Regionalrat Köln

2014/0097

Novellierung Industriepolitisches Leitbild

Magistratsvorlage 06.03.2014

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INDUSTRIEPOLITISCHES LEITBILD 
der 
WISSENSCHAFTSSTADT DARMSTADT 
 
PRÄAMBEL 
 
International, nachhaltig und zukunftsfähig aufgestellt 
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Unternehmerverband Südhessen e.V. gehen 
übereinstimmend davon aus, dass die Industrie mit Forschung und Entwicklung (FuE) und 
Produktion sowie das produzierende Handwerk auch in Zukunft eine Schlüsselstellung für 
den Standort Deutschland insgesamt und für Darmstadt im Besonderen haben. Dies fördert 
die Sicherung von vorhandenen und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für Menschen 
mit unterschiedlicher Bildung und Qualifikation in Stadt und Region. Mit der Fortentwicklung 
des 1998 vereinbarten Industriepolitischen Leitbildes wollen die  beiden Partner den Dialog 
zwischen Politik und Industrie vertiefen, das gegenseitige Vertrauen in zukunftsorientiertes 
Handeln  erhöhen und den international ausgerichteten, technik- und wissensbasierten 
Industriestandort Darmstadt weiter profilieren. Dabei werden besonders die Vernetzungen  
zwischen FuE, Produktion und unternehmensbezogenen Dienstleistungen gestärkt, die 
Zusammenarbeit entlang der Bildungskette mit besonderem Blick auf 
Forschungseinrichtungen und Fachbereichen der Hochschulen gefördert und die Basis für 
zukünftige Innovationen erweitert. Anknüpfend an die gemeinsame Verantwortung für 
Mensch, Umwelt und Zukunft stehen die drei Säulen nachhaltigen Handelns Ökonomie, 
Soziales und Ökologie dabei im Mittelpunkt gemeinsamer Projekte und Standortaktivitäten. 
 
I 
Industriepolitisches Leitbild: Ein Beitrag für  Wachstum, Wohlstand und 
Verantwortung 
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist ein starker  Motor der ökonomischen Entwicklung in 
der südlichen Metropolregion RheinMain. Die oberzentrale Ausstrahlung wirkt bis in den 
nördlichen Teil der Metropolregion Rhein-Neckar und umfasst damit den gesamten 
Wirtschaftsraum Südhessen. Die örtlichen Standortbedingungen für Investoren, 
Verkehrssysteme, Genehmigungsverfahren, Gewerbe- und Wohnungsbauflächen, Bildungs-, 
Weiterbildungs- und Kulturangebote, Industrieakzeptanz und Technologieförderung haben 
deshalb eine starke  Impulsfunktion für die gesamte Region und die dort ansässigen

Unternehmen. Sie sind eine wichtige Grundlage für nachhaltiges Wachstum, 
Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung.  
 
Das Industriepolitische Leitbild muss hierfür eine dynamische Richtschnur bieten, anhand 
derer die Partner gemeinsam Strategien zur Bewältigung tagesaktueller und perspektivischer 
Aufgabenstellungen erarbeiten können. Hierzu zählen mit einer langfristigen Perspektive 
zum Beispiel der Umgang mit dem demografischen Wandel und seinen Folgen für den  
Arbeitsmarkt und die Sozialsysteme. Von besonderer Bedeutung sind die Umsetzung der 
Energiewende und die Umstellung von fossilen auf regenerative  Energieträger. Hier gilt es, 
das Innovationstempo bei Speicher-, Steuerungs- und Netztechniken zu beschleunigen. 
Arbeitsplatz gefährdende Kostenstrukturen müssen vermieden und die Stabilität und 
Bezahlbarkeit des Stromversorgungssystems für Bürger und Wirtschaft gesichert werden.  
 
Das Industriepolitische Leitbild orientiert sich an der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung. Es 
begleitet sowohl die Ressourcenschonung als auch neue technologische Entwicklungen. 
Zusätzlich berücksichtigt es den kontinuierlichen Strukturwandel sowie die 
Wechselbeziehungen zwischen industrieller Produktion, industrienaher Dienstleistung, 
wissensbasierter FuE und steigender Internationalisierung. 
 
Mit der Unterstützung von Netzwerken zwischen Unternehmen, Bildungs- und 
Forschungseinrichtungen wird der Weg für eine moderne und innovative Industriepolitik 
bereitet. 
 
Das Industriepolitische Leitbild hat aber auch Orientierungsfunktionen für soziale, bildungs- 
und beschäftigungspolitische Fragen sowie deren zukünftige Lösungsansätze. Denn 
wirtschaftliche Prosperität, Zukunftstechnologien, ein hoher Beschäftigungsstand und damit 
einhergehendem Wohlstand sind nur in einem von den relevanten gesellschaftlichen 
Gruppen akzeptierten Leitbild zu verwirklichen. Ein industriefreundliches Klima erhöht die 
Resonanz und Akzeptanz der Wirtschaft, insbesondere im öffentlichen Meinungsbild, und 
fördert so auch Investitionsentscheidungen. Es stärkt darüber hinaus die Identifikation von 
Unternehmen mit dem Standort und verbessert so das Zusammenspiel von Angebot und 
Nachfrage auf dem Beschäftigungs-, Ausbildungs-, Weiterbildungs- und Arbeitsmarkt. 
 
Das Industriepolitische Leitbild fördert im Sinne der Partner die Entwicklung neuer 
Strukturbegriffe und Wirtschaftssystematiken, welche die aktuelle Situation in Wirtschaft und 
Wissenschaft möglichst objektiv abbilden. Als gutes Beispiel hierfür dient der IT-Sektor, der

sich im Teilbereich der Software-Entwicklung von einem reinen Dienstleistungsverständnis 
hin zu einem Protagonisten eines modernen Industriebegriffs entwickelt hat. 
 
Unübersehbar ist, dass sich die verschiedenen Facetten des klassischen 
Dienstleistungssektors nur in einer Atmosphäre leistungsfähiger und innovativer 
Produktionsbetriebe entwickeln können. Deshalb ist es notwendig, die Zusammenhänge 
zwischen Forschung, Produktion, Dienstleistung und Innovation in der Region zu erkennen 
und im Sinne einer zukunftsweisenden Clusterbildung zu verzahnen.  
 
Unternehmen, die FuE, Innovationen, Internationalisierung und Netzwerkbeziehungen 
dauerhaft verknüpfen, sind deutlich erfolgreicher als andere. 
 
Ein weiterer wichtiger Faktor für die Attraktivität eines Standorts ist das Qualifikationsniveau 
der Mitarbeiter. Neben grundlegendem fachlichem Können sind heute zunehmend  
Schlüsselqualifikationen und Kommunikationskompetenzen gefragt. Die Verfügbarkeit von 
Fachkräften ist das zentrale Schlüsselthema für den künftigen Erfolg der Unternehmen auf 
regionalen und internationalen Märkten. Vor diesem Hintergrund kommt der frühzeitigen 
Heranführung von Kindern und Jugendlichen insbesondere an die MINT-Berufe hohe 
Bedeutung zu. Ebenso wichtig sind konkrete Maßnahmen und ein grundsätzliches 
Verständnis für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um Fachkräfte an den Standort zu 
binden und z.B. Mütter und Väter nach einer Elternzeit ohne Hemmnisse zurück ins 
Berufsleben zu begleiten. 
 
Zu einer örtlichen wirtschaftsfreundlichen Kultur zählt auch die Fähigkeit und Bereitschaft, 
sich auf neue Fragen der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und 
Wissenschaft einzulassen. Um die vorhandenen wissenschaftlichen und forschenden 
Kompetenzzentren und Cluster in dieses Geflecht mit einzubeziehen, bedarf es der 
Entwicklung und Pflege von Informationstransfernetzwerken sowie einer nachhaltigen 
Kommunikation. Damit kann die Umsetzung von wissenschaftlichen Ergebnissen in 
wirtschaftliche Prozesse und marktfähige Produkte und Verfahren forciert werden. 
Teil einer solchen Kultur ist auch die verstärkte Einbindung der Bürgerschaft in relevante 
Prozesse der Stadtentwicklung und die Schaffung einer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz 
für Planungsprojekte durch Partizipation. 
 
Erfolgreiche Unternehmen wissen, dass sie auf eine intakte Region mit guter Infrastruktur 
und vielfältigen Bildungsangeboten angewiesen sind. Attraktive Regionen setzen umgekehrt 
auf wettbewerbsfähige und erfolgreiche Unternehmen. Beide Entwicklungen sind wichtige

Voraussetzungen, um das Standortprofil zu stärken und die zentralen gesellschaftlichen 
Herausforderungen wie z.B. Fachkräftebedarf, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und 
Integration von Menschen in die Berufs- und Arbeitswelt zu lösen. Kernbestandteil eines 
erfolgreichen unternehmerischen Handelns ist dabei das Prinzip der Freiwilligkeit. 
Verantwortung soll dabei jenseits gesetzlicher oder sonstiger Vorgaben wahrgenommen 
werden, so dass nachhaltig soziale, gesellschaftliche, ökologische und ökonomische  Fragen 
beantwortet werden können. Mit diesen Aktivitäten, die  unabhängig von Produkten oder 
Dienstleistungen gestaltet werden können, positionieren sich Unternehmen als 
gesellschaftlich verantwortlich handelnde Wirtschaftsakteure und stärken damit ihr Image, 
ihre Reputation und ihre Innovationsfähigkeit. 
 
Ein von den gesellschaftlichen Gruppen akzeptiertes Industriepolitisches Leitbild ist mehr als 
ein ordnungspolitisches Rahmenprogramm. Es enthält Optionen und Chancen für 
gemeinsame Problemlösungsstrategien, Wissensnetzwerke und zukunftsorientiertes 
Handeln - eine wichtige Voraussetzung zum weiteren Ausbau einer Kultur der gegenseitigen 
Wertschätzung und Innovation. 
 
Um diese Visionen und Zielsetzungen mit Leben und Inhalt zu füllen, bedarf es 
kontinuierlicher Dialoge, Projekte und Kommunikation der Ergebnisse in und mit der 
Öffentlichkeit und politischen Mandatsträgern. 
 
II 
Bedeutung der Industrie für die Entwicklung von Stadt und Region 
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist sich der hohen Bedeutung der industriellen FuE und 
Produktion für die wirtschaftliche Prosperität und die Sicherung von Arbeitsplätzen in Stadt 
und Region bewusst. 
 
Die Industrie ist ein starker Motor der wirtschaftlichen Entwicklung, da sie über ihren hohen 
Exportanteil „Primäreinkommen“ für die Region erzielt. Insbesondere durch die 
Innovationskraft der Wirtschaft wird die Wettbewerbs- und Konkurrenzfähigkeit einer Region 
maßgeblich bestimmt.  
 
Sie ist ein wesentlicher Auftraggeber für unternehmensbezogene und arbeitsplatzintensive 
Dienstleistungen, die insbesondere Wissenschaft, Forschung und Service stärken.

Ohne eine leistungsstarke und konkurrenzfähige Industrie ist eine gesunde und 
krisenresistente Wirtschaftsstruktur nicht denkbar. 
 
In Folge von industriellem Strukturwandel, Bevölkerungsrückgang in der Region und 
fortschreitender Globalisierung hat die Darmstädter Industrie eine verstärkte Orientierung hin 
zu technologieintensiven, zukunftsorientierten Produktionsverfahren und Produkten 
umgesetzt – dies auf Basis einer Industriestruktur, die seit jeher durch hohe 
Qualitätsstandards und einen breiten Branchenmix gekennzeichnet war. Für die 
Wissenschaftsstadt stellen die Industrieunternehmen damit wichtige Anknüpfungspunkte für 
die zukünftige Entwicklung im Hochtechnologiebereich, das Leben in der digitalen 
Wissensgesellschaft und den Wachstumsfeldern der Zukunft dar. 
 
Unternehmen müssen am Standort jedoch auch räumliche Entwicklungsmöglichkeiten 
vorfinden, um Ideen in konkrete Produkte umsetzen zu können. Die Verfügbarkeit von 
flexibel geschnittenen, unbebauten Gewerbegrundstücken ist unter den speziellen 
Immobilienmarktbedingungen in einer prosperierenden Metropolregion eine wichtige 
Aufgabe. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass ein weiterer ungebremster 
Flächenverbrauch minimiert werden muss und der städtebaulichen Innenentwicklung soweit 
als möglich der Vorzug einzuräumen ist. Deshalb wird die Wissenschaftsstadt Darmstadt in 
den westlichen Konversionsflächen Kelley-Barracks, Nathan-Hale-Depot und Airfield eine 
Entwicklung mit gewerblichem Schwerpunkt planungsrechtlich absichern, um so der lokalen 
Wirtschaftsentwicklung neue Impulse geben zu können. Der Standortausbau bestehender 
Unternehmen wird dabei ebenso begleitet, wie die Neuansiedlung von Unternehmen. 
 
 
III 
Industriepolitische Handlungsfelder 
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfügt über eine Vielzahl von Handlungsfeldern und 
Ansatzpunkten, um mit direkten und indirekten Maßnahmen der Stadtentwicklung und der 
Wirtschaftsförderung die industrielle Produktion am Standort zu sichern und weiter 
auszubauen. 
 
Ebenso nimmt der Unternehmerverband Südhessen e.V.  im Auftrag der 
Mitgliedsunternehmen seine gesellschaftliche Verantwortung an, gestaltet Projekte aus und 
kooperiert mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt sowie anderen Partnern im regionalen 
Netzwerk.

Die folgenden Themenbereiche sollten Kernpunkte des zukünftigen gemeinsamen Dialogs 
sein. Die Fortschreibung und Erneuerung ist ein permanenter Prozess. 
 
Von besonderer Bedeutung sind dabei folgende Schlüsselbereiche: 
 
1.  Standortmarketing 
 Beste Standortbedingungen für Unternehmen und Investoren 
 Werbung für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Darmstadt 
 Pflege einer Willkommenskultur für ausländische Studierende 
 Kooperation mit Wirtschaftsförderern der Metropolregion, der Hessen Agentur 
und mit Fachstellen des  Landes Hessen  
 Nutzung des Instruments internationaler Städtepartnerschaften für das 
Standortmarketing 
 Gesellschaftliche Industrieakzeptanz 
 Stärkung des Branchenmix 
 
2.  Standortsicherung und Ausbau des Standorts 
 Kontinuierlicher industriepolitischer Dialog mit 
Unternehmensbesuchsprogrammen, Brachentreffs, Wirtschaftsgesprächen etc. 
 Vorrangige Sicherung der betrieblichen Weiterentwicklung am Standort 
 Bereitstellung von Erweiterungsmöglichkeiten 
 Begleitung von Umstrukturierungen 
 Planungsrechtliche Sicherung des Umfeldes 
 Entwicklung von Rahmenplänen 
 Räumliche Steuerung des großflächigen Einzelhandels durch Einzelhandels- und 
Zentrenkonzepte 
 
2.1  Genehmigungsverfahren 
 Effiziente Verfahren 
 Zügige Behandlung industrieller Vorhaben 
 Planungssicherheit 
 Gesellschaftliche Akzeptanz auf Basis geeigneter Bürgerbeteiligung 
 Schaffung von Verlässlichkeit bei umweltrechtlichen Fragestellungen

2.2  Betreuungsangebot 
 Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf 
 Quantitativ ausreichende und qualitativ breit aufgestellte Kinderbetreuung in den 
Bereichen U3 und Ü3 
 Offenheit für betriebsnahe Betreuungsangebote 
  
2.3  Schulen 
 Attraktive Schulprofile 
 Moderne Schulbauten 
 Gute Lehrerversorgung 
 Ausbau der Hortbetreuung und der Ganztagesangebote 
 Verlässliche Anschlussfähigkeit am Übergang Schule, Studium, Beruf 
 Zukunftsweisende Schulentwicklung zur Bewältigung des demografischen 
Wandels 
 Förderung der Zusammenarbeit mit anderen Schulträgern als Impuls zur 
Schaffung einer Bildungsregion 
 Aufbau von Kompetenzzentren im allgemeinbildenden und beruflichen 
Schulbereich 
 
2.4  Aus- und Weiterbildung 
 Berücksichtigung industrieller Erfordernisse bei der Aus- und Weiterbildung 
 Förderung neuerAusbildungsberufe 
 Ausbau dualer kooperativer und berufsbegleitender Studiengänge 
 Transparenz der Bildungsangebote 
 Fachkräftebedarfsorientierte Förderung  
 
2.5  Wissens- und Technologietransfer  
 International attraktiver Standort 
 Know-how von Wissenschaftlern und Studierenden regional binden  
 Forschung, Entwicklung und Innovation in Unternehmen fördern 
 Zusammenarbeit mit den Institutionen der Wissenschaft 
 Kooperationen mit staatlichen Forschungseinrichtungen (z. B. Fraunhofer, GSI) 
 Stärkung der Innovationskraft (auch über Akademiker aus dem Ausland) 
 Unterstützung von Existenz- und Unternehmensgründungen 
 Förderung der Netzwerkarbeit mit TUD, HDA, HRM 
 Aufbau von Wissensclustern durch Wissenschaft und Wirtschaft 
 Verknüpfung von Industrie und Dienstleistung

 Austausch von Personen und Ideen zwischen Industrie und Hochschulen 
 Engagement von Unternehmern und Unternehmen für wissenschaftliche 
Initiativen 
 Mitwirkung von Wirtschaft an Drittmittelprojekten und Stipendien 
 Mitarbeit im Arbeitskreis Schule,-Hochschule-Wirtschaft 
 
2.6  Verkehrsinfrastruktur 
 Förderung der regionalen Verkehrsinfrastruktur und Attraktivität 
 Verbesserung der Erreichbarkeit der Industriestandorte 
 Berücksichtigung industrieller Erfordernisse bei der Verkehrsplanung 
 Sicherung von Industriegleisen zum Massen- und Gefahrgütertransport 
 Bereitstellung ausreichender Logistik-Services für die Unternehmen 
 Ausbau des regionalen ÖPNV-Netzes insbesondere für die Pendler-Zielgruppen 
 Hinreichende und preisgünstige Parkplätze 
 Fortführung von Maßnahmen zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs 
 Begleitung innovativer Mobilitätsmanagement-Konzepte in Wirtschaft und 
Verwaltung 
 Bereitstellung einer leistungsfähigen ICE- und Güterverkehrsanbindung 
 
2.7  Energie und Umwelt 
 Nachhaltige Umweltpolitik 
 Bereitstellung eines lebenswerten Arbeits- und Wohnumfeldes 
 Versorgung und Entsorgung 
 (Stadt-)Klimaschutz 
 Lärmschutz 
 Umweltschutz 
 Förderung regenerativer, klimaneutraler Energien 
 Verlässliche und bezahlbare Energieversorgung 
 Sicherung und Ausbau der Energienetze 
 Ausbau der Infrastruktur für Elektromobilität 
 
2.8  Gewerbeflächen 
 Ausweisung von gewerblichen Flächen, bevorzugt als Innenentwicklung 
 Reaktivierung industrieller Brachflächen 
 Nutzungskonzepte für Konversionsflächen

2.9  Arbeitsmarkt 
 Stärkung des regionalen Arbeitsmarktes 
 Begleitende Maßnahmen zur Anwerbung neuer Arbeitskräfte (auch aus dem 
Ausland) 
 Ausbildungsplätze 
 Aktivierung bildungsbenachteiligter Bevölkerungsgruppen 
 Abbau funktionaler Grundbildungsdefizite 
 
2.10  „Weiche“ Standortfaktoren 
 Wohnungsmarkt 
 Kultur und Kunst 
 Freizeit und Erholung 
 Offenheit gegenüber ausländischen Fachkräften 
 Sicherung eines funktionierenden sozialen Umfelds durch Prävention und 
Inklusion 
 Unterstützung von CSR-Initiativen, die ökonomische und gesellschaftliche 
Verantwortung gleichermaßen abbilden 
 Stärkung des Vertrauens in wirtschaftliche und politische Entscheidungen durch 
transparente Entscheidungsverfahren 
 
IV 
 
Zusammenarbeit 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Unternehmerverband Südhessen e.V. 
vereinbaren den begonnenen Weg des vertrauensvollen Dialogs fortzuführen und damit zur 
Sicherung einer zukunftsorientierten Entwicklung der industriellen Produktion am Standort 
Darmstadt beizutragen. Zielsetzung ist es, nicht nur einzelne Sachthemen zu erörtern und 
weiter zu entwickeln, sondern auch Erreichtes zu evaluieren und Erfolgsgeschichten 
fortzuschreiben. 
 
Hierzu treffen Vertreter des Unternehmerverbandes Südhessen e.V. und Mitglieder des 
Magistrats mindestens einmal jährlich zusammen. 
 
Auf der Fachebene erfolgt eine permanente Abstimmung in den konkreten Fragen der 
industriellen Entwicklung am Standort auch in Kooperation mit weiteren wirtschafts- und 
wissenschaftsrelevanten Partnern.

Anhand der skizzierten industriepolitischen Handlungsfelder sollen gemeinsam kontinuierlich 
Projekte identifiziert und umgesetzt werden. Dies gilt ebenso für Veranstaltungen, welche 
sich an eine breitere Fachöffentlichkeit richten. Auch hierbei wollen die Wissenschaftsstadt 
Darmstadt und der Unternehmerverband Südhessen e.V. regelmäßig kooperieren. 
 
 Darmstadt, den 09. April 2014 
 
 
................................................    ................................................ 
Jochen Partsch      Vorstand und Geschäftsführung 
Oberbürgermeister      Unternehmerverband Südhessen 
 
 
Anhang 
 
Datenblatt zum Industriepolitischen Leitbild für die Wissenschaftsstadt Darmstadt): 
 
 
● Wirtschaftskraft: 
 
- Erwerbstätige: 124.800 Personen (2011) 
- Anstieg 2006-2011: +5,5% 
 
- Stabiler industrieller Kern: 19.300 Erwerbstätige im produzierenden Gewerbe (2011) 
 
- Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 93.425 Personen (2012, SVB) 
- Anstieg 2005-2012: +10,5% 
 
- Arbeitslosigkeit: 6,6% (Stadt Darmstadt, 2012) 
- Rückgang 2005-2012: −6,1%-Punkte  
 
- Bruttowertschöpfung: 5.903 Mio. € (2009, BWS) 
- Anstieg 2000-2009: 17,0% = 0,8% über Bundesdurchschnitt 
 
- Einpendler: 63.471 Personen (2012, nur SVB) 
- Auspendler: 23.612 Personen (2012, nur SVB) 
 
 
● Innovationskraft: 
 
- Anteil der hochqualifizierten SVB: 23,0% (2011) 
- = dritthöchster Anteil unter allen Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland 
 
- Anteil der SVB in der Softwareindustrie: 6,12% (2011) 
- = gegenüber dem Bundesdurchschnitt im Faktor 3,5 erhöht

- Prognos-Zukunftsatlas 2013: Dynamikfaktor Platz 8 unter allen Kreisen und 
kreisfreien Städten in Deutschland; Stärkefaktor Platz 8; Gesamtergebnis Platz 6; 
beste Stadt außerhalb Bayerns und Baden-Württembergs im Ranking 
 
 
● Fachkräfteverfügbarkeit: 
 
- Studierende gesamt: 39.643 (2012/13) 
- davon Anteil ausländischer Studierender 6.563 
 
- Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen: 12.538 (2012) 
- Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen: 19.139 (2012) 
 
- Einwohner: 151.944 (2013) 
- Anstieg seit 1998-2013: +12,3% 
 
- Bevölkerungsprognose 2009-2050: +9,4% 
- Land Hessen im Vergleich:  −8,7% 
 
- Anteil der unter 20-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Darmstadt bis 2030: 
Tendenz steigend

2014/0097

3060 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
 
 
Amt: Amt für Wirtschaft 
und Stadtentwicklung   OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2014/0097 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 571010 
Kostenstelle:  015-001-1000 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5710-11 Sachkonto: 6910000 
 
Betreff: Novellierung Industriepolitisches Leitbild  
 
Vorlage vom: 06.03.2014  
 
Beschlussvorschlag : 
Der Magistrat stimmt dem vorliegenden Entwurf zur Novellierung des Industriepolitisches 
Leitbildes zu.  
 
 
 
 
 
Anlagen: Industriepolitisches Leitbild 0314.doc  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 06.03.2014 
 
Im Jahr 2000 hatte die Wissenschaftsstadt Darmstadt gemeinsam mit dem 
Unternehmerverband Südhessen e.V. ein Industriepolitisches Leitbild aufgestellt und 
beschlossen (Vorl. 757/2000).  
 
Dieses Leitbild sollte dazu beitragen, den Dialog zwischen Politik und Industrie zu vertiefen, 
das gegenseitige Vertrauen zu erhöhen, damit den Industriestandort zu festigen und die 
Interdependenzen zwischen Produktion und unternehmensbezogenen Dienstleistungen zu 
stärken. 
Diese Zielsetzungen sind nach wie vor aktuell. Der Magistrat ist der festen Überzeugung, 
dass die Bewahrung eines industriellen, produzierenden Kerns wirtschaftspolitisch 
unverzichtbar und gerade für die Entwicklung eines technologieorientierten Standort s im 
Sinne einer Wissenschaftsstadt von hohem Wert ist.  
 
Gleichzeitig haben sich die Herausforderungen an den Wirtschaftsstandort und seine Akteure 
inzwischen verändert und erweitert. Zu nennen sind in dieser Hinsicht zum Beispiel die 
verstärkte Wertschät zung für einen sinnvollen Ausgleich der drei Säulen nac hhaltigen 
Handelns Ökonomie, Soziales und Ökologie, Ressourcen - und Energieeffizienz, der sich 
erhöhende Fachkräftebedarf, die Thematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie 
eine fortschreitende Internationalisierung. Bedeutsam ist zudem die Verein barung eines 
kontinuierlichen Austauschs zwischen Magistrat und Unternehmerverband.  
Das Industriepolitische Leitbild der Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde deshalb, erneut in 
Kooperation mit dem Unternehmerverband, überarbeitet und damit novelliert. Es lie gt hier 
zur Beschlussfassung vor und soll Grundlage des weiteren industriepolitischen Dialogs sein. 
Außerdem setzt es ein Zeichen zugunsten des Industrie - und Produktionsstandorts 
Darmstadt mit seinem besonderen wissensintensiven Profil.   
 
Darmstadt, den 0 6.03.2014 
 
Dezernat I 
 
 
 
Jochen Partsch  
Oberbürgermeister

Beratungsverlauf (3)

TOP 6
TOP 110
TOP 4

Details

Vorlagen-Nr.
2014/0097
Typ
Magistratsvorlage
Datum
06.03.2014
Erstellt
29.09.2026 00:00