2024/0157
Hitzeaktionsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt
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Punkt 6: Hitzeaktionsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt (V-Nr. 2024/0157) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss für Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umwelt und Stadtplanung nimmt von der Vorlage Kenntnis. Auf Wunsch des Vorsitzenden des Ausschusses, wird diese Vorlage zudem zur Abstimmung gestellt. Der Ausschuss ist damit einverstanden. Der Ausschuss für Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umwelt und Stadtplanung empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Stimmenthaltung: FDP-Fraktion
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Hitzeaktionsplan
der Wissenschaftsstadt Darmstadt
1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung - Warum ein Hitzeaktionsplan? ....................................................................... 7
2. Hitze - Große Betroffenheit in Darmstadt ........................................................................ 8
3. Konzeption Hitzeaktionsplan ........................................................................................ 10
3.1 Ziele und Zielgruppen ................................................................................................. 10
3.2 Kontext und Geltungsbereich ...................................................................................... 10
3.3 Organisation, Koordination & Zusammenarbeit ........................................................... 11
3.4 Weiterentwicklung, Evaluation, Monitoring & Einbettung ............................................. 12
3.5 Handlungsbereiche / Kernelemente ............................................................................ 14
4. Klimasignal Hitze: Betroffenheit in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ................. 15
4.1 Temperaturanstieg, Hitze & Schwüle ........................................................................... 16
4.2 Städtischer Wärmeinseleffekt - Hitzebelastungen ........................................................ 18
4.3 Klimaentwicklung für die Zukunft ................................................................................ 20
5. Hitzeassoziierte Gesundheitsrisiken ............................................................................. 21
6. Kernelemente & Maßnahmen ........................................................................................ 23
6.1 Koordination, interne Kommunikation und interdisziplinäre Systeme ........................... 23
6.2 Nutzung eines Hitzewarnsystems ................................................................................ 24
6.3 Zielgruppenübergreifende Information und externe Kommunikation ............................ 27
6.3.1 Verhaltenstipps für die Allgemeinbevölkerung während Hitzephasen ..................... 29
6.3.2. Weitere angedachte Maßnahmen ......................................................................... 30
6.4 Reduzierung von Hitze in Innenräumen ....................................................................... 30
6.5 Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme unter besonderer Berücksichtigung
von Risikogruppen ............................................................................................................ 32
6.5.1 Ältere Menschen................................................................................................... 33
6.5.2 Pflege- und betreuungsbedürftige Menschen in Pflegeeinrichtungen...................... 35
6.5.3 Menschen mit Behinderungen .............................................................................. 35
6.5.4 (Chronisch) Kranke Menschen .............................................................................. 36
6.5.5 Soziökonomisch benachteiligte Menschen ............................................................ 37
6.5.6 Schwangere, Ungeborene, Säuglinge .................................................................... 37
6.5.7 Kleinkinder, Kinder, Schulkinder ........................................................................... 38
6.5.8 Obdachlose Menschen / Menschen in prekären Wohn- und Lebensverhältnissen ... 39
6.5.9 Menschen in Berufen mit erhöhter Exposition & Arbeitsschutz in Innenräumen ..... 40
6.5.10 Menschen, die Sport- und Freizeitaktivitäten mit erhöhter Exposition ausüben .... 41
6.5.11 Statistik und räumliche Verortung besonders hitzevulnerabler Personengruppen 42
6.6 Langfristige Stadtplanung und Bauwesen ............................................................... 45
6.7 Monitoring und Evaluierung .................................................................................... 46
7. Quellen ............................................................................................................................ 47
Impressum .......................................................................................................................... 49
2
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle im Zeitraum 2013 bis 2023 in
Deutschland. .......................................................................................................................... 8
Abbildung 2: Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 für Deutschland (UBA)……………………..9
Abbildung 3: Empfundene Hitzebelastung im Wohnumfeld und in der Wohnung nach
statistischen Bezirken ............................................................................................................ 9
Abbildung 4: Schematische Darstellung der für die Umsetzung der Kernelemente eines
Hitzeaktionsplans von der WHO vorgesehenen Zeithorizonte ................................................. 11
Abbildung 5: Arbeitsgruppe zur Struktur, Koordination & Zusammenarbeit des Darmstädter
Hitzeaktionsplans ................................................................................................................. 12
Abbildung 6: Sustainable development goals (SDG) .............................................................. 13
Abbildung 7: Klimaangepasste Stadtentwicklung nach dem Vorbild der blau-grünen-Stadt .... 14
Abbildung 8: Mittlere Hitzebelastung in Hessen im Sommer (2001 – 2020) .......................... 15
Abbildung 9: Anstieg der Jahresmitteltemperatur im Zeitraum 1996 bis 2023 ...................... 16
Abbildung 10: Entwicklung der mit höheren Temperaturen induzierten Ereignistage ............. 16
Abbildung 11: Entwicklung von Hitzewellen in Darmstadt seit 1996 bis 2023 ....................... 17
Abbildung 12: Entwicklung von „schwülen“ Sommertagen in Darmstadt seit 2004 bis 2023 . 18
Abbildung 13: Hitzebelastungsindex ………………………………………………………………………….18
Abbildung 14: Cold- und Hot-Spots ....................................................................................... 19
Abbildung 15: Mobile Stadtklimamessstation des Deutschen Wetterdienstes zur Erfassung des
Wärmeinseleffektes am darmstadtium .................................................................................. 20
Abbildung 16: Entwicklung von Hitzetagen und Tropennächten im Flächenmittel für DA ........ 20
Abbildung 17: Wie Hitze die Gesundheit beeinflussen kann. .................................................. 22
Abbildung 18: Kommunikationskette zur Weitergabe von Warnhinweisen und Initiierung von
Maßnahmen ......................................................................................................................... 24
Abbildung 19: Hitzewarnung auf der städtischen Webseite ……………………………………………25
Abbildung 20: Gefühlte Temperatur ...................................................................................... 26
Abbildung 21: Webseite „Klimatipps“ ................................................................................... 27
Abbildung 22: Mobiles grünes Zimmer ................................................................................. 27
Abbildung 23: Thermalaufnahme einer kühlenden Grüninsel ................................................. 27
Abbildung 24: Informationsbroschüren zu Umwelt- und Klimathemen ................................... 28
Abbildung 25: Frei zugängliche Webanwendung „Hitzekarte für Darmstadt“ .......................... 28
Abbildung 26: Frei zugängliche Webanwendung „Gründach- und Entsiegelungskataster“ ....... 31
Abbildung 27: Broschüre „Klima- und naturbewusstes Planen und Bauen“ ........................... 32
Abbildung 28: Hitzeflyer für Kitas der Wissenschaftsstadt Darmstadt .................................... 38
Abbildung 29: Anteil & Anzahl besonders hitzevulnerabler Altersklassen an der
Gesamtbevölkerung in Darmstadt ......................................................................................... 43
Abbildung 30: Wärmebelastung sozialer Einrichtungen ......................................................... 44
Abbildung 31: Blau-grüne Stadtentwicklung in Darmstadt ..................................................... 45
3
Vorwort Oberbürgermeister Hanno Benz
Am 7. August 2015 verzeichnete Darmstadt mit 39,5 °C den
heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Langanhaltende Hitzeperioden, Tropennächte und Temperaturen
deutlich über 30 °C gehören zwischenzeitlich zu den Sommern
unserer Zeit – mit gravierenden Auswirkungen auf das städtische
Leben und das Wohlbefinden der Menschen in unserer Stadt.
Die Hitze beeinflusst dabei das Leben auf unterschiedliche Weise
und unterschiedlich stark. In den Quartieren mit viel Grünflächen
ist die Hitzebelastung niedriger als in den verdichteten und
engbebauten Gebieten. Ältere Menschen, Pflegebedürftige und
Kleinkinder sind von der Hitze stärker belastet.
Diese Entwicklung erfordert ein Umdenken – nicht nur bei der
Umsetzung des Klimaschutzes, sondern auch in unserem Alltag
während der Hitzewellen. Das reicht von der ausreichenden
Bereitstellung von Flüssigkeit, der Verlegung von Aktivitäten an die
Randzeiten bis hin zu baulichen Veränderungen im privaten wie im öffentlichen Raum.
Im Hitzeaktionsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden die zentralen Maßnahmen jetzt
zusammengefasst und Verhaltenstipps für die heiße Jahreszeit aufgeführt. Unsere
Fachdezernate gehen dabei besonders auf die Bereiche Soziales, Gesundheitsschutz und
Städtebau ein und nennen die wichtigsten Maßnahmen aus ihren Themenfeldern.
Mit dem Hitzeaktionsplan möchte die Wissenschaftsstadt Darmstadt für mehr Bewusstsein beim
Hitzeschutz sorgen. Ein breites Bewusstsein und die Sensibilität für die Schwächeren in unserer
Gesellschaft sind wichtig, um uns alle bestmöglich zu schützen.
Denn ein Mittel ist beim Hitzeschutz für mich elementar: Das aufeinander Acht geben. Passen
Sie gut auf sich und andere in den Sommermonaten auf und bieten Sie Hilfe an, wenn sich
jemand in einer Notlage befindet.
Ihr
Hanno Benz
Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt
4
Vorwort Bürgermeisterin Barbara Akdeniz
Rekordsommer, lange Hitzeperioden, tropische Nächte, neue
Spitzentemperaturen: Das Thermometer klettert in Darmstadt auf
immer höhere Werte. Die Klimaerwärmung und deren Auswirkung
auf die Gesundheit wird von uns allen im Alltag wahrgenommen.
Denn neben direkten gesundheitlichen Hitzeerkrankungen, kann
Hitze zu einer Verringerung der Arbeitsproduktivität und einem
Abfall der allgemeinen Leistungsfähigkeit führen.
Unter extremer Hitze im Sommer leiden grundsätzlich natürlich
alle Darmstädterinnen und Darmstädter, aber in besonderem
Maße die „hitzevulnerablen Personengruppen“ also gerade ältere
Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen, pflegebedürftige
Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Wohnungs- und
Obdachlose, Menschen, die im Freien arbeiten oder sich sportlich
betätigen sowie Menschen, die sich beispielweise keine
Abkühlungsmöglichkeiten in Wohnräumen leisten können. Sie alle
gilt es bestmöglich vor Hitzeeinwirkungen zu schützen. Klimaschutz und Klimaanpassung sind
daher bedeutende soziale Themen und essentiell für ein „Mehr“ an Klimagerechtigkeit.
Der Hitzeaktionsplan fokussiert daher Maßnahmen für die Allgemeinbevölkerung sowie in
besonderem Maße für vulnerable Personengruppen mit dem Ziel gesundheitliche
Beeinträchtigungen zu mindern, das Wohlbefinden in Hitzephasen zu stabilisieren bzw. zu
verbessern und Überlastungen des Gesundheitssystems entgegen zu wirken. Beispielhafte
Maßnahmen sind die Etablierung von Handlungsempfehlungen in Alten- und
Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen sowie die Einberufung von Fachkonferenzen der Alters-
und Wohnungslosenhilfe, durch welche bedarfsgerechte Unterstützungsleistungen für diese
Personengruppen sichergestellt werden.
Politik und Verwaltung stehen in der Pflicht das Bestmögliche zu tun, um Darmstadt und seine
Einwohnerinnen und Einwohner vor Hitze zu schützen. Die Hitzevorsorge ist darüber hinaus eine
Gemeinschaftsaufgabe, so ist jede und jeder Einzelne gefragt in seinem Umfeld hitzevorsorgend
aktiv zu werden.
Der Plan listet Maßnahmen auf, gibt Verhaltensvorschläge und regt zur Selbstfürsorge an. So
kann Jede und Jeder die für Sie und Ihn passenden Maßnahmen finden und in den Alltag
integrieren, denn eine erfolgreiche Klimaanpassung kann nur gemeinschaftlich Hand in Hand
gelingen.
Ich wünsche allen interessierten Leserinnen und Lesern, Anwenderinnen und Anwendern viel
Erfolg bei der praktischen Umsetzung der Maßnahmen.
Ihre
Barbara Akdeniz
Bürgermeisterin der Wissenschaftsstadt Darmstadt
5
Vorwort Gesundheitsdezernent André Schellenberg
Hitzewellen und sehr heiße Sommer häufen sich seit der
Jahrtausendwende deutschlandweit und in Darmstadt. Die
langanhaltend hohen Temperaturen sind problematisch, da sie zu
gesundheitlichen Beschwerden führen können. Während der
Hitzeperioden der vergangenen Jahre ist die Zahl der
Krankenhauseinweisungen und hitzebedingten Todesfälle in
Deutschland deutlich gestiegen: Im besonders heißen Sommer
2018 starben in Deutschland hitzebedingt geschätzt mehr als
8.000 Menschen, im Sommer 2023 waren es bei etwas kühleren
Durchschnittstemperaturen über 3.000 Menschen.
Auch in Darmstadt hat sich die Anzahl an hitzebedingten
Erkrankungs- und Todesfällen in den letzten Jahrzenten erhöht.
Die Hitzebelastung wird von den Einwohnerinnen und Einwohnern
Darmstadts abhängig von der räumlichen Lage unterschiedlich
wahrgenommen. Laut einer städtischen Umfrage der
Statistikabteilung aus 2023 empfinden über 66 % der Einwohnerinnen und Einwohner der
Darmstädter Mitte ihr Wohnumfeld als stark oder sehr stark hitzebelastet. Im aufgrund
geringerer Versiegelung und höheren Grünanteilen kühleren Kranichstein und in Darmstadt-West
sind es hingegen „nur“ etwas mehr als 41 % der Befragten. Die stadtklimatischen Analysen und
die Befragungen zeigen eine generell hohe Betroffenheit im Stadtzentrum gegenüber Hitze in
Darmstadt.
Besonders von Hitzeerkrankungen betroffen sind im medizinischen Sinne Risikogruppen, also
Ältere, Kinder und Menschen mit chronischen Erkrankungen. Menschen reagieren
unterschiedlich auf hohe Temperaturen. Spätestens wenn die Raum- und Umgebungstemperatur
im Mittel 26 °C erreicht oder wenn das Wohlbefinden eingeschränkt ist, sollten hitzevorsorgende
Maßnahmen ergriffen werden. Wenn extreme Hitze mit Temperaturen deutlich über 30 °C über
mehrere Tage anhält, steigt das Gesundheitsrisiko stark an. Vorbeugende Maßnahmen sind dann
besonders für Risikogruppen extrem wichtig. Aber auch gesunde Menschen sollten das Risiko
durch Hitze, UV-Strahlung und Ozon nicht unterschätzen.
Hitzeschutz hat für die Wissenschaftsstadt Darmstadt hohe Bedeutung. Diesem Thema müssen
wir uns aufgrund der durch die Klimakrise immer wahrscheinlicher werdenden Hitzeperioden als
Gesellschaft insgesamt und speziell im Gesundheitswesen verstärkt widmen.
Entscheidend ist, dass das Wissen um den Zusammenhang von Hitze und Gesundheit
Alltagswissen wird, so dass Jede und Jeder befähigt werden, sich und andere zu schützen. Mit
wenigen und einfachen Verhaltensregeln im Alltag können wir dafür Sorge tragen, dass Jede und
Jeder gut durch den Sommer kommt.
Ziel ist es, das bisherige Engagement aller - Politik - Verwaltung - Zivilgesellschaft weiter zu
stärken und zu verbessern. Der neu aufgelegte Hitzeaktionsplan trägt hierzu einen essentiellen
Beitrag.
Die Anpassung an ein verändertes Klima ist zur Daueraufgabe geworden - Hitzeschutz ist
Gesundheitsschutz!
Ihr
André Schellenberg
Stadtkämmerer und Gesundheitsdezernent
6
Vorwort Klimaschutzdezernent Michael Kolmer
Die Klimakrise und deren Auswirkungen sind in Darmstadt
zunehmend spürbar und messbar. Unser übergeordnetes Ziel ist
es, den weltweiten Temperaturanstieg durch einen ambitionierten
Klimaschutz in einem erträglichen Maß zu halten. Trotz
umfänglicher lokaler Klimaschutzmaßnahmen wird es in
Darmstadt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten
unweigerlich zu einem weiteren Temperaturanstieg und damit
einhergehend zu einer Häufung von Hitzesommern kommen. Hitze
betrifft in unterschiedlicher Ausprägung die ganze Stadt und
damit alle Darmstädterinnen und Darmstädter. Zentrale Aufgabe
ist es daher, die hohe Lebensqualität unserer Stadt für die heutige
und zukünftige Bevölkerung zu sichern und zu verbessern.
Darum ist die Anpassung an die Klimaerwärmung neben dem
Klimaschutz die zweite Säule der Darmstädter Klimapolitik. Mit
dem neu aufgestellten Hitzeaktionsplan schaffen wir neben dem
Klimaanpassungsplan die hierfür nötigen Voraussetzungen. Der Schwerpunkt des
Hitzeaktionsplans liegt auf ganz konkreten Maßnahmen, um die Gesundheit und Lebensqualität
der Zivilgesellschaft sowie in besonderem Maße die von Hitze betroffenen Personengruppen zu
schützen und zu sichern.
Neben städtebaulichen Maßnahmen wie der Schaffung kühlender Orte mittels der Förderung
blau-grüner Infrastrukturen, der Ausweitung von Trinkwasserbrunnen oder klimaangepasste
Bauweisen im Sinne der Hitzevorsorge, welche zentrale Bestandteile des Klimaanpassungsplans
sind, gilt es gezielt mittels kostengünstiger und effizienter Maßnahmen das Bewusstsein der
Bevölkerung zu schärfen und Anregungen zu hilfreichen Verhaltensweisen zu geben.
Der Plan fokussiert Vorbereitungen auf den Sommer, den Schutz während des Sommers und
spezielle Akut-Maßnahmen. Er richtet sich direkt an die Politik, Verwaltung und die Bürgerschaft.
Die Maßnahmen sind breit gefächert - zur Sensibilisierung der Bürgerschaft dienen u.a. die neue
„Klima-Tipps-Webseite“, das Mobile Grüne Zimmer, Stadtklimaspaziergänge, die städtische
Broschüre zum „Klima- und naturbewussten Planen und Bauen“ und hochaufgelöste Hitzekarten
als frei zugängliche Webanwendung. Die zielgruppenspezifischen Informationen,
Warnmeldungen und die hieran angebundene Umsetzung von Maßnahmen erfolgt mittels einer
stadtinternen Kommunikationsstruktur.
Der integrierte Hitzeaktionsplan ist ein breit angelegter „lebendiger“ Querschnitt, an welchem
zahlreiche Beteiligte, u.a. Mitarbeiter*innen aus den unterschiedlichen Verwaltungsressorts, der
Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, der städtischen Eigenbetriebe, des Bevölkerungs- und
Katastrophenschutzes sowie der Politik mitgewirkt haben. Ihnen allen gilt mein besonderer
Dank!
Ihr
Michael Kolmer
Stadtrat und Klimaschutzdezernent
7
1. Einleitung - Warum ein Hitzeaktionsplan?
Um die Zivilgesellschaft besser gegenüber hitzeinduzierten Gesundheitsproblemen zu schützen,
etabliert die Wissenschaftsstadt Darmstadt einen Hitzeaktionsplan. Dieser soll zum einen die
gesundheitlichen Folgen der Klimaerhitzung, insbesondere von (extremer) Hitze, effizient
kommunizieren und zum anderen ein, an die Situation angepasstes Verhalten der
Zivilgesellschaft erreichen und vorbeugende sowie akute Maßnahmen zum Schutz vor Hitze
etablieren.
Hierzu listet der Hitzeaktionsplan bereits in der Umsetzung befindliche Maßnahmen sowie
geplante Maßnahmen zur Hitzeprävention und zum Handeln in Akutphasen auf. Der Plan
unterscheidet Maßnahmen, welche die Gesamtbevölkerung betreffen und Maßnahmen, welche
sich auf besonders von Hitze gefährdete Personengruppen beziehen.
Auf kurzfristiger Ebene sind dies bspw. die Erstellung von Maßnahmenplänen für stationäre
Alten- und Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser oder Kindertagesstätten (Kitas), Verhaltenstipps
für die Allgemeinbevölkerung und besonders von Hitze
betroffene Personengruppen sowie die Nutzung
etablierter Hitzewarnsysteme (z. B. Deutscher Wetter-
dienst). Darüber hinaus führt er weitere Maßnahmen zur
Kühlung von Innenräumen auf und verweist auf bereits
durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt entwickelte
Informationsangebote wie Flyer, Broschüren, Exkursionen
und an das Thema angelehnte Webseiten
(z. B. hochauflösende Hitzekarten).
Bau- und stadtplanerische Maßnahmen, wie der Erhalt
und die Schaffung schattenspendender Bäume und
Grünanlagen, die Sichtbarmachung und Nutzung von
Wasser, bspw. in Form von Trinkwasserbrunnen oder
durch Umsetzung des Schwammstadtprinzips sowie die
Etablierung klimaangepasster Bauweisen zählen zu den
Langfristhandlungen [GAK 2018]. Da es sich um
langfristige, stadtplanerische und städtebauliche
Maßnahmen handelt, werden diese gesondert im derzeit
in Erarbeitung befindlichen Klimaanpassungsplan der
Wissenschaftsstadt Darmstadt aufgeführt (geplante
Veröffentlichung 01. Quartal 2025) und hier nur am
Rande thematisiert.
Hitzevorsorge ist äußerst komplex und vielschichtig. Der Darmstädter Hitzeaktionsplan versucht
die Vielschichtigkeit des Themas zu bündeln und zu strukturieren. Ein Großteil der Maßnahmen
ist kostengünstig, da viele Maßnahmen der Bewusstseinsschärfung der Bevölkerung dienen und
Anpassungen im Verhalten der Betroffenen bewirken sollen. Er richtet sich daher mit starkem
Fokus an die Darmstädter Bürgerinnen und Bürger. Für alle Personengruppen werden hilfreiche
Informationen rund um das Thema „Hitze“ per Weblinks und QR-Codes niederschwellig
angeboten.
Der Darmstädter Hitzeaktionsplan orientiert sich an den allgemeinen Handlungsempfehlungen
und Leitlinien zur Erstellung von Hitzeaktionsplänen der Bund/Länder Ad-hoc AG
Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des Klimawandels [GAK 2018] sowie am Hessischen
Hitzeaktionsplan (2023).
Hitzeaktionsplan – kurz erklärt: Das Zentrum KlimaAnpassung vermittelt in ihrer Videoreihe "Wissen, das bewegt" leicht verständlich Themen der Klimaanpassung im Videoformat, so auch zu Hitzeaktionsplänen:
Weblink: https://zentrum-klimaanpassung.de/wissen-klimaanpassung/erklaervideos-zu-themen-der-klimaanpassung (Zugriff: 15.05.2024)
8
2. Hitze - Große Betroffenheit in Darmstadt
In Deutschland ist laut Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes seit den 1990er Jahren eine
Zunahme von Hitzewellen zu beobachten. Die Europäische Umweltagentur/European
Environmental Agency (2022) geht davon aus, dass unter allen betrachteten
Klimawandelszenarien in Zukunft eine Zunahme von Hitzewellen, sowohl hinsichtlich deren
Häufigkeit, Dauer als auch deren Intensität, zu erwarten ist. Für Deutschland wird eine
flächendeckende Zunahme von Hitzewellen vorhergesagt, wobei urbane Ballungsräume
besonders betroffen sein werden [Kahlenborn et al. 2021]. Konsequenterweise muss daher davon
ausgegangen werden, dass extrem heiße Sommer auch in Deutschland zukünftig weiter
zunehmen werden, wie dies durch die heißen Sommer in 2003, 2018, 2019 und 2022 bereits
sichtbar wurde [Umweltbundesamt 2023].
Hitze ist im Gegensatz zu anderen Auswirkungen der Klimakrise, wie Starkregen oder
Trockenheit ein kaum sichtbares Problem. Hitzeerkrankungen und Hitzetod sind schwer in Bilder
zu fassen. Dabei wirkt sich die Zunahme von Hitze stark auf die menschliche Gesundheit, das
Wohlbefinden und die Arbeitsproduktivität aus. Hitze belastet den menschlichen Organismus
ganz allgemein, aber sie trifft insbesondere diejenigen, die dafür besonders verwundbar sind. Zu
diesen Personengruppen zählen z. B. ältere Menschen, Obdachlose, Kleinkinder, Schwangere
oder auch kranke Menschen [Pfalzgraf et al. 2022].
In Hitzeperioden, die wir in den letzten Jahren auch in Hessen und in Darmstadt deutlich häufiger
erleben, kommt es zu vermehrten Notfalleinsätzen und Krankenhauseinweisungen. Im Extremfall
kann die Hitze zum Tod von Menschen führen. Nach aktuellen Informationen des Robert-Koch-
Instituts (RKI) wurden für den Sommer 2018 über 8.500 Hitzetote und für den Sommer 2022
ca. 4.500 hitzebedingte Sterbefälle in Deutschland geschätzt (vgl. Abbildung 1).
Abbildung 1: Geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle im Zeitraum 2013 bis 2023 in Deutschland. Die Schätzung für das
Jahr 2023 ist noch unvollständig (schwarz eingefärbt: Unsicherheitsbereiche) [an der Heiden et al. 2023]
Durch die fortschreitende Klimakrise mit ansteigenden Temperaturen wird sich die Situation
zukünftig weiter verschärfen. Der demographische Wandel mit einer zunehmend älteren
Bevölkerung (vgl. Abb. 29) erhöht die Hitzeanfälligkeit zusätzlich. Aufgrund der räumlichen
Rahmenbedingungen ist die Wissenschaftsstadt Darmstadt innerhalb von Deutschland und
Hessen besonders intensiv von hohen Temperaturen und Hitze betroffen [vgl. UBA, Klimawirkungs-
und Risikoanalyse für Deutschland 2021], siehe Abbildung 2).
9
Hitzetage mit Tagesmaxima über 30 °C und
Tropennächte, in denen die nächtlichen Temperaturen
nicht unter 20°C fallen sowie langanhaltende Hitzewellen
gefährden zunehmend die Gesundheit und das
Wohlbefinden der Menschen in Darmstadt.
Die Hitzebelastung ist im Darmstädter Stadtgebiet
unterschiedlich ausgeprägt. In Quartieren mit einer
hohen Versiegelung und wenig Vegetation ist die
Hitzebelastung größer als in Stadtgebieten mit geringem
Versiegelungsgrad und höherem Grünanteil.
Zur Erfassung von Stadtklimaeffekten wurde Ende 2022
eine Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen
Wetterdienst (DWD) und der Wissenschaftsstadt
Darmstadt vereinbart. Die Ergebnisse der
Messkampagne bestätigen einen ausgeprägten
Wärmeinseleffekt zwischen Stadt (mobile Messstation
am darmstadtium) und dem Umland (mobile Station am
Steinbrücker Teich) von im Mittel knapp 2 °C (nähere
Informationen siehe Kap. 4.2). Teils werden bei
wolkenlosen und windschwachen sog.
strahlungsintensiven Wetterlagen (Hochdruckwetterlagen)
zwischen Stadtzentrum und Stadtperipherie bis zu 10 °C Temperaturunterschied gemessen. Die
nächtliche Auskühlung ist aufgrund des hohen Grades an Versiegelung im Stadtzentrum und
weiteren stark versiegelten Stadtteilen stark reduziert, sodass verstärkt Tropennächte (z.B. in
2023: Stadtzentrum 11 Tropennächte, Stadtperipherie 0 Tropennächte) und Hitzetage
(Stadtzentrum 36 Hitzetage zu 17 Hitzetagen am Steinbrücker Teich) registriert werden.
Die heterogene Hitzebelastung wird auch durch eine, vom Amt für Wirtschaft und
Stadtentwicklung (Abteilung Statistik und Stadtforschung) der Wissenschaftsstadt Darmstadt
durchgeführte Bürgerinnen- und Bürgerumfrage aus 2023 bestätigt. Sie zeigt insbesondere für
die Stadtteile Darmstadt-Mitte, Darmstadt-West, Darmstadt-Nord und Bessungen eine im
Vergleich zu den restlichen Stadtteilen teils deutlich erhöhte empfundene Hitzebelastung sowohl
im Wohnumfeld als auch in den Wohnungen selbst (siehe Abbildung 3).
Abbildung 3: Empfundene Hitzebelastung im Wohnumfeld und in der Wohnung nach statistischen Bezirken (2023)
Abbildung 2: Klimawirkungs- und Risikoanalyse
2021 für Deutschland (UBA), Hotspots der sechs
Klimaindikatoren für Mitte des Jahrhunderts (u.a.
hohe mittlere Jahrestemperatur, Anzahl Heißer
Tage, Anzahl tropischer Nächte)
10
3. Konzeption Hitzeaktionsplan
3.1 Ziele und Zielgruppen
Der Darmstädter Hitzeaktionsplan (abgek. DHAP) richtet sich in erster Linie neben der
Bürgerschaft an die Ämter, Verwaltungsstellen und Eigenbetriebe der Wissenschaftsstadt
Darmstadt. Er dient dazu Hitzewarnungen adressatengerecht an die Zivilbevölkerung zu
kommunizieren. Parallel werden verwaltungsintern sowie unter Beteiligung weiterer externer
Akteurinnen und Akteure (u.a. Arbeitsgruppe Hitze, s. S. 11) Mechanismen (z.B.
Kommunikationskette) etabliert, welche präventive und akute Maßnahmen auslösen, um die
Bevölkerung, speziell hitzevulnerable Gruppen, vor Hitzeeinwirkungen zu schützen. Er soll
darüber hinaus prüfen, ob eine klare und zielgruppengerechte Kommunikation gegenüber den
Bürgerinnen und Bürgern gegeben ist und wie Wissen in der Bevölkerung über Hitzeverhalten
gestärkt werden kann.
Die zentralen Ziele des Darmstädter Hitzeaktionsplans sind:
(1) Information der Bevölkerung zur Hitzegefährdung
(2) Auslösen von Interventions- und Kommunikationsketten
(3) Erhalt der hohen Lebensqualität & Verbesserung der Klimaresilienz
(4) Sensibilisierung zur Selbstfürsorge & angepasstem Verhalten
(5) Vermeidung bzw. Minderung gesundheitlicher Beeinträchtigungen
(6) Vermeidung bzw. Minderung von Todesfällen (Mortalität)
(7) Verbesserung bzw. Stabilisierung des thermischen Wohlbefindens
(8) Entgegenwirkung von Überlastungen des Gesundheitssystems
Sein Augenmerk richtet der Darmstädter Hitzeaktionsplan auf die Darmstädter Bürgerinnen und
Bürger, vor allem auf besonders verletzliche Personengruppen. Darunter zählen ältere sowie
körperlich und seelisch vulnerable Personen, pflegebedürftige und isoliert lebende Menschen,
Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder,
Wohnungs- und Obdachlose, Personen, die in
Gemeinschaftsunterkünften leben, sowie
Menschen, die im Freien arbeiten oder Sport
treiben. Auch ökonomische und soziale
Benachteiligung kann eine Gefährdung bei
Hitzewellen begünstigen. Darüber hinaus können
bestimmte Religionsgemeinschaften und deren
Bräuche zu erhöhten Verwundbarkeiten führen.
Dies ist bspw. der Fall, wenn der Fastenmonat
Ramadan im Sommer während einer
Hitzeperiode ausgeübt wird.
3.2 Kontext und Geltungsbereich
Im Monitoring zur Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) wird die Notwendigkeit rechtzeitiger
Frühwarnung betont – besonders angesichts des mit der Klimakrise steigenden Risikos
hitzebedingter Sterblichkeit. Es geht um wirksame Aufklärung der Bevölkerung von
Risikogruppen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Außerdem wird für eine stärkere
Vernetzung von Deutschem Wetterdienst (DWD), informierten Stellen auf Länder- und
Landkreisebene, kommunaler Ebene sowie Institutionen im Gesundheitswesen,
Katastrophenschutz sowie sozialen Einrichtungen (u.a. Schulen, Kitas) geworben
[Umweltbundesamt 2019].
Dabei werden vier Komponenten des Hitzeaktionsplans genannt:
Stärkung und Optimierung des lokalen Krisenmanagements
Erstellung eines Konzepts zur Identifikation/ Adressierung hitzevulnerabler Gruppen
Identifikation von Maßnahmen zur Vorbeugung hitzebedingter Gesundheitsschäden bei
Hitzewellen sowie einer Strategie zu deren Implementierung
Aufbau einer zentralen Koordinationsstruktur sowie eines Kooperationsnetzwerks
Begriffserläuterung Morbidität – Indikator für die Häufigkeit von Erkrankungsfällen in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe in einem bestimmten Zeitraum. Mortalität – Indikator aus der Demographie, der die Anzahl der Sterbefälle in einem bestimmten Zeitraum im Verhältnis zur gesamten Bevölkerung beschreibt.
11
Diesen Komponenten trägt der vorliegende Hitzeaktionsplan Rechnung.
Sein Geltungsbereich umfasst:
(1) Sachlich: Er stellt ein Instrument der Sensibilisierung, Planung, Koordinierung und
Kommunikation von Maßnahmen zur Prävention und Gefahrenabwehr bei Hitzeereignissen
dar.
(2) Räumlich: Er deckt das Darmstädter Stadtgebiet ab.
(3) Zeitlich /thematisch: Er fokussiert hauptsächlich Vorbereitungen vor dem Sommer bis zum
Schutz während des Sommers und speziellen Akut-Maßnahmen. Die langfristige Entwicklung
und Planung ist ebenfalls üblicher Teil eines Hitzeaktionsplans. Diese werden hier nicht
tiefergehend aufgeführt, da sie zentrale Bestandteile des derzeit in Erarbeitung befindlichen
Klimaanpassungsplans (KafDa) darstellen und dort ausführlich behandelt werden (vgl.
Abbildung 4).
Abbildung 4: Schematische Darstellung der für die Umsetzung der Kernelemente eines Hitzeaktionsplans von der WHO
vorgesehenen Zeithorizonte (verändert nach GAK 2018)
Der Darmstädter Hitzeaktionsplan umfasst in seinem Kern administrative und kommunikative
Maßnahmen, aber keine (größeren) investiven oder städtebaulichen Maßnahmen.
Seine Verbindlichkeit beruht auf der freiwilligen Selbstverpflichtung der Beteiligten zum Wohle
der Bevölkerung bzw. der hitzevulnerablen Gruppen. Er gilt in erster Linie für die Darmstädter
Stadtverwaltung, sowie weitere an dessen Erstellung und an der Umsetzung von Maßnahmen
beteiligter Akteurinnen und Akteure. Dabei obliegt die Federführung, inhaltliche Organisation,
Koordinierung und Kommunikation von Maßnahmen dem Amt für Klimaschutz und
Klimaanpassung. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt durch die jeweiligen Zuständigkeiten.
3.3 Organisation, Koordination & Zusammenarbeit
Der Darmstädter Hitzeaktionsplan bedarf aufgrund seiner Komplexität und Interdisziplinarität
eines fachübergreifenden Ansatzes. Die Organisation, Zusammenarbeit und Kommunikation
aller am HAP Beteiligter läuft idealerweise in festgelegten Strukturen. Der Darmstädter HAP wirkt
außerdem in verschiedene Handlungsbereiche und auf unterschiedlichen Ebenen. Die konkreten
Maßnahmen werden in verschiedenen Zeithorizonten umgesetzt. So sollen Strukturen und
12
Menschen flächendeckend vorbereitet sein, um präventiv und in akuten Situationen handeln zu
können.
Zur Koordination des Hitzeaktionsplans wurde eine Arbeitsgruppe „Hitze“ gegründet, die sich
aus relevanten Dienststellen aus der Verwaltung sowie weiteren (kommunalen) Akteur*innen,
vornehmlich aus dem Gesundheits- und Sozialbereich zusammensetzt und turnusmäßig vor,
während und nach der Sommersaison in Austausch tritt.
Abbildung 5: Arbeitsgruppe zur Struktur, Koordination & Zusammenarbeit des Darmstädter Hitzeaktionsplans
Die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe ist nicht abschließend und wird jeweils nach Bedarf
angepasst. Koordinierend wirkt das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung in engem
Austausch mit Akteur*innen des Kernteams (Gesundheitsamt, Büro für Sozialplanung, Amt für
Kommunikation und dem Amt für Interne Dienste). Darüber hinaus sind zahlreiche weitere
Akteur*innen in Form einer Steuerungsgruppe in den Prozess des Hitzemanagements integriert
(siehe Abbildung 5, rechts).
3.4 Weiterentwicklung, Evaluation,
Monitoring & Einbettung
Der vorliegende Plan stellt ein „lebendiges“
Dokument dar und ist daher nicht als
Endprodukt, sondern als Erstfassung zu
verstehen, welche als Grundlage zur
zukünftigen Weiterentwicklung des Plans dient.
In einem kontinuierlichen Evaluationsprozess
sollen die entwickelten Maßnahmen und deren
Umsetzung auf ihre Relevanz und Effektivität
überprüft und ggf. angepasst werden. Darüber
hinaus ist in größeren zeitlichen Abständen
eine strategische Weiterentwicklung des
Hitzeaktionsplans angedacht. Die zeitliche
Dauer des Darmstädter Hitzeaktionsplans ist
unbestimmt. Die Weiterentwicklung ist in ein
kontinuierliches Monitoring und eine
regelmäßige Evaluation eingebettet.
Der Hitzeaktionsplan ist in übergeordnete Strategien zur Stadtentwicklung eingebettet: Klimaanpassungsplan, voraussichtliche Veröffentlichung 01. Quartal 2025 Masterplan DA 2030+ (siehe QR-Code)
Weblink: https://www.darmstadt.de/standort/stadtentwicklung-und-stadtplanung/masterplan-da2030 (Zugriff: 15.05.2024)
13
Im Sinne der Nachhaltigkeit erfüllt er u.a. Ziele des „Sustainable development goals (SDG) 3 -
Gesundheit und Wohlergehen“ (vgl. Abbildung 6), welches u.a. den „Erhalt und die
Wiederherstellung der menschlichen Gesundheit und der Vermeidung vorzeitiger Todesfälle“ als Ziel
definiert. Der Darmstädter Hitzeaktionsplan trägt maßgeblich zur Gesundheitsvorsorge durch
Hitze- und UV-Strahlenschutz bei und mindert so Mortalität und Morbidität in der Bevölkerung.
Darüber hinaus nimmt er Bezug zum SDG 11 „Nachhaltige Städte
und Gemeinden“.
Abbildung 6: Sustainable development goals (SDG), Quelle: United Nations 2015
Die Maßnahmen des Hitzeaktionsplans
orientieren sich an den Handlungsempfeh-
lungen für die Erstellung von
Hitzeaktionsplänen zum Schutz der
menschlichen Gesundheit des
Bundesumweltministeriums [BMU 2017] und
Veröffentlichungen der Weltgesundheits-
organisation [WHO Europe 2008]. Darüber
hinaus ist er angelehnt an den Hessischen
Hitzeaktionsplan (abgek. HHAP). Der HHAP
schafft eine unmittelbare Basis für
Hitzeaktionspläne auf kommunaler Ebene. Er
stellt einen Beitrag des Landes zur Umsetzung
des Beschlusses der 93.
Gesundheitsministerkonferenz (GMK) „Der
Klimawandel – eine Herausforderung für das
deutsche Gesundheitswesen“ aus dem Jahr
2020 dar. Demnach hält die GMK die Erstellung
kommunaler Hitzeaktionspläne bis zum Jahr
2025 für dringlich erforderlich.
SDG´S – kurz erklärt:
Weblink: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/nachhaltigkeitspolitik/nachhaltigkeitsziele-erklaert-232174 (Zugriff: 15.05.2024)
Webseite zu Hitzeaktionsplänen in Hessen: https://familie.hessen.de/gesundheit/hitzeaktionsplan/hitzeaktionsplaene-in-hessen (Zugriff: 25.04.2024) Hessischer Hitzeaktionsplan (2023):
Weblink: https://familie.hessen.de/sites/familie.hessen.de/files/2024-02/23_02_08_hessischer_hitzeaktionsplan_barrierefrei.pdf (Zugriff: 15.05.2024)
14
3.5 Handlungsbereiche / Kernelemente
Die Maßnahmenumsetzung erfolgt in verschiedenen Handlungsbereichen, sogenannten
Kernelementen, und in unterschiedlichen Zeithorizonten. Der Darmstädter Hitzeaktionsplan
beinhaltet in Anlehnung an den Hessischen Hitzeaktionsplan (2023) die folgenden Kernelemente:
1. Koordination und interdisziplinäre Systeme
2. Nutzung eines Hitzewarnsystems
3. Zielgruppenübergreifende Information und Kommunikation
4. Reduzierung von Hitze in Innenräumen
5. Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme unter besonderer Berücksichtigung von
Risikogruppen
6. Stadtplanung und Bauwesen (im Klimaanpassungsplan, vgl. Abbildung 7)
7. Monitoring und Evaluierung [Hessisches Ministerium für Soziales und Integration 2023]
Abbildung 7: Klimaangepasste Stadtentwicklung nach dem Vorbild der blau-grünen-Stadt
Die aufgeführten Kernelemente werden in Kapitel 6 näher beschrieben und mit Maßnahmen
belegt.
15
4. Klimasignal Hitze: Betroffenheit in Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft
Die Themen Anpassung an die Klimaerwärmung und Hitzevorsorge spielen in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt aufgrund der naturräumlichen Lage im Oberrheingraben und der
damit einhergehenden hohen Betroffenheit und Verwundbarkeit (Vulnerabilität) gegenüber Hitze
eine immer größer werdende Rolle. Der Raum Südhessen ist besonders stark durch Hitze
belastet (vgl. Abbildung 8).
Abbildung 8: Mittlere Hitzebelastung in Hessen im Sommer (2001 – 2020)
Im Zuge des voraussichtlich im Frühjahr 2025 veröffentlichten Klimaanpassungsplans wird eine
umfassende Betroffenheits- und Verwundbarkeitsanalyse durchgeführt. Das Thema „Stadtklima
& Hitze“ soll daher an dieser Stelle nur kurz anhand der zentralen Fakten umrissen werden.
Quelle: Hessisches Landesamt für
Naturschutz, Umwelt und Geologie
16
4.1 Temperaturanstieg, Hitze & Schwüle
Die mittlere Lufttemperatur ist an der DWD-Messstation Darmstadt seit 1996 bis heute (2023)
um 1,3 °C von im Mittel 9,9 °C auf heute 11,2 °C angestiegen (siehe Abbildung 9). Der nur 28
Jahre währende Temperaturverlauf ist auf die Neuinbetriebnahme der Darmstädter DWD-Station
im Jahr 1996 an der Dieburger Straße zurückzuführen. Benachbarte Stationen mit längeren
Messreihen (z.B. Frankfurt Flughafen) bestätigen die Messungen in Darmstadt. Die Jahre 2018
und 2023 erzielten hierbei mittlere Jahrestemperaturen von jeweils 11,7°C und sind somit die
wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen.
Abbildung 9: Anstieg der Jahresmitteltemperatur im Zeitraum 1996 bis 2023
Mit dieser Erwärmung geht eine Zunahme sog. Ereignis- bzw. Kenntage einher, also Tagen an
denen ein zuvor definierter Schwellenwert über- bzw. unterschritten wird. Abbildung 10 zeigt die
Entwicklung der Sommer- (Tmax ≥ 25 °C) und Hitzetage (Tmax ≥ 30 °C) seit 1996 bis heute
(2023). Die Anzahl der Sommertage ist demnach von im Mittel 48 auf heute 80 Tage
angestiegen. Hitzetage haben im Mittel von 10 auf heute 25 Tage pro Jahr zugenommen. In
besonderen Hitzesommern, wie 2018, wurden bereits in der Vergangenheit über 50 Hitzetage
registriert. Die Zahl der Tropennächte bewegt sich an der DWD-Messstation seit Beginn der
Aufzeichnungen bis heute noch nahezu unverändert auf niedrigem Niveau mit meist 0 bis 2
Nächten pro Sommer. Diese niedrige Anzahl an Tropennächten ist das Resultat der
außerstädtischen Verortung der Messstation an der Dieburger Straße.
Abbildung 10: Entwicklung der mit höheren Temperaturen induzierten Ereignistage
17
Die Zunahme von Hitze in Darmstadt kann auch mittels eines sog. „Hitzewellen-Index“ illustriert
werden (siehe Abbildung 11). Demnach startet eine Hitzewelle, wenn die Temperatur an 3 Tagen
in Folge 30 °C erreicht. Sie dauert danach so lange an, wie der Mittelwert aller Tagesmaxima
(seit Beginn der Hitzewelle) über 30 °C liegt. Bleibt nachfolgend ein einzelnes Tagesmaximum
unter 25 °C oder fällt das Mittel aller Tagesmaxima innerhalb der Hitzewelle unter 30 °C, bricht
die Welle ab. Die Intensität einer Hitzewelle wird als Summe aller einbezogenen
Tageshöchsttemperaturen berechnet, wobei jeweils nur die positive Differenz zu 30 °C verwendet
wird. Liegt also z.B. an drei Tagen in Folge die Tageshöchsttemperatur bei 31 °C, so errechnet
sich eine Intensität von 3 °C. Liegt dann am vierten Tag die Tageshöchsttemperatur bei
beispielsweise 29 °C, so behält der Index den Wert von 3 °C. Die farblichen Abstufungen von gelb
bis rot zeigen die Intensität der Hitzewelle während jeden Tages in Kelvin [K]. Je höher der
Rotanteil der Farbe umso intensiver war die Hitzewelle in Darmstadt ausgeprägt. Abbildung 11
zeigt eine deutliche Zunahme der Häufigkeit und der Intensität der Hitzewellen, insbesondere
seit 2015.
Abbildung 11: Entwicklung von Hitzewellen in Darmstadt seit 1996 bis 2023 (Hitzewellen Index)
Der in Abbildung 12 dargestellte Index für schwüle Sommertage stellt ein Maß für die gefühlte
Wärmebelastung des menschlichen Organismus in Darmstadt dar.
An Tagen mit hohen Temperaturen und zusätzlich hoher Luftfeuchtigkeit wird die menschliche
Thermoregulation behindert, die über die Schweißabsonderung der Haut gesteuert wird. Die Luft
wird als "schwül" empfunden. Aus der Kombination von Temperatur und Luftfeuchte lassen sich
Indexwerte berechnen. Dabei werden Werte über 27 °C als belastend für den Körper angesehen.
Für solche Werte über 27 °C werden verschiedene Warnstufen definiert.
Folgende Warnstufen sind in Abbildung 12 dargestellt:
27 bis 32: Vorsicht (orange eingefärbt)
32 bis 40: erhöhte Vorsicht (dunkelrot eingefärbt)
Der Index zeigt eine deutliche Zunahme an Tagen mit gefühlten Temperaturen zwischen 27 bis
32 Grad sowie eine Zunahme an Tagen mit erhöhter Vorsicht (32 bis 40 Grad). Die
Hitzebelastung für den menschlichen Organismen ist hier besonders erhöht.
18
Abbildung 12: Entwicklung von „schwülen“ Sommertagen in Darmstadt seit 2004 bis 2023
4.2 Städtischer Wärmeinseleffekt - Hitzebelastungen
Die Hitzeentwicklung und Hitzebelastung im Darmstädter Stadtgebiet ist räumlich betrachtet
sehr heterogen ausgeprägt. Dies geht primär einher mit der räumlichen Lage im Siedlungsgebiet,
der lokalen Kaltluftzufuhr aus dem Umland sowie dem örtlichen Versiegelungsgrad. Peripher
gelegene Standorte in vorwiegend grüner Umgebung sind im Mittel meist deutlich kühler als
zentral gelegene Standorte mit hoher Versiegelung. Der Hitzebelastungsindex in Abbildung 13
gibt hierzu Aufschluss. Demnach sind insbesondere folgende Stadtteile von starken bis sehr
starken Hitzebelastungen betroffen: Darmstadt-Mitte, Pallaswiesen-/Mornewegviertel,
Martinsviertel, Verlegerviertel, Paulusviertel, Bessungen sowie das Merck-Gelände.
Abbildung 13: Hitzebelastungsindex (basierend aus Satellitenaufnahmen, 24. Juli 2019)
19
Abbildung 14 zeigt sog. Cold- und Warm-Spots für das Gemeindegebiet Darmstadts. Demnach
ist nahezu die gesamte Siedlungsfläche überwärmt. Kühlere Räume finden sich neben den
größeren Parks und Grünflächen hauptsächlich außerhalb der Siedlungsgrenzen im West- und
vornehmlich Ostwald. Hier wurden teils um bis zu 10 °C kühlere Oberflächentemperaturen
ermittelt. In den stark versiegelten Innenstadtbereichen ist die Oberflächentemperatur hingegen
um teils bis zu 15 °C erhöht. Die Lufttemperatur in 2 m Höhe bleibt hiervon nicht unbeeinflusst,
sie korreliert mit der Oberflächentemperatur, sodass Räume mit hohen
Oberflächentemperaturen auch häufig Räume darstellen, bei welchen die Lufttemperatur
signifikant erhöht ist.
Abbildung 14: Cold- und Hot-Spots (basierend auf Satellitenaufnahmen, 24. Juli 2019)
Hitzekarten Hessen: Das Fachzentrum Klimawandel und Anpassung des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie hat im Kontext „Hitze“ eine eigene Webseite aufgebaut, welche hochauflösende, auf Satellitendaten gestützte Karten für Hessen und seine Kommunen bereitstellt. Mittels eines Hitzeviewers werden Informationen zur Hitzeentwicklung und Hitzebelastung auch interaktiv zur Verfügung gestellt.
Weblink: https://www.hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/handlungshilfen/hitzekarten (Zugriff: 15.05.2024)
20
Der städtische Wärmeinseleffekt wird
seit Dezember 2022 über eine lokale
Messkampagne in Zusammenarbeit
mit dem Deutschen Wetterdienst
erfasst (siehe Abb. 15). Demnach zeigt
das Stadtzentrum (Vorplatz des
darmstadtium - Wissenschafts- und
Kongresszentrums) in 2023 eine im
Mittel um 1,9 °C erhöhte
Lufttemperatur im Vergleich zum
peripheren Umland (Steinbrücker
Teich). Die beiden Messstationen sind
seit 12/2022 in Betrieb. Im Sommer
2023 wurden nach ersten
Auswertungen der beiden Stationen am
Steinbrücker Teich 82 Sommer- und 17
Hitzetage registriert. Am darmstadtium
wurden 96 Sommer- und 36 Hitzetage
verzeichnet. Auch die Tropennächte sind im Stadtzentrum mit 11 Nächten im Vergleich zum
Umland (0) und der peripher gelegenen DWD-Station an der Dieburger Straße deutlich erhöht.
Die Ergebnisse zeigen eine markante Ausprägung des Wärmeinseleffektes in Darmstadt.
Weiterführende Analysen können dem Klimaanpassungsplan entnommen werden.
4.3 Klimaentwicklung für die Zukunft
Für die Zukunft zeigt sich ein Fortbestehen bzw. eine weitere Verschärfung der bisherigen
Klimaerhitzung in Darmstadt. Nach Auswertungen neuester Klimaprojektionen, welche der
Wissenschaftsstadt Darmstadt durch den Deutschen Wetterdienst zur Verfügung gestellt
wurden, würde ein weiterer Temperaturanstieg bis Ende des Jahrhunderts je nach Szenario
zwischen +0,8 bis + 1,6 °C (RCP-2.6-Szenario/Paris-Ziel) bzw. +3,0 bis 4,8 °C (8.5-
Szenario/Weiter-wie-bisher) gegenüber heute erfolgen.
Hitzetage würden laut Klimadaten des HLNUG (2024) bis zum Jahr 2100 um 4,5 bis 12,5 Tage
(RCP 2.5) bzw. 16 bis 40,8 Tage (RCP 8.5) gegenüber heute ansteigen. Die Anzahl an
Tropennächten könnte im Worst-Case-Szenario bis 2100 um weitere 7 bis 33 Nächte zunehmen.
Im besten Fall (2.5-Szenario) um 2 bis 5 Nächte pro Sommer (siehe Abb. 16).
Abbildung 16: Entwicklung von Hitzetagen (Tmax >= 20°C) und Tropennächten (Tmin >= 20°C) im Flächenmittel für Darmstadt
für jeweils 30-jährige Zeiträume zwischen 2021 – 2050 und 2071 – 2100 im Vergleich zum Referenzzeitraum 1971 – 2000
Abbildung 15: Mobile Stadtklimamessstation des Deutschen
Wetterdienstes zur Erfassung des Wärmeinseleffektes am darmstadtium
21
5. Hitzeassoziierte Gesundheitsrisiken
Hitzeerkrankungen werden durch extreme Hitze verursacht. Wenn die Körpertemperatur einer
Person nicht mehr durch körpereigene Reaktionen wie bspw. vermehrtes Schwitzen reguliert
werden kann, so geht die Überhitzung häufig mit verschiedenen (Krankheits-)symptomen einher.
Hitzeerkrankungen umfassen ein breites Spektrum von Symptomen. Man unterscheidet drei
häufige Hitzekrankheiten:
(1) Sonnenstich: Reizung der Hirnhäute durch direkte Sonnenstrahlung auf ungeschützten Kopf
Besondere Symptome: Hochroter Kopf, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Nackensteifigkeit
(evtl. zeitlich verzögert)
Sofortmaßnahmen:
Betroffene mit leicht erhöhtem Kopf bzw. leicht erhöhtem Oberkörper lagern
Kopf mit feuchten Tüchern kühlen
Aufgrund der Gefahr einer Bewusstlosigkeit: engmaschige Überwachung
Rettungsdienst alarmieren
(2) Hitzeerschöpfung: Überwärmung des gesamten Körpers führt zu Flüssigkeitsverlust durch
Schwitzen, Elektrolytverluste und Volumenmangelschocksymptomatik
Besondere Symptome: Kopfschmerzen, starkes Schwitzen, Hautblässe, schneller Puls,
Blutdruckabfall (Schockzeichen)
Sofortmaßnahmen:
Betroffene mit leicht erhöhtem Kopf und erhöhten Beinen lagern
Rettungsdienst alarmieren
Bei vorhandenem Bewusstsein für ausreichendes Trinken und ausreichende
Elektrolytzufuhr sorgen
(3) Hitzschlag: Extreme Überwärmung des Körpers durch Hitze
Besondere Symptome: Heiße, trockene, rote Haut, taumelnder Gang, Verwirrtheit,
Bewusstlosigkeit, Volumenmangelschock
Sofortmaßnahmen:
Rettungsdienst alarmieren
Schwere Kleidung öffnen
Betroffene mit feuchten Tüchern kühlen [vgl. https://www.bgbau.de/fileadmin/Medien-
Objekte/297_Akute_Hitzeerkrankungen.pdf]
Die folgende Abbildung (Abb. 17) zeigt die Beeinflussung der Gesundheit durch Hitze. Darüber
hinaus werden insbesondere auch schwangerschaftsassoziierte zusätzliche Gefährdungen
beschrieben.
22
Abbildung 17: Wie Hitze die Gesundheit beeinflussen kann. Bildnachweis: KLUG – Klimawandelinformationen für Internisten
(vgl. https://informiert.osnabrueck.de/de/bevoelkerungsschutz/hitzevorsorge/gesundheit, Zugriff 24.04.2024)
23
6. Kernelemente & Maßnahmen
6.1 Koordination, interne Kommunikation und interdisziplinäre Systeme
Die für die Koordinierung relevanten Akteur*innen wurden bereits in Kap. 3.3 aufgeführt. Die
Arbeitsgruppe „Hitze“ tauscht sich in regelmäßigen Abständen, insbesondere und gehäuft im
Vorgang und während Hitzephasen, untereinander aus. Wichtiges Ziel ist es, Maßnahmen und
die interne und externe Kommunikation zu koordinieren. Hierbei ist es gemäß der Ad-hoc
Arbeitsgruppe [BMU 2017] sinnvoll eine Kommunikation festzulegen, die im Fall einer
Hitzewarnung greift. Hierbei werden neben internen Akteur*innen auch weitere externe
Akteurinnen und Akteure – wie Not- und Rettungsdienste, ambulante Pflegedienste oder die
Klinikum Darmstadt GmbH einbezogen.
Nach Eingang einer Hitzewarnung durch den Deutschen Wetterdienst beraten sich das Amt für
Klimaschutz und Klimaanpassung und das Gesundheitsamt hinsichtlich der Weitergabe der
Warnung an relevante Akteure*innen (siehe Abb. 18). Ziel dieses zwischengeschalteten
Austausches ist die Gewährleistung der Ernsthaftigkeit der ausgesprochenen Warnung. Eine
„Warnüberflutung“ während der Sommermonate soll so verhindert und einer
Übersensibilisierung der Akteur*innen und der Zivilgesellschaft zum Thema
„Hitze“ entgegengewirkt werden.
Im Falle der Entscheidung zur Weitergabe werden die entsprechenden Ämter, Verwaltungsstellen
und Eigenbetriebe der Stadt sowie weitere relevante interne und externe Akteur*innen mittels
eines E-Mail-Verteilers durch das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung über die
Notwendigkeit informiert, im Hinblick auf die Umsetzung von Maßnahmen vorbereitend oder
akut tätig zu werden.
Die Verwaltungseinheiten tragen dafür Sorge, dass die Maßnahmenverantwortlichen im Rahmen
ihrer vordefinierten Funktionen tätig werden können. In der Regel sind sie bei der Kommunikation
und Umsetzung der Maßnahmen auf weitere Mitwirkende und Multiplikatorinnen und
Multiplikatoren der hitzevulnerablen Gruppen angewiesen, die von ihnen informiert werden.
Am Ende der Kommunikationsübermittlung stehen die hitzevulnerablen Personen, zu deren
Schutz die Maßnahme bzw. die Hitzewarnung dienen soll. Die in Abbildung 18 dargestellte
maßnahmenübergreifende Kommunikation wird bei Bedarf entsprechend der
Rahmenbedingungen angepasst.
Bei individualisierten Maßnahmen kann die Vorgehensweise der Kommunikation bzw.
Benachrichtigung von der hier vorgestellten Informationsweitergabe abweichen.
24
Abbildung 18: Kommunikationskette zur Weitergabe von Warnhinweisen und Initiierung von Maßnahmen
6.2 Nutzung eines Hitzewarnsystems
Das Hitzewarnsystem des Deutschen Wetterdienstes ist zentraler Bestandteil des Darmstädter
Hitzeaktionsplans. Es warnt vor gesundheitlich belastenden Hitzeereignissen mittels 2
Hitzewarnstufen. Steht eine Hitzewelle akut bevor, werden für den aktuellen und den Folgetag
amtliche Hitzewarnungen herausgegeben. Bei der Herausgabe der Warnungen werden
verschiedene Kriterien berücksichtigt, unter anderem die Belastung am Tag und in der Nacht.
Im Hitzetrend wird über die Prognose der nächsten fünf Tage informiert. Eine Anbindung an das
Warnsystem des DWD ist sinnvoll, um
eine direkte Information über aktuelle
Warnmeldungen und Prognosen zu
gewährleisten. So kann entsprechend auf
die Warnmeldungen und Prognosen
reagiert werden.
Die Hitzewarnungen des Deutschen
Wetterdienstes werden durch die
Wissenschaftsstadt Darmstadt kostenfrei
über verschiedene Medien bezogen,
bspw. über den Newsletter
Hitzewarnungen, der die aktuellen
Warnungen zeitnah verschickt, die
Website und App des DWD. Erste
Adressaten sind das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung und das Gesundheitsamt.
Der Deutsche Wetterdienst unterscheidet zwei Hitzewarnstufen:
Hitzewarnstufe 1 „Starke Wärmebelastung“ liegt vor, wenn die „gefühlte Temperatur"
(Erläuterung siehe nachfolgender Kasten) an zwei Tagen in Folge über etwa 32°C liegt und
zusätzlich nur geringe nächtliche Abkühlung absehbar ist.
Hitzetag & Tropennacht: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bezeichnet Wetterbedingungen, „die durch hohe Temperaturen, unbehinderte Einstrahlung, schwachen Wind und zum Teil durch feuchte Luft (Schwüle) gekennzeichnet sind“, als extreme Hitze. Dabei stellt ein „heißer Tag“ einen Tag dar, an dem das Maximum der Lufttemperatur ≥ 30 °C beträgt. Eine Tropennacht ist eine Nacht, in der das Minimum der Lufttemperatur nicht unter ≥ 20 °C fällt (täglicher Messzeitraum: 18 UTC bis 06 UTC).
25
Die Maßnahmen bei starker Wärmebelastung (Warnstufe 1) richten sich insbesondere an
Personen, die in Alten- und Pflegeeinrichtungen leben. Die Einrichtungen der Alten- und
Behindertenhilfe haben bei Erreichen der Warnstufe 1 alle erforderlichen pflegerischen,
medizinischen und technischen Maßnahmen zur Abwehr hitzebedingter gesundheitlicher
Beeinträchtigungen und Gefahren zu treffen. Die ergriffenen Maßnahmen müssen dokumentiert
werden.
Hitzewarnstufe 2 „extreme Wärmebelastung“ liegt vor, wenn die gefühlte Temperatur am
frühen Nachmittag einen Wert von 38 °C überschreitet. Die nächtliche Situation wird nicht
einbezogen (vgl. https://www.hitzewarnsystem.de)
Bei einer extremen Wärmebelastung (Warnstufe 2) wird durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit,
beispielsweise durch die Veröffentlichung von Pressemitteilungen, Social Media und durch
Platzierung der Warnung auf der städtischen Webseite (siehe Abbildung 19) die
Allgemeinbevölkerung Darmstadts informiert.
(siehe DWD-Webseite: https://www.dwd.de/DE/leistungen/hitzewarnung/hitzewarnung.html)
Abbildung 19: Hitzewarnung auf der städtischen Webseite (19.06.2023)
26
Gefühlte Temperatur: Die „Gefühlte Temperatur“ beschreibt das Temperaturempfinden eines Menschen. Dieses stimmt häufig nicht mit der gemessenen Lufttemperatur überein, da das Empfinden neben der Lufttemperatur auch von den meteorologischen Größen Luftfeuchte, Wind und Strahlung sowie dem menschlichen Verhalten (insbesondere der Aktivität und Bekleidung) bestimmt wird. Damit der Organismus weder auskühlt, noch aufheizt, müssen sich Wärmegewinn und Wärmeabgabe die Waage halten. Die damit verbundene Anpassungsleistung ist ein Maß für die Beanspruchung des Organismus unter den gegebenen thermischen Bedingungen. Beim DWD wird das Klima-Michel-Modell (VDI, 1998) angewendet. Das Klima-Michel-Modell liefert eine Aussage über das durchschnittliche subjektive Empfinden des Menschen (Behaglichkeit, Wärmebelastung, Kältestress). Das thermische Empfinden wird somit berechnet als eine Funktion aus den meteorologischen Variablen Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit, Wasserdampfdruck, mittlere Strahlungstemperatur (berücksichtigt sämtliche Strahlungsflüsse auf den Menschen) und der metabolischen Rate sowie der Wärmeisolation der Bekleidung (vgl.https://www.dwd.de/DE/leistungen/gefahrenindizesthermisch/gefuehltetemp.html).
Abbildung 20: Gefühlte
Temperatur
nach dem Klima-Michel-
Modell
27
6.3 Zielgruppenübergreifende Information und externe Kommunikation
Die Sensibilisierung der Bevölkerung über die Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit sowie
das Wissen über geeignete
Schutzmaßnahmen durch
Information und Kommunikation
sind essentiell für die Umsetzung
von Hitzeaktionsplänen. Wichtig
ist, dass sowohl Informationen zur
Vorbereitung auf Hitzeereignisse
als auch für den akuten Fall, zum
Beispiel während einer Hitzewelle,
bereitstehen.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt
nutzt zur zielgruppengeeigneten
Information während des Sommers
und in Akutphasen u.a. die direkte interne und externe Ansprache über die zuvor aufgeführte
Kommunikationskette. Darüber hinaus
werden die stadteigene Webseite und eine
eigens für Klimathemen eingerichtete
„Klima-Tipps“ Webseite (siehe Abbildung
21), Hitzeflyer sowie Informationskanäle
mittels Pressemitteilungen und Lokal-
zeitungen genutzt. Der öffentliche
Hitzeaktionsplan dient ebenfalls zur
Kommunikation während des Sommers, in
Akutphasen und als Langfristinformation.
Darüber hinaus finden weitere Aktionen
statt um die Bürgerschaft für das Thema
„Hitzevorsorge“ zu sensibilisieren und zu
mobilisieren, siehe Beispiel: Mobiles
Grünes Zimmer (Abb. 22). Das mobile
grüne Zimmer soll die Bürgerschaft über die positiven Effekte
von Begrünung, insbesondere Fassadenbegrünung,
informieren. Begrünte Fassaden tragen zum Temperaturausgleich bei, indem sie durch
Verdunstung Kühlung bereitstellen. Darüber hinaus wirken sie sich positiv auf die Biodiversität
aus, binden Luftschadstoffe und Feinstaub und schützen die Fassade vor negativen Wetter- und
Witterungseinflüssen.
In den Sommermonaten werden Stadtklimarundgänge angeboten. Diese geben zum einen
Aufschluss zu den Aktivitäten der Wissenschaftsstadt Darmstadt im Kontext der Anpassung an
die Klimaerhitzung, zum anderen werden hilfreiche Tipps bereitgestellt, wie sich Bürgerinnen
und Bürger ein hitzeresistentes Eigenheim und
Wohnumfeld schaffen können. Mithilfe einer
Thermalkamera messen die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer Oberflächentemperaturen (Abb. 23)
und erkunden so Hitze-Hot-Spots und Kühlräume
im Stadtgebiet.
Zudem stellt die Wissenschaftsstadt Darmstadt
Informationsflyer und Broschüren rund um das
Thema „Klimaanpassung, Hitzevorsorge und
klimaangepasstes Bauen und Gärtnern“ bereit und
bietet Exkursionen zu Klima- und Umweltthemen
an (siehe folgende exemplarische Auswahl, Abb.
24).
Abbildung 21: Webseite „Klimatipps“, siehe: https://klima.darmstadt.de
Abbildung 22: Mobiles grünes Zimmer
Abbildung 23: Thermalaufnahme einer kühlenden
Grüninsel
28
Abbildung 24: Informationsbroschüren zu Umwelt- und Klimathemen
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt veröffentlicht darüber hinaus frei zugängliche Temperatur-
bzw. Hitzekarten, welche hochauflösend (10 x 10 m) aktuelle Temperaturverteilungen im
Stadtgebiet aufzeigen (siehe Abb. 25). Sie ermöglichen zudem einen Rückblick der letzten
drei Tage und eine Vorhersage der Lufttemperatur für die kommenden sieben Tage. Hierdurch
können sich Bürgerinnen und Bürger über Hitzeverteilungen im Stadtgebiet informieren. Dies
kann bspw. dazu dienen, besonders von Hitze betroffene Stadtgebiete während Hitzephasen zu
meiden bzw. kühle Standorte für mögliche Außenaufenthalte zu lokalisieren oder kühle Wege
ausfindig zu machen.
Abbildung 25: Frei zugängliche Webanwendung „Hitzekarte für Darmstadt“, siehe:
https://www.meteoblue.com/de/products/cityclimate/heatmaps/darmstadt?iframe=tr
ue (Zugriff: 24.04.2024)
29
6.3.1 Verhaltenstipps für die Allgemeinbevölkerung während Hitzephasen
Es sollten laut Deutschem Wetterdienst grundsätzlich folgende 3 Grundregeln beachtet werden:
1. Vermeidung von Hitze!
Gehen Sie nicht in die direkte Sonne!
Gehen Sie nicht in der heißen Zeit nach draußen!
Verschieben Sie körperliche Aktivität im Freien auf die
frühen Morgenstunden!
Suchen Sie kühle Orte auf (z.B. Schwimmbäder)!
2. Halten Sie Ihre Wohnung kühl!
Lüften Sie nur dann, wenn es draußen kühler ist als innen!
Verhindern Sie tagsüber direkte Sonneneinstrahlung (z.B. durch
außenliegenden Sonnenschutz)!
3. Halten Sie Ihren Körper kühl und achten Sie auf ausreichende Flüssigkeits- und
Elektrolytzufuhr!
Tragen Sie luftige, helle Kleidung und eine Kopfbedeckung!
Nehmen Sie eine kühle Dusche!
Trinken Sie ausreichend und regelmäßig!
Weiterführende Gesundheits- und Verhaltenstipps:
Gesundheitsamt:
https://www.gesundheitsam
t-dadi.de/umwelt-
hygiene/hitzeempfehlung
(Zugriff: 15.05.2024)
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe:
https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloa
ds/DE/Mediathek/Publikationen/Flyer/flyer_hitz
e-vorsorge-und-
selbsthilfe.pdf?__blob=publicationFile&v=8
(Zugriff: 15.05.2024)
Umweltbundesamt „Der
Hitzeknigge“
https://www.umweltbundesamt.d
e/en/publikationen/hitzeknigge
(Zugriff: 15.05.2024)
Tipp zur kühlen Dusche: Die Wassertemperatur sollte zunächst auf lauwarm eingestellt werden und dann Schritt für Schritt auf kühlere Temperaturen herunter reguliert werden.
30
6.3.2. Weitere angedachte Maßnahmen
Über die bereits durchgeführten Maßnahmen hinaus sollen im Zuge der Hitzevorsorge weitere
Maßnahmen durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt in die Umsetzung gebracht werden. Hierzu
zählen als angedachte Maßnahmen beispielhaft:
Bereitstellung und Verteilung von zielgruppenspezifischem Informationsmaterial für
Personen der Risikogruppen, deren Pflegende und Angehörige in Form von Flyern (u.a.
Hitzeflyer, „Hitzeknigge“), Postern und Broschüren
Entwicklung eines „Kühlen Stadtrundgangs“
Gezielte Präventionsarbeit zur Sensibilisierung der Stadtgesellschaft zum Thema Hitze
und den gesundheitlichen Auswirkungen
Umsetzung von stadtteilspezifischen Informationsveranstaltungen im Kontext der
Klimaanpassung
Weiterführung & Weiterentwicklung der Angebote zur Versorgung hitzevulnerabler
Personengruppen in Zeiten großer Hitze
Organisation von Erste-Hilfe-Schulungen zur Hitze
Erreichung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen für einen „inklusiven
Bevölkerungsschutz“
Gestaltung eines jährlichen Hitzeaktionstages
Austausch & Vernetzung mit Migrant*innenselbstorganisationen zur Ausrichtung von
Aufklärungsveranstaltungen, Nutzung der Organisationen als Multiplikator und Vermittler
von Hitzethemen sowie die Einbindung von Sozialen Diensten in den
Gemeinschaftsunterkünften
Intensivierung des Austausches mit städtisch geleiteten Gremien (u.a. Arbeitskreis
Migration und Soziale Arbeit (AK MiSo), Arbeitskreis Migration und Gesundheit (AK
MiGe))
6.4 Reduzierung von Hitze in Innenräumen
Zielgruppen der Maßnahme sind maßgeblich Personen, die Räumlichkeiten planen, verwalten
oder nutzen, beispielsweise Eigentümerinnen und Eigentümer, Vermieterinnen und Vermieter,
Mieterinnen und Mieter, Bauträgerinnen und Bauträger, Trägerinnen und Träger öffentlicher
Einrichtungen oder Firmen sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber.
An Arbeitsplätzen, an denen Beschäftigte tätig sind, hat der zuständige Arbeitgeber oder die
zuständige Arbeitgeberin im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung alle für die Gefährdung der
Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten relevanten Faktoren an den betreffenden
Arbeitsstätten zu analysieren und gegebenenfalls Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor
Gefährdungen an der Arbeitsstätte zu veranlassen. Das betrifft auch Gefährdungen durch
natürliche (und künstliche) Klimafaktoren wie eine erhöhte Raumtemperatur aufgrund
klimatischer Hitzeentwicklungen. Bei der Auswahl, Umsetzung und Überprüfung geeigneter
Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten hat der Arbeitgeber die bestehenden rechtlichen
Vorgaben des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG), der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und
deren Technisches Regelwerk, insbesondere die ASR A3.5 „Raumtemperatur“, zu beachten
[Hessisches Ministerium für Soziales und Integration 2023].
31
Die Landesenergieagentur (LEA)
informiert mit einem Leitfaden
zum sommerlichen Wärme-
schutz in Unternehmen,
kommunalen Verwaltungen und
öffentlichen Einrichtungen zum
Schutz von Angestellten, siehe:
Weblink: https://redaktion.hessen-
agentur.de/publication/2023/3975_Som
merlicher-Wrmeschutz-Broschre_neu.pdf
(Zugriff: 15.05.2024)
Vergleichbare Maßnahmen werden außerdem basierend auf dem
Arbeitsschutzgesetz in sozialen und öffentlichen Einrichtungen
getroffen. Dazu zählen Einrichtungen des Gesundheits-, Erziehungs-
und Bildungswesens sowie Wohneinrichtungen und soziale
Anlaufstellen.
Kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Reduzierung von Hitze in
Innenräumen haben zum Ziel, die Innenraumtemperatur während
hoher Temperaturen im Außenbereich auf einem für die Gesundheit
erträglichen und somit unschädlichen Niveau zu halten. Kurzfristige
Maßnahmen beinhalten Empfehlungen zum Verhalten sowie einfache
technische Möglichkeiten, beispielsweise das Verdunkeln der
Räumlichkeiten mit Jalousien, das Aufsuchen kühler Räumlichkeiten in der Wohnung oder das
Lüftungsverhalten. Maßnahmen wie die Schaffung eines grünen Wohnumfeldes,
Gebäudebegrünung oder die Installation von Wand- und Dachisolierungen und außenliegendem
Sonnenschutz sind gebäudebezogen und zählen zu den perspektivisch mittel- und langfristig
ausgelegten Maßnahmen [Hessisches Ministerium für Soziales und Integration 2023].
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt bietet im Kontext von
Entsiegelungen und Gebäudebegrünungen ein kostenfreies,
webbasiertes Gründach- und Entsiegelungskataster an. Hierin können
sich Bürgerinnen und Bürger ganz einfach per Mausklick informieren,
wo sich Potentiale zur Entsiegelung und Dachbegrünung auf dem
eigenen Grundstück oder Gebäude befinden.
Abbildung 26: Frei zugängliche Webanwendung „Gründach- und
Entsiegelungskataster“
Weblink:
https://www.gpm-webgis-
13.de/geoapp/kataster/darmstadt
(Zugriff: 15.05.2024)
Die Darmstädter Broschüre „Klima- und naturbewusstes Planen und Bauen“ fasst darüber
hinaus wertvolle Tipps u.a. zum sommerlichen Wärmeschutz, Dämmmöglichkeiten der Fassade,
Dach und Keller sowie zum klimaangepassten Bauen unter Berücksichtigung von Wohnumfeld-
und Gebäudebegrünungen, Wohnungslüftungssystemen und aktive Kühlung bspw. mittels
Wärmepumpe zusammen (siehe Abbildung 27).
32
Weblink: https://www.darmstadt.de/fileadmin/PDF-
Rubriken/Broschuere_nachhaltigesPlanen_Bauen.pdf
(Zugriff: 15.05.2024)
Abbildung 27: Broschüre „Klima- und naturbewusstes Planen und Bauen“ (2023)
Bei allen Maßnahmen spielt auch die
Energieeffizienz eine Rolle. Energieeffizient gebaute
oder modernisierte Gebäude senken nicht nur den
Heizenergiebedarf, sondern sorgen auch für
behaglichere Temperaturen und weniger
Kühlbedarf. Da Wärmeschutz im Winter auch
Hitzeschutz im Sommer ist.
Hierzu bietet die Wissenschaftsstadt Darmstadt den
sog. „Modernisierungskonvoi“ an. Dieser ist eine
kostenlose Initialberatung für Eigentümer*innen von
Wohngebäuden und eine zentrale Maßnahme im
Bereich des Klimaschutzes der Wissenschaftsstadt
Darmstadt. Ausgangspunkt ist eine Ortsbegehung
der Immobilie durch fachkundige, zertifizierte
Energieeffizienz-Expert*innen. Nach einer
Bestandsaufnahme des Gebäudes hinsichtlich des
Energieverbrauchs, der Heiztechnik, des
Sanierungszustands und weiterer Aspekte
erarbeiten die Energieberater*innen kostenlos
Empfehlungen beispielsweise zu zielführenden
Sanierungsmaßnahmen, Heizungstausch oder
passenden Förderprogrammen. Außerdem
bekommen teilnehmende Eigentümer*innen seit
diesem Jahr zusätzlich Informationen zu nachwachsenden Baustoffen, Solarenergienutzung oder
Begrünungsmaßnahmen. Alle anfallenden Kosten dieser Initialberatung übernimmt die
Wissenschaftsstadt Darmstadt.
6.5 Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme unter besonderer
Berücksichtigung von Risikogruppen
Die Beachtung besonders durch Hitze gefährdeter Menschen und ihrer spezifischen Belange ist
im Rahmen des Darmstädter Hitzeaktionsplans besonders essentiell. Bei diesen sogenannten
vulnerablen Gruppen sind die Gesundheitsrisiken durch Hitze deutlich höher als beim Rest der
Bevölkerung, z.B. durch schon bestehende Gesundheitsprobleme oder stärkere Exposition,
Modernisierungskonvoi:
Weblink: https://effizienz-klasse.de/Kommunen/Modernisierungskonvoi (Zugriff: 15.05.2024)
33
beispielsweise aufgrund von Arbeitszeiten im Freien oder bei Obdachlosen. Auch ist für diese
Personen das Risiko, im Zusammenhang mit Hitze zu sterben, höher. Oft kommt eine besondere
Hilfsbedürftigkeit hinzu, da sich die Angehörigen mancher vulnerablen Gruppen selbst nicht so
gut bzw. teilweise sogar gar nicht selbstständig vor Hitze schützen können (z. B. Säuglinge und
kleine Kinder, bettlägerige oder schwer kranke Menschen, Menschen mit körperlicher oder
geistiger Behinderung, suchtkranke Menschen etc.). Sie sind in Zeiten extremer Hitze auf die
qualifizierte Hilfe anderer angewiesen [Pfalzgraf et al. 2022]. Der Handlungsbedarf ist mit Blick
auf diese vulnerablen Personengruppen besonders hoch. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt
sowie ihre verantwortlichen Stellen, Akteurinnen und Akteure haben hier eine besondere
Verantwortung bzgl. Sensibilisierung bzw. Ausbildung und – falls erforderlich – auch Ausstattung.
Mit dem Wissen über die Gegebenheiten und Strukturen vor Ort können bedarfsgerechte
Maßnahmen ergriffen werden, um besonders gefährdete Menschen bestmöglich zu erreichen, zu
sensibilisieren und zu schützen.
Besonders gefährdete Menschen:
Ältere Menschen
pflege- und betreuungsbedürftige Menschen
Menschen mit Behinderungen (insbesondere Menschen mit Lernbehinderungen oder
geistigen Behinderungen, gehörlose Menschen sowie Menschen mit hohem
Unterstützungsbedarf)
Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen (physisch/psychisch)
Menschen mit akuten Gesundheitsproblemen
Menschen mit bestimmter Medikation
Sozioökonomisch benachteiligte Menschen
Schwangere, Ungeborene, Säuglinge
Jüngere Menschen und Kleinkinder
obdachlose Menschen und Menschen in prekären Wohnverhältnissen
Menschen in Berufen mit erhöhter Exposition
Menschen mit Sport- und Freizeitaktivitäten in erhöhter Exposition [Hessisches Ministerium
für Soziales und Integration 2023]
Die Bildung und Nutzung von Netzwerken behördlicher sowie nicht-behördlicher Akteurinnen und
Akteuren vor Ort ist dabei essentiell. Zur Erarbeitung zielgruppenspezifischer Empfehlungen und
Handlungsansätze können in Darmstadt bestehende Arbeitsstrukturen genutzt werden (bspw.
Fachkonferenz Wohnungslosenhilfe, Fachkonferenz Altenhilfe, Arbeitsgruppe inklusives
Darmstadt (AiDA)). Es handelt sich hierbei um kooperative Fachgremien in denen Verwaltung,
freie Träger und Selbstvertretungen regelhaft mitwirken.
6.5.1 Ältere Menschen
Ebenso vor dem Hintergrund unserer immer älter
werdenden Gesellschaft ist es wichtig, die zunehmende
Anzahl der aufgrund des Alters durch Hitze gefährdete
Menschen zu beachten. Ältere Menschen sind die
Personengruppe, die die höchsten Gesundheitsrisiken
durch Hitze aufweist. Nach wissenschaftlichen Studien
zählen zu dieser vulnerablen Gruppe Personen ab dem
65. Lebensjahr. Die Risiken steigen dann noch einmal
deutlich für Menschen ab 75 bzw. 80 Jahren
(„Hochaltrige“). Ihr Anteil an den Menschen, die an
Hitzefolgen sterben, ist hoch. Bei älteren Menschen setzt die natürliche Regulierung der
Körpertemperatur oft zu spät und zu gering ein, was die Wärmeabgabe erschwert. Mit
zunehmendem Alter nimmt häufig das Durstgefühl ab, wodurch auch ein bereits vorhandener
Flüssigkeitsmangel schwerer regeneriert wird. Risiken für eine Schwächung der Leistungen des
Herz-Kreislauf-Systems sind erhöht. Da ältere Menschen oft mehrere Risikofaktoren aufweisen
(z. B. Vorerkrankung der Atemwege, Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes oder
34
Übergewicht) (BMG 2019) gehören sie relativ häufig mehreren vulnerablen Gruppen an, was ihr
Risiko vervielfacht [Pfalzgraf et al. 2022].
Ältere bzw. isoliert lebende Menschen sind oft in ihrer Mobilität eingeschränkt, empfinden
weniger Durst, registrieren negative Folgen von Hitze nicht immer und fühlen sich oft gar nicht
von der Hitze betroffen. Hitze kann bei älteren Menschen zu erheblichen gesundheitlichen
Problemen führen (u.a. Hitzeerschöpfung, Hitzschlag).
Zudem stellt sich hier häufig die Frage der Erreichbarkeit, denn insbesondere alleinlebende
ältere Menschen sind nicht immer an das soziale Netzwerk und/oder in Hilfesysteme (z.B.
Nachbarschaften, Pflegedienste) eingebunden. Auch eine Wohnung im Dachgeschoss oder eine
Wohnung mit Südlage, die nur schlecht schattiert werden kann, kann für ältere Menschen bei
extremer Hitze ein Nachteil sein. Zudem können gesundheitliche Vorbelastungen, wie
Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislaufsystems, Diabetes und Übergewicht ein
zusätzliches Risiko darstellen.
In vielen Fällen kann der Hitzebelastung bei älteren Menschen durch spezifische Maßnahmen
entgegengewirkt werden. Hierzu eine beispielhafte Auflistung:
Zunahme der Trinkmenge (Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen)
Anpassung der Ernährung: Zuführung leichter Kost, wie Obst und Gemüse; Vermeidung
von Fett und Fleisch in großen Mengen
Abkühlung des Körpers (Duschen, Arm-/Fuß-Bäder etc.)
Abkühlung der Wohnung (schattieren, nächtliches lüften, Aufhängen feuchter Tücher,
Ventilatoren etc.)
Anpassung der Kleidung (leichte und luftige Kleidung, Tragen einer Kopfbedeckung)
Anpassung des Verhaltens (Verlegung der Aktivitäten, z.B. Spazierengehen, Einkäufe
etc. in die frühen Morgen- und Abendstunden, Vermeidung großer Anstrengung)
Vermeidung besonders heißer Orte (z. B. Asphalt- oder Betonflächen mit direkter
Sonneneinstrahlung)
Anpassung der Medikation (z.B. Blutdruckmedikamente)
Frühjahrs-Check-Up
Organisation eines Netzwerkes von Helfern (Verwandte, Freunde, Nachbarn etc.) und die
Koordination durch den Hausarzt
Zur niederschwelligen
Aufzeigung möglicher
Maßnahmen für ältere bzw.
isoliert und alleinlebende
Menschen sowie pflege- und
betreuungsbedürftige
Menschen höheren Alters hat
das Robert-Bosch-Krankenhaus
in Stuttgart den Hitzeflyer „Alter
+ Hitze, Tipps für ältere
Menschen“ herausgebracht,
welcher u.a. auch über das
Bundesgesundheitsministerium
bereitgestellt wird. Die in leicht
verständlicher Sprache
geschriebene Broschüre gibt
zahlreiche Verhaltenstipps für
Phasen mit extremer Hitze.
Weblink:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de
/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Praevention
/Broschueren/Alter_und_Hitze_RBK_BMG.pdf
Im Zuge der Hitzevorsorge soll die hitzevulnerable Gruppierung „ältere Menschen“ besondere
Aufmerksamkeit erfahren. Dem Thema Hitze wird sich daher in Fachgremien wie der
Fachkonferenz Altenhilfe angenommen und ggf. Maßnahmen zur Hitzeschutzprävention für
Senior*innen abgeleitet.
35
6.5.2 Pflege- und betreuungsbedürftige Menschen in Pflegeeinrichtungen
Ein besonderer Fokus der Hitzevorsorge liegt auf pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen
in Pflegeeinrichtungen. In Darmstadt gibt es aktuell 17 Pflegeeinrichtungen Alterspflege, 13
vollstationäre Einrichtungen und 4 teilstationäre Einrichtungen. Einrichtungen und Dienste in
Altenhilfe und Pflege nutzen vielfach heute bereits die von Seiten des Regierungspräsidiums
Gießen veröffentlichten „Handlungsempfehlungen für Pflegeheime der Betreuungs- und
Pflegeaufsicht“ (siehe weiterführende Literatur).
Weiterführende Literatur:
Handlungsempfehlungen für Pflegeheime der
Betreuungs- und Pflegeaufsicht Hessen
Weblink:
https://rp-giessen.hessen.de/sites/rp-
giessen.hessen.de/files/2022-
04/broschuere_handlungsempfehlungen_hitzeperioden_bf.pdf
Wissenschaftliche Handreichung des LMU
Klinikums München mit einem speziell auf
stationäre Pflegeeinrichtungen zugeschnittenen
Maßnahmenplan
Weblink:
https://www.klinikum.uni-muenchen.de/Bildungsmodule-
Aerzte/download/de/Klima3/Massnahmenplan/neu/LMU_Klinik
um-Hitzemassnahmenplan_ONLINE.pdf
6.5.3 Menschen mit Behinderungen
Die Risiken für Menschen mit Behinderungen sind sehr
unterschiedlich und können mit Faktoren aus anderen
Risikogruppen zusammenfallen. Die folgende Übersicht fasst
die zentralen Risiken in kurzer Form zusammen. Ausführliche
Gefährdungen und Anpassungen sollten der Fachliteratur
entnommen werden.
Für Menschen mit Sehbehinderung und/oder
Hörbehinderung besteht sofern sie nicht gesundheitlich
vorbelastet sind – kein erhöhtes Risiko durch Hitze. Um
sich über allgemeine Hitzefolgen und Hitzeschutz
informieren zu können, braucht es jedoch mehr
Informationen in Brailleschrift, Audioformaten und Gebärdensprache.
Menschen mit körperlichen Behinderungen tragen potentiell ein erhöhtes Risiko durch
mangelnde Barrierefreiheit. Sie benötigen vor allem einen barrierefreien Zugang zu
öffentlichen Räumen, die Abkühlung verschaffen, sowie zu Trinkwasserbrunnen und
öffentlichen Toiletten. Das individuelle Risiko hängt vom Grad der Mobilität ab. Durch die
stärkere Reizung der Haut durch Hilfsmittel bei Hitze besteht ein erhöhtes Risiko für
Infektionen und Druckstellen. Hilfsmittel wie Rollstühle, Korsetts oder Prothesen müssen
unter Umständen angepasst werden, um Druckstellen bei vermehrtem Schwitzen und/oder
Verbrennungen durch aufgeheizte Materialien zu vermeiden.
Menschen mit kognitiver Behinderung sind sich mitunter der Gefahren durch Sonne und
Hitze nicht bewusst und können Schutzmaßnahmen nicht eigenständig umsetzen. Zudem
können sprachliche und räumliche Barrieren ein Risiko darstellen. Für Menschen mit
36
kognitiven Einschränkungen sollen im Zuge der Hitzevorsorge Informationen zu Hitzefolgen
und Hitzeschutz in Leichter Sprache aufbereitet werden. Fachkräften und Angehörigen, die
Menschen mit kognitiven Einschränkungen unterstützen oder betreuen, kommt eine
tragende Rolle beim Hitzeschutz zu. Sie müssen mit den gängigen Hitzeschutzmaßnahmen
vertraut sein, um einen effektiven Schutz der Betroffenen sicherstellen zu können und
müssen die Tagesabläufe entsprechend anpassen. Hierfür ist eine verstärkte Öffentlichkeits-
arbeit und die Bereitstellung von Informationsangeboten notwendig.
6.5.4 (Chronisch) Kranke Menschen
Akut kranke Menschen und Menschen mit chronischen (Vor-)Erkrankungen sind bei Hitze
besonders gefährdet. Chronische Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, Lungenkrankheiten,
Krebsbehandlungen, Übergewicht, Diabetes und Unterernährung, Alzheimer und Demenz sowie
Allergien etc. verstärken die Hitzevulnerabilität. Wer krank ist, ist tendenziell geschwächt und
daher anfälliger gegenüber Extremtemperaturen. Der Gesundheitszustand von Menschen mit
bestehenden Vorerkrankungen (wie Stoffwechsel- oder kardiovaskulären Erkrankungen) kann
sich bei Hitze verschlechtern. Das Risiko für Herzinfarkte steigt. Auch z.B.
Atemwegserkrankungen können durch Hitze verschlimmert werden. Bei der Einnahme von
Medikamenten können bei Hitze Neben- und Wechselwirkungen der Wirkstoffe (Multimedikation)
ausgelöst werden. Einige Medikamente können die zentrale Temperaturregulierung verändern,
wichtige körperliche Anpassungsmaßnahmen verhindern oder Schläfrigkeit hervorrufen.
Blutdruck und die Nierenfunktion kann sich durch die Einnahme von Medikamenten (wie z. B.
bei Mitteln gegen Parkinson, Antidepressiva, Betablocker sowie Antiepileptika) bei Hitze
verändern [WHO 2019, DEGAM 2020, Haefeli/Czock 2020]. Neben den kranken Menschen selbst
fokussiert sich die Sensibilisierung dieser vulnerablen Gruppe auf die Ärzteschaft, Apotheken
und weiteres medizinisches Personal und Selbsthilfegruppen.
Gesundheitshinweise Weltgesundheitsorganisation:
Weblink:
https://iris.who.int/bitstream/handle/10665/341625/WHO-
EURO-2021-2510-42266-58732-ger.pdf (Zugriff: 15.05.2024)
Handlungsempfehlungen der Deutschen
Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familien-
medizin (DEGAM):
Weblink: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-
052 (Zugriff: 15.05.2024)
Inklusiver Hitzeschutz:
Mehr Informationen zu Hitzeschutz in Einrichtungen der
Behindertenhilfe, Krankenhäusern und Werkstätten für Menschen
mit Behinderungen können auf der Seite des Beauftragten der
Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen
eingesehen werden.
Weblink:
https://www.behindertenbeauftragter.de/SharedDocs/DerBeauftragteAktuell/DE/AS/
2022/20220802_Hitzeschutz_Inklusiv.html (Zugriff: 15.05.2024)
37
6.5.5 Soziökonomisch benachteiligte Menschen
Die Belastungsfaktoren sind gesellschaftlich ungleich verteilt. So leiden zum Beispiel
sozioökonomisch benachteiligte Menschen deutlich häufiger an chronischen Erkrankungen und
sind dadurch einem höheren Risiko ausgesetzt, durch Hitze weitere gesundheitliche Schäden zu
erleiden. Gleichzeitig leben sie oft in ungünstigen Verhältnissen, zum Beispiel in schlecht
isolierten Wohnungen oder an vielbefahrenen Straßen, und verfügen über weniger Ressourcen,
um mit der Belastung umzugehen (zum Beispiel mangelnde finanzielle Mittel für energetische
Sanierung). Hitze kann gesundheitliche Ungleichheit weiter erhöhen, weshalb die Verbesserung
gesundheitlicher Chancengleichheit als Querschnittsaufgabe einen zentralen Bestandteil des
Darmstädter Hitzeaktionsplans einnimmt.
6.5.6 Schwangere, Ungeborene, Säuglinge
Diese vulnerable Gruppe umfasst Schwangere, die ungeborenen Babys, des Weiteren die Mütter
im Wochenbett (6-8 Wochen nach Geburt) sowie Säuglinge (1. Lebenstag bis 1. Geburtstag).
Schwangere können bei Hitze stark belastet sein, da ihre Fähigkeit zur
Körpertemperaturregulation beeinträchtigt ist [Kuehn & McCormick 2017]. Auch ist die Haut von
Schwangeren aufgrund der Hormonumstellung gegenüber der Sonneneinstrahlung besonders
empfindlich. Schließlich kann sich Hitze negativ auf die mentale Gesundheit von Schwangeren
und Müttern nach der Geburt auswirken (depressive Stimmung, Antriebslosigkeit). Das birgt die
Gefahr der fehlenden Bewegung und der sozialen Isolation. Das zunehmende Gewicht des Fötus
sowie Begleiterscheinungen der Schwangerschaft (wie Kreislaufprobleme, Schlafstörungen)
können zu einer erhöhten Vulnerabilität führen und sind eng mit dem Wohlergehen des
Ungeborenen gekoppelt. Außerdem können erhöhte Temperaturen zu
Schwangerschaftskomplikationen führen. Bekannt sind inzwischen Zusammenhänge von
Hitzeperioden und Früh-, Totgeburten und geringem Geburtsgewicht [Samuels u.a. 2022].
Frühgeburten gehen mit vielen akuten und langfristigen Risiken für die Kinder einher. Liegen bei
der Schwangeren zusätzliche Risikofaktoren (wie Übergewicht, Bluthochdruck) vor, ergibt sich
daraus ein zusätzliches Risiko. Stillende Mütter müssen an heißen Tagen auf ausreichend
Flüssigkeitszufuhr achten. Eine starke Überwärmung des Kopfes durch direkte
Sonnenbestrahlung kann zu Sonnenstich (damit: Reizung der empfindlichen Hirnhäute unter der
Schädeldecke) führen. Säuglinge sind wegen ihrer geringen Kopfbehaarung, der dünnen
Schädeldecke und der Knochenlücken am Schädel (offene Fontanelle) besonders gefährdet.
Akteurinnen und Akteure, die mit Schwangeren, Ungeborenen und Säuglingen arbeiten sind z.
B.: Hebammen, Geburtshäuser, Geburtskliniken, Gynäkolog*innen und Kinderärzt*innen
[Pfalzgraf et al. 2022]. Ziel des Hitzeaktionsplans ist es, diese Akteurinnen und Akteure für das
Thema zu sensibilisieren. Hierzu zählen neben den genannten Personengruppen auch die Mütter
selbst.
Die Mütterberatung hat auf ihrer
Webseite Verhaltenstipps für
Schwangere im Sommer während
Hitzephasen aufgeführt, siehe:
Weblink:
https://www.muetterberatung.de/schwanger-
im-sommer-tipps-wohlfuehlen-auch-bei-hitze
(Zugriff: 15.05.2024)
38
6.5.7 Kleinkinder, Kinder, Schulkinder
Kinder und insbesondere Kleinkinder gehören zu den vulnerablen
Personengruppen bei Hitze. Die Fähigkeit zu Schwitzen ist bei
Kindern bis zur Pubertät geringer ausgeprägt als bei Erwachsenen
(WAGNER 2015). Aufgrund dieser eigeschränkten Fähigkeit der
Wärmeregulation steigt die eigene Körpertemperatur bei steigenden
Umgebungstemperaturen an (BZgA 2022b). Gleichzeitig ist das Herz-
Kreislauf-System bei Kindern noch in der Entwicklung. In Folge
leiden Kleinkinder häufiger unter Hitzebeschwerden. Dazu gehören
beispielsweise Sonnenstich, Fieber oder Symptome der
Hitzeerschöpfung (BZgA 2022b). Bei Kleinkindern besteht zudem eine
höhere Gefahr für Dehydrierung und Durchfall bei Hitze (WHO
2019). Außerdem ist die Haut von Kindern noch sehr dünn und
daher besonders empfindlich gegenüber der UV-Strahlung (BZgA
2022b). Zudem sind Kinder abhängig von der Fürsorge ihrer
Betreuungspersonen. Wenn die Verantwortlichen nicht über Hitzeschutzmaßnahmen informiert
sind, stellt dies eine weitere Gefahr dar [Metens & Hob-Corzilius 2020]. Kinder und Jugendliche
können darüber hinaus nicht so selbstbestimmt wie
Erwachsene ihren Tagesablauf gestalten. Darüber
hinaus können ggf. in Bildungseinrichtungen und Kitas
sehr viele Personen im Innenraum zusammenkommen.
Dies bedeutet ein besonderes Problem des
Hitzemanagements in diesen Einrichtungen. Kinder
und Jugendliche mit Vorerkrankungen und
Übergewicht sind zudem besonderes anfällig für
hitzebedingte Erkrankungen. Akteurinnen und Akteure,
welche in ihrem Umfeld mit Kindern arbeiten sind,
neben den Eltern selbst: Schulen, Kitas, Pädagogische
Fachkräfte, Sport- und Freizeitvereine sowie
Sozialarbeiter*innen.
Neben Schulen (43 öffentliche Schulen, 11
Privatschulen) und Angeboten der offenen Kinder- und
Jugendarbeit sowie Kinder, welche sich in
Heimerziehung befinden, verfügt Darmstadt über 139
Kinderbetreuungseinrichtungen in freier,
konfessioneller und öffentlicher Trägerschaft für Kinder
im Bereich U3, Ü3 und Hort. Diese werden vor
anstehenden Hitzewellen von der zuständigen Stelle
des Jugendamts und des Schulamts informiert. Die
Information der Kinderbetreuungseinrichtungen liegt in
der Trägerverantwortung und bildet einen Teil der
Gefährdungsbeurteilung. Für die Wissenschaftsstadt
Darmstadt als Träger ist das Qualitätsmanagement in
Kitas für die Kommunikation und Sensibilisierung für
Maßnahmen bei Hitzewarnungen zuständig. Dazu hat
unter anderen die Abteilung Kinderbetreuung des
Jugendamtes einen Flyer für Kitas entwickelt, der bei
akuten Hitzewarnungen an die städtischen
Kindertagesstätten ausgehändigt wird (siehe Abb. 28).
Im Folgenden wird weiterführende Literatur zu
hitzevorsorgenden Maßnahmen in Kitas und Schulen
aufgeführt. Die aufgeführten Tipps eignen sich generell
auch für die Sensibilisierung von Eltern und
Erziehungsberechtigten.
Abbildung 28: Hitzeflyer für Kitas der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
39
Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung:
Tipps für Kitas und Schulen
mit Erklärvideos, Flyern,
Broschüren, Infografiken,
Sharepics und
Unterrichtsmaterialien:
Weblink:
https://www.klima-mensch-
gesundheit.de/hitzeschutz/kit
as-und-schulen (Zugriff:
15.05.2024)
Bundesamt für Strahlenschutz:
Sonnenschutz für Kinder in
Kindergarten und Grundschule:
Weblink:
https://www.bfs.de/SharedDoc
s/Downloads/BfS/DE/broschu
eren/unterricht-uv/brosch-
eltern-gs-
online.pdf?__blob=publicationFi
le&v=13 (Zugriff: 15.05.2024)
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V:
Handlungsempfehlungen für
KITAs zum Umgang mit
Hitzewellen:
Weblink:
https://www.uni-
potsdam.de/fileadmin/project
s/extrass/Kita_Hitze.pdf
(Zugriff: 15.05.2024)
6.5.8 Obdachlose Menschen / Menschen in prekären Wohn- und Lebensverhältnissen
Wer über keinen Wohnraum verfügt
(Wohnungslosigkeit) oder im öffentlichen Raum („auf
der Straße“) leben und übernachten muss, ist auch
während Hitzeperioden besonderen
Herausforderungen ausgesetzt. Die Betroffenen sind
bei Hitze aufgrund fehlender Verschattung,
Sonnenschutz und unzureichender Flüssigkeitszufuhr
besonders gefährdet [WHO 2019]. Hitzetypische
Krankheitssymptome treten bei dieser Gruppe häufig
auf. Durchgeschwitzte Kleidungen erschweren zudem
die Heilung von möglichen offenen Wunden [Diakonie
Baden 2021]. Bei obdachlosen Menschen bestehen häufig Vorerkrankungen und teilweise auch
eine schwere Substanzabhängigkeit, sodass eine zusätzliche Verwundbarkeit auftritt. Dazu
kommt, dass vielen obdachlosen Menschen aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität der Zugang
zur medizinischen Versorgung erschwert ist. Ist eine Versorgung im Krankenhaus nötig, so gilt,
dass die Kommune, in der/die Betroffene sich am Längsten oder auch zuletzt aufgehalten hat,
über das Sozialamt die Behandlungskosten übernehmen muss, falls kein Anspruch gegenüber
einer Krankenkasse besteht. In der Praxis kommt es oft nicht dazu, dass Betroffene von sich aus
im Krankenhaus (rechtzeitig) Hilfe suchen [Pfalzgraf et al. 2022]. Ziel der Hitzevorsorge für diese
Zielgruppe ist die verstärkte Sensibilisierung der betroffenen Personen selbst sowie von
Akteurinnen und Akteuren welche mit Menschen, die von Obdach- oder Wohnungslosigkeit
betroffen sind, arbeiten. Dies sind in erster Linie Sozialarbeiter*innen, Wohlfahrtsverbände,
Trägerwerke, Soziale Dienste sowie die Wohnungsnotfallhilfe.
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt arbeiten die Träger der Wohnungslosenhilfe seit vielen
Jahren im Netzwerk der Fachkonferenz Wohnungslosenhilfe unter Leitung des Amtes für Soziales
und Prävention zusammen und stellen gemeinsam bedarfsgerechte Unterstützungsleistungen
für den Personenkreis sicher. Maßnahmen zu Hitze- sowie Kälteschutz wurden bereits entwickelt
und umgesetzt.
Die Wohnungsnotfallhilfe des Diakonischen Werks Darmstadt-Dieburg betreibt bspw. vier
Einrichtungen: die Teestube „Konkret“ in der Alicenstraße 29, wo es auch eine Fachberatung
und tagsüber Aufenthaltsmöglichkeiten gibt, das Wohn- und Übernachtungsheim „Z 14“ für
wohnungslose Männer am Zweifalltorweg 14, in der Nähe des Hauptbahnhofs, das
Übergangswohnhaus für wohnungslose Frauen im Benzweg 6, und das „MuKiS“ in der Otto-
40
Röhm-Straße 26 für wohnungslose Frauen mit kleinen Kindern sowie für Schwangere. Dort
werden das ganze Jahr über Duschmöglichkeiten, auch zur Abkühlung im Sommer angeboten,
bzw. Möglichkeiten für Aufenthalte, natürlich auch tagsüber, um der mittäglichen Hitze und
Sonneneinwirkung zu entgehen. Das Diakonische Werk verteilt bei Hitze vermehrt Wasser an die
Besucherinnen und Besucher. Zudem werden zum Hitze- und Sonnen- bzw. UV-Schutz
Sonnencreme und Kopfbedeckungen verteilt. In der Teestube wird bei Hitze auch selbst
gemachter Eistee ausgegeben, um die Besucherinnen und Besucher mit Flüssigkeit zu
versorgen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Streetworkabteilung „Scentral“ sind darüber
hinaus in der Stadt unterwegs, um Getränke und Sonnenschutzmittel an Wohnungslose
auszugeben. Die Obdachlosen werden zudem darauf hingewiesen, in Hitzephasen weniger bzw.
keine alkoholischen Getränke zu sich zu nehmen. Es wird zudem informiert, wo sich kühle
Standorte in der Stadt befinden und wo man sich kostenlos Abkühlung verschaffen kann (bspw.
Arheilger Mühlchen).
Im Sommer organisieren Streetworker bereits heute sogenannte „Wasserrunden“ mit
Lastenrädern, das sind Versorgungsfahrten, bei welchen es hauptsächlich darum geht, vor allem
Abhängigen Wasser zur Verfügung zu stellen. Drogen dehydrieren stark, gerade bei hohen
Temperaturen sind Kreislaufprobleme damit absehbar. Die Streetwork des Scentral (Regionale
Diakonie Darmstadt) versucht, solchen gesundheitlichen Konsumfolgen mit entsprechenden
Maßnahmen direkt entgegenzuwirken.
Zum Erreichen der weiter entfernten Ziele stellt die Fahrradwerkstatt der Teestube für
Obdachlose kostenlos Fahrräder zur Verfügung. Bei der Obdachlosenhilfe ist darüber hinaus
auch ehrenamtliches Engagement gefragt, so kann die Zivilgesellschaft hier mittels des
Verschenkens von Wasserflaschen, Kopfbedeckungen oder Sonnencreme positiv Einfluss
nehmen. Für weitere Hilfe kann Kontakt zur Obdachlosenstelle beim Amt für Soziales und
Prävention der Stadt Darmstadt unter der Telefonnummer 06151/13-3277 und außerhalb der
Dienstzeiten an das Diakonische Werk, Zweifalltorweg 14, unter der Tel. Nr.: 06151-926250
aufgenommen werden.
6.5.9 Menschen in Berufen mit erhöhter Exposition & Arbeitsschutz in Innenräumen
Menschen, die im Freien arbeiten, sind beispielsweise im
Baugewerbe, in der Land- und Forstwirtschaft, Polizei,
Feuerwehr, Rettungsdienst, Post- und Paketzustellung,
Gartenbau und Grünflächenpflege, Straßenreinigung,
Abfallentsorgung oder in der Gastronomie tätig. Obgleich sie
keine typische Risikogruppe darstellen, sind diese Menschen
teilweise extremer Hitze- und UV-Exposition ausgesetzt und
bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Bei hohen
Temperaturen sinkt die Arbeitsleistung gegenüber Tagen mit
normalen Bedingungen. Gleichzeitig leidet die
Arbeitsqualität; die Fehlerhäufigkeit und das Unfallrisiko
steigen. Arbeitgeber*innen müssen daher die
Arbeitsbedingungen anpassen (z.B. durch Anpassung der
Arbeitszeit und Pausenregelung).
Im Folgenden wird weiterführende Literatur zum Sonnen- und Hitzeschutz bei Arbeiten „im
Freien“ aufgeführt.
41
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
(DGUV):
https://forum.dguv.de/ausgabe/7-
2020/artikel/hitze-und-uv-schutz-bei-der-arbeit-
im-freien
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/dow
nload/article/3049
https://www.dguv.de/de/praevention/klimawan
del/hitze-und-trockenheit/index.jsp
Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft:
https://www.klima-mensch-
gesundheit.de/fileadmin/Mediathek_Dateien/BGBau_S
onnenschutz_beim_Arbeiten_im_Freien.pdf
Um die Sicherheit der Beschäftigten an ihren Arbeitsplätzen zu gewährleisten und sie vor
gesundheitlichen Gefährdungen zu schützen, sind die bestehenden rechtlichen Vorgaben,
insbesondere der Arbeitsstättenverordnung und ihres Technischen Regelwerks wie der ASR A3.5
„Raumtemperatur“ zu beachten [Hessisches Ministerium für Soziales und Integration 2023]. Nach der
Technischen Regel für Arbeitsstätten soll die Lufttemperatur in Arbeitsräumen +26 °C nicht
überschreiten. Werden diese durch Sonneneinstrahlung überschritten, müssen geeignete
Sonnenschutzsysteme zur Beschattung eingesetzt werden (z. B. Außenjalousien). Bei
Temperaturen über + 26 °C gelten besondere Regelungen. Überschreitet die
Raumlufttemperatur trotz Sonnenschutzsystem + 26 °C sollen ergänzende Maßnahmen
umgesetzt werden. Bei Überschreitung einer Lufttemperatur im Raum von + 30 °C müssen
wirksame Maßnahmen erfolgen, um die Beanspruchung der Beschäftigten zu reduzieren. Dabei
sind technische und organisatorische den personenbezogenen Maßnahmen vorzuziehen.
6.5.10 Menschen, die Sport- und Freizeitaktivitäten mit erhöhter Exposition ausüben
Die Risiken durch Sport und körperlich anstrengende
Freizeitaktivitäten bei Hitze sind nicht zu
unterschätzen. Neben Sonnenbrand durch zu
intensive Sonnenexposition kann es bei zu starken
Belastungen zu Hitzekrämpfen, Hitzeerschöpfung
und zu einem Hitzschlag kommen. Diese
Symptome entstehen durch den Verlust von
Elektrolyten und Wasser, aber auch durch direkte
Sonneneinstrahlung, eine falsche Kleiderwahl sowie
die Unfähigkeit des Körpers, die Temperatur
weiterhin zu regulieren. Diese Erscheinungen sind in
Hitzephasen ernst zu nehmen. Deswegen sollte der Sport bei den kleinsten Anzeichen, wie sehr
starkem Schwitzen, Muskelkrämpfen, Magen- oder Darmkrämpfen, erhöhte Körpertemperatur,
Leistungsabfall, Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen, Schwindel, allgemeine Unruhe,
Nackensteife oder sehr hohem Puls sofort abgebrochen werden. Darüber hinaus sollte das
sportliche Verhalten angepasst werden. Ein Großteil der Empfehlungen hat auch für Erwachsene
Gültigkeit.
42
6.5.11 Statistik und räumliche Verortung besonders hitzevulnerabler
Personengruppen
Um die besonders gefährdeten Personengruppen statistisch und räumlich besser erfassbar und
darstellbar zu machen, wurden weitere Analysen mit Hilfe von Geodaten und statistischen Daten
durchgeführt. Diese werden im Folgenden näher aufgeführt.
6.5.11.1 Demographie jüngerer und älterer Bevölkerung
Die Verwundbarkeit der Darmstädter Zivilgesellschaft hängt u.a. von deren Alter ab. Besonders
vulnerabel gelten zum einen die jüngere Bevölkerung, also die Altersklassen < 12 Jahre, sprich
Säuglinge, Kleinkinder und jüngere Schulkinder. Diese Gruppe macht in Darmstadt einen Anteil
von 10,7 % (Anzahl: 17.910) an der Gesamtbevölkerung (167.313 Einwohner*innen) aus.
Als weitere besonders hitzevulnerable Personengruppe werden Personen mit einem höheren
Alter > 65 Jahre gesehen. Diese Personengruppe umfasst einen Anteil von 17,2 % (28.704),
sodass in Darmstadt 27,9 % der Bevölkerung allein aufgrund ihres Alters als besonders
hitzevulnerabel angesehen werden können (vgl. Abb. 29).
Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) führt 10 zentrale Empfehlungen für Kinder und Jugendliche bei sportlicher Betätigung zu Zeiten großer Hitze auf: Wenn möglich, sollte die sportliche Aktivität an sehr heißen Tagen auf die kühleren Tageszeiten früh morgens oder abends gelegt werden. Bei Hitze sollten Belastungsintensität und -dauer reduziert werden 15-30 Minuten vor Beginn der Belastung sollten 5-7 ml/kg Körpergewicht Flüssigkeit getrunken werden. Bei einem Kind mit einem Gewicht von 50 kg sind dies 250-350 ml. Bei einer Belastungsdauer von über einer Stunde sollten pro Stunde ca. 10-13 ml/kg Körpergewicht Flüssigkeit zugeführt werden. Bei einem Gewicht von 50 kg entspricht das 500-650 ml/Stunde. Nach Belastungsende ist eine Flüssigkeitsaufnahme von 4 ml/kg Körpergewicht für jede Stunde Belastung zu empfehlen. Bei einem Gewicht von 50 kg sind das 200 ml für jede Stunde Belastung. Bei Wettkämpfen in großer Hitze sollte während und nach Belastung auf ausreichende äußere Kühlung mit kaltem Wasser, Eis oder Cool Packs geachtet werden. Es sollte auf geeignete Sportkleidung, die eine gute Kühlung durch Schwitzen ermöglicht, geachtet werden Bei intensiver Sonneneinstrahlung sollte auf einen ausreichenden Sonnenschutz exponierter Hautareale geachtet und zumindest in den Wettkampfpausen eine Kopfbedeckung getragen werden, um einem Sonnenstich vorzubeugen Die begleitenden Lehrer, Eltern oder Trainer sollten die jungen Sportler regelmäßig beobachten. Bei Schwäche, Übelkeit oder Schwindel muss die Belastung abgebrochen werden Bei organisierten Wettkämpfen sollte medizinisches Personal anwesend sein, das frühzeitig die Symptome einer Hitzekrankheit erkennt und adäquat darauf reagiert Weblink: https://www.dgsp.de/seite/376582/sport-bei-hohen-sommerlichen-temperaturen-%E2%80%94-was-kinder-und-jugendliche-beachten-sollten.html
43
Abbildung 29: Anteil & Anzahl besonders hitzevulnerabler Altersklassen an der Gesamtbevölkerung in Darmstadt
(Datenerhebung 01.01.2024)
Die hitzevulnerablen Altersklassen verteilen sich räumlich betrachtet sehr heterogen auf das
Darmstädter Stadtgebiet. Bezirke mit einer hohen Anzahl junger Bevölkerung (bis 18 Jahre) an
der Gesamtbevölkerung des jeweiligen Bezirks sind: Am Frankenstein (20,67%; 619), die
Kirchtannensiedlung (16,2%; 1.039), Kranichstein-Süd (14,2%; 1.222) oder Am Kavalleriesand
(13,7%; 199). Bezirke mit einer hohen Anzahl älterer Bevölkerung (> 65 Jahre) sind z.B. Am
Frankenstein (29,5%, 972), An der Ludwigshöhe (26,8%, 337), Am Oberfeld (26%, 1.140) sowie
die Villenkolonie (25,5%, 1.080).
6.5.11.2 Lokalisierung sozialer Einrichtungen
Um die Vulnerabilität der in Darmstadt bestehenden sozialen Einrichtungen räumlich sichtbar
zu machen wurde im Geoinformationssystem (GIS) eine Karte unter Angabe der jeweiligen
Wärmebelastung erstellt (siehe Abb. 30). Ziel ist es vorrangig, besonders von Hitze betroffene
Einrichtungen zu lokalisieren, um dort gezielt Maßnahmen zum Hitzeschutz und zur
Hitzevorsorge zu implementieren. Bei der Maßnahmenentwicklung soll sowohl die Kurz- wie auch
Mittel- und Langfristperspektive berücksichtigt werden. Neben gezielter Vor-Ort-Sensibilisierung
der vulnerablen Personen zu Hitze angepassten Verhaltensweisen wird auch der städtebauliche
Aspekt, sprich bspw. der bauliche Hitzeschutz im Kontext des klimaangepassten Bauens in
weiteren Anpassungsschritten Beachtung finden.
44
Abbildung 30: Wärmebelastung sozialer Einrichtungen (Wärmebelastung basierend auf Copernicus-Erdbeobachtungsdaten)
45
6.6 Langfristige Stadtplanung und Bauwesen
Die Notwendigkeit einer langfristig ausgerichteten Stadtplanung im Bau-, Energie- und
Mobilitätssektor zur Reduzierung von Hitzebelastungen ist in Darmstadt unbestritten. Ziel ist es,
in stadt- und bauplanerischen Maßnahmen stets neben dem Klimaschutz und weiteren Aspekten
der Klimaanpassung hitzevorsorgende Maßnahmen mitzudenken und umzusetzen. Der derzeit
in Erarbeitung befindliche integrierte Klimaanpassungsplan fokussiert u.a. das Thema
„Hitzevorsorge“ für die oben benannten Sektoren. Ziel der nachhaltigen Stadtentwicklung
Darmstadts (vgl. Abb. 31) ist es, naturnahe, sog. blau-grüne Infrastrukturen, im Kontext einer
längerfristig ausgelegten ökologischen Transformation nach Pariser und Kopenhagener Vorbild
zu fördern.
Abbildung 31: Blau-grüne Stadtentwicklung in Darmstadt
Die hierfür in einem breiten Partizipationsprozess entwickelten Maßnahmen können dem
Klimaanpassungsplan nach dessen Fertigstellung (Frühjahr 2025) entnommen werden.
46
6.7 Monitoring und Evaluierung
Durch Monitoring (= Überwachung) und Evaluierung (= Bewertung) sollen Hitzeereignisse im
räumlichen und zeitlichen Auftreten sowie in deren Intensität erfasst werden.
Gleichzeitig sollen deren Folgen betrachtet werden, also sowohl ein möglichst aktuelles als auch
ein langfristiges Monitoring der hitzebedingten Morbidität (Häufigkeit von Erkrankungen
innerhalb einer Bevölkerungsgruppe) sowie Mortalität (Sterblichkeit) bzw. Übersterblichkeit in
Darmstadt. Durch Veröffentlichung des Hitzeaktionsplans tritt ein neues Hitzewarnsystem in
Kraft. Hier soll die Anzahl an Hitzewarnungen pro Jahr nach Warnstufe statistisch ausgewertet
werden.
Das geplante Monitoring der hier aufgeführten Indikatoren und der Indikatoren des
Klimaanpassungsplans soll eine Einschätzung des weiteren Handlungsbedarfs im Kontext Hitze
liefern. Die Evaluierung dient zur Schätzung der Wirksamkeit des Darmstädter Hitzeaktionsplans
sowie des Klimaanpassungsplans und den darin enthaltenen Einzelmaßnahmen. Die
Möglichkeiten der Evaluierung sind jedoch begrenzt, denn die Wirkung von
Präventionsmaßnahmen, die zur Vermeidung von Gesundheitsschäden und Todesfällen durch
Hitze getroffen werden, ist nicht direkt bezifferbar. Es kann keine exakte Aussage dazu getroffen
werden, wie sich die Situation ohne die Maßnahmen entwickelt hätte. Dennoch können anhand
der langjährigen Entwicklung der hitzebedingten Übersterblichkeit Trends aufgezeigt werden,
die Rückschlüsse auf die allgemeine Effektivität von Schutz- beziehungsweise
Anpassungsmaßnahmen zulassen [Hessisches Ministerium für Soziales und Integration 2023].
Der Darmstädter Hitzeaktionsplan soll, ähnlich zum Klimaanpassungsplan, in regelmäßigen
Abständen evaluiert werden. Insbesondere soll eine rechtzeitige jährliche Anpassung der hierin
aufgeführten Prozesse, Kommunikationsketten und die Sensibilisierung bzw. Information der
Darmstädter Bürgerinnen und Bürger vor dem Sommer vorgenommen werden.
Die Evaluation des Hitzeaktionsplans beschränkt sich hauptsächlich auf die administrativen und
kommunikativen Maßnahmen, welche innerhalb des Plans einen besonderen Fokus einnehmen.
(Größere) investive oder städtebauliche Maßnahmen werden innerhalb des
Klimaanpassungsplans thematisiert und daher auch innerhalb dessen evaluiert.
47
7 Quellen
1) an der Heiden M, Winklmayr C, Buchien S, Schranz M, RKI-Geschäftsstelle für Klimawandel
& Gesundheit, Diercke M, Bremer V (2023): Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität
KW 38/2023 vom 05.10.2023. Robert Koch-Institut: DOI: 10.25646/11720
2) Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung, chronischer
Erkrankung und ihren Angehörigen e.V. (2022): Hitze: Folgen, Prävention und Schutz. Eine
Arbeitshilfe für Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen und deren
Selbsthilfeverbände.
3) Bundesministerium für Gesundheit (2019): Was ist Pflegebedürftigkeit? siehe:
https://Gesund.Bund.de/Hitze-Pflegebeduerftigkeit. Zugriff am 17.02.2024.
4) Bund/Länder ad-hoc Arbeitsgruppe Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des
Klimawandels (GAK) (2018): Schematische Darstellung der für die Umsetzung der
Kernelemente eines Hitzeaktionsplans von der WHO vorgesehenen Zeithorizonte, 32 S.
5) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU) (2017):
Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen zum Schutz der
menschlichen Gesundheit, 30 S.
6) Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2022): Kita und Schule auf Hitze
vorbereiten. https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/kitas-und-schulen/.
Zugriff am 10.02.2024.
7) Bunz M. & Mücke, H.-G. (2017): Klimawandel – physische und psychische Folgen. In:
Bundesgesundheitsblatt 60, Heft 6, Juni 2017, S. 632-639.
8) DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V.) (2020): S1
Leitlinie. Hitzebedingte Gesundheitsstörungen in der hausärztlichen Praxis. Stand:
30.06.2020, gültig bis 29.06.2025: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/053-
052.html
9) Diakonie Baden (2021): Hitze - Gefahr für Obdachlose.
https://www.diakoniebaden.de/aktuelles/meldungen/pressemitteilungendetail/artikel/hitz
e-gefahr-fuer-obdachlose. Zugriff 19.02.2024.
10) Haefeli, W.-E./Czock, D. (2020): Heidelberger HitzeTabelle: Arzneistoffe mit potenziellem
Einfluss auf die Temperaturregulation und den Volumenstatus in Hitzewellen; Heidelberg.
https://dosing.de/Hitze/Heidelberger_HitzeTabelle_25.7. 19_Public.pdf, Zugriff: 31.01.24.
11) Hessisches Ministerium für Soziales und Integration (2023): Hessischer Hitzeaktionsplan
(HHAP), 51 S.
12) GAK – Bund/Länder Ad-hoc Arbeitsgruppe „Gesundheitliche Anpassung an die Folgen des
Klimawandels“ (2017): Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Hitzeaktionsplänen
zum Schutz der menschlichen Gesundheit, siehe auch:
https://www.bmu.de/themen/klima-energie/ klimaschutz/anpassung-an-den-
klimawandel/handlungs empfehlungen-fuer-die-erstellung-von-hitzeaktionsplaenen/ (Zugriff
am: 15.02.2024). Auch: Bundesgesundheitsblatt 60: 662–672.
48
13) Kahlenborn, W., Porst, L., Voß, M., Hölscher, L., Undorf, S., Wolf, M., Schönthaler, K.,
Crespi, A., Renner, K., Zebisch, M., Fritsch, U., Schauser, I. (2021): Klimawirkungs- und
Risikoanalyse 2021 für Deutschland – Teilbericht 6: integrierte Auswertung – Klimarisiken,
Handlungserfordernisse und Forschungsbedarfe. Umweltbundesamt [Hrsg.], Dessau-
Roßlau.
14) Metens, H. und Lob-Corzilius, T. (2020): Wie wird die Kindergesundheit durch Hitze,
Luftschadstoffe und UV-Strahlung beeinflußt? https://www.klinikum.uni-
muenchen.de/Bildungsmodule-Aerzte/download/de/Klima3/MJertens_Lob-aus-_30565-
kks-20-06_BS.pdf. (Zugriff am 22.04.2024).
15) Pfalzgraf, Adrian; Lass, Wiebke; Rodehorst, Dina; Reusswig, Fritz; Wetzel, Britta; Schmidt-
Rohr, Carl; Grün, Maximilian; Lars, Boris; Gütter, Daniela (2023): Kommunale Hitze-
Toolbox Thüringen, hrsg. von Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz
(TMUEN), Erfurt.
16) Samuels, L. u.a. (2022): Physiological mechanisms of the impact of heat during pregnancy
and the clinical implications: review of the evidence from an expert group meeting.
International Journal of Biometeorology, 66(8): 1505–1513.
17) Umweltbundesamt (UBA) (2023): Analyse von Hitzeaktionsplänen und gesundheitlichen
Anpassungsmaßnahmen an Hitzeextreme in Deutschland. Abschlussbericht, 136 S.
18) Umweltbundesamt (UBA) (2019): Monitoringbericht 2019 zur Deutschen
Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Bericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe
Anpassungsstrategie der Bundesregierung, 276 S.
19) Wagner, B.P. (2015). Hitzeschäden bei Kindern und Jugendlichen. In: Hoffmann, G.,
Lentze, M., Spranger, J., Zepp, F. (eds) Pädiatrie. Springer Reference Medizin.
Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-642-54671-6_131-1
20) World Health Organisation (WHO) Europe (2008): Heat-health action plans, 46 S.
21) Weltgesundheitsorganisation (2019): Gesundheitshinweise zur Prävention hitzebedingter
Gesundheits-schäden, siehe: https://iris.who.int/bitstream/handle/10665/341625/WHO-
EURO-2021-2510-42266-58732-ger.pdf?sequence=1&isAllowed=y Kopenhagen:
Weltgesundheitsorganisation (Zugriff: 22.04.2024).
22) Stadt Mannheim (2021): Hitzeaktionsplan Mannheim, 135 S.
23) Stadt Worms (2021): Hitzeaktionsplan Stadt Worms, 94 S.
49
Impressum
Herausgeber
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung
Hilpertstraße 31
64295 Darmstadt
https://www.darmstadt.de
Konzeption, Redaktion, Gestaltung und Ansprechpartner*innen
Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung
E-Mail: klimaschutz@darmstadt.de, Tel. Nr.: 06151-13-4900
Fachliche Unterstützung
Dezernat II
Büro für Sozialplanung
Luisenplatz 5A
64283 Darmstadt
Auflage
01. Auflage (Juni 2024)
Literaturhinweis
Wissenschaftsstadt Darmstadt (2024): Hitzeaktionsplan der Wissenschaftsstadt
Darmstadt. 48 S.
anlage 2
7612 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
28.06.2024
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat II
Dezernat IV
Dezernat V
Dezernat VI
Amt: Amt für
Klimaschutz und
Klimaanpassung
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I II
III 69
IV V VI
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2024/0157
Magistratsbeschluss -Nr.
236
Internetfähig
Produkt-Nr.: 561010
Kostenstelle: 069-000-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5610-42 Sachkonto: 6779000
Betreff: Hitzeaktionsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 03.06.2024
Beschlussvorschlag :
Der vorliegende Hitzeaktionsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird beschlossen.
Anlagen: Hitzeaktionsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 03.07.2024
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 03.06.2024
1. Hintergrund
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist als wärmste Stadt in Hessen bereits heute stark von den
Auswirkungen der Klimaerwärmung betroffen. Diese zeigt sich in Darmstadt u.a. durch eine
Zunahme an Hitzetagen, Tropennächten und länger andauernden Hitzewellen. Dabei ist die
Hitzebelastung im Stadtgebiet ungleich verteilt. In Quartieren mit einer hohen Versiegelung
und wenig Vegetation ist die Hitzebelastung im Mittel größer als in Stadtgebieten mit geringem
Versiegelungsgrad und höherem Grünanteil. Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen
Wetterdienst (DWD) bestätigt einen ausgeprägten Wärmeinseleffekt zwischen Stadt und
Umland von im Mittel 2 Grad. Thermalmessungen des DWD während einer sommerlichen
Messkampagne im August 2023 zeigen zudem extrem hohe Oberflächentemperaturen an
besonders sonnenexponierten Standorten.
Die zunehmende Hitze wirkt sich stark auf die menschliche Gesundheit, das Wohlbefinden und
die Arbeitsproduktivität aus. Es ergeben sich Hitzebelastungen für die Allgemeinbevölkerung
und in besonderem Maße für verwundbare Personengruppen wie ältere und pflegebedürftige
Menschen, körperlich und seelisch vulnerable Personen, Schwangere, Säuglinge und
Kleinkinder, Wohnungs- und Obdachlose sowie Menschen, die im Freien arbeiten oder Sport
treiben.
Um die Zivilgesellschaft gegenüber hitzeinduzierten Gesundheitsproblemen zu schützen,
etabliert die Wissenschaftsstadt Darmstadt einen integrierten, stadtweiten Hitzeaktionsplan.
Dieser soll zum einen die gesundheitlichen Folgen der Klimaerwärmung, insbesondere von
(extremer) Hitze, effizient kommunizieren und zum anderen die Zivilgesellschaft befähigen
präventive und akute Maßnahmen zum Schutz vor Hitze zu ergreifen. Hierzu listet der
Hitzeaktionsplan bereits in der Umsetzung befindliche Maßnahmen sowie geplante
Maßnahmen zur Hitzeprävention und zum Handeln in Akutphasen auf. Der Plan unterscheidet
Maßnahmen, welche die Gesamtbevölkerung betreffen und Maßnahmen, welche sich auf
besonders von Hitze gefährdete Personengruppen beziehen. Er richtet sich an Politik,
Verwaltung und Bürgerschaft.
Ziele des Hitzeaktionsplans sind neben der Information zum Thema „Hitze“, das Auslösen
einer Kommunikationskette zur Hitzewarnung und zur Umsetzung von Maßnahmen. Er soll so
zum Erhalt der hohen Lebensqualität und zur Verbesserung der Klimaresilienz beitragen.
Darüber hinaus dient der Plan zur Eigenvorsorge. Er soll gesundheitliche Beeinträchtigungen
mindern sowie Überlastungen des Gesundheitssystems entgegenwirken.
Hintergrund bildet die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) (2020), welche per Beschluss im
Leitantrag „Der Klimawandel – eine Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem“ die
Notwendigkeit kommunaler Hitzeaktionspläne bis zum Jahr 2025 hervorhebt. Hierauf
aufbauend hat das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (2023) einen eigenen
landesweiten Hitzeaktionsplan (HHAP) entwickelt, welcher die Empfehlung zur Erstellung von
kommunalen Hitzeaktionsplänen bis spätestens 2025 ausspricht.
Langfristig ausgelegte städtebauliche Anpassungsmaßnahmen werden im Darmstädter
Hitzeaktionsplan nicht aufgeführt, da sie zentrale Bestandteile des derzeit in Erarbeitung
befindlichen Klimaanpassungsplans sind und dort thematisiert werden.
Der Darmstädter Hitzeaktionsplan schlüsselt in Anlehnung an die Empfehlungen des Bundes
und des Landes Hessen sowie der zu Grunde liegenden Handlungsempfehlungen und
- 5 -
Arbeitshilfen u.a. der Bund/Länder ad-hoc Arbeitsgruppe sieben Kernelemente auf, welche mit
auf die Wissenschaftsstadt Darmstadt zugeschnittenen Maßnahmen hinterlegt sind. Auf
präventiver Ebene sind dies bspw. die Erstellung bzw. Überarbeitung von Maßnahmenplänen in
Hitzephasen für stationäre Alten- und Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Schulen oder Kitas.
Im Akutbereich sind beispielhaft die zielgruppenspezifische Aufklärung, die Anpassung des
individuellen Verhaltens oder die Kommunikation von Hitzewarnungen zu nennen.
Der Hitzeaktionsplan wurde federführend durch das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung
sowie zahlreicher weiterer verwaltungsinterner und externer Akteurinnen und Akteure in einem
breiten Partizipationsprozess erarbeitet.
Der vorliegende Plan stellt ein „lebendiges“ Dokument dar und ist daher nicht als Endergebnis,
sondern als Erstfassung zu verstehen, welche als Grundlage zur zukünftigen Weiterentwicklung
dient. Er stellt ein Instrument der Sensibilisierung, Planung, Koordinierung und
Kommunikation von Maßnahmen zur Prävention und Gefahrenabwehr bei Hitzeereignissen dar .
2. Kosten
Bei einem Großteil der Maßnahmen handelt es sich um kostengünstige Maßnahmen, da diese
in erster Linie der Bewusstseinsschärfung der Bevölkerung dienen und Änderungen im
Verhalten der Betroffenen bewirken sollen. Investive städtebauliche Maßnahmen werden i m
Hitzeaktionsplan nicht aufgeführt. Diese werden durch den derzeit in Erarbeitung befindlichen
Klimaanpassungsplan für Darmstadt abgedeckt. Für zahlreiche der aufgeführten Maßnahmen
fallen daher keine bzw. geringfügige Kosten an. Die Kosten sollen vorwiegend aus
Haushaltsmitteln der jeweils zuständigen Ämter finanziert werden.
3. Zeitrahmen
Nach Beschlussfassung wird der Darmstädter Hitzeaktionsplan veröffentlicht. Er versteht
sich als lebendiges Dokument und wird regelmäßig aktualisiert. Ein Monitoring so wie die
Evaluation der Maßnahmen erfolgt prozessbegleitend.
Dezernat I Dezernat II Dezernat III
Hanno Benz Barbara Akdeniz Michael Kolmer
Oberbürgermeister Bürgermeisterin Stadtrat
Dezernat IV Dezernat V Dezernat VI
André Schellenberg Holger Klötzner Paul Georg Wandrey
Stadtkämmerer Stadtrat Stadtrat
2024/0157
7525 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
28.06.2024
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat II
Dezernat IV
Dezernat V
Dezernat VI
Amt: Amt für
Klimaschutz und
Klimaanpassung
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2024/0157
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 561010
Kostenstelle: 069-000-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5610-42 Sachkonto: 6779000
Betreff: Hitzeaktionsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 03.06.2024
Beschlussvorschlag :
Der vorliegende Hitzeaktionsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird beschlossen.
Anlagen: Hitzeaktionsplan der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 03.06.2024
1. Hintergrund
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist als wärmste Stadt in Hessen bereits heute stark von den
Auswirkungen der Klimaerwärmung betroffen. Diese zeigt sich in Darmstadt u.a. durch eine
Zunahme an Hitzetagen, Tropennächten und länger andauernden Hitzewellen. Dabei ist die
Hitzebelastung im Stadtgebiet ungleich verteilt. In Quartieren mit einer hohen Versiegelung
und wenig Vegetation ist die Hitzebelastung im Mittel größer als in Stadtgebieten mit geringem
Versiegelungsgrad und höherem Grünanteil. Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen
Wetterdienst (DWD) bestätigt einen ausgeprägten Wärmeinseleffekt zwischen Stadt und
Umland von im Mittel 2 Grad. Thermalmessungen des DWD während einer sommerlichen
Messkampagne im August 2023 zeigen zudem extrem hohe Oberflächentemperaturen an
besonders sonnenexponierten Standorten.
Die zunehmende Hitze wirkt sich stark auf die menschliche Gesundheit, das Wohlbefinden und
die Arbeitsproduktivität aus. Es ergeben sich Hitzebelastungen für die Allgemeinbevölkerung
und in besonderem Maße für verwundbare Personengruppen wie ältere und pflegebedürftige
Menschen, körperlich und seelisch vulnerable Personen, Schwangere, Säuglinge und
Kleinkinder, Wohnungs- und Obdachlose sowie Menschen, die im Freien arbeiten oder Sport
treiben.
Um die Zivilgesellschaft gegenüber hitzeinduzierten Gesundheitsproblemen zu schützen,
etabliert die Wissenschaftsstadt Darmstadt einen integrierten, stadtweiten Hitzeaktionsplan.
Dieser soll zum einen die gesundheitlichen Folgen der Klimaerwärmung, insbesondere von
(extremer) Hitze, effizient kommunizieren und zum anderen die Zivilgesellschaft befähigen
präventive und akute Maßnahmen zum Schutz vor Hitze zu ergreifen. Hierzu listet der
Hitzeaktionsplan bereits in der Umsetzung befindliche Maßnahmen sowie geplante
Maßnahmen zur Hitzeprävention und zum Handeln in Akutphasen auf. Der Plan unterscheidet
Maßnahmen, welche die Gesamtbevölkerung betreffen und Maßnahmen, welche sich auf
besonders von Hitze gefährdete Personengruppen beziehen. Er richtet sich an Politik,
Verwaltung und Bürgerschaft.
Ziele des Hitzeaktionsplans sind neben der Information zum Thema „Hitze“, das Auslösen
einer Kommunikationskette zur Hitzewarnung und zur Umsetzung von Maßnahmen. Er soll so
zum Erhalt der hohen Lebensqualität und zur Verbesserung der Klimaresilienz beitragen.
Darüber hinaus dient der Plan zur Eigenvorsorge. Er soll gesundheitliche Beeinträchtigungen
mindern sowie Überlastungen des Gesundheitssystems entgegenwirken.
Hintergrund bildet die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) (2020), welche per Beschluss im
Leitantrag „Der Klimawandel – eine Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem“ die
Notwendigkeit kommunaler Hitzeaktionspläne bis zum Jahr 2025 hervorhebt. Hierauf
aufbauend hat das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (2023) einen eigenen
landesweiten Hitzeaktionsplan (HHAP) entwickelt, welcher die Empfehlung zur Erstellung von
kommunalen Hitzeaktionsplänen bis spätestens 2025 ausspricht.
Langfristig ausgelegte städtebauliche Anpassungsmaßnahmen werden im Darmstädter
Hitzeaktionsplan nicht aufgeführt, da sie zentrale Bestandteile des derzeit in Erarbeitung
befindlichen Klimaanpassungsplans sind und dort thematisiert werden.
Der Darmstädter Hitzeaktionsplan schlüsselt in Anlehnung an die Empfehlungen des Bundes
und des Landes Hessen sowie der zu Grunde liegenden Handlungsempfehlungen und
Arbeitshilfen u.a. der Bund/Länder ad-hoc Arbeitsgruppe sieben Kernelemente auf, welche mit
auf die Wissenschaftsstadt Darmstadt zugeschnittenen Maßnahmen hinterlegt sind. Auf
- 4 -
präventiver Ebene sind dies bspw. die Erstellung bzw. Überarbeitung von Maßnahmenplänen in
Hitzephasen für stationäre Alten- und Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Schulen oder Kitas.
Im Akutbereich sind beispielhaft die zielgruppenspezifische Aufklärung, die Anpassung des
individuellen Verhaltens oder die Kommunikation von Hitzewarnungen zu nennen.
Der Hitzeaktionsplan wurde federführend durch das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung
sowie zahlreicher weiterer verwaltungsinterner und externer Akteurinnen und Akteure in einem
breiten Partizipationsprozess erarbeitet.
Der vorliegende Plan stellt ein „lebendiges“ Dokument dar und ist daher nicht als Endergebnis,
sondern als Erstfassung zu verstehen, welche als Grundlage zur zukünftigen Weiterentwicklung
dient. Er stellt ein Instrument der Sensibilisierung, Planung, Koordinierung und
Kommunikation von Maßnahmen zur Prävention und Gefahrenabwehr bei Hitzeereignissen dar .
2. Kosten
Bei einem Großteil der Maßnahmen handelt es sich um kostengünstige Maßnahmen, da diese
in erster Linie der Bewusstseinsschärfung der Bevölkerung dienen und Änderungen im
Verhalten der Betroffenen bewirken sollen. Investive städtebauliche Maßnahmen werden i m
Hitzeaktionsplan nicht aufgeführt. Diese werden durch den derzeit in Erarbeitung befindlichen
Klimaanpassungsplan für Darmstadt abgedeckt. Für zahlreiche der aufgeführten Maßnahmen
fallen daher keine bzw. geringfügige Kosten an. Die Kosten sollen vorwiegend aus
Haushaltsmitteln der jeweils zuständigen Ämter finanziert werden.
3. Zeitrahmen
Nach Beschlussfassung wird der Darmstädter Hitzeaktionsplan veröffentlicht. Er versteht
sich als lebendiges Dokument und wird regelmäßig aktualisiert. Ein Monitoring so wie die
Evaluation der Maßnahmen erfolgt prozessbegleitend.
Dezernat I Dezernat II Dezernat III
Hanno Benz Barbara Akdeniz Michael Kolmer
Oberbürgermeister Bürgermeisterin Stadtrat
Dezernat IV Dezernat V Dezernat VI
André Schellenberg Holger Klötzner Paul Georg Wandrey
Stadtkämmerer Stadtrat Stadtrat
Beratungsverlauf (3)
Orte (8)
- Dieburger Straße
- Alicenstraße 29
- Hilpertstraße 31
- Zweifalltorweg 14
- Benzweg 6
- Luisenplatz 5A
- Am Kavalleriesand
- Am Oberfeld
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2024/0157
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 03.06.2024
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00