1121/2021
Das Kölner Stadttauben-Modell
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Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteilig. ( UmweltA + VA)
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Hinweise zum Ausfüllen der Anlage Anlage „Öffentlichkeitsbeteiligung“ VARIANTE 1 Beteiligungsstufe Ausgestaltung (wesentliche Beteiligungsformate) ☐ Information ☐ Anhörung / Beratung ☐ Mitgestaltung / Mitverantwortung VARIANTE 2 ☐ Das Beteiligungskonzept ist bereits beigefügt beziehungsweise wird in der nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. ☐ Folgender Verfahrenstyp wird empfohlen: Beteiligungsstufe Ausgestaltung (wesentliche Beteiligungsformate) ☐ Information ☐ Anhörung / Beratung ☐ Mitgestaltung / Mitverantwortung ☐ Eine Öffentlichkeitsbeteiligung ist gesetzlich vorgeschrieben. ☐ Folgende Form des Verfahrens ist vorgeschrieben: ☐ Das Beteiligungskonzept ist bereits beigefügt beziehungsweise wird in der nächsten Sitzung zur Entscheidung vorgelegt. ☐ Ein spezielles Verfahren ist nicht vorgeschrieben. Folgender Verfahrenstyp wird empfohlen: ☐ Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird vorgeschlagen. VARIANTE 3 X Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen, weil: Grund Begründung ☐ Dringlichkeitsentscheidung ☐ Eine Öffentlichkeitsbeteiligung hat bereits stattgefunden. ☐ Der Gestaltungsspielraum ist nicht ausreichend. ☐ Eine Verfahrensverlängerung erzeugt schwerwiegende Nachteile. X Sonstiges Es wird vorgeschlagen, den Kölner Taubenhilfe Verein auf dessen Antrag zur Betreibung des Kölner Stadttauben-Modells zu fördern. Dies bedingt eine Umschichtung von Finanzmitteln. Dies bietet für Bürger*innen keinen Gestaltungsspielraum bei einer Öffentlichkeitsbeteiligung. Sollte der P latz zur Skizzierung der Ausgestaltung der Öffentlichkeitsbeteiligung oder zur Begründung, weshalb keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen wird, nicht ausreichen, fügen Sie bitte ein zusätzliches Blatt bei.
Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/57 Vorlagen-Nummer 1121/2021 Freigabedatum 31.03.2021 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Das Kölner Stadttauben-Modell Beschlussorgan Ausschuss Klima, Umwelt und Grün Gremium Datum Beschluss: 1. Der Ausschuss Klima, Umwelt und Grün beschließt das vorgelegte Konzept „Kölner Stadttau- ben-Modell“. Die Verwaltung wird beauftragt die erfolgreiche Kooperation mit dem Verein „Kölner Taubenhilfe e.V.“ fortzusetzen und mit weiteren Partner*innen weitere Standorte zu entwickeln. Dem Verein „Kölner Taubenhilfe e.V.“ wird ein Zuschuss iHv 178.480 € brutto (je 89.240 € für 2021 und 2022) gewährt. 2. Die erforderlichen Finanzmittel für 2021 stehen im Teilergebnisplan 0206 - Verbraucherschutz und Veterinäraufsicht zur Verfügung. Der Ausschuss stimmt einer hierfür erforderlichen Mit- telumschichtung in die Teilplanzeile 15 - Transferaufwendungen zu. Die Deckung erfolgt aus der Maßnahme Überwachung Tierschutz, Teilplanzeile 13 - Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen. Die Finanzmittel 2022 werden in der kommenden Haushaltsplanung für das Jahr 2022 in der Teilplanzeile 15 berücksichtigt. Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 22.04.2021 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 0 % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme in den Jahren 2021 und 2022 jew. 89.240 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja 0 % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Das Kölner Stadttauben-Modell Ausgangssituation Die Stadt Köln blickt auf diverse vergebliche und kostenaufwendige Versuche in der Vergangenheit zurück. Bereits in den 80er Jahren wurde damit begonnen, sich mit der Problematik der Stadttauben- population auseinanderzusetzen. Es wurde versucht, durch den punktuellen Aufbau von zunächst drei Taubenhäusern (z.B. am Ebertplatz) die Situation in den Griff zu bekommen. Der Kostenaufwand belief sich auf 99.000 DM. Dieser Versuch scheiterte und letztlich mussten die Häuser unter erneutem Kostenaufwand wegen fehlender Standsicherheit wieder abgebaut werden, ohne dass sie je ihren Zweck erfüllt hatten. Erkenntnisse hieraus zeigen, dass das Aufstellen von Taubenhäusern umsichtig durchdacht und kon- zipiert werden muss. Von immenser Bedeutung ist die richtige Standortwahl und die regelmäßige, verlässliche und fachliche Betreuung. Zudem ist sehr wichtig, ob es sich bei den beobachteten 3 Schwärmen um Brut‐, Fress‐, Nist‐ oder Platzschwärme handelt. Dort wo sich Tauben tagsüber auf- halten, brüten sie nicht zwangsläufig. Die hierfür in Frage kommenden Grundstücke sind jedoch überwiegend in Privatbesitz. Nicht nur die Aufstellung, sondern auch ein Betretungsrecht wäre hierbei vorab rechtlich mit dem Besitzer zu klären. Taubenvergrämungskonstruktionen wurden im Laufe der Jahre eingerichtet und wieder entfernt, da auch hier Nachteile, insbesondere tierschutzrechtlicher Art, auftraten, die den kurzfristigen Erfolg überwogen. Konsequenz Die Stadt suchte ein neues und bewährtes Konzept zur Reduzierung des Taubenbestandes. Und orientierte sich auch an den Erfahrungen anderer Städte. Ein tierfreundliches Konzept zur Reduktion der Tauben in Großstädten wird in mehreren Städten eingesetzt, da es im Vergleich zu anderen tier- schutzgerechten Modellen kostengünstiger ist und meist durch Tierschützer und ehrenamtliche Helfer betrieben werden kann. Bei diesen Modellen von Taubenhäusern, die ihren Ursprung in Augsburg oder in Aachen haben, setzt man auf einen offenen Ein- und Ausflug und versucht durch Füttern in und um diese Anlagen die Tauben von den Problemzonen wegzulocken. Wichtig ist für eine Eindämmung die Gelege auszutau- schen. Grundvoraussetzung ist eine gut organisierte Betreuung des Taubenschlages. Der Betrieb sollte durch ehrenamtliche Helfer erfolgen. Zur Realisierung sind städtische Zuschüsse notwendig. Taubenhäuser reduzieren nicht stadtweit die Taubenschwärme. Eine kurzfristige Taubenreduktion ist in den Problemzonen bei diesen Modellen nicht zu erwarten, man dämpft jedoch langfristig die sonst kontinuierlich anwachsende Stadttaubenproduktion. Mit einem betreuten Taubenschlag wird versucht, den Bestand tiergerecht dort annähernd gleich zu halten. Der Kölner Ansatz Trotz der Fehlschläge der Vergangenheit hat die Stadt die Zusammenarbeit mit dem Verein Kölner Taubenhilfe gesucht, um einen erneuten Versuch zu starten. Als Pilotprojekt wurde am Hansaring ein Taubenhaus errichtet. Immer unter der Prämisse, wenn dieses Projekt einen messbaren Erfolg zeigt, ist ein weitergreifender Einsatz durchaus denkbar. Im November 2019 wurde der betreute Taubenschlag am Kölner Hansaring nach einer sechswöchi- gen Bauphase offiziell in Betrieb genommen. Ziel des betreuten Taubenschlags am Hansaring ist die dort angesiedelten Stadttauben in den neuen Taubenschlag umzusiedeln und durch dauerhafte Hal- tung die Taubenpopulation langfristig einzudämmen. Mit der erfolgreichen Umsiedlung halten sich die Tiere weniger in den Bereichen der S- und U-Bahn auf und verursachen so weniger Dreck sowie Schmutz. Außerdem wird den Stadttauben ein sicherer Lebensraum mit artgerechtem Futter, saube- rem Wasser und Brutplätzen geboten. Taubeneier werden regelmäßig durch Gipseier ausgetauscht und sorgen so für eine effektive und langfristige Reduzierung der Taubenpopulation. Artgerechtes Futter sorgt zusätzlich für eine bessere Kotkonsistenz und ist somit einfacher zu entfernen, was als Folge die Reinigung erleichtert. Die Stadttauben haben nach einer kurzen Anfütterungsphase das Taubenhaus gut angenommen. Locktaubenpaare haben hier maßgeblich geholfen, die Tauben in den Innenbereich des Tauben- schlages zu halten. Tauben sind sehr standorttreu und so haben bereits im Juni 2020 um die 150 Tiere das Taubenhaus als ihr neues Zuhause bezogen und halten sich dauerhaft dort auf. Dies ist auch an der S- und U- Bahn-Haltestelle spürbar, denn in diesem Bereich halten sich nun weniger Tauben auf. Pro Tag werden im Taubenschlag ca. 5 Liter Wasser und ca. 11 kg Körnerfutter benötigt. Die zu Be- ginn angesiedelten Locktaubenpaare leben und brüten weiterhin im betreuten Taubenschlag. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse vor, die zeigen, dass die Idee funktioniert und die Tauben den neuen Standort annehmen. Unterstützende Kampagnen, die das Taubenhaus erklären und zusätzlich vor verbotener Fremdfütterung schützen sollen, sind geplant. 4 Kooperation mit der Kölner Taubenhilfe e.V. Die Kölner Taubenhilfe betreibt einen Lebenshof für Stadttauben im Kölner Norden im Stadtteil Wei- denpesch. Hier finden gerettete Stadttauben, Handaufzuchten, ausgesetzte und ungewollte Rasse-, Hochzeits- und Brieftauben, die von Ihren Besitzern nicht mehr gewollt sind, sowie gehandicapte Tauben ein tiergerechtes und sicheres Zuhause. Im Januar 2020 wurde dem Verein das Grundstück von der Stadt Köln zur Miete zur Verfügung ge- stellt, da das alte durch den Verpächter gekündigt wurde. Das neue Grundstück bietet dem Verein jedoch so viel mehr Platz und Möglichkeiten, dass dort auch in Zukunft weiteren Tauben geholfen werden kann und ein Zuhause bietet. Der Taubengnadenhof liegt versteckt und geschützt eingezäunt von Bäumen. In ausgebauten Volieren leben die Stadttauben, sie finden dort einen sicheren Lebens- raum. Weitere Volieren sind geplant, um die Tiere gezielter versorgen zu können. Die Kooperation mit dem Verein Kölner Taubenhilfe erstreckt sich auf den Taubengnadenhof und das Pilotprojekt am Hansaring! Der Verein betreut im Auftrag der Stadt Köln beide Projekte. Darüber hin- aus übernimmt der Verein wesentlich Aufgaben in der gesamten Stadt: Der Lebenshof dient hier als Dreh- und Angelpunkt des Stadttaubenmanagements. Für diese engagierte ehrenamtliche Arbeit un- terstützt die Stadt Köln die Arbeit des Vereins und die Betreuung des Pilotprojektes am Hansaring. Das Pilotprojekt Taubenhaus am Hansaring zeigt, dass die gesteckten Ziele erreicht werden können. Dies erfordert ein fundiertes Management, das in Zusammenarbeit mit dem Verein möglich ist. Um nachhaltig und gesamtstädtisch die Stadttaubenproblematik zukünftig lösen zu können, ist die Errichtung weiterer Taubenhäuser nötig. Dies ist auch von der Politik in verschiedenen weiteren Stadtteilen gewünscht. Hier müssen geeignete Standorte gesucht werden, vorstellbar sind Stadtteile wie Mülheim, Porz und Chorweiler. Um eine Betreuung weiterer Standorte gewährleisten zu können, ist die Kooperation mit einem weite- ren Verein geplant, der hierzu bereits seine Bereitschaft signalisiert hat. Hierzu benötigt es zusätzli- che städtische finanzielle Ausstattung. Finanzierung Bei dem Taubenhaus handelt es sich um eine Maßnahme aus dem Bereich „Überwachung Tier- schutz“. In diesem Bereich wurden bislang nur Sachkosten (auch für den Taubenschutz) in den Teil- planzeilen 13- Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen und 16 - sonstige ordentl. Aufwendun- gen veranschlagt. Der Zuschuss ist in der Teilplanzeile 15- Transferaufwendungen darzustellen, so dass eine Mittelumschichtung erforderlich ist. Die genannten Aufwendungen führen nicht zu einem Mehrbedarf gegenüber der beschlossenen Haushaltsplanung 2020/2021 inkl. mittelfristiger Finanz- planung. Die Mittelfristplanung selbst stellt noch keine gesicherten Aufwandsermächtigungen dar. Das zuständige Dezernat wird im Rahmen des Haushaltsplanaufstellungsprozesses 2022 ff. inner- halb des dann zugewiesenen Budgets die erforderlichen Mittel, ggf. durch Umschichtung, vorsehen.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Ebertplatz
- Hansaring
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 1121/2021
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 31.03.2021
- Erstellt
- 24.03.2021 10:28