V/0674/2006
Service Learning - Ehrenamtliches Engagement in Schulen
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Finanzplan
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Anlage zur Vorlage V/0674/2006 Finanzplan „Service Learning“ 2006 (15.11. – 31.12.2006) 2007 2008 Stiftung Bürgerwaisenhaus 2.500 € 20.000 € 20.000 € Stiftung Westfaleninitiative 2.000 € 15.000 € 15.000 € Stiftung*Bürger für Münster 1.000 € 7.500 € 7.500 € Gesamtbeträge 5.500 € 42.500 € 42.5000 € Personalkosten 19,25 Std. Stelle = ~ 31.000 € jährlich Sachkosten ~ 11.500 € jährlich
Beschlussvorlage
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V/0674/2006 DER OBERBÜRGERMEISTER V/Stift Betrifft Service Learning - Ehrenamtliches Engagement in Schulen Beratungsfolge 21.09.2006 Stiftungskommission Vorberatung 24.10.2006 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 26.10.2006 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 08.11.2006 Hauptausschuss Vorberatung 08.11.2006 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: Die Stiftung Bürgerwaisenhaus wird beauftragt, das Projekt „Service Learning“ mit den Kooperati- onspartnern Stiftung*Bürger für Münster und Stiftung Westfalen-Initiative bis Ende 2008 durchzu- führen. Kosten/Folgekosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass stiftungsseitig Kosten in einer Gesamthöhe von 42.500 Eu- ro entstehen. Finanzierung/Mittelbereitstellung Die o. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: Wirtschaftsjahr 2006 (15.11. bis 31.12.2006) Wirtschaftsjahr 2007 Wirtschaftsjahr 2008 Stiftung Bürgerwaisenhaus 2.500 Euro 20.000 Euro 20.000 Euro Gesamtkosten 42.500 Euro Vorlagen-Nr.: V/0674/2006 Auskunft erteilt: Herr Claahsen Ruf: 492 59 03 E-Mail: Claahsen@stadt-muenster.de Datum: 29.08.2006 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0674/2006 Begründung: 1. Ausgangslage Seit Einrichtung der Freiwilligenagentur Münster im Jahre 1999 durch die Stiftung Siverdes ist die Stärkung des Bürgerengagements mit unterschiedlichen Engagementformen u. a. Schwerpunktthema im Stiftungshandeln. Von der Freiwilligenagentur selbst, aber auch in Kooperation mit Trägern und Hochschulen in Münster, sind Projekte zur Förderung des eh- renamtlichen Engagements, insbesondere für junge Menschen, entwickelt und durchge- führt worden. Service Learning ist die konsequente Weiterentwicklung der Aktivitäten zur Stärkung des Ehrenamtes bei jungen Leuten. Es sind neue, auf die Lebenssituation junger Menschen zugeschnittene, Formen des Ehrenamtes entwickelt und angeboten worden. Dazu gehören u. a. punktuelles, zeitlich befristetes ehrenamtliches Engagement (siehe Freiwilligentag am 23.09.2006) wie auch z. B. Service Learning als integraler Bestandteil von Schule und Ausbildung. Service Learning („Verantwortung lernen“) ist ein in den USA verbreitetes Konzept, das Demokratiebewusstsein, Partizipation und Förderung des Gemeinwohls zum Ziel hat. Im Rahmen der Institution Schule engagieren sich junge Menschen ehrenamtlich für Gemein- de und Gemeinwesen. Sie tun etwas für andere und für ihre eigene Entwicklung, in dem sie für konkrete Probleme in ihrer Umgebung Angebote machen und durchführen. Service Learning ist eine Methode, um curricular vorgesehene Lerninhalte umzusetzen. Die Umset- zung von Lerninhalten des Curriculums unterscheidet Service Learning von anderen For- men bürgerschaftlichen ehrenamtlichen Engagements junger Menschen. Über Service Learning werden Schülerinnen und Schüler mit einer anderen – noch nicht allzu verbreite- ten – Form „frühen“ ehrenamtlichen Engagements konfrontiert. Die Schülerinnen und Schüler können ihre nähere Umgebung mit der Fragestellung, wo und in welcher Form Unterstützung gebraucht wird, erforschen. Für diesen Bedarf entwi- ckeln sie Lösungen, die sie anbieten. Es konnte durch Studien in den USA nachgewiesen werden, dass Service Learning positi- ve Entwicklungen in folgenden Bereichen hat: • verbesserte Kommunikationsfähigkeit • stärkere Identifikation mit Schule • bessere Bewertung der eigenen Chancen in der Schule • Übernahme von Verantwortung für reale Probleme • stärkeres Selbstwertgefühl • Kooperationsbereitschaft • ethisches Denken • Problemlösungsfähigkeit • Sensibilisierung für Probleme und Umgebung • Entwicklung von „Führungsqualitäten“ • verstärktes, bürgerschaftliches Engagement Die gezielte Integration von Lerninhalten und Lernprozessen ist im Konzept verankert. Es wird das Lernverhalten verbessert, weil im Lernen ein Sinn erkannt wird. 2. Projektauswirkungen • Service Learning fördert Handlungsfähigkeit, verbessert das Selbstwertgefühl und eröffnet Chancen bei der Berufsfindung. Eigene Kompetenzen werden entdeckt und gestärkt. • Die Qualität sozialer Beziehungen wird gesteigert. • Die bürgerschaftliche Kompetenz wird gestärkt. - 3 - V/0674/2006 3. Projektziele Ziel des Modellprojektes Service Learning ist die Etablierung von Service Learning in etwa 8 bis 10 Schulen unterschiedlicher Schulformen i nnerhalb Münsters. Über die Projektbetei- ligung der Stiftung Westfalen-Initiative werden weitere Schulen im Einzugsbereich Westfa- len-Lippe dem Projekt angeschlossen. Hierfür kommen etwa 2 bis 4 Schulen unterschiedli- cher Schulformen in Frage. Die Auswahl der Schulen erfolgt über eine Bewerbung der Schulen bei der Projektträgergemeinschaft. Weiteres Ziel ist die zunehmende Verbreitung von Service Learning und die langfristige, nachhaltige Institutionalisierung in Schulen. Darüber hinaus fördert das Projekt den Aufbau neuer Kommunikationsstrukturen zwischen Schulen, Gemeinden und Organisationen. 4. Projektumsetzung In der ersten Phase (siehe Anlage Zeitplan) wird das Projekt Service Learning inhaltlich vorbereitet. Der Kontakt zu den Schulen wird hergestellt und die Bewerbung der Schulen vorbereitet. Es werden nach Auswahl der Schulen Masterpläne erarbeitet, die die Kriterien für die Umsetzung der Einzelprojekte vor Ort beinhalten. Die Freudenbergstiftung mit Sitz in Weinheim fördert seit langem Ansätze von Serv ice Learning, in dem sie Projekte von Ser- vice Learning evaluiert und als „Good Practice – Beispiele“ beschreibt. Es ist eine enge Kooperation zur Freudenbergstiftung vorgesehen. Das Erkunden der Umgebung und des Umfeldes zur Beschreibung der jeweiligen Bedarfe kann in den Schulen stattfinden oder durch eine direkte Zuweisung von Schüleraktivitäten zu Ehrenamtsfeldern ersetzt werden, wenn Schulen sich bereits Gedanken über den Schülereinsatz gemacht haben. Die Kooperationspartner – Stiftung*Bürger für Münster, Stiftung Westfalen-Initiative und die Stiftung Bürgerwaisenhaus – bilden einen Beirat, dem u. a. Vertreter des Stiftungspools, der Projektschulen und der Schulaufsicht sowie des Amtes für Schule und Weiterbildung und des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien angehören. Sollte auf Landesebene Interesse an diesem Modellprojekt gezeigt werden, ist die Einbeziehung z. B. eines Vertre- ters des Schulministeriums denkbar. Das engere Steuerungsgremium des Projektes bilden die drei oben genannten Projektträger. Neben der intensiven Öffentlichkeitsarbeit zum Projekt ist auch Elterninformation ein wich- tiger Bestandteil des Projektes. Es soll eine Plattform für Service Learning im Internet, mög- licherweise im Rahmen des Internetauftritts der Freiwilligenagentur, erstellt werden. Die Tätigkeiten von Schülerinnen und Schülern werden dokumentiert (Portfolio, Tagebuch führen, Bericht etc.). Fragebögen zur Evaluation werden vorbereitet und begleiten das Pro- jekt von Beginn an. Die Umsetzungsphasen in den Schulen können bis zu einem halben Jahr laufen. Durch besondere Abschlussveranstaltungen wird das Schülerengagement ge- würdigt. Wünschenswert wäre die Dokumentation des jeweiligen Engagements im Rahmen von Service Learning Projekten auf den Schuljahres- und/oder Abschlusszeugnissen. In der Nachbereitungsphase des Projektes wird der Projektverlauf dokumentiert, weiteren Schulen vorgestellt und intensiv für die weitere Verbreitung von Service Learning gewor- ben. Für die o. g. Aufgaben ist nach Ansicht der drei kooperierenden Stiftungen eine Fach- kraft im Umfang von ca. 20 Wochenstunden erfor derlich – zeitlich befristet für die Dauer des Projektes. Die Kosten dafür betragen ca. 2/3 der Gesamtkosten; das restliche Drittel wird für Sachkosten wie Informations- und Arbeitsmaterialien, Fortbildung, Projektdoku- mentation, Öffentlichkeitsarbeit, Preise und Projektmittel für die sich beteiligenden Schulen und ähnliches verwandt. Jede der sich beteiligenden Stiftungen ist bereit, diese Fachkraft für die Dauer des Projektes einzustellen, damit wird sie nicht im städt. Personalhaushalt verankert. - 4 - V/0674/2006 5. Finanzierung des Projektes Der Finanzierung des Projektes liegt der beigefügte Finanzplan (siehe Anlage) zugrunde. Der Projektzeitraum ist befristet ab dem 15.11.2006 bis zum 31.12.2008 auf etwas mehr als 2 Jahre. Die Kosten werden anteilig von den Projektpartnern nach dem im Finanzplan an- gegebenen Schlüssel übernommen. 6. Finanzierung über die Stiftung Bürgerwaisenhaus Die Stiftung Bürgerwaisenhaus ist als Jugendhilfestiftung vor dem Hintergrund ihres Stif- tungszwecks in besonderer Weise geeignet, das Projekt Service Learning mit den genann- ten Projektpartnern durchzuführen. Insbesondere nach der Veräußerung des stiftungseige- nen Geländes Schulstraße / Uppenbergstraße an die Stadt Münster im Jahre 2003 hat die Stiftung Bürgerwaisenhaus erstmalig ab 2007 Erträge erwirtschaften können, die vom Um- fang her geeignet sind, nach langer Zeit den Stiftungszweck wieder zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund ist es um so wichtiger, gerade für den erneuten operativen „Projektstart“ der Stiftung auch deutliche inhaltliche Schwerpunkte in der Arbeit mit jungen Menschen zu set- zen. Service Learning ist ein im Bereich der Präventionsarbeit für junge Menschen ange- siedeltes Projekt. Es verleiht der Stiftung einen Schwerpunktbereich, der mit dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien als auch dem Amt für Schule und Weiterbildung inhaltlich abgestimmt ist. Über die jeweils verbleibenden Mittel aus den Erträgen der Stiftung Bür- gerwaisenhaus findet derzeit eine enge Abstimmung, insbesondere mit dem Amt für Kin- der, Jugendliche und Familien, innerhalb der Verwaltung statt. Dazu erarbeitet die Stif- tungsverwaltung eine richtungsweisende Vorlage zur Neustrukturierung der Stiftung Bür- gerwaisenhaus, die die Ratsgremien noch in diesem Jahr erreichen wird. I. V. I. V. gez. gez. Dr. Klein Dr. Hanke Anlage: Finanzplan
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungOrte (2)
- Uppenbergstraße
- Schulstraße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0674/2006
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 31.08.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37