Mandari Insight

2021/0183

Protokoll 28. Sitzung Gestaltungsbeirat

Magistratsvorlage 29.06.2021

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2021/0183

3527 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
19.07.2021 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
 
 
Amt: Stadtplanungsamt  
 OBW bei abschl. B e-
schlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2021/0183 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.:       
Kostenstelle:        Investitionsnummer:        
Kostenträger:        Sachkonto:       
 
Betreff: Protokoll 28. Sitzung Gestaltungsbeirat  
 
Vorlage vom: 29.06.2021  
 
Beschlussvorschlag : 
 
Das Protokoll der 28. Sitzung des Gestaltungsbeirates der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird 
zur Kenntnis genommen.  
 
 
 
 
Anlagen: Protokoll 28. Sitzung  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 29.06.2021 
 
 
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung 
eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl. -Nr. 2011/ 0491). Mit der MV Nr. 2019/ 0076 
vom 28.02.2019 wurde die Neubesetzung des Gestaltungsbeirates von der Stadtverordn e-
tenversammlung bestimmt.  
 
Die 28. Sitzung des Gestaltungsbeirats fand am 28.05.2021 wieder als digitale Sitzung statt. 
Hierzu war für den öffentlichen Teil für interessierte Bürgerinnen und Bürger eine Anmeldung 
erforderlich; diese war eigentlich nur bis zum 27.05.2021 möglich; Anmeldungen am 
28.05.2021 bis kurz vor Beginn der Sitzung sind ebenfalls noch berücksichtigt worden. Die 
Sitzung wurde über das Tool „WebEx“ durchgeführt. Die Zugangsdaten und Zugangslinks 
wurden an die Mitglieder des Gestaltungsbeirates, die eingeladenen Bauherr*innen bzw. A r-
chitekt*innen sowie an die Bürger *innen in der Woche der Sitzung des Gestaltungsbeirates 
per Mail versendet.  
 
An der digitalen Sitzung nahmen die Mitglieder des Beirates, Vertreterinnen und Vertreter 
der politischen Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie die Geschäft s-
stelle teil. 
Im öffentlichen Teil waren interessierte Bü rger*innen sowie Vertreter*innen der Presse digital 
anwesend; ebenso waren Interessengruppen und Verbände eingeladen.  
 
Zu Beginn des öffentlichen Teils der Sitzung begrüßte die damalige Planungsdezernentin 
Frau Dr. Barbara Boczek und die Vorsitzende des G estaltungsbeirates, Frau Prof. Christa 
Reicher die Mitglieder des Gestaltungsbeirates sowie die Gäste im digitalen Plenum.  
 
Im Anschluss wurden die Vorhaben der Tagesordnung Ergebnis Mehrfachbeauftragung Nac h-
verdichtung Heinestraße, Umbau Altes Maschinenha us der TU Darmstadt am Kantplatz und 
Neubau Learning Center der Firma Merck an der Ecke Frankfurter Straße/ Carl -Schenk-Ring 
durch die jeweiligen Architekt*innen bzw. der Bauherrschaft vorgestellt; es folgten Rückfr a-
gen und Verständnisfragen durch die Beir atsmitglieder sowie die zugeschalteten Gäste.  
 
Im darauf folgenden nicht -öffentlichen Sitzungsteil wurden die Projekte mit den jeweiligen 
Bauherr*innen und den Architekt*innen intensiv diskutiert und besprochen.  
 
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Proj ekten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.  
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.  
 
 
Dezernat III 
 
 
 
 
Michael Kolmer  
Stadtrat

anlage 1

18149 Zeichen

P R O T O K O L L 
 
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT  
 
1 
Sitzungstag:   28.05.2021 
 
Beginn:   11.00 Uhr 
Ende:    16.30 Uhr 
 
Ort:    digital 
 
 
Teilnehmende: 
 
Mitglieder des   Prof. Christa Reicher (Vors.) 
Gestaltungsbeirates  Prof. Martina Baum 
    Dipl. Ing. Rebekka Junge 
    Prof. Thomas Knerer 
Prof. Alexander Reichel 
 
Verwaltung   Dr. Barbara Boczek, Dezernentin 
    Andrea Milosic, stellv. Amtsleiterin Bauaufsichtsamt 
    Anke Bosch, Amtsleiterin Grünflächenamt 
    Ingrid Pilz, Grünflächenamt 
    Olaf Köhler, Amtsleiter Denkmalpflege 
    Hava Bingert, Stadtplanungsamt 
    Andrea Haas, Stadtplanungsamt 
    Stefanie Michels, Geschäftsführung Gestaltungsbeirat 
 
Politik    Oliver Stienen, Bündnis 90/ Die Grünen 
    Roland Desch, Alexander Schleith, CDU  
Barbara Beckmann, Uffbasse  
Gudrun Deutschler, Uwiga 
 
 
Entsch.    Martina Hübscher-Paul, Die Linke 
 
 
Projekte 
Ergebnis Mehrfach-  Nachverdichtung Heinestraße, MRJM Mijaa Raummanufak-  
beauftragung   tur Architekten, Darmstadt, Vonovia, Bochum 
 
Umbau  Altes Maschinenhaus TU Darmstadt Kantplatz; EGGER Kolb 
Freie Architekten, Stuttgart, TU Darmstadt, Darmstadt 
  
Neubau    Learning Center Frankfurter Straße/ Carl-Schenck Ring  
Hirschmüllerschmidt Architekten GmbH, Darmstadt, Merck 
KGaA, Darmstadt

P R O T O K O L L 
 
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT  
 
2 
Am 28.05.2021 findet die 3. digitale Sitzung des Gestaltungsbeirates Darmstadt statt. 
Hierzu war für den öffentlichen Teil für interessierte Bürgerinnen und Bürger eine An-
meldung erforderlich; die Anmeldung war eigentlich nur bis zum 27.05.2021 möglich; 
Anmeldungen am 28.05.2021 bis kurz vor Beginn der Sitzung sind ebenfalls noch be-
rücksichtigt worden. Die Sitzung wird über das Tool „WebEx“ durchgeführt. Die Zu-
gangsdaten und Zugangslinks sind an die Bürgerinnen und Bürger in der Woche der 
Sitzung des Gestaltungsbeirates per E-Mail versendet worden. 
 
Nicht-öffentlicher Teil (11.00 Uhr – 12.30 Uhr) 
 
Aufgrund der digitalen Durchführung des Gestaltungsbeirates können keine Ortsbe-
sichtigungen durchgeführt werden. Dem Gestaltungsbeirat sind im Vorfeld in Form von 
Lageplan und Fotos Informationen zum Umfeld zur Verfügung gestellt worden. Auch 
die Projektpräsentationen konnten dem Beirat vorab zur Verfügung gestellt werden. 
 
Im nicht-öffentlichen Teil erfolgt die Erläuterung zur Situation im Bestand, den Ansatz 
des Entwurfs sowie die stadträumliche Einbindung des jeweiligen Standortes durch die 
zuständigen Sachbearbeiterinnen Frau Michels, Frau Haas und Frau Bingert. 
 
Öffentlicher Teil (13.00 Uhr – ca. 14.45 Uhr) : 
Diskussion der Projekte im nicht-öffentlichen Teil (15.00 Uhr – 16.30 Uhr) 
 
Die Begrüßung der Teilnehmer*innen und der Besucher*innen des Gestaltungsbeirates 
sowie der Presse erfolgt durch Dr. Barbara Boczek, Stadträtin sowie die Vorsitzende 
des Gestaltungsbeirates Prof. Christa Reicher. 
 
Daran anschließend werden die Projekte der Tagesordnung durch die jeweiligen Archi-
tekt*innen bzw. der Bauherrschaft/ Investor vorgestellt. Rückfragen und Verständnis-
fragen durch die Teilnehmer*innen, das Publikum und die Presse werden beantwortet. 
Die Fragen werden teilweise mündlich oder per Chat gestellt. Zeitweilig sind der Sit-
zung insgesamt 50 Personen zugeschaltet. 
 
Eine intensive Diskussion mit den Architekt*innen und den Bauherrschaften/ Investo-
ren erfolgt im Anschluss im Rahmen des nicht-öffentlichen Teils der Sitzung.  
 
Als weitere Termine für die nachfolgenden Sitzungen des Gestaltungsbeirats im Jahr 
2021/22 sind festgelegt worden: (Freitags, Zeitfenster jw. ca. 10.00 – 17.00 Uhr) 
 
10.09.2021                   26.11.2021                   18.02.2022                  20.05.2022 
Endgültige Zeiten können der Einladung zur Sitzung entnommen werden bzw. werden 
unter http://gestaltungsbeirat.darmstadt.de veröffentlicht. 
 
…………………………………………………………. 
gez. S. Michels, Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat Darmstadt 
Stadtplanungsamt, Darmstadt, 22.06.2021 
 
…………………………………………………………. 
gez. Prof. Christa Reicher 
Vorsitz Gestaltungsbeirat, Aachen, 22.06.2021 
 
Anlage: Empfehlungen des Gestaltungsbeirates

Stadtplanungsamt Darmstadt 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gemeinsame Empfehlung 
 
 
Projekt 
Ergebnis Mehrfachbeauftragung Nachverdich-
tung Heinestraße 
 
 
  
Gestaltungsbeirat  
Darmstadt 
28. Sitzung – 28.05.2021

Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt  28.05.2021 
 
 
Stadtplanungsamt Darmstadt 
 
Entwurfsverfasser 
MRJM Mijaa Raummanufaktur Architekten, Darmstadt 
 
 
Bauherr 
Vonovia, Bochum 
 
 
Beschreibung 
Die sogenannte Postsiedlung an der Heinestraße in Darmstadt wird durch eine hete-
rogene Bebauung überwiegend aus den 1950er und 1960er Jahren geprägt. Entlang 
der Heinestraße stehen sich 5-6 geschossige Zeilenbauten in gefächerter Anordnung 
und eine Doppelhauszeile unmittelbar gegenüber. 
 
Seitens des Eigentümers, der VONOVIA, besteht die Absicht, die Zeilenbausiedlung 
durch Neubauten in den Gebäudezwischenräumen nachzuverdichten. 
Im Herbst 2019 wurde zu einem frühen Zeitpunkt ein Nachverdichtungskonzept in 
verschiedenen Varianten im Beirat vorgestellt (siehe auch Protokoll 24. Sitzung vom 
08.11.2019). Die durch den Beirat angeregte Weiterentwicklung erfolgte anschließend 
durch Vonovia und diente als Grundlage für eine Mehrfachbeauftragung, die im Som-
mer 2020 juriert wurde. Die Jury empfahl, MRJM Mijaa Raummanufaktur Architekten 
mit der weiteren Planung zu beauftragen. 
Die nun vorgestellte Planung stellt einen Überarbeitungsstand dar.  
 
Das Konzept sieht eine Ergänzung mit fünfeckigen, viergeschossigen Gebäuden vor, 
die so zwischen den Zeilen positioniert sind, dass abwechselnd gemeinsame Erschlie-
ßungszonen und ruhige grüne Freiflächen entstehen. Die neuen Gebäude prägen ein 
„Gesicht“ zur Heinestraße und wenden sich durch ihre Form und Lage von den Süd-
fassaden der Bestandsgebäude ab, so dass weniger direkte Sichtbeziehungen zwi-
schen den Wohnungen entstehen. 
Der Baumbestand im Osten kann überwiegend erhalten werden. 
 
Die für den Bestand erforderlichen Feuerwehrerschließungen werden gleichzeitig für 
die Neubauten genutzt. Für Räder sind Abstellflächen in Eingangsnähe sowie über-
dachte Anlagen jeweils im Osten der Eingangszonen vorgesehen. Die erforderlichen 
Spielflächen werden im östlichen Bereich angeboten. 
 
Die notwendigen Stellplätze werden in einer Tiefgarage im Norden und einem Park-
deck im Süden vorgesehen; einige Stellplätze werden entlang der Heinestraße verblei-
ben. An dieser Stelle ist auch ein Unterflurmüllsystem vorgesehen.  
 
Derzeit erfolgen weitere Untersuchungen zum Baumbestand. Im Wesentlichen können 
die durch die Neubauten entfallenden Bäume auf dem Grundstück ersetzt werden. 
 
 
Empfehlung 
Begrüßt wird das bisherige Verfahren, welches das Konzept frühzeitig zur Diskussion 
stellte und durch die Mehrfachbeauftragung bereits eine hohe Qualität erreicht hat.

Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt  28.05.2021 
 
 
Stadtplanungsamt Darmstadt 
 
Die Gebäude fügen sich räumlich und funktional gut in die Zwischenräume ein. Auch 
der Übergang zur westlichen Bebauung der Heinestraße gelingt mit der Höhenent-
wicklung. 
Die gemeinsamen Erschließungszonen werden hinsichtlich Orientierung und Adress-
bildung sehr positiv gesehen. Klar gegliederte Freiräume entstehen, welche die nach-
barschaftlichen Beziehungen stärken und so die Akzeptanz der Nachverdichtung för-
dern. 
Die Ausgestaltung des östlichen Bereichs mit Spielflächen, Versickerungsflächen und 
(Rad-) Pavillons ist bereits differenziert entwickelt und soll sich weiter sensibel in den 
Baumbestand integrieren. 
Das vorgesehene Gründach sollte weiter verfolgt, auch die Verwendung einer Fassa-
denbegrünung sollte geprüft werden. 
Die Anordnung der Stellplätze im Norden und Süden, wodurch zusätzliche Verkehre 
im mittleren Bereich der Heinestraße vermieden werden, soll ebenfalls weiterverfolgt 
werden. Die Stellplatzreihe an der Heinestraße sollte jedoch mit deutlich mehr Bäu-
men überstellt werden. 
 
 
Zusammenfassung und weiteres Vorgehen 
Die bisherige Planung verspricht eine qualitativ hochwertige Nachverdichtung, ein 
Best Practise-Beispiel für diese Aufgabe zu werden. 
Bei der Realisierung ist die hohe Planungsqualität zu halten. 
 
Die weitere Einbindung der Bestandsmieter*innen und Anwohner*innen, der sorgfälti-
ge Umgang mit dem Baumbestand, die qualitätsvolle Durcharbeitung des Freiraums 
sowie die Entwicklung einer nachhaltigen Bauweise der Gebäude mit einer hohen 
Energieeffizienz werden erwartet, damit die weitere Umsetzung überzeugen kann. 
 
Eine Wiedervorstellung dieses Standes des Projektes ist nicht erforderlich, es wird 
jedoch begrüßt, wenn die vertieften Planungen erneut im Beirat vorgestellt werden. 
 
 
Votum 
Rebekka Junge

Stadtplanungsamt Darmstadt 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gemeinsame Empfehlung 
 
 
Projekt Altes Maschinenhaus der TU Darmstadt 
 
Reaktivierung der restlichen Flächen der histo-
rischen Maschinenhalle als Ergänzung des dor-
tigen Hörsaalzentrums 
 
 
 
  
Gestaltungsbeirat  
Darmstadt 
28. Sitzung – 28.05.2021

Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt  28.05.2021 
 
 
Stadtplanungsamt Darmstadt 
 
Entwurfsverfasser 
Egger Kolb Architekten 
A0 Landschaftsarchitekten 
 
 
Bauherr 
Technische Universität Darmstadt 
 
 
Beschreibung 
Das historische Maschinenhaus der Technischen Universität wurde 1901-1904 in der 
Magdalenenstraße an der Ecke zum Kantplatz, zentral inmitten des Universitätsge-
ländes von Darmstadt errichtet. 
Das Gebäude ist als Einzeldenkmal in der Denkmalschutzliste von Hessen eingetra-
gen, die benachbarten Gebäude- und Bebauungsstrukturen sind als Denkmalensemble 
ebenfalls erfasst. 
Bis 2001 behielt das Maschinenhaus seine Funktion; heute sind noch Teile des Ge-
bäudes als Verteilstation für Fernwärme, Elektro, EDV und Gebäudeleittechnik und 
neu aufgebaut als Schalt- und Transformatorenanlage für die TU Darmstadt in Be-
trieb. 
 
Zwei Drittel des Gebäudes wurden in den Jahren 2011 bis 2013 durch Egger Kolb Ar-
chitekten zu einem Seminar– und Hörsaalzentrum umgebaut und saniert. Ein dreige-
schossiges Foyer im Süden erschließt dabei von der Magdalenenstraße aus die Semi-
narräume im Erdgeschoß und den Hörsaal im Obergeschoss auf zwei Ebenen.  
 
Um dem gestiegenen Bedarf an Räumlichkeiten gerecht zu werden, sollen jetzt vier 
weitere Seminarräume, ein zweiter Hörsaal und ein kleiner Bürobereich im noch nicht 
sanierten nördlichen Drittel zum Kantplatz hin entstehen. 
Dabei soll in der bestehenden Rotunde auf der Nordseite ein weiterer barrierefreier 
Eingang geschaffen werden. 
 
 
Empfehlung 
Die Weiterentwicklung der restlichen Flächen der historischen Maschinenhalle zu ei-
nem größeren Hörsaalzentrum wird durch den Gestaltungsbeirat begrüßt. Die bisher 
erreichte Qualität der Sanierung zeigt mit der hier vorliegenden gelungenen Symbiose 
von alt und neu dabei deutlich, welche Chancen in der Umnutzung bestehender Ge-
bäude liegen. 
 
Mit der vorgesehenen Ergänzung von Seminarräumen, einem weiteren Hörsaal und 
Garderoben gerät aber die innere, auf Gleichwertigkeit angelegte neue Erschließungs-
struktur in einen Zielkonflikt zu der eindeutig gerichteten Struktur und Ausrichtung 
des bestehenden Gebäudes. 
 
Daher sollte der neu geplante nördliche Zugang im Erdgeschoss, der erst durch ein 
hochzulegendes Straßenniveau ermöglicht würde, überdacht werden. 
 
Die vorhandene topografische Situation in der Magdalenenstraße hat eine starke Nei-
gung, auf die der historische Bestand folgerichtig mit einer Sockelausbildung reagier-

Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt  28.05.2021 
 
 
Stadtplanungsamt Darmstadt 
 
te. Die zum Kantplatz hin gerichtete Rotunde, die als einziges Bauteil noch als origina-
le Substanz vorhanden ist, wird durch die vorgesehene Anhebung des neuen Vorplat-
zes in ihrer originären Fassadengliederung gestört. 
 
Der Entfall des Sockels würde die bauzeitlichen Proportionen stark verändern. Ein 
Eingangsniveau in der Sockelzone, auf Höhe des jetzigen UG dagegen birgt möglich-
erweise die Chance, mit einem zwei-bis dreigeschossigen Foyer, unter Herausnahme 
der Zwischendecke, die Erschließungsidee der Südseite zu wiederholen und im Ein-
gangsbereich dabei funktional angemessen auch die dort situierten Garderoben und 
WC-Anlagen einzubinden. 
 
Gleichzeitig könnte der Freiraum zum bestehenden Stadtraum hin ohne aufwendige 
Terrassenanlagen oder „Restgrün“ angemessen erweitert und neu definiert werden.  
Der neue Vorplatz kann damit auf den Kantplatz reagieren, ohne ihn zu dominieren. 
Der Freiraum sollte hier eine gestalterische Einheit bilden, um so eine großzügige Ein-
gangslösung zu ermöglichen. 
 
 
Zusammenfassung und weiteres Vorgehen 
Der Gestaltungsbeirat würdigt ausdrücklich die sorgfältige Auseinandersetzung, Wei-
terentwicklung und Nutzung des historischen Bestandes. Er bittet aber aufgrund der 
exponierten Lage des Gebäudes die neue Eingangssituation dahingehend zu überprü-
fen wie der Zugang über das Sockelgeschoß geführt werden könnte. 
Somit könnte auf die Aufschüttung des Vorplatzes verzichtet werden und eine direkte 
Verbindung von innen und außen entstehen. 
 
Zudem ist die stark differenzierte Gestaltung des Freiraums zu überprüfen, damit eine 
stärkere Einheit zwischen Kantplatz und Vorplatz geschaffen werden und die bis heute 
als einzige aller Fassaden authentisch erhaltene Nordseite freigestellt zur Geltung 
kommen kann. 
 
Der Beirat freut sich auf die Weiterentwicklung des Projektes und möchte diese gerne 
im Rahmen einer nächsten Vorstellung beraten.  
 
 
Votum 
Alexander Reichel

Stadtplanungsamt Darmstadt 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gemeinsame Empfehlung 
 
 
Projekt 
Neubau MERCK Learning Center, Frankfurter 
Straße 120 
 
  
Gestaltungsbeirat  
Darmstadt 
28. Sitzung – 28.05.2021

Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt  28.05.2021 
 
 
Stadtplanungsamt Darmstadt 
 
Entwurfsverfasser 
Hirschmüllerschmidt Architektur GmbH, Darmstadt 
Freianlagen: Planungsteam Désor (plan°D) 
 
 
Bauherr 
MERCK KGaA, Darmstadt 
 
 
Beschreibung 
Das Projekt umfasst den Neubau eines Schulungsgebäudes an der Ecke zwischen 
Carl-Schenk Ring und Frankfurter Straße in Darmstadt. Zum Projekt gehören auch 
eine umfassende Freianlagenplanung und eine städtebauliche Konzeption, die zwei 
weitere Baufelder umfasst. 
 
Konzeptionell sind 3 freistehende Gebäude mit großzügiger Durchgrünung der Ge-
bäudezwischenräume vorgesehen.  
Ein Servicegebäude, das überwiegend der Unterbringung von Müll dient, sowie ein 
Unterstand für Fahrräder ergänzen die städtebauliche Konzeption. Stellflächen für 
PKWs und Fahrräder mit Zufahrt von der Frankfurter Straße und Ausfahrt in den Carl-
Schenk-Ring sind ebenfalls auf dem Gelände geplant. Ein zentraler Platz zwischen 
Baufeld 1 und Baufeld 2 soll für zusätzliche Aufenthaltsqualität im Außenbereich sor-
gen. 
 
Der vorgestellte Neubau auf Baufeld 1 soll auf einem fast quadratischen Grundriss 
entstehen und 6 Geschosse aufweisen. Das Haus wird von einem zentralen Kernbe-
reich mit vertikaler Erschließung durchzogen, an den die Funktionsbereiche wie etwa 
Lernlabore, Seminarräume und Werkstätten angegliedert sind. 
 
Das Gebäude soll mit einer technisch sehr aufwendigen elementierten Fassade ausge-
stattet werden, die Elemente zur Unterbringung technischer Ausrüstung und zur 
Energiegewinnung mit Elementen des Sonnenschutzes und den eigentlichen Fenstern 
verbindet. 
Das Erscheinungsbild der Fassade wird konzeptionell aus dem Bild von „Pixeln“ her-
geleitet, den Bestandteilen eines digital gespeicherten Bildes. So sollen Assoziationen 
unter anderem zu „Vernetzung“ und „Demokratie“ hergestellt werden. 
Die Fassade soll um das ganze Gebäude umlaufend im Wesentlichen identisch ausse-
hen. 
 
 
Empfehlung 
Der Gestaltungsbeirat diskutiert das Vorhaben ausführlich mit Bauherren und Archi-
tekten. 
Wesentliche Diskussionspunkte sind hierbei die Lage des Gebäudes auf dem Gelände, 
die städtebauliche Konzeption als solche und die Gestaltung der Fassade. 
 
Hierbei wurde festgestellt, dass die Ausrichtung des Gebäudes an der Richtung der 
Frankfurter Straße eher beliebig wirkt. Das städtebauliche Konzept wirkt unschlüssig. 
Es wurde der Wunsch nach mehr Prägnanz im Städtebau - etwa durch einen anderen

Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt  28.05.2021 
 
 
Stadtplanungsamt Darmstadt 
 
Umgang mit der Positionierung unmittelbar an einer wichtigen Straßenecke - geäu-
ßert. 
Ein in der Präsentation als „Development concept“ titulierter Übersichtsplan zeigt ein 
auf den ersten Blick konsequenteres Konzept als auf dem endgültigen Lageplan zu 
sehen ist. Die prominente Positionierung von Servicebau und Fahrradschuppen in den 
Freianlagen an der Straße verstärken den ungünstigen Eindruck von der städtebauli-
chen Konstellation zusätzlich. 
 
Die aufwendig gestalteten Außenanlagen tragen voraussichtlich nur wenig zur Orien-
tierung auf dem Grundstück bei. Die sehr bewegte Wegeführung kann keine städte-
bauliche Raumbildung ersetzen. Zusätzlich wurde um Prüfung gebeten, ob der Ver-
siegelungsanteil der Wegeflächen reduziert werden kann. 
 
Die vorgesehene Pixelfassade erschwert zusätzlich die Orientierung, zumal es keine 
Hinweise an der Fassade - etwa auf die Eingänge oder Nutzungen innerhalb des Hau-
ses - gibt. 
 
Der Gestaltungsbeirat ist der Auffassung, dass das Gestaltungspotenzial der aufwen-
digen geplanten Fassade hier deutlich höher ist als dies momentan in den Ansichten 
zum Ausdruck kommt. 
 
 
Zusammenfassung und weiteres Vorgehen 
An die architektonische Qualität eines Neubaus für ein derart bedeutendes Wirt-
schaftsunternehmen in Darmstadt werden hohe Erwartungen gestellt. Sowohl im Städ-
tebau, als auch in der Fassadengestaltung, aber auch in der Freianlagengestaltung 
erkennt der Gestaltungsbeirat deutliches Verbesserungspotenzial.  
 
Der Beirat bitte um eine erneute Diskussion nach einer entsprechenden Überarbei-
tung. 
 
 
Votum 
Thomas Knerer

Beratungsverlauf (1)

TOP 228

Orte (5)

  • Heinestraße
  • Magdalenenstraße
  • Frankfurter Straße 120
  • Kantplatz
  • Carl-Schenck-Ring

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
2021/0183
Typ
Magistratsvorlage
Datum
29.06.2021
Erstellt
29.09.2026 00:00