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A-R/0034/2021

Urbanes Grün als Ressource für Mensch und Umwelt –Stadtklima verbessern, Grünoasen schaffen

Antrag an den Rat 04.05.2021

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a-r-0034-2021-CDU-Stadtklima Grünoasen

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a-r-0034-2021-CDU-Stadtklima Grünoasen

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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0034/2021 
 
 
RATSANTRAG 
 
 Münster, 03.05.2021 
Urbanes Grün als Ressource für Mensch und 
Umwelt –Stadtklima verbessern, Grünoasen 
schaffen 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
1. Die Verwaltung entwickelt ein Konzept zur ökologischen Aufwertung von urbanen 
Plätzen in allen Stadtteilen. 
2. Ziel ist die Verbesserung des Stadtklimas, Erhöhung der Lebens- und 
Aufenthaltsqualität in der gesamten Stadt sowie Förderung des nachbarschaftlichen 
Miteinanders. Dafür werden städtische Plätze umgestaltet und durch Grünpflanzung, 
Begrünung von Fassaden und Dächern, Schaffung von attraktiven 
Aufenthaltsräumen, Einbindung an Wasserquellen und Brunnen und Einrichtung von 
„Urban Gardening“ ökologisch aufgewertet. 
3. Private Eigentümer sollen eingeladen werden, sich am Konzept zu beteiligen. 
4. Ein Umsetzungs- und Kostenplan ist aufzustellen. Passende Förderprogramme des 
Bundes oder des Landes (z.B. Förderaufruf „grüne Infrastruktur“) sind dabei zu 
prüfen. 
 
Begründung: 
Die Bedeutung einer „grünen Architektur“ nimmt zu. Sie steigert die Wohnqualität, fördert 
Freizeit, Sport und Erholung und kann damit den sozialen Zusammenhalt und die 
gesellschaftliche Teilhabe stärken. Sogar Brachen und Baulücken tragen auf ihre Weise zu 
urbaner Wildnis bei. Mit „Urban Gardening“, Gemeinschaftsgärten, bepflanzten 
Baumscheiben und Aktionstagen zur Parkpflege können sich die Anwohnerinnen und 
Anwohner aktiv in die Gestaltung und Pflege ihrer Umgebung einbringen. Stadtgrün 
reguliert die Temperatur, reinigt die Luft und wirkt sich damit positiv auf das Stadtklima und 
die Gesundheit aus. Grünflächen dämpfen Lärm, sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen 
und tragen so zum Artenschutz und zum Erhalt der Biodiversität bei, sind Reserveflächen 
für Hochwasser- beziehungsweise Starkregenereignisse, leisten einen Beitrag zur 
Grundwasserneubildung und zum Bodenschutz.  
Ein nicht zu vernachlässigender Faktor in Städten ist die anthropogene Wärmeerzeugung. 
Die negativen Faktoren des Stadtklimas (höhere Temperaturen, Luftunreinheit, 
Schadstoffbelastung) tragen zum bioklimatologischen Belastungscharakter des Stadtklimas 
bei. Besonders problematisch ist für viele Städte eine starke Überhitzung im Sommer: 
Stein- und Betonflächen heizen sich auf, die Temperaturen vor allem im Stadtzentrum

können mehrere Grad über denen im Umland liegen. Kombiniert mit Feinstaub- und 
Ozonbelastung entsteht ein gefährlicher Mix. 
Untersuchungen (Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und 
Verbraucherschutz des Landes NRW) haben gezeigt, dass sich erst ab einer Grünfläche von 
2,5 ha wesentliche Kühlungseffekte messen lassen. Aber auch kleinere Grünflächen sollen 
- stadträumlich sinnvoll angeordnet - angestrebt werden. So lässt sich zumindest eine 
Reduzierung des Wärmeinseleffekts erreichen. 
Platzmangel behindert häufig die Schaffung von innerstädtischen Grünflächen, deshalb 
sollten auch unkonventionelle Möglichkeiten, wie beispielsweise das Begrünen von 
Straßenseiten mit Begleitgrün umgesetzt werden, damit möglichst viele Vegetationsflächen 
geschaffen werden können. Ihre ökologischen Effekte sind zwar geringer als die von 
Bäumen und Sträuchern, dennoch fördern sie zeitverzögerten Niederschlagsabfluss, 
Verdunstung und Abkühlung. 
Die richtige Auswahl der Materialen kann darüber entscheiden, ob und wie sehr sich ein 
Platz aufwärmt. Versiegelte Flächen sollen dort, wo möglich, entsiegelt und 
wasserdurchlässig befestigt werden. Durch den Einsatz von "Stadtmöbeln" können 
verschiedene Funktionen im öffentlichen Raum - teilweise gleichzeitig – erfüllt werden: Sie 
können dem Verweilen, der Erholung oder zum Spielen dienen, können als Abtrennung 
fungieren oder eine Schutzfunktion haben, Ordnung erzeugen ebenso wie Werbeträger sein. 
Wünschenswert sind Schattenbereiche, freistehende Spielgeräte und eine freie Fläche als 
Spiel- und Begegnungszone. Bei der Raumteilung ist auf Angsträume zu achten. 
Je nach Umfeld ist abzustimmen, wie viel Fläche für die unterschiedlichen Nutzungen 
gestaltet wird. Auch gastronomische Angebote sollen als besondere Plätze zum Verweilen 
berücksichtigt werden. Ein zentraler Aspekt der Plätze soll ihre Multifunktionalität, den 
Bedürfnissen unterschiedlicher Nutzergruppen angepasst sein. Ein Beispiel für eine solche 
Multifunktionalität ist das Weiner Projekt „einfach-mehrfach“. Das Projekt will bestehende 
Konflikte durch neue Angebote reduzieren und Gemeinschaftssinn und Teilhabe fördern. Es 
spart der Stadt und damit den SteuerzahlerInnen Kosten und schont Ressourcen, indem 
Flächen effizient genutzt werden.  
Pflanzkonzepte müssen ökologisch standortangepasst sein, aber auch funktional begründet 
sein. Zu berücksichtigen sind u.a. die Struktur, Gestaltung, ökologische Funktionen und 
Stadtverträglichkeit der Bepflanzung. Bei der Bepflanzung ist auf die geringe 
Pflegeintensität und die daran geknüpften Folgekosten zu achten. 
Der vorliegende Antrag knüpft an den bereits im September 2019 eingereichten Antrag 
„Wasser im urbanen Raum – Lebenselixier für Mensch und Natur“ an und entwickelt die 
dort formulierten Ziele weiter. 
 
gez. 
Stefan Weber und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

19.05.2021 Hauptausschuss
TOP 2.24.4 (Entsch. § 60 Abs. 2 GO NRW, epidemische Lage) Entscheidung

Beschluss: verwiesen

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Details

Aktenzeichen
A-R/0034/2021
Typ
Antrag an den Rat
Datum
04.05.2021
Erstellt
04.05.2021 16:15