AN/1345/2023
Bedarfsampeln nach echtem Bedarf
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Die FRAKTION Antrag nach § 3
2321 Zeichen
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 09.08.2023 AN/1345/2023 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Verkehrsausschuss 22.08.2023 Bedarfsampeln nach echtem Bedarf Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker, sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender Hammer, die FRAKTION bittet Sie folgenden Antrag auf die Tagesordnung des Verkehrsausschusses am 22.08.2023 zu setzen. Beschluss: Der Verkehrsausschuss beauftragt die Verwaltung 10 Ampeln auf dem Kölner Stadtgebiet auszuwählen die in einem Testzeitraum von einem Jahr so umzustellen, dass Fußgänger:innen Dauergrün erhalten und Ampeln für den motorisierten Individualverkehr und Radverkehr Dauerrot erhalten und nur bei Überque- rungsbedarf durch diesen auf grün geschaltet werden. Hierbei sind insbesondere Schulwege und Freizeit- wege ins Auge zu fassen und zu priorisieren. Nach einem Jahr wird seitens der Verwaltung ausgewertet, ob sich die Verkehrslage in den Punkten Si- cherheit und Verkehrsfluss verändert hat und ob dieses Konzept weitergeführt bzw. ausgeweitet werden kann. Begründung: Hier möchten wir dem Vorstoß aus Hamburg Eimsbüttel folgen. Eine Bedarfsampel für Fußgänger:innen entspricht mehr der Vorstellung einer autogerechten Stadt der 60er Jahre als den tatsächlichen heutigen Bedarfen und Zielen der Verkehrswende. Fußgänger:innen sind der schwächste und verletzlichste Teil An die Oberbürgermeisterin Frau Henriette Reker An den Ausschussvorsitzenden Herrn Lino Hammer Fraktion Die FRAKTION Michael Hock Birgit Dickas Walter Wortmann Karina Syndicus Unter Goldschmied 6 50667 Köln Tel.:+49 (221) 221 – 35606 E-Mail: michael.hock@stadt -koeln.de E-Mail: birgitbeate.dickas@stadt -koeln.de E-Mail: walter.Wortmann@stadt -koeln.de E-Mail: karina.syndicus@stadt -koeln.de - 2 - der Verkehrsteilnehmenden und deswegen besonders schützenswert. Auch Kinder sollen in einer Stadt aufwachsen, in der sie sich sicher zu Fuß bewegen und früh allein ihren Schulweg bewältigen können. Die Umschaltung der Ampeln soll zunächst für ein Jahr getestet werden, um zu erfahren, wie sich die Lage in den jeweiligen Straßen verändert und ob sich dieses Konzept eignet, um beispielsweise Raser Hotspots zu entschärfen. gez. Karina Syndicus, Fraktionsvorsitzende
Sachstandsbericht Rat /Ausschuss 12/2024
3658 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
III/III
Vorlagen-Nummer
AN/1345/2023
Stand: 08.11.2024
Sachstandsbericht
Bedarfsampeln nach echtem Bedarf
Beschluss:
Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, welche Fußgängerampeln in Köln auf „Dauergrün“
für den Fußverkehr bei vorgelagerter Anforderung annähender Fahrzeuge umgestellt werden
können, um eine flüssige und attraktive Fußverkehrsführung zu erlauben. Möglich ist auch
eine nur in den Randzeiten angepasste Ampelschaltung. Die Ergebnisse der Prüfung sind
auch mit den jeweils zuständigen Bezirksvertretungen abzustimmen.
Nach einem Jahr nach jeweiliger Inbetriebnahme wird seitens der Verwaltung ausgewertet, ob
sich die Verkehrslage in den Punkten Wartezeit, Sicherheit und Verkehrsfluss verändert hat
und ob dieses Konzept weitergeführt bzw. ausgeweitet werden kann.
Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Den Auftrag zur Prüfung eines Einsatzbereichs von Fußgängerschutzanlagen (FSA) in der Be-
triebsart „Dauergrün“ für den Fußverkehr wurde durch das Amt für Verkehrsmanagement durch-
geführt. Hierzu wurden zwei Örtlichkeiten im Stadtgebiet identifiziert, welche den sinnvollen
Rahmenbedingungen bezüglich des Fuß- und Fahrverkehrsaufkommens entsprechen:
Zülpicher Straße / Freiligrathstraße in Köln-Sülz
Schnellweider Straße / Musäusstraße in Köln-Holweide
Im Rahmen einer in Kooperation mit der Technischen Hochschule Köln erstellten Bachelorar-
beit wurde untersucht, in wie weit das Szenario „Dauergrün“ für den Fußverkehr hinsichtlich des
Kriteriums der mittleren Wartezeit eine Optimierung für den Fußverkehr darstellt.
Insgesamt wurden drei Szenarien untersucht, ausgewertet und miteinander verglichen:
Szenario 1: Dauergrün für den Kfz-Verkehr mit der Möglichkeit, dass der Kfz-Verkehr
seine Grünzeit bei Bedarf verlängert (Standard-Betriebsart)
Szenario 2: Dauergrün für den Fußverkehr (Kfz-Verkehr erhält Grün nur auf Anforde-
rung)
2
Szenario 3: Sofortgrün für den Fußverkehr (wie Szenario 1, aber ohne die Möglichkeit,
dass der Kfz-Verkehr seine Grünzeit verlängern kann)
Szenario 3 wurde zur Erhöhung der Vergleichbarkeit mit in den Umfang der Untersuchung auf-
genommen.
Für die Untersuchung des Szenarios 2 war es erforderlich, das Erfassungssystem der beiden
Lichtsignalanlagen zu erweitern, da dem Kfz-Verkehr die Möglichkeit einer Anforderung gege-
ben werden muss und dies nicht zur Standardausstattung einer Fußgängerschutzanlage ge-
hört.
Die Bachelorarbeit kam zu den Ergebnissen, dass:
die Einrichtung „Dauergrün“ für den Fußverkehr nur an Stellen mit hohem Fußverkehrs-
und sehr geringem Fahrverkehrsaufkommen sinnvoll ist.
insgesamt eine „Sofort -Grün-Schaltung“ (Szenario 3) am fußverkehrsfreundlichsten
wahrgenommen wird.
die jeweilige Steuerungsart immer in Abhängigkeit von der Örtlichkeit und dem Ver-
kehrsaufkommen zu wählen ist.
Die testweise Schaltung des „Fußverkehr Dauergrün“-Szenarios führte an der Lichtsignalanlage
Schnellweider Straße / Musäusstraße in Köln-Holweide zu einer Anfrage der Bezirksvertretung
Mülheim (vgl. AN/0228/2024). Hier wurde nach dem Sinn und gleichzeitig nach der Rückab-
wicklung der „Schikaneschaltungen bei Lichtsignalanlagen für den Kraftverkehr“ gefragt.
Alle zukünftigen Steuerungen von Fußgängerschutzanlagen werden grundsätzlich mit der Be-
triebsart der Szenarien 1 und 3 ausgestattet und jeweils tageszeitabhängig geschaltet. In Ein-
zelfällen wird an sinnvollen Stellen auch der Einsatz der Betriebsart des Szenarios 2 berück-
sichtigt.
Nächste Schritte:
Keine
Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für den:
-
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1345/2023
- Typ
- Die PARTEI Antrag nach § 3
- Datum
- 09.08.2023
- Erstellt
- 08.08.2023 18:11