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1121/2021

Das Kölner Stadttauben-Modell

Beschlussvorlage Ausschuss 31.03.2021

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 22.04.2021, TOP 4.2.5

Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteilig. ( UmweltA + VA)

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Beschlussvorlage Ausschuss

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Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteilig. ( UmweltA + VA)

1823 Zeichen

Hinweise zum Ausfüllen der Anlage  
Anlage „Öffentlichkeitsbeteiligung“ 
VARIANTE 1 
 
Beteiligungsstufe Ausgestaltung 
(wesentliche Beteiligungsformate) 
☐ Information  
☐ Anhörung / Beratung  
☐ Mitgestaltung / Mitverantwortung  
VARIANTE 2 
 
☐ Das Beteiligungskonzept ist bereits beigefügt beziehungsweise wird in der 
nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. 
☐ Folgender Verfahrenstyp wird empfohlen: 
Beteiligungsstufe Ausgestaltung 
(wesentliche Beteiligungsformate) 
☐ Information  
☐ Anhörung / Beratung  
☐ Mitgestaltung / Mitverantwortung  
☐ Eine Öffentlichkeitsbeteiligung ist gesetzlich vorgeschrieben. 
☐ Folgende Form des Verfahrens ist vorgeschrieben: 
 
☐ Das Beteiligungskonzept ist bereits beigefügt beziehungsweise wird in der 
nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. 
☐ Ein spezielles Verfahren ist nicht vorgeschrieben. 
Folgender Verfahrenstyp wird empfohlen: 
 
☐ Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird vorgeschlagen.

VARIANTE 3 
 
X Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen, weil: 
Grund Begründung 
☐ Dringlichkeitsentscheidung  
☐ Eine Öffentlichkeitsbeteiligung hat 
bereits stattgefunden. 
 
☐ Der Gestaltungsspielraum ist nicht 
ausreichend. 
 
☐ Eine Verfahrensverlängerung 
erzeugt schwerwiegende 
Nachteile. 
 
X Sonstiges Es wird vorgeschlagen, den Kölner 
Taubenhilfe Verein auf dessen Antrag zur 
Betreibung des Kölner Stadttauben-Modells 
zu fördern.  
Dies bedingt eine Umschichtung von 
Finanzmitteln.  
Dies bietet für Bürger*innen keinen 
Gestaltungsspielraum bei einer 
Öffentlichkeitsbeteiligung.  
 
 
Sollte der P latz zur Skizzierung der Ausgestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung oder zur Begründung, weshalb 
keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen wird, nicht ausreichen, fügen Sie bitte ein zusätzliches Blatt bei.

Beschlussvorlage Ausschuss

10258 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/57 
 
Vorlagen-Nummer 
 1121/2021 
Freigabedatum 31.03.2021 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Das Kölner Stadttauben-Modell 
Beschlussorgan 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
1. Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün beschließt das vorgelegte Konzept „Kölner Stadttau-
ben-Modell“. Die Verwaltung wird beauftragt die erfolgreiche Kooperation mit dem Verein 
„Kölner Taubenhilfe e.V.“ fortzusetzen und mit weiteren Partner*innen weitere Standorte zu 
entwickeln. Dem Verein „Kölner Taubenhilfe e.V.“ wird ein Zuschuss iHv 178.480 € brutto (je 
89.240 € für 2021 und 2022) gewährt. 
 
2. Die erforderlichen Finanzmittel für 2021 stehen im Teilergebnisplan 0206 - Verbraucherschutz 
und Veterinäraufsicht zur Verfügung. Der Ausschuss stimmt einer hierfür erforderlichen Mit-
telumschichtung in die Teilplanzeile 15 - Transferaufwendungen zu. Die Deckung erfolgt aus 
der Maßnahme Überwachung Tierschutz, Teilplanzeile 13 - Aufwendungen für Sach- und 
Dienstleistungen. Die Finanzmittel 2022 werden in der kommenden Haushaltsplanung für das 
Jahr 2022 in der Teilplanzeile 15 berücksichtigt. 
 
 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 22.04.2021

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 Ja, investiv Investitionsauszahlungen         € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja        0 % 
 Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme in den  
  Jahren 2021 und 2022 jew.   89.240  € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja        0 % 
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
c) bilanzielle Abschreibungen         € 
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Erträge          € 
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten         € 
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
Beginn, Dauer        
 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung: 
 
Das Kölner Stadttauben-Modell 
 
Ausgangssituation 
 
Die Stadt Köln blickt auf diverse vergebliche und kostenaufwendige Versuche in der Vergangenheit 
zurück. Bereits in den 80er Jahren wurde damit begonnen, sich mit der Problematik der Stadttauben-
population auseinanderzusetzen. Es wurde versucht, durch den punktuellen Aufbau von zunächst 
drei Taubenhäusern (z.B. am Ebertplatz) die Situation in den Griff zu bekommen. Der Kostenaufwand 
belief sich auf 99.000 DM. Dieser Versuch scheiterte und letztlich mussten die Häuser unter erneutem 
Kostenaufwand wegen fehlender Standsicherheit wieder abgebaut werden, ohne dass sie je ihren 
Zweck erfüllt hatten.  
 
Erkenntnisse hieraus zeigen, dass das Aufstellen von Taubenhäusern umsichtig durchdacht und kon-
zipiert werden muss. Von immenser Bedeutung ist die richtige Standortwahl und die regelmäßige, 
verlässliche und fachliche Betreuung. Zudem ist sehr wichtig, ob es sich bei den beobachteten

3 
Schwärmen um Brut‐, Fress‐, Nist‐ oder Platzschwärme handelt. Dort wo sich Tauben tagsüber auf-
halten, brüten sie nicht zwangsläufig. Die hierfür in Frage kommenden Grundstücke sind jedoch 
überwiegend in Privatbesitz. Nicht nur die Aufstellung, sondern auch ein Betretungsrecht wäre hierbei 
vorab rechtlich mit dem Besitzer zu klären. Taubenvergrämungskonstruktionen wurden im Laufe der 
Jahre eingerichtet und wieder entfernt, da auch hier Nachteile, insbesondere tierschutzrechtlicher Art, 
auftraten, die den kurzfristigen Erfolg überwogen.  
 
Konsequenz 
 
Die Stadt suchte ein neues und bewährtes Konzept zur Reduzierung des Taubenbestandes. Und 
orientierte sich auch an den Erfahrungen anderer Städte. Ein tierfreundliches Konzept zur Reduktion 
der Tauben in Großstädten wird in mehreren Städten eingesetzt, da es im Vergleich zu anderen tier-
schutzgerechten Modellen kostengünstiger ist und meist durch Tierschützer und ehrenamtliche Helfer 
betrieben werden kann. 
 
Bei diesen Modellen von Taubenhäusern, die ihren Ursprung in Augsburg oder in Aachen haben, 
setzt man auf einen offenen Ein- und Ausflug und versucht durch Füttern in und um diese Anlagen die 
Tauben von den Problemzonen wegzulocken. Wichtig ist für eine Eindämmung die Gelege auszutau-
schen. Grundvoraussetzung ist eine gut organisierte Betreuung des Taubenschlages. Der Betrieb 
sollte durch ehrenamtliche Helfer erfolgen. Zur Realisierung sind städtische Zuschüsse notwendig.  
 
Taubenhäuser reduzieren nicht stadtweit die Taubenschwärme. Eine kurzfristige Taubenreduktion ist 
in den Problemzonen bei diesen Modellen nicht zu erwarten, man dämpft jedoch langfristig die sonst 
kontinuierlich anwachsende Stadttaubenproduktion. Mit einem betreuten Taubenschlag wird versucht, 
den Bestand tiergerecht dort annähernd gleich zu halten. 
 
Der Kölner Ansatz 
 
Trotz der Fehlschläge der Vergangenheit hat die Stadt die Zusammenarbeit mit dem Verein Kölner 
Taubenhilfe gesucht, um einen erneuten Versuch zu starten. Als Pilotprojekt wurde am Hansaring ein 
Taubenhaus errichtet. Immer unter der Prämisse, wenn dieses Projekt einen messbaren Erfolg zeigt, 
ist ein weitergreifender Einsatz durchaus denkbar. 
 
Im November 2019 wurde der betreute Taubenschlag am Kölner Hansaring nach einer sechswöchi-
gen Bauphase offiziell in Betrieb genommen. Ziel des betreuten Taubenschlags am Hansaring ist die 
dort angesiedelten Stadttauben in den neuen Taubenschlag umzusiedeln und durch dauerhafte Hal-
tung die Taubenpopulation langfristig einzudämmen. Mit der erfolgreichen Umsiedlung halten sich die 
Tiere weniger in den Bereichen der S- und U-Bahn auf und verursachen so weniger Dreck sowie 
Schmutz. Außerdem wird den Stadttauben ein sicherer Lebensraum mit artgerechtem Futter, saube-
rem Wasser und Brutplätzen geboten. Taubeneier werden regelmäßig durch Gipseier ausgetauscht 
und sorgen so für eine effektive und langfristige Reduzierung der Taubenpopulation. Artgerechtes 
Futter sorgt zusätzlich für eine bessere Kotkonsistenz und ist somit einfacher zu entfernen, was als 
Folge die Reinigung erleichtert. 
 
Die Stadttauben haben nach einer kurzen Anfütterungsphase das Taubenhaus gut angenommen. 
Locktaubenpaare haben hier maßgeblich geholfen, die Tauben in den Innenbereich des Tauben-
schlages zu halten.  
 
Tauben sind sehr standorttreu und so haben bereits im Juni 2020 um die 150 Tiere das Taubenhaus 
als ihr neues Zuhause bezogen und halten sich dauerhaft dort auf. Dies ist auch an der S- und U-
Bahn-Haltestelle spürbar, denn in diesem Bereich halten sich nun weniger Tauben auf. 
 
Pro Tag werden im Taubenschlag ca. 5 Liter Wasser und ca. 11 kg Körnerfutter benötigt. Die zu Be-
ginn angesiedelten Locktaubenpaare leben und brüten weiterhin im betreuten Taubenschlag. Jetzt 
liegen die ersten Ergebnisse vor, die zeigen, dass die Idee funktioniert und die Tauben den neuen 
Standort annehmen. Unterstützende Kampagnen, die das Taubenhaus erklären und zusätzlich vor 
verbotener Fremdfütterung schützen sollen, sind geplant.

4 
 
Kooperation mit der Kölner Taubenhilfe e.V. 
 
Die Kölner Taubenhilfe betreibt einen Lebenshof für Stadttauben im Kölner Norden im Stadtteil Wei-
denpesch. Hier finden gerettete Stadttauben, Handaufzuchten, ausgesetzte und ungewollte Rasse-, 
Hochzeits- und Brieftauben, die von Ihren Besitzern nicht mehr gewollt sind, sowie gehandicapte 
Tauben ein tiergerechtes und sicheres Zuhause. 
 
Im Januar 2020 wurde dem Verein das Grundstück von der Stadt Köln zur Miete zur Verfügung ge-
stellt, da das alte durch den Verpächter gekündigt wurde. Das neue Grundstück bietet dem Verein 
jedoch so viel mehr Platz und Möglichkeiten, dass dort auch in Zukunft weiteren Tauben geholfen 
werden kann und ein Zuhause bietet. Der Taubengnadenhof liegt versteckt und geschützt eingezäunt 
von Bäumen. In ausgebauten Volieren leben die Stadttauben, sie finden dort einen sicheren Lebens-
raum. Weitere Volieren sind geplant, um die Tiere gezielter versorgen zu können. 
 
Die Kooperation mit dem Verein Kölner Taubenhilfe erstreckt sich auf den Taubengnadenhof und das 
Pilotprojekt am Hansaring! Der Verein betreut im Auftrag der Stadt Köln beide Projekte. Darüber hin-
aus übernimmt der Verein wesentlich Aufgaben in der gesamten Stadt: Der Lebenshof dient hier als 
Dreh- und Angelpunkt des Stadttaubenmanagements. Für diese engagierte ehrenamtliche Arbeit un-
terstützt die Stadt Köln die Arbeit des Vereins und die Betreuung des Pilotprojektes am Hansaring.  
 
Das Pilotprojekt Taubenhaus am Hansaring zeigt, dass die gesteckten Ziele erreicht werden können. 
Dies erfordert ein fundiertes Management, das in Zusammenarbeit mit dem Verein möglich ist. 
 
Um nachhaltig und gesamtstädtisch die Stadttaubenproblematik zukünftig lösen zu können, ist die 
Errichtung weiterer Taubenhäuser nötig. Dies ist auch von der Politik in verschiedenen weiteren 
Stadtteilen gewünscht. Hier müssen geeignete Standorte gesucht werden, vorstellbar sind Stadtteile 
wie Mülheim, Porz und Chorweiler.  
 
Um eine Betreuung weiterer Standorte gewährleisten zu können, ist die Kooperation mit einem weite-
ren Verein geplant, der hierzu bereits seine Bereitschaft signalisiert hat. Hierzu benötigt es zusätzli-
che städtische finanzielle Ausstattung. 
 
Finanzierung 
 
Bei dem Taubenhaus handelt es sich um eine Maßnahme aus dem Bereich „Überwachung Tier-
schutz“. In diesem Bereich wurden bislang nur Sachkosten (auch für den Taubenschutz) in den Teil-
planzeilen 13- Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen und 16 - sonstige ordentl. Aufwendun-
gen veranschlagt. Der Zuschuss ist in der Teilplanzeile 15- Transferaufwendungen darzustellen, so 
dass eine Mittelumschichtung erforderlich ist. Die genannten Aufwendungen führen nicht zu einem 
Mehrbedarf gegenüber der beschlossenen Haushaltsplanung 2020/2021 inkl. mittelfristiger Finanz-
planung. Die Mittelfristplanung selbst stellt noch keine gesicherten Aufwandsermächtigungen dar. 
Das zuständige Dezernat wird im Rahmen des Haushaltsplanaufstellungsprozesses 2022 ff. inner-
halb des dann zugewiesenen Budgets die erforderlichen Mittel, ggf. durch Umschichtung, vorsehen.

Beratungsverlauf (1)

22.04.2021 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 4.2.5 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Ebertplatz
  • Hansaring

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Details

Aktenzeichen
1121/2021
Typ
Beschlussvorlage Ausschuss
Datum
31.03.2021
Erstellt
24.03.2021 10:28