V/0578/2007/1
Standortuntersuchung für innenstadtnahe Aufstellplätze für Wohnmobil-Touristen
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Anlage 2 Standortuntersuchung
12513 Zeichen
Anlage 2
zur Vorlage 578/2007 1
Stand 07.05.2008
1
Standortuntersuchung „Stellplätze für Wohnmobile in der Stadt Münster“
2007 / 2008
Konzeption für Münster
Die Konzeption für ein Angebot an speziellen Stellplätzen für Reisemobile im Stadtgebiet von
Münster geht von einem dezentralen Angebot von Stel lplätzen an verschiedenen Standorten
und mit unterschiedlicher Ausstattung aus. Damit wi rd auch den unterschiedlichen Zielset-
zungen und Erwartungen der Besucher Rechnung getrag en, die Münster mit einem Reise-
mobil anfahren.
1. Innenstadtnahe Standorte
Manche Besucher statten Münster nur einen Kurzbesuc h ab, um z. B. eine aktuelle Ausstel-
lung oder ein Museum zu besuchen, und suchen daher einen ausreichend großen Parkplatz
am Rande der Innenstadt. Dabei ist zu unterscheiden nach Standorten, die zwar innenstadt-
nah gelegen sind, sich aber wegen der Lage in unmit telbarer Nähe von Hauptverkehrsstra-
ßen im Allgemeinen nicht für eine Übernachtung eign en. Hier würde die entsprechende Aus-
schilderung bzw. Abmarkierung zur Reservierung für Reisemobile genügen. Eine weiterge-
hende technische Ausstattung der Standorte (z. B. S tromanschluss, Frischwasseranschluss,
Entsorgungsmöglichkeit) ist nicht erforderlich. Ins gesamt wurden 5 Standorte dieser Katego-
rie untersucht. Dabei wurde der Standort
1 Parkplatz Albersloher Weg / Hafenstraße
als geeignet und kurzfristig umsetzbar eingestuft (s. auch Anlage 3).
Ein anderer innenstadtnah gelegener, nicht unmittel bar an eine Hauptverkehrsstraße an-
grenzender Standort kommt auch für eine Übernachtun g in Betracht. Daher sollte dieser
Platz idealerweise mittels Münz-Automaten über eine Strom- bzw. Frischwasserversorgung
verfügen bzw. zumindest die technischen Voraussetzu ngen erfüllen, diesen Standort zu ei-
nem späteren Zeitpunkt ggf. entsprechend nachrüsten zu können. Der Standort
4 Parkplatz Stadtbad Ost, Mauritz-Lindenweg
wurde als geeignet und kurzfristig umsetzbar eingestuft (s. auch Anlage 3).
2. Hochwertige Standorte (Vollausstattung „Reisemo bilhafen“, TopPlatz-Standard)
Manche Reisemobilisten möchten sich in Münster für einige Tage aufhalten und suchen
nach einem Reisemobilhafen mit möglichst optimaler, vollständiger Ausstattung, eingebettet
in ein eher landschaftlich geprägtes Umfeld, von wo aus die Besucher Münster mit dem
Fahrrad, mit dem ÖPNV oder zu Fuß erkunden können, der aber auch über genügend Auf-
enthaltsqualität auf dem Platz selbst bzw. in seine r unmittelbaren Umgebung verfügt. Wün-
schenswert wäre hier eine TopPlatz -Ausstattung (s. u.). Einige Standorte verfügen übe r die
Möglichkeit, wegen der Nachbarschaft zu einer beste henden Freizeitanlage ggf. Angebote
dieser Einrichtungen (z. B. Sanitäreinrichtungen, g gf. kombiniert mit gastronomischer Ein-
richtung) mitnutzen zu können.
Untersucht wurden folgende Standorte:
5 Parkplatz Mühlenhof (Theo-Breider-Weg)
10 Landfahrerplatz Steinfurter Straße 502
11 Sportplatz Nr. 6, Sportpark Sentruper Höhe
6 Freifläche Coppenrathsweg / Wilhelmshavenufer
In diesem Zusammenhang wurde auch die bereits beste hende Stellplatzanlage für Reise-
mobile vor dem Campingplatz Münster (Stapelskotten) zum Vergleich in die Untersuchung
einbezogen.
Anlage 2
zur Vorlage 578/2007 1
Stand 07.05.2008
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Wünschenswerte Ausstattung
Die Planungshilfe für Wohnmobilstellplätze des Deutschen Tourismusverbands (DTV) listet
alle aktuell wünschenswerten Anforderungen und Auss tattungsmerkmale bei der Einrichtung
eines Reisemobilhafens
auf.
Das Grundstück eines Reisemobilhafens
sollte über folgende Anschlüsse verfügen:
Stromversorgung : Ausreichend Stromanschlüsse der Norm VDE 0100 mit einer ausrei-
chenden Stromabsicherung mit 16 Ampere;
Frischwasserversorgung : Wasserentnahmestellen, ausgestattet mit ¾-Zoll-Gewinde;
Kanalanschluss zur Abwasserentsorgung .
Die Strom- und Frischwasserversorgung erfolgt üblicherweise über Münz-Automaten.
Die Standplätze sollten eben und mit einer guten Ob erflächenentwässerung/-versickerung
versehen sein. Die Tragfähigkeit des Untergrunds sollte mindestens für Fahrzeuge mit einem
Gesamtgewicht von 3,5 t, besser 7,5 t ausgelegt sei n; diesem Gewichtsspektrum entspricht
die große Mehrheit der aktuell gefahrenen Reisemobile.
Als bisher einziger Standort im Stadtgebiet Münster verfügt die bestehende Stellplatzanlage
für Reisemobile vor dem Campingplatz Münster in Han dorf-Stapelskotten über eine vollstän-
dige Ver- und Entsorgungsausstattung. Leider verfüg t der Standort über nur wenige Stell-
plätze (ca. 20), ersatzweise kann aber auch der ben achbarte Campingplatz angefahren wer-
den.
Flächenbedarf
Der Deutsche Tourismusverband (DTV) geht von einer optimalen Flächenversorgung für
Wohnmobile bei einer Abmessung je Stellplatz von 5 x 10 m = 50 m² zzgl. Erschließung (ca.
25 – 35 m²) aus, so dass brutto je Stellplatz ein F lächenbedarf von ca. 80 m² besteht. Dies
bedeutet, dass für die Errichtung eines Reisemobilh afens mit z. B. 50 Stellplätzen eine
Grundstücksfläche von ca. 4.000 m² erforderlich ist.
Nach neuesten Erkenntnissen der TopPlatz-Geschäftsf ührung ist ein Reisemobilhafen dann
wirtschaftlich tragfähig, wenn er 50 Stellplätze oder mehr aufweist. Aber viele Kommunen mit
Reisemobilhäfen an geeigneten Standorten hätten in der jüngeren Vergangenheit die Erfah-
rung gemacht, einen Reisemobilhafen mit einem Angebot von nur ca. 50 Stellplätzen für Rei-
semobile eher zu klein dimensioniert zu haben, ohne dass vor Ort die Möglichkeit einer Er-
weiterung der Kapazitäten bestand. Ein Standort in ereignisnaher Lage sollte daher heute
eher eine Kapazität von ca. 100 Stellplätzen aufwei sen, verbunden mit großzügig geschnit-
tenen Stellplätzen (8 x 10 m oder 7 x 11 m) in gefä lliger Verteilung der Stellplätze (eher
Schleifen- statt Raster-Erschließung) und mit breit en Fahrgassen. Hierfür wird dafür eine
Mindestfläche von ca. 10.000 m² benötigt.
TopPlatz - Standard
TopPlatz ist die erste Qualitätsmarke (Gütesiegel) der deut schen Reisemobilwirtschaft 1 spe-
ziell für Reisemobil-Stellplätze in Deutschland, zu der zzt. 52 entsprechend ausgezeichnete
Reisemobilhäfen zählen. Das Gütesiegel TopPlatz ver spricht eine touristisch attraktive Lage,
eine moderne, anspruchsvolle Stellplatzgestaltung ( d. h. großzügige Parzellierung, keine
störenden Pkw, Busse oder Lkw), eine ausgezeichnete Gästebetreuung durch den Betreiber.
Umweltgerechte Ver- und Entsorgungseinrichtungen, S tromanschlüsse, Info-Tafeln und
Mülleimer sind selbstverständlich.
Nur Reisemobilhäfen, die den strengen Anforderungen des Kriterienkatalogs genügen, tra-
gen die Qualitätsmarke TopPlatz. Durch eine jährlic he Vor-Ort-Überprüfung wird der Quali-
1 Die Firmen Hymer, Reinert, Truma und Waeco betreiben gemeinsam als Partner die Firma IRMA –
Gesellschaft für innovatives Regionalmarketing mbH, Nürnberg, die die Herausgeberin der Qualitäts-
marke TopPlatz ist; s. auch www.top-platz.de
Anlage 2
zur Vorlage 578/2007 1
Stand 07.05.2008
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tätsstandard gewährleistet. Bei der Gewichtung der fünf wichtigsten Faktoren für die Stell-
platzbewertung – Lage, Konzeption, Ausstattung, Fre izeitwert und Service – steht für
TopPlatz die reisemobilgerechte Konzeption des Stel lplatzes im Vordergrund. Dazu zählen
zunächst einmal die ruhige und zugleich ereignisnah e Lage (rd. die Hälfte der TopPlätze
liegen unmittelbar am Wasser (Fluss, Kanal, See, Me er), außerdem der Zuschnitt des Stell-
platzes mit befestigten, großzügig dimensionierten Übernachtungsflächen ohne Störungen
durch andere Verkehrsteilnehmer. Die Ausstattung ha t hinsichtlich der Bewertung geringere
Bedeutung, denn Ver- und Entsorgungseinrichtungen sollten heute selbstverständlich sein.
Das Fehlen bzw. die Beeinträchtigung eines der Bewe rtungskriterien - Ruhe - Kapazität -
Separater Platz - Funktionalität von Ver- u. Entsor gung - Müllcontainer - Info-Tafel - führt bei
der TopPlatz-Bewertung wegen Nichterfüllung zum Ausschluss.
Die beiden Münster nächstgelegenen, bestehenden TopPlätze sind:
Greven, Camp Marina Alte Fahrt Fuestrup (privat) u nd
Dorsten, Reisemobilhafen An der Lippe (städtisch).
3. Ergebnisse
3.1 Innenstadtnahe Standorte
Insgesamt wurden die Standorte 1 und 4 für die Reservierung innenstadtnah gelegener Rei-
semobil-Stellplätze als geeignet eingestuft (s. auch Lageplan). Teilwe ise sind jedoch einige
Standorte mit Einschränkungen verbunden, z. B. durc h die Beschränkung auf eine max. zu-
lässige Fahrzeuglänge.
1 Parkplatz Albersloher Weg / Hafenstraße
Der Parkplatz hat eine Kapazität von 83 Pkw-STP.
Auf 14 vorh. Pkw-STP können 6 Reisemobil-STP geschaffen werden
Aufgrund gegebener Platzverhältnisse muss die Nutzung auf eine Reisemobillän-
ge von max. 8 m beschränkt werden.
Es verbleiben 69 allgemein verfügbare Pkw-STP.
4 Stadtbad Ost, Mauritz-Lindenweg
Der Parkplatz hat eine Kapazität von ca. 223 Pkw-STP zzgl. Sonderparkplätzen.
Auf 18 vorh. Pkw-STP können 6 Reisemobil-STP geschaffen werden.
Der Standort ist insbesondere auch für große bzw. lange Reisemobile geeignet.
Es verbleiben ca. 205 allgemein verfügbare Pkw-STP.
Die Reisemobil-Konzeption Münster sieht vor, vertei lt auf zwei innenstadtnahe Stand-
orte insgesamt 12 Reisemobil-Stellplätze zu reservi eren. Dadurch werden insgesamt
32 vorhandene Pkw-STP der allgemeinen Nutzung entzo gen, die jedoch nach Ein-
schätzung der Fachverwaltung entbehrlich sind.
Auch bestehen für die einzuziehenden Stellplätze ke ine Einschränkungen durch z. B. För-
dermittel (GVFG), Ablösebeträge oder sonstige Bindungen.
Die Einrichtung der reservierten Reisemobil-Stellpl ätze an den o. a. Standorten erfordert
notwendige Umsetzungsmaßnahmen durch die Verwaltung bzw. andere Akteure, die in der
Anlage 3 standortspezifisch aufgelistet werden.
Die vorgeschlagenen innenstadtnahen Standorte diene n ausschließlich der Nutzung Parken.
Alle vorgeschlagenen Standorte verfügen zwar über d ie erforderlichen Anschlussleitungen
(Strom, Wasser, Schmutzwasserkanal), um ggf. nachtr äglich die Reisemobilstellplätze mit
zusätzlicher technischer Infrastruktur ausstatten z u können. Diese Zusatzausstattung erfor-
dert jedoch zusätzliche Finanzmittel und dürfte sic h bei einem nur geringen Reisemobil-Stell-
platzangebot kaum als rentierlich erweisen. Viele R eisemobilisten sind zudem nicht zwin-
gend auf diese Infrastruktur angewiesen.
Anlage 2
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Stand 07.05.2008
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Zumindest aber alle Stellplatz-Anlagen für Reisemob ile sollten mit Informationstafeln verse-
hen werden, die zumindest Auskunft geben über folgende Sachverhalte:
Standorte und Anfahrweg weiterer benachbarter Reis emobil-Stellplätze, auch mit
nicht reservierten Wohnmobil-Stellplätzen,
Standort der nächsten Ver- und Entsorgungsstation (bisher nur Campingplatz Müns-
ter, Handorf-Stapelskotten),
Hinweis auf den nächstgelegenen Reisemobilhafen mi t Vollausstattung bzw. auf
Campingplätze.
Gemäß einer Empfehlung des Deutschen Tourismusverba nds e. V. (DTV) 2 sollten die Infor-
mationstafeln, die auf Reisemobilhäfen sowie an res ervierten Stellplätzen aufgestellt werden
sollten, außerdem über folgende Angaben informieren:
Stellplatzbetreiber
ggf. Stellplatzgebühr
Stellplatzordnung
Notrufinformationen
Umgebungsplan / Stadtplan
Fahrpläne / Hinweise zum öffentlichen Nahverkehr
Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten
Rad- und Wanderwege
Touristische Attraktionen
Tourist-Informationen.
3.2 Hochwertige Standorte (Reisemobilhafen)
Für die Errichtung eines hochwertigen Reisemobilhaf ens mit einer Ausstattung gemäß dem
TopPlatz-Standard kommt auch nach erneuter Prüfung nur der Standort 6 Coppenrathsweg /
Wilhelmshavenufer in Betracht. Aus der Anlage 3 ist die standortspezifische Beschreibung
bzw. Bewertung ersichtlich und es werden die zur Zi elerreichung erforderlichen weiteren
Handlungsschritte aufgelistet.
Das Flächenangebot ermöglicht die Errichtung eines Reisemobilhafens mit mindes-
tens 150 Reisemobil-Stellplätzen (je 80 m² Bruttofläche).
Anlage: Lageplan „Standortübersicht“
2 Deutschen Tourismusverbands e. V. (DTV) Planungshilfe für Wohnmobilstellplätze vom 30.08.2005
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Stand 07.05.2008
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Anlage 3 Standortbewertung
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Anlage 3
zur Vorlage 578/2007/1
Stand 08.05.2008
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Standortuntersuchung „Stellplätze für Wohnmobile in der Stadt Münster“
2007 / 2008
- Standortbewertung -
Anlage 3
zur Vorlage 578/2007/1
Stand 08.05.2008
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Bestand / Freizeitorientierter Standort
Campingplatz Münster (Handorf-Stapelskotten; vor dem Tor)
Kriterien Bewertung / Kommentar
Fläche
(Gem. St. Mauritz, Flur 35, Flurstücke 196)
ca. 2.375 m²
Kapazität (Anzahl Stellplätze)
Kosten
(Reisemobil + 2 Personen, Strom)
ca. 20 Stellplätze; Kosten pauschal 15,- €/Nacht,
dafür können alle Einrichtungen des Campingplatzes mitbe-
nutzt werden.
Eigentumsverhältnisse
Stadt Münster, Aufstellfläche vor dem Tor durch gesonderten
Vertrag dem Campingplatz zur Verfügung gestellt.
Planungsrecht /
rechtlicher Status
B-Plan Nr. 316: Öffentliche Grünfläche -Parkanlage- sowie
Verkehrsfläche -Parkplatz-
Technischer Erschließungs-
aufwand
Wasser
Strom
Entsorgung (Kanal)
Ver- und Entsorgungsanlage vorhanden
Erreichbarkeit
Lage im
Hauptverkehrsstraßennetz
Lagegunst Altstadt
Anbindung ÖPNV/Altstadt
Anbindung Rad
Lage unmittelbar an Münsterstr. (verlängerte Wolbecker Str.,
L 793) mit Anbindung an B 51, ca. 2 km westlich;
Entfernung zur Altstadt (I. Ring) ca. 4,5 km;
Versch. Buslinien, Haltestelle Freibad Stapelskotten, Fahrzeit
bis MS-Hbf. ca. 15 Min.;
Standort liegt sowohl unmittelbar an Primär- als auch
Sekundär-Radwegenetz
Natürliche Standorteigenschaften
Ruhe
Wassernähe
Landschaftliche Einbindung
Sehr ruhiger Standort
an der Werse gelegen,
Lage im Landschaftsraum „Werseniederung“, grenzt an LSG;
Lage im Freizeit- u. Erholungsschwerpunkt mit Freibad
Stapelskotten
Restriktionen
Nur begrenzte Stellplatzkapazität (ca. 20 STP)
Standorteignung für Reisemobile
Standort ist gut geeignet
Anlage 3
zur Vorlage 578/2007/1
Stand 08.05.2008
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zur Vorlage 578/2007/1
Stand 08.05.2008
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Innenstadtnaher Standort - lauter Standort für Tagesparken -
Standort 1 Parkplatz Albersloher Weg / Ecke Hafenstr aße / Hansaring
Kriterien Bewertung / Kommentar
Fläche
(Gem. Münster, Flur 148, Flurstück 457, 458)
3.351 m²
Bestand
Kapazität (Anzahl Stellplätze)
Fläche teilweise als Anwohnerparkplätze genutzt; Schild:
Beschränkung auf Pkw-Nutzung, keine Beleuchtung vorh.;
aktuelles Stellplatzangebot: 83 Pkw-Stellplätze
Eigentumsverhältnisse
Stadt Münster; Betreiber Westfalenfleiß
Planungsrecht /
rechtlicher Status
Unbeplanter Innenbereich (§ 34);
FNP: gemischte Baufläche
Technischer Erschließungs-
aufwand
Wasser
Strom
Entsorgung (Kanal)
Strom- und Wasseranschlussmöglichkeiten bestehen vor Ort;
SW-Kanal im Albersloher Weg, Mischwasser-Kanal in
Hansaring vorhanden
Erreichbarkeit
Lage im
Hauptverkehrsstraßennetz
Lagegunst Altstadt
Anbindung ÖPNV/Altstadt
Anbindung Rad
Lage unmittelbar an II. Tangentenring (Hansaring) mit Anbin-
dung über Albersloher Weg; erreichbar jedoch nur über
Albersloher Weg in Richtung stadtauswärts !
Altstadt in fußläufiger Entfernung (ca. 1.500 m über Bremer-/
Hbf/Windhorststraße zum Prinzipalmarkt);
Über benachbarte Haltestelle „Hansaring“ (mehrere Bus-
linien) in ca. 7 Min. bis Altstadt/ Bült bzw. ca. 9 Min. bis
Prinzipalmarkt. Anbindung Fahrrad s. fußläufige Anbindung
Natürliche Standorteigenschaften
Ruhe – Wassernähe -
Landschaftliche Einbindung
Kriterien für Nutzung „innenstadtnaher Tagesparkplatz“
nicht relevant
Restriktionen
Eingeschränkte Erreichbarkeit (nur stadtauswärts anfahrbar),
durch Schrägaufstellung nur begrenzte Kapazität mit 6
Reisemobilstellplätzen möglich
Standorteignung für Reisemobile
Standort ist nur eingeschränkt geeignet
(für Reisemobile bis 8 m Länge)
Vorschlag
Umwandlung von 14 bestehenden Pkw-Stellplätzen (STP, 2,0 m x 5,0 m) zu 5 Reise-
mobil-STP (3,25 m x 8,0-10,0 m) für Reisemobile bis 8 m Länge sowie 1 Reisemobil-
STP (3,25 m x 6,0 m) für Reisemobile bis 6 m Länge. Es verbleiben 69 allgemein
verfügbare Pkw-Stellplätze.
Erforderliche Umsetzungsmaßnahmen
Ummarkierung der mittleren Parkinsel (Vorschlag: a us 14 bestehenden Pkw-
Stellplätzen (STP) werden 6 Reisemobil-STP, Umsetzung Tiefbauamt)
Beschilderung der reservierten Reisemobilstellplät ze, Umsetzung Tiefbauamt
Änderung der Beschilderung der Einfahrt (Parkplatz zugelassen für Pkw sowie
Reisemobile bis max. 8 m Länge), Umsetzung Tiefbauamt
Verhandlungen zur Bewirtschaftung und ggf. Reisemo bil-STP-Nutzung bei STP-
Engpässen; Umsetzung Liegenschaftsamt mit Betreiber (Westfalenfleiß).
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zur Vorlage 578/2007/1
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Anlage 3
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Innenstadtnahe Standorte - ruhige Standorte für ggf. Übernachtung -
Standort 4 Parkplatz Stadtbad Ost
Kriterien Bewertung / Kommentar
Fläche
(Gem. Münster, Flur 140, Flurstücke 107,143)
7.387 m², davon Teilfläche
Bestand
Kapazität (Anzahl Stellplätze)
Zeitgleich mit Bau des Hallenbades Ost wurde der Parkplatz
westlich des Bades erreichtet, der heute ca. 223 Pkw-Stell-
plätze (STP), 5 Behinderten-STP sowie 4 Bus-STP umfasst.
102 STP gelten als erforderlicher STP-Bedarf für das Hallen-
bad Ost. Überhang von ca. 120 STP steht überwiegend zur
Bedarfsdeckung für die benachbarte Schule und die Sport-
einrichtungen zur Verfügung. Der Parkplatz wird nicht bewirt-
schaftet.
Eigentumsverhältnisse
Kinderheim und Waisenhaus St. Mauritz, Erbbaurecht Stadt
Münster, Betreuung Ämter 23 + 66
Planungsrecht /
rechtlicher Status
B-Plan Nr. 299: Verkehrsfläche -Parkplatz-
Technischer Erschließungs-
aufwand
Wasser
Strom
Entsorgung (Kanal)
Strom- und Wasseranschlussmöglichkeiten bestehen im
Mauritz-Lindenweg;
SW-Kanal ist am Stadtbad Ost im Mauritz-Lindenweg sowie
in Manfred-von-Richthofen-Straße vorhanden
Parkplatz ist beleuchtet
Erreichbarkeit
Lage im
Hauptverkehrsstraßennetz
Lagegunst Altstadt
Anbindung ÖPNV/Altstadt
Anbindung Rad
Anbindung an I. Tangentenring (Hohenzollernring) über
Manfred-von-Richthofen-Straße/ Mauritz-Lindenweg.
Entfernung zur Altstadt (Servatiiplatz) ca. 1.800 m.
Anbindung Bus über Haltestelle „08 Stadion“ direkt am
Standort durch Linie 14 (ca. 10 Min. bis Hauptbahnhof, ca. 16
Min. zum Prinzipalmarkt)
Gute Erreichbarkeit der Innenstadt per Fahrrad über ausge-
schilderte, verkehrsberuhigte Nebenstraßen bzw. auf
Radwegen.
Natürliche Standorteigenschaften
Ruhe
Wassernähe
Landschaftliche Einbindung
Ggf. Sport- u. Freizeitlärm von den umliegenden Sportein-
richtungen (Bezirkssportanlage Ost), aber i. d. R. nicht
nachts.
Nutzung im Umfeld (Sport, Schule, Friedhof)
Ja, Nähe zu DEK
Ja, Nähe zu Grünzug entlang DEK, nördlich angrenzend
Friedhof
Sonstiges Angebote u. Einrichtungen des Stadtbades Ost können
mitgenutzt werden (z. B. Sanitäranlagen, Bad); Bad jedoch
nicht jeden Tag geöffnet (an 5 von 7 Wochentagen).
Restriktionen
Vertragliche Einschränkungen durch Rechtsstatus Erbbau-
recht; nach Einschätzung der Verwaltung ändert Ummarkie-
rung u. Reservierung von Pkw-STP zu Reisemobil-STP aber
nicht den Nutzungszweck „Parken“
Standorteignung für Reisemobile Standort ist sehr gut geeignet
Vorschlag
Umwandlung von 18 Pkw-STP (2,5 m x 5 m) zu 6 Reisemobil-STP (3,25-3,5 m x 10m).
Es verbleiben 205 allgemein verfügbare Stellplätze.
Anlage 3
zur Vorlage 578/2007/1
Stand 08.05.2008
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Optional ist eine Ausdehnung (Verdoppelung) auf 12 große Reisemobil-STP denkbar,
wodurch weitere 18 Pkw-STP der allgemeinen Nutzung entzogen würden. Es verblieben
dann noch 187 allgemein verfügbare Stellplätze.
Erforderliche Umsetzungsmaßnahmen
Ummarkierung gem. o. g. Vorschlag, Umsetzung Tiefb auamt
Beschilderung der reservierten Reisemobil-STP, Ums etzung Tiefbauamt
Änderung der Beschilderung der Einfahrt (Parkplatz zugelassen für Pkw sowie
Reisemobile) , Umsetzung Tiefbauamt
ggf. Verhandlungen zu Hallenbad-Nutzungsangeboten für Reisemobilisten;
Anlage 3
zur Vorlage 578/2007/1
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Freizeitorientierter Standort / Hochwertiger Standort
Standort 6 Coppenrathsweg / Wilhelmshavenufer
Kriterien Bewertung / Kommentar
Fläche
(Gem. MS, Flur 127, Flurstück 218)
15.792 m²
Kapazität (Anzahl Stellplätze)
Flächenangebot ermöglicht die Errichtung eines TopPlatz-
Reisemobilhafens mit mindestens 150 Stellplätzen (je 80 m²
Bruttofläche)
Eigentumsverhältnisse
Bundesrepublik Deutschland, Bundeswasserstraßen-
verwaltung; Eigentümerin hat die Entbehrlichkeit der
Fläche für eigene Belange erklärt u. ist zu einer Veräuße-
rung der Fläche bereit.
Planungsrecht /
rechtlicher Status
Außenbereich (§ 35); FNP: Grünfläche mit mehreren
Zweckbestimmungen, u.a. Sportplatz, Parkanlage u. Dauer-
kleingärten; gem. Grünordnung Münster geplanter Freizeit-
und Erholungsschwerpunkt
Technischer Erschließungs-
aufwand
Wasser
Strom
Entsorgung (Kanal)
Strom- und Wasseranschlussmöglichkeiten bestehen im
Coppenrathsweg;
SW-Kanal ist im Coppenrathsweg sowie in der Straße
Wilhelmshavenufer vorhanden
Erreichbarkeit
Lage im
Hauptverkehrsstraßennetz
Lagegunst Altstadt
Anbindung ÖPNV/Altstadt
Anbindung Rad
Gute Anbindung schon jetzt über Straße Wilhelmshaven-
ufer/Warendorfer Straße; nach Realisierung der B 481n
(Planfeststellungsverfahren läuft) auch gute Anbindung an
B 51 und B 481n über neue geplante Zufahrt Wilhelms-
havenufer/Warendorfer Straße;
die Altstadt ist per Rad entlang DEK und Warendorfer Str.
bzw. Prozessionsweg gut erreichbar;
die nächste Bushaltestelle „Pulverschuppen“ (Warendorfer
Str., mehrere Buslinien) ist ca. 800 m entfernt;
Natürliche Standorteigenschaften
Ruhe
Wassernähe
Landschaftliche Einbindung
Ruhige Lage in direkter Wassernähe (Schleuse DEK,
Schiffsverkehrslärm) mit landschaftlicher Einbindung; Lage
in einem Freizeit- u. Erholungsschwerpunkt mit angrenzen-
den Sporteinrichtungen
Restriktionen
Ggf. Sport- und Freizeitlärm; gem. DIN 18005, Teil 1, gilt für
Campingplätze ein Lärmschutz-Orientierungswert von 55
dB tagsüber und von 40 dB nachts, vergleichbar mit
Einstufung allgemeines Wohngebiet (WA). Nutzung ist nach
verwaltungsinterner Ersteinschätzung jedoch möglich.
Standorteignung für Reisemobile
Standort ist für die Nutzung als freizeitorientierter,
hochwertiger Reisemobilhafen (TopPlatz-
Standard) sehr gut geeignet.
Nutzungs-Vorschlag
Ziel: Errichtung eines hochwertigen Reisemobilhafens durch einen privaten Investor.
Erforderliche Umsetzungsmaßnahmen
Sofern weiterhin Interesse von Seiten privater Inte ressenten besteht, Kontaktvermittlung zu
Eigentümerin und – gemeinsam mit Verwaltung – Erarbeitung eines Realisierungskonzeptes.
Anlage 3
zur Vorlage 578/2007/1
Stand 08.05.2008
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Hauptvorlage V/0578/2007 mit Anlagen
11722 Zeichen
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Vorlagen-Nr.:
V/0578/2007
Öffentliche Beschlussvorlage
Auskunft erteilt:
Herr Krause-Kämereit
Ruf:
492 61 11
E-Mail:
Krause-Kaemereit@stadt-
muenster.de
Datum:
11.09.2007
Betrifft
Standortuntersuchung für innenstadtnahe Aufstellplätze für Wohnmobil-Touristen
Beratungsfolge
11.10.2007 Bezirksvertretung Münster-Ost Anhörung
16.10.2007 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
18.10.2007 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung
18.10.2007 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung
24.10.2007 Hauptausschuss Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, zeitnah an den Standorten
Parkplatz Albersloher Weg / Hafenstraße
Parkplatz „Coesfelder Kreuz“, Domagkstraße.
Parkplatz Stadtbad Ost, Mauritz-Lindenweg
reservierte Stellplätze für Reisemobile einzurichten.
Die Verwaltung führt dazu die standortspezifisch notwendigen Umsetzungsmaßnahmen durch
(Anlage 2).
2. Da die Anzahl der zu schaffenden reservierten Reisemobil-Stellplätze gem. Beschlusspunkt 1.
begrenzt ist, werden Reisemobile auch zukünftig auf weitere, nicht reservierte Ausweichstan-
dorte im weiteren Innenstadtbereich angewiesen sein, wie sie bereits heute auch überwiegend
genutzt werden. Die Verwaltung wird beauftragt, an den unter Beschlusspunkt 1. genannten
Standorten durch Informationstafeln u. a. auch auf diese Ausweichstandorte hinzuweisen.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, alle erforderlichen Schritte einzuleiten, damit am
Standort Coppenrathsweg / Wilhelmshavenufer
mittelfristig ein vollausgestatteter, hochwertiger Reisemobilhafen durch einen privaten Investor
errichtet und betrieben werden kann.
II. Kosten/Folgekosten
Die Finanzierung der unter den Beschlusspunkten 1. und 2. aufgeführten Umsetzungsmaß-
nahmen erfolgt über Mittel aus dem laufenden Haushalt des Amtes 66. Die Kosten zur Um-
setzung des Beschlussvorschlages 1. belaufen sich auf ca. 5.000,- €.
V/0578/2007
- 2 -
Begründung:
Ausgangssituation
In der Stadt Münster gibt es lediglich vor dem Campingplatz Stapelskotten einen ausgewiesenen
Übernachtungsplatz mit einer Stellfläche für etwa 20 Wohnmobile. Eine Ver- und Entsorgungs-
Servicestelle befindet sich direkt am Platz und die Sanitäreinrichtungen des Campingplatzes dür-
fen mitgenutzt werden. Mit diesem, dem Campingplatz Stapelskotten angegliederten Übernach-
tungsplatz verfügt die Stadt Münster zwar über einen Anlaufpunkt für Reisemobilisten, der jedoch
relativ weit von der Innenstadt von Münster als dem touristischen Hauptziel entfernt liegt. Mit der
„Camp Marina Alte Fahrt Fuestrup“ in Greven-Fuestrup am Dortmund-Ems-Kanal besteht knapp
außerhalb des Stadtgebietes (Schifffahrter Damm) ein weiterer Reisemobilstellplatz.
Reisemobilisten sind eine eigenständige Zielgruppe mit speziellen Ansprüchen. Neben dem Ange-
bot auf klassischen Campingplätzen, das nur von ca. 30 % der Reisemobilisten genutzt wird, benö-
tigen sie deshalb in einer Kommune optimalerweis e ein zusätzliches Angebot von einem oder bes-
ser noch mehreren spezifischen Reisemobilhäfen
1.
Bei Münster Marketing (MM) werden jährlich ca. 500 Anfragen zu zentral gelegenen Reisemobil-
stellplätzen in der Innenstadt Münsters gestellt, weshalb auch MM zu der Schlussfolgerung kommt,
dass der Campingplatz Stapelskotten allein als Anlaufstelle für Reisemobile in Münster nicht aus-
reicht. Gemäß einer Einschätzung von MM ist es möglich und zudem wünschenswert, die Ziel-
gruppe „Reisemobilisten/Camping“ stärker für die Stadt Münster zu interessieren. Eine wesentliche
Bedingung für ein solches Gelingen ist jedoch u. a. das Angebot eines Reisemobilhafens mit an-
sprechendem Umfeld und Infrastrukturangebot
in zentraler Lage bzw. zumindest das Angebot
möglichst mehrerer, zentral gelegener Reisemobil-Stellplätze an verschiedenen Standorten in der
Innenstadt.
Wohnmobilisten als Wirtschaftsfaktor / wirtschaftliche Bedeutung für Münster
Die wirtschaftliche Bedeutung von zentral gelegenen Reisemobilhäfen sowie deren Bedeutung als
wichtiges Infrastrukturangebot für den Städtetourismus geht aus verschiedenen Veröffent-
lichungen und Stellungnahmen hervor. Groß ist inzwischen die Zahl der Gemeinden, Freizeitparks
oder auch Restaurants, die dem ansteigenden Trend zum Reisen mit dem Wohnmobil Rechnung
tragen und ihren Kunden Stellplätze zur Verfügung stellen. Die Reisemobiltourismusbranche ist
sich einig, dass diese Branche große Potenziale für die Zukunft birgt. Gemäß einer Untersuchung
zur soziodemographischen Struktur der Haushalte mit Reisemobilen
2 leben Nutzer von Reisemobi-
len zu fast 80 % 3 in Zwei-Personen-Haushalten ohne Kinder; etwa die Hälfte davon sind älter als
60 Jahre. Sie verfügen über viel freie Zeit, sind sehr reise-intensiv und relativ vermögend.
Antrag Nr. A-M/0123/2005 der Bezirksvertretung Münster-Mitte
Vor diesem Hintergrund hatte die Bezirksvertretu ng Münster-Mitte die Verwaltung mit dem Antrag
Nr. A-M/0123/2005 beauftragt, ein Konzept zur Realisierung des Vorschlags „Anlegung eines in-
nenstadtnah gelegenen Aufstellplatzes für Wohnmobile mit Ver- und Entsorgungsstation und -
optimalerweise- Bewachung“ zu erarbeiten.
In zwei Zwischenberichten vom 28.11.2005 und vom 13.07.2006 konnte die Verwaltung aus unter-
schiedlichen Gründen noch keine Standortvorschläge im Sinne des Antrags der BV Münster-Mitte
vorlegen.
Nach abermaliger Prüfung von 9 Standorten (s. Anlage 1) empfiehlt die Verwaltung nunmehr,
1 Reisemobilhafen ist der unter Wohnmobilisten wie auch in der Fachpresse verwendete gängige Begriff für
eine nutzerspezifisch voll ausgestattete Wohnmobil-Stellp latzanlage. Daher wird dies er Begriff im vorliegen-
den Text im Weiteren für diese Einrichtung benutzt.
2 Quelle: Obier/Peters 2003, Reisemobiltourismus in De utschland; Veröffentlichung in PROJEKT M
Newsletter Nr. 03/05, Lorenz Tourismusberatung GmbH, Tempelhofer Ufer 23/24, 10963 Berlin
3 Befragt wurden 1.381 Haushalte mit Reisemobilen.
V/0578/2007
- 3 -
zu Beschlusspunkt 1.
an 3 innenstadtnah gelegenen Standorten bestehende Pkw-Stellplätze teilweise zu Reise-
mobil-Stellplätzen umzuwandeln;
(Einer der drei Standorte zur Umwandlung von Pkw-Stellplätzen (Parkplatz Domagk-
straße) besitzt zudem das Potenzial, mittelfristig ggf. ebenfalls teilweise zu einem Rei-
semobilhafen mit entsprechender Infrastrukturausstattung ausgebaut werden zu kön-
nen).
zu Beschlusspunkt 2.
an den unter Beschlusspunkt 1. genannten Standorten durch Informationstafeln u. a. auch
auf zur Verfügung stehende Ausweichstandorte für Reisemobile im weiteren Innenstadtbe-
reich hinzuweisen (für den Fall, dass alle reservierten Stellplätze belegt sind).
Ausweichstandorte
Die zukünftig geplante Reservierung von ca. 42 bis zu 57 Stellplätzen für Reisemobile stellt
ein Zusatzangebot für diese wichtige Tourismus-Zielgruppe dar, durch das aber - insbe-
sondere in der Kategorie Innenstadtnähe - voraussichtlich nicht der gesamte Bedarf ge-
deckt werden kann. Auch müssen die vorgeschlagenen Standorte teilweise mit Beschrän-
kungen hinsichtlich der zulässigen Länge der Reisemobile (Standorte Albersloher
Weg/Ecke Hafenstraße) versehen werden, da wegen räumlicher Enge vor Ort keine unein-
geschränkten Nutzungsverhältnisse bestehen. Im Falle der Belegung reservierter Reise-
mobil-STP ist der Reisemobilist auf geeignete Ausweichstandorte angewiesen, die mög-
lichst in der Nähe vorhanden sind und zukünftig, z.B. in einer Informationsbroschüre zum
Thema „Stellplätze für Reisemobile / Reisemobilhäfen in Münster“, auch genannt werden
sollten.
Zudem geschieht das Abstellen von Reisemobilen im Stadtgebiet Münster bereits heute
vielfältig auf zahlreichen Parkplätzen bzw. im Straßenraum, ohne dass ein speziell ausge-
schildertes Stellplatzangebot für Reisemobile besteht, abgesehen vom Stellplatzangebot
vor dem Campingplatz Stapelskotten. So stehen z. B. auf dem Hindenburgplatz häufig Rei-
semobile, wo es auch wegen der fehlenden Parzellierung der Stellplätze keine Probleme
für größere Reisemobile gibt, während ein herkömmlicher Stellplatz mit den üblichen Ab-
messungen (2,50 m breit x 5,0 m lang) für viele Reisemobile zu klein ist. Diese Stellplatz-
Möglichkeiten werden auch in Zukunft im Stadtgebiet überwiegend bestehen bleiben, ab-
gesehen von einigen Einschränkungen, dass z. B. der Hindenburgplatz zu bestimmten Zei-
ten (z. B. Send) nicht zur Verfügung steht.
Als geeignete Ausweichstandorte - allerdings ohne extra für Wohnmobile reservierte Stell-
plätze - kommen u. a. folgende vorhandenen Parkplätze in Betracht:
Parkplatz Hafenstraße, östlich „Gleis 22“
(bewirtschaftet, nur für Reisemobile mit max. 5,50 m Länge geeignet, Nahversorgung in
Nachbarschaft)
Parkplatz Stadtbad Mitte4
(bewirtschaftet, nur für Reisemobile mit max. 5,50 m Länge geeignet, Einrichtungen des
Stadtbades Mitte können genutzt werden (Eintritt, Parken dann kostenfrei)
Albersloher Weg, P+R-Platz Feuerwache 2
(kostenfrei, nur für Reisemobile mit max. 5,50 m Länge geeignet, 24 h-Kontrolle durch
Einsicht der Fläche durch Wache der Feuerwache 2)
Robert-Bosch-Straße / Dreieckshafen (provisorischer Parkplatz, kostenfrei,
4 Wegen der besonderen Lagegunst des Standortes und der sich anbietenden Nutzung von Synergieeffek-
ten (Nutzung der Angebote des Stadtbades Mitte) untersucht die Verwaltung zzt. die Möglichkeiten und die
damit verbundenen Kosten bzw. Finanzierungsmöglichkeiten, unter Beibehaltung der Stellplatzzahl für Bad-
besucher zusätzliche Stellplätze für Reisemobile am Standort einzurichten.
V/0578/2007
- 4 -
auch für größere Reisemobile geeignet; Nahversorgung in Nachbarschaft)
Parkplatz am Freilichtmuseum Mühlenhof
(kostenfrei, nur für Reisemobile mit max. 6 m Länge geeignet)
Hindenburgplatz
(bewirtschaftet, auch für größere Reisemobile geeignet; Toilettenanlage vorhanden)
weitere innerstädtische, größere Parkplätze wie Hörster Straße/Korduanenstraße,
Wasserstraße, Domplatz (bewirtschaftet, nur für Reisemobile mit max. 5,50 m Länge
geeignet)
Parkplatz Mecklenbecker Straße (westlich Yachtclub)
(kostenfrei, nur für Reisemobile mit max. 5,50 m Länge geeignet; Toilettenanlage
vorhanden)
Parkplatz nördlich Preußenstadion (Dreiecksfläche nördlich Straße Am Berg Fidel)
(kostenfrei, auch für größere Reisemobile geeignet)
Stellplatzanlage an der Sportanlage in Mecklenbeck, Dingbängerweg / Egelshove
(kostenfrei, Gastronomie (Vereinsheim) in Nachbarschaft vorhanden).
zu Beschlusspunkt 3.
erforderliche Schritte einzuleiten, um an einem Standort mittelfristig die Errichtung und den
Betrieb eines hochwertigen, voll ausgestattete n Reisemobilhafens durch einen privaten In-
vestor zu erreichen. Es muss zunächst ein privater Investor und Betreiber für den Reise-
mobilhafen gefunden werden und es sind insbesondere noch die liegenschaftlichen und
planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Standort zu schaffen.
Im Übrigen wird die Verwaltung Gespräche führen mit dem Ziel, das Stellplatz-Angebot für Reise-
mobile am Campingplatz Stapelskotten möglichst noch auszudehnen.
Mit dieser Vorlage ist der Antrag Nr. A-M/0123/2005 der Bezirksvertretung Münster-Mitte erledigt.
I. V.
gez.
Schultheiß
Stadtdirektor
Anlagen:
1. Anlage 1 Standortuntersuchung „Stellplätze für Wohnmobile in der Stadt Münster“ 2007
2. Anlage 2 Standortbewertung
V/0578/2007
Anlage 1
17059 Zeichen
Anlage 1
zur Vorlage 578/2007/1
Stand 13.05.2008
1
Erweiterte Standortuntersuchung „Stellplätze für Wohn mobile in der Stadt
Münster“ nach Oktober 2007
1. Gründe für die Aussetzung der Beratung der Vorla ge 578/2007 im Ausschuss für
Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft im Oktober 2007
Parallel zur Beratung der Vorlage 578/2007 in den Bezirksvertretungen Münster-Mitte, Müns-
ter-Ost und Münster-West im Oktober 2007 wurden aus Kreisen der Reisemobil-
Tourismusbranche Hinweise und Anregungen zu den Inh alten der Vorlage vorgetragen. Die-
se bezogen sich u. a. auf die in der Vorlage 578/20 07 entwickelte Konzeption von dezentra-
len, kleineren Angeboten von reservierten Reisemobi lstellplätzen 1 auf vorhandenen Pkw-
Parkplätzen.
Die Verwaltung empfiehlt allerdings an der Zielsetz ung festzuhalten, durch das Angebot von
dezentralen, aber deutlich innenstadtnahen Standort en kurzfristig ein Mindestangebot an
reservierten Stellplätzen für Reisemobile anbieten zu können, während die Errichtung eines
großen Reisemobilhafens mit Vollausstattung noch nicht absehbar ist.
Ergänzend schlägt die Verwaltung vor, im Internet, das zunehmend bei der Orientierung und
Reiseplanung von Reisemobilisten an Bedeutung gewin nt, neben den reservierten Reisemo-
bilstellplätzen auf die bestehenden Parkmöglichkeit en für Reisemobile in Innenstadtnähe
gezielt hinzuweisen (s. Ausweichstandorte). Mit den zurzeit bestehenden Parkplätzen Hin-
denburgplatz und Domagkstraße verfügt Münster über zwei Parkplatzangebote in fußläufiger
Entfernung zur Innenstadt/Altstadt, auf denen Wohnm obile ohne Platzbeschränkung (jedoch
ohne spezifische Markierung dieser Stellplätze) par ken können und die Besucher von dort
sowohl auf attraktiven Wegen zu Fuß, mit dem Rad od er mit dem ÖPNV bequem die Ziele in
der Innenstadt/Altstadt erreichen können.
Zudem wurde der verwaltungsseitig vorgeschlagene St andort „Coppenrathsweg / Wilhelms-
havenufer“, an dem mittelfristig ein vollausgestatt eter, hochwertiger Reisemobilhafen durch
einen privaten Investor errichtet und betrieben werden soll, als nicht optimal bewertet 2.
1 Das Nebeneinander mehrerer kleiner, dezentraler Ste llplatz-Angebote führe nach den Erfahrungen
in anderen Kommunen regelmäßig zu Konflikten, weil Pkw-Nutzer sich häufig auf die reservierten,
breiteren Reisemobilstellplätze stellten und deren Bequemlichkeit genössen („endlich sind die Türen
gut zu öffnen“). Auch berge eine Konzeption mehrere r dezentraler und meist geringfügiger Reisemo-
bil-Stellplätze je Standort die Gefahr der Unübersichtlichkeit des Angebotes und führe zu Frustrationen
bei den Reisemobilisten, wenn die wenigen Stellplät ze bereits belegt seien. Deshalb sollte eher die
Möglichkeit der Errichtung eines großen Reisemobilh afens abgewartet werden, ehe dezentrale Mini-
Stellplatzkontingente ohne zusätzliche Infrastruktur-Ausstattung geschaffen würden.
2 Der Standort
verfüge wegen des Höhenunterschiedes und bestehend er Pflanzstrukturen über keine Sichtbe-
ziehung zum DEK,
ein Gastronomie-Angebot sei im Umfeld nicht vorhan den,
der Standort weise einen tiefen Untergrund auf, de r zunächst mit enormem Aufwand ausgekof-
fert und aufgeschüttet werden müsse,
die Entfernung zur Innenstadt als dem touristische n Zielort sei zu weit entfernt,
Reisemobilisten würden sich an diesem Standortes a bgeschoben und als willkommene Ziel-
gruppe nicht ausreichend ernst genommen fühlen,
die benachbarten Sportanlagen könnten ggf. zu Prob lemen (Immissionen) führen.
Zusammengefasst verfüge der Standort nicht über di e ereignisnahe Lage, über die ein Reise-
mobilhafen verfügen sollte, um unter den Reisemobil isten uneingeschränkt akzeptiert zu wer-
den.
Anlage 1
zur Vorlage 578/2007/1
Stand 13.05.2008
2
Nach Würdigung der vorgetragenen Hinweise hält die Verwaltung jedoch weiterhin an der
Bewertung fest, dass der Standort „Coppenrathsweg / Wilhelmshavenufer“ (s. auch Anlage
3) möglich ist, weil er
die bisherigen Standortuntersuchungen keinen ander en, näher gelegenen und reali-
sierbaren Alternativstandort ergeben haben,
trotz Nähe zur Innenstadt (ca. 2,5 km zur Altstadt /Promenade) eine landschaftliche
Umgebung und Einbindung einschließlich Wassernähe besitzt,
eine attraktive Fahrradanbindung (entlang Kanal un d Prozessionsweg) an die Altstadt
aufweist und
über eine gute Erreichbarkeit im überregionalen St raßennetz verfügt (insbesondere
nach dem geplanten Ausbau der B 51 bzw. dem Neubau der B 481n).
Inzwischen hat auch die Wasser- und Schifffahrtsver waltung des Bundes, die Eigentümerin
der Fläche des Standortvorschlags „Coppenrathsweg / Wilhelmshavenufer“ ist, durch ein
Schreiben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Rheine bestätigt, dass die Fläche für die Be-
lange des Bundes entbehrlich ist und veräußert werden kann.
Nach Veröffentlichung der Vorlage 578/2007 hatten b ereits einige Privatpersonen, die teil-
weise aus Münster kommen und somit über Ortskenntni s verfügen bzw. andernorts bereits
Reisemobilhäfen betreiben, unaufgefordert Interesse an diesem Standort signalisiert.
2. Weitere untersuchte Standorte, die nach Prüfung nicht geeignet bzw. aus ande-
ren Gründen nicht realisierbar sind
2.1 Campingplatz Münster (Handorf-Stapelskotten)
Im Zusammenhang mit Beschlusspunkt 3. der Vorlage 5 78/2007 hatte die Verwaltung ange-
kündigt, Gespräche führen zu wollen mit dem Ziel, das Stellplatz-Angebot für Reisemobil e
am Campingplatz Stapelskotten möglichst noch auszudehnen.
Die Gespräche mit den Betreibern des Campingplatzes Münster haben ergeben, dass es
zum einen aus Platzgründen keine Möglichkeit zur Er weiterung des Stellplatzangebotes „vor
dem Tor“ gibt. Bei enger Belegung ist hier eine Unterbringung von ca. 22 – 24 Reisemobilen
möglich.
Zum anderen bestehe auch nicht die Notwendigkeit zu r Erweiterung, da die Betreiber die
Erfahrung machten, dass von 5 anfahrenden Reisemobi len im Durchschnitt 3 Reisemobile
direkt auf den Campingplatz fahren und nur 2 einen Stellplatz vor dem Tor nutzen würden.
Auf dem Campingplatz selbst ändere sich das Angebot an Stellplätzen insofern, als dass
brach fallende, bisher genutzte Dauercampingplätze jetzt in Tourismusplätze sowohl für
Wohnwagen als auch Reisemobile umgewandelt werden.
2.2 Stadtbad Mitte
Zum Bereich Stadtbad Mitte ist folgende Fragestellung nachträglich geprüft worden:
Ist die Fläche für die abgesetzte bauliche Erweiter ung des Stadtbades Mitte zur Anlage von
Wohnmobil-Stellplätzen außerhalb der bestehenden Stellplatzanlage geeignet?
Bestandsaufnahme und Prüfergebnis:
Durch die Verwaltung war in der Vergangenheit die M öglichkeit einer baulichen Erweiterung
des Stadtbades in östlicher Richtung untersucht worden, um dort ggf. in einem Erweiterungs-
trakt eine Fitnessfläche zu errichten.
Die zu untersuchende Grundstücksfläche schließt unm ittelbar südlich an die bestehende
Stellplatzanlage an, ein wesentlicher Teil der Fläc he ist heute mit Bäumen und anderen
Pflanzen bestanden. Von der Ebene der Stellplätze f ührt eine Rampe auf das Niveau des
Untergeschosses des Stadtbades, im Bereich des nörd lichen Erweiterungsbaus führt eine
Metall-Freitreppe auf die Rampe. Die Bruttofläche s üdlich der Stellplatzanlage beträgt ca.
Anlage 1
zur Vorlage 578/2007/1
Stand 13.05.2008
3
500 m², die Fläche hat im Norden eine Breite von ma x. ca. 18,50 m und verjüngt sich nach
Süden auf eine Breite von ca. 9 m.
Der o. g. untersuchte Erweiterungstrakt hält einen Abstand von ca. 6 m zur vorhandenen
Ostfassade des Stadtbades aus Gründen der Belichtun g und der Erschließung des Unterge-
schosses des Stadtbades. Die Anbindung des projekti erten Fitness-Gebäudes sollte über
eine Brücke an das Hauptgebäude des Stadtbades erfo lgen. Diese Erschließungsfunktion
muss auch zukünftig beibehalten werden, weshalb die se Teilfläche, die eine Fläche von ca.
180 m² ausmacht, von anderen Nutzungen weitgehend f reigehalten werden muss. Damit
reduziert sich die verbleibende Freifläche auf ca. 320 m².
Ergebnis: Wegen der topografischen Verhältnisse (te ilweise Rampe), der nur geringen
verfügbaren Fläche, der beizubehaltenden Erschließu ngsfunktion über diese Fläche,
des sich verjüngenden Flächenzuschnitts sowie des Baumbestandes auf der östlichen
Teilfläche kommt eine Eignung für Reisemobil-Stellplätze nicht in Betracht.
2.3 Domagkstraße
Das städtische Grundstück wurde um ca. 1990 vom Lan d NRW erworben, um einen letzt-
möglichen Standort für eine P+R-Anlage am II. Ring im Westen zu sichern. Die Finanzierung
erfolgte durch Finanzmittel, die an eine Stellplatz nutzung im weitesten Sinne gekoppelt war.
Nach dem Erwerb wurde festgestellt, dass damals übe r das Gelände eine Heißdampfleitung
der Universität zur Versorgung der Universitätsklin ik verlief, von deren Existenz die Stadt
Münster zum Zeitpunkt des Grundstückskaufs keine Ke nntnis hatte; das Grundstück war
„leitungsfrei“ erworben worden.
Die nachfolgende rechtliche Auseinandersetzung zwis chen dem Land NRW und der Stadt
MS führte schließlich zu einem Vergleich, dem nach sich die Stadt Münster mit Kosten von
rd. 770.000,-- DM an der Verlegung der Heißdampflei tung beteiligt hat. Inzwischen ist das
Grundstück leitungsfrei.
Nach Auffassung der Verwaltung ist das Grundstück n un eine Fläche, durch deren Verkauf
zu baulichen Zwecken die Stadt Münster eine beträch tliche Summe erwirtschaften könnte.
Angedacht wird wegen der sehr verkehrsgünstigen Lag e und Anbindung an eine 4-5-
geschossige Bebauung der gesamten Fläche. Die Unter bringung des ruhenden Verkehrs
könnte auf der -1 – Ebene, die ebenerdig von der Ra mpe Domagkstraße (Unterführung der
von-Esmarch-Straße) erschließbar wäre, als öffentli che Tiefgarage (z. B. durch die WBI; un-
ter Wahrung der P+R-Funktion des Standorts) sowie i n weiteren Tiefgeschossen für die
Grundstücksnutzungen erfolgen. Von dem Verkaufserlö s müssten/könnten die beim Kauf
eingeflossenen zweckgebundenen Finanzmittel entsprechend zurückgezahlt werden.
Im Zusammenhang mit den Erweiterungsabsichten des Universitätsklinikums Münster (UKM)
hat das UKM zwischenzeitlich den Bedarf angemeldet, die Fläche Domagkstraße ggf. zur
Unterbringung erforderliche Stellplätze zu benötigen.
Ergebnis: Vor diesem Hintergrund spricht sich die V erwaltung gegen eine Verpach-
tung einer Teilfläche des Standortes Domagkstraße a n einen Reisemobilhafen-Betrei-
ber (Investor) aus.
Aufgrund der öffentlichen Vorlage 578/2007 bekundet e eine Privatperson mit Schreiben vom
12.02.2008 ihr Interesse, am Standort Domagkstraße, der gem. Vorlage 578/2007 für die
Errichtung von reservierten Reisemobilstellplätzen vorgeschlagen wurde, einen Reisemobil-
hafen betreiben zu wollen. Mit Verweis auf den Fläc henbedarf für das UKM wurde die Anfra-
ge abschlägig beschieden. Ergänzend hat die Verwalt ung ein Gespräch mit den Interessen-
ten geführt und dabei mögliche Alternativ-Standorte erörtert. Die Interessenten sagten eine
Prüfung der Alternativ-Standorte zu; ein Ergebnis liegt noch nicht vor.
Anlage 1
zur Vorlage 578/2007/1
Stand 13.05.2008
4
2.4 Landfahrerplatz Steinfurter Straße 502
Der Standort verfügt zwar über eine sehr gute Anbindung an das überregionale Straßennetz,
aber die relativ große Entfernung zur Innenstadt (c a. 4 km zur Promenade) und das Fehlen
von Nahversorgungseinrichtungen in der unmittelbare n Umgebung schränken die Standort-
eignung für einen Reisemobilhafen erheblich ein.
Nach erneuter Prüfung erklärt die Verwaltung, dass der Landfahrerplatz nach wie vor für die
zeitweilige Unterbringung von Wohnwagengespannen vo n Angehörigen der Volksgruppen
Sinti und Roma benötigt wird. Diese parken auf ihre r Durchreise durch Münster in der Regel
zunächst auf größeren Parkplätzen im Stadtgebiet un d werden dann "nach Entdeckung" ge-
zielt durch die Ordnungsverwaltung auf den Landfahr erplatz an der Steinfurter Straße gelei-
tet. Der Service-Dienst „Sicherheit und Ordnung“ ko ntrolliert regelmäßig den Platz, um vor
allem Müllablagerungen etc. entfernen zu lassen. In nerhalb des Stadtgebietes gibt es keinen
Alternativ-Standort zum aktuell genutzten Landfahrerplatz.
Das städtische Grundstück Steinfurter Straße 502 is t 19.444 m² groß, wovon der Landfah-
rerplatz ca. 1/3 belegt. Die übrige, teilweise beba ute Fläche wäre für die Errichtung eines
Reisemobilhafens zwar ausreichend groß, aber das Ne beneinander von Landfahrerplatz und
Reisemobilhafen ist realistisch betrachtet nicht vorstellbar.
Ergebnis: Damit scheidet der Standort wegen fehlend er Verfügbarkeit aus der Stand-
ortsuche aus.
2.5 Sportplatz Nr. 6, Sportpark Sentruper Höhe (The o-Breider-Weg)
Nördlich des Aasees liegen die räumlich benachbarte n vier Einrichtungen Zoo
, Naturkunde-
Museum , Hippomaxx-Museum und Freilichtmuseum Mühlenhof , die jeweils über ein hohes
Besucheraufkommen – teilweise weit über die Stadtgr enzen hinaus – sowie eine Einbettung
in ein höchst attraktives landschaftliches Umfeld v erfügen. Gemeinsam wird bereits der
Großparkplatz an der Sentruper Straße betrieben und unterhalten. Bei der Auflistung von
bereits heute genutzten Abstellmöglichkeiten für Wo hnmobile werden u. a. immer wieder
folgende Standorte rund um den Aasee genannt: Zoo-P arkplatz, Mühlenhof-Parkplatz, Him-
melreichallee, Mecklenbecker Straße (Parkplatz westlich Yachtclub).
Dies war Anlass genug, Überlegungen über die Errich tung eines Reisemobilhafens in unmit-
telbarer Nähe dieser Einrichtungen bzw. Parkplätze anzustellen. Daher wurde im Rahmen
der Standortuntersuchung für einen Reisemobilhafen in Innenstadtnähe (s. Vorlage
578/2007) ein potenzieller Standort im Umfeld des M ühlenhof-Museums verwaltungsseitig
stets favorisiert.
Bei der Standortuntersuchung erwies sich der unters uchte Standort 5 Parkplatz Mühlenhof
(Theo-Breider-Weg) allerdings im Ergebnis als nicht geeignet: Zwar wei st der Standort hin-
sichtlich seiner Lage eine gute Eignung für einen R eisemobilhafen auf und die bestehenden
Stellplätze werden auch heute bereits gern und häufig von Reisemobilisten genutzt. Aber der
vorherrschende sehr hohe Parkdruck aufgrund der Bal lung verschiedener Freizeiteinrichtun-
gen im weiteren Standortumfeld erlaubt es nicht, de m heute allgemein zugänglichen Stell-
platzangebot Stellplätze durch die Reservierung für Reisemobile zu entziehen.
Gemäß Vorlage 605/2005 (u.a. Sanierungskonzept Spor tpark Sentruper Höhe) steht in un-
mittelbarer Nachbarschaft zum Parkplatz „Mühlenhof- Museum“ noch die Errichtung eines
zusätzlichen Umkleidegebäudes im Sportpark Sentrupe r Höhe aus. Die anstehende Errich-
tung des geplanten öffentlichen Umkleidegebäudes fü hrte im Zusammenhang mit der anhal-
tenden Standortsuche für einen Reisemobilhafen zu folgendem Szenario:
Die Errichtung des o. g. Umkleidegebäudes könnte mi t der Errichtung einer öffentlich zu-
gänglichen Toilettenanlage 3 kombiniert werden, zumal das Gebäude in unmittelba rer Park-
3 Die Bereitstellung einer Toilettenanlage im Umfeld des Mühlenhof-Museums ist wegen des dort be-
sonders großen Nutzerandrangs vordringlich. Zurzeit können Besucher nur dann eine Toilette benut-
zen, nachdem sie zuvor Eintritt für eine der hier ansässigen Museumseinrichtungen gezahlt haben.
Anlage 1
zur Vorlage 578/2007/1
Stand 13.05.2008
5
platznähe vorgesehen ist und öffentlich zugänglich sein soll. Ggf. wäre auch eine Kombinati-
on von Umkleidegebäude, öffentlich zugänglicher Toilettenanlage sowie Mitnutzung als Sani-
tärgebäude für einen Reisemobilhafen denkbar, der a uf der Fläche des heutigen Hockey-
platzes (Platz Nr. 6) entstehen könnte. Der Sportpl atz Nr. 6 verfügt über eine Fläche von ca.
8.000 m². Abzüglich einer Fläche von ca. 2.000 m² ( 30m Tiefe) für das geplante, erweiterte
Sanitär- und Umkleidegebäude verbliebe dann eine Fl äche von rd. 6.000 m², die bei einer
Platzgröße von rd. 80 m² je Reisemobil-Stellplatz z zgl. Erschließung für ca. 55 Reisemobil-
Stellplätze reichen würde. Eine Möglichkeit zur spä teren Ausweitung des Platzes besteht vor
Ort voraussichtlich aber nicht. Ein Synergieeffekt bestünde in der möglichen Aufsicht und
Betreuung des Umkleide- und Sanitärgebäudes durch e inen potenziellen Reisemobilhafen-
Betreiber, ggf. auch durch dessen Kostenbeteiligung.
Aus sportfachlichen Gründen ist die Entbehrlichkeit des Sportplatzes Nr. 6 (Hockeyplatz)
jedoch nicht gegeben. Auf der Grundlage der Vorlage 605/2005 (u.a. Sanierungskonzept
Sportpark Sentruper Höhe) wurden im Jahr 2006 für d as Naturrasenspielfeld Nr. 6 Sanie-
rungsmaßnahmen in der Höhe von ca. 123.000,-- € dur chgeführt. Auch wegen der Bean-
spruchung des Platzes Nr. 6 durch die Sport treiben de Bevölkerung ist die Fläche nicht ent-
behrlich.
Ergebnis: Damit steht der Standort nicht zur Verfügung.
Beschlussvorlage
14057 Zeichen
V/0578/2007/1
DER OBERBÜRGERMEISTER
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung
Betrifft
Standortuntersuchung für innenstadtnahe Aufstellplätze für Wohnmobil-Touristen
Beratungsfolge
21.05.2008 Werksausschuss Münster Marketing Anhörung
29.05.2008 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung
11.06.2008 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung
18.06.2008 Hauptausschuss Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, zeitnah an den Standorten
Parkplatz Albersloher Weg / Hafenstraße
Parkplatz Stadtbad Ost, Mauritz-Lindenweg
reservierte Stellplätze für Reisemobile einzurichten.
Die Verwaltung führt dazu die standortspezifisch notwendigen Umsetzungsmaßnah-
men durch (Anlage 3).
2. Da die Anzahl der zu schaffenden reservierten Reisemobil-Stellplätze gem. Beschlusspunkt 1.
begrenzt ist, werden Reisemobile auch zukünftig auf weitere, nicht reservierte Ausweich-
standorte im weiteren Innenstadtbereich angewiesen sein, wie sie bereits heute auch über-
wiegend genutzt werden. Die Verwaltung wird beauftragt, an den unter Beschlusspunkt 1. ge-
nannten Standorten durch Informationstafeln u. a. auch auf diese Ausweichstandorte hinzu-
weisen.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, alle erforderlichen Schritte einzuleiten, damit am
Standort Coppenrathsweg / Wilhelmshavenufer
mittelfristig ein vollausgestatteter, hochwertiger Reisemobilhafen durch einen privaten Investor
errichtet und betrieben werden kann.
II. Kosten/Folgekosten
Die Finanzierung der unter den Beschlusspunkten 1. und 2. aufgeführten Umsetzungsmaßnahmen
erfolgt über Mittel aus dem laufenden Haushalt des Amtes 66. Die Kosten zur Umsetzung des Be-
schlussvorschlages 1. belaufen sich auf ca. 5.000,- €.
Vorlagen-Nr.:
V/0578/2007/1
Auskunft erteilt:
Herr Krause-Kämereit
Ruf:
492 61 11
E-Mail:
Krause-Kaemereit@stadt-
muenster.de
Datum:
13.05.2008
Öffentliche Beschlussvorlage
- 2 -
V/0578/2007/1
Begründung:
Ausgangssituation
In der Stadt Münster gibt es led
iglich vor dem Tor des Campingplatzes Münster in Handorf-
Stapelskotten einen ausgewiesenen Übernachtungsplatz mit einer Stellfläche für etwa 20 Wohn-
mobile. Eine Ver- und Entsorgungs-Servicestelle befindet sich direkt am Platz und die Sanitärein-
richtungen des Campingplatzes dürfen mitgenutzt werden. Mit diesem, dem Campingplatz Münster
angegliederten Übernachtungsplatz verfügt die Stadt Münster zwar über einen Anlaufpunkt für
Reisemobilisten, der jedoch relativ weit (ca. 4,5 km bis zur Promenade) von der Innenstadt von
Münster als dem touristischen Hauptziel entfernt liegt.
Mit der „Camp Marina Alte Fahrt Fuestrup“ in Gr even-Fuestrup am Dortmund-Ems-Kanal besteht
außerhalb des Stadtgebietes (Schifffahrter Damm) ein weiterer Reisemobilstellplatz.
Reisemobilisten sind eine eigenständige Zielgruppe mit speziellen Ansprüchen. Neben dem Ange-
bot auf klassischen Campingplätzen, das nur von ca. 30 % der Reisemobilisten genutzt wird, benö-
tigen sie deshalb in einer Kommune optimalerweis e ein zusätzliches Angebot von einem oder bes-
ser noch mehreren spezifischen Reisemobilhäfen
1.
Bei Münster Marketing (MM) werden jährlich ca. 500 Anfragen zu zentral gelegenen Reisemobil-
stellplätzen in der Innenstadt Münsters gestellt, weshalb auch MM zu der Schlussfolgerung kommt,
dass der Campingplatz Münster allein als Anlaufstelle für Reisemobile in Münster nicht ausreicht.
Gemäß einer Einschätzung von MM ist es möglich und zudem wünschenswert, die Zielgruppe
„Reisemobilisten/Camping“ stärker für die Stadt Münster zu interessieren. Eine wesentliche Bedin-
gung für ein solches Gelingen ist jedoch u. a. das Angebot eines Reisemobilhafens mit anspre-
chendem Umfeld und Infrastrukturangebot in zentraler Lage
oder – sollte dieser Anspruch kurzfris-
tig nicht eingelöst werden können – zumindest das Angebot möglichst mehrerer, zentral gelegener
Reisemobil-Stellplätze an verschiedenen Standorten in der Innenstadt.
Wohnmobilisten als Wirtschaftsfaktor / wirtschaftliche Bedeutung für Münster
Die wirtschaftliche Bedeutung von zentral gelegenen Reisemobilhäfen sowie deren Bedeutung als
wichtiges Infrastrukturangebot für den Städtetourismus geht aus verschiedenen Veröffent-
lichungen und Stellungnahmen hervor. Groß ist inzwischen die Zahl der Gemeinden, Freizeitparks
oder auch Restaurants, die dem ansteigenden Trend zum Reisen mit dem Wohnmobil Rechnung
tragen und ihren Kunden Stellplätze zur Verfügung stellen. Die Reisemobiltourismus-Branche ist
sich einig, dass diese Branche große Potenziale für die Zukunft birgt. Gemäß einer Untersuchung
zur soziodemographischen Struktur der Haushalte mit Reisemobilen
2 leben Nutzer von Reisemobi-
len zu fast 80 % 3 in Zwei-Personen-Haushalten ohne Kinder; etwa die Hälfte davon sind älter als
60 Jahre. Sie verfügen über viel freie Zeit, sind sehr reiseintensiv und relativ vermögend.
Antrag Nr. A-M/0123/2005 der Bezirksvertretung Münster-Mitte
Vor diesem Hintergrund hatte die Bezirksvertretu ng Münster-Mitte die Verwaltung mit dem Antrag
Nr. A-M/0123/2005 beauftragt, ein Konzept zur Realisierung des Vorschlags „Anlegung eines in-
nenstadtnah gelegenen Aufstellplatzes für Wohnmobile mit Ver- und Entsorgungsstation und -
optimalerweise- Bewachung“ zu erarbeiten.
In zwei Zwischenberichten vom 28.11.2005 und vom 13.07.2006 konnte die Verwaltung aus unter-
schiedlichen Gründen noch keine Standortvorschläge im Sinne des Antrags der BV Münster-Mitte
vorlegen.
1 Reisemobilhafen ist der unter Wohnmobilisten wie auch in der Fachpresse verwendete gängige Begriff für
eine nutzerspezifisch voll ausgestattete Wohnmobil-Stellp latzanlage. Daher wird dies er Begriff im vorliegen-
den Text im Weiteren für diese Einrichtung benutzt.
2 Quelle: Obier/Peters 2003, Reisemobiltourismus in De utschland; Veröffentlichung in PROJEKT M
Newsletter Nr. 03/05, Lorenz Tourismusberatung GmbH, Tempelhofer Ufer 23/24, 10963 Berlin
3 Befragt wurden 1.381 Haushalte mit Reisemobilen.
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V/0578/2007/1
Vorlage V/0578/2007
Nach Prüfung von 9 Standorten (s. Anlage 2) empfahl die Verwaltung in der Vorlage
578/2007,
an 3 innenstadtnah gelegenen Standorten (Parkplatz Albersloher Weg / Hafen-straße,
Parkplatz „Coesfelder Kreuz“, Domagkstraße, Parkplatz Stadtbad Ost, Mauritz-
Lindenweg) bestehende Pkw-Stellplätze teilweise zu Reisemobil-Stellplätzen umzu-
wandeln;
an den unter Beschlusspunkt 1. genannten Standorten durch Informationstafeln u. a.
auch auf zur Verfügung stehende Ausweichstandorte für Reisemobile im weiteren
Innenstadtbereich hinzuweisen (für den Fall, dass alle reservierten Stellplätze belegt
sind).
erforderliche Schritte einzuleiten, um am Standort Coppenrathsweg / Wilhelmsha-
venufer mittelfristig die Errichtung und den Betrieb eines hochwertigen, voll ausges-
tatteten Reisemobilhafens durch einen privaten Investor zu erreichen. Hierzu muss
zunächst ein privater Investor und Betreiber für den Reisemobilhafen gefunden wer-
den und es sind insbesondere noch die liegenschaftlichen und planungsrechtlichen
Voraussetzungen für den Standort zu schaffen.
Die Bezirksvertretungen Münster-Ost (am 11.10.2007), Münster-Mitte (am 16.10.2007) und
Münster-West (am 18.10.2007) hatten der Vorlage 578/2007 zugestimmt. Die weitere Bera-
tung der Vorlage 578/2007 im Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und
Wirtschaft wurde allerdings von Seiten der Verwaltung ausgesetzt, um zunächst noch wei-
tere Standortoptionen zu prüfen bzw. zu einzelnen Standorten vertiefende Untersuchungen
durchzuführen (s. Anlage 1).
Vorlage V/0578/2007/1
Gegenüber der Vorlage 0578/2007 schlägt die Verwaltung nunmehr vor (vgl. Beschluss-
punkt 2.), den Standort Nr. 2 „Parkplatz Coesfelder Kreuz / Domagkstraße“ als Standort für
die Reservierung von Reisemobil-Stellplätzen zurückzunehmen, weil die Fläche zwischen-
zeitlich nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung steht. Im Zusammenhang mit den Erwei-
terungsabsichten des Universitätsklinikums Münster (UKM) hat das UKM inzwischen Bedarf
angemeldet, die Fläche Domagkstraße ggf. zur Unterbringung erforderlicher Stellplätze zu
benötigen.
Wegen des inzwischen eingetretenen zeitlichen Abstandes zur Vorlage 578/2007 greift die
vorliegende Ergänzungsvorlage V/0578/2007/1 die Inha
lte der Vorlage 578/2007 – soweit sie
nach wie vor Gütigkeit haben – vollständig auf und ergänzt bzw. aktualisiert diese inhaltli-
chen Aussagen aufgrund der zwischenzeitlich erfolgten weiteren Untersuchungen bzw. ak-
tueller Entwicklungen.
Nach abermaliger Prüfung von 4 Standorten empfiehlt die Verwaltung nunmehr
zu Beschlusspunkt 1.
an 2 innenstadtnah gelegenen Standorten bestehende Pkw-Stellplätze teilweise zu
insgesamt 12 Reisemobil-Stellplätzen umzuwandeln und zu reservieren;
zu Beschlusspunkt 2.
an den unter Beschlusspunkt 1. genannten Standorten durch Informationstafeln u. a. auch
auf zur Verfügung stehende Ausweichstandorte für Reisemobile
im weiteren Innenstadtbe-
reich hinzuweisen (für den Fall, dass alle reservierten Stellplätze belegt sind).
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V/0578/2007/1
Ausweichstandorte
Die zukünftig geplante Reservierung von 12 Stellplätzen für Reisemobile stellt ein Zusatz-
angebot für diese wichtige Tourismus-Zielgruppe dar, durch das aber – insbesondere in der
Kategorie Innenstadtnähe – voraussichtlich nicht der gesamte Bedarf gedeckt werden
kann. Auch müssen die vorgeschlagenen Standorte teilweise mit Beschränkungen hinsicht-
lich der zulässigen Länge der Reisemobile (Standort Albersloher Weg/Ecke Hafenstraße)
versehen werden, da wegen räumlicher Enge vor Ort keine uneingeschränkten Nutzungs-
verhältnisse bestehen. Im Falle der Belegung reservierter Reisemobil-STP ist der Reise-
mobilist auf geeignete Ausweichstandorte angewiesen, die möglichst in der Nähe vorhan-
den sind und zukünftig, z.B. in einer Informationsbroschüre zum Thema „Stellplätze für Rei-
semobile / Reisemobilhäfen in Münster“, auch öffentlich genannt werden sollten.
Zudem geschieht das Abstellen von Reisemobilen im Stadtgebiet Münster bereits heute
vielfältig auf zahlreichen Parkplätzen bzw. im Straßenraum, ohne dass ein speziell ausge-
schildertes Stellplatzangebot für Reisemobile besteht, abgesehen vom Stellplatzangebot
vor dem Campingplatz Münster in Stapelskotten. So stehen z. B. auf dem Hindenburgplatz
häufig Reisemobile, wo es auch wegen der fehlenden Parzellierung der Stellplätze keine
Probleme für größere Reisemobile gibt, während ein herkömmlicher Stellplatz mit den übli-
chen Abmessungen (2,50 m breit x 5,0 m lang) für viele Reisemobile zu klein ist. Diese
Stellplatz-Möglichkeiten werden auch in Zukunft im Stadtgebiet überwiegend bestehen
bleiben, abgesehen von einigen Einschränkungen, dass z. B. der Hindenburgplatz zu be-
stimmten Zeiten (z. B. Send) nicht zur Verfügung steht.
Als geeignete Ausweichstandorte - allerdings ohne extra für Wohnmobile reservierte Stell-
plätze - kommen u. a. folgende vorhandenen Parkplätze in Betracht:
Parkplatz Hafenstraße, östlich „Gleis 22“
(bewirtschaftet, nur für Reisemobile mit max. 5,50 m Länge geeignet, Nahversorgung in
Nachbarschaft)
Parkplatz Stadtbad Mitte
(bewirtschaftet, nur für Reisemobile mit max. 5,50 m Länge geeignet, Einrichtungen des
Stadtbades Mitte können genutzt werden (Eintritt, Parken dann kostenfrei)
Parkplatz „Coesfelder Kreuz“, Domagkstraße
(bewirtschaftet, auch für größere Reisemobile geeignet)
Albersloher Weg, P+R-Platz Feuerwache 2
(kostenfrei, nur für Reisemobile mit max. 5,50 m Länge geeignet, 24 h-Kontrolle durch
Einsicht der Fläche durch Wache der Feuerwache 2)
Robert-Bosch-Straße / Dreieckshafen
(provisorischer Parkplatz, kostenfrei,
auch für größere Reisemobile geeignet; Nahversorgung in Nachbarschaft)
Parkplatz am Freilichtmuseum Mühlenhof
(kostenfrei, nur für Reisemobile mit max. 6 m Länge geeignet)
Hindenburgplatz
(bewirtschaftet, auch für größere Reisemobile geeignet; Toilettenanlage vorhanden)
weitere innerstädtische, größere Parkplätze wie Hörster Straße/Korduanenstraße ,
Wasserstraße, Domplatz (bewirtschaftet, nur für Reisemobile mit max. 5,50 m Länge
geeignet)
Parkplatz Mecklenbecker Straße (westlich Yachtclub)
(kostenfrei, nur für Reisemobile mit max. 5,50 m Länge geeignet; Toilettenanlage
vorhanden)
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V/0578/2007/1
Parkplatz nördlich Preußenstadion (Dreiecksfläche nördlich Straße Am Berg Fidel)
(kostenfrei, auch für größere Reisemobile geeignet)
Stellplatzanlage an der Sportanlage in Mecklenbeck , Dingbängerweg / Egelshove
(kostenfrei, Gastronomie (Vereinsheim) in Nachbarschaft vorhanden).
zu Beschlusspunkt 3.
erforderliche Schritte einzuleiten, um am Standort Coppenrathsweg / Wilhelmshaven-
ufer mittelfristig die Errichtung und den Betrieb eines hochwertigen, voll ausgestatteten
Reisemobilhafens durch einen privaten Investor zu erreichen. Es muss zunächst ein priva-
ter Investor und Betreiber für den Reisemobilhafen gefunden werden und es sind insbe-
sondere noch die liegenschaftlichen und planungsrechtlichen Voraussetzungen für den
Standort zu schaffen.
Die bisherigen Anlagen 1 und 2 der Vorlage 0578/2007 wurden um die neue Anlage 1 er-
gänzt und entsprechend in die Anlagen 2 bzw
. 3 umbenannt; aufgrund der zwischenzeitlich
erfolgten weiteren Untersuchungen bzw. aktueller Entwicklungen wurden Anlagen 2 bzw. 3
entsprechend aktualisiert. Aktualisierte Textpassagen sind in den Anlagen als grau hinter-
legt gekennzeichnet.
Mit dieser Vorlage ist der Antrag Nr. A-M/0123/2005 der Bezirksvertretung Münster-Mitte erledigt.
I. V.
gez.
Schultheiß
Stadtdirektor
Anlagen:
Anlage 1 Erweiterte Standortuntersuchung nach Oktober 2007 / 2008
Anlage 2
Standortuntersuchung „Stellplätze für Wohnmobile in der Stadt Münster“ 2007 / 2008
Anlage 3 Standortbewertung
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (31)
- Hafenstraße
- Münsterstraße
- Wolbecker Straße
- Warendorfer Straße
- Domagkstraße
- Steinfurter Straße 502
- Sentruper Straße
- Mecklenbecker Straße
- Robert-Bosch-Straße
- Wasserstraße
- Mauritz-Lindenweg
- Theo-Breider-Weg
- Wilhelmshavenufer
- Coppenrathsweg
- Hansaring
- Albersloher Weg
- Hohenzollernring
- Servatiiplatz
- Prozessionsweg
- Schifffahrter Damm
- Dingbängerweg
- Am Berg Fidel
- Manfred-von-Richthofen-Straße
- Von-Esmarch-Straße
- Korduanenstraße
- Sentruper Höhe
- Prinzipalmarkt
- Preußenstadion
- Promenade
- Egelshove
- Werse
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0578/2007/1
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 05.05.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37