V/0388/2005
Feststellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der AWM für das Wirtschaftsjahr 2004
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Beschlussvorlage
3592 Zeichen
DER OBERBÜRGERMEISTER
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Betrifft
Feststellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts der AWM für das Wirtschaftsjahr 2004
Beratungsfolge
14.06.2005 Werksausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Vorberatung
22.06.2005 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung
29.06.2005 Hauptausschuss Vorberatung
29.06.2005 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
Sachentscheidung:
1. Der in der Anlage beigefügte Jahresabschluss der AWM für das Geschäftsjahr 2004 (Bilanz,
GuV und Anhang) wird festgestellt.
2. Der Lagebericht (Anlage) wird zur Kenntnis genommen.
3. Der von den AWM erwirtschaftete Jahresgewinn beträgt 212.586,75 €.
Er wird der Allgemeinen Rücklage zugeführt.
4. Der Werkleitung wird für das Wirtschaftsjahr 2004 Entlastung erteilt.
Begründung:
Die CURACON GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaf t Münster hat im Auftrag der AWM mit Zu-
stimmung der Gemeindeprüfungsanstalt Nordrhein-Westfalen den Jahresabschluss und den La-
gebericht des Wirtschaftsjahres 2004 geprüft. Die geprüften Unterlagen sind gem. § 14 der Be-
triebssatzung dem Werksauschuss und dem Rat vorzulegen.
1. Jahresabschluss 2004
Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um 555 T€ erhöht.
Vorlagen-Nr.:
V/0388/2005
Auskunft erteilt:
Herr Homann
Ruf:
60 52 20
E-Mail:
HomannG@awm.stadt-muenster.de
Datum:
11.05.2005
Öffentliche Beschlussvorlage
- 2 -
Die Umsatzerlöse 2004 betrugen insgesamt rd. 41.198 T€
Davon entfielen auf die
Abfallwirtschaft
• Abfallabfuhr 27.734 T€
• Abfalldeponierung/-verwertung 1.700 T€
• DSD-Bereich 2.587 T€
Stadtreinigung 4.694 T€
Winterdienst 1.157 T€
Nebengeschäfte 3.326 T€
Der Jahresüberschuss von 212.586,75 € resultiert im Wesentlichen aus dem Unterschied zwi-
schen den gesetzlichen Grundlagen der Gebührenkalkulation und den Ansätzen der Handelsbi-
lanz.
Die Gesamtinvestitionen im Jahre 2004 lagen gem. Anlagennachweis bei 2.486 T€. Davon
wurden 221 T€ in Anlagen der Straßenreinigung, 1.420 T€ in Anlagen der Abfallwirtschaft und
67 T€ in Grundstücke mit Betriebs- und anderen Bauten investiert. In den Finanzanlagen sind
Zugänge in Höhe von 74 T€ zu verzeichnen. 31 T€ betreffen immaterielle Vermögensgegens-
tände. Der Rest in Höhe von 673 T€ entfällt auf Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie ge-
leistete Anzahlungen und Anlagen im Bau.
Gemäß § 41 Abs. 1 Buchstabe j) Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen wird der Werkleitung
für das Wirtschaftsjahr 2004 Entlastung erteilt.
2. Lagebericht
Zum Lagebericht wurde seitens der CURACON Gm bH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft festge-
stellt, dass dieser entsprechend § 25 EigVO aufgestellt worden ist, im Einklang mit dem Jah-
resabschluss steht und die sonstigen Angaben im Lagebericht keine falsche Vorstellung von
der Lage des Eigenbetriebes erwecken.
3. Prüfungsergebnis
Die CURACON GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellsc haft erteilt den AWM für das Wirtschaftsjahr
2004 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.
Die weiteren Einzelheiten zum Jahresabschluss 2004 können den beigefügten Unterlagen entnom-
men werden.
Darüber hinaus werden die Abschlussergebnisse vom Prüfungsleiter der CURACON GmbH Wirt-
schaftsprüfungsgesellschaft in der Werksaussc husssitzung am 14.06.2005 in Rahmen einer Jah-
resabschlussbesprechung im Einzelnen erläutert.
I.V.
Joksch
Stadtbaurat
- 3 -
Jahresabschluss und Lagebericht 2004
55317 Zeichen
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 1
Jahresabschluss | Lagebericht
Geschäftsjahr 2004
Saubere Lösung.
Saubere Lösung.
2 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Impressum
Herausgeberin
Stadt Münster
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Rösnerstraße 10
48155 Münster
awm@stadt-muenster.de
www.awm.muenster.de
Juni 2005, 500
Konzept
X & Y Design | Münster
Druck
Lechte Medien GmbH & Co. KG
48271 Emsdetten
Jahresabschluss
Seite
Impressum 2
Inhalt 3
Bilanz 4 - 5
Gewinn- und Verlustrechnung 6
Anhang 7 - 15
Anlagen
Anlagennachweis [Anlage 1] 16 - 19
Entwicklung der Rückstellungen [Anlage 2] 20 - 21
Erfolgsübersicht/Formblatt 5 [Anlage 3] 22 - 23
Behälterbestände der Abfallabfuhr [Anlage 4] 24 - 25
Anlieferungsstatistik ZDM II [Anlage 5] 26
Lagebericht 27 - 31
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 3
Inhalt
Saubere Lösung.
4 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
Aktivseite 31.12.2004 31.12.2003
EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzession und Software 114.722,00 179.941,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke mit Betriebs- und anderen Bauten 14.221.038,00 14.812.620,00
2. Anlagen der Stadtreinigung 1.474.033,00 1.569.597,00
3. Anlagen der Abfallwirtschaft 6.068.930,00 6.004.086,00
4. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 508.889,00 628.958,00
5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.701.849,00 3.346.457,00
24.974.739,00 26.361.718,00
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 8.985.799,00 8.911.414,00
34.075.260,00 35.453.073,00
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Hilfs- und Betriebsstoffe 393.628,03 397.636,03
2. Fertige Erzeugnisse und Waren 34.748,37 90.128,13
428.376,40 487.764,16
II. Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.726.848,35 2.231.255,67
2. Forderungen an die Stadt 29.041.306,49 30.861.345,29
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
31.12.2004: 27.119.020,83 EUR
[31.12.2003: 28.859.143,52 EUR]
3. Sonstige Vermögensgegenstände 222.134,61 341.011,93
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr
31.12.2004: 4.504,54 EUR
[31.12.2003: 5.528,92 EUR]
30.990.289,45 33.433.612,89
III. Kassenbestand, Guthaben 17.895.530,64 13.456.832,49
bei Kreditinstituten 49.314.196,49
C. Rechnungsabgrenzungsposten 29.732,91 32.938,24
83.419.189,40 82.864.220,78
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Bilanz zum 31.12.2004
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 5
Saubere Lösung.
Passivseite 31.12.2004 31.12.2003
EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Stammkapital 500.000,00 500.000,00
II. Rücklagen
Allgemeine Rücklagen 6.793.549,57 6.621.127,57
III. Gewinn
Gewinn des Vorjahres 213.230,72 142.383,46
Verwendung für die Einstellung in die Allgemeine Rücklage 172.422,00 142.383,46
Verwendung für die Zuführung in den Sonderposten
aus DSD-Überschüssen 40.808,72 0,00
0,00 0,00
Jahresgewinn 212.586,75 213.230,72
7.506.136,32 7.334.358,29
B. Sonderposten aus DSD-Überschüssen 725.320,28 709.380,52
C. Sonderposten aus Zuweisungen der Öffentlichen Hand 26.389,00 48.465,00
D. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 1.373.081,00 1.195.349,00
2. Sonstige Rückstellungen
a) Gebührenüberschüsse 15.132.047,10 11.703.788,17
b) Übrige 48.969.652,19 51.152.040,51
65.474.780,29 64.051.177,68
E. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.999.798,45 7.968.951,60
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
31.12.2004: 1.046.079,26 EUR [31.12.2003: 1.059.097,82 EUR]
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.480.778,58 1.683.175,05
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
31.12.2004: 1.480.778,58 EUR [31.12.2003: 1.683.175,05 EUR]
3. Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt 728.985,09 494.150,08
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
31.12.2004: 728.985,09 EUR [31.12.2003: 494.150,08 EUR]
4. Sonstige Verbindlichkeiten 477.001,39 574.562,56
a) davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr
31.12.2004: 474.497,27 EUR [31.12.2003: 556.393,79 EUR]
b) davon aus Steuern
31.12.2004: 15.901,18 EUR [31.12.2003: 67.047,24 EUR]
c) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
31.12.2004: 376.632,20 EUR [31.12.2003: 377.596,32 EUR]
9.686.563,51 10.720.839,29
83.419.189,40 82.864.220,78
Gewinn- und Verlustrechnung für das Wirtschaftsjahr 2004 2003
vom 1. Januar bis 31. Dezember 2004 EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 41.198.188,25 43.166.742,48
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an 1.861,00 1.544,50
fertigen Erzeugnissen
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 15.664,83 24.048,34
4. Sonstige betriebliche Erträge 1.415.033,06 2.027.888,00
davon Inanspruchnahme der Rückstellungen
für Gebührenüberschüsse
2004: 0,00 EUR [2003: 0,00 EUR]
5. Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens 24.868,96 0,00
aus DSD-Überschüssen
42.655.616,10 45.220.223,32
6. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Hilfs- und Betriebs-
stoffe und für bezogene Waren 2.561.621,81 2.327.589,96
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 14.380.621,61 14.933.647,37
16.942.243,42 17.261.237,33
7. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 10.497.533,43 10.263.732,89
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung 3.193.633,21 2.878.963,62
davon für Altersversorgung: 13.691.166,64 13.142.696,51
2004: 920.628,91 EUR [2003: 713.596,62 EUR]
8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegen-
stände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.857.302,00 4.230.709,00
9. Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens
aus Zuweisungen der öffentlichen Hand 22.076,00 48.126,00
10. Sonstige betriebliche Aufwendungen 8.037.718,50 10.167.629,57
davon Zuführung zu Rückstellungen für
Gebührenüberschüsse:
2004: 3.557.603,23 EUR [2003: 4.351.220,78 EUR]
42.506.354,56 44.754.146,41
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen
des Finanzanlagevermögens 74.385,00 92.306,00
12. Sonstige Zinserträge 337.962,44 309.813,67
412.347,44 402.119,67
13. Zinsaufwendungen 282.857,44 585.650,77
14. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit + 278.751,54 + 282.545,81
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0,00 4.834,06
16. Sonstige Steuern 66.164,79 64.481,03
66.164,79 69.315,09
17. Jahresgewinn 212.586,75 213.230,72
Nachrichtlich:
Behandlung des Jahresgewinns
a) zur Einstellung in Rücklagen 212.586,75 172.422,00
b) zur Zuführung zum Sonderposten
aus DSD-Überschüssen 40.808,72
6 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
I. Angaben zur Form und Darstellung von Bilanz bzw.
Gewinn- und Verlustrechnung
Der Jahresabschluss wurde gemäß den geltenden
Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung aufgestellt.
Entsprechend § 265 Abs. 5 HGB über die weitere
Untergliederung der Posten wurde die Darstellung der
Sachanlagen um die Posten
- Anlagen der Stadtreinigung
- Anlagen der Abfallwirtschaft
die Passivseite um die Posten
- Sonderposten aus DSD-Überschüssen
- Sonstige Rückstellungen
a) Gebührenüberschüsse
b) Übrige
erweitert.
II. Erläuterungen zu den Positionen von Bilanz sowie
Gewinn- und Verlustrechnung bezüglich Ausweis,
Bilanzierung und Bewertung
1. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sach-
anlagen sind grundsätzlich zu Anschaffungs- oder
Herstellungskosten bewertet. Es wurde die lineare
Abschreibungsmethode unter Zugrundelegung der
betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer angewendet.
Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im Jahr des
Zugangs voll abgeschrieben.
Die Abschreibungen auf den 2. Bauabschnitt der ZDM II
werden auf Basis des ermittelten verbleibenden Rest-
verfüllvolumens leistungsabhängig vorgenommen.
Die Vorräte wurden durch körperliche Bestandsauf-
nahme ermittelt und unter Beachtung des Niederst-
wertprinzipes bewertet.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
sind zum Nominalwert bewertet.
Der Sonderposten aus DSD-Überschüssen enthält die
erwirtschafteten Überschüsse aus Vorjahren.
Bei den Sonderposten aus Zuweisungen der öffent-
lichen Hand handelt es sich um erhaltene Investitions-
zuschüsse, die entsprechend der Nutzungsdauer der
bezuschussten Vermögensgegenstände ertragswirk-
sam aufgelöst werden.
Die Rückstellungen für Pensionen sind zum versiche-
rungsmathematisch ermittelten Barwert unter Berück-
sichtigung der Richttafeln von Dr. K. Heubeck, Köln 1998,
angesetzt; es wurde ein Rechnungszinsfuß von 6 % zu-
grunde gelegt.
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten alle erkennba-
ren Risiken und sind grundsätzlich mit dem Betrag an-
gesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurtei-
lung notwendig ist.
Die Rückstellungen für Beihilfen wurden nach versiche-
rungsmathematischen Grundsätzen ermittelt; es wurde
ein Rechnungszinsfuß von 5,5 % zugrunde gelegt.
Für die Rückstellung der Rekultivierung und Nachsorge
der ZDM I und II wurde in 2003 ein neues Gutachten
von der IWA (Ingenieurgesellschaft für Wasser- und
Abfallwirtschaft mbH) erstellt. Dieses Gutachten er-
setzt das den Rückstellungsbewertungen bis dahin
zugrunde gelegte Gutachten von 1999. Für die gebüh-
renrechtliche Refinanzierung der in der Vergangenheit
noch nicht erwirtschafteten Rückstellungsanteile wurde
ein Nutzungszeitraum von 19 Jahren zugrunde gelegt.
Die Rückstellungen für Gebührenüberschüsse enthal-
ten gebührenrechtliche Überschüsse aus Vorjahren
sowie Gebührenüberschüsse für die Bereiche Abfall-
wirtschaft und Stadtreinigung des Berichtsjahres.
Die Verbindlichkeiten sind zum Rückzahlungsbetrag
ausgewiesen.
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 7
Anhang für das Wirtschaftsjahr 2004
Saubere Lösung.
2. Angaben zu Positionen der Bilanz
2.1 Aktivseite
- zu A. Anlagevermögen
Die Entwicklung des Anlagevermögens wird im beige-
fügten Anlagennachweis (Anlage 1 des Anhangs) ge-
zeigt.
2004 wurden insgesamt Anlagen und Gebäude in
Höhe von 1,834 Mio. EUR beschafft und in Betrieb ge-
nommen. Davon entfallen 1,42 Mio. EUR auf die Anlagen
der Abfallwirtschaft, die in einer Höhe von 0,94 Mio. EUR
aus Fahrzeugen der Abfallwirtschaft, 0,2 Mio. EUR aus
Betriebseinrichtungen der Abfallbehandlung (Schredder
für die Kompostierungsanlage) sowie 0,28 Mio. EUR aus
Betriebseinrichtungen der Abfalleinsammlung resultie-
ren.
Die Investitionen im Bereich Anlagen der Stadtreini-
gung betrugen 2004 0,22 Mio. EUR. Der Rest in Höhe
von 0,194 Mio. EUR betrifft gemeinsame Anlagen und
Restinvestitionen des Recyclinghofes Eulerstraße.
Zum Bilanzstichtag sind geleistete Anzahlungen und
Anlagen im Bau mit 2,7 Mio. EUR ausgewiesen. Die
Maßnahmen werden voraussichtlich 2005 abgeschlos-
sen.
- zu B. Umlaufvermögen
Die Forderungen an die Stadt betreffen mit 224 TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. 28.817 TEUR
resultieren aus dem Rückstellungsbedarf für die Nach-
sorge der ZDM I und II, soweit diese bisher nicht über
die Gebührenbedarfsberechnung erfasst wurden.
2.2 Passivseite
- zu A. Eigenkapital
Das Eigenkapital erhöhte sich um die Gewinnzufüh-
rung des Jahres 2003. Gemäß Ratsbeschluss vom
14.07.2004 wurde der Jahresgewinn 2003 in Höhe von
213.230,72 EUR in Höhe von 172.422,00 EUR der Allge-
meinen Rücklage und 40.808,72 EUR dem Sonderposten
aus DSD-Überschüssen zugeführt.
- zu D. Rückstellungen
Bei den sonstigen Rückstellungen handelt es sich im
Wesentlichen um die Nachsorge der ZDM I und II
(48.001 TEUR), Rückstellungen für Gebührenüber-
schüsse (15.132 TEUR) sowie Urlaubs- und Überstunden-
ansprüche (503 TEUR).
Die Entwicklung der Rückstellungen ist der Anlage 2
des Anhangs zu entnehmen.
8 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 9
Saubere Lösung.
davon mit einer Laufzeit
Gesamt bis 1 Jahr über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 7.000 1.046 2.634
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.481 1.481 --
Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt 729 729 --
Sonstige Verbindlichkeiten 477 474
_____ _____ _____
Gesamt 9.687 3.730 2.634
- zu E. Verbindlichkeiten
Für die Verbindlichkeiten bestehen die folgenden
Restlaufzeiten:
Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
handelt es sich um von der Stadt Münster aufgenom-
mene und an den Eigenbetrieb weitergereichte Dar-
lehen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt betreffen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Besicherungen für Verbindlichkeiten bestehen nicht.
3. Angaben zu Positionen der Gewinn- und Verlust-
rechnung
Die Erfolgsübersicht 2004 der AWM wird in der Anlage 3
des Anhangs gezeigt.
- zu 1. Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse enthalten Gebühreneinnahmen und
Einnahmen aus privatrechtlichen Entgelten.
Von den Umsatzerlösen entfallen 32.022 TEUR auf die
Abfallwirtschaft; davon betreffen 27.735 TEUR die
Abfallabfuhr, 1.700 TEUR die Abfalldeponierung und
2.587 TEUR den DSD-Bereich. Weitere Umsatzerlöse ent-
fallen in Höhe von 4.694 TEUR auf die Straßenreinigung
sowie 1.157 TEUR auf den Winterdienst.
Auf die Nebengeschäfte in allen Betriebsbereichen ent-
fallen Erlöse in Höhe von 3.326 TEUR.
Abf
allwirtschaft
Abfallabfuhr
Die den Umsatzerlösen zugrunde liegenden Leistungen
im Abfallabfuhrbereich entsprechen der Anzahl der tat-
sächlichen Behälterentleerungen auf der Grundlage der
jeweiligen monatlichen Behälterbestände. (Die Behälter-
bestände der Abfallabfuhr sind der Anlage 4 des An-
hangs zu entnehmen).
Abfalldeponierung/-verwertung
Die den Umsatzerlösen zugrunde liegenden Leistungen
im Abfalldeponierungs/-verwertungsbereich sind aus
den Anlieferungsstatistiken für 2004 (Anlage 5 des An-
hangs) ersichtlich.
Stadtr
einigung
Die den Umsatzerlösen Stadtreinigung zugrunde lie-
genden Leistungen sind der nachfolgenden Leistungs-
übersicht zu entnehmen.
Allgemeine Stadtreinigung
Vollreinigung wöchentlich
2004: 913.231 Kehrmeter [2003: 913.231 Kehrmeter]
Fahrbahnreinigung wöchentlich
2004: 253.013 Kehrmeter [2003: 253.013 Kehrmeter]
Fahrbahnreinigung 14-täglich
2004: 282.609 Kehrmeter [2003: 282.609 Kehrmeter]
Reinigung von ca. 500 Kilometern Radwegen und
36.000 qm Flächenreinigung (Abendreinigung in der
Stadt).
Sonderleistungen
- Karneval, Eurocityfest, Hafenfest, Straßenfest
„Hammer Straße“, Großveranstaltungen auf dem
Schloß- bzw. Hindenburgplatz und dem Domplatz
- Kanaluferreinigung
(bei gutem Wetter 2 x wöchentlich)
- Sonderreinigungen für städt. Ämter (Schulamt, Amt
für Liegenschaften, Tiefbauamt, Sportamt, Amt für
Grünflächen und Naturschutz)
- Reinigung für private und gewerbliche Auftraggeber
(z. B. Betriebsgelände, Parkplätze)
W
interdienst
Der Winterdienst wurde planmäßig und ohne außerge-
wöhnliche Ereignisse durchgeführt. 2004 waren be-
dingt durch Schneefälle bzw. Glatteis 3 große, 4 mittle-
re, 28 kleinere Einsätze sowie 10 Gefahrenstellenein-
sätze erforderlich.
Streugutverbrauch
Streusalz 2004: ca. 1 758 t [2003: 1 133 t]
Lava-Granulat 2004: ca. 103 t [2003: 366 t]
10 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
- zu 4. Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten u. a.
Erträge aus dem Bereitschaftsdienst, aus der Werkstatt,
aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermö-
gens, Pacht- und Mieteinnahmen, Zuschuss für die
MBRA. Die Erträge aus der Auflösung der Rückstellung
für den Sanierungszuschuss der ZDM I betragen 109 TEUR,
weitere 130 TEUR entfallen auf die Auflösung der Rück-
stellung für ausstehende Rechnungen.
- zu 7. Personalaufwand
Am 31.12.2004 waren 334 Mitarbeiter einschließlich Aus-
zubildende bei den Abfallwirtschaftsbetrieben Münster
beschäftigt. Für 2004 ergibt sich folgende Entwicklung:
Löhne
Grundlage für die Lohnabrechnung war der Monats-
lohntarifvertrag Nr. 28 zum BMT-G mit einer Laufzeit
bis zum 31.01.2005.
Gehälter
Grundlage der Vergütung war der Vergütungstarifvertrag
Nr. 35 zum BAT mit einer Laufzeit bis zum 31.01.2005.
Beamtenbesoldung
Grundlage der Bezüge war das Bundesbesoldungsge-
setz in der jeweils gültigen Fassung.
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 11
Saubere Lösung.
Angestellte Beamte Lohnempf. gesamt nachrichtl.
Zeitpunkt [ohne Azubis] [ohne Azubis] Azubis
31.03.2004 39 8 276 323 9
30.06.2004 40 8 273 321 9
30.09.2004 43 7 273 323 12
31.12.2004 43 7 272 322 12
Durchschnitt 2004 41,3 7,5 273,5 322,3 10,5
Die AWM sind als Teil der Stadt Münster Mitglied der
Kommunalen Zusatzversorgungskasse Westfalen-Lippe
(ZKW). Zweck der Anstalt ist es, den Arbeitnehmern im
Wege privatrechtlicher Versicherung eine zusätzliche
Alters- und Hinterbliebenenversorgung zu gewähren.
Die ZKW hat mit der Stadt Münster in einer Beteiligungs-
vereinbarung festgelegt, dass alle Arbeitnehmer zu ver-
sichern sind, die nach dem Tarifvertrag über die Versor-
gung der Arbeitnehmer des Bundes und der Länder
sowie von Arbeitnehmern kommunaler Verwaltungen
und Betriebe zu versichern wären. Der derzeitige
Umlagesatz beträgt 5,5 %.
Der Personalaufwand in seinen einzelnen Aufwands-
komponenten geht aus der nachfolgenden Übersicht
hervor:
12 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
2004 2003 Veränderung Veränderung
zum Vorjahr zum Vorjahr
EUR EUR EUR in Prozent
Löhne 8.764.656,18 8.585.369,28 + 179.286,90 + 2,08
Gehälter 1.499.276,92 1.468.170,23 + 31.106,69 + 2,11
Beamtenbezüge 272.060,46 275.237,70 - 3.177,24 - 1,15
Veränderungen Urlaubs- u. Überstundenrückstellungen - 33.151,46 - 35.376,32 + 2.224,86 - 6,29
Veränderungen Rückstellung für Altersteilzeit - 5.308,67 - 29.668,00 + 24.359,33 - 82,11
Zwischensumme 10.497.533,43 10.263.732,89 + 233.800,54 + 2,28
Soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung 2.898.274,39 2.790.032,71 + 108.241,68 + 3,38
davon für Altersversorgung [920.628,91] [714.484,62] + [206.144,29] + [28,85]
Veränderungen Urlaubs- u. Überstundenrückstellungen - 6.883,94 - 8.036,14 -1.152,20 - 14,34
Veränderungen Rückstellung für Altersteilzeit - 1.635,26 - 9.054,00 + 7.418,74 - 81,94
Veränderungen Pensionsrückstellung + 238.060,01 + 99.812,92 + 138.247,09 + 238,51
Zuführung zu Rückstellung für Beihilfen +65.818,01 + 6.208,13 + 59.609,88 + 1.060,19
Zwischensumme 3.193.633,21 2.878.963,62 + 314.669,59 + 10,93
13.691.166,64 13.142.696,51 548.470,13 + 4,17
- zu 10. Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten
im Wesentlichen 1.698 TEUR Wertberichtigungen zu
Forderungen an die Stadt aus der Rekultivierung und
Nachsorge für die ZDM I und II (soweit diese über die
Gebührenbedarfsberechnung erzielt wurden), 3.558 TEUR
Zuführungen zu Rückstellungen für Gebührenüber-
schüsse in den Bereichen Stadtreinigung und Abfall-
wirtschaft, 1.104 TEUR Aufwendungen für Verwal-
tungsleistungen der Stadt Münster sowie 1.678 TEUR
sonstige allgemeine Betriebs- und Verwaltungs-
aufwendungen.
III. Angaben zum Jahresergebnis
Der Jahresgewinn in Höhe von 212.586,75 EUR resul-
tiert mit + 37.121,36 EUR (Bereich Stadtreinigung) und
+ 175.465,39 EUR (Bereich Abfallwirtschaft) aus den
Unterschieden zwischen den gesetzlichen Grundlagen
der Gebührenkalkulation und den Ansätzen der Handels-
bilanz.
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 13
Saubere Lösung.
IV. Ergänzende Angaben
1. Zusammensetzung der Organe und Aufwendungen
für Organe
Alleiniger Werkleiter ist Herr Diplom-Geograph Patrick
Hasenkamp.
Auf die in § 285 Satz 1 Nr. 9 Buchstabe a verlangten
Angaben über die Gesamtbezüge der dort bezeichne-
ten Personen (Werkleitung) wird unter Anwendung des
§ 286 Abs. 4 verzichtet.
Für die Pensionäre und Hinterbliebenen der früheren
Amtsleitung wurden an Pensionen 26.654,45 EUR auf-
gewendet. Für sie bestehen Pensionsrückstellungen in
Höhe von 354.686 EUR.
Der Werksausschuss setzt sich wie folgt zusammen
[Besetzung bis zur Kommunalwahl am 26.09.2004]:
14 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
Ordentliche Mitglieder Stellvertretende Mitglieder
Ratsmitglieder bzw. Sachkundige Bürger/innen
1. RF Marie-Luise Bartling 1. RH Frank Baumann
Hausfrau Online-Designer
2. RH Dr. Dietmar Erber 2. RH Richard Maria Halberstadt
Chemiker Industriebuchbinder
3. RH Josef Lütke Notarp 3. RH Edgar Drüge
(stellvertr. Vorsitzender) Lehrer
Landwirtschaftsmeister
4. RH Horst Beitelhoff 4. RH Markus Funk
(verstorben am 21.04.2004) Student
Kaufmann
RF Gisela Schwirz
Rentnerin (ab 26.05.2004)
5. RH Holger Wigger 5. Dr. Susanne Schellong
Techniker für elektr. Hausfrau
Energietechnik
6. RH Jörn Möltgen 6. RF Maria Klein-Schmeink
(Vorsitzender) (ab 12.11.2003)
Landschaftsökologe Wissenschaftliche
Mitarbeiterin
Ordentliche Mitglieder Stellvertretende Mitglieder
Beschäftigtenvertreter/innen
7. Hugo Tork 7. Manfred Schoder
Technischer Angestellter Kraftwagenfahrer
8. Rolf Kuschel 8. Dieter Schunke
Mitarbeiter Lager / Kraftwagenfahrer
Materialwirtschaft
9. Burkhard Lotz 9. Klaus Hanau
Kontrolleur Straßenreinigung Kraftwagenfahrer
Beratendes Miglied gem. § 58 I Satz 7 GO
10. RH Hans Varnhagen 10.Dieter Sumbeck
Dachdeckermeister Architekt
Mitglied mit beratender Stimme gem. § 58 I Satz 11 GO
11. RF Hannelore Wiesenack-Hauß
(ab 19.03.2003)
Richterin a. D.
[RH = Ratsherr | RF = Ratsfrau]
Der Werksausschuss setzt sich wie folgt zusammen
[Besetzung nach der Kommunalwahl am 26.09.2004]:
Die Mitglieder des Werksausschusses erhalten für ihre
Tätigkeiten im Werksausschuss eine entsprechende
Aufwandspauschale.
2. Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Es bestehen wesentliche langfristige finanzielle Ver-
pflichtungen aus vertraglichen Vereinbarungen für die
Restabfallbehandlung bis zum 31.12.2012.
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 15
Saubere Lösung.
Ordentliche Mitglieder Stellvertretende Mitglieder
Ratsmitglieder bzw. Sachkundige Bürger/innen
1. RH Dr. Dietmar Erber 1. RF Ursula Möllers
Chemiker Wirtschafterin
2. RH Holger Wigger 2. RF Marianne Hopmann
Techniker für elektr. Büroangestellte
Energietechnik
3. RH Michael Jung 3. Martin Rettig
Historiker Dipl.-Verwaltungswirt
4. RH Jörn Möltgen 4. RF Maria Klein-Schmeink
(stellvertr. Vorsitzender) Wissenschaftliche
Landschaftsökologe Mitarbeiterin
5. RH Hans Varnhagen 5. RH Wolfgang Klein
(Vorsitzender) Bankkaufmann
Dachdeckermeister
6. RF Hannelore Wiesenack-Hauß 6. RH Gerd Kersting
Richterin a.D. Polizeibeamter
Ordentliche Mitglieder Stellvertretende Mitglieder
Beschäftigtenvertreter/innen
7. Hugo Tork 7. Burkhard Lotz
Technischer Angestellter Kontrolleur Straßenreinigung
8. Rolf Kuschel 8. Monika Holtmann
Mitarbeiter Lager / Sachbearbeiterin
Materialwirtschaft
9. Rainer Eisen 9. Karsten Markfort
Werkstattleiter Kraftwagenfahrer,
Kontrolleur
[RH = Ratsherr | RF = Ratsfrau]
[1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8]
Posten des Anlagevermögens Anschaffungs- und Herstellungskosten
Zugänge Abgänge Umbuchungen
01.01.2004 Zugänge Abgänge durch Umgruppierungen AiB 31.12.2004
+ ./. + ./. + / ./.
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Konzession 266.695,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 266.695,00
2. Software 246.783,00 30.752,00 0,00 0,00 0,00 0,00 277.535,00
513.478,00 30.752,00 0,00 0,00 0,00 0,00 544.230,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke mit Betriebs-
und anderen Bauten 27.793.661,00 66.523,00 -19.200,00 330.251,00 -330.251,00 802.319,00 28.643.303,00
2. Anlagen der Stadtreinigung 4.735.297,00 221.305,00 -186.457,00 0,00 0,00 130.602,00 4.900.747,00
3. Anlagen der Abfallwirtschaft 16.859.478,00 1.419.574,00 -735.615,00 316,00 -316,00 288.506,00 17.831.943,00
4. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 1.983.284,00 96.427,00 -73.710,00 0,00 0,00 0,00 2.006.001,00
5. Geleistete Anzahlungen,
Anlagen im Bau 3.346.457,00 576.819,00 0,00 0,00 0,00 -1.221.427,00 2.701.849,00
54.718.177,00 2.380.648,00 -1.014.982,00 330.567,00 -330.567,00 0,00 56.083.843,00
III. Finanzanlagen 8.911.414,00 74.385,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.985.799,00
Summe 64.143.069,00 2.485.785,00 -1.014.982,00 330.567,00 -330.567,00 0,00 65.613.872,00
I. Stadtreinigung
1. Konzession 262.027,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 262.027,00
2. Grundstücke mit Betriebs-
und anderen Bauten 137.024,00 5.077,00 0,00 0,00 0,00 0,00 142.101,00
3. Anlagen der Stadtreinigung 4.735.297,00 221.305,00 -186.457,00 0,00 0,00 130.602,00 4.900.747,00
4. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 26.673,00 2.001,00 -718,00 0,00 0,00 0,00 27.956,00
Summe 5.161.021,00 228.383,00 -187.175,00 0,00 0,00 130.602,00 5.332.831,00
16 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
Anlagennachweis
der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster zum 31.12.2004
[Anlage 1]
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 17
Saubere Lösung.
[9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18]
Abschreibungen Restbuchwerte Kennzahlen
Zugänge Abgänge durchschn. durchschn.
01.01.2004 Zugänge Abgänge durch Umgruppierungen 31.12.2004 31.12.2004 01.01.2004 AfA-Satz RBW
Zuschreib.*
+ ./. + ./.
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR v. H. v. H.
224.008,00 28.293,00 0,00 0,00 0,00 252.301,00 14.394,00 42.687,00 10,61 5,40
109.529,00 67.678,00 0,00 0,00 0,00 177.207,00 100.328,00 137.254,00 24,39 36,15
333.537,00 95.971,00 0,00 0,00 0,00 429.508,00 114.722,00 179.941,00 17,63 21,08
12.981.041,00 1.458.647,00 -17.423,00 4.720,00 -4.720,00 14.422.265,00 14.221.038,00 14.812.620,00 5,09 49,65
3.165.700,00 447.471,00 -186.457,00 0,00 0,00 3.426.714,00 1.474.033,00 1.569.597,00 9,13 30,08
10.855.392,00 1.640.632,00 -733.011,00 0,00 0,00 11.763.013,00 6.068.930,00 6.004.086,00 9,20 34,03
1.354.326,00 214.581,00 -71.795,00 0,00 0,00 1.497.112,00 508.889,00 628.958,00 10,70 25,37
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 2.701.849,00 3.346.457,00 0,00 100,00
28.356.459,00 3.761.331,00 -1.008.686,00 4.720,00 -4.720,00 31.109.104,00 24.974.739,00 26.361.718,00 6,71 44,53
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.985.799,00 8.911.414,00 0,00 100,00
28.689.996,00 3.857.302,00 -1.008.686,00 4.720,00 -4.720 ,00 31.538.612,00 34.075.260,00 35.453.073,00 5,88 51,93
222.607,00 27.826,00 0,00 0,00 0,00 250.433,00 11.594,00 39.420,00 10,62 4,42
1.713,00 7.199,00 0,00 0,00 0,00 8.912,00 133.189,00 135.311,00 5,07 93,73
3.165.700,00 447.471,00 -186.457,00 0,00 0,00 3.426.714,00 1.474.033,00 1.569.597,00 9,13 30,08
21.344,00 3.191,00 -718,00 0,00 0,00 23.817,00 4.139,00 5.329,00 11,41 14,81
3.411.364,00 485.687,00 -187.175,00 0,00 0,00 3.709.876,00 1.622.955,00 1.749.657,00 9,11 30,43
[1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8]
Posten des Anlagevermögens Anschaffungs- und Herstellungskosten
Zugänge Abgänge Umbuchungen
01.01.2004 Zugänge Abgänge durch Umgruppierungen AiB 31.12.2004
+ ./. + ./. + / ./.
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
II. Abfall- und Wertstoffwirtschaft
1. Konzession 4.668,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 4.668,00
2. Grundstücke mit Betriebs-
und anderen Bauten 16.504.109,00 61.446,00 -19.200,00 0,00 -330.251,00 802.319,00 17.018.423,00
3. Anlagen der Abfallwirtschaft 16.859.478,00 1.419.574,00 -735.615,00 316,00 -316,00 288.506,00 17.831.943,00
4. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 291.447,00 20.303,00 -10.172,00 0,00 0,00 0,00 301.578,00
Summe 33.659.702,00 1.501.323,00 -764.987,00 316,00 -330.567,00 1.090.825,00 35.156.612,00
III. Allgemeine und Zentrale
Betriebe
1. Software 246.783,00 30.752,00 0,00 0,00 0,00 0,00 277.535,00
2. Grundstücke mit Betriebs-
und anderen Bauten 11.152.528,00 0,00 0,00 330.251,00 0,00 0,00 11.482.779,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung 1.665.164,00 74.123,00 -62.820,00 0,00 0,00 0,00 1.676.467,00
4. Finanzanlagen 8.911.414,00 74.385,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.985.799,00
Summe 21.975.889,00 179.260,00 -62.820,00 330.251,00 0,00 0,00 22.422.580,00
IV. Anlagen im Bau
1. Grundstücke mit Betriebs-
und anderen Bauten 784.973,00 0,00 0,00 0,00 0,00 -744.049,00 40.924,00
2. Abfall- und Wertstoffwirtschaft 2.430.882,00 576.819,00 0,00 0,00 0,00 -346.776,00 2.660.925,00
3. Straßenreinigung und Winter-
dienst 130.602,00 0,00 0,00 0,00 0,00 -130.602,00 0,00
4. Allgemeine u. zentrale Bereiche 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe 3.346.457,00 576.819,00 0,00 0,00 0,00 -1.221.427,00 2.701.849,00
18 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 19
Saubere Lösung.
[9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18]
Abschreibungen Restbuchwerte Kennzahlen
Zugänge Abgänge durchschn. durchschn.
01.01.2004 Zugänge Abgänge durch Umgruppierungen 31.12.2004 31.12.2004 01.01.2004 AfA-Satz RBW
Zuschreib.*
+ ./. + ./.
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR v. H. v. H.
1.401,00 467,00 0,00 0,00 0,00 1.868,00 2.800,00 3.267,00 10,00 59,98
10.123.983,00 1.035.354,00 -17.423,00 0,00 -4.720,00 11.137.194,00 5.881.229,00 6.380.126,00 6,08 34,56
10.855.392,00 1.640.632,00 -733.011,00 0,00 0,00 11.763.013,00 6.068.930,00 6.004.086,00 9,20 34,03
224.074,00 28.105,00 -10.172,00 0,00 0,00 242.007,00 59.571,00 67.373,00 9,32 19,75
21.204.850,00 2.704.558,00 -760.606,00 0,00 -4.720,00 23.144.082,00 12.012.530,00 12.454.852,00 7,69 34,17
109.529,00 67.678,00 0,00 0,00 0,00 177.207,00 100.328,00 137.254,00 24,39 36,15
2.855.345,00 416.094,00 0,00 4.720,00 0,00 3.276.159,00 8.206.620,00 8.297.183,00 3,62 71,47
1.108.908,00 183.285,00 -60.905,00 0,00 0,00 1.231.288,00 445.179,00 556.256,00 10,93 26,55
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 8.985.799,00 8.911.414,00
4.073.782,00 667.057,00 -60.905,00 4.720,00 0,00 4.684.654,00 17.737.926,00 17.902.107,00 2,97 79,11
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 40.924,00 784.973,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 2.660.925,00 2.430.882,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 130.602,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 2.701.849,00 3.346.457,00
20 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
Entwicklung der Rückstellungen zum 31.12.2004
[Anlage 2]
01.01.2004 Inanspruchnahme Auflösung/ Zuführung/
Verrechnung* Verrechnung*
EUR EUR EUR EUR
1. Rückstellungen für Pensionen 1.195.349,00 60.328,01 0,00 238.060,01
2. Steuerrückstellungen 0,00 0,00 0,00 0,00
3. Sonstige Rückstellungen
Rückstellungen für Altersteilzeit 7.200,00 6.943,93 256,07 0,00
Rückstellungen für Beihilfe 74.396,00 12.029,47 0,00 65.585,47
Jahresabschlussprüfung 30.000,00 30.000,00 0,00 31.000,00
Interne Aufwendungen
Jahresabschlusserstellung 24.000,00 24.000,00 0,00 24.000,00
Prüfung durch Amt für
Wirtschaftlichkeitsprüfung
und Revision der Stadt Münster 23.420,00 23.205,00 215,00 23.420,00
Ausstehende Rechnungen 1.673.685,87 1.543.948,59 129.737,28 810,00
Oberflächenabdichtung ZDM I 260.000,00 2.000,00 0,00 0,00
Nachsorge ZDM I 14.145.588,68 348.390,51 42.526,01 0,00
Rekultivierung und
Nachsorge ZDM II 34.261.049,66 14.460,85 0,00 0,00
Rückstellung für
Sanierungszuschuss ZDM I 109.455,67 0,00 109.455,67 0,00
Rückstellungen für
Gebührenüberschüsse 11.703.788,17 129.344,30 0,00 3.557.603,23
Urlaubs- und
Überstundenverpflichtungen 543.244,63 543.244,63 0,00 503.209,22
Sonstige Rückstellungen gesamt 62.855.828,68 2.677.567,28 282.190,03 4.205.627,92
Summe 64.051.177,68 2.737.895,29 282.190,03 4.443.687,93
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 21
Saubere Lösung.
31.12.2004
EUR
1.373.081,00
0,00
0,00
127.952,00
31.000,00
24.000,00
23.420,00
810,00
258.000,00
13.754.672,16
34.246.588,81
0,00
15.132.047,10
503.209,22
64.101.699,29
65.474.780,29
[1] [2] [3] [4]
Aufwendungen nach Bereichen Betrag insgesamt Allgemeines und gemeinsame Betriebsabteilungen
Verwaltung und Betrieb Sonstiges
EUR EUR EUR
1. Materialaufwand 16.958.862,94 44.347,55 134.516,93
a) Bezug von Fremden
b) Bezug von Betriebszweigen
2. Löhne und Gehälter 10.497.533,43 1.747.772,25 141.372,26
3. Soziale Abgaben 2.137.613,85 297.156,33 28.981,82
4. Aufw. für Altersversorgung und für
Unterstützung 1.016.096,35 111.065,56 276.485,06
5. Abschreibungen 3.857.302,00 141.549,34 448.235,17
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 282.857,44 0,00 281.488,52
7. Steuern (soweit nicht in Zeile 19 auszuweisen) 66.164,79 0,00 4.055,45
8. Konzessions- und Wegeentgelte 0,00 0,00 0,00
9. Andere betriebliche Aufwendungen 7.958.477,21 1.628.564,77 897.710,45
10. Summe 1 - 9 42.774.908,01 3.970.455,80 2.212.845,66
11. Leistungsausgleich der Aufwandsbereiche
Zurechnung (+): 31.823.815,35 100,74 14.136,61
Abgabe (-): -31.823.815,35 0,00 -12.221,86
12. Umlage der Spalten
Zurechnung (+): 6.188.238,04 0,00 0,00
Abgabe (-): -6.188.238,04 -3.970.556,54 -2.214.760,41
13. Aufwendungen Summe 1 - 12 42.774.908,01 0,00 0,00
14. Betriebserträge
a) nach GuV-Rechnung 42.285.869,90
b) aus Lieferungen und anderen
Betriebszweigen 0,00
15. Betriebserträge insgesamt 42.285.869,90 0,00 0,00
16. Betriebsergebnis -489.038,11 0,00 0,00
17. Finanzerträge (betriebsfremd) 412.026,44
18. Außerordentliches Ergebnis einschl. der Verän-
derung des Sonderpostens mit Rücklagenanteil 289.598,42
19. Steuern vom Einkommen und Ertrag 0,00
20. Unternehmensergebnis 212.586,75
22 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
Erfolgsübersicht der Abfallwirtschaftsbetriebe zum 31.12.2004/Formblatt 5
[Anlage 3]
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 23
Saubere Lösung.
[5] [6] [7] [8] [9]
Betriebsbereiche Nebengeschäfte Hilfsbetriebe Werkstatt Aktivi erte Eigenleistungen
Stadtreinigung Abf all- und Wertstoffwirtsch.
EUR EUR EUR EUR EUR
1.146.647,26 15.403.273,85 83.362,74 144.853,61 1.861,00
1.952.174,96 6.141.906,16 0,00 498.642,97 15.664,83
405.771,86 1.298.952,49 0,00 106.751,35
135.699,08 456.445,85 0,00 36.400,80
485.690,68 2.704.596,11 0,00 77.230,70
1.193,87 175,05 0,00 0,00
10.366,26 51.570,77 0,00 172,31
0,00 0,00 0,00 0,00
320.231,48 5.103.378,06 40,00 8.552,45
4.457.775,45 31.160.298,34 83.402,74 872.604,19 17.525,83
3.989.015,11 27.566.356,88 252.921,16 1.284,85
-3.260.146,11 -27.664.397,07 -14,28 -887.036,03
1.061.986,95 5.113.104,10 0,00 13.146,99
0,00 0,00 -2.921,09 0,00
6.248.631,40 36.175.362,25 333.388,53 -0,00 17.525,83
5.650.046,14 33.371.535,76 3.246.762,17 17.525,83
573.269,70 2.340.103,94 -2.913.373,64
6.223.315,84 35.711.639,70 333.388,53 0,00 17.525,83
-25.315,56 -463.722,55 0,00 0,00 0,00
24 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
Behälterbestände der Abfallabfuhr [Anlage 4]
Gebührenbehälter
Behälter- Kalkula tion 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamtab- Kalkula tion Gesamtab-
volumen 2004 2004 2004 200 4 2004 w eichung 2004 w eichung 2004
Bezeichnung Liter Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl EUR EUR
Restmüll 3 5000000 0 , 0 0 0 , 0 0
1 x w 6 0666660 1.213,20 0,00
9 011111 03 0 3 ,24 0,00
120 74 75 75 75 77 3 29.925,60 101,10
240 180 178 172 174 181 1 145.584,00 -4.044,00
660 169 186 186 204 194 25 375.889,80 49.488,45
770 15 14 12 12 11 -4 38.923,20 -6.703,44
1.100 490 598 589 624 585 95 1.816.390,80 396.331,53
2.408.229,84 435.173,64
Restmüll 2 4 00000 1 1 0 , 0 0 161,76
1 x w | -20% 660 83 86 88 91 93 10 147.686,88 10.083,04
770 9 6 5 5 5 -4 18.682,92 -7.784,55
1.100 471 384 378 380 380 -91 1.396.778,76 -272.831,52
1.563.148,56 -270.371,27
Restmüll 35 12776 12959 12977 13034 13066 290 752.761,92 12.260,27
14-tägl. 60 12637 12760 12812 12876 12914 277 1.276.842,48 17.976,70
90 4738 4780 4805 4841 4854 116 718.091,28 11.253,33
120 13442 13355 13378 13372 13337 -105 2.717.972,40 -15.973,80
240 8739 8689 8669 8679 8643 -96 3.534.051,60 -25.679,40
660 659 651 653 647 645 -14 732.834,36 -10.842,39
770 101 96 98 97 94 -7 131.041,44 -5.514,12
1.100 802 1099 1092 1086 1071 269 1.486.426,80 532.389,15
11.350.022,28 515.869,74
Restmüll 1 2 00000 1 1 0 , 0 0 2 6 , 9 6
14-tägl. | -20% 2 4 00000 1 2 1 2 0 , 0 0 3 7 7 , 4 4
660 172 175 181 189 188 16 153.024,96 9.712,34
770 15 16 16 16 16 1 15.568,20 1.037,88
1.100 403 371 381 377 366 -37 597.536,16 -43.740,24
766.129,32 -32.990,02
Restmüll 120 1 1 1 2 2 1 808,80 404,40
2 x w 2 4 055555 0 8.088,00 0,00
660 20 27 26 20 26 6 88.963,20 23.352,84
7 7 033333 0 1 5 . 5 69,28 0,00
1.100 201 220 227 184 219 18 1.490.181,84 106.265,04
1.603.611,12 130.022,28
Restmüll 660 16 16 18 16 13 -3 56.939,52 -1.779,36
2 x w | -20% 770 5 5 5 5 5 0 20.758,80 0,00
1.100 158 153 150 150 138 -20 937.116,96 -47.448,96
1.014.815,28 -49.228,32
Restmüll 6 6 011111 0 6 . 6 72,24 0,00
3 x w 7 7 0000000 0 , 0 0 0 , 0 0
1.100 11 15 9 4 9 -2 122.328,36 -14.827,68
129.000,60 -14.827,68
Restmüll 660 4 4 4 3 3 -1 21.352,32 -2.224,20
3 x w | -20% 7 7 011111 0 6.227,76 0,00
1.100 20 24 24 24 24 4 177.936,00 35.587,20
205.516,08 33.363,00
Biomüll 35 15191 15452 15524 15626 15717 526 1.394.533,80 32.466,60
wö. Abfuhr 60 10504 10466 10472 10472 10463 -41 1.656.270,72 -5.177,16
90 3386 3375 3358 3366 3356 -30 800.856,72 -4.828,95
120 5241 5223 5229 5237 5228 -13 1.652.801,76 -3.758,04
240 3201 3124 3118 3088 3031 -170 2.019.318,84 -65.397,08
7.523.781,84 -46.694,63
Sonstige 99.817,00 5.266,72
Gebührenbedarf: 26.664.071,92 EUR
Gebührenist: 27.369.655,38 EUR
Überschuß (Differenz zwischen Gebühreneinnahmen und -bedarf): 705.583,46 EUR
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 25
Saubere Lösung.
Behälter- K alkulation 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Gesamtab- Kalkula tion Gesamtab-
volumen 2004 2004 2004 200 4 2004 w eichung 2004 w eichung 2004
Bezeichnung Liter Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl Anzahl EUR EUR
Papier Gewerbe 120 304 301 295 305 309 5 28.782,72 -231,00
14-tägl. 240 746 722 731 721 707 -39 141.352,08 -3.794,00
Entgelt 660 0 17 15 14 13 13 0,00 3.382,00
1.100 102 102 99 95 92 -10 34.529,04 -1.248,00
204.663,84 -1.891,00
Papier Gewerbe 120 9 9 11 12 12 3 1.705,32 322,00
1 x w 240 45 50 52 56 57 12 17.058,60 2.716,00
Entgelt 6 6 0000000 0 , 0 0 0 , 0 0
1.100 14 13 13 13 13 -1 9.476,88 -576,00
28.240,80 2.462,00
Wertstoffgemisch 120 42 40 39 39 39 -3 8.487,36 -555,72
1 x w 240 112 100 90 86 83 -29 45.292,80 -8.357,60
Entgelt 6 6 053333 - 2 5 . 5 6 0 ,80 -2.224,32
7 7 054444 - 1 6 . 4 8 7 ,80 -1.297,56
1.100 25 24 22 21 21 -4 46.341,00 -5.560,92
112.169,76 -17.996,12
Wertstoffgemisch 120 8 8 8 7 7 -1 808,32 -33,68
14-tägl. 240 27 27 25 25 23 -4 5.459,40 -404,40
Entgelt 6 6 054444 - 1 2 . 7 8 0 , 4 0 - 5 5 6 , 0 8
7 7 0000000 0 , 0 0 0 , 0 0
1.100 2 2 2 2 2 0 1.853,52 0,00
10.901,64 -994,16
Wertstoffgemisch 1 2 03333 1 - 2 151,56 -21,05
28-tägl. 2 4 043333 - 14 0 4 , 1 6 - 8 4 ,20
Entgelt 6 6 0000000 0 , 0 0 0 , 0 0
7 7 0000000 0 , 0 0 0 , 0 0
1.10011111 04 6 3 ,32 0,00
1.019,04 -105,25
Sonstige 359.725,47 12.837,69
Entgeltbedarf: 716.720,55 EUR
Entgeltist: 711.033,71 EUR
Überschuß (Differenz zwischen Entgelteinnahmen und -bedarf): -5.686,85 EUR
Entgeltbehälter
26 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
Anlieferungsstatistik ZDM II
[Anlage 5]
Siedlungsabfallanlieferungen Altholz Bioabfälle Grünabf älle E-Schrott Haus-/ Sperrmüll
nicht verwertbar
Menge in Mg 3.015,86 18.536,77 16.365,69 560,99 49.672,23
Planungsgröße in Mg 3.000,00 18.000,00 14.000,00 450,00 50.000,00
Abweichung in Mg 15,86 536,77 2.365,69 110,99 -327,77
Jahresabschluss in Euro 180.951,60 3.243.934,75 736.456,05 72.928,70 12.608.302,14
Planungsgröße in Euro 180.000,00 3.150.000,00 630.000,00 58.500,00 12.691.500,00
Abweichung in Euro 951,60 93.934,75 106.456,05 14.428,70 -83.197,86
Abweichung in % 0,53 2,98 16,90 24,66 -0,66
Gesamtsummen [Hausmüll] Jahresabschluss 16.842.573,24 EUR
Planungsgröße 16.710.000,00 EUR
Abweichung 132.573,24 EUR
Abweichung 0,79 %
Allgemeine Übersicht
Die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster sind seit 1996
eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt
Münster entsprechend den Vorschriften der Gemeinde-
ordnung für das Land Nordrhein-Westfalen. Sie werden
gemäß der Eigenbetriebsverordnung sowie nach den
Bestimmungen der Betriebssatzung für die Abfallwirt-
schaftsbetriebe Münster geführt. Dem Eigenbetrieb
einschl. etwaiger Hilfs- und Nebenbetriebe obliegen die
Stadtreinigung und Abfallwirtschaft (Sammlung, Trans-
port, Verwertung und Entsorgung von Abfällen im Sinne
des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes, Aufstel-
lung und Umsetzung des kommunalen Abfallwirtschafts-
konzeptes) im gesamten Stadtgebiet.
Der Eigenbetrieb orientiert sich umfassend an den vom
Rat der Stadt Münster beschlossenen ökologischen
Zielsetzungen der Abfallwirtschaft sowie gleichermaßen
an den Belangen der Nutzer/Gebührenzahler im Hin-
blick auf die Gestaltung der Kostennutzenrelation des
Leistungsangebotes. Diese Aufgabe konnte im Jahr 2004
erfolgreich erfüllt werden.
Der Werksausschuss wurde 2004 an 6 Terminen in
4 öffentlichen sowie 5 nicht öffentlichen Sitzungen von
der Werkleitung über die Entwicklung der Abfallwirt-
schaftsbetriebe und alle wichtigen Angelegenheiten
unterrichtet. Dabei hat er Entscheidungen im Rahmen
seiner Zuständigkeiten getroffen.
Vermögens- und Finanzlage
Das Eigenkapital der AWM (Stammkapital und Rück-
lagen) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um die
Gewinnzuführung des Jahres 2003 auf 7.294 TEUR.
Für das Wirtschaftsjahr 2004 wird ein Jahresgewinn in
Höhe von 212.586,76 EUR ausgewiesen. Er resultiert
mit + 37.121,36 EUR (Bereich Stadtreinigung) und
+ 175.465,39 EUR (Bereich Abfallwirtschaft) aus den
Unterschieden zwischen den gesetzlichen Grundlagen
der Gebührenkalkulation und den Ansätzen der
Handelsbilanz.
Die Investitionen lagen im Jahr 2004 bei 2.486 TEUR.
Davon wurden 221 TEUR in Anlagen der Stadtreinigung,
1.420 TEUR in Anlagen der Abfallwirtschaft und 67 TEUR
in Grundstücke mit Betriebs- und anderen Bauten inve-
stiert. In Finanzanlagen sind Zugänge in Höhe von 74 TEUR
zu verzeichnen. 31 TEUR betreffen immaterielle Ver-
mögensgegenstände. Der Rest in Höhe von 673 TEUR
entfällt auf Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau. Die vorge-
nannten Investitionen wurden aus eigenen Mitteln
finanziert.
Für das Jahr 2005 sind Investitionen in Höhe von
4.135 TEUR geplant. Von diesen Neu- und Reinvestitionen
entfallen 495 TEUR auf die Stadtreinigung und 3.295 TEUR
auf den Bereich der Abfallwirtschaft.
Der Rest in Höhe von 345 TEUR betrifft überwiegend
Neuinvestitionen in gemeinsame Anlagen. Die Finan-
zierung soll über Abschreibungen erfolgen.
Die vorhandenen Anlagen im Bereich der Stadtreini-
gung und Abfallwirtschaft konnten im Wesentlichen
technisch und wirtschaftlich optimal genutzt werden.
Im Sinne einer sicheren Bewältigung der Aufgaben-
stellung sind sie ausreichend dimensioniert.
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 27
Lagebericht
Saubere Lösung.
Risikomanagement
Um bestehenden und möglichen Risiken für das Unter-
nehmen frühzeitig und wirksam begegnen zu können,
haben die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster im Jahr
2001 ein Risikomanagementsystem eingeführt. Dieses
entspricht den Maßgaben des am 01. Mai 1998 In Kraft
getretenen Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im
Unternehmensbereich (KonTraG) sowie dem § 10 der mit
Wirkung vom 24.11.2004 In Kraft getretenen EigVO NRW.
Das Risikomanagement bei den AWM vollzieht sich in
drei aufeinander aufbauenden Abschnitten, der Risiko-
inventur, der Risikobewertung und der Risikofrüher-
kennung und -handhabung.
Im Rahmen der Risikoinventur wurden zu den bereits
bestehenden Risiken weitere drei Risiken inventarisiert.
Hierbei handelt es sich um die Risiken Datenschutz,
Korruption und Unterschlagung. Die zusätzlichen Risi-
ken wurden bewertet. Der Risikobericht 2004/2005
wurde erstellt.
Zur Risikofrüherkennung wurden Kennzahlen definiert
und Toleranzgrenzen festgelegt. Eine Schwellenwert-
überschreitung steht in allen Fällen zurzeit nicht zu be-
fürchten. Um mögliche aus den Risiken resultierende
Schäden zu vermeiden, zu verringern oder zu kompen-
sieren, sind geeignete Vorsorgemaßnahmen getroffen
worden. Alle erkannten Risiken für das Unternehmen
werden kontinuierlich beobachtet und bewertet.
Die AWM implementierten zur Unterstützung des
Risikomanagements die Software „EmiR“.
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des
Wirtschaftsjahres, voraussichtliche Entwicklung des
Eigenbetriebes, Ausblick 2005
1.
Der mechanische Aufbereitungsteil (1. Behandlungs-
stufe) der MBRA Münster wurde am 15.05.2003 in den
Regelbetrieb überführt. Seit dieser Zeit erfüllt die An–
lage im Wesentlichen die ihr gestellten Aufgaben.
Aufgrund der veränderten Marktsituation, insbesonde-
re für die stoffliche Verwertung der Kunststoffe, wurde
dem Betreiber der Anlage, der Firma Remondis (ehe-
mals Rethmann), die optionale Möglichkeit des Ein-
satzes der Papier- und Kunststofffraktion zur energeti-
schen Verwertung eingeräumt. In 2004 konnte die
Papierfraktion stofflich verwertet werden. Die Kunst-
stofffraktion (die sog. Hochkalorik) wurde über die Fa.
ReTherm GmbH in Lünen vorwiegend in der Zement-
industrie energetisch verwertet.
Der biologische Teil (2. Behandlungsstufe) befindet sich
seit Anfang 2004 im Bau. Der Baufortschritt ging in
2004 zügig voran, so dass mit der Aufnahme des Pro-
bebetriebes im April 2005 begonnen werden kann.
Damit ist die Fertigstellung der Gesamtanlage zum
gesetzlich festgelegten Termin 01.06.2005 sicherge-
stellt.
Die Plangenehmigung zur Ablagerung nicht ausrei-
chend vorbehandelter Abfälle auf der Zentraldeponie II
der Stadt Münster lief am 30.06.2004 aus. Mit der
Bezirksregierung Münster konnte für den Übergangs-
zeitraum bis zur Fertigstellung der MBRA eine Verein-
barung über ein sogenanntes „Konsensmodell“ erreicht
werden. Die Genehmigung hierfür liegt den AWM seit
26.04.2004 vor. Demnach sind Restabfälle aus privaten
Haushaltungen mechanisch und biologisch so aufzube-
reiten, dass sie den gesetzlichen Anforderungen der
Ablagerungsverordnung entsprechen. Abfälle aus ande-
ren Herkunftsbereichen können bis zum 31.05.2005
unbehandelt auf der Deponie abgelagert werden.
Somit beschränkt sich die nach den gesetzlichen
28 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
Vorgaben aufzubereitende Restabfallmenge lediglich
auf den Anteil der aus der 1. Behandlungsstufe der
MBRA Münster anfallenden Feingutmenge < 50 mm
aus privaten Haushaltungen.
Die AWM haben für die biologische Nachbehandlung
dieser Feingutmenge mit der Entsorgungsgesellschaft
Westmünsterland mbH (EGW) eine öffentlich-rechtli-
che Vereinbarung getroffen. Für den Zeitraum 01.07.2004
bis zur Inbetriebnahme der biologischen Stufe in der
MBRA Münster werden ca. 1.800 Mg Feingut im Monat
in der MBA Gescher biologisch nachbehandelt und an-
schließend auf der Zentraldeponie II der Stadt Münster
zur Ablagerung kommen.
Für die Ablagerung des in der MBA Gescher biologisch
nachbehandelten Feingutes ist gemäß Plangenehmi-
gung vom 26. April 2004 ein Versuchsfeld zur Erprobung
des Einbauverhaltens einzurichten. Ein entsprechendes
Konzept zur Versuchsfelderprobung und zum Moni-
toring wurde dem StUA Münster zur Prüfung einge-
reicht.
Im September 2004 fand dazu ein Abstimmungsge-
spräch mit dem StUA Münster hinsichtlich der weiteren
Vorgehensweise statt. Im Ergebnis wurde dem vorge-
stellten Versuchsprogramm zugestimmt. Es wurde sich
darauf verständigt, dass das erforderliche Versuchsfeld
im 3. Bauabschnitt auf Grundlage der gewonnenen
Erkenntnisse entsprechend angepasst werden kann.
Hierzu wird zwischen den AWM und dem StUA Münster
rechtzeitig vor Ablagerungsbeginn auf dem 3. Bauab-
schnitt ein gesonderter Termin in 2005 stattfinden.
2.
In 2004 beteiligten sich die AWM an einer EU-weiten
Ausschreibung von Entsorgungsdienstleistungen der
Stadt Emsdetten. Nachdem die Stadt Emsdetten ange-
kündigt hatte, den Zuschlag der Stadt Münster (AWM)
erteilen zu wollen, hatten mitbietende Unternehmen
über zwei unterschiedliche rechtliche Verfahrenswege
Beschwerde gegen die Vergabeabsicht eingeleitet.
Zum einen hatten mitbietende Unternehmen ein Ver-
gabeprüfverfahren vor der Vergabekammer bei der
Bezirksregierung Münster eingeleitet und zum anderen
hatte ein privater Mitbieter ein einstweiliges Rechts-
schutzverfahren vor dem Verwaltungsgericht mit dem
Ziel beantragt, der Stadt Münster die Teilnahme an der
Emsdettener Ausschreibung zu untersagen.
Die Auftragsvergabe wurde vom OLG aus formellen
Gründen abgelehnt.
Gemäß zweier unanfechtbarer Beschlüsse (Az 15 B 1873/04
und 15 B 1889/04 vom 12.10.2004) des nordrhein-west-
fälischen Oberverwaltungsgerichts (OVG), darf die
Stadt Münster jedoch zukünftig die Hausmüllentsor-
gung anderer Kommunen übernehmen.
Diesem außerordentlich positiven Ergebnis kommt
sogar landesweite Bedeutung für abfallrechtliche
Kooperationsmöglichkeiten zu, da eine überörtliche
Betätigung eines öffentlich-rechtlichen Entsorgungs-
trägers im hoheitlichen Bereich in NRW nahezu unein-
geschränkt möglich ist.
In seiner Begründung zu den ergangenen Entschei-
dungen verweist das OVG darauf, dass die Abfallent-
sorgung nach der nordrhein-westfälischen Gemeinde-
ordnung (GO) nicht als wirtschaftliche Betätigung gelte
und daher auch nicht den Beschränkungen für die wirt-
schaftliche Betätigung von Kommunen unterworfen
sei. Das Gericht verweist darauf, dass die Abfallentsor-
gung zwar die Kriterien der wirtschaftlichen Betätigung
erfüllt, die GO sie jedoch in der Liste der Ausnahmen
aufführt und damit privilegiert. Die Privilegierung der
Abfallentsorgung als nichtwirtschaftliche Betätigung
bleibt laut OVG auch außerhalb des Gemeindegebiets
erhalten, ein Ortsbezug der Privilegierung könne aus
der GO nicht gefolgert werden.
Außerdem vertraten die Richter die Auffassung, dass
die Entsorgungstätigkeit jenseits der Grenzen des eige-
nen Gemeindegebietes ausdrücklich nicht in einem för-
dernden Zusammenhang zur Tätigkeit auf dem eigenen
Gemeindegebiet stehen müsse. Das OVG kam zu dem
Ergebnis, dass der GO keine Beschränkung der Be-
tätigung der Stadt Münster als Entsorger in Emsdetten
zu entnehmen ist. Vielmehr könnten Gemeinden und
Gemeindeverbände nach dem Gesetz über kommunale
Gemeinschaftsarbeit (GkG) vereinbaren, dass einer der
Beteiligten einzelne Aufgaben der übrigen Beteiligten
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 29
Saubere Lösung.
in seine Zuständigkeit übernimmt oder sich verpflich-
tet, solche Aufgaben für die übrigen Beteiligten durch-
zuführen. Der Stadt Emsdetten sei also erlaubt, die Ab-
fallentsorgungsaufgabe an die Stadt Münster zu dele-
gieren oder mit der Durchführung der Entsorgung zu
mandantieren.
Zur weiteren Vorgehensweise in ähnlich gelagerten
Fällen entwickelt die Verwaltung einen Verfahrensvor-
schlag.
3.
In 2004 wurden rd. 1400 Klagen beim Verwaltungsge-
richt Münster gegen die erhobenen Abfallgebühren
2003 eingereicht. Im Rahmen eines Musterverfahrens
hat die Kammer die Sach- und Rechtslage umfassend
auch unter Einbeziehung des Vorbringens der Beteilig-
ten in den weiteren Klageverfahren überprüft und mit
Urteil vom 28. Januar 2005 abgewiesen.
Die Kammer hat zur Begründung im Wesentlichen aus-
geführt, es hätten sich keine Anhaltspunkte für eine
rechtswidrige Vorgehensweise der Stadt Münster ge-
funden. Weder der Gebührenmaßstab noch die Ge-
bührenhöhe seien rechtlich zu beanstanden.
4.
Mit öffentlicher Beschlußvorlage an den Rat vom
19.03.2003 bzw. 12.11.2003 (Vorlagen 186/2003 u.
808/2003) legte die Verwaltung einen Maßnahmen-
katalog zu Realisierung sozialverträglicher Abfallge-
bühren gem. Ratsbeschluß vom 11.12.2002 vor.
Als Konsequenz aus der erheblichen Erhöhung der Ab-
fallgebühren zum 01.01.2003 hat der Rat mit öffent-
licher Beschlußvorlage V/0818/2004 die AWM beauf-
tragt, eine Änderung der Abfallgebührensatzung zum
01.01.2005 mit folgendem Inhalt vorzubereiten und
umzusetzen:
a) Aufteilung der Gebühr in eine haushaltsbezogene
Grundgebühr und eine Leistungsgebühr
b) Kalkulation der Grundgebühr auf ca. 15 % des
Gebührenaufkommens
c) Beibehaltung eines linearen Maßstabes für die
Leistungsgebühr
In dem neuen Gebührenmodell bezieht sich die Grund-
gebühr auf die fixen Kosten (z. B. Personal, Verwaltung,
Fahrzeuge). Bemessungsgrundlage ist die Anzahl der an
die Abfallentsorgung angeschlossenen Nutzungsein-
heiten. Als Nutzungseinheit gilt jede Wohneinheit und
jede andere in sich abgeschlossene Einrichtung (z. B.
Büros, Läden, Praxen). Die Leistungsgebühr richtet sich
wie bisher nach Anzahl und Größe der Behälter für
Rest- und Bioabfall.
Mit der Änderung der Abfallgebührensatzung zum
01.01.2005 soll eine verursachergerechtere Gebühren-
struktur erreicht werden, ohne das Vermeidungs- und
Verwertungsgebot des Abfallrechts zu vernachlässigen.
5.
Anlässlich der Gebührenerhöhung zum Jahr 2003
haben die AWM gemeinsam mit der Wohnungswirt-
schaft ein Pilotprojekt entwickelt (Ratsvorlage-Nr.
V/0836/2004), um mögliche Potenziale zur Senkung
des Abfallvolumens und somit der Gebührenbelastung
in Großwohnanlagen zu ermitteln.
Zwei wesentliche Bausteine des Pilotprojektes, die zum
erfolgreichen Abschluss dieses Projektes beigetragen
haben, waren der neuartige Deckel-in-Deckel-Behälter
und die Begleitmaßnahmen der Wohnungswirtschaft.
Die Deckel-in-Deckel-Behälter verhindern die Befüllung
der großen 1100 l-Behälter mit sperrigen Materialien
und verringern somit das benötigte Restabfallvolumen.
Auf diese Weise wurde bei allen Pilotstandorten von
Beginn an (01.01.2004) eine Volumen- und Gebührenre-
duktion von 20 % erreicht. Auch die Ausstattung der
Großwohnanlagen mit Papierbehältern hat einen gro-
ßen Beitrag zur Senkung der Restabfallbehältervolumi-
na geleistet, da große Pappen etc. in die Papier- statt in
die Restmüllbehälter gefüllt wurden.
Die Standplatzgestaltung und die Betreuung der Stand-
plätze durch Hausmeister oder Müllbeauftragte als
Begleitmaßnahmen der Wohnungswirtschaft haben
30 | Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss
Saubere Lösung.
den Erfolg des Projektes nachhaltig erhöht.
Dem politischen Wunsch folgend, die Gebühren in Groß-
wohnanlagen zu senken, werden die AWM in 2005 als
Ergebnis des Pilotprojektes 200 neue 1100 l- Deckel-in-
Deckel-Behälter beschaffen. Mit diesen Behältern kön-
nen nach derzeitiger Schätzung rund 80 – 100 mit sehr
hohem Gebührenaufkommen belastete Standorte aus-
gestattet werden.
Damit wird auch der größte Anteil der Großwohnanla-
gen abgedeckt.
6.
Die Verwaltung wurde ebenfalls gem. Ratsvorlage
186/2003 beauftragt, die strategische Ausrichtung der
Abfallwirtschaft der Stadt Münster zu überprüfen und
Vorschläge für eine Neuausrichtung zu entwickeln.
Dabei ist neben der Bestimmung der Geschäftsfelder
auch die Frage nach der Verfassung als Eigenbetrieb
und möglicher öffentlich-rechtlicher Alternativen (etwa
als Anstalt öffentlichen Rechts) zu stellen.
Am 24.11.2004 wurde das Gesetz über ein Neues Kom-
munales Finanzmanagement für NRW verabschiedet.
Dieses führt zu einer Änderung bzw. Neufassung der
GO, GemHVO und EigVO NRW. Die Auswirkungen der
geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen auf die
Betriebsführung der AWM werden bei der Überprüfung
der geeigneten Rechtsform berücksichtigt.
7.
Für das Jahr 2005 sinken die Gebühren in der Straßen-
reinigung um durchschnittlich 12,5 %. Die Senkung der
Gebührensätze resultiert aus der gesetzeskonformen
Auflösung der im Jahr 2002 in die „Rückstellung
Gebührenüberschüsse“ eingestellten Überschüsse in
Höhe von rund 597.000,00 EUR.
Um ein Planungs- und Informationsinstrument zu ent-
wickeln, hat das Institut für Abfall, Abwasser und Infra-
struktur-Management GmbH (INFA) die aktuellen
Straßendaten (Breiten, Längen, Grünflächen, Verparkung,
etc.) erfasst. Die Daten fließen unter Verwendung des
digitalen Straßennetzes des Vermessungs- und Kataster-
amtes in die vom INFA gelieferte Straßenreinigungs-
software ein.
Des Weiteren wird diese Datenbank Grundlage für die
Qualitätssicherung, Optimierung und die Entwicklung
einer sogenannten „Bedarfsgerechten Reinigung“ sein.
Zurzeit werden die aufgenommenen Daten geprüft
und die Software den Erfordernissen der AWM ange-
passt.
Münster, den 20.05.2005
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Patrick Hasenkamp
Geschäftsbericht 2004 | Jahresabschluss | 31
Saubere Lösung.
Geschäftsbericht 2004
52816 Zeichen
graue Fläche wird weggeschnitten
graue Fläche wird
weggeschnitten
Achtung!
Schnitt leicht schräg.
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Schnitt leicht
schräg.
Geschäftsbericht
2004
Saubere Lösung.
Saubere Lösung.
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AWM-Hintergründe
12 Im Interview:
Qualitätsprüfer Martin
Deter und AWM-
Qualitätsmanager
Christian Lüke
13 Grundstein gelegt:
Die zweite Stufe der
mechanisch-biologischen
Restabfallbehandlung
14 Einsatz der Blaumänner:
Ein Arbeitstag in der
AWM-Werkstatt
15 Münster meets Monastir:
AWM spendet Fahrzeuge
und Know-how
15 Zuschlag erhalten:
AWM entsorgt weiter
Gelbe Säcke für Münster
Zahlen, Daten, Fakten
16 Das Geschäftsjahr 2004
bei den AWM
17 Sammlung und
Transport
18 Stadtreinigung
19 Verwertung und
Deponierung
20 Abfallmengen
22 Der Ausblick
24 Impressum
Weltklasse
wie die AWM sich für die
lebenswerteste Stadt der
Welt engagiert
Eiszeit
flexible Entsorgungskon-
zepte für Saisongeschäfte
Tempomacher
ein Tag in der Werkstatt
der AWM
Ausblick
auf das nächste Jahr
Geschäftsbericht 2004 | 1
Inhalt
Saubere Lösung.
Seite 4 Seite 11 Seite 14 Seite 22
Stadt und Bürger
4 Sauberes Image:
AWM engagiert sich für
die lebenswerteste Stadt
der Welt
6 Soko Regen:
AWM fährt Sperrmüll-
Sondereinsatz
7 Test sehr gut:
Pilotprojekt Großwohn-
anlagen erfolgreich
7 Gefragt, gesagt:
Bürgerumfrage zeigt hohe
Zufriedenheit mit AWM
Wirtschaft und Verwaltung
8 Elefantendung und
Eispapier:
Der AWM-Großkunde
Allwetterzoo Münster
9 Blaue Wunder:
Container, Auswahl und
Services
10 Verstärkter Vertrieb:
Noch stärker, noch besser,
noch näher am Kunden
11 Müllzeiten:
Flexible Angebote für
Saisongeschäfte
11 Gesenkt:
AWM reduzieren
Papierpreise
„Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“
Flexibilität und Kontinuität – das sind für die AWM
Werte, die sich nicht ausschließen. Im Gegenteil: Der
vorliegende Rückblick auf das Jahr 2004 zeigt, wie sich
die AWM auf neue Anforderungen einstellen und ihren
Kunden gleichzeitig die gewohnten Leistungen bieten.
Ein Beispiel für den Wandel ist die neue Gebührensatzung,
die Anfang des Jahres in Kraft trat. Durch die Grundge-
bühr wird das Preis-Leistungsverhältnis verbessert, ohne
dabei die Abfallvermeidung aus dem Blick zu verlieren.
Neuland beschreiten die AWM auch mit der Fertigstel-
lung der mechanisch-biologischen Restmüllbehandlung,
die im April 2005 offiziell in Betrieb genommen werden
konnte. Der mehr als ein Jahrzehnt andauernde Prozess
zur stofflichen Abfallverwertung ohne thermische
Behandlung findet damit seinen erfolgreichen Abschluss.
Das Modell der MBRA setzt bundesweit Standards und
erweist sich schon heute ökologisch und ökonomisch
als echte Alternative zur Abfallverbrennung.
Für Innovationen braucht man nicht immer T echno-
logie. Zusammen mit der Wohnungswirtschaft riefen
die AWM ein Pilotprojekt ins Leben, das zum Ziel hatte,
die hohen Entsorgungskosten in Großwohnanlagen zu
senken. Mit Erfolg – dank einer einfachen Idee: Kleine
Einwurfklappen reduzierten die Kosten um 20 %.
Auch in der Rechtsprechung hat sich etwas getan: Das
Oberverwaltungsgericht Münster hat die Möglichkeit
bestätigt, hoheitliche Entsorgungsaufträge auch in
anderen Gemeinden übernehmen zu können. Die AWM
prüfen diese Chance, inwieweit hieraus neue Potenziale
zum Nutzen aller, auch der beteiligten regionalen
Partner, ausgeschöpft werden können.
Doch wie wertvoll eine Innovation wirklich ist, zeigt sich
vor allem daran, wie schnell sie von anderen übernom-
men wird. Die Liste der von den AWM entwickelten bei-
spielhaften Lösungen wird immer länger - und darauf
sind wir besonders stolz!
Gerhard Joksch
Stadtbaurat
Patrick Hasenkamp
Werkleiter, AWM
Geschäftsbericht 2004 | Vorwort | 3
Saubere Lösung.
Gewusst haben wir Münsteraner es ja schon immer,
aber jetzt haben wir es schriftlich: Münster ist die
lebenswerteste Stadt der Welt. In einem internationalen
Städte-Wettbewerb wurde sie mit dem so genannten
LivCom Award ausgezeichnet. Ausgestochen hat die
Westfalenmetropole in ihrer Kategorie „200 000 bis
750 000 Einwohner“ so
klangvolle Namen wie
Seattle in den USA,
Okayama in Japan
oder Coventry in Groß-
britannien.
Was aber macht Münster
so lebenswert? Natür-
lich die unverwechselba-
re Atmosphäre geprägt
durch die lebendige
Altstadt, das spannungs-
reiche Kulturleben, die
vielen Grünflächen –
und die funktionierende Abfallwirtschaft. Auch wenn
Sie hier zunächst stutzen: Tatsächlich spielen auch
Aspekte wie Stadtsauberkeit und nachhaltige, öko-
logische Zukunftskonzepte eine wichtige Rolle in der
Bewertung. Gute Gründe, warum die AWM ein gutes
Stück mit stolz auf die Auszeichnung mit dem LivCom
Award sein können.
Ein sauberes Image:
Münster ist „lebenswerteste Stadt der Welt“.
4 | Geschäftsbericht 2004 | Stadt und Bürger Geschäftsbericht 2004 | Stadt und Bürger | 5
Saubere Lösung.
Saubere Lösung.
Saubere Innenstadt, saubere Erholungsflächen
Schließlich setzen die AWM sich in besonderem Maße
dafür ein, dass die Münsteraner Bürger sowie Touristen
und Besucher eines in Münsters Stadtbild vergeblich su-
chen: Müll. Denn das besondere Augenmerk gilt einer ge-
pflegten, repräsentativen Innenstadt. Dafür gehen die
AWM auch kreative Wege. So haben sie an stadtplane-
risch und historisch bedeutsamen Orten Glascontainer
versenkt. Unterirdisch nehmen diese es jetzt leise und
dezent mit Altglas auf. Darüber hinaus erfahren einige
Flächen in der City regelmäßig eine über den normalen
Einsatz hinausgehende Extra-Reinigung und auch Erho-
lungsflächen wie der
Kanal werden von den
AWM bedient. Routiniert
und schnell schaffen sie
nach und während der
städtischen Großereig-
nisse wie Send, Hafen-
fest, Eurocityfest, Stadt-
teilfesten oder auch den
Wochenmärkten wieder
geordnete Verhältnisse.
Abfall als Fall für alle
Eine „Preis“-werte Abfallwirtschaft bedeutet aber mehr
als das Reinhalten der City, das Anliegen führt bis zur
Haustür jedes Münsteraner Bürgers. So führen die
AWM verschiedene Initiativen zu Abfallvermeidung
oder -trennung durch, ob in Kindergärten oder Groß-
wohnanlagen. Und eine groß angelegte Kampagne
erinnert die Münsteraner mit viel Witz an ihre Eigen-
verantwortung. Nicht nur sprichwörtlich, sondern in der
Tat, bringen die AWM den Bürgern das Thema Müll nahe.
Etwa mit dem Ausbau eines stadtweiten Recycling-
hofnetzes: Höchstens 3 km muss jeder Münsteraner zu
seinem nächsten Recyclinghof zurücklegen. Und mit
der flächendeckenden Einfüh-
rung der Papiertonne wird
Papiersammeln noch attrak-
tiver – auch weil die Papier-
container und die dort häufi-
gen wilden Müllablagerungen
vermieden werden können.
Pioniergeist und
Umweltbewusstsein
setzen Zeichen
Schon früh haben sich
die AWM mit den The-
men Ök ologie und Abfall-
verwertung auseinander
gesetzt. Bereits seit
1993 stehen die AWM für eine konsequente Abfalltren-
nung ein. Heute profitieren wir alle davon. Satte 40 %
konnte das Volumen bei den Restmülltonnen seit
Anfang der 90er Jahre gesenkt werden. Damit liegt
Münster deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.
Ein anderer wichtiger Meilenstein für eine zukunftsorien-
tierte Abfallwirtschaft war die Durchsetzung einer me-
chanisch-biologischen Restabfallbehandlung gegenü-
ber einer bis dato gesetzlich geforderten Müllverbren-
nungsanlage. Bis vor das Oberverwaltungsgericht sind
die AWM gezogen, um für die umweltschonendere
Technik zu streiten. Mit Erfolg: Heute folgen viele Ge-
meinden dem Vorreiter Münster und setzen auf diese
Alternative, die jetzt als Standardverfahren gilt. In
Münster ist die Anlage bereits in Betrieb genommen.
Die komplette Fertigstellung wird Mitte 2005 erfolgen.
Bereits etabliert hat sich zudem die Erzeugung von Bio-
gas. Während in vielen Städten Bioabfälle nur zu Kom-
post werden, erzeugen die AWM in Münster mit ihnen
noch Strom und Wärme. Wie das? Zunächst nutzt man
die Bioabfälle, um Biogas zu erzeugen. Im zweiten Schritt
wird dieses in einem Blockheizkraftwerk in Strom und
Wärme umgewandelt. Das
senkt die CO2-Emission maß-
geblich und stellt somit einen
wichtigen Beitrag zum Klima-
schutz dar. Ein Grund mehr,
warum Münster nicht nur
die lebenswerteste Stadt der
Welt ist, sondern sich auch
noch mit einem anderen Titel
schmücken darf. Seit 1997 ist
die Westfalenmetropole
auch Klimahauptstadt.
„Die Auszeichnung als lebenswerteste Stadt
bestätigt die Leistungen der AWM in puncto
Sauberkeit und Entsorgung natürlich sehr.
Aber auch die Bür ger in Münster können sie
sich auf ihre Fahne schreiben – ohne ihren Ein-
satz hätten wir es nicht geschafft. Deshalb sagen
wir Danke und weiter so, liebe Münsteraner!“
Patrick Hasenkamp
Werkleiter, AWM
Flaschen, Gläser, Kartons,
Biomüll und sogar Sperr-
gut in der Restmülltonne –
das treibt die Abfallgebüh-
ren in einigen Großwohn-
anlagen unnötig in die
Höhe. Um dieses Problem
zu lösen, riefen die AWM
gemeinsam mit der Woh-
nungswirtschaft Anfang
2004 ein einzigartiges Pilot-
projekt ins Leben. Sie testen
eine einfache, aber clevere
Idee: Den so genannte „Deckel-
in-Deckel-Behälter“. Er verhin-
dert, dass sperriger Abfall in
den Tonnen landet. Fünf Groß-
wohnanlagen wurden mit den
neuen Behältern ausgestattet.
Zum Start sorgten Hausmeister bzw. Müllbeauftragte
sowie extra Sperrgutabfuhren und wöchentliche Stand-
platzreinigungen dafür, dass alles rundum sauber ablief.
Das überzeugende Ergebnis: 20 % weniger Restmüll inner-
halb des ersten Jahres. Das freut nicht nur die Projektini-
tiatoren, sondern auch die Bewohner. Schließlich werden
die Gebühreneinsparungen an sie weitergegeben. Die
neuen Behälter sollen nach dieser erfolgreichen General-
probe auch an anderen Standorten eingesetzt werden.
„Uns stand das Wasser bis zum Hals!“
Mit Sonderabfuhren helfen die AWM schnell und unkompliziert
6 | Geschäftsbericht 2004 | Stadt und Bürger Geschäftsbericht 2004 | Stadt und Bürger | 7
Kleiner Deckel statt hoher Gebühren.
Neue Müllbehälter für Großwohnanlagen sparten 20 % Restmüll
Saubere Lösung.
Saubere Lösung.
Ein Samstagabend im
August, viertel nach acht.
Die beste Zeit für einen
spannenden Film im Fern-
sehen. Doch an diesem
Abend spielt sich der
Krimi für über 2000
Münster aner nicht auf
dem Bildschirm ab, son-
dern in ihrem Hauskeller.
Der Grund: Sintflutartige
Regenmassen brechen über die Stadt herein. Betroffen
sind vor allem die östlichen und nördlichen Stadtteile.
Binnen kürzester Zeit überfluten die Wassermassen die
Straßen. Keller laufen voll. Bis zu zwei Meter hoch steigt
das Wasser. Über 700 Mal rückt die Feuerwehr aus und
erlebt einen der größten Einsätze ihrer Geschichte.
Aufräumen zwischen Pfützen und Abfall
Am Sonntagmorgen zeigen sich die Folgen des Unwetters
in vollem Ausmaß. In den
Kellern der betroffenen
Haushalte haben die Wasser-
massen ganze Arbeit geleis-
tet: Möbel, T eppiche, Kar-
tons, Kleidung und vieles,
was in den Kellern lagerte,
hat sich mit Wasser vollge-
sogen. Auch Kühlschränke,
Gefriertruhen und Wasch-
maschinen sind beschädigt
und unbrauchbar gewor-
den. Die Menschen begin-
nen mit Aufräumarbeiten, denn schnell fangen die
ersten Sachen an zu schimmeln. Eile ist geboten.
AWM reagieren sofort
Das wissen auch die AWM. Schnell und unbürokratisch
wird deshalb sofort am Montagmorgen bei Arbeits-
beginn der Entschluss gefasst, die Bürger zu unterstüt-
zen. Kostenlose Extra-Einsätze sollen gefahren werden,
um Sperrmüll aus den betroffenen Stadtteilen abzuho-
len. Bereits am nächsten Tag wird das Hilfsangebot
über Zeitungen und Radio verbreitet. Mehr als 600
Haushalte melden sich daraufhin bei den AWM an. Die
Planungen laufen auf Hochtouren. Strecken müssen
festgelegt, Personal und Fahrzeuge für diesen
Sondereinsatz koordiniert werden.
200 Tonnen Müll in drei Tagen
Von Donnerstag bis Samstag steht bei den AWM alles
im Zeichen der Sperrmüll-
Hilfe. Von 7 Uhr morgens bis
teilweise 21 Uhr ist das „Son-
dereinsatzkommando“ unter-
wegs und lädt alles auf, was
am Straßenrand steht. Mehr
als 200 Tonnen Abfälle ent-
sorgen die AWM so in drei
Tagen. „Aussortiert haben
wir nicht mehr, obwohl auch
viele Dinge dabei waren, die
nichts mit dem Regen zu tun
hatten“, beschreibt AWM-
Leiter Patrick Hasenkamp die unkonventionelle Aktion,
bei der auch er selbstsich für einen Tag ans Steuer setzte.
Gelohnt hat es sich allemal. Die Bürger waren sehr froh
über die schnelle, unkomplizierte Unterstützung ihrer
Aufräumaktionen. Einige halfen mit, das Sperrgut auf-
zuladen, und viele bedankten sich direkt bei den
Mitarbeitern.
„Beurteilung Münsters als saubere Stadt 2004 –
Vergleich zu 2002“
Mehr als ein Viertel (26 %) der Befragten bezeichnen
Münster als uneingeschränkt sauber. Zusammen mit
der überwiegenden Zustimmung beurteilten also 78 %
die Stadt in 2004 als sauber. Das bedeutet eine Steige-
rung um 5 % gegenüber 2002.
„Grad der Zufriedenheit mit der Abfallentsorgung in
Münster 2004“
80 % der Befragten sind zufrieden bzw. sehr zufrieden
mit der Stadtsauberkeit – ein ausgesprochen positives
Ergebnis. Spitzenergebnisse wurden in den Stadtbe-
zirken Ost und Südost mit 85 % bzw. 83 % erreicht.
Quelle: Stadt Münster – Amt für Stadt- und Regionalentwicklung, Statistik – Bürgerumfrage
„Der Sondersperrmüll
war Glück im Unglück: So
konnten wir die nassen
Sachen einfach an die
Straße stellen und alles
wurde mitgenommen.
Eine tolle Aktion, die uns
sehr geholfen hat.“
Danke, dass Sie zufrieden sind!
Bürgerumfrage 2004 bestätigt Engagement der AWM
80%78%
und den Parkplätzen, die mindestens einmal am Tag
geleert werden. Der Versuch, die Besucher zum Müll-
trennen zu bewegen, wurde aufgegeben, da zu viele
Fehlwürfe die Wertstoffrationen verunreinigten. So
muss der komplette Müll als Restmüll entsorgt werden.
Die Menge schwankt je nach Besucherzahlen stark.
Über ein Jahr gesehen, kommen insgesamt etwa 50
Tonnen Restmüll zusammen.
Abfuhr auf Abruf
Um des Müllaufkommens
Herr zu werden, nutzt der Zoo
Container und Müllpressen.
Allein für den Restmüll steht
eine 10-cbm-Presse bereit. Da
diese im ständigen Gebrauch
sind, wurden sie vom Zoo
selbst angeschafft. Und die
Leerung erfolgt ganz nach
Bedarf. Ob zweimal in der
Woche oder einmal im Monat – die AWM reagieren
schnell und flexibel. Ein Fax genügt und die Container
Alle Wetter:Schnelle und zuverlässige
Abfallentsorgung für den Allwetterzoo.
8 | Geschäftsbericht 2004 | Wirtschaft und Verwaltung Geschäftsbericht 2004 | Wirtschaft und Verwaltung | 9
Saubere Lösung.
Saubere Lösung.
Stellen Sie sich vor, sie hätten über 4000 gefräßige Un-
termieter. Darunter viele Vegetarier, die einiges an Grün-
abfall hinterlassen. Nicht nur, dass sie alle außerdem
jede Menge Mist machen und ihr Zuhause ständig mit
Renovierungsarbeiten in Schuss gehalten werden
muss. Mehr noch: Tagein, tagaus ist Besuch da, der
ebenfalls verpflegt werden will. Fast 900.000 Men-
schen allein im letzten Jahr. Es geht eben zu wie in
einem Taubenschlag im Allwetterzoo Münster.
Abfall aller Art
Tatsächlich ist ein Zoo, so ungewöhnlich er auf den
ersten Blick auch scheinen mag, ein ganz gewöhnlicher
Gewerbebetrieb. Und als solcher für die AWM ein Groß-
kunde mit betriebsspezifi-
schen Anforderungen an das
Entsorgungskonzept. Zum ei-
nen müssen verschiedenste
Arten von Müll entsorgt wer-
den, vom Gelben Sack über
Papier, Pappe, Bauschutt, Rest-
müll und Grünabfälle. Zum
anderen stellt ein Zoo als
Saisongeschäft hohe Ansprü-
che an die Flexibilität seines
Entsorgungspartners. Für die
AWM eine Herausforderung,
die sie nach ihrem eigenen
Standard lösen: nämlich mit
einem flexiblen, individuellen
Entsorgungskonzept.
Unsortiert und unvorhersehbar
Nur ein Posten in diesem Entsorgungskonzept für den
Zoo läuft nach festem Schema ab: Das ist die Abfuhr der
Gelben Säcke. Sie werden von den AWM im gewohnten
Turnus entsorgt. Alle anderen Müllarten sind in ihrem
Aufkommen so unterschiedlich, dass ein regelmäßiger
Abfuhrtermin keine Lösung ist. Da wäre der Bauschutt,
der immer nur dann anfällt, wenn wieder Arbeiten an
den Gehegen anstehen. Oder der unsortierte Restmüll
aus den mehr als 90 Papierkörben auf dem Zoogelände
werden oft noch am gleichen
Tag geleert. Das ist besonders
in der Hochsaison wichtig, die
von den Osterferien bis zum
Ende der Sommerferien verläuft.
Persönliche Beratung, unbürokratischer Service
„Das klappt prima mit den AWM“, erklärt Rolf Laspe
aus dem Servicebereich und zuständig für die
Abfallentsorgung des Zoos. „Von Zeit zu Zeit treffe ich
mich persönlich mit Herrn Lübbering von den AWM.
Dann tauschen wir uns aus, besprechen, wie es läuft
und was es Neues gibt. Und bei einem bin ich mir
sicher: Wenn es brennt, kann ich ihn immer anrufen
und er ist sofort da.“ Selbst unerwartete Zwischenfälle
oder einmalige Aktionen können dank der guten Zu-
sammenarbeit unbür okratisch abgewickelt werden. Ob
im Affenhaus das alte Turngerüst ersetzt oder auf dem
Spielplatz der Sand abgetragen wird – die AWM sind
schnell zur Stelle. Garantiert.
Der Zoo in Zahlen:
895.200 Besucher (in 2004)
über 4000 Tiere
280.000 kg Heu/Jahr
30 Hektar Fläche
4,5 km Wege
90 Papierkörbe
4 Container
50 Tonnen Restmüll im Jahr
1 Entsorgungspartner: die AWM
Sie nehmen es mit allem
auf. Sind meistens blau.
Haben eine große Klappe
oder einen kleinen Deckel.
Und das Beste: Sie kommen
und gehen ganz nach Ihrem
„Blaue Wunder“:
Unsere Container.
Wunsch. Ein Anruf genügt und Ihr Container ist da. Ob für Gartenabfälle, Kartonagen, Bauschutt, Sperrmüll,
Elektrogeräte … Wir stellen Ihnen den passenden Container für einen Tag, mehrere Wochen oder für eine regelmäßige
Nutzung auf. Kein Wunder also, dass sowohl Privatpersonen als auch Gewerbebetriebe immer häufiger diese Nummer
wählen: 0251/ 60 52 56. Testen auch Sie unsere „Blauen“.
Starke Kundenorientierung, hohe Flexibilität und Indi-
vidualität beim Erarbeiten von Lösungen – das sind
Qualitäten, die das Key-Account-Management der AWM
seit jeher einlöst. Jetzt kann die Vertriebsabteilung ihre
Stärken weiter ausbauen. Neu aufgestellt und um eine
kompetente Mitarbeiterin reicher, setzt sie sich für die
Belange der gewerblichen Kunden ein. So betreut jetzt
jeder Berater seinen festen Kundenstamm. Und das
bringt Vorteile: „Je besser ich meinen Kunden kenne,
desto besser kann ich seine Situation überblicken,
schneller reagieren und effektiver beraten“, fasst Alice
Glocker zusammen.
Das Plus: Erfahrung und Know-how eines öffentlichen
Entsorgers
Auf die Beratungskompetenz können die Kunden ver-
trauen, denn für die AWM als öffentlicher Entsorger
steht der eigene wirtschaftliche Nutzen nicht im Vorder-
grund. Eine gesetzeskonforme und für den Kunden
effiziente Entsorgung sind die Kernaspekte der Bera-
tung. „Abfallentsorgung und Verwertung werden nicht
zuletzt aus Kosten- und Umweltgründen zu immer wich-
tigeren Themen in den Unternehmen. Zugleich werden
sie etwa durch Verordnungen immer komplexer – da
sind wir als Kundenbe-
treuer gefragt“, erklärt
Stephan Lübbering den
steigenden Beratungsbe-
darf der Unternehmen.
Auch in puncto Umset-
Noch näher am Kunden:
Das neue Key-Account-Management.
10 | Geschäftsbericht 2004 | Wirtschaft und Verwaltung Geschäftsbericht 2004 | Wirtschaft und Verwaltung | 11
Saubere Lösung.
Saubere Lösung.
zung profitieren die Kunden von der starken Position
der AWM in Münster, die hier seit langem für Entsor-
gung und Sauberkeit tätig sind. Mindestens einmal pro
Woche fährt die AWM jedes Grundstück an. Diese
Routine, Erfahrung und Professionalität wird an die
Kunden weitergegeben.
Ein Ansprechpartner für alle Entsorgungsfragen
„Natürlich gibt es neben den eher klassischen Entsor-
gungsleistungen auch einmal besondere Anfragen.
Etwa, wenn Mobiliar oder Computer ausrangiert wer-
den oder es saisonbedingt zu erhöh tem Bedarf kommt
– dann lassen wir uns schnell gemeinsam etwas einfal-
len“, führt Brigitte Schwartz aus. Kundenimpulse, die
auch einmal zu einer Erweiterung des eigenen Produkt-
feldes führen. So nahm die AWM auf Nachfrage von
Kunden etwa die Akten- und Datenvernichtung in ihr
Portfolio auf. Schließlich hat das Vertriebsteam der
AWM ein klares Ziel vor Augen: der Partner für alle
Entsorgungsfragen ihrer Kunden zu sein – ob mit
umfassenden Konzepten oder einmaligen Aktionen.
Solch ein Anspruch erfordert hohe Flexibilität und
Schnelligkeit. Als Partner vor Ort können die AWM auch
kurzfristig eingegangene Aufträge schnell erledigen.
Ein eigens eingerichteter Innendienst kümmert sich
um eingehende Anrufe oder E-Mails und leitet diese
zielgerichtet weiter. Zudem sorgt eine breite Palette an
Behältergrößen und Abfuhrrhythmen dafür, dass jeder
Kunde eine optimal auf ihn eingestellte Leistung erhält.
Alice Glocker Brigitte Schwartz Stephan Lübbering
Verstärkt seit Juni 2004 das
Team: Alice Glocker
Den Kunden entlasten,
damit er den Kopf für
andere Dinge frei hat –
ein Ziel des AWM-
Vertriebsteams.
Ein stetiges Auf und Ab verzeichneten die Preise auf
dem Papiermarkt im letzten Jahr. Trotzdem haben die
AWM sie stabil gehalten, um ihren Kunden eine kalku-
lierbare, verlässliche Basis zu bieten. Erfreulicherweise
sind die Preise aber seit einiger Zeit auf einem positi-
ven Niveau geblieben – das reichen die AWM über die
Entsorgungspreise weiter.
Papierpreis
purzelt.
Kaum steigen die Temperaturen, steigt der Eisverzehr –
und mit ihm das Müllaufkommen in den Eisdielen. Bei
diesem typischen Saisongeschäft fällt naturgemäß von
Mai bis Oktober viel Bioabfall an wie Waffeln, Obst und
Kaffeefilter.
Darauf richten sich die AWM mit individuellen Verein-
barungen ein. Ein Beispiel: Bereits seit sechs Jahren stel-
len die AWM am Eiscafé Firenze, Bogenstraße, pünktlich
zu Saisonbeginn mehr Biotonnen auf und holen sie zum
Ende wieder ab. Der Kunde
zahlt nur für die Tonnen, die
er in der Saison tatsächlich
braucht. So eine flexible
Leistung spart Kosten und
Mühe auf beiden Seiten.
Und das gilt natürlich nicht nur für eine Eisdiele, son-
dern für alle ge werblichen Kunden, die aufgrund von
Saisongeschäften unregelmäßige Müllaufkommen
haben.
Eissaison ist
Müllsaison.
Herr Lüke, was hat sich denn durch die Qualitätssiche-
rung intern geändert?
Christian Lüke: Viele Abläufe sind durchsichtiger und
einfacher geworden. Insgesamt geht es ja um eine
Standardisierung von Arbeitsprozessen. Ein gutes
Beispiel ist unser Beschwerdemanagement, das es in
dieser Form vorher nicht gab. Jetzt sammeln wir die
Beschwerden unserer Kunden zentral, werten sie aus
und sehen dann genau, wo der Hase im Pfeffer liegt
und können was dran ändern. Das entspricht absolut
unserem Serviceanspruch, dem Dienst am Kunden.
Und wie beurteilen Sie die Fortschritte der AWM, seit
Sie hier erstmals zertifiziert haben, Herr Dr. Deter?
Dr. Deter:
Bemerkenswert ist, dass die AWM seit Jahren
in allen Bereichen ein gleichmäßiges Auditergebnis
erzielen. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der
Auditbeanstandungen kontinuierlich nach unten ent-
wickelt. Die Arbeit mit und nach den Vorgaben aus der
Dokumentation hat sich bei den AWM als Routine ein-
gespielt. Die Mitarbeiter sind bestens mit den Vorgaben
aus dem Managementsystem vertraut. Kurz: Das Sys-
tem ist gut eingeführt und wird bei den AWM von allen
Mitarbeitern gut umgesetzt.
Herr Lüke, Hand aufs Herz: Sind Sie froh, dass Ihnen
Dr. Deter jetzt eine Weile den Rücken kehrt?
Christian Lüke (lacht): Sicher gibt es Angenehmeres im
Leben als Prüfungen. Aber im Ernst: Die Zusammenarbeit
mit Lloyd’s Register Quality Assurance läuft sehr gut und
konstruktiv. Ich denke, die Ergebnisse zeigen das auch.
Und außerdem gehen die Qualitätsprüfungen ja auch
weiter, wenn Herr Dr. Deter nicht im Betrieb ist. Dann lei-
te ich die internen Audits und die Abteilungsleiter haben
in ihren Bereichen ein Auge auf die Einhaltung der gefor-
derten Standards. Denn nur wenn sie gelebt werden,
kann es Qualitätssicherung und -optimierung geben.
Geschäftsbericht 2004 | AWM-Hintergründe | 13
Saubere Lösung.
Grundstein gelegt, Endspurt gestartet.
Biologische Stufe der MBRA ist bis April 2005 fertig
Eine Edelstahlröhre mit aktuellen, regionalen Tageszei-
tungen und Euromünzen – das soll die Nachwelt an
den 26. April 2004 erinnern. An diesem Tag wurde in
einem feierlichen Akt der Grundstein für die biologische
Stufe der mechanisch-biologischen Restabfallbehand-
lungsanlage (MBRA) in Münster-Coerde gelegt. Ein alter
Brauch, der den Startschuss für die letzten Arbeiten an
einer hochmodernen Anlage mit einem Investitionsvo-
lumen von insgesamt 27 Millionen Euro gibt. In einem
Jahr sind die Arbeiten hier abgeschlossen und die
Anlage ist betriebsbereit. Denn ab Juni 2005 dürfen laut
TASi (Technische Anleitung
Siedlungsabfall) nur noch
vorbehandelte Abfälle auf
Deponien abgelagert wer-
den. Einen Teil dieser
Vorbehandlung leistet
dann die biologische Stufe.
Sie ergänzt den mechani-
schen Teil der Anlage, der
bereits seit einem Jahr läuft.
Während dieser den Abfall
sortiert, sorgt die biologische
Anlage für Vergärung der
dann noch im Restmüll
befindlichen organischen Abfälle. Sie werden anschlie-
ßend in der Nachrotte im Tunnelverfahren so weit behan-
delt, dass sie auf dem neu errichteten dritten Bauab-
schnitt der Zentraldeponie (ZDM II) abgelagert werden
können. Die Firma Remondis errichtet und betreibt die
Anlage. Initiiert wurde ihre Entstehung vor zehn Jahren in
einem viel beachteten Sonderweg, den sich die Stadt
Münster gegen die vom Gesetzgeber geforderte
Müllverbrennung erstritten hatte. Auch dank dieser
Pionierarbeit zählt die MBRA heute zu den Standard-
verfahren.
Werkleiter Patrick Hasenkamp mit
Bür germeister Günther Schulze Blasum
Wer sich „Entsorgungsfachbetrieb” und zertifiziert nach
„DIN EN ISO 9001:2000” auf seine Fahne schreiben will,
hat einen langen, prüfungsreichen Weg vor sich. Die
AWM sind seit 1997 als Entsorgungsfachbetrieb zertifi-
ziert, in 2002 wurde das Qualitätsmanagementsystem
nach ISO 9001 zertifiziert. Dr. Martin Deter, Prüfer von
Lloyd’s Register Quality Assurance, und der Beauftragte
für Qualitätsmanagementsysteme bei den AWM,
Christian Lüke, über harte Fakten, weiche Knie und
sichtbare Veränderungen bei den AWM.
Herr Dr. Deter, wie läuft eine Prüfung bei den AWM ab?
Dr. Deter:
Mit den AWM erarbeiten wir, wie mit jedem
unserer Kunden, alle 3 Jahre ein Programm. Darin legen
wir fest, welche Bereiche im Rahmen der Zertifizierung
bzw. der Rezertifizierung wann besucht werden. Generell
gilt, dass alle Bereiche zwischen den Zertifizierungen min-
destens einmal auditiert, also geprüft werden müssen.
Wichtig ist mir, konstruk-
tiv mit unseren Kunden
zusammen die Prozesse
des Unternehmens zu
analysieren sowie
Schwachstellen und
Optimierungspotenziale
zu identifizieren.
Wenn Sie das als QMS-Beauftragter hören: Kriegen Sie
da Angst, Herr Lük e?
Christian Lüke: Ehrlich gesagt, etwas weiche Knie haben
wir da schon alle. Sie müssen sich vorstellen, dass Ihnen
an einem ganz normalen Arbeitstag jemand gegenüber-
sitzt und ihre Arbeit genau beobachtet, hinterfragt und
dann für jeden Arbeitsprozess eine Dokumentation ver-
langt – etwa für einen Routinevorgang, der schon Mo-
nate zurückliegt. Das ist eine echte Prüfungssituation.
Aber wir haben uns ja auch bewusst für das Unterneh-
men Lloyd’s Register Quality Assurance entschieden,
das für seinen hohen Prüfungsstandard bekannt ist.
Wer bei Lloyds besteht, kann schon Qualität vorweisen.
Was bedeutet Ihr Siegel letztendlich für die Kunden der
AWM?
Dr. Deter:
Wenn ein Unternehmen nach DIN ISO 9001
zertifiziert ist, können sich Kunden und Partner darauf
verlassen, dass das Unternehmen seine Dienstleistun-
gen unter kontrollierten Bedingungen erbringt. Konkret
heißt das: Es hat sich Unternehmensziele gesetzt, die es
konsequent verfolgt. Es plant systematisch Schulungen
und bewertet den Erfolg. Und ganz wichtig: Es ver-
pflichtet sich, sich kontinuierlich zu verbessern. Diesen
Nachweis müssen die AWM uns gegenüber jedes Jahr
erbringen.
Qualität im täglichen Test –
das Qualitätsmanagement-System bei
den AWM.
12 | Geschäftsbericht 2004 | AWM-Hintergründe
Saubere Lösung.
So unterschiedlich das
westfälische Münster
und die tunesische
Hafenstadt Monastir
auch sein mögen, eins
bringt die Partnerstädte
immer wieder zusam-
men: das Thema Müll.
Drei Vertreter der AWM
haben sich auf den Weg
nach Nordafrika ge-
macht, um ihren Beitrag
zur kommunalen Entwicklungszusammenarbeit zu lei-
sten: Patrick Hasenkamp (AWM-Werkleiter), Hugo Tork
(Fachstellenleiter Technik) und Rainer Eisen (Werkstatt-
leiter). Im Gepäck: Eine Reparaturliste für die 5 bisher ge-
spendeten Müllfahrzeuge sowie ein Konzept zur Bera-
tung und Zusammenarbeit bei Logistik, Arbeitsschutz,
Organisation und Umweltschutz. Denn neben der Hilfe-
stellung bei Reparatur und Einsatz der Fahrzeuge geht es
vor allem um die Vermittlung
von Know-how. „Praktisch und
direkt umsetzbar“, so die Ver-
treter der AWM, sollte ihre Hilfe
sein. Also luden sie kurzerhand
den Ingenieur und T echniker
Makram Benkraiem nach
Münster ein. In der AWM-Werk-
statt kann er wertvolle Einblicke
gewinnen, um künftig die Fahr-
zeugtechnik in Monastir
besser zu betreuen.
Damit ist der nächste
persönliche Kontakt mit
den afrikanischen Kolle-
gen bereits in Sicht.
Gefragt von Münster bis Monastir:
Das AWM Know-how.
„Viel Betrieb im Betrieb“:
Ein ganz normaler Arbeitstag in der KFZ-Werkstatt der AWM.
14 | Geschäftsbericht 2004 | AWM-Hintergründe Geschäftsbericht 2004 | AWM-Hintergründe | 15
Saubere Lösung.
Saubere Lösung.
Fast überall in NRW ging den Kommunen der Entsorgungs-
auftrag der DSD (Duales System Deutschland) verloren –
doch in Münster konnten sich die AWM gegen private
Anbieter durchsetzen. Damit sammeln sie ab dem 1. Januar
2005 für weitere drei Jahre die Gelben Säcke in der Dom-
stadt ein. Ein Gewinn für die Stadtsauberkeit und ein naht-
loses Entsorgungsmanagement. Schließlich sorgte die
Vergabe an Billiganbieter in anderen Städten schon für
viel Unmut bei den Beteiligten. Und die Beschwerden lan-
den oft zu Unrecht beim kommunalen Entsorger. Ob zu
früh hinausgestellt, liegen geblieben oder auf dem
Bürgersteig verstreut: Die Gelben Säcke waren regelmä-
ßig Stein des Anstoßes.
Münster soll sauber bleiben
Um diese Probleme in Münster gar nicht erst entstehen
zu lassen, haben die AWM sich für die Verlängerung ihres
Auftrages eingesetzt. Im vergangenen Jahr hatten sie zu-
nächst nur den Zuschlag für ein Jahr erhalten. Die Preise
der AWM – immerhin Bestbieter in Münster – waren dem
DSD im Vergleich zu den Niedrigstpreisen in anderen
Gebieten zu hoch. Daher wurde die Entsorgung 2004
erneut ausgeschrieben. Als öffentlich-rechtlichem Ent-
sorger sind der AWM im Preis-
kampf natürlich Grenzen ge-
setzt. Eine Belastung des Ge-
bührenzahlers musste von
Vornherein ausgeschlossen
sein. Doch ihr erneuter Erfolg
bei der DSD-Ausschreibung
beweist, wie konkurrenzfähig
die AWM in der Entsorgungs-
wirtschaft auch unter Wett-
bewerbsbedingungen sind.
Gelber Sack in guten Händen.
AWM erhalten Entsorgungsauftrag für weitere drei Jahre
Morgens 7 Uhr. Die 15
Monteure und 7 Auszu-
bildenden in der AWM-
Werkstatt erhalten ihre
Arbeitsaufträge. Doch
ein Monteur ist bereits
voll in Aktion. Denn vor
dem Werkstatttor war-
tet bereits ein Müllwa-
gen. Beim Starten der
Hydraulik ist ein
Schlauch geplatzt. Die Zeit drängt. Der Fahrer muss in
sein Revier. Schnell tauscht der Kollege im Blaumann
den Schlauch aus. Ein erleichtertes „Danke“ und der
Fahrer gibt Gas.
Gerade am frühen Morgen
hat das T eam der Werkstatt
oft alle Hände voll zu tun, um
erst einmal die ausrück enden
Fahrzeuge zu versorgen. Der
Müllwagen war nur das erste
von bis zu 20 Fahrzeugen, die
hier heute noch hereinrau-
schen. Fast 3000 Reparaturen
an Groß- und Kleinfahrzeugen
und Geräten wurden von den
Monteuren 2004 ausgeführt. Hinzu kommen noch über
300 Arbeitsaufträge von den Kollegen von der Stadt. Alle
Fahrzeuge müssen regelmäßig gewartet und repariert
werden.„Vom Hightech-Müllfahrzeug über den Radlader
bis zum Laubbläser ist alles dabei. Da braucht es viel Erfah-
rung und Spezialwissen. Ein Grund, warum jeder hier eine
qualifizierte Ausbildung als KFZ-Mechaniker plus einer Spe-
zialausbildung vorweisen kann,“ umreißt Werkstattleiter
Rainer Eisen die Kompetenz seines Teams. Und die bewei-
sen sie schon bei der Fehlersuche. Der T eufel steckt oft im
Detail. Bis die Monteure
eine Diagnose stellen
können, müssen sie ihre
motorisierten Patienten
oft lange untersuchen.
Ob defekte elektro-
hydraulische Steue-
rungen oder Pressvor-
richtungen, Saug- und
Kehraggregate oder SPS-
Steuerungen für Spezial-
aufbauten – für die
Spezialisten ist der Umgang
mit ihren „Exoten“ Alltag. Da-
zu kommen die regelmäßigen
Reparatur- und Wartungsar-
beiten an den normalen
PKWs. Auch diesen Vormittag
wieder. In der 2000 qm gro-
ßen Halle wir d jetzt konzen-
triert gearbeitet. Nicht nur an
Motorblöcken, sondern auch
an Materiallisten. Rolf
Kuschel, der Leiter vom Materiallager, sorgt dafür, dass
die Monteure immer das richtige Ersatzteil zur Hand
haben. In den Gängen des Ersatzteillagers findet man
alles, was eine KFZ-Werkstatt braucht. Vorausgesetzt,
man kennt das System. „Ohne unsere EDV wären wir
hier verloren. Alles wird registriert und kann sekunden-
schnell ausfindig gemacht werden“, sagt Rolf Kuschel
und zeigt auf die Regalwände voller Material. In der
Werkstatt herrscht die Ruhe vor dem Sturm. Noch sind
einige Monteure in der Mittags-
pause. Danach geht es noch
mal richtig los. Dann kommen
die ersten Fahrzeuge aus ihren
Revieren zurück. Ihre Mit-
bringsel: Abgerissene Kabel,
defekte Rundum-Leuchten,
Motorenprobleme und und
und … Schnell und routiniert
machen sich alle an die Ar-
beit. Morgen früh müssen die
Wagen wieder auf die Straße.
Kurz vor Feierabend, als die
Ersten schon die Besen zum Werkstattputz herausholen,
kommt noch ein Notruf rein. Bei einem der Müllfahr-
zeuge ist die Elektronik an der Schüttung defekt. Jetzt
heißt es für einen Mon-
teur: mit dem Laptop
ausrücken, um dem
Kollegen auf der Straße
zu helfen. Pannen lau-
fen eben nicht nach
Plan. Das erleben die
Monteure hier täglich.
Und so geht ein ganz
normaler Tag in der
AWM-Werkstatt ganz
normal zu Ende.
Fahrzeuge spenden, Wissen
liefern: das Team der AWM in
der Partnerstadt Monastir
Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten | 17
Saubere Lösung.
Es war mal wieder ein turbulentes Jahr für die AWM. Von den Highlights und wich-
tigsten Entwicklungen haben wir in den vorangegangenen Kapiteln berichtet. Aber
bei den AWM gibt es auch im so genannten täglichen Geschäft kaum Routine. Die
Menschen in unserer Stadt verändern ihr Verhalten, die Abfallwirtschaft schlägt
neue Wege ein, wir optimieren unsere Leistungen und sogar das Wetter mit seinen
Launen hat Einfluss auf unser Geschäftsjahr. Dies sind Fakten, die sich in Zahlen und
Daten widerspiegeln. Sie können es gern auf den nächsten Seiten nachlesen…
Zahlen, Daten, Fakten:
Das Geschäftsjahr 2004 bei den AWM.
16 | Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten
Sammlung und Transport:
Mehr Leistung mit der gleicher Mannschaft.
Seit die AWM 1996 ein
Eigenbetrieb wurden,
wurde das ehemalige
städtische Amt quasi
runderneuert: Die opti-
mierte Ressourcennut-
zung und der Einsatz
moderner Technik haben
zu erhöh ter Produkti-
vität und Leistungsstär-
ke geführt. Ohne nen-
nenswerten Personal-
anstieg haben wir es geschafft, früher fremdvergebene
Arbeiten sukzessive wieder selbst zu übernehmen. Bereits
seit einigen Jahren führen die AWM die Entsorgung der
Rest- und Bioabfalltonnen in den Außenstadtbereichen
wieder selbst durch.
Im Januar 2004 haben wir auch die Entsorgung der Pa-
piertonnen in diesen Revieren übernommen. Die Mitar-
beiter der AWM entleeren bei gleichem Personalbestand
zusätzlich wöchentlich ca. 90.000 Behälter in den Größen
von 35 l bis 1100 l. Dies war nur möglich, weil aufgrund
neuer Fahrzeugtechnik nur noch ein Mitarbeiter pro Ab-
fallfahrzeug benötigt wird und so T ourenoptimierungen
möglich waren. Aber die AWM übernehmen diese T ätig-
keiten nicht nur, um frei werdende Potenziale zu nutzen.
Die Übernahme der Papierre-
viere 2004 hat – wie in den
vorherigen Fällen auch – im
Vergleich zu den vorherigen
Kosten erhebliche jährliche
Einsparungen für die Gebüh-
renzahler gebracht. Darüber
hinaus spielt auch der Service-
gedanke für die AWM eine gro-
ße Rolle. Die Entsorgung aus
einer Hand beseitigt Schnitt-
stellen und Fehlerquellen. Und
beim Thema Qualität sind wir sehr anspruchsvoll. Die
Fehlerquote unserer Mitarbeiter liegt bei 0,15 % und die
meisten Fehler werden innerhalb eines Tages korrigiert.
Und die AWM machen weiter. Mit dem Abschluss der
neuen Verträge mit dem Dualen System Deutschland
wurden die Weichen für die Entsorgung der Gelben Säcke
in Münster gestellt. Auch hier führen die AWM im Gegen-
satz zu den Vorjahren ab 2005 allein die komplette Ent-
sorgung in Münster durch.
Entwicklung der Behälterzahlen
1992 2005
Personalbestand
1993 2005
Beamtinnen
und Beamte
7
Angestellte
35,5
Arbeiterinnen
und Arbeiter
278
3317
6,5
31
258,5
1417
881
63909
303
DSD [Gelber Sack]
1584
Biotonne
37954
Papier/Wertstoff
47103
Restmüll
56976
143617
66207
Auszubildende
10,5
Zahlen, Daten, Fakten
Gesamtbehälterzahl: 143.585
Anschlussgrad Biotonne: 75,57 % aller Grundstücke
Anschlussgrad Papiertonne: 87,78 % aller Grundstücke
Altglascontainer: 566 an 305 Standplätzen
DSD-Säcke: 3.600.000 Säcke an Haushalte
verteilt,
8.500.000 Säcke insgesamt
verbraucht
Containerdienst: 7600-mal Container entsorgt
Fahrzeuge im Einsatz: 50
Jahreskilometer: über 1.000.000 km
Sperrgut: ein Mann trägt ca. 4,5 Mg pro
Arbeitstag
(das entspricht ca. 20.000
Waschmaschinen pro Jahr)
Saubere Lösung.
Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten | 19
Saubere Lösung.
Verwertung und Deponierung:
Abfallwirtschaft auf der Zielgeraden.
Die Zentraldeponie
Münster war jahrzehn-
telang das Herzstück
des Entsorgungs-
zentrums in Münster.
Während in den ver-
gangenen 15 Jahren
sukzessive immer mehr
Verwertungsanlagen
auf dem Gelände des
Entsorgungszentrums
entstanden und dessen
Funktion langsam erweiterten, steht nun ein radikaler
Wechsel bevor. Die mechanisch-biologische Restabfall-
behandlungsanlage (MBRA) wird zum Kernstück der
Abfallwirtschaft in Münster und beendet die Zeit der
Deponiewirtschaft fast gänzlich.
Im Jahr 2004 lief die mechanische Stufe der MBRA
erstmals ganzjährig und ohne Probleme. Im Februar
2004 wurde der Grundstein für die biologische Stufe
gelegt. Im Juni lief die
Genehmigung zur De-
ponierung des für die
biologische Stufe vorge-
sehenen Materials der
mechanischen Stufe der
MBRA (Feingut) auf der
Zentraldeponie aus, so-
dass dieses ab Juli 2004
in der MBRA in Gescher
behandelt wurde.
Wenn die MBRA im Jahr 2005 in Vollbetrieb geht, wird
die Zentraldeponie nur noch eine untergeordnete
Rolle spielen. Während der 3. Bauabschnitt der Zen-
traldeponie II vorbereitet ist, um die behandelten
Reststoffe aus der MBRA gesetzeskonform abzulagern,
werden auf dem 2. Bauabschnitt nur noch Restver-
füllungen mit Asbest und Mineralwolle stattfinden.
Die Rekultivierungsplanung für den 2. Bauabschnitt
ist bereits in Planung.
Mit der Fertigstellung der
MBRA wird ein langjähriger
Prozess enden, der mit einer
zukunftsweisenden Entschei-
dung des Rates der Stadt
Münster vor zehn Jahren
begann und die Abfallwirt-
schaft nicht nur in Münster
grundlegend veränderte.
Zahlen, Daten, Fakten
Fertigstellung (mechanische Stufe): 31.12.2002
Inbetriebnahme/Probebetrieb
(mechanische Stufe): 01.01.2003
Regelbetrieb (mechanische Stufe): seit 15.05.2003
behandelte Restabfälle: 59.925 Mg
Wertstoffe: 27.311 Mg aussortiert und verwertet
biologische Stufe: Baubeginn 2004,
Inbetriebnahme 2005
3. Bauabschnitt ZDM II: Fertigstellung August 2003
18 | Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten
Saubere Lösung.
Stadtreinigung:
Mit Sicherheit sauber.
Wichtigstes Ziel der
Stadtreinigung ist die
Sicherheit auf öffent-
lichen Flächen. Täglich
sind die Mitarbeiter
und Fahrzeuge der
AWM im Einsatz, um
Straßen, Geh- und Rad-
wege sowie sonstige
Flächen zu reinigen und
Gefahrenpunkte zu be-
seitigen. Während die
Gefahrenabwehr beim Winterdienst noch jedem ver-
ständlich ist, werden diese Aspekte in der täglichen Ar-
beit der Straßenreinigung oft nicht gesehen.
Beispiel Laubzeit: Laub auf nasser Fahrbahn ist sehr rut-
schig und daher eine Gefährdung für Fußgänger, Radfah-
rer und Autos. Die Laubzeit fordert von den Mitarbeitern
der AWM Höchstleistungen, denn innerhalb weniger
Wochen fegen und sammeln sie 3-mal so viel Material
zusammen wie in den anderen Monaten. Die Kehrma-
schinen sind schneller voll und müssen öfter zum Ent-
sorgungszentrum fahren. Im November 2004 wurden
z.B. fast 1000 t Straßenkehricht gesammelt. Mit Über-
stunden und dem unermüdlichen Einsatz der Mitarbei-
ter gelingt es den AWM jedes Jahr, die Straßen regelmä-
ßig und zügig vom Laub zu befreien. Damit sind jedoch
die Grenzen der Leistungsfähigkeit erreicht. Gärten und
Gehwege müssen daher von den Anwohnern gereinigt
werden. Das zusammengefegte Laub kann über die Gar-
tenabfallsäcke der AWM am Tag der Sperrgutabfuhr
entsorgt werden. Laub in die Straßenrinnen zu fegen,
stellt ein Gefahrenpotenzial dar und überlastet das
Fassungsvermögen der Kehrmaschinen.
Beispiel Glas: Ob Dosenpfand oder Modeerscheinung
Alkopops, die Gefährdung durch Glasscherben auf Geh-
und Radwegen nimmt zu. Vor allem im Umfeld der be-
kannten Party-Meilen in Münster hat so mancher Münste-
raner morgens auf dem Weg zur Arbeit einen Platten,
weil zerbrochene Flaschen auf den Gehwegen liegen.
Die AWM versuchen, durch Schwerpunktreinigung der
Gefährdung entgegenzuwirken, aber dies ist kaum noch
möglich. Besonders kritisch wird es bei großen Open-Air-
Veranstaltungen. Wenn z.B. der Domplatz von Glas-
scherben übersät ist, können die AWM oft keine Kehr-
maschinen einsetzen, weil die dicken Flaschenböden
die Reifen zerschneiden. Fußtrupps müssen mit Besen
reinigen, das macht die nächtliche Reinigung immer
schwieriger und teurer.
All dies zeigt deutlich, was die Kampagne „Saubere
Stadt“ der AWM bereits auf humorvolle Weise vermit-
teln wollte: Ohne die Einsicht und die Mitwirkung der
Bürger ist Stadtsauberkeit nicht zu machen.
Fuhrpark Straßenreinigung/Winterdienst:
15 Großkehrmaschinen
8 Kleinkehrmaschinen
17 Radwegreinigungs-/Winterdienstgeräte
4 Papierkorbwagen
20 Feuchtsalzstreueinheiten für den Fahrbahnwinterdienst
63 Mitarbeiter
Zahlen, Daten, Fakten
Vollreinigung wöchentlich 913.231 Kehrmeter
Fahrbahnreinigung wöchentlich 253.013 Kehrmeter
Fahrbahnreinigung 14-täglich 282.609 Kehrmeter
Radwegreinigung 500 km (im Zuge der allg. Straßenreinigung)
Flächenreinigung 36.000 qm (Innenstadtreinigung)
Straßenkehricht 5.421 Mg entsorgt
Papierkorbabfälle 320 Mg entsorgt
Winterdienst 28 kleine Einsätze, 4 mittlere Einsätze, 3 große Einsätze
Sonderleistungen Reinigung bei diversen Festen und Veranstaltungen, Kanaluferreinigung
Kilometerleistung 100.000 km
Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten | 21
Saubere Lösung.
Auf welche Weise
manchmal unwägbare
Umstände die Abfall-
wirtschaft beeinflussen,
zeigen die im Jahr 2004
erfassten und behan-
delten Grünabfälle.
Diese sind im Vergleich
zum Vorjahr um mehr
als 10 % gestiegen. Dies
ist jedoch leider weder
dem gärtnerischen Eifer
der Münsteraner noch dem unermüdlichen Bemühen
der AWM zu verdanken. Der verregnete Sommer 2004
hat schlicht zu üppigem Wachstum in den Gärten
geführt und die Grünabfallcontainer an den Recycling-
höfen überquellen lassen.
Aber auch bei vielen an-
deren Wertstoffen lassen
sich – trotz des bereits
sehr hohen Niveaus –
leichte Steigerungen
feststellen. So ist z.B. bei
den im Jahr 2004 ge-
sammelten Mengen Pa-
pier, Pappe und Kartona-
gen im Vergleich zum
Vorjahr ein Anstieg zu
verzeichnen. Dies ist
besonders erfreulich, weil die AWM 2004 die Depotcon-
tainersammlung für Papier eingestellt haben. Mit zwei
positiven Effekten: Die Sauberkeit hat sich an den
Containerplätzen deutlich verbessert, und auch der
Bürgerservice erhöhte sich durch die am Haus stehen-
den Papiertonnen. Die Bürgerinnen und Bürger haben –
sofern sie nicht bereits angeschlossen waren – den
Wechsel zur privaten Papiertonne nach anfänglichen
Irritationen gut aufgenommen. Der Mengenanstieg im
Bereich der Papiertonne übersteigt sogar die Mengen,
die früher über Depotcontainer gesammelt wurden.
Lediglich im Bereich der gewerblichen Papiertonne sind
die Mengen gesunken.
Auch die gesammelten Ver-
packungsleichtstoffe 2004
(Gelber Sack) ist wieder ge-
stiegen, nachdem im vergan-
genen Jahr die Mengen zu-
rückgegangen waren. Nur
bei dem 2004 gesammelten
Altglas ist ein Rückgang zu
verzeichnen. Dieser Trend
dauert seit der Zunahme von
PET-Flaschen an.
20 | Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten
Saubere Lösung.
Gesamtaufkommen Siedlungsabfälle: 204.422 Mg
davon zum Beispiel
Restabfall: 43.154 Mg
Gewerbeabfall: 8.438 Mg
Sperrgut: 8.439 Mg
Papiertonne: 20.860 Mg
Biotonne: 18.537 Mg
Wertstoffsammlung Recyclinghöfe: 17.120 Mg
Verwertete Siedlungsabfälle: 161.111 Mg
(79 % )
davon zum Beispiel
MBRA: 26.015 Mg
Wertstoffsortieranlage: 20.876 Mg
Grünabf allkompostierungsanlage: 28.258 Mg
Bioabfallvergärungsanlage: 18.263 Mg
deponierte Siedlungsabfälle: 37.557 Mg
davon Feinmüllmeng e aus der MBRA 20.113 Mg
Abfallmengen –
Trends und Trendbrecher.
Vermeiden, Verwerten,
Beseitigen – das ist das
Credo der Abfallwirt-
schaft bzw. der Kreis-
laufwirtschaft. Dafür
stehen in Münster v er-
schiedene Verwer-
tungsanlagen zur
Verfügung, und auch
die MBRA hat die
Aufgabe, dem münster-
schen Restabfall noch
möglichst viele Wertstoffe zu entnehmen. Das Verhält-
nis von verwerteten und beseitigten Abfällen wird jähr-
lich bilanziert und spiegelt die Erfolge der Abfallwirt-
schaft wider.
Mg
350.000
300.000
250.000
200.000
150.000
100.000
50.000
0
90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04
Mg
120.000
100.000
80.000
60.000
40.000
20.000
Entwicklung deponierter Siedlungsabfälle 1990–2004
Entwicklung der erfassten Wertstoffe 1990–2004
ohne Inertstoffe
Mg
350.000
300.000
250.000
200.000
150.000
100.000
50.000
0
90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04
Mg
120.000
100.000
80.000
60.000
40.000
20.000
0
90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04
Entwicklung deponierter Siedlungsabfälle 1990–2004
Entwicklung der erfassten Wertstoffe 1990–2004
ohne Inertstoffe
Die Menge der deponierten Siedlungsabfälle ist 2004
weiter gesunken. Dies ist auf den mechanischen Teil der
MBRA bzw. auf die biologische Behandlung des Mate-
rials aus der mechanischen Stufe der MBRA Münster in
der MBRA Gescher zurückzuführen. Die Verwertungs-
rate im Jahr 2004 ist entsprechend gestiegen. Durch die
ganzjährige Vorbehandlung des Restabfalls in der
MBRA konnten weitere Wertstoffe einer Verwertung
zugeführt werden. Die Mengen der aussortierten
Kunststoffe und der so genannten heizwertreichen
Fraktion sind nochmals angestiegen.
Neues Gebührenmodell
Der Rat der Stadt Münster hat im Jahr 2004 beschlos-
sen, ab 2005 ein neues Gebührenmodell einzuführen.
Durch die Einführung einer Grundgebühr, die pro Haus-
halt oder sonstiger Nutzungseinheit erhoben wird, soll
sichergestellt werden, dass alle angemessen an den
abfallwirtschaftlichen Fixkosten beteiligt werden. Zu-
sätzlich wird – wie bisher abhängig von der Behälter-
größe – eine Leistungsgebühr erhoben. Beide Gebühren
zusammen ergeben die neue Abfallgebühr. Die Einfüh-
rung dieses neuen Systems soll Spitzenbelastungen für
so genannte Großwohnanlagen und für Familien ab-
bauen und die Gebühren den betriebswirtschaftlichen
Kosten annähern. Durch die Einführung des neuen Ge-
bührenmodells wird es zu Umverteilungen kommen.
Einige werden mehr, andere weniger zahlen müssen.
Der gesamte Gebührenbedarf für die Abfallwirtschaft
in Münster wird sich 2005 jedoch nicht erhöhen.
Pilotprojekt geht in Serie
Nach den überaus positiven
Erfahrungen mit dem Pilot-
projekt Großwohnanlagen
beschaffen die AWM die
erfolgreichen Deckel-in-
Deckel-Behälter in größeren
Mengen, um sie den Groß-
wohnanlagen in Münster zur
Verringerung der Restabfall-
mengen anbieten zu können.
Sauberes Münster 2005
Die Sauberkeit der Stadt Münster ist Bürgern, Politik und
natürlich auch den AWM ein wichtiges Anliegen. Seit
2003 werben die AWM mit der Kampagne Stadtsau-
berkeit bei den Bürgern um Eigenverantwortung und
ein Bewusstsein für das eigene Verhalten. Im Jahr 2005
soll dieser Gedanke in konkretes Handeln münden. Die
AWM greifen die Idee einiger Stadtteile, die bereits seit
einigen Jahren in Frühjahrsputz-Aktionen ihre Stadt-
teile von illegalen Müllablagerungen befreien, auf und
rufen die ganze Stadt zu einem gemeinsamen Groß-
reinemachen auf. Stadtteile, Schulen und Kindergärten,
Gruppen, Vereine oder Einzelpersonen, alle können
Münster fit für den Frühling machen. Und vielleicht trägt
dies dazu bei, dass der eine oder andere seinen Müll in
Zukunft nicht mehr achtlos wegwirft.
Der Gelbe Sack
Da die AWM die Ausschreibung der Entsorgung des Gel-
ben Sackes gewonnen haben, geht es für Bürger und
Kunden der AWM im Jahr 2005 wie gewohnt weiter.
Neue Geschäftsfelder?
Das Oberverwaltungsgericht Münster hat festgestellt,
dass wir unsere Dienste als kommunaler Entsorgungs-
betrieb auch im Hoheitsgebiet anderer Gemeinden
anbieten dürfen. Gemeinsam mit den Verantwortlichen
in Rat und Verwaltung werden wir 2005 prüfen, ob und
wie wir diese neuen Möglichkeiten nutzen können –
mit Gewinn für den Gebührenzahler in Münster.
Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten | 23
Saubere Lösung.
Mechanisch-biologische Restabfallbehandlungsanlage
Die biologische Stufe der MBRA wird fertig gestellt und
die Anlage geht am 1. Juni
2005 in Vollbetrieb. Der 3.
Bauabschnitt der Zentral-
deponie II wird mit den vor-
behandelten Reststoffen aus
der MBRA verfüllt. Damit
erfüllt die Stadt Münster
fristgerecht die gesetzlichen
Vorgaben der Technischen
Anleitung Siedlungsabfall
(TASi) und der Ablagerungs-
verordnung .
Entsorgung von Gewerbeabfällen: Stichtag 1. Juni 2005
Ab 1. Juni 2005 tritt die TASi bundesweit in Kraft. Ab
dann dürfen Abfälle zur Beseitigung nur noch vorbe-
handelt deponiert oder in Müllverbrennungsanlagen
verbrannt werden. Der Gesetzgeber hat die öffentlichen
Entsorger dazu verpflichtet, bis zu diesem Termin für
die in ihrem Hoheitsgebiet anfallenden Hausmüllmen-
gen entsprechende Kontingente in Müllverbrennungs-
anlagen oder mechanisch-biologischen Restabfallbe-
handlungsanlagen vorzuhalten. In Münster geht die
MBRA rechtzeitig in Vollbetrieb und stellt auch genügend
Kapazitäten zur Entsorgung von Gewerbeabfällen zur
Verfügung. Das ist nicht überall der Fall. Auch wenn
Engpässe meist abgestritten werden, ist die Unsicher-
heit auf dem Entsorgungsmarkt so groß, dass niemand
eine Prognose über die Pr eisentwicklung wagt. Denn
wenn die Behandlungskapazitäten für Gewerbeabfälle
eng werden, werden die Preise steigen. Für die Kunden
der AWM sind die Kapazitäten kalkuliert. Schließlich
wurde in Münster rechtzeitig vorgesorgt.
Gebühren
Anlässlich der Gebührenerhöhung 2003 haben viele
Bürgerinnen und Bürger und insbesondere die münster-
sche Wohnungswirtschaft Klage gegen die Gebühren
erhoben. Das Verwaltungsgericht Münster hat dies zum
Anlass genommen, die Gebührenerhebung in Münster
auf Herz und Nieren zu prüfen und festgestellt, dass die
Gebührenkalkulation der AWM nicht nur in Hinblick auf
den durch die MBRA verursachten Gebührensprung, son-
dern auch hinsichtlich vieler anderer angeführter
Aspekte korrekt ist. Dies lässt uns optimistisch in die
Zukunft blicken.
Und was passiert 2005?
Der Ausblick.
22 | Geschäftsbericht 2004 | Zahlen, Daten, Fakten
Saubere Lösung.
Die Neue kommt.
X & Y Design
Saubere Lösung.
Ganz frisch und sehr innovativ: die neue Gebührenordnung der AWM. Gültig
ab 2005. Sie legt die Gebühren für alle Gebührenzahler in Münster neu um,ohne sie in der Gesamtsumme zu erhöhen. Das heißt, künftig wird es füralle eine Grund- und eine Leistungsgebühr geben. Damit verfolgen wir einZiel: insgesamt gerechtere Beiträge. Näheres über unsere „Neue” erfahrenSie unter:Telefon 60 52 - 800 / - 801 · www.awm.muenster.de
Und, wie sieht
sie aus?
Na ja, sie ist halt
intelligent.
Die neue Gebührenordnung:
24 | Geschäftsbericht 2004 | Impressum
Saubere Lösung.
Herausgeberin
Stadt Münster
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Rösnerstraße 10
48155 Münster
Juni 2005, 1100
Konzept
X & Y Design, Münster
Bildnachweise
S. 4/5 Fotos: Presseamt Stadt Münster
S. 8 Fotos: Allwetterzoo Münster
Druck
Lechte Medien GmbH & Co. KG
48271 Emsdetten
graue Fläche wird weggeschnitten
graue Fläche wird
weggeschnitten
Achtung!
Schnitt leicht schräg.
Achtung!
Schnitt leicht
schräg.
Geschäftsbericht
2004
Saubere Lösung.
Saubere Lösung.
Abfallwirtschaftsbetriebe Münster
Rösnerstraße 10
48155 Münster
Telefon: 0251/6052 - 0
Telefax: 0251/6052 - 48
awm@stadt-muenster.de
www.awm.muenster.de
Recyclingpapier aus 100 % Altpapier
X &Y Design · Münster
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (5)
- Hammer Straße
- Bogenstraße
- Rösnerstraße 10
- Eulerstraße
- Domplatz
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0388/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 11.05.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37