2014/0097
Novellierung Industriepolitisches Leitbild
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INDUSTRIEPOLITISCHES LEITBILD der WISSENSCHAFTSSTADT DARMSTADT PRÄAMBEL International, nachhaltig und zukunftsfähig aufgestellt Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Unternehmerverband Südhessen e.V. gehen übereinstimmend davon aus, dass die Industrie mit Forschung und Entwicklung (FuE) und Produktion sowie das produzierende Handwerk auch in Zukunft eine Schlüsselstellung für den Standort Deutschland insgesamt und für Darmstadt im Besonderen haben. Dies fördert die Sicherung von vorhandenen und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für Menschen mit unterschiedlicher Bildung und Qualifikation in Stadt und Region. Mit der Fortentwicklung des 1998 vereinbarten Industriepolitischen Leitbildes wollen die beiden Partner den Dialog zwischen Politik und Industrie vertiefen, das gegenseitige Vertrauen in zukunftsorientiertes Handeln erhöhen und den international ausgerichteten, technik- und wissensbasierten Industriestandort Darmstadt weiter profilieren. Dabei werden besonders die Vernetzungen zwischen FuE, Produktion und unternehmensbezogenen Dienstleistungen gestärkt, die Zusammenarbeit entlang der Bildungskette mit besonderem Blick auf Forschungseinrichtungen und Fachbereichen der Hochschulen gefördert und die Basis für zukünftige Innovationen erweitert. Anknüpfend an die gemeinsame Verantwortung für Mensch, Umwelt und Zukunft stehen die drei Säulen nachhaltigen Handelns Ökonomie, Soziales und Ökologie dabei im Mittelpunkt gemeinsamer Projekte und Standortaktivitäten. I Industriepolitisches Leitbild: Ein Beitrag für Wachstum, Wohlstand und Verantwortung Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist ein starker Motor der ökonomischen Entwicklung in der südlichen Metropolregion RheinMain. Die oberzentrale Ausstrahlung wirkt bis in den nördlichen Teil der Metropolregion Rhein-Neckar und umfasst damit den gesamten Wirtschaftsraum Südhessen. Die örtlichen Standortbedingungen für Investoren, Verkehrssysteme, Genehmigungsverfahren, Gewerbe- und Wohnungsbauflächen, Bildungs-, Weiterbildungs- und Kulturangebote, Industrieakzeptanz und Technologieförderung haben deshalb eine starke Impulsfunktion für die gesamte Region und die dort ansässigen Unternehmen. Sie sind eine wichtige Grundlage für nachhaltiges Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung. Das Industriepolitische Leitbild muss hierfür eine dynamische Richtschnur bieten, anhand derer die Partner gemeinsam Strategien zur Bewältigung tagesaktueller und perspektivischer Aufgabenstellungen erarbeiten können. Hierzu zählen mit einer langfristigen Perspektive zum Beispiel der Umgang mit dem demografischen Wandel und seinen Folgen für den Arbeitsmarkt und die Sozialsysteme. Von besonderer Bedeutung sind die Umsetzung der Energiewende und die Umstellung von fossilen auf regenerative Energieträger. Hier gilt es, das Innovationstempo bei Speicher-, Steuerungs- und Netztechniken zu beschleunigen. Arbeitsplatz gefährdende Kostenstrukturen müssen vermieden und die Stabilität und Bezahlbarkeit des Stromversorgungssystems für Bürger und Wirtschaft gesichert werden. Das Industriepolitische Leitbild orientiert sich an der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung. Es begleitet sowohl die Ressourcenschonung als auch neue technologische Entwicklungen. Zusätzlich berücksichtigt es den kontinuierlichen Strukturwandel sowie die Wechselbeziehungen zwischen industrieller Produktion, industrienaher Dienstleistung, wissensbasierter FuE und steigender Internationalisierung. Mit der Unterstützung von Netzwerken zwischen Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen wird der Weg für eine moderne und innovative Industriepolitik bereitet. Das Industriepolitische Leitbild hat aber auch Orientierungsfunktionen für soziale, bildungs- und beschäftigungspolitische Fragen sowie deren zukünftige Lösungsansätze. Denn wirtschaftliche Prosperität, Zukunftstechnologien, ein hoher Beschäftigungsstand und damit einhergehendem Wohlstand sind nur in einem von den relevanten gesellschaftlichen Gruppen akzeptierten Leitbild zu verwirklichen. Ein industriefreundliches Klima erhöht die Resonanz und Akzeptanz der Wirtschaft, insbesondere im öffentlichen Meinungsbild, und fördert so auch Investitionsentscheidungen. Es stärkt darüber hinaus die Identifikation von Unternehmen mit dem Standort und verbessert so das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage auf dem Beschäftigungs-, Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Arbeitsmarkt. Das Industriepolitische Leitbild fördert im Sinne der Partner die Entwicklung neuer Strukturbegriffe und Wirtschaftssystematiken, welche die aktuelle Situation in Wirtschaft und Wissenschaft möglichst objektiv abbilden. Als gutes Beispiel hierfür dient der IT-Sektor, der sich im Teilbereich der Software-Entwicklung von einem reinen Dienstleistungsverständnis hin zu einem Protagonisten eines modernen Industriebegriffs entwickelt hat. Unübersehbar ist, dass sich die verschiedenen Facetten des klassischen Dienstleistungssektors nur in einer Atmosphäre leistungsfähiger und innovativer Produktionsbetriebe entwickeln können. Deshalb ist es notwendig, die Zusammenhänge zwischen Forschung, Produktion, Dienstleistung und Innovation in der Region zu erkennen und im Sinne einer zukunftsweisenden Clusterbildung zu verzahnen. Unternehmen, die FuE, Innovationen, Internationalisierung und Netzwerkbeziehungen dauerhaft verknüpfen, sind deutlich erfolgreicher als andere. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Attraktivität eines Standorts ist das Qualifikationsniveau der Mitarbeiter. Neben grundlegendem fachlichem Können sind heute zunehmend Schlüsselqualifikationen und Kommunikationskompetenzen gefragt. Die Verfügbarkeit von Fachkräften ist das zentrale Schlüsselthema für den künftigen Erfolg der Unternehmen auf regionalen und internationalen Märkten. Vor diesem Hintergrund kommt der frühzeitigen Heranführung von Kindern und Jugendlichen insbesondere an die MINT-Berufe hohe Bedeutung zu. Ebenso wichtig sind konkrete Maßnahmen und ein grundsätzliches Verständnis für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um Fachkräfte an den Standort zu binden und z.B. Mütter und Väter nach einer Elternzeit ohne Hemmnisse zurück ins Berufsleben zu begleiten. Zu einer örtlichen wirtschaftsfreundlichen Kultur zählt auch die Fähigkeit und Bereitschaft, sich auf neue Fragen der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft einzulassen. Um die vorhandenen wissenschaftlichen und forschenden Kompetenzzentren und Cluster in dieses Geflecht mit einzubeziehen, bedarf es der Entwicklung und Pflege von Informationstransfernetzwerken sowie einer nachhaltigen Kommunikation. Damit kann die Umsetzung von wissenschaftlichen Ergebnissen in wirtschaftliche Prozesse und marktfähige Produkte und Verfahren forciert werden. Teil einer solchen Kultur ist auch die verstärkte Einbindung der Bürgerschaft in relevante Prozesse der Stadtentwicklung und die Schaffung einer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz für Planungsprojekte durch Partizipation. Erfolgreiche Unternehmen wissen, dass sie auf eine intakte Region mit guter Infrastruktur und vielfältigen Bildungsangeboten angewiesen sind. Attraktive Regionen setzen umgekehrt auf wettbewerbsfähige und erfolgreiche Unternehmen. Beide Entwicklungen sind wichtige Voraussetzungen, um das Standortprofil zu stärken und die zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen wie z.B. Fachkräftebedarf, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Integration von Menschen in die Berufs- und Arbeitswelt zu lösen. Kernbestandteil eines erfolgreichen unternehmerischen Handelns ist dabei das Prinzip der Freiwilligkeit. Verantwortung soll dabei jenseits gesetzlicher oder sonstiger Vorgaben wahrgenommen werden, so dass nachhaltig soziale, gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Fragen beantwortet werden können. Mit diesen Aktivitäten, die unabhängig von Produkten oder Dienstleistungen gestaltet werden können, positionieren sich Unternehmen als gesellschaftlich verantwortlich handelnde Wirtschaftsakteure und stärken damit ihr Image, ihre Reputation und ihre Innovationsfähigkeit. Ein von den gesellschaftlichen Gruppen akzeptiertes Industriepolitisches Leitbild ist mehr als ein ordnungspolitisches Rahmenprogramm. Es enthält Optionen und Chancen für gemeinsame Problemlösungsstrategien, Wissensnetzwerke und zukunftsorientiertes Handeln - eine wichtige Voraussetzung zum weiteren Ausbau einer Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und Innovation. Um diese Visionen und Zielsetzungen mit Leben und Inhalt zu füllen, bedarf es kontinuierlicher Dialoge, Projekte und Kommunikation der Ergebnisse in und mit der Öffentlichkeit und politischen Mandatsträgern. II Bedeutung der Industrie für die Entwicklung von Stadt und Region Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist sich der hohen Bedeutung der industriellen FuE und Produktion für die wirtschaftliche Prosperität und die Sicherung von Arbeitsplätzen in Stadt und Region bewusst. Die Industrie ist ein starker Motor der wirtschaftlichen Entwicklung, da sie über ihren hohen Exportanteil „Primäreinkommen“ für die Region erzielt. Insbesondere durch die Innovationskraft der Wirtschaft wird die Wettbewerbs- und Konkurrenzfähigkeit einer Region maßgeblich bestimmt. Sie ist ein wesentlicher Auftraggeber für unternehmensbezogene und arbeitsplatzintensive Dienstleistungen, die insbesondere Wissenschaft, Forschung und Service stärken. Ohne eine leistungsstarke und konkurrenzfähige Industrie ist eine gesunde und krisenresistente Wirtschaftsstruktur nicht denkbar. In Folge von industriellem Strukturwandel, Bevölkerungsrückgang in der Region und fortschreitender Globalisierung hat die Darmstädter Industrie eine verstärkte Orientierung hin zu technologieintensiven, zukunftsorientierten Produktionsverfahren und Produkten umgesetzt – dies auf Basis einer Industriestruktur, die seit jeher durch hohe Qualitätsstandards und einen breiten Branchenmix gekennzeichnet war. Für die Wissenschaftsstadt stellen die Industrieunternehmen damit wichtige Anknüpfungspunkte für die zukünftige Entwicklung im Hochtechnologiebereich, das Leben in der digitalen Wissensgesellschaft und den Wachstumsfeldern der Zukunft dar. Unternehmen müssen am Standort jedoch auch räumliche Entwicklungsmöglichkeiten vorfinden, um Ideen in konkrete Produkte umsetzen zu können. Die Verfügbarkeit von flexibel geschnittenen, unbebauten Gewerbegrundstücken ist unter den speziellen Immobilienmarktbedingungen in einer prosperierenden Metropolregion eine wichtige Aufgabe. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass ein weiterer ungebremster Flächenverbrauch minimiert werden muss und der städtebaulichen Innenentwicklung soweit als möglich der Vorzug einzuräumen ist. Deshalb wird die Wissenschaftsstadt Darmstadt in den westlichen Konversionsflächen Kelley-Barracks, Nathan-Hale-Depot und Airfield eine Entwicklung mit gewerblichem Schwerpunkt planungsrechtlich absichern, um so der lokalen Wirtschaftsentwicklung neue Impulse geben zu können. Der Standortausbau bestehender Unternehmen wird dabei ebenso begleitet, wie die Neuansiedlung von Unternehmen. III Industriepolitische Handlungsfelder Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfügt über eine Vielzahl von Handlungsfeldern und Ansatzpunkten, um mit direkten und indirekten Maßnahmen der Stadtentwicklung und der Wirtschaftsförderung die industrielle Produktion am Standort zu sichern und weiter auszubauen. Ebenso nimmt der Unternehmerverband Südhessen e.V. im Auftrag der Mitgliedsunternehmen seine gesellschaftliche Verantwortung an, gestaltet Projekte aus und kooperiert mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie anderen Partnern im regionalen Netzwerk. Die folgenden Themenbereiche sollten Kernpunkte des zukünftigen gemeinsamen Dialogs sein. Die Fortschreibung und Erneuerung ist ein permanenter Prozess. Von besonderer Bedeutung sind dabei folgende Schlüsselbereiche: 1. Standortmarketing Beste Standortbedingungen für Unternehmen und Investoren Werbung für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Darmstadt Pflege einer Willkommenskultur für ausländische Studierende Kooperation mit Wirtschaftsförderern der Metropolregion, der Hessen Agentur und mit Fachstellen des Landes Hessen Nutzung des Instruments internationaler Städtepartnerschaften für das Standortmarketing Gesellschaftliche Industrieakzeptanz Stärkung des Branchenmix 2. Standortsicherung und Ausbau des Standorts Kontinuierlicher industriepolitischer Dialog mit Unternehmensbesuchsprogrammen, Brachentreffs, Wirtschaftsgesprächen etc. Vorrangige Sicherung der betrieblichen Weiterentwicklung am Standort Bereitstellung von Erweiterungsmöglichkeiten Begleitung von Umstrukturierungen Planungsrechtliche Sicherung des Umfeldes Entwicklung von Rahmenplänen Räumliche Steuerung des großflächigen Einzelhandels durch Einzelhandels- und Zentrenkonzepte 2.1 Genehmigungsverfahren Effiziente Verfahren Zügige Behandlung industrieller Vorhaben Planungssicherheit Gesellschaftliche Akzeptanz auf Basis geeigneter Bürgerbeteiligung Schaffung von Verlässlichkeit bei umweltrechtlichen Fragestellungen 2.2 Betreuungsangebot Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Quantitativ ausreichende und qualitativ breit aufgestellte Kinderbetreuung in den Bereichen U3 und Ü3 Offenheit für betriebsnahe Betreuungsangebote 2.3 Schulen Attraktive Schulprofile Moderne Schulbauten Gute Lehrerversorgung Ausbau der Hortbetreuung und der Ganztagesangebote Verlässliche Anschlussfähigkeit am Übergang Schule, Studium, Beruf Zukunftsweisende Schulentwicklung zur Bewältigung des demografischen Wandels Förderung der Zusammenarbeit mit anderen Schulträgern als Impuls zur Schaffung einer Bildungsregion Aufbau von Kompetenzzentren im allgemeinbildenden und beruflichen Schulbereich 2.4 Aus- und Weiterbildung Berücksichtigung industrieller Erfordernisse bei der Aus- und Weiterbildung Förderung neuerAusbildungsberufe Ausbau dualer kooperativer und berufsbegleitender Studiengänge Transparenz der Bildungsangebote Fachkräftebedarfsorientierte Förderung 2.5 Wissens- und Technologietransfer International attraktiver Standort Know-how von Wissenschaftlern und Studierenden regional binden Forschung, Entwicklung und Innovation in Unternehmen fördern Zusammenarbeit mit den Institutionen der Wissenschaft Kooperationen mit staatlichen Forschungseinrichtungen (z. B. Fraunhofer, GSI) Stärkung der Innovationskraft (auch über Akademiker aus dem Ausland) Unterstützung von Existenz- und Unternehmensgründungen Förderung der Netzwerkarbeit mit TUD, HDA, HRM Aufbau von Wissensclustern durch Wissenschaft und Wirtschaft Verknüpfung von Industrie und Dienstleistung Austausch von Personen und Ideen zwischen Industrie und Hochschulen Engagement von Unternehmern und Unternehmen für wissenschaftliche Initiativen Mitwirkung von Wirtschaft an Drittmittelprojekten und Stipendien Mitarbeit im Arbeitskreis Schule,-Hochschule-Wirtschaft 2.6 Verkehrsinfrastruktur Förderung der regionalen Verkehrsinfrastruktur und Attraktivität Verbesserung der Erreichbarkeit der Industriestandorte Berücksichtigung industrieller Erfordernisse bei der Verkehrsplanung Sicherung von Industriegleisen zum Massen- und Gefahrgütertransport Bereitstellung ausreichender Logistik-Services für die Unternehmen Ausbau des regionalen ÖPNV-Netzes insbesondere für die Pendler-Zielgruppen Hinreichende und preisgünstige Parkplätze Fortführung von Maßnahmen zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs Begleitung innovativer Mobilitätsmanagement-Konzepte in Wirtschaft und Verwaltung Bereitstellung einer leistungsfähigen ICE- und Güterverkehrsanbindung 2.7 Energie und Umwelt Nachhaltige Umweltpolitik Bereitstellung eines lebenswerten Arbeits- und Wohnumfeldes Versorgung und Entsorgung (Stadt-)Klimaschutz Lärmschutz Umweltschutz Förderung regenerativer, klimaneutraler Energien Verlässliche und bezahlbare Energieversorgung Sicherung und Ausbau der Energienetze Ausbau der Infrastruktur für Elektromobilität 2.8 Gewerbeflächen Ausweisung von gewerblichen Flächen, bevorzugt als Innenentwicklung Reaktivierung industrieller Brachflächen Nutzungskonzepte für Konversionsflächen 2.9 Arbeitsmarkt Stärkung des regionalen Arbeitsmarktes Begleitende Maßnahmen zur Anwerbung neuer Arbeitskräfte (auch aus dem Ausland) Ausbildungsplätze Aktivierung bildungsbenachteiligter Bevölkerungsgruppen Abbau funktionaler Grundbildungsdefizite 2.10 „Weiche“ Standortfaktoren Wohnungsmarkt Kultur und Kunst Freizeit und Erholung Offenheit gegenüber ausländischen Fachkräften Sicherung eines funktionierenden sozialen Umfelds durch Prävention und Inklusion Unterstützung von CSR-Initiativen, die ökonomische und gesellschaftliche Verantwortung gleichermaßen abbilden Stärkung des Vertrauens in wirtschaftliche und politische Entscheidungen durch transparente Entscheidungsverfahren IV Zusammenarbeit Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Unternehmerverband Südhessen e.V. vereinbaren den begonnenen Weg des vertrauensvollen Dialogs fortzuführen und damit zur Sicherung einer zukunftsorientierten Entwicklung der industriellen Produktion am Standort Darmstadt beizutragen. Zielsetzung ist es, nicht nur einzelne Sachthemen zu erörtern und weiter zu entwickeln, sondern auch Erreichtes zu evaluieren und Erfolgsgeschichten fortzuschreiben. Hierzu treffen Vertreter des Unternehmerverbandes Südhessen e.V. und Mitglieder des Magistrats mindestens einmal jährlich zusammen. Auf der Fachebene erfolgt eine permanente Abstimmung in den konkreten Fragen der industriellen Entwicklung am Standort auch in Kooperation mit weiteren wirtschafts- und wissenschaftsrelevanten Partnern. Anhand der skizzierten industriepolitischen Handlungsfelder sollen gemeinsam kontinuierlich Projekte identifiziert und umgesetzt werden. Dies gilt ebenso für Veranstaltungen, welche sich an eine breitere Fachöffentlichkeit richten. Auch hierbei wollen die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Unternehmerverband Südhessen e.V. regelmäßig kooperieren. Darmstadt, den 09. April 2014 ................................................ ................................................ Jochen Partsch Vorstand und Geschäftsführung Oberbürgermeister Unternehmerverband Südhessen Anhang Datenblatt zum Industriepolitischen Leitbild für die Wissenschaftsstadt Darmstadt): ● Wirtschaftskraft: - Erwerbstätige: 124.800 Personen (2011) - Anstieg 2006-2011: +5,5% - Stabiler industrieller Kern: 19.300 Erwerbstätige im produzierenden Gewerbe (2011) - Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 93.425 Personen (2012, SVB) - Anstieg 2005-2012: +10,5% - Arbeitslosigkeit: 6,6% (Stadt Darmstadt, 2012) - Rückgang 2005-2012: −6,1%-Punkte - Bruttowertschöpfung: 5.903 Mio. € (2009, BWS) - Anstieg 2000-2009: 17,0% = 0,8% über Bundesdurchschnitt - Einpendler: 63.471 Personen (2012, nur SVB) - Auspendler: 23.612 Personen (2012, nur SVB) ● Innovationskraft: - Anteil der hochqualifizierten SVB: 23,0% (2011) - = dritthöchster Anteil unter allen Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland - Anteil der SVB in der Softwareindustrie: 6,12% (2011) - = gegenüber dem Bundesdurchschnitt im Faktor 3,5 erhöht - Prognos-Zukunftsatlas 2013: Dynamikfaktor Platz 8 unter allen Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland; Stärkefaktor Platz 8; Gesamtergebnis Platz 6; beste Stadt außerhalb Bayerns und Baden-Württembergs im Ranking ● Fachkräfteverfügbarkeit: - Studierende gesamt: 39.643 (2012/13) - davon Anteil ausländischer Studierender 6.563 - Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen: 12.538 (2012) - Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen: 19.139 (2012) - Einwohner: 151.944 (2013) - Anstieg seit 1998-2013: +12,3% - Bevölkerungsprognose 2009-2050: +9,4% - Land Hessen im Vergleich: −8,7% - Anteil der unter 20-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Darmstadt bis 2030: Tendenz steigend
2014/0097
3060 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für Wirtschaft
und Stadtentwicklung OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2014/0097
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 571010
Kostenstelle: 015-001-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5710-11 Sachkonto: 6910000
Betreff: Novellierung Industriepolitisches Leitbild
Vorlage vom: 06.03.2014
Beschlussvorschlag :
Der Magistrat stimmt dem vorliegenden Entwurf zur Novellierung des Industriepolitisches
Leitbildes zu.
Anlagen: Industriepolitisches Leitbild 0314.doc
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 06.03.2014
Im Jahr 2000 hatte die Wissenschaftsstadt Darmstadt gemeinsam mit dem
Unternehmerverband Südhessen e.V. ein Industriepolitisches Leitbild aufgestellt und
beschlossen (Vorl. 757/2000).
Dieses Leitbild sollte dazu beitragen, den Dialog zwischen Politik und Industrie zu vertiefen,
das gegenseitige Vertrauen zu erhöhen, damit den Industriestandort zu festigen und die
Interdependenzen zwischen Produktion und unternehmensbezogenen Dienstleistungen zu
stärken.
Diese Zielsetzungen sind nach wie vor aktuell. Der Magistrat ist der festen Überzeugung,
dass die Bewahrung eines industriellen, produzierenden Kerns wirtschaftspolitisch
unverzichtbar und gerade für die Entwicklung eines technologieorientierten Standort s im
Sinne einer Wissenschaftsstadt von hohem Wert ist.
Gleichzeitig haben sich die Herausforderungen an den Wirtschaftsstandort und seine Akteure
inzwischen verändert und erweitert. Zu nennen sind in dieser Hinsicht zum Beispiel die
verstärkte Wertschät zung für einen sinnvollen Ausgleich der drei Säulen nac hhaltigen
Handelns Ökonomie, Soziales und Ökologie, Ressourcen - und Energieeffizienz, der sich
erhöhende Fachkräftebedarf, die Thematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie
eine fortschreitende Internationalisierung. Bedeutsam ist zudem die Verein barung eines
kontinuierlichen Austauschs zwischen Magistrat und Unternehmerverband.
Das Industriepolitische Leitbild der Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde deshalb, erneut in
Kooperation mit dem Unternehmerverband, überarbeitet und damit novelliert. Es lie gt hier
zur Beschlussfassung vor und soll Grundlage des weiteren industriepolitischen Dialogs sein.
Außerdem setzt es ein Zeichen zugunsten des Industrie - und Produktionsstandorts
Darmstadt mit seinem besonderen wissensintensiven Profil.
Darmstadt, den 0 6.03.2014
Dezernat I
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (3)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2014/0097
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 06.03.2014
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00