SV-2013/0012
Große Anfrage der SPD-Fraktion vom 04.02.2013 betr. EU-Fördermittel für Darmstadt
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SV-2013/0012
2203 Zeichen
SPD-STADTVERORDNETENFRAKTION DARMSTADT SPD-Stadtverordnetenfraktion Darmstadt Wilhelminenstr. 7a 64283 Darmstadt Fon: 06151 – 2 79 02 75 Fax: 06151 – 2 79 02 71 info@spdfraktion-da.de www.spdfraktion-da.de Sparkasse Darmstadt BLZ: 508 501 50 Konto: 8006377 Große Anfrage EU-Fördermittel für Darmstadt 1. Welche und wie viele Drittmittel / Fördermittel wurden 2010, 2011 und 2012 eingeworben? 2. In welchen Fachdiensten werden die Drittmittel / Fördermittel verwaltet? 3. Für welche Zwecke konnten die Mittel eingeworben werden? 4. Zu welchen Anteilen stammen die eingeworbenen Mittel aus Europa-, Bundes-, Landes- oder Stiftungsprogrammen? 5. Welche Kofinanzierung war zu leisten? 6. Wie viele Personalstellen waren mit der Einwerbung von Drittmitteln und deren Verwaltung und Abrechnung befasst? Wo sind diese angesiedelt? 7. Wurden Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter für die Fördermittelakquise qualifiziert oder eingestellt? Wenn ja, in welchem Umfang? 8. Werden europäische Fördermittel im möglichen Rahmen genutzt und wie ist die Antragstellung geregelt? 9. Partizipiert die Stadt Darmstadt am Europäischen Sozialfonds (ESF) und wenn ja mit welchem Programm? 10. Partizipiert die Stadt Darmstadt am Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und wenn ja, mit welchen Programm? 11. Partizipiert die Stadt Darmstadt an europäischen Aktionsprogrammen und wenn ja an welchen? 12. Welche Maßnahmen werden durch das EU-Programm Jugend in Aktion in Darmstadt gefördert? 13. Berät die Stadt Darmstadt freie Träger sozialer Angebote zu Fördermitteln und unterstützt diese bei der Abwicklung von Förderprogrammen? 14. Beteiligt sich die Stadt Darmstadt an der Diskussion zur Ausgestaltung der ESF/EFRE- Förderperiode ab 2014 in Hessen? Wenn ja wie, wenn nein, warum nicht? 15. Wie beurteilt die Verwaltung die durch Fördermittel entstehenden Möglichkeiten? 16. Ist eine weitergehende Professionalisierung oder Fortbildung von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern auf diesem Gebiet geplant? Darmstadt, 4. Februar 2013 Santi Umberti Hanno Benz Sabine Heilmann (Fraktionsvorsitzender) Heinrich Hausmann (Stadtverordnete) Logo SPD Dar...
anlage 1
25814 Zeichen
Der Oberbürgermeister
Jochen Partsch
Postfach 11 10 61
64225 Darmstadt
Der Oberbürgermeister
Jochen Partsch
SPD Fraktion Darmstadt
Wilhelminenstraße 7 a
64283 Darmstadt
Neues Rathaus am Luisenplatz
Luisenplatz 5a
64283 Darmstadt
Telefon: 06151 13-2201 - 04
Telefax: 06151 13-2205
Internet: http://www.darmstadt.de
E-Mail: oberbuergermeister@darmstadt.de
Datum:
29. Mai 2013
Ihre Große Anfrage vom 04.02.2013
EU-Fördermittel für Darmstadt
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihre Große Anfrage beantworte ich wie folgt:
1. Welche und wie viele Drittmittel/Fördermittel wurden 2010, 2011 und 2012 eingeworben?
Eine detaillierte Aufstellung der EU-Fördermittel für die einzelnen Jahre 2010, 2011 und 2012 ist nur
bedingt möglich, da die Laufzeiten bestimmter Projekte, Programme und Maßnahmen im
Zusammenhang mit der gesamten EU-Förderperiode (2007 – 2013) stehen und über die in der Frage
vorgegebenen Zeiträume hinausreichen. Insofern erweist sich auch eine auf einzelne Jahre bezogene
Aufstellung von Projektkosten, Förderbeträgen und -anteilen problematisch, da in vielen Bereichen die
Lage hinsichtlich Bescheiden, Nachweisen und Abrechnungen noch unvollständig ist. Dort, wo eine
Zuordnung zu einzelnen Jahren nach heutigem Stand möglich ist, wurden entsprechende Beträge
ausgewiesen, anderenfalls sind bitte die Anmerkungen und Erläuterungen in der Tabelle zu beachten.
In der Aufstellung nicht berücksichtigt sind Maßnahmen, Projekte und Programme, an denen
unabhängig das Jobcenter Darmstadt beteiligt ist.
Abkürzungen: ESF – Europäischer Sozialfonds, EFRE – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung,
EACEA – Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur der Europäischen Kommission
2
Maßnahme, Projekt, Pro-
gramm
EU-
För-
dermit-
tel
Förderbeträge
EFRE-ViLBe, Förderung von
ergänzender Ausstattung im
Rahmen des Modellprojektes
Virtuelles Lernen in Berufs-
schulen
EFRE
1. Phase (2009 – 2013) = 27.224,97 €
2. Phase (2010 – 2012) = 17.541,09 €
3. Phase (2012 – 2013) = 10.702,26 €
Programm für die Förderung
der regionalen Wettbewerbsfä-
higkeit und Beschäftigung in
Hessen aus dem Europäischen
Sozialfonds (ESF) 2007 – 2013
und aus Mitteln des Landes
Hessen, Prioritätsachse B:
Verbesserung des Humankapi-
tals, Ausbildung in den Ge-
sundheitsfachberufen
ESF
2010 = 95.700,00 €
2011 = 29.500,00 €
Hierin sind auch Landesmittel enthalten, eine
Aufschlüsselung liegt jedoch nicht vor. Aufgrund
der Schließung der Lehranstalt im Sommer
2011 wurden in 2012 keine Fördermittel mehr
gezahlt.
Stärken vor Ort
ESF
2009 – 2011 = 225.000,00 €
Passgenau in Arbeit PiA 2010
ESF
94.768,00 €
Arbeitsmarktbudget 2011
ESF
107.102,93 €
Arbeitsmarktbudget 2012
ESF
ca. 120.000,00 €, Abschlussbescheid liegt noch
nicht vor
Q+B, Qualifizierung und Be-
schäftigung junger Menschen
ESF
2008 – 2013 Gesamtkosten = 878.817,11€
62.567,00 €bislang nachweisbarer Anteil an EU-
Mitteln
Ausbildung in der Migration
ESF
2007 – 2013 Gesamtkosten = 484.056,64€
199.222,91 €bislang nachweisbarer Anteil an
EU-Mitteln
Da sich die Projekte teilweise noch im Bearbei-
tungsprozess befinden und noch nicht alle Be-
scheide und Nachweise vorliegen, kann eine
abschließende detaillierte Verteilung sämtlicher
Mittel auf die nachgefragten Jahre 2010, 2011
und 2012 noch nicht vorgenommen werden. Für
eine Übersicht und Zwischenbilanz können da-
her zur Zeit nur die Gesamtausgaben für die
Programme von 2010 bis 2012 benannt und die
bislang in diesem Zeitraum bekannten EU-
Mittel aufgeführt werden.
3
XENOS, Integration und Viel-
falt
VAUL, Verbesserung des Aus-
bildungsumfeldes
BIWAQ, Qualifizieren und Pro-
duzieren in Eberstadt-Süd
ESF
ESF
ESF
2010 + 2011Gesamtkosten = 411.759,11 €
2011 – 2012 Gesamtkosten = 252.876,60 €
2010 – 2012 Gesamtkosten = 942.049,81 €
Bei den ESF-geförderten Programmen „XENOS“,
Integration und Vielfalt, Laufzeit der Projekte
2008 bis 2011, „VAUL“, Verbesserung des Aus-
bildungsumfeldes, Laufzeit der Projekte 2011
bis 2012 und „BIWAQ“, Qualifizieren und Pro-
duzieren in Eberstadt-Süd, Laufzeit der Projekte
2009 bis 2013 können derzeit nur die Gesamt-
ausgaben beziffert werden. Angaben zu Anteil
und Höhe der EU-Fördermittel in diesen Berei-
chen können erst gemacht werden, wenn die
Bescheide und Nachweise vorliegen.
OloV, Optimierung der lokalen
Vermittlungsarbeit Übergang
Schule-Beruf
ESF
2010 = 10.549,83 €
2011 = 13.012,90 €
2012 = 29.091,91 €
NeW, Netzwerk Wiedereinstieg
Hessen
ESF
2009 – 2011 = 119.844,00 €
2011 – 2013 = 156.000,00 €
Europa für Bürgerinnen und
Bürger
EACEA
2011 = 5.000,00€
Prämiengutscheine von vhs-
Teilnehmenden
Die Volkshochschule (vhs) der Wis-
senschaftsstadt Darmstadt verfügt
über eine Förderung aus EU-Mitteln
anlässlich individuell vorgelegter
Prämiengutscheine von vhs-
Teilnehmenden. Ein Teil des indivi-
duellen Kursentgeltes (Entgelt mi-
nus Eigenbetrag der Teilnehmen-
den) wird der vhs pro Teilneh-
mer/in vom Bundesverwaltungsamt
Köln erstattet.
jährlich ca.
3.000,00 €
4
2. In welchen Fachdiensten werden die Drittmittel/Fördermittel verwaltet?
3. Für welchen Zweck konnten die Mittel eingeworben werden?
Maßnahme Zweck Ämter/Fachdienste
EFRE-ViLBe, Förderung
von ergänzender Aus-
stattung im Rahmen
des Modellprojektes
Virtuelles Lernen in
Berufsschulen
Die eingeworbenen Mittel konnten zur
Verbesserung der Fachsaalausstattungen
an Berufsschulen (Friedrich-List-Schule,
Heinrich-Emanuel-Merck-Schule, Martin-
Behaim-Schule und Erasmus-Kittler-
Schule) im Rahmen von Ersatz- und Neu-
beschaffung Verwendung finden.
Verbesserung des Hu-
mankapitals, Ausbil-
dung in den Gesund-
heitsfachschulen
Die Zuschüsse „refinanzierten“ einen Teil
der Kosten der Lehranstalt für Pharma-
zeutisch-Technische Assistenten.
Schulamt in Zu-
sammenarbeit und
unter Einbindung
der Schulen
Stärken vor Ort
Kleine lokale Initiativen und Organisatio-
nen konnten im Programm „Stärken vor
Ort“ mit Mikrozuschüssen von bis zu
10.000,00 Euro zur Verbesserung der
sozialen, schulischen und beruflichen
Integration von jungen Menschen mit
schlechten Startchancen und von Frauen
mit Problemen beim Einstieg und Wieder-
einstieg in das Erwerbsleben gefördert
werden. Das Programm war auf Eber-
stadt-Süd beschränkt.
Bis Mai 2011 Fach-
dienst für zentrale
Verwaltung (590,
Dez. V), ab Juni
2011 Amt für Sozia-
les und Prävention
Passgenau in Arbeit PiA
2010
Arbeitsmarktbudget
2011
Arbeitsmarktbudget
2012
Bei „Passgenau in Arbeit PiA“ und „Ar-
beitsmarktbudget 2011 und 2012“ wur-
den Maßnahmen der Beschäftigungsför-
derung finanziert, die zur Verbesserung
des Zugangs von arbeitslosen Frauen und
Männern in den ersten Arbeitsmarkt bei-
tragen.
Bis Mai 2011 Fach-
dienst für zentrale
Verwaltung (590,
Dez. V), ab Juni
2011 Amt für Sozia-
les und Prävention
Q+B, Qualifizierung und
Beschäftigung junger
Menschen
Ausbildung in der Mig-
ration
XENOS, Integration und
Vielfalt
VAUL,
Verbesserung des
Ausbildungsumfeldes
BIWAQ, Qualifizieren
und Produzieren in E-
berstadt-Süd
Im Rahmen des Programms „Soziale
Stadt“ stehen die Mittel für Integration,
Qualifizierungen und die Verbesserung
des Ausbildungsumfeldes von Jugendli-
chen bei den verschiedenen freien Trä-
gern der Projekte zur Verfügung.
Jugendamt, Abtei-
lungen Kinder- und
Jugendförderung
und Interne Verwal-
tung
5
OloV, Optimierung der
lokalen Vermittlungsar-
beit Übergang Schule-
Beruf
Die Mittel von „OloV“ sollen im Bereich
Übergang Schule-Beruf Vernetzungsstruk-
turen schaffen oder verstetigen. Dies ge-
lingt z.B. in Form von Fachveranstaltun-
gen: Fachtag im Dezember 2012 „Koordi-
niert und vernetzt ins Berufsleben“, durch
die Unterstützung des Ausbildungsinfota-
ges und des Girls Day und zur Durchfüh-
rung von Elternveranstaltungen in Koope-
ration mit der Agentur für Arbeit, dem
Job-Center, den Kammern, dem Landes-
schulamt und der Kompetenzagentur.
Weiterhin werden „OloV“-Mittel für Publi-
kationen zur Unterstützung von jungen
Menschen und ihren Familien bei der Be-
rufswegeplanung genutzt und bei Fortbil-
dungen der Arbeitslehre für Lehrerinnen
und Lehrer. Mit „OloV“ verbessert die
Wissenschaftsstadt Darmstadt die Chan-
cen für junge Menschen auf einen pass-
genauen Ausbildungsplatz und arbeitet
erfolgreich zusammen mit den Darmstäd-
ter Schulen und den bereits genannten
Partnern an der Optimierung des Vermitt-
lungsprozesses im Bereich des Über-
gangs von der Schule in den Beruf.
Jugendamt, Abtei-
lungen Kinder- und
Jugendförderung
und Interne Verwal-
tung
NeW, Netzwerk Wieder-
einstieg Hessen
Verbesserung der Chancengleichheit auf
dem Arbeitsmarkt und für den beruflichen
Wiedereinstieg nach der Elternzeit.
Frauenbüro, Fach-
dienst 590, in Zu-
sammenarbeit mit
Träger
Europa für Bürgerinnen
und Bürger
Die EACEA-Mittel dienten dem Besuch von
Bürgerinnen und Bürgern aus den Part-
nerstädten zur Teilnahme am 1. Europäi-
schen Freiwilligentag Hessen am 19. –
21.08.2011 in Darmstadt.
Büro für Städte-
partnerschaften und
internationale Be-
ziehungen
Prämiengutscheine von
vhs-Teilnehmern
s. Antwort zu Frage 1.
vhs
6
4. Zu welchen Anteilen stammen die eingeworbenen Mittel aus Europa-, Bundes-, Landes-
oder Stiftungsprogrammen?
5. Welche Kofinanzierung war zu leisten?
Maßnahme Kofinanzierung Anteile
EFRE-ViLBe, Förderung
von ergänzender Ausstat-
tung im Rahmen des
Modellprojektes Virtuel-
les Lernen in Berufsschu-
len
1. Phase (2009 – 2013)
= 27.224,00 €
2. Phase (2010 – 2012)
= 18.242,77 €
3. Phase (2012 – 2013)
= 10.702,26 €
Bei den im Bereich des Schulam-
tes eingeworbenen Mitteln handelt
es sich zu 100 % um Europäische
Fördermittel aus dem EFRE. Die
Zuschussmittel für die Lehranstalt
für Pharmazeutisch-Technische
Assistenten setzten sich aus EU-
und Landesmitteln in jährlich vari-
ierender Anteilhöhe zusammen.
Verbesserung des Hu-
mankapitals, Ausbildung
in den Gesundheitsfach-
schulen
Die Zuschussmittel für die Lehran-
stalt für Pharmazeutisch-
Technische Assistenten setzten
sich aus EU- und Landesmitteln in
jährlich variierender Anteilhöhe
zusammen.
Stärken vor Ort
Beim Programm „Stär-
ken vor Ort“ bestand die
Kofinanzierung in Form
der Bereitstellung des
Personals für die gefor-
derte Lokale Koordinie-
rungsstelle (LOK). Die
Personalkosten der LOK
wurden mit jeweils
13.500,00 € pro Jahr
angerechnet.
Beim Programm „Stärken vor Ort“
stammen die Mittel zu 100% aus
dem ESF.
Passgenau in Arbeit PiA
2010
16.811,00 €
Beim Programm „Passgenau in
Arbeit PiA“ betrug der Anteil der
Landesmittel 150.500,00€ an der
bewilligten Gesamtfördersumme
von 245.268,00€.
Arbeitsmarktbudget
2011
37.500,00 €
Beim „Arbeitsmarktbudget 2011“
lag der Anteil der Landesmittel bei
148.900,00€ bei einer Gesamtför-
dersumme von 256.002,93 €.
Arbeitsmarktbudget
2012
25.976,00 €
Beim „Arbeitsmarktbudget 2012“
ist die endgültige Festsetzung noch
nicht erfolgt, der Abschlussbe-
scheid wird voraussichtlich im
Herbst 2013 vorliegen. Beantragt
wurden insgesamt 264.589,00€ für
Projekte der Beschäftigungsförde-
rung. Es ist davon auszugehen,
7
dass sich auch hier der Anteil der
ESF-Mittel ungefähr im gleichen
Verhältnis zu den Landesmitteln
bewegt wie in den Vorjahrespro-
grammen.
Q+B, Qualifizierung und
Beschäftigung junger
Menschen
2010 – 2012
= 39.988,00 €
Ausbildung in der Migra-
tion
2010 – 2012
= 24.650,15 €
XENOS, Integration und
Vielfalt
2010 – 2012
= 24.650,15 €
VAUL, Verbesserung des
Ausbildungsumfeldes
2011+2012
= 15.000,00 €
BIWAQ, Qualifizieren und
Produzieren in Eber-
stadt-Süd
2010 – 2012
= 39.230,77 €
Die Programme „Q+B“, „Ausbil-
dung in der Migration“,„XENOS“,
„VAUL“ und „BIWAQ“ werden
durch EU-, Landes- und zum Teil
Bundesmittel gefördert. Wie be-
reits in der Antwort zu Frage 1
können auch zu den Anteilen we-
gen noch laufender Abrechnungs-
verfahren derzeit keine konkreten
Angaben gemacht werden.
OloV, Optimierung der
lokalen Vermittlungsar-
beit Übergang Schule-
Beruf
Die Förderung im hessischen Stra-
tegieprogramm „OloV“ setzt sich
aus ESF-Mitteln und aus Mitteln
des Hessischen Ministeriums für
Wirtschaft, Verkehr und Landes-
entwicklung und des Hessischen
Kultusministeriums zusammen.
Die konkreten Anteile des ESF an
der Förderung werden vom Land
nicht ausgewiesen.
NeW, Netzwerk Wieder-
einstieg Hessen
2009 – 2011
= 70.844,00 €
2011 – 2013
= 55.136,00 €
Europa für Bürgerinnen
und Bürger
Die Mittel für den Europäischen
Freiwilligentag stammen zu 100%
aus dem Programm „Europa für
Bürgerinnen und Bürger“, bereit-
gestellt von der Exekutivagentur
Bildung, Audiovisuelles und Kultur
der Europäischen Kommission
(EACEA).
Prämiengutscheine von
vhs-Teilnehmenden
(VHS)
8
6. Wie viele Personalstellen waren mit der Einwerbung von Drittmitteln und deren Verwaltung
und Abrechnung befasst? Wo sind diese angesiedelt?
Für das Programm „Stärken vor Ort“, Laufzeit von 2009 bis 2011, war es Auflage, eine Lokale Ko-
ordinierungsstelle einzurichten. Dies erfolgte aus dem bestehenden Personal mit einer 0,25 Stelle.
Die Zuordnung lag beim Fachdienst Zentrale Verwaltung. Für die Administration der Programme
im Arbeitsmarktbudget werden aus den bestehenden Personalstellen des Amtes für Soziales und
Prävention 20 % einer Vollzeitstelle veranschlagt. Beim Jugendamt, Abteilung Kinder- und Jugend-
förderung konnte eine Mitarbeiterin ihre seitherige Teilzeit um 14,5 Wochenstunden für die Verwal-
tung und Abrechnung von „OloV“ aufstocken. Die anderen Programme waren/sind bei den jeweili-
gen Trägern angesiedelt, insofern wird die Mittelakquise, -verwaltung und -abrechnung eigenstän-
dig von dem jeweiligen Träger vorgenommen.
Beim Schulamt erfolgte die Abwicklung der Zuschüsse durch zwei Mitarbeiter/innen u.a. im Rah-
men ihres jeweiligen Aufgabengebietes.
Eine Personalstelle im Büro für Städtepartnerschaften und internationale Beziehungen sowie die
Frauenbeauftragte als Leitungsfunktion sind mit der Abwicklung und Betreuung der Programme
und Projekte in ihrem jeweiligen Fachgebiet befasst.
7. Wurden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Fördermittelakquise qualifiziert oder
eingestellt? Wenn ja, in welchem Umfang?
Nachdem in den Jahren 2005/2006 bei der Stadtverwaltung die Position eines EU-Beauftragten
eingerichtet, später aber nicht mehr in einer eigenen Personalstelle weitergeführt worden war, hat
der Magistrat Mitte 2011 die Initiative ergriffen und beim Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung
einen Beauftragten für EU-Fragen installiert. Neues Personal musste hierzu nicht eingestellt wer-
den. Von hier wird regelmäßig und aktuell über kommunalrelevante Entscheidungen und Entwick-
lungen auf europäischer Ebene, über Förderprogramme, Aktionen und Konsultationen informiert.
Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt bereits in ihrer Endphase befindlichen Förderperiode bis 2013
wird davon ausgegangen, dass diese strategische Richtungsentscheidung, die in Einklang mit der
Internationalisierungsstrategie des Magistrats steht, ihre Wirkung insbesondere ab dem Beginn der
neuen Förderperiode ab 2014 entfalten kann - dies unter der Voraussetzung, dass sich die Rah-
menbedingungen für Fördermittelakquise wie gewünscht entwickeln (s. Antworten 14. und 15.).
Des Weiteren bestehen über regelmäßig stattfindende Veranstaltungen und aktuelle Publikationen
der Wirtschafts- und Infrastrukturbank (WI-Bank), der Hessenagentur, verschiedener nationaler
Kontakt- und Koordinierungsstellen, des Hessischen Städtetages, des Deutschen Städtetages, der
Metropolregion und anderer Einrichtungen Möglichkeiten zur Information, Fortbildung und Qualifi-
zierung, die im Rahmen der Aufgabenstellung von Mitarbeitern/innen der Wissenschaftsstadt
Darmstadt genutzt werden.
8. Werden europäische Fördermittel im möglichen Rahmen genutzt und wie ist die Antrag-
stellung geregelt?
Maßnahmen und Projekte der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden auf ihre Förderfähigkeit und
entsprechende Programme überprüft, insofern liegt das derzeitige Fördervolumen im Rahmen des
Möglichen. So ist „OloV“ momentan das einzige Programm, für das europäische Fördermittel im
Bereich der Jugendhilfe in der Wissenschaftsstadt Darmstadt verfügbar sind.
Die Antragstellung läuft grundsätzlich nach vorgeschriebenen Verfahren und über die zuständigen
Institutionen ab. So erfolgt z.B. die Antragstellung für das Programm im Arbeitsmarktbudget über
die WI-Bank, die die Abwicklung im Auftrag des Hessischen Sozialministeriums übernimmt. Die
Zielvereinbarung für die einzelnen Förderjahre wird mit dem Hessischen Sozialministerium ge-
schlossen. Ein umfangreiches Administrationsverfahren wird zum großen Teil auch online über
spezifische Programmseiten abgewickelt, auch hier gibt es detaillierte Vorschriften zur Vorgehens-
weise.
Im Bereich des Schulamtes obliegt die Entscheidung, an einer EFRE-Fördermaßnahme teilzuneh-
men, den einzelnen Schulleitungen. Die Schulleitungen reichen die entsprechenden Anträge beim
Schulamt ein, wo diese weiter bearbeitet werden und die Teilnahme am Förderprogramm bean-
tragt wird.
9
9. Partizipiert die Stadt Darmstadt am Europäischen Sozialfonds (ESF) und wenn ja mit wel-
chem Programm?
Die Programme „Stärken vor Ort“, „Passgenau in Arbeit PiA“ und „Arbeitsmarkt 2011 und 2012“
wurden durch Mittel aus dem ESF gefördert, ebenso das Programm „OloV“ sowie die Programme
„XENOS“, „BIWAQ“ und „VAUL“ sowie „Q+B“ und „Ausbildung in der Migration“ über die Vergabe
an die jeweiligen Träger. Außerdem erhielt die Stadt aus dem „Programm für die Förderung der
regionalen Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in Hessen“ und aus dem Programm „Netzwerk
Wiedereinstieg Hessen (NeW)“ Mittel aus dem ESF.
10. Partizipiert die Stadt Darmstadt am Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung
(EFRE) und wenn ja, mit welchem Programm?
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt partizipiert am EFRE über die Maßnahme „Förderung von er-
gänzender Ausstattung im Rahmen des Modellprojektes Virtuelles Lernen in Berufsschulen“ (EFRE-
ViLBe).
11. Partizipiert die Stadt Darmstadt an europäischen Aktionsprogrammen und wenn ja an
welchen?
Derzeit partizipiert die Wissenschaftsstadt Darmstadt nicht an europäischen Aktionsprogrammen.
12. Welche Maßnahmen werden durch das EU-Programm Jugend in Aktion in Darmstadt ge-
fördert?
Am EU-Programm „Jugend in Aktion“ nimmt ein freier Träger teil, Maßnahmen hier: die Kompe-
tenzagentur und der Jugendmigrationsdienst.
Die Mittelakquise, -verwaltung und -abrechnung wird eigenständig von den jeweiligen Trägern vor-
genommen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt leistet in diesem Bereich – falls notwendig – bera-
tende und begleitende Unterstützung.
13. Berät die Stadt Darmstadt freie Träger sozialer Angebote zu Fördermitteln und unter-
stützt diese bei der Abwicklung von Förderprogrammen?
Das Jugendamt unterstützt die freien Träger der Jugendhilfe in Darmstadt grundsätzlich bei der
Inanspruchnahme und Abwicklung der unterschiedlichsten Förderprogramme.
Im Bereich des Amtes für Soziales und Prävention erfolgt zur Laufzeit des Programms „Stärken vor
Ort“ eine Beratung und Unterstützung durch die Lokale Koordinierungsstelle sowie zum „Arbeits-
marktbudget 2011/2012“ eine zeitnahe Information über die Abwicklung an die umsetzenden Trä-
ger. Beratung und Unterstützung von Seiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt sind gewährleistet. Die gesamte Abwicklung der Förderprogramme erfolgt
in enger Zusammenarbeit mit den Trägern.
Zur Sicherung der frauenpolitischen Infrastruktur stellt dies im Bereich des Frauenbüros eine sehr
wichtige Aufgabe dar, hier wird auf Programme hingewiesen und Unterstützung bei der Antragstel-
lung geleistet.
Des Weiteren wurden und werden für die Antragstellung, die Zusammenstellung statistischer Daten
sowie die Datenanalyse vom Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Beratungsleistungen gegen-
über sozialen Trägern erbracht.
10
14. Beteiligt sich die Stadt Darmstadt an der Diskussion zur Ausgestaltung der ESF/EFRE-
Förderperiode ab 2014 in Hessen? Wenn ja wie, wenn nein, warum nicht?
Bereits Ende 2011 hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt an einer Informations- und Diskussions-
veranstaltung zur Europäischen Regionalförderung in Hessen mit einem Ausblick auf die EU-
Regionalförderung ab 2014 mit Vertretern der EU-Kommission und der EFRE-Verwaltungsbehörde
Hessen teilgenommen.
Im September 2012 hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt gegenüber dem Hessischen Städtetag
eine Stellungnahme zum Eckpunktepapier des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr
und Landesentwicklung (HMWVL) zur Aufstellung eines Programms für Investitionen in Wachstum
und Beschäftigung aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) abgege-
ben, die in das Positionspapier des Hessischen Städtetages gegenüber dem Ministerium und für
weitere Verhandlungen zur Ausgestaltung des EFRE-Programms 2014 – 2020 aufgenommen wur-
de. Flankierend bringt die Wissenschaftsstadt Darmstadt ihre Vorstellungen zudem kontinuierlich
Fachebene bei Gesprächen z.B. mit der Hessischen Staatskanzlei, dem HMWVL, aber auch über-
greifend zu Förderschwerpunkten in Deutschland bei Bundesministerien (z.B. BMBF, BMVBS) ein.
Des Weiteren hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt im August 2012 an der Konferenz der Europa-
beauftragten der Metropolregion FrankfurtRheinMain zur Entwicklung der EU-Förderperiode 2014 –
2020 teilgenommen und sich mit einer Stellungnahme an einer Umfrage für eine gemeinsame Po-
sitionierung zur Ausgestaltung der künftigen Strukturförderprogramme (ESF, EFRE) beteiligt.
15. Wie beurteilt die Verwaltung die durch Fördermittel entstehenden Möglichkeiten?
Grundsätzlich bieten Fördermittel die Möglichkeit, sinnvolle und notwendige Projekte und Maß-
nahmen einleiten und erfolgreich durchführen zu können. Das Frauenbüro der Wissenschaftsstadt
Darmstadt weist hier auf die Bedeutung und Wichtigkeit der strukturellen Förderung im Bereich
der Chancengleichheit hin, da die Gleichstellung in Deutschland beim innereuropäischen Vergleich
deutlich hinterherhinkt.
Aufgrund der Vorgaben der EU-Kommission und der bisherigen Ausgestaltung der Förderpro-
gramme (ESF, EFRE) auf Landesebene liegt Darmstadt in einer Region, in der Fördermöglichkeiten
nur relativ eingeschränkt gewährt werden. Mit der neuen Förderperiode ab 2014 ist von der EU-
Kommission (GD Regionalpolitik) beabsichtigt, Umschichtungen in der Mittelvergabe vorzuneh-
men. Entsprechend der neuen Leitlinien mit den Schwerpunkten Städteförderung, Beschäftigung,
Umwelt/Nachhaltigkeit, Bildung und Soziales könnten sich bei entsprechender Umsetzung in Bun-
des- und Länderprogramme in der Strukturförderung neue und möglicherweise auch weitere Per-
spektiven für die Wissenschaftsstadt Darmstadt eröffnen. Auf eine verbesserte Ausgestaltung im
Sinne Darmstadts zielt die Wissenschaftsstadt Darmstadt mit ihren Diskussionsbeiträgen und
Empfehlungen ab (s. Antwort zu 14.).
Berücksichtigt werden muss jedoch immer, dass die Inanspruchnahme von Fördermitteln auch
einen zum Teil nicht unerheblichen Einsatz von Komplementärmitteln (monetär und/oder perso-
nell) voraussetzt. Insofern bedarf es vor der Antragstellung der Überprüfung, inwieweit die Haus-
haltslage und begleitende Verpflichtungen die Bereitstellung eigener Mittel zulassen.
Eher kritisch gesehen wird allgemein der relativ hohe Aufwand, der im Zusammenhang mit dem
Förderwesen betrieben werden muss und der Ertrag, der am Ende eines umfangreichen und zeitin-
tensiven Antragsverfahren in der Regel erzielt werden kann. So ist zum Beispiel die Förderung im
Rahmen von EFRE maximal auf ca. 10.000,00 Euro pro Schule begrenzt. Die Verfahren bei der
Antragstellung sowie bei der Abrechnung der Maßnahmen sind äußerst bürokratisch geregelt und
arbeitsaufwendig für alle Beteiligten. Über ähnliche Erfahrungen kann auch das Büro für Städte-
partnerschaften und internationale Beziehungen bei der Planung und Beantragung von Projekten
ebenso wie andere städtische Dienststellen berichten.
16. Ist eine weitergehende Professionalisierung oder Fortbildung von Mitarbeiterinnen oder
Mitarbeitern auf diesem Gebiet geplant?
Auch künftig werden die Möglichkeiten und Gelegenheiten zur Information, Fortbildung und Koope-
ration auf dem Gebiet des Förderwesens genutzt. Entsprechende Angebote werden von den Mitar-
beiterinnen und Mitarbeitern, die sich auch mit der EU-Förderung und den einschlägigen Pro-
grammen beschäftigen, gesichtet, identifiziert, geprüft und wahrgenommen.
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Gerade mit dem Beginn der neuen Förderperiode ab 2014 ist seitens des Magistrats die Hoffnung,
aber auch die konkrete politische Forderung an die Landes-, Bundes- und EU-Ebene verknüpft,
dass der Typus der wachsenden, wissensorientierten, kleinen bis mittleren Großstadt besser als
bisher von der EU-Politik und ihrer Fördersystematik profitieren kann.
Mit freundlichem Gruß
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
Verteiler:
Büro der Stadtverordnetenversammlung
Magistratsgeschäftsstelle
Pressestelle
zur Kenntnis
zur Veröffentlichung
Dezernat I
Standort
Beratungsverlauf (1)
Orte (2)
- Wilhelminenstraße 7a
- Luisenplatz 5a
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Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2013/0012
- Typ
- Große Anfragen
- Datum
- 06.02.2013
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00