A-R/0043/2017
Genuss ohne Restmüll: Mehrweg-Kaffeebecher für Münster
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a-r-0043-2017-Mehrweg-Kaffeebecher-Anlage3
25481 Zeichen
V/0599/2016
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Betrifft
Bürgerumfrage 2016: Zentrale Ergebnisse zum Fragenkomplex "Parks und Grünanlagen"
Beratungsfolge
03.11.2016 Bezirksvertretung Münster-Ost Bericht
03.11.2016 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Bericht
15.11.2016 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht
15.11.2016 Bezirksvertretung Münster-Südost Bericht
15.11.2016 Bezirksvertretung Münster-Nord Bericht
17.11.2016 Bezirksvertretung Münster-West Bericht
17.11.2016 Bezirksvertretung Münster-Hiltrup Bericht
28.11.2016 Kommunale Seniorenvertretung Bericht
29.11.2016 Ausschuss für Gleichstellung Bericht
01.12.2016 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht
07.12.2016 Haupt- und Finanzausschuss Bericht
Bericht:
1. Bürgerumfrage 2016 zu aktuellen Themen der Stadtentwicklung
Die Bürgerumfrage 2016 wurde vom 12.01. - 16.02.2016 als schriftliche Mehr-Themen-Umfrage
zu aktuellen Themen der Stadtentwicklung durchgeführt (Anlage 1, Folie 1 ). Mit der Vorlage
V/0349/2016 wurden bereits nachstehende Themen aufbereitet und dokumentiert:
Stadtentwicklung in Münster: Ziele für die nächsten Jahre, Einflussfaktoren/Trends bis 2030
Einkaufsstandort Innenstadt: Auswirkungen Online-Handel
Lebensbedingungen: Zufriedenheit mit Angeboten/Einrichtungen und deren Wichtigkeit
Die vorliegende Vorlage präsentiert die Ergebnisse zu dem Fragenkomplex „Parks und Grüna n-
lagen“ in geschlechterdifferenzierter und grafischer Aufbereitung . Damit stehen die Ergebnisse
für fachplanerische Prozesse zur Verfügung. Für eine der nächsten Beratungsketten wird dann
das Thema „Digitale Stadt Münster“ dokumentiert.
Die Umfrage stieß auf gutes Interesse, wie die Rücklaufquote von 36,5 % (2015: 35,3 %) zeigt.
Grundlage der Umfrage ist eine Zufallsstichprobe unter der Hauptwohnsitzbevölkerung ab 18
Jahre. Der Rücklauf zeigt hinsichtlich wichtiger Strukturmerkmale (Geschlecht, Alter, Stadtbezirk)
eine hohe Übereinstimmung mit der Struktur der Münsteraner Bevölkerung, so dass sich die E r-
gebnisse der Umfrage grundsätzlich übertragen lassen dürften (vgl. Anlage 2).
Vorlagen-Nr.:
V/0599/2016
Auskunft erteilt:
Herr Prof. Dr. Hauff
Ruf:
492-6135
E-Mail:
HauffTho@stadt-muenster.de
Datum:
05.10.2016
Öffentliche Berichtsvorlage
Anlage 3 zum Antrag A-R/0043/2017
2
V/0599/2016
2. Zentrale Ergebnisse im Überblick (vgl. Anlage 1)
2.1 Ausbau und Zustand der Park- und Grünanlagen: Zufriedenheit und Wichtigkeit
Im Zuge eines kontinuierlichen Stadtmonitorings wurde auch in der Bürgerumfrage 2016 wieder
die Zufriedenheit mit den Lebensbedingungen und deren Wichtigkeit erh oben. Dabei wurden 30
Faktoren abgefragt, zu denen auch „Ausbau und Zustand der Park - und Grünanlagen“ g ehört
(vgl. V/0349/2016, S. 4ff.). Hierzu wurden folgende Gobalurteile abgegeben (vgl. Folien 2-3):
Zufriedenheit: 8 % „sehr zufrieden“, 57 % „zufrieden“ (Mittelwert 2,3)
Wichtigkeit: 26 % „sehr wichtig“, 53 % „wichtig“ (Mittelwert 2,0)
Der Vergleich der Mittelwerte für Zufriedenheit (= IST) und für Wichtigkeit (= SOLL) zeigt nur eine
geringe Differenz von – 0,3-Punkten. Damit sind die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger
nahezu erfüllt. Bei vielen anderen Lebensqualitätsfaktoren wurden deutlich größere Erwartung s-
lücken bei der Bürgerumfrage 2016 artikuliert, die Werte von – 1,0-Punkten und darüber hinaus
erreichten (vgl. V/0349/2016, Folien 14/15).
Ein Vergleich mit den weiteren 29 abgefragten Faktoren ermöglicht eine Einordnung von Zufri e-
denheit und Wichtigkeit im Gesamtkanon der Lebensbedingungen. Insgesamt rangieren „Ausbau
und Zustand der Park - und G rünanlagen“ hinsichtlich der Zufriedenheit mit einem überdurc h-
schnittlichen Mittelwert von 2,3 auf Rang 1 1. Trotz der hohen Wichtigkeit (Mittelwert 2,0) lagen
die Park- und Grünanlagen im Gesamtkanon auf Rang 19, da anderen Faktoren noch eine höhe-
re Wichtigkeit beigemessen wurde (vgl. V/0349/2016, Folien 10/12).
Im Hinblick auf die Zufriedenheit bestehen auf gesamtstädtischer Ebene keine Unterschiede zw i-
schen Urteilen von Frauen und Männern, auf Stadtbezirksebene werden bei einigen Stadtbezi r-
ken durchaus B ewertungsunterschiede deutlich, die aber keinem einheitlichen Muster folgen
(vgl. Folie 2). Bei den Einschätzungen zur Wichtigkeit wird deutlich, dass Frauen den Ausbau
und Zustand der Park - und Grünanlagen in vielen Stadtbezirken für noch wichtiger eracht en als
Männer (z. B. Nord + 0,3 Punkte beim Mittelwert) (vgl. Folie 3).
2.2 Nutzung von Erholungsgebieten und Grünanlagen in Münster
2.2.1 Gesamtstädtische Perspektive
Die Befragten wurden gebeten, für 13 Erholungsgebiete und Grünanlagen anzugeben, ob un d
wie häufig sie diese nutzen. Wie bereits bei der Bürgerumfrage 2004 1 wurde hier wieder eine
fünfstufige Skala verwendet, die von „(fast) täglich“ über „mindestens wöchentlich“ und „minde s-
tens monatlich“ bis zu „seltener“ und „nie“ reicht. Dabei wird aus gesamtstädtischer Sicht folgen-
des Nutzungsmuster deutlich (vgl. Folie 4):
Die mit Abstand höchste Nutzung erfährt die Promenade: 21 % „(fast) täglich“, 24 % „minde s-
tens wöchentlich“, 26 % „mindestens monatlich“. Bei Bewohnerinnen und Bewohnern aus Mi t-
te liegt der Wert für eine „(fast) tägliche“ Nutzung sogar bei 37 %. Dabei ist zu berücksicht i-
gen, dass die Promenade nicht nur für Freizeit - und Erholungszwecke genutzt wird, sondern
ebenso eine sehr wichtige Funktion als Wegeverbindung für den Fuß - und Radverkehr spielt
(Spitzenwert: 1.570 Radfahrer pro Stunde an einem Meßabschnitt nördlich der Salzstraße).
1 Stadt Münster – Amt für Stadt - und Regionalentwicklung, Statistik (Hg.) (2005): Bürgerumfrage 2004.
Münster, S. 22 – 32 (= Beiträge zur Statistik 91).
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V/0599/2016
An zweiter Stelle folgt die Freie Landschaft: 12 % „(fast) täglich“, 17 % „mindestens wöchen t-
lich“, 23 % „mindestens monatlich“. Für die Außenstadtteile liegen die Werte noch deutlich hö-
her: z.B. Stadtbezirk Ost: 26 % „(fast) täglich“.
Nahezu gleichauf folgen der Dortmund-Ems-Kanal (7 % fast täglich) und der Aasee (5 % fast
täglich). Dabei spielt der Dortmund -Ems-Kanal insbesondere für Befragte aus den St adtbezir-
ken Hiltrup und Ost eine wichtige Rolle, während der Aasee insbesondere für die Mitte und
den Stadtbezirk West von Bedeutung ist.
Aus gesamtstädtischer Perspektive zeigen sich keine nennenswerten Unterschiede im Hinblick
auf die Nutzungsmuster von Frauen und Männern (vgl. Folie 5).
Mittels Freitexteingabe konnten die Befragten noch weitere Erholungsgebiete und Grünanlagen
benennen. Insgesamt 313 Nennungen wurden abgegeben. Dabei entfielen Anteile von über 10 %
auf „Direktes Wohnumfeld“ und „Werse“ (vgl. Folie 6). Im Hinblick auf die Tendenz stimmen die
Nennungen von Frauen und Männern überein (vgl. Folie 7).
Im Vergleich zu den in der Bürgerumfrage 2004 ermittelten Nutzungswerten zeigen sich keine
wesentlichen Unterschiede (vgl. Folie 8). Die bereits 2004 herausgehobene Position von „Freier
Landschaft“, „Dortmund -Ems-Kanal“ und „Aasee“ wird auch 2016 deutlich. Die „Promenade“
wurde 2004 nicht abgefragt. Die hohen Nutzungswerte 2016 unterstreichen die Richtigkeit der
Berücksichtigung der Promenade bei der aktuellen Bürgerumfrage.
2.2.2 Stadtbezirksbezogene Perspektive
Eine Reihe von Erholungsgebieten und Grünanlagen erreichen zwar aus gesamtstädtischer Pe r-
spektive keine hohen Nutzungswerte, sind aber gleichwohl für die einzelnen Stadtbezirke von
großer Bedeutung. Um diese stadtbezirksbezogene Perspektive zu würdigen, werden im Folge n-
den die Hauptnutzungen nach Stadtbezirken skizziert. Die detaillierten räumlichen Nutzungsmus-
ter der Erholungsgebiete und Grünanlagen sind den Folien 23 – 35 zu entnehmen.
Stadtbezirk Mitte: v. a. Promenade, Aasee, Dortmund-Ems-Kanal
Stadtbezirk West: v. a. Promenade, Freie Landschaft, Aasee, „Grüner Finger“ (Gievenbeck)
Stadtbezirk Nord: v. a. Freie Landschaft, Promenade, Rieselfelder
Stadtbezirk Ost: v. a. Freie Landschaft, Promenade, Dortmund-Ems-Kanal
Stadtbezirk Südost: v. a. Freie Landschaft, Wolbecker Tiergarten, Dortmund-Ems-Kanal
Stadtbezirk Hiltrup: v. a. Dortmund-Ems-Kanal, Freie Landschaft, Hiltruper See, Hohe Ward
Auch aus bezirksbezogener Perspektive zeigen sich keine relevanten Unterschiede für Frauen
und Männer.
2.2.3 Am häufigsten besuchtes Erholungsgebiet (Offene Frage)
Um die Ergebnisse weiter zu fokussieren, den Kontext für die nachfolgenden Bewertungsfragen
zu schaffen und die Kategorie „Freie Landschaft“ weiter aufzugliedern, wurden die Befragten mit-
tels einer offenen Frage gebeten, das Erholungsgebiet bzw. die Grünanlage zu benennen, die sie
persönlich am häufigsten aufsuchen. Dabei ergab sich folgendes Bild (vgl. Folie 9):
21,3 %: Aasee
17,5 %: Promenade
11,1 %: Dortmund-Ems-Kanal
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V/0599/2016
4,6 %: Wienburgpark
4,1 %: Direktes Wohnumfeld (ortsnah)
Dabei stimmen Nennungen von Frauen und Männern sehr weitgehend überein (vgl. Folie 10).
Eine Differenzierung der Ergebnisse nach Stadtbezirken liefert ein weitergeh endes Bild (vgl. Fo-
lie 11):
Stadtbezirk Mitte: Promenade (28 %), Aasee (26 %), Dortmund-Ems-Kanal (12 %)
Stadtbezirk West: Aasee (32 %), „Grüner Finger“ (Gievenbeck) (15 %), Promenade (13 %)
Stadtbezirk Nord: Rieselfelder (19 %), Aasee (14 %), Gasselstiege (14 %), Promenade (10 %)
Stadtbezirk Ost: Dortmund-Ems-Kanal (16 %), Werse (15 %), Boniburg (Handorf) (13 %)
Stadtbezirk Südost: Wolbecker Tiergarten (24 %), Direktes Wohnfeld (13 %), Werse (11 %),
Dortmund-Ems-Kanal (10 %)
Stadtbezirk Hiltrup: Dortmund-Ems-Kanal (25 %), Hohe Ward (21 %), Hiltruper See (20 %)
2.3 Beurteilung von Ausstattung und Nutzbarkeit der öffentlichen Park- und Grünanlagen
2.3.1 Gesamtstädtische Perspektive
Im Hinblick auf die Ausstattung und Nutzbarkeit der öffentlichen Park- und Grünanlagen in Müns-
ter haben die Befragten folgende Globalurteile abgegeben. Dabei wurde eine fünfstufige Skala
von „sehr gut“ (1) bis „mangelhaft“ (5) verwendet. Die abgefragten Merkmale erhielten folgende
Bewertungen (vgl. Folie 12):
Erreichbarkeit: 22 % „sehr gut“, 57 % „gut“
Pflegezustand: 10 % „sehr gut“, 54 % „gut“
Blumenschmuck: 10 % „sehr gut“, 44 % „gut“
Wegebeschaffenheit: 7 % „sehr gut“, 50 % „gut“
Sauberkeit: 9 % „sehr gut“, 43 % „gut“
Sitzgelegenheiten: 3 % „sehr gut“, 27 % „gut“, 14 % „ausreichend“, 12 % „mangelhaft“
Wetterschutz: 1 % „sehr gut“, 14 % „gut“, 21 % „ausreichend“, 19 % „mangelhaft“
Insgesamt zeigt sich somit für viele Punkte eine hohe Zufriedenheit (v. a. Erreichbarkeit, Pfleg e-
zustand). Die geringste Zufriedenheit wird bei den „ Sitzgelegenheiten“ und beim „Wetterschutz“
artikuliert.
Die aufgezeigten Bewertungen stimmen bei Frauen und Männern sehr weitgehend überein. Im
Hinblick auf die Mittelwerte der Bewertungen wird deutlich, dass die Urteile der Frauen bei vielen
Merkmalen noch leicht besser ausfallen (+ 0,1 Punkte) als bei den Männern (vgl. Folie 13).
Bei dieser Frage bestand auch die Möglichkeit, mittels einer Freitexteingabe weitere Themen zu
benennen. Insgesamt wurden 110 Nennungen abgegeben. Dabei wurden am häufigsten g e-
nannt: „Mülltonnen/Reinigungshäufigkeit“ (16,4 %), „Beleuchtung“ (10 %), „Hundeproblematik“
(10 %), „Toiletten“ (9,1 %) (vgl. Folie 14).
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V/0599/2016
In der Bürgerumfrage 2004 wurde ebenfalls der Pflegezustand der Parks bzw. öffentlichen Grü n-
anlagen abgefragt. Hier ga ben 54 % an, mit Pflegezustand zufrieden zu sein 2. 2016 betrug der
Anteil von „sehr gut“ und „gut“ zusammen 64 %, d.h. nahezu zwei Drittel waren global betrachtet
mit dem Pflegezustand zufrieden.
2.3.2 Stadtbezirksbezogene Perspektive
Die Differenzierung der Merkmale nach den Stadtbezirken trägt der unterschiedlichen Struktur
und räumliche Lage der in diesen Stadtbezirken vorrangig besuchten Grün - und Parkanlagen
Rechnung. Dabei wird Folgendes anhand der Mittelwerte deutlich (vgl. Folien 36 – 42):
Erreichbarkeit: 1,8 (Mitte) - 2,3 (Hiltrup)
Pflegezustand: 2,2 (Mitte) – 2,6 (Hiltrup)
Blumenschmuck: 2,3 (West) – 2,6 (Südost)
Wegebeschaffenheit: 2,4 (Mitte, West) – 2,7 (Südost, Hiltrup)
Sauberkeit: 2,4 (Mitte) – 2,8 (Südost, Hiltrup)
Sitzgelegenheiten: 3,0 (Mitte, West) – 3,3 (Nord, Südost)
Wetterschutz: 3,5 (Mitte, West, Ost) – 3,7 (Südost, Hiltrup)
2.3.3 Bewertungen nach Altersgruppen
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sind die Bewertungen auch nach Altersgru p-
pen zu differenzieren. Hier zeigt s ich bei vielen Merkmalen mit steigendem Lebensalter eine
schlechter werdende Bewertung. Dies trifft vor allem auf folgende Merkmale zu:
Erreichbarkeit: von 1,8 (18 – 29 Jahre) bis 2,2 (ab 70 Jahre)
Pflegezustand: von 2,1 (18 – 29 Jahre) bis 2,5 (Altersgruppen ab 50 Jahre)
Sauberkeit: von 2,2 (18 – 29 Jahre) bis 2,7 (Altersgruppen ab 50 Jahre)
Wegebeschaffenheit: von 2,2 (18 – 29 Jahre) bis 2,7 (ab 70 Jahre)
Wetterschutz: von 3,4 (18 – 29 Jahre) bis 3,7 (ab 70 Jahre)
Interessant verläuft die Entwicklung d es Merkmals „Blumenschmuck“ nach Altersgruppen. Diese
verschlechtert sich von 2,3 (18 – 29 Jahre) auf 2,6 (50 – 59 Jahre) und verbessert sich dann wie-
der auf 2,3 (ab 70 Jahre).
Nahezu einig sind sich alle Altersgruppen im Hinblick auf die Bewertung der „S itzgelegenheiten“.
Diese reicht von 3,0 (18 – 29 Jahre) bis 3,2 (ab 70 Jahre).
2.4 Gründe für den Besuch der öffentlichen Grün- und Parkanlagen in Münster
2.4.1 Gesamtstädtische Perspektive
Die Ergebnisse der Frage nach den Gründen für den Besuch der G rün- und Parkanlagen in
Münster macht vier Hauptgründe deutlich (vgl. Folie 15):
Wegen der frischen Luft: Mittelwert 1,7 (53 % „trifft völlig zu“, 30 % „trifft eher zu“)
Um spazieren zu gehen, zu wandern: Mittelwert 1,8 (49 % „trifft völlig zu“, 27 % „trifft eher zu“)
Zur Entspannung: Mittelwert 1,9 (40 % „trifft völlig zu“, 36 % „trifft eher zu“)
2 Ebenda, S. 67, Tab. 8.
6
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Um der Natur nahe zu sein: Mittelwert 2,1 (35 % „trifft völlig zu“, 29 % „trifft eher zu“)
Darauf folgen zwei weitere Gründe, deren Mittelwert noch oberhalb von 3,0 (teils/teils) liegt:
Als Wegeverbindung: Mittelwert 2,6 (25 % „trifft völlig zu“, 24 % „trifft eher zu“)
Um sportlich aktiv zu sein: Mittelwert 2,7 (25 % „trifft völlig zu“, 21 % „trifft eher zu“)
Mittelwerte von 3,0 und jenseits weisen auf:
Um Tiere und Pflanzen anzuschauen: Mittelwert 3,0 (13 % „trifft völlig zu“, 19 % „trifft eher zu“)
Um mit Menschen zusammen zu sein: Mittelwert 3,1 (12 % „trifft völlig zu“; „17 % trifft eher zu“)
Zum Besuch von Veranstaltungen …: Mittelwert 3,4 (6 % „trifft völlig zu“; „16 % trifft eher zu“)
Am Ende der globalen Besuchsgründe rangieren Motive, die vor allem für bestimmte Gruppen
(Familien mit Kindern, Hundebesitzer) interessant sind:
Um Kindern das Spielen im Freien zu ermöglichen: Mittelwert 3,8
Um den Hund auszuführen: Mittelwert 4,4
Eine geschlechterdifferenzierte Auswertung der Besuchsgründe zeigt auf, dass die Rangfolge der
Gründe bei Frauen und Männern identisch ist, allerdings für Frauen eine Reihe von Gründen
noch deutlich höheres Gewicht besitzt (vgl. Folie 16). In diesem Kontext sind zu hervorzuheben:
Wegen der frischen Luft: Frauen: 59 % „trifft völlig zu“; Männer: 46 %
Um spazieren zu gehen, zu wandern: Frauen: 56 % „trifft völlig zu“; Männer: 41 %
Zur Entspannung: Frauen: 46 % „trifft völlig zu“; Männer: 34 %
Um der Natur nahezu sein: Frauen: 43 % „trifft völlig zu“; Männer: 27 %
2.4.2 Stadtbezirksbezogene Perspektive
Auch hinsichtlich der Besuchsgründe bietet eine stadtbezirksbezogene Auswertung weitergehen-
de Einsichten. Dabei wird Folgendes anhand der Mittelwerte deutlich (vgl. Folien 43 – 53):
Wegen der frischen Luft: 1,5 (Mitte) – 1,9 (Nord, Ost, Südost)
Um spazieren zu gehen, zu wandern: 1,7 (Mitte) – 2,0 (West, Nord, Ost)
Zur Entspannung: 1,7 (Mitte) – 2,1 (Nord, Ost)
Um der Natur nahe zu sein: 2,0 (Mitte) – 2,2 (West, Ost, Hiltrup)
Als Wegeverbindung: 2,2 (Mitte) – 3,1 (Hiltrup)
Um sportlich aktiv zu sein: 2,4 (Mitte) – 2,9 (Südost, Nord)
Um Tiere und Pflanzen anzuschauen: 2,8 (Nord) – 3,0 (Mitte, West, Südost, Hiltrup)
Um mit Menschen zusammen zu sein: 2,9 (Mitte) – 3,4 (Nord, Südost)
Zum Besuch von Veranstaltungen …: 3,3; (Mitte, West) – 3,5 (alle anderen BVs)
Um Kindern das Spielen im Freien zu ermöglichen: 3,6 (Nord, Südost) – 3,9 (Mitte)
Um den Hund auszuführen: 4,0 (Ost) – 4,6 (Mitte)
Diese Differenzierungen dürften sich wesentlich auf unterschiedlichen räumlichen Strukturen und
die unterschiedlichen Haushaltestrukturen der einzelnen Stadtbezirke zurückführen lassen.
7
V/0599/2016
2.4.3 Differenzierung der Besuchsgründe nach Altersgruppen
Eine Differenzierung der Besuchsgründe nach Altersgruppen in der Bürgerumfrage macht deu t-
lich, dass hinsichtlich der ersten drei Ränge Übereinstimmung besteht: „Wegen der frischen Luft“
(Rang 1), „Spazieren gehen, wandern“ (Rang 2), „zur Entspannung“ (Rang 3). Unterschiede zei-
gen sich erst auf den Rängen 4 und 5. Während „um sportlich aktiv zu sein“ bei der Gruppe 18 –
39 Jahre auf Rang 4 und bei der Gruppe 40 – 63 Jahre auf Rang 5 liegt, stehen in der Gruppe 64
Jahre und älter die Motive „Naturnähe“ und „Tier- und Pflanzenwelt“ im Vordergrund.
Rang Umfrage 18 – 39 Jahre 40 – 63 Jahre 64 Jahre u. älter
1 Münster 2016
GALK e.V. (2014)3
Wg. der frischen Luft
zur Entspannung
Wg. der frischen Luft
zur Entspannung
Wg. der frischen Luft
Wg. der frischen Luft
2 Münster 2016
GALK e.V. (2014)
Spazieren gehen, …
Wg. der frischen Luft
Spazieren gehen, …
Wg. der frischen Luft
Spazieren gehen, …
Spazieren gehen, …
3 Münster 2016
GALK e.V. (2014)
Zur Entspannung
Spazieren gehen, …
Zur Entspannung
Um der Natur nahe zu sein
Zur Entspannung
Um der Natur nahe zu s.
4 Münster 2016
GALK e.V. (2014)
Um sportlich aktiv zu
sein
Um der Natur nahe zu sein
Um der Natur nahe zu
sein
Spazieren gehen, …
Um der Natur nahe zu
sein
zur Entspannung
5 Münster 2016
GALK e.V. (2014)
Als Wegeverbindung
Um sportlich aktiv zu sein
Um sportlich aktiv zu
sein
Tiere/Pflanzen ansehen
Tiere/Pflanzen ansehen
Tiere/Pflanzen ansehen
Ein Vergleich der Ergebnisse der Bürgerumfrage 2016 mit der bundesweiten Internetumfrage der
Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK e.V.) aus dem Jahr 2014 macht deutlich, dass bei
beiden Umfragen identischen Motive unter den TOP 5 rangieren (v. a. „Frische Luft“, „Spazieren
gehen“, „zur Entspannung“, „Naturerleben“), allerdings eine leicht unterschiedliche Priori sierung
vorgenommen wird. So ist in Münster „um sportlich aktiv zu sein“ etwas stärker vertreten, ebenso
wird in der Gruppe 18 – 39 Jahre der Aspekt „Wegeverbindung“ betont.
2.5 Entwicklung der Grün- und Parkanlagen in den letzten Jahren aus Sicht der Befragten
Bei der Frage nach der Entwicklung der Grünflächen in den letzten Jahren haben 51 % der B e-
fragten angegeben, dass diese „gleich geblieben sind“. 22 % sind sogar der Ansicht, dass diese
„insgesamt besser geworden“ sind, lediglich 7 % attestieren ein e Verschlechterung. Hinsich tlich
dieser Einschätzung stimmen Frauen und Männer weitgehend überein (vgl. Folie 17).
Unterschiede werden allerdings im Hinblick auf Wohnort und Altersstruktur der Befragten deu t-
lich. Überdurchschnittlich hohe Werte in der Ka tegorie „insgesamt besser geworden“ weisen die
Stadtbezirke West und Nord auf (jeweils 28 %), unterdurchschnittliche Werte wurden demgege n-
über im Stadtbezirk Südost artikuliert (13 %). Hinsichtlich der Altersstruktur fällt auf, dass die
Werte in der Katego rie „insgesamt besser geworden“ mit zunehmendem Alter ansteigen: Übe r-
3 GALK e.V. (Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz) (Hg.) (2014):Wie zufrieden sind Bürger mit städtischen
Grünflächen? Ergebnisse der vierten bundesweiten Internetbefragung. O.O., S. 14.
8
V/0599/2016
durchschnittlich sind sie in den Altersgruppen über 60 Jahre (z. B. 60 – 69 J.: 30 %) (vgl. Folie
17).
2.6 Verbesserungswünsche der Befragten für die Grün- und Parkanlagen
Mit einer off enen Frage hatten die Befragten die Gelegenheit, ihre Wünsche zur Verbesserung
der Grün- und Parkanlagen in Münster zu äußern. Hiervon wurde rege Gebrauch gemacht: 1.018
Befragte (55 % aller Rücklaufe) gaben 1.889 Nennungen ab. Folgende Punkte erhielten 50 und
mehr Nennungen (vgl. Folie 18):
Sitzgelegenheiten: 12,5 % (236 Nennungen)
Genügend Mülleimer/Müllentsorgung öfter: 10,1 % (190 Nennungen)
Sauberkeit: 8,0 % (151 Nennungen)
Wetterschutz/Unterstellmöglichkeiten: 4,5 % (85 Nennungen)
Beleuchtung (nachts): 3,5 % (67 Nennungen)
Blumenschmuck: 3,4 % (64 Nennungen)
Mehr/bessere öffentliche Toiletten: 2,8 % (52 Nennungen)
Hunde (mehr Kontrollen/weniger Hundekot): 2,7 % (51 Nennungen)
Mehr/bessere Kinderspielplätze: 2,6 % (50 Nennungen)
Die Antworten dieser of fenen Frage stimmen bei Frauen und Männern grundsätzlich überein.
Wesentliche Unterschiede werden bezüglich folgender Vorschläge deutlich. Frauen präferieren
noch stärker „Sitzgelegenheiten“ als Männer (14,8 % Frauen, 9,7 % Männer). Männer haben das
Thema „Sauberkeit“ stärker genannt (Frauen 6,7 %, Männer 9,6 %) (vgl. Folie 19).
Folie 20 gibt die Ergebnisse auf die Frage nach den Verbesserungsvorschlägen für die einzelnen
Stadtbezirke wieder. Hier zeigt sich, dass in nahezu allen Stadtbezirken das Thema „S itzgele-
genheiten“ an der Spitze steht, gefolgt von den Themen „Mülleimer/Müllentsorgung“ und „Sa u-
berkeit“. Von den Befragten aus dem Stadtbezirk Ost, die sich hier geäußert haben, wird dem
„Müll- und Sauberkeitsthema“ die höchste Priorität eingeräumt (vgl. Folie 20).
Insgesamt werden bei dieser offene Frage Vorschläge zu Punkten formuliert, die bei der gestüt z-
ten Bewertung durchaus eine geringere Zufriedenheit und teilweise auch Kritik erfahren haben (v.
a. „Sitzgelegenheiten“: 12 % „mangelhaft“, 14 % „ausreichend“) (vgl. Punkt 2.3, Folie 12).
2.7 Beurteilung des Angebotes an öffentlichen Kinderspielplätzen in Münster
Für eine kinderfreundliche und zugleich wachsende Stadt ist ein adäquates Angebot an öffentl i-
chen Kinderspielplätzen von großer Bedeutung. Deren Entwicklung ist eng mit der Grün - und
Freiflächenplanung verbunden, so dass die Befragten in diesem Fragekomplex auch gebeten
wurden, das Angebot an öffentlichen Kinderspielplätzen zu beurteilen.
Hier ist zunächst darauf hinzuweisen, dass 50 % angab en, diese Frage nicht beurteilen zu kö n-
nen. Dies ist angesichts des Anteils der Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren in Münster (2015:
16 %) plaus ibel. 30 % antworteten „genau richtig“. 16 % waren der Ansicht, das Angebot ist zu
gering, 2 % gaben demgegenüber an „zu viel“ (vgl. Folie 21).
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Zur Einschätzung des Angebotes an öffentlichen Kinderspielplätzen sind die Antworten der B e-
fragten mit Kindern unter 18 Jahren aufgrund ihres spezifischen Erfahrungshintergrundes von
besonderem Interesse. Diese gaben folgende Einschätzung ab (vgl. Folie 21):
52 %: genau richtig
27 %: zu wenig
2 %: zu viel
Diese Ergebnisse lassen sich auch nach Stadtbezirken differenzieren. Hier ist allerdings zu b e-
rücksichtigen, dass aufgrund der relativ geringen Zahl der Antworten in den einzelnen Stadtbezir-
ken die Ergebnisse eher als Tendenzaussagen zu werten sind (vgl. Folie 22).
3. Verwendung der Ergebnisse und Ausblick
Mit den Ergebnissen der Bürgerumfrage 2016 – Teil „Parks und Grünanlagen“ wurde ein aktue l-
les Thema der Stadtentwic klung in der Bürgerumfrage aufgegriffen 4. Aufgrund der besonderen
Relevanz des Themas „Parks und Grünanlagen“ für die Arbeit der Bezirksvertretungen wird hier
ein Schwerpunkt in der Auswertung gesetzt (vgl. Anhänge zum Foliensatz: Folien 23 – 53). Da-
mit wird insbesondere auch eine zusätzliche Informationsquelle zur Nutzung von Grünanlagen in
den Stadtbezirken erschlossen. Die inhaltlichen Schlussfolgerungen aus den Umfrageergebni s-
sen sollen im Rahmen der entsprechenden Fachplanungen diskutiert werden.
Im Internetangebot des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung werden im
Bereich „Stadtentwicklung/Stadtforschung“ unter „Bürgerumfrage 201 6“ weitere tabellarische
Aufbereitungen der Umfrageergebnisse nach soziodemografischen Strukturmerkmal en zum
Download bereitgestellt5.
Die Auswertung der Bürgerumfrage 201 6 wird mit dem Teil „Digitale Stadt Münster “ fortgesetzt
und abgeschlossen.
I.V.
gez.
Schultheiß
Stadtdirektor
Anlagen:
Anlage 1: Foliensatz
Anlage 2: Bürgerumfrage 2016: Hinweise zur Methodik und Übertragbarkeit der Ergebnisse
4 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (Hg.) (2015): Grün in der Stadt –
Für eine lebenswerte Zukunft. Grünbuch Stadtgrün. Berlin.
Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein -Westfalen (Hg.)
(2012): Urbanes Grün in der integrierten Stadtentwicklung. Strategien, Projekte, Instrumente. Düsseldorf.
5 http://www.stadt-muenster.de/stadtentwicklung/kommunale-umfragen.html
a-r-0043-2017-Mehrweg-Kaffeebecher-Anlage 1
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Fact-Sheet | Stand: 01.09.2015 Umweltproblem Coffee to go-Einwegbecher Die wichtigsten Fakten Verbrauch Nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe werden deutsch- landweit rund 2,8 Milliarden Coffee to go-Becher pro Jahr ver- braucht. Stellt man diese mit dem dazugehörigen Plastikdeckeln aufeinander, entsteht ein 300.000 km hoher Turm. In Form einer Kette ließe sich die Erde damit mehr als sieben Mal umrunden. Jeder Deutsche verbraucht 34 Einwegbecher im Jahr. Bundesweit fallen jeden Tag rund 7,6 Millionen Coffee to go-Becher an. Das macht pro Stunde 320.000 Stück. Einsatz von Holz- und Papier Für die Herstellung von Pappbechern sind in Deutschland pro Jahr 29.000 Tonnen Papier notwendig. Für dessen Produktion werden 64.000 Tonnen Holz verbraucht. Oder anders gesagt: Für den schnellen Kaffee-Genuss im Einweg-Becher müssen jährlich 43.000 Bäume gefällt werden. Wasserverbrauch Für die Herstellung der Papierfasern sind große Wassermengen notwendig. Die Produktion von einem Kilo Papier verschlingt über 50 Liter Wasser. Für die Anfertigung eines Coffee to go- Einwegbechers benötigt man über einen halben Liter Wasser – also in der Regel mehr als für das Aufbrühen des Kaffees in dem Becher verwendet wird. Um die in Deutschland jährlich verbrauchten 2,8 Milliarden Coffee to go-Becher herzustellen, werden 1,5 Milliarden Liter Wasser benötigt. Umgerechnet auf den durchschnittlichen täglichen Wasserverbrauch eines Deutschen (121 Liter) entspricht das dem Tagesverbrauch von mehr als 12 Millionen Menschen oder dem Jahresverbrauch von 32.000 Bürgern. Energieverbrauch Für die Herstellung der Papierfasern von Einweg-Kaffeebechern wird viel Energie benötigt – nämlich umgerechnet 320 Millionen kWh pro Jahr. Mit dieser eingesetzten Energie könnten mehr als 100.000 Musterhaushalte 1 Jahr lang mit Strom versorgt wer- den. Das entspricht mehr als dem jährlichen Stromverbrauch der Einwohner der mecklenburgischen Landeshauptstadt Schwerin. Verwendung von Kunststoff Der Deckel und die im Coffee to go-Becher enthaltenen Beschich- tungen, bestehen aus Kunststoff, für deren Produktion Rohöl Deutsch e Umwelthilfe e.V. Anlage 1 zum Antrag A-R/0043/2017 2 Fact-Sheet – Umweltproblem Coffee to go-Einwegbecher Deutsche Umwelthilfe e.V. benötigt wird. Ein Standard-Einwegbecher besteht etwa zu fünf Prozent aus dem Kunststoff Polyethylen. Für die in Deutschland jährlich verbrauchte Menge an Einwegbechern sind 1.500 Tonnen Polyethylen notwendig. Die dazugehörigen Deckel verschlingen 9.400 Tonnen Polystyrol. Für die Herstellung der Polyethylen- Beschichtungen der Kaffeebecher und der Polystyrol-Deckel kom- men jedes Jahr rund 22.000 Tonnen Rohöl zusammen. Klimabelastung Durch die Produktion der jährlich in Deutschland verbrauchten Coffee to go-Becher entstehen 83.000 Tonnen CO 2-Emissionen. Die Herstellung der dazugehörigen Polystyrol-Deckel verursacht zusätzlich rund 28.000 Tonnen CO 2-Emissionen. Der Ersatz von Einwegbechern durch wiederverwendbare Mehrwegbecher verrin- gert den Ausstoß schädlicher Klimagase. Abfallaufkommen 15 Minuten. So lange dauert es etwa, um einen Becher Kaffee zu trinken. Damit ist die Lebensdauer eines Coffee to go-Bechers noch kürzer als die einer Plastiktüte, die nach 25 Minuten zu Abfall wird. Allein in Berlin fallen pro Tag fast eine halbe Million Coffee to go-Einwegbecher an. Pro Jahr verursachen Einwegbecher in Deutschland 31.000 Tonnen Abfall und zusätzliche 9.000 Tonnen durch Plastikdeckel. Diese 40.000 Tonnen Abfall ent- sprechen dem Gewicht von mehr als 33.000 Volkswagen Golf. Umweltverschmutzung Der Verbrauch von Einweg-Kaffeebechern hat seit Jahren ständig zugenommen, besonders in großen Städten und touristischen Ballungsgebieten, wie z.B. Berlin. Dort werden täglich mehr als 460.000 und jährlich 170 Millionen Pappbecher verbraucht – Tendenz steigend. In einer repräsentativen Umfrage von TNS Em- nid vom Mai 2015 im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe gaben 85 Prozent der Befragten an, dass Coffee to go–Einwegbecher Plätze und Parks verschmutzen sowie öffentliche Papierkörbe überlasten. Es ist davon auszugehen, dass sowohl der Verbrauch der Einwegbecher, als auch ihre falsche Entsorgung in der Umwelt weiter zunehmen werden. Einsatz von Neumaterial Coffee to go-Einwegbecher bestehen überwiegend aus Papier- fasern, für deren Herstellung in aller Regel Neumaterial ver - wendet wird. Recyclingpapierfasern kommen praktisch nicht zum Einsatz. Grund hierfür sind zum einen die Verkürzung der Papierfasern durch das Recycling und zum anderen die Belastung des Recyclingpapiers durch mineralölhaltige Substanzen sowie durch Druckchemikalien. Deshalb sind Recyclingpapierfasern nur eingeschränkt als Verpackungsmaterial für Lebensmittel geeignet. Für die Herstellung neuer Becher werden in der Regel neue Bäume gefällt. Problem Entsorgung Selbst wenn Einweg-Pappbecher mit anderen Verpackungen und Wertstoffen über die gelbe Tonne oder den Papiermüll entsorgt werden, ist ein vollständiges Recycling kaum möglich. Landen beschichtete Pappbecher in der gelben Tonne, werden sie in der Regel in die Papierfraktion einsortiert und landen, genauso wie die in der Papiertonne entsorgten Becher, in Papierrecy- clinganlagen. Aufgrund der Kunststoffbeschichtung löst sich meistens aber nur ein kleiner Teil der Papierfasern vom Becher. Der überwiegende Teil wird mit den nicht recycelbaren Resten als sogenannte „Spuckstoffe“ abgeschieden und zusammen mit dem Restmüll verbrannt. Die Deutsche Umwelthilfe hat Literaturdaten ausgewertet und eigene Berechnungen für den Rohstoffeinsatz, den Energieaufwand und die Klimabelastung von Coffee to go-Bechern durchgeführt. Die DUH-Be- rechnungen gehen von Coffee to go-Einwegbechern aus beschichteter Pappe der Standardgröße 0,3 l und einem Durchschnittsverbrauch von 162 Liter Kaffee pro Kopf und Jahr aus. Becher (Standard: 0,3 l) 10-18 g Deckel (passend für Standard- größe) 3-3,7 g Papiermanschette ca. 4 g Rührstab ca. 0,8 g Becherhalter für 4 Becher 30 g Einweg ist nicht nur der Becher Kontakt: Deutsche Umwelthuilfe e.V. | Thomas Fischer | Leiter Kreislaufwirtschaft Hackescher Markt 4 | Eingang: Neue Promenade 3 |10178 Berlin Tel.: 030 2400867-43 | Mobil: 0151 18256692 |E-Mail: fischer@duh.de Hanna Grießbaum | Projektmanagerin Kreislaufwirtschaft Tel.: 030 2400867-45 | E-Mail: griessbaum@duh.de | www.duh.de www.becherheld.de www.facebook.com/becherheld
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Anlage 2 zum Antrag A-R/0043/2017
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0043/2017
Münster, den 27.06.2017
Ratsantrag der Ratsgruppe Piraten/ÖDP
„Genuss ohne Restmüll: Mehrweg-Kaffeebecher für Münster“
Der Rat möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit de n Abfallwirtschaftswerken
Münster (AWM) sowie ggf. mit Gastronomen, Einzelhändlern und thematisch
informierten Umweltgruppen ein Konzept zu entwickeln, wie der Gebrauch von
Einwegbechern in Münster erheblich eingeschränkt werden kann.
2. Sollte dies wünschenswert sein, so kann die Verw altung zur (Weiter)Entwicklung
und Umsetzung des Konzepts einen runden Tisch einberufen, welcher besteht aus
Vertretern von allen unter 1. genannten Akteuren und der Politik.
Begründung:
Einwegbecher sind ein Wegwerfprodukt, das große Folgen für die Umwelt hat. Durch die
Qualitätsanforderungen an den Becher kann bei der Produktion zunächst kaum
Recyclingpapier verwendet werden. Durch die Beschichtung der Becher ist eine Wieder-
verwendung dieses neuen, hochwertigen Papiers nur zu einem sehr geringen Prozentsatz
möglich, weswegen der Größtteil des Materials in der die Müllverbrennung 'verwertet' wird
(siehe: Anlage 1). Aus diesen und anderen Gründen (u.A. die Vermüllung des öffentlichen
Raumes durch nicht entsprechend entsorgte Einwegbecher) ist es sinnvoll, die Entstehung
und Verbreitung von diesem nicht notwendigen Abfall von vornherein zu reduzieren.
Diese Idee ist bundesweit in mehreren Städten aufgegriffen worden. Hierbei hat die Stadt
Freiburg in Zusammenarbeit mit der mehrheitlich stadteigenen Abfallwirtschaft Ende 2016
testweise für zunächst ein Jahr ein Pilotprojekt mit einem Mehrweg-Pfandbecher mit
Freiburg-Skyline (den sog. Freiburg-Cup) entwickelt, welche in mehreren Cafés,
Backstuben und Geschäften zu einem Pfand von einem Euro ausgeliehen wird.
1 In
Freiburg werden nach Schätzung der Stadtverwaltung ca. 10 bis 20% der Kaffees in
wiederverwendbaren Bechern (Siehe: Anlage 2) konsumiert.
In Nordrhein-Westfalen ist das Thema Mehrweg-Kaffeebecher im vergangenen April u.A.
in den Düsseldorfer Stadtrat eingebracht worden. Die örtliche CDU-Fraktion hat sich in
diesem Rahmen für die Umsetzung des sogenannten Coffee to go again-Prinzips
ausgesprochen
2, während die Fraktion DIE LINKE. ihre Vorliebe für das Konzept aus
1Höhl, Simone: Freiburg startet Mehrwegsystem für Kaffeebecher , abrufbar unter: http://www.badische-
zeitung.de/freiburg/freiburg-startet-mehrwegsystem-fuer-kaffeebecher, Stand 12.06.2017.
Freiburg kundgetan hat 3. Stand heute sind beite Anträge nicht fertig beraten worden.
Im zu erarbeitenden Konzept können unter anderen der Mehrweg-Pfandbecher der Stadt
Freiburg und der Coffee to go again-Ansatz (und/oder prägende Elemente aus ihnen)
näher berücksichtigt und mit Blick auf die Nachhaltigkeit begründet zunächst testweise
umgestetzt werden. Ebenso wäre es in diesem Rahmen wünschenswert, wenn die Stadt-
verwaltung darlegt und begründet, ob und wenn ja, wie die Möglichkeit der Einführung
oder Erhöhung einer Abgabe für Einwegbecher durchgesetzt werden kann.
Eine lobenswerte Initiative zur Vermeidung von Einwegbechern gibt es in Münster mit dem
sog. Gildebecher der Münsterschen Gilde-Bäcker.
4 Diese Becher werden jedoch leider nur
in Verkaufsstellen der Gilde-Bäcker angeboten und sind z.B. keine Pfandbecher. Eine
Online-Umfrage auf der Seite der Westfälische Nachrichten zum gleichen Thema hat aber
erwiesen, dass 85% der über 1.100 Beteiligten sich ein Mehrweg-Pfansystem für
Kaffeebecher in Münster wünschen. 5
In der Berichtsvorlage V/0599/2016 Bürgerumfrage 2016: Zentrale Ergebnisse zum
Fragenkomplex "Parks und Grünanlagen" (Anlage 3) wird berichtet, dass die Zufriedenheit
mit den Parks und Grünanlagen in Münster allgemein hoch ist den Erwartungen
weitesgtehend entspricht. Die Möglichkeit der Befragten, Verbesserungsvorschläge
einzubringen wurde hierbei rege genutzt. Die zweit- und drittmeisterwähnten Vorschläge
befassen sich hier mit den Themen Müllbeseitigung (10,1 %) und Sauberkeit (8 %) in
Parks und Grünanlagen und zeigen, wie wichtig das Thema auch für die Stadtbevölkerung
ist. Durch das Verhindern von Einwegbechern ist es annehmbar, dass weniger Müll seinen
Weg in den öffentlichen Raum und damit die Park- und Grünanlagen findet und dadurch
zu einem besseren allgemeinen Wohlbefinden beiträgt.
Aus diesen und vielen weiteren Gründen sollte die Ausgabe von Einwegbechern in
Münster erheblich reduziert werden.
Gez.
Johannes Schmanck
Franz Pohlmann
Anlage 1: Fact-Sheet – Umweltproblem Coffee to go-Einwegbecher
Anlage 2: Vom Mund in den Müll, Scan der S. 34 der Wochenzeitung DIE ZEIT vom
08.06.2017.
Anlage 3: Berichtsvorlage V/0599/2016 Bürgerumfrage 2016: Zentrale Ergebnisse zum
Fragenkomplex "Parks und Grünanlagen"
2Antrag: Kampagne „Coffee to go again“ auch in Düsseldorf st arten , Antrag der CDU-Ratsfrakion Düsseldorf,
abrufbar unter: http://www.cdu-fraktion-duesseldorf.de/anfragen-und-antraege/antrag-kampagne-coffee-go-again-
auch-duesseldorf-starten, Stand: 12.06.2017.
3Mehrweg-Pfandsystem für Kaffeebecher, Antrag der Fraktion DIE LINKE. Düsseldorf, abrufbar unter:
http://www.linksfraktion-duesseldorf.de/nc/ratsarbeit/detail/zurueck/umweltauschussarchiv/artikel/mehrweg-
pfandsystem-fuer-kaffeebecher/, Stand: 12.06.2017.
4Hillmoth, Gabriele: Gildebecher gegen „Coffee-to-go-Müll“ , abrufbar unter:
http://www.wn.de/Muenster/2017/03/2753166-Baecker-stellen-neuen-Mehrwegbecher-vor-Gildebecher-gegen-
Coffee-to-go-Muell, Stand: 12.06.2017.
5Ebenda.
Beratungsverlauf (1)
Orte (6)
- Salzstraße
- Gasselstiege
- Promenade 3
- Tiergarten
- Hohe Ward
- Werse
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0043/2017
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 27.06.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37