, die eventuell eine Verengung auf 2 Fahrspuren
ermöglichen können. Das Verkehrswegemanagement mit notwendigen Querungen und
weiteren baulichen und technischen Schutzvorkehrungen kann durchaus für die
Stadtraumgestaltung relevant werden.
Der Beirat betont, dass alle sekundären, architektonischen und freiraumgestalte-
rischen Elemente im sogenannten Gestaltungsduktus des Entwurfs bleiben sollten.
Überzeugend ist die Herausarbeitung des Pützerturms, der mit seiner Freistellung in
einem grünen Band quasi als Markenzeichen des neuen Platzes und des Eingangs-
bereiches zur Merck KGaA fungieren kann.
Der Beirat erachtet es als wichtig, dass auch bei einer Überprüfung und bei einer
etwaigen Veränderung der Verkehrsführung die im städtebaulichen Konzept angeleg-
ten Blickrichtungen und Raumelemente prägend bleiben und im Wesentlichen nicht
verändert werden sollen.
Insgesamt hebt der Beirat positiv hervor, dass mit dem vorgelegten Konzept ein
Verkehrsraum wieder als Stadtraum zurück gewonnen werden kann.
Votum:
Rolf Westerheide
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
10. Sitzung – 19.09.2014
G
emeinsame Empfehlung
P
rojekt
Projekt „Wohnen im Verlagsviertel“ Berliner Allee
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 06.10.2014
Entwurfsverfasser:
Architekturbüro Planquadrat Elfers, Geskes, Krämer Part.G., Darmstadt
Bauherr: Biskupek – Schreinert – Investorengruppe, Darmstadt
Beschreibung
Die Grundstückseigentümer beabsichtigen, das ehemalige Prinovis-Gelände mit dem
Schwerpunkt einer Wohnnutzung als „Berliner Carée“ neu zu entwickeln.
Der städtebauliche Entwurf sieht folgendes vor:
Eckbebauung Haardtring / Berliner Allee: zwei Langblöcke für gewerbliche Nutzung
mit V+ Geschossen. Hier bestimmt der alte Fluchtlinienplan die Stellung der Bau-
körper und sichert entlang des Haardtringes einen Grünstreifen. Entlang der Berliner
Allee sind drei 5-geschossige Baukörper in Kette, versetzt angeordnet, für Wohn-
nutzung vorgesehen. So sollen die Raumkanten entlang der beiden Straßen ge-
schlossen werden.
Im inneren Bereich (IV+ Geschosse) und rechtwinklig zur westlichen Grundstücks-
grenze (V Geschosse) stehen südexponierte Wohnblocks.
Dazwischen soll eine N-S-verlaufende Wegeachse einen Quartiersplatz erschließen und
das neue Wohnquartier durch das Hochschulgelände mit dem weiter südlich ebenfalls
in Entwicklung befindlichen Gebiet des ehemaligen Wella-Geländes verbinden.
Das Parken ist aus dem Quartier ausgelagert und wird im bestehenden Parkhaus im
westlichen Blockbereich ermöglicht.
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat begrüßt sehr, dass Investorengruppe und Architekten das Vor-
haben zur Neuentwicklung des ehemaligen Prinovis-Geländes in einem so frühen
Stadium dem Beirat vorstellen.
Das Gelände liegt als Bestandteil des ehemaligen Verlegerviertels in einem durch
Grünstrukturen und Solitärbauten gekennzeichneten Viertel. In der Nachbarschaft
befindet sich auch die Hochschule, die im Süden des Grundstückes unmittelbar
angrenzt. Die städtebauliche Struktur der Benachbarung ist gekennzeichnet durch
mehr oder weniger geschwungene Straßen- und Wegeführungen bei orthogonal
angeordneten Baukörpern, die sich mit den Grünstrukturen in offener Baustruktur
verzahnen.
Diese umgebende, heterogene Struktur stellt besondere Herausforderungen an die
städtebauliche Entwicklung des Areals und insbesondere an die Aufgabe einen Bezug
zum öffentlichen Raum zu definieren.
Der Beirat betont das gemeinsame Anliegen, diesen wichtigen Standort qualitätvoll zu
entwickeln. Es ergeben sich aber Fragen, die innerhalb der Beiratssitzung diskutiert
werden und im weiteren überdacht werden sollten:
Welches sind die Anknüpfungspunkte aus dem vorhandenen Städtebau?
Welche Bezüge zur umgebenden Typologie sind herstellbar und lassen sich aus der
Benachbarung ableiten?
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 06.10.2014
Was sind die Bezugspunkte für Maßstäblichkeit, Dichte und Geschossigkeiten?
Wie ist der Bezug von Bebauung zum öffentlichen Raum herstellbar, sowohl innerhalb
des neuen Quartiers als auch zu Haardtring und Berliner Allee?
Aus Sicht des Gestaltungsbeirates wäre wünschenswert, die Entwicklung dieses
Grundstück nicht isoliert, sondern stärker im städtebaulichen Zusammenhang der
Entwicklung des gesamten Areals des „Verlegerviertels“ der Berliner Allee zu be-
trachten.
Im Einzelnen bedeutet das.:
Unter Bezug auf den alten Fluchtlinienplan wird die Fortsetzung des von Westen
kommenden Grünzugs entlang des Haardtringes angestrebt. Über eine mögliche
Reduzierung der Verkehrsflächen des Haardtringes zu Gunsten von Grün wird nach-
gedacht. Beide Ansätze werden begrüßt, müssen aber noch stärker ausformuliert
werden.
Von Norden kommend bildet das Prinovis-Grundstück an Haardtring / Berliner Allee
das Blickende der sich krümmenden Berliner Allee und erfordert hier einen städte-
baulichen Akzent. Als Abschluss von Norden und als Auftakt des neuen Quartiers
bedarf es hier eines prägnanten Baukörpers (Analogie zum Gebäude am südlichen
Ende des Blockes Berliner Ring / Wella-Gelände).
Für die Bebauung entlang der Berliner Allee wird die Prüfung von Alternativen
angeregt.
Zusammenfassung der Rückmeldung:
Abschliessend konzentrieren sich die Empfehlungen des Beirates auf zwei Kern-
themen:
• Einbettung des Prinovis-Areals in den stadträumlichen Kontext, insbesondere auch
durch Vernetzungs- und Grünstrukturen
• Konkretisierung der Aussagen zum Städtebau in Hinblick auf Raum- und
Adressbildung
Votum:
Das Votum des Gestaltungsbeirates ist einstimmig.
Der Beirat möchte den weiteren Prozess der Weiterenticklung des Konzeptes
konstruktiv begleiten.
Ulrike Kirchner
Beratungsverlauf (1)
Orte (8)
- Rheinstraße 65
- Berliner Allee 59
- Pankratiusstraße 14
- Ruthsstraße
- Müllerstraße
- Frankfurter Straße
- Haardtring
- Heidelberger Straße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2014/0431
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 31.10.2014
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00