Mandari Insight

2019/0108

Broschüre 'Sanierung Martinsviertel - Chronik einer Erneuerung'

Magistratsvorlage 10.04.2019

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74962 Zeichen

Sanierung Martinsviertel
Chronik einer Erneuerung

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Grußwort
Oberbürgermeister Jochen Partsch
Stadträtin Dr. Barbara Boczek
Einleitung
Geschichte des Martinsviertels
Ausgangslage
Situation vor der Sanierung
Die Auseinandersetzung um die Osttangente
Bürgerbeteiligung
Die vier Säulen der Sanierung
Modernisierung der Häuser
Neugestaltung von Straßen und Plätzen
Blockinnenräume
Neuordnung der Blockinnenräume
Private Gemeinschaftsanlagen
Soziale Einrichtungen/Infrastruktur
Finanzierung und Mittelverwendung
Schlussbemerkung
Jochen Krehbiehl, Leiter des Stadtplanungsamtes
Anhang: Fußnoten/Quellennachweise
Inhalt
1
1.
2. 
3. 
3.1. 
3.2. 
4. 
5. 
5.1. 
5.2. 
5.3. 
5.3.1. 
5.3.2. 
5.4. 
6. 
3 
6
9
13
17
17
21
25
31
34
41
48
48
51
54
62
65
72

3
Pankratiusstraße 11, heute Kita Hedwig Dohm Haus
Mit der Fertigstellung des Kinder- und Ju-
gendzentrums in der Pankratiusstraße fin-
det die städtebauliche Sanierung des Mar -
tinsviertels ihren Abschluss. Damit gehen 
mehr als 47 Jahre der systematischen Er -
neuerung und Förderung eines Quartiers zu 
Ende, das zu Beginn dieses Prozesses vor 
großen sozialen Herausforderungen stand 
und noch dazu von weitreichenden Abriss-
plänen bedroht war. 
Viele Häuser waren stark renovierungsbedürf-
tig, hatten kaum eigene Bäder oder eine 
Warmwasserversorgung aus der Leitung. 
Zugebaute Innenhöfe, schwere Verkehrsbe-
lastungen, starke Lärmbelästigungen durch 
Industrie- und Handwerksbetriebe und feh-
lende soziale Infrastruktureinrichtungen 
machten eine grundlegende Sanierung und 
städtebauliche Modernisierung des Viertels 
unausweichlich.
In den Jahrzehnten zuvor hatten Politik und 
Verwaltung Darmstadts für große Teile der 
durch den Krieg zerstörten Stadt das Konzept 
der Flächensanierung verfolgt, durch das 
schnell moderner Wohnraum geschaffen und 
ein Stadtviertel in sehr effektiver und zügiger 
Weise grundlegend neu gestaltet werden 
konnte. Hinzu trat das Ziel, aus alten, engen 
und verwinkelten Quartieren moderne und 
autogerechte Viertel machen zu können. 
Gegen die Absicht, dieses Konzept auch 
auf das Martinsviertel anzuwenden, wuchs 
schnell starker Widerstand von Menschen, 
die den besonderen Charme und die außer -
ordentlichen Potentiale des Martinsviertels 
erkannten. Durch ein sehr viel langfristiger 
angelegtes städtebauliches Modernisierungs-
konzept der erhaltenden Stadtsanierung im 
Bestand wollten sie den historischen Gebäu-
debestand erhalten, das Viertel behutsam 
modernisieren und städtebaulich zu einem 
Grußwort Oberbürgermeister Jochen Partsch
Grußwort
Robert-Schneider-StraßeArheilger Straße 75

menschengerechten Stadtviertel entwickeln. 
Soziale und bürgerschaftliche Ziele sollten 
im Vordergrund stehen, niemand aus finan-
ziellen Gründen wegziehen müssen. 
Es ist ein großes Glück für unsere Stadt, 
dass sich dieses langfristige und behutsame 
Sanierungskonzept letztlich durchgesetzt 
hat. Nach und nach wurden Häuser innen 
und außen grundsaniert, weite Teile des  
Viertels begrünt und mit vielen kleinen und 
großen Maßnahmen ein sehr ansprechendes 
Wohnumfeld geschaffen. Maßnahmen der 
Verkehrsberuhigung wurden durchgeführt, 
Wohn- und Spielstraßen eingerichtet, Innen-
höfe ausgeräumt und in grüne Oasen und 
Gemeinschaftsräume verwandelt. Betriebe 
wurden verlagert und etliche soziale In-
frastruktureinrichtungen geschaffen.
Heute können wir sagen, dass die Geschichte 
der Sanierung des Martinsviertels eine große 
Erfolgsgeschichte ist und dass sie ein Mus-
terbeispiel für gute, moderne und bürgerna-
he Stadtplanung und Stadtentwicklung ist. 
Heute wissen wir, dass es richtig war, diesen 
langsamen, behutsamen und schwierigeren 
Weg zu gehen. Das wirklich außerordentlich 
gelungene Ergebnis des Sanierungsprozess-
es spricht für sich.
In vielen Bereichen hat die städtebauliche  
Sanierung des Martinsviertels neue Maß-  
stäbe gesetzt. Das gilt für die fundierten 
stadtplanerischen und stadtgestalterischen 
Prinzipien, Maßnahmen und Konzepte. Das 
gilt aber vor allem auch für den ungewöhn-
lich hohen Grad der Bürgerbeteiligung im ge-
samten Sanierungsprozess. 
Die Bewohnerschaft wurde in allen wichtigen 
Entscheidungsprozessen nicht nur gehört, 
sondern aktiv mit einbezogen. Die Menschen 
konnten stets mitreden, mitplanen, mit-
gestalten und sich selbst aktiv an der Um-
setzung beteiligen. Eine umfassende Kultur 
des Dialogs entwickelte sich, weite Teile der 
Bevölkerung erfuhren einen Aktivierungs-
prozess, in dem sich die Gemeinschaft im 
Martinsviertel neu bildete, selbst stärkte 
und fortentwickelte.
Die städtebauliche Sanierung des Martins-
viertels ist deshalb Vorbild für die umfas-
senden Beteiligungsprozesse, die Darmstadt 
heute in vielen Bereichen prägen. Die Sanie-
rung des Martinsviertels hat unsere ganze 
Stadt vorangebracht. Politik und Verwaltung, 
aber auch die Bürgerschaft selbst haben 
sehr Wichtiges und Grundlegendes über die 
Formen und Wege einer demokratischen, so-
zialen, umwelt- und klimagerechten, sowie 
nachhaltigen Stadtentwicklung gelernt.
Das Martinsviertel hat sich in den vergang-
enen fast fünf Jahrzehnten zu einem der at-
traktivsten, beliebtesten und lebendigsten  
Viertel unserer Stadt entwickelt. Dafür 
möchte ich allen, die an dieser großen Er -
folgsgeschichte unserer Stadt beteiligt 
waren, sehr herzlich danken. 
Dazu gehören alle Bürgerinnen und Bürg-
er, die sich oft stark engagiert, mitgeredet 
und mitgemacht haben. Dazu gehören die 
beteiligten Eigentümerinnen und Eigentümer, 
die oft viel Geld, Arbeit und Engagement in 
ihre Immobilien investiert haben. Dazu ge-
hören aber auch die beteiligten versierten 
Stadtplanerinnen und Stadtplaner, die flexi-
blen Gewerbetreibenden und Gastronomen, 
die professionellen Baufirmen, die mutigen 
politischen Entscheidungsträger und Unter -
stützer, sowie die engagierten und motivier-
ten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 
städtischen Verwaltung.
Mit dem Ende des städtebaulichen Sanie-
rungsprozesses wird ein bedeutendes Ka-
pitel in der Geschichte des Martinsviertels 
abgeschlossen. Die Entwicklung des Viertels 
aber wird weitergehen. Es ist davon auszuge-
hen, dass unsere Stadt und damit der Bedarf 
an zusätzlichem Wohnraum weiter wachsen 
werden. Das wird auch Auswirkungen auf 
das Martinsviertel haben. 
Lassen Sie uns gemeinsam darauf achten, 
dass die großen Errungenschaften und zen-
tralen Prinzipien der vergangenen fast fünf 
Jahrzehnte der städtebaulichen Sanierung 
des Martinsviertels auch für die Zukunft 
bewahrt werden können. Damit das Martins-
viertel auch in Generationen noch ein so attrak- 
tives, beliebtes, lebendiges und an den 
Bedürfnissen seiner Bewohnerinnen und Be-
wohner orientiertes Stadtviertel bleibt.
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
54
Grußwort

Die vorliegende Broschüre befasst sich mit 
der in den 1970er Jahren begonnenen Sanie-
rung des Martinsviertels und seiner Entwick-
lung zu einem der beliebtesten Quartiere der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt.
In den 1960er Jahren galt Vielen das Mar -
tinsviertel als unattraktiv. Die Ausstattung 
der Wohnungen entsprach meist nicht ein-
mal dem Standard des sozialen Wohnungs-
baus: Die Toiletten befanden sich in der 
Regel im Treppenhaus, es gab kaum eigene 
Bäder, Warmwasser aus der Leitung war 
keine Selbstverständlichkeit. Geheizt wurde 
überwiegend mit Kohle- oder Öleinzelöfen. 
Lärmbelästigung durch Betriebe im Gebiet, 
Verkehrsbelastungen, zugebaute Innenhöfe 
und fehlende soziale Infrastruktureinrich-
tungen kennzeichneten weite Bereiche des 
Quartiers. Zudem verfolgten wechselnde 
Stadtregierungen seit den 1960er Jahren 
den Bau einer Hauptverkehrsstraße – die 
sogenannte Osttangente - quer durch das 
Martinsviertel. Der Abriss vieler historischer 
Häuser rund um diese Trasse gehörte mit 
zur Planung. In den Jahren 1961 bis 1970 
verließen viele Menschen das Quartier. Die 
Einwohnerzahl schrumpfte um rund 3.500 
Menschen auf nur noch rund 14.500: Es gab 
dringenden Handlungsbedarf, wollte man 
das Martinsviertel retten.
Zu Beginn der 1970er Jahre nutzte Darm-
stadt dann als eine der ersten Städte der 
alten Bundesrepublik die Möglichkeiten des 
neuen Städtebauförderungsgesetzes. Mit 
dem Beschluss der Stadtverordnetenver -
sammlung am 25. Mai 1972 wurde das Mar-
tinsviertel zum Sanierungsgebiet erklärt. Die 
Kommune wagte damit ein wahres Abenteu-
er, denn für ein solches Projekt gab es keine 
Vorbilder. Ende der 1970er Jahre vollzog sich 
ein Paradigmenwechsel in der Stadtplanung: 
Man verabschiedete sich vom Credo der radi-
kalen Flächensanierung mit dem Abbruch 
ganzer Straßenzüge und verfolgte Ziele der 
erhaltenden Stadterneuerung im Bestand. 
Heute mehr denn je aktuelle Themen wie „Kli-
maschutz und Klimaanpassung“ wurden un-
ter dem Ziel der “Schaffung gesunder Wohn- 
und Arbeitsverhältnisse“ bereits in Anfängen 
verfolgt und in Teilen umgesetzt. Das Erpro-
ben von Modellen der Bürgerbeteiligung und 
die Umsetzung sozialer und bürgerschaftli-
cher Ziele traten ebenfalls in den Mittelpunkt 
der Planung. 
In der Folge wirkte die Bürgerschaft intensiv 
an der Umsetzung der Sanierungsziele mit. 
Der Verzicht der Stadt auf den Bau der Ost-
tangente im Jahr 1981 war entscheidend 
beeinflusst durch eine Bürgerinitiative aus 
dem Martinsviertel, die parlamentarische 
Mehrheiten kippte.
Das Martinsviertel hat sich aufgrund der 
Sanierung zu einem der attraktivsten Stadt-
teile der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
entwickelt. Mit Hilfe von Geldern aus dem 
Förderprogramm Stadtsanierung wurden 
Straßen und Plätze umgestaltet, Wohnge-
bäude dem allgemeinen Wohnungsstan-
dard angepasst, soziale Infrastrukturein-  
richtungen errichtet, aus grauen Hinter -
höfen wurden grüne Oasen.
Rund 45 Millionen Euro an öffentlichen 
Mitteln wurden in die Sanierung des Mar -
tins-viertels investiert. Hinzu kommen 
die Aufwendungen all‘ der privaten Eigen-
tümerinnen und Eigentümer, die ihre Häuser 
und Grundstücke auf eigene Kosten wieder 
hergerichtet und modernisiert haben. Ohne 
dieses Engagement wäre die Sanierung 
weitaus weniger erfolgreich gewesen. 
Ich möchte mich daher ganz besonders bei 
diesen Bürgerinnen und Bürgern bedanken. 
Danken möchte ich auch den vielen engagier-
ten Bewohnerinnen und Bewohnern des Vier-
tels, die sich immer wieder bei Bürgerver -
sammlungen, Hofgesprächen, in den vielen 
Bürgerbeteiligungsverfahren, in Bürgerini-
tiativen und gemeinsam mit anderen Interes-
sensgruppen in den Sanierungsprozess kon-
struktiv eingebracht haben. 
Mein Dank geht auch an die zahlreichen Mitar-
beiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, 
die die positive Entwicklung des Martinsvier-
tels während der Sanierung über vier Jahr-
zehnte hinweg mit viel Engagement begleitet 
haben. Sie haben dabei ein neues Rollenver -
ständnis entwickelt: Sie verstehen sich als 
Partner der Bürgerinnen und Bürger und se-
hen ihre Aufgabe im Finden eines Interessens 
ausgleichs zwischen unterschiedlichen Ak-
teuren. Alle haben dabei von und miteinander 
gelernt – das gilt für die Bürgerschaft ebenso 
wie für den Bereich der Politik und der Ver -
waltung. Von dieser Experimentierfreude, dem 
Mut, der Hartnäckigkeit und der Wertschät-
zung der Geschichte des Martinsviertels hat 
am Ende ganz Darmstadt profitiert.
Dr. Barbara Boczek
Stadträtin
76
Grußwort Stadträtin Dr. Barbara Boczek
Grußwort

Das Martinsviertel gehört zu den ältesten 
Vierteln der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
und grenzt nordöstlich an die Darmstäd-
ter Innenstadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde 
es von den Bomben, die ringsum große 
Teile Darmstadts zerstörten, weitgehend 
verschont. So konnte das Martinsviertel 
seine bauliche charakteristische Mischung 
aus gründerzeitlicher Pracht, dörflichem 
Charme und der sachlichen Architektur der 
1920er Jahre bewahren. In den 1960er Jah-
ren wurde deutlich, dass das Martinsvier -
tel in seiner Wohnqualität den Ansprüchen 
der Zeit nicht mehr entsprach. Aufgrund 
der Missstände in den Wohngebäuden und 
deren Umfeld beschloss die Darmstäd-
ter Stadtverordnetenversammlung am 25. 
Mai 1972, das Martinsviertel zum Sanie-
rungsgebiet zu erklären. Mit seiner Fläche 
von 65 Hektar wurde das Martinsviertel 
damit zu einem der größten Sanierungsge-
biete innerhalb der alten Bundesrepublik 
Deutschland erklärt. Die rund 14.500 im 
Stadtteil lebenden Menschen waren in den 
folgenden Jahren mittel- oder unmittelbar 
von den Sanierungsmaßnahmen betroffen. 
1. Einleitung
9
Martinsviertel Abgrenzung Sanierungsgebiet
Einleitung

Grundlage für das damalige Engagement war 
die Überzeugung, dass die Sanierung des 
Viertels nur dann gelingen kann, wenn die 
Bewohnerinnen und Bewohner mit einbezo-
gen werden. Zudem war es wichtig, dass alle 
Beteiligten bereit waren, mitzuwirken. Diese 
Haltung steht heute bei allen städtebaulichen 
Fragestellungen in der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt im Vordergrund.
Im Jahr 2015 feierte das Martinsviertel 
seinen 425. Geburtstag. Der endgültige 
Schlussstrich unter die mit Erfolg abge-
schlossene Sanierung wurde mit der Aufhe-
bung der Sanierungssatzung im Juni 2016 
sowie mit der Fertigstellung des Kinder- 
und Jugendzentrums in 2019 gezogen.  
1110
Die Idee, die die Verantwortlichen im 
Rathaus ursprünglich mit dieser Sanierung 
verfolgten, war die Schaffung eines moder-
nen Wohngebiets, das vor allem autogerecht 
sein sollte. Am Ende war diese Vorstellung 
gescheitert: Zu groß war der Protest der 
Wohnbevölkerung gegen den geplanten Bau 
einer mehrspurigen „Osttangente“ mitten 
durch das historisch gewachsene Viertel. 
Die Debatte um Aussehen und Zukunft des 
Martinsviertels veränderte mehrfach die 
politische Landschaft der Stadt und wirkt 
im Rückblick auch wie ein Laboratorium, 
in dem Stadtplanung, Sozialpolitik, Bürger -
wille und die neuen Konzepte der Bürger -
beteiligung aufeinander traffen. In Darm-
stadt wurden die verschiedenen Formen der 
Bürgerbeteiligung erstmals im Martinsvier -
tel erprobt. Was damals eine Pionierleistung 
war, ist heute eine Selbstverständlichkeit 
bei städtebaulichen Planungen.
Riegerplatz 2015Oben: Gardistenstraße 2015; unten: Arheilger Straße 2015  Lauteschlägerstraße 2015
Einleitung

grube bestand und ließ hier eine Vorstadt-
anlage errichten. 1590 begann der Bau der 
ersten acht Häuser entlang der heutigen 
oberen Alexanderstraße und der Magda-
lenenstraße. Ludwig V . (1596-1626) führte 
den Bau bis zum heutigen Kantplatz weiter 
und ließ die gesamte Anlage mit einer Mauer 
umgeben. 1606/07 ordnete Ludwig im Win-
kel der Vorstadtanlage die Einrichtung einer 
Fläche für das Ballspiel der Hofgesellschaft 
an, den Ballonplatz. Ludwig VI. (1661-1678) 
eröffnete 1672 zwischen Ballonplatz und 
Schloss einen neuen Straßenzug, den Birn-
garten, die heutige untere Alexanderstraße, 
und ließ sie 1674/75 mit einer einfachen 
Mauer umgeben, die am Schlossgraben an 
die mittelalterliche Stadtmauer anschloss. 
Charakteristisch für diese beiden Quartiere, 
Die Geschichte des Martinsviertels reicht bis 
in das späte 16. Jahrhundert zurück. Um 
Platz für den Ausbau des Residenzschlosses 
zu schaffen, verlegte Landgraf Georg I. (1567-
1596) die Wirtschaftsgebäude der Hofhal-
tung vor das Arheilger Tor im Norden. Dieses 
Tor stand auf dem heutigen freien Platz un-
mittelbar östlich des Darmstadtiums; ein 
Stück des an das Tor anschließenden Stadt-
mauerbogens ist heute noch vorhanden. Vor 
dem Tor ließ Georg I. 1582 und 1583 einen 
großen Wirtschaftsbau mit Mühle, Marstall, 
Zehntscheuer, Schlachthaus und Hofmeierei 
errichten. Außerdem sollte neuer Wohnraum 
für neu hinzu gezogene Handwerker und für 
Hofbeamte geschaffen werden. Daher kaufte 
Georg I. östlich des Schlosses ein Gelände, 
das aus Gärten, Weingärten und einer Kies-
2. Geschichte des Martinsviertels
13
Arheilger Straße 45Ruthsstraße / Ecke Loeffelstraße
Heinheimer Straße 13 & 15 Heinheimer Straße / Ecke Kaupstraße
Stadtansicht Hillscher Prospekt von 1775
Geschichte des Martinsviertels

1514
die „Alte Vorstadt“ und die „Vorstadt im Birn-
garten“, sind die stattlichen Häuser mit ba-
rocken Schweifgiebeln.
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts 
entwickelte sich vor dem Sporertor (Kant-
platz), umrahmt von einigen verstreut lie-
genden Gärten und Gartenhäusern, eine 
kleine Wohnsiedlung mit der zentralen „Pan-
cratiengasse“, die der Siedlung den Namen 
Pankratiusvorstadt gab. Hier ließen sich 
Landwirte, Handwerker und Soldaten der 
großen Darmstädter Garnison nieder. Der 
in der Arheilger Straße für alle Darmstäd-
ter Bauern gehaltene Zuchteber trug dem 
Viertel später den Namen „Watzeverdel“ ein. 
Bis 1850 hatte sich das künftige Martins-
viertel zu einer geschlossenen, aber noch 
wenig verdichteten Siedlung entwickelt, die 
sich von der Schlossgartenstraße östlich 
bis zur Dieburger Straße zog. In der zweiten 
Hälfte des 19. Jahrhunderts sollte sich dies 
nachhaltig ändern. Dazu trug vor allem 
der enorme Bevölkerungszustrom im Zuge 
der Industrialisierung bei. Um dem schnell 
wachsenden Wohnungsbedarf gerecht zu 
werden, ergänzten die städtischen Planer 
die gewachsenen Straßenzüge ab etwa 1870 
mit einem regelmäßig angelegten Straßen-
raster, an dem die Bebauung allmählich 
weiter voranschritt, meist mit zwei- bis drei-
geschossigen Wohnhäusern. 
Nach 1890 entstand in wenigen Jahren das 
„Rhönringviertel“, der Bereich zwischen der 
alten Pankratiusvorstadt und der Odenwald-
bahn, bebaut in großer Geschwindigkeit mit 
meist viergeschossigen gründerzeitlichen 
Miethäusern in geschlossener Blockbau-
weise. Mit dem raschen Wachsen des Mar -
tinsviertels ging auch die Ausweitung der 
Infrastruktur einher. Neben Geschäften der 
täglichen Versorgung entstanden Schulen, 
Krankenhäuser, Kirchen und das Altenheim 
in der Emilstraße.
Weiterer bedeutender Meilenstein in der Ge-
schichte des Martinsviertels: die Gründung 
der Universität. Im Jahr 1877 hatte Großher-
zog Ludwig IV . die polytechnische Schule in 
den Rang einer Universität erhoben und ihr 
den Titel Technische Hochschule zu Darm-
stadt verliehen. Nach wie vor befinden sich 
die zentralen Einrichtungen der heutigen 
Technischen Universität zwischen Martins-
viertel und Innenstadt. 1891 entstand die 
Hochschulstraße, an deren beiden Seiten 
mächtige Institutsgebäude stehen; diese 
kleine Stichstraße stellte die erste direkte 
Verkehrsanbindung zwischen Martinsviertel 
und Innenstadt dar. 
Den Zweiten Weltkrieg, dem die Darmstädter 
Altstadt fast vollständig zum Opfer fiel, hat 
das Martinsviertel vergleichsweise glimpflich 
überstanden. Schwere Schäden trugen die 
technische Hochschule und der Bereich um 
die Heinheimer, Pankratius- und Kranich-
steiner Straße sowie die Martinskirche und 
die Sankt-Elisabeth-Kirche davon. Allerdings 
blieb, im Gegensatz zur zentralen Innenstadt, 
ein Großteil der historischen Bausubstanz er-
halten. Doch sollte das Viertel in den 1960er 
Jahren an Attraktivität verlieren. Die Häuser 
begannen zu verfallen, viele Bewohnerinnen 
und Bewohner zogen fort. Um diesen Trend 
aufzuhalten, wurde das gesamte Martinsvier-
tel als Sanierungsgebiet festgelegt. 
Arheilger Straße 59, Hinterhof
 Magdalenenstraße
Schreinerei Petri
Geschichte des Martinsviertels

1960 wurde für Darmstadt ein neuer Flächen-
nutzungsplan beschlossen. Man ging davon 
aus, dass die Stadtbevölkerung in den näch-
sten Jahren von 135.000 auf 150.000 Men-
schen anwachsen würde. Um dieser Entwick-
lung gerecht zu werden, sah die Planung 
mehrere Neubausiedlungen und großflächige 
Gewerbegebiete im Nordwesten der Stadt vor. 
Wichtigstes Element war jedoch der Ausbau 
des Straßennetzes. In diesem Kontext gab es 
Planungen zum Bau der Osttangente, einer 
neuen mehrspurigen Hauptverkehrsstraße 
durch das Martinsviertel, verbunden mit 
dem Neubau moderner Wohnanlagen an der 
Trasse in einem begrünten Umfeld. Zur Um-
setzung dieses Vorhabens war der Abriss der 
alten Bausubstanz unumgänglich.
3. Ausgangslage 
17
Rund um den Kantplatz 1961
3.1. Situation vor der Sanierung
Ausgangslage – Situation vor der Sanierung

Zwischen 1961 und 1970 nahm die Be-
völkerung im Martinsviertel dramatisch ab. 
3500 Menschen verließen das Quartier, die 
Einwohnerzahl sank von rund 18.000 auf 
14.500. Der Grund: Viele alte Häuser boten 
nicht den Wohnkomfort, der in modernen 
Gebäuden mittlerweile als Standard galt. 
Statt mit einer Zentralheizung waren sie mit 
Kohle- oder Öleinzelöfen ausgestattet, oft 
gab es weder Bad noch Toilette und fließend 
warmes Wasser. Die Leitungen waren über 
1918
Haus in der Kaupstraße, Zustand vor Sanierung
Putz verlegt; das WC befand sich meist auf 
einem Zwischenpodest im Treppenhaus. 
Vor allem aber fehlte es an Freiflächen und 
Spielplätzen für Kinder. Aus den Gewerbe- 
und Handwerksbetrieben in den Innen- und 
Hinterhöfen drang an jedem Werktag der 
Lärm von Maschinen und Geräten nach 
draußen, was eine große Belastung für die 
ganze Nachbarschaft bedeutete. Die vielen 
Plätze im Martinsviertel wurden überwieg-
end zum Abstellen von PKW benutzt. 
Texaco-Tankstelle, Rhönring Ecke Robert-Schneider-Straße
Ruthsstraße
Ausgangslage – Situation vor der Sanierung

3.2. Die Auseinandersetzung um die Osttangente
2120
Es musste also dringend gehandelt werden, 
damit der Wegzug der Wohnbevölkerung 
sowie der weitere Verfall der Altbauten auf-
gehalten werden konnten. Als Lösung für 
diese Probleme hatte die Stadtplanung seit 
Anfang der 1960er Jahre an einem Bebau-
ungsplanentwurf gearbeitet, der im zen-
tralen Bereich eine umfassende Flächen-
sanierung vorsah. Ein weiteres Kernstück 
war der Bau einer weitgehend kreuzungs-
freien Verkehrstrasse mit einer mehrspu-
rigen Fahrbahn und Straßenbahngleisen 
mitten durch das Viertel. Diese Straße soll-
te die Pendlerströme aus den südöstlich 
von Darmstadt gelegenen Ortschaften auf 
ihrem Weg in die Industriegebiete im Nord-
westen der Stadt aufnehmen. Um die City 
zu entlasten, wurde eine Tangente östlich 
der Innenstadt geplant, die die Nieder-Ram-
städter-Straße über die Teichhausstraße 
und die Pützerstraße durch das Martins-
viertel weiter nach Norden führen sollte. 
Doch würde diese so genannte Osttan-
gente das Viertel in zwei Hälften teilen, die 
kaum noch miteinander verbunden wären. 
Konsequent begann die Stadt, Häuser auf-
zukaufen. Um Platz für die geplante Tras-
senführung zu schaffen, sollten in deren 
Umfeld zahlreiche Gebäude abgerissen und 
Straßen neu geordnet werden. Außerdem 
waren mehrstöckige Neubauten entlang der 
Osttangente vorgesehen. 
Ansicht der Arheilger Straße mit im Norden ausgebauter Osttangente, 1979
 Straßenquerschnitt der geplanten Osttangente
 Cover der Stardtteil Zeitung Martinsviertel, Mai 1972
Ausgangslage – Die Auseinandersetzung um die Osttangente

Von Anfang an regte sich im Martinsviertel 
Widerstand gegen dieses Vorhaben. In den 
folgenden Jahren wurde zwar der Bebauungs-
plan mehrfach geändert, und auch für die 
Osttangente gab es unterschiedliche Entwür-
fe, an der grundsätzlichen Idee einer Schnell-
straße mitten durch das Viertel hielten die 
Verantwortlichen in Politik und Verwaltung 
weiterhin fest.  So veröffentlichte die Stadt 
1980 eine Broschüre, in der die Osttangente, 
mittlerweile in „Arheilger Allee“ umbenannt 
und deutlich verschlankt, als „Grüne Achse 
der Vernunft“ bezeichnet wurde. Doch auch 
dieser Vorschlag konnte die Bürgerinnen 
und Bürger nicht überzeugen. 1976 hatte 
sich eine Bürgerinitiative gegen den Bau 
der Schnellstraße gebildet, aus der ein Jahr 
später die „Wählergemeinschaft Darmstadt“ 
(WGD) hervorgehen sollte. Dieser gelang es 
auf Anhieb und nur zwei Monate nach ihrer 
Gründung, bei der Kommunalwahl im Mai 
1977 acht Prozent der Stimmen für sich zu 
gewinnen und in die Stadtverordnetenver -
sammlung einzuziehen. Innerhalb des Mar -
tinsviertels hatten sogar 18,2 Prozent der 
Wahlberechtigten für die WGD gestimmt. 
1981 reichten die Stimmanteile von SPD und 
Wählergemeinschaft bei der Kommunalwahl 
2322
für einen Machtwechsel im Stadtparlament. 
Die bisherige CDU/FDP-Regierung wurde 
abgelöst und durch eine Koalition aus Wäh-
lergemeinschaft und Sozialdemokraten er -
setzt. Diese beschloss als eine ihrer ersten 
„Amtshandlungen“, neue Wohnhäuser im 
Sozialen Wohnungsbau an der Ecke Heinhei-
mer Straße/Dieburger Straße bauen zu las-
sen – dort sollte ursprünglich ein Teilstück 
der Osttangente verlaufen (siehe Foto S 32). 
Der Plan einer Schnellstraße mitten durchs 
Martinsviertel war damit faktisch vom Tisch.
Arheilger Straße 2015
Cover Schallplatte – Osttangenten Blues... (1978)
Rückseite Cover Schallplatte (Ausschnitt)
Ausgangslage – Die Auseinandersetzung um die Osttangente

Von Anfang an hatte das bei der Sanierung 
federführende Stadtplanungsamt großen 
Wert darauf gelegt, die Bewohnerinnen und 
Bewohner des Martinsviertels über alle ge-
planten Sanierungsmaßnahmen zu infor-  
mieren und möglichst auch in alle wichtigen 
Entscheidungsprozesse miteinzubeziehen. 
Damit nahm die Wissenschaftsstadt Darm-
stadt – neben Berlin – bei der Entwicklung 
neuer Formen der demokratischen Teil-
habe eine Vorreiterrolle ein. Was im Mar -
tinsviertel erprobt und praktiziert wurde, 
ist heute Standard bei allen Planungsver -
fahren. Damals aber betrat man Neuland.
4. Bürgerbeteiligung
251
Einweihung Petri-Block Gemeinschaftsanlage 1980
Bürgerbeteiligung

Einweihung Skulpturen Kantplatz 2007
der das Anliegen einer bestimmten Gruppe 
– meist das der sozial Benachteiligten – ge-
genüber der Obrigkeit vertritt. Die Anwalts-
planer für das Martinsviertel waren bei der 
Kommunalverwaltung angestellt, aber ihr 
gegenüber nicht weisungsgebunden. Ihre 
Aufgabe im Martinsviertel sollte es sein, 
dessen Bewohnerschaft die städtischen 
Sanierungspläne in ihren Grundzügen zu er -
läutern. Vor allem aber sollten sie zwischen 
der Verwaltung und den Bürgern als Mittler 
auftreten, um einen „Ausgleich zwischen 
Gruppen- und Allgemeininteressen zu fin-
den“, wie es damals in einer Presseerklärung 
der Stadtregierung hieß. Die Anwaltsplaner 
bezogen damals mitten im Martinsviertel ein 
2726
Besondere Bedeutung haben in diesem 
Zusammenhang die beiden so genannten 
„Anwaltsplaner“, die 1974 vom Magistrat der 
Stadt im Martinsviertel und schon vorher im 
Jahre 1972 im neuen Stadtteil Kranichstein 
eingesetzt wurden. Ursprünglich stammt die 
Idee der „Advokaten“ aus der Bürgerrechts-
bewegung der USA der 1960er Jahre. Ausge-
hend von der Überlegung, dass der Prozess 
der Meinungsbildung in einer Demokratie 
genauso der Suche nach Wahrheit verpfli-
chtet ist wie eine Gerichtsverhandlung, sollen 
möglichst unterschiedliche Stimmen und An-
sichten gehört werden, bevor man zu einem 
Urteilsschluss gelangt. Dem „Advokaten“ 
kommt dabei die Rolle eines Verteidigers zu, 
eigenes Büro und richteten eine Sprechstunde 
für alle interessierten Bürgerinnen und Bürg-
er ein. Gleichzeitig suchten sie das Gespräch 
mit Vertretern der ortsansässigen Vereine und 
politischen Organisationen. Dabei konnten sie 
beobachten, dass die geplante Osttangente die 
Menschen am stärksten beschäftigte. Deshalb 
luden die Anwaltsplaner 1976 zu einer Bürger -
versammlung zu diesem Thema ein, in deren 
Folge sich die Gegner der Osttangente zu einer 
Bürgerinitiative zusammen schlossen. 
Petri-Block Gemeinschaftsanlage 1979
Faltblatt “Rundgang MartinsvierteJuni 2005Petri-Block Gemeinschaftsanlage Einweihung 1980
Bürgerbeteiligung

Mit einer intensiven Informationspolitik der 
Stadtregierung wurde die Bürgerschaft am 
Prozess der Sanierung beteiligt. Im Laufe 
der Zeit wurden mehr als 70 verschiedene 
Faltblätter und Broschüren gedruckt und 
im Quartier verteilt, die die vielfältigen 
Themen rund um die Sanierung aufgrif-
fen und erläuterten. Darunter fand sich: 
Allgemeines zur Sanierung, Rahmenpla-
nung, Planungsvorschläge für Bebauungs-
plan-Entwürfe, Planungsvorschläge für 
Block-Neuordnungen, Verkehrskonzepte, 
Neugestaltung von Straßen und Plätzen, 
Neugestaltung von Grünflächen und die 
Errichtung von Spielplätzen.
Außerdem wurden die Bürgerinnen und 
Bürger immer wieder zu Informations- und 
Diskussionsveranstaltungen eingeladen. 
Ihre Meinung war in jedem Fall gefragt: 
Persönlich adressierte Schreiben sollten 
jeden dazu ermutigen, sich zu äußern und 
alternative Vorschläge zu unterbreiten. In 
vielen Häusern entstanden Arbeitsgruppen, 
die eigene Konzepte für die Neugestaltung 
ihres Wohnumfelds entwickelten. Auch die 
Kinder wurden miteinbezogen. So ließ man 
sie nicht nur bei der Planung neuer Spiel-
plätze mitreden: Man ermutigte sie außer -
dem dazu, eigene Ideen und Entwürfe ein-
zubringen und sich bei deren Umsetzung 
selbst handwerklich zu betätigen.
Diese intensive Beteiligungspraxis wurde bis 
zum Abschluss der Sanierung umgesetzt und 
über die vielen Jahre hinweg von der Stadt-
politik unterstützt. 
Deutliches Symbol für Bürgernähe: Die San-
ierungsabteilung des Stadtplanungsamtes 
bezog mitten im Martinsviertel im Achteck-
haus in der Mauerstraße von 1990 - 1998 
ihr Quartier. Damit waren sie für die Bewoh-
nerinnen und Bewohner vor Ort  präsent und 
ansprechbar: „Wir berieten bis ins Wohn-
zimmer und ins Leben hinein“, beschreibt 
einer der Planer das enge, vertrauensvolle 
Verhältnis, das sich allmählich zwischen den 
städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeit-
ern und der Bevölkerung entwickelte. 
Planungsentwurf Spielplatz an der Müllerstraße
Achteckhaus, 
Workshop Spielplatz Müllerstraße 2010
Faltblätter und Broschüren
2928
Bürgerbeteiligung

Während fast 20 Jahre lang an der Idee der 
Osttangente festgehalten wurde, zeichnete 
sich im Laufe der Zeit bei anderen Vorha-
ben und Zielen der Sanierung ein deutlicher 
Wandel ab. Die Stadtplanerinnen und Stadt-
planer sahen die so genannte „Flächen-
sanierung“, also den Abriss alter Häuser 
5. Die vier Säulen der Sanierung
311
und die Neuordnung ganzer Straßenblöcke, 
nicht mehr als Lösung an. Vielmehr hatte 
während der 1970er Jahre ein Umdenken 
stattgefunden. Historische Bausubstanz galt 
nunmehr als erhaltenswert. Das neue Leit-
bild der Sanierung hieß „erhaltende Erneu-
erung“ statt „Kahlschlag“.
Begrünung im Marinsviertel Begrünung im MarinsviertelGardistenstraße
Die vier Säulen der Sanierung

Das im Jahr 1971 neu verabschiedete Städ-
tebauförderungsgesetz schrieb unter an-
derem die Aufstellung eines Sozialplans für 
die Sanierung vor. Diese Bestimmung findet 
sich auch heute noch im Baugesetzbuch. Im 
Falle des Martinsviertels enthielt dieser So-
zialplan, der im Herbst 1972 verabschiedet 
wurde, unter anderem folgende Punkte:
1. Niemand soll während der Hausmoder-
nisierungen gegen seinen Willen sein ange-
stammtes Wohnviertel verlassen müssen. 
Daher müssen ausreichend Ersatzwohnun-
gen zur Verfügung gestellt werden.
2. Um die Mieten auf einem maßvollen 
Niveau halten zu können, soll der Bau von 
neuen Wohnungen möglichst mit öffentli-
chen Geldern gefördert werden und die 
Stadt ein Belegungsrecht ausüben und eine 
Mietpreisgrenze festlegen können.
Der damalige Darmstädter Oberbürger -
meister, Heinz Winfried Sabais, richtete 
eine ihm direkt unterstellte Arbeitsgruppe 
ein, die die Einhaltung der im Sozialplan 
beschlossenen Punkte überwachen sollte. 
Diese Arbeitsgruppe setzte durch, dass die 
Stadt keine Aufgaben an externe Sanierungs-
träger übertrug, sondern selbst für die Sa-  
nierung Regie und Verantwortung über -
nahm. Das umfangreiche Vorhaben wurde 
als Querschnittsaufgabe verstanden, bei der 
interdisziplinär alle beteiligten Ämter ge-
meinsam an einem Strang zogen. 
Im April 1975 wurden die wesentlichen Ziele 
des Sanierungsvorhabens in einem Rah-
menplan formuliert. In dessen erster Fas-
sung war noch die Osttangente enthalten. 
Der anhaltende Widerstand der Bevölkerung 
und die veränderten Machtverhältnisse im 
Stadtparlament sorgten jedoch dafür, dass 
man dieses Vorhaben fallen ließ. Stattdes-
sen wurde 1981 ein neues Verkehrskonzept 
in den Rahmenplan aufgenommen, das 
Vorschläge zur Verkehrsberuhigung von 
Wohnstraßen und zur Schaffung zusätzlicher  
Parkplätze enthielt.
Für die Erneuerung des Martinsviertels wur -
den „vier Säulen der Sanierung“ formuliert: 
1. Modernisierung der Häuser
2. Neugestaltung von Straßen und Plätzen
3. Schaffung von gemeinsamen Innenhöfen
4. Ausbau der Sozialen Infrastruktur
 
Zusätzlich wurde darauf geachtet, die Nah-
versorgung im Viertel zu sichern, indem für 
neue Lebensmittelgeschäfte Genehmigun-
gen erteilt und dafür Sorge getragen wurde, 
bestehende Standorte zu erhalten.
Dieburger Straße 6-8, Neubau Dieburger Straße 6-8, vor dem Neubau
3332
Liebfrauenstraße 47 vor der Sanierung Liebfrauenstraße 47 nach der Sanierung
Die vier Säulen der Sanierung

Situation sollte es sich jetzt als Vorteil er -
weisen, dass die Stadt als Vorbereitung auf 
den Bau der Osttangente selbst Häuser rund 
um die geplante Trasse aufgekauft hatte. So 
befanden sich von den insgesamt 91 Gebäu-
den, die zwischen 1977 und 2015 im Martins- 
viertel modernisiert wurden, 56 Häuser mit 
273 Wohneinheiten in kommunalem Besitz. 
In diesen Fällen konnte man auf Mittel aus 
der Städtebauförderung und aus dem So-
Bei der Sanierung der vielen Altbauten im 
Martinsviertel sahen sich die Planerinnen 
und Planer vor eine schwierige Aufgabe ge-
stellt: Sie sollten die zum Teil maroden und 
einfachst ausgestatteten Häuser auf einen 
modernen und zeitgemäßen Standard brin-
gen. Gleichzeitig durften die Mieten aber 
nicht wesentlich steigen, um zu verhindern, 
dass die angestammte Wohnbevölkerung  
aus dem Viertel verdrängt würde. In dieser 
5.1. Modernisierung der Häuser
3534
zialen Wohnungsbau zurückgreifen, um die 
Modernisierung zu finanzieren. So  wurde es 
möglich, die Mieten niedrig zu halten. 
Privaten Hausbesitzern wurden steuerliche 
Abschreibungsmöglichkeiten aufgezeigt und 
Zuschüsse aus dem Etat der Städtebauförder-
ung bewilligt. Allerdings war daran die Bedin-
gung geknüpft, dass für die Wohnungen eine 
Mietpreisbindung galt und die Stadt das Be-
legungsrecht erhielt. Viele Eigentümer schaff-
ten die Modernisierung aber auch, ohne Städ-
tebaufördermittel in Anspruch zu nehmen.
Zusätzlich zu den sanierten Gebäuden 
wurden 50 Neubauten errichtet, einige mit 
Mitteln des Sozialen Wohnungsbaus, um 
das Angebot an bezahlbarem Wohnraum 
zu vergrößern. 
Arheilger Straße Ecke Barkhausstraße
 Urkunden für gute Leistungen in der Stadtsanierung
Die vier Säulen der Sanierung – Modernisierung der Häuser

Was sollte mit den Hausbewohnern gesche-
hen, während ihre Wohnungen saniert wurden? 
Anfänglich hatte man geglaubt, sie könnten in 
dieser Zeit alle zu Hause wohnen bleiben, aber 
die Beeinträchtigungen durch Staub, Lärm, 
abgestelltes Wasser und gekappte Stromleitun-
gen erwiesen sich mitunter doch als zu groß, 
als dass es möglich gewesen wäre, einen nor-
malen Alltag fortzusetzen. In vielen Fällen wur-
den den Mietern daher während der Kernbauzeit 
Ersatzwohnungen angeboten. Hier war es von 
großem Vorteil, dass bereits sanierte Wohnun-
gen in städtischen Häusern im Martinsviertel 
zur Verfügung standen, deren Miete im Rah-
men des sozialen Wohnungsbaus bezuschusst 
wurde. Um die schwierigen Auftaktgespräche 
möglichst in angenehmer Atmosphäre führen 
zu können, kamen die Modernisierungsber-
ater zum ersten Kennenlernen am liebsten zu 
den Mietern nach Hause. Unter den Mitarbei-
tern im Stadtplanungsamt erinnert man sich 
noch lebhaft an die vielen Abende, die man bei 
Tee und Gebäck ausführlich die Umzugspläne 
mit den Betroffenen besprach. Einmal platzte 
ein Berater bei seinem Hausbesuch mitten in 
eine Familienfeier hinein. In der Küche waren 
die Gastgeber gerade damit beschäftigt, eine 
Schweinehälfte zu zerlegen. Spontan lud man 
ihn ein, dazubleiben und mitzuessen und  
zu feiern. 
Insbesondere ältere Bewohnerinnen und Bewoh-
ner mussten zunächst grundsätzlich davon über-
zeugt werden, dass eine Modernisierung ihrer 
Wohnung durchaus sinnvoll war: „Stellen Sie 
sich vor, Sie drehen an einem Knopf und es wird 
warm! Und Sie brauchen nie mehr Briketts aus 
dem Keller zu holen!“ Aber es gab auch andere 
3736
Probleme: So erschien für eine alleinlebende 
Frau der Umzug in eine kleinere Übergangswoh-
nung nicht möglich zu sein, weil dort das Ehe-
bett nicht ins Schlafzimmer gepasst hätte. Die 
städtischen Berater fanden eine Lösung: Das 
Bett wurde von einer Schreinerei fachgerecht 
zersägt. Die vorerst nicht mehr benötigte zweite 
Hälfte wurde im Keller eingelagert. 
Insgesamt sind sich alle städtischen Mitarbei-
ter bis heute einig: Die Geduld und Flexibilität 
der Martinsviertler waren beeindruckend. Wer 
nicht umzog, hatte mit einigen Widrigkeiten zu 
kämpfen. Kurzzeitig mussten Fenster mit Plas-
tikfolie abgedichtet oder Zimmer mit Kerzen 
beleuchtet werden, wenn der Strom abgestellt 
werden musste. Mitunter, sofern kein Aus-
weichquartier vor Ort gefunden werden konnte, 
schickte man die Bewohner auch kurzfristig 
in den Urlaub. Eine Familie zog zum Beispiel 
kurzzeitig in eine Unterkunft im benachbarten 
Odenwald und nutzte so das Ausweichquartier  
für die geplanten Ferien. Die Sache hatte 
nur einen Haken: Das Hotel dort gestattete 
keine Hunde. Wohin also mit dem Vierbeiner 
während dieser Zeit? Auch dieses Problem 
wurde gelöst: Der Hund zog vorübergehend zu 
einem der Stadtplaner. Man erzählt sich, beide 
seien ganz prima miteinander ausgekommen. 
Diese positiven Geschichten trugen dazu bei, 
dass sich das Klima zwischen Bürgerschaft und 
Stadtplanung verbesserte. Wo anfänglich Miss-
trauen und Ablehnung vorherrschten, wuchs 
das Vertrauen. Am Ende verstanden sich beide 
Seiten als Partner, die gemeinsam das Beste 
für sich und das Martinsviertel schaffen wollten.   
Haus und Hof in der Gardistenstraße vor der Sanierung Haus und Hof in der Gardistenstraße nach der Sanierung
Haus in der Magdalenenstraße nach der Sanierung 2015
Haus in der Magdalenenstraße vor der Sanierung
Es ging nicht immer alles nach Plan ....
Die vier Säulen der Sanierung – Modernisierung der Häuser

3938
Gutenbergstraße / Ecke Heinheimer Straße vor der Sanierung 
 Oben und unten: Auch auf Details wurde bei der Sanierung wertgelegt
Gutenbergstraße / Ecke Heinheimer Straße nach der Sanierung
Die vier Säulen der Sanierung – Modernisierung der Häuser

Ein wichtiger Schritt bestand daher zunächst 
in der Verkehrsberuhigung. So wurden an 
vielen Stellen Tempo-30-Zonen eingerichtet 
und Fahrbahnbreiten verringert, damit der 
Verkehr sich verlangsamen musste. Außer -
dem ließen die Stadtplaner im Martinsviertel 
an einigen Kreuzungen Betonröhren aufstel-
len, die die Autofahrer dazu zwangen, beim 
Abbiegen Gas wegzunehmen. Diese „Behin-
derung“ stellte für viele Bürgerinnen und 
Bürger ein Ärgernis dar, und daran änderten 
auch die hübschen Blumen nichts, mit denen 
die Stadt die Röhren bepflanzen ließ. Heute 
sind die Betonröhren weitestgehend aus dem 
Straßenbild verschwunden, nur vereinzelt be-
finden sich noch einige Exemplare im Viertel. 
In den 1970er Jahren wuchs das Verkehrs-
aufkommen in allen bundesdeutschen Städ-
ten immer mehr an, so auch in Darmstadt. 
Im Martinsviertel mit seinen vielen kleinen 
Straßen bedeutete der massive Pkw-Verkehr 
eine echte Gefahr für den Fuß- und Rad-
verkehr; hinzu kam die Belästigung der An-
wohnerschaft durch Abgase und Lärm. Oft 
wurden die Autos „wild geparkt“, wo immer 
sich eine Freifläche anbot. Die Folge: Der 
öffentliche Raum verödete und büßte seine 
Attraktivität als Ort der Begegnung und Platz 
zum Verweilen ein.
5.2. Neugestaltung von Straßen und Plätzen
4140
Mollerplatz vor dem Umbau Mollerplatz nach dem Umbau
Getestet wurden zusätzlich auffällige Fahr -
bahnmarkierungen, die den Autoverkehr 
dazu auffordern sollte, die Geschwindig-
keit zu drosseln. Um die Sicherheit für den 
Fußverkehr zu erhöhen, wurden einige neue 
Fußwege innerhalb der Wohnblocks ange-
legt. Benannt wurden vier dieser Wege nach 
Figuren aus Ernst-Elias Niebergalls „Datter -
ich“: Benglerweg, Bennelbächerweg, Dat-
terichweg, Spirwesweg; hinzu kommt eine 
Fuß- und Radwegeverbindung zwischen 
Pankratiusstraße und Ruthsstraße. Damit 
entstanden abseits der Straßen und des 
Durchgangsverkehrs bequeme, fußläufige 
Verbindungen durch das Viertel.
Zur Schaffung von Stellplätzen wurden mit 
Städtebaufördermitteln so genannte „Park-
paletten“ gebaut – zweigeschossige Parkhäu-
ser mit einer Kombination von anmietbaren 
Dauerstellplätzen und öffentlichen Park-
möglichkeiten. Diese entstanden unter an-
derem in der Heinheimer Straße 37, in der 
Taunusstraße 24 und in der Vogelsberg-
straße 36. In der Heinheimer Straße 12-16 
wurde eine private Tiefgarage errichtet, die 
wegen der Förderung durch Städtebauförder-
mittel tagsüber teilweise auch öffentlich ge-
nutzt werden kann.
Kantplatz vor der Sanierung – Autos wurden einfach abgestellt
Die vier Säulen der Sanierung – Neugestaltung von Straßen und Plätzen

Schlossgartenplatz 2015  
Schlossgartenplatz vor der Sanierung, Blick von oben
 Schlossgartenplatz vor der Sanierung
4342
Dass das Martinsviertel heute als leben-
diges Innenstadtquartier gilt, hat viel mit 
seinen Plätzen zu tun. Sobald es das Wetter 
zulässt, sind sie von Menschen bevölkert, die 
zusammensitzen oder sich einfach ausruhen 
und ihr Gesicht in die Sonne halten. Bei der 
Umgestaltung wurde darauf geachtet, dass 
Raum für nicht kommerzielle Nutzungen er -
halten blieb. Vor der Sanierung wurden diese 
Plätze vor allem als praktische Abstellfläche 
zum Parken angesehen, wie der Blick von 
oben auf den Schlossgartenplatz beweist.
Dieser Platz wurde als erster neu gestaltet: 
Mit nur wenigen Mitteln gelang es, eine tote 
Fläche in einen beliebten Treffpunkt für Jung 
und Alt zu verwandeln. So wurde die Straße 
am Ostrand des Platzes aufgehoben und 
ein Fußweg mit Bänken angelegt. Der Brun-
nen lädt Kinder zu fröhlichen Wasserspielen 
ein. Durch eine verbesserte Verkehrsführung 
konnte außerdem die Freifläche vergrößert 
werden. Hier lässt es sich herrlich im Schat-
ten alter Platanen ausruhen.
Die vier Säulen der Sanierung – Neugestaltung von Straßen und Plätzen

4544
Der Taunusplatz verbindet den westlichen 
und östlichen Teil des Martinsviertels mitein-
ander. Mit einer Begrünung und Bänken 
konnte dieser Ort an der Kranichsteiner 
Straße zu einer kleinen, von Gründerzeit-
fassaden umstandenen Oase verwandelt 
werden, in der die Menschen des Viertels 
gerne verweilen. Auch die Gäste der dort an-
sässigen Gastronomie zieht es im Sommer 
oft nach draußen auf den Platz.  
Der ursprüngliche Ballonplatz wurde 1606 
als Ballspielplatz für die Angehörigen des 
Hofes angelegt, aber im Zuge der Univer -
sitätserweiterung bebaut. Der heutige Bal-
lonplatz an der Alexanderstraße wird an zwei 
Seiten von Häuserzeilen begrenzt, in deren 
Grundgeschoss sich Arkaden mit Geschäften 
befinden. Ehemals befand sich auf diesem 
Areal eine Tankstelle. 
Ballonplatz vor der Sanierung
Der Riegerplatz wurde viele Jahre als reiner 
Parkplatz genutzt. Doch hat er sich im Zuge 
der Sanierung zu einem beliebten und viel -
seitig genutzten urbanen Treffpunkt entwi- 
ckelt, was vor allem der Initiative „Lebendiger 
Riegerplatz“ e.V . zu verdanken ist. Zunächst 
war sich die Anwohnerschaft uneins, was mit 
diesem Platz geschehen soll: Die einen wol-
lten die Parkplätze erhalten, während sich 
die anderen einen Freiraum zur kreativen 
Nutzung wünschten. Am Ende konnte ein 
oben: Riergerplatz vor der Sanierung; unten: Riegerplatz 2015
Kompromiss gefunden werden: So wurde ein 
Drittel der Parkierungsfläche in ein offenes 
Areal umgewandelt. Hier finden immer wie-
der Veranstaltungen statt, wie Bauernmärkte, 
Flohmärkte und verschiedene Feste. Im Som-
mer lockt das Open-air-Kino, im September 
die Martins-Kerb und an jedem sonnigen Tag 
die Tische und Stühle der Cafés und Restau-
rants. 2015 hat sich der Verein „Wohnzimmer 
Riegerplatz“ gegründet, der das Engagement 
der früheren Initiative fortsetzt.
Taunusplatz vor der Sanierung
Ballonplatz 2015  Taunusplatz 2015
Die vier Säulen der Sanierung – Neugestaltung von Straßen und Plätzen

Der kleine Platz zwischen Kaupstraße, Lich-
tenbergstraße und Liebfrauenstraße hat keine 
offizielle Bezeichnung. Er wird im Martins-  
viertel umgangssprachlich „Lichtenberg-
platz“ genannt. Bei seiner Neugestaltung 
wurde nicht nur seine gesamte Fläche, 
sondern auch die Lichtenberg- und Kaup-
straße zum verkehrsberuhigten Bereich er-
klärt. Seitdem lässt es sich ungestört unter 
dem Blätterdach der vier großen Platanen 
verweilen. Die Trafo-Station bleibt zwar für 
die Versorgung des Viertels unentbehrlich. 
Aber man entschloss sich dazu, das alte 
4746
Gebäude abzureißen und durch ein klei-
neres zu ersetzen. Es wurde leicht versetzt 
an anderer Stelle errichtet. Die neue Sta-
tion ist mit einer Stahlkonstruktion verklei-
det und wurde an ihrer einen Seite durch 
einen Pavillon mit Sitzbänken ergänzt. Auch 
hier waren die Anwohnerinnen und Anwoh-
ner am Entwurfsprozess beteiligt und ent-  
schieden über die Farbgebung und andere 
Details. Das Besondere daran: Die Fassade 
der Trafo-Station ist mit großformatigen Zi-
taten von Georg Christoph Lichtenberg be-
schriftet, die abends hinterleuchtet sind.
Wo früher wahllos Autos abgestellt wur -
den, findet sich heute auf dem Moller -
platz eine großzügige Freifläche zwischen 
Robert-Schneider-Straße, Mollerstraße und 
Barkhausstraße. Hier kann man sich unter 
dem grünen Dach der Bäume niederlassen 
und entspannen. Dominiert wird dieser Platz 
von einer unnahbaren Schönheit: Die „Große 
Schreitende im Abendkleid“, eine Bronz-
eskulptur und Auftragsarbeit des Bildhauers 
Richard Heß, die unvermittelt zwischen den 
Baumstämmen hervorzutreten scheint und 
zum Wahrzeichen dieses Orts geworden ist.
Der Kantplatz ist einer der bekanntesten 
und beliebtesten Plätze des Martinsvier -
tels. An diesem zentralen Platz zwischen 
Innenstadt und Martinsviertel treffen  fünf  
Straßen sowie die Alte Vorstadt, die Pank-
ratiusvorstadt und die Technische Univer -
sität aufeinander, während im Hintergrund 
die alten Bäume des Herrngartens auf-
ragen. Hervorstechend sind das sanier-  
te Maschinenhaus in der Magdalenenstraße 
und die historischen Bauten der Technische 
Universität Darmstadt entlang der Hochschul-
straße aus der Wende zum 20. Jahrhundert. 
Lange Jahre war ein großer Teil des Kant-
platzes eine unbefestigte Parkplatzfläche. Im 
Rahmen der Sanierung wurde der Platz als 
Scharnier zwischen Universität, Herrngar -
ten und Martinsviertel neu gestaltet und im 
Jahr 2004 eingeweiht. Künstlerisch gestaltete 
Sitzmöbel mit Skulpturen zum Thema Kant 
sowie weitere Sitzmöglichkeiten bieten hier 
eine besondere Aufenthaltsqualität.
Lichtenbergplatz 2015
Oben: Kantplatz vor der Sanierung
unten: Kantplatz  2015 
Oben: Mollerplatz vor der Sanierung
unten: Mollerplatz  2015 
Die vier Säulen der Sanierung – Neugestaltung von Straßen und Plätzen

Um das Sanierungsziel „Mehr Licht, Luft und 
Sonne“ verwirklichen zu können, mussten die 
Innenhöfe der Wohnblöcke im Martinsviertel 
neugestaltet werden. Kleinere Fabrikhallen, 
Schuppen, Garagen oder vereinzelte Wohn -
häuser hatten im Laufe der Jahrzehnte diese 
Innenflächen in verbaute, stickige und un- 
freundliche Areale verwandelt. Der Neuord-
5.3. Blockinnenräume
5.3.1. Neuordnung der Blockinnenräume
48
nung dieser Räume ging meist ein längeres 
und aufwändiges Planungsverfahren voraus, 
an dem sich die Blockbewohnerinnen und -be-
wohner beteiligten. Für rund dreiviertel der 
Blöcke wurden eigene Bebauungspläne erar -
beitet, die vom Stadtparlament verbindlich 
beschlossen wurden. 
49
Historische Fotos vom Lichtenberg Block mit den alten Schuppen, Garagen und vereinzelten Wohnhäusern vor der NeuordnungLichtenbergblock nach der Neuordnung
Die vier Säulen der Sanierung – Neuordnung der Blockinnenräume

5.3.2. Private Gemeinschaftsanlagen
Wer heute durch die Straßen des Martins-
viertels geht, wird immer wieder überrascht  
durch Einblicke in blühende Gärten mit 
schattenspendenden Bäumen und Lauben, 
dichtbepflanzten Beeten, lauschigen Plätzen, 
Sandkisten, Schaukeln und Rutschen. Diese 
Oasen geben dem Viertel sein ganz beson-
deres Gepräge: 14 Gemeinschaftsanlagen, die 
im Zuge der Sanierung eingerichtet wurden. 
Darunter versteht man Flächen, die durch 
die Zusammenlegung von Teilen mehrer-  
er Innenhöfe innerhalb eines Häuserblocks 
entstanden sind und von den Bewohnerinnen 
und Bewohnern gemeinsam als Freibereich 
genutzt werden können. 
Was auf den ersten Blick als einleuchtende 
Lösung erscheint, um mitten in einem dicht-
bebauten Quartier mehr Grün und Platz zu 
schaffen, erwies sich jedoch zunächst als 
schwer umsetzbar. So mussten in  kompli-
zierten Umlegungsverfahren die Eigentums-
verhältnisse und die Grundstücksaufteilung 
neu geordnet werden. Auch hier sollten alle  
Beteiligten, Eigentümerinnen und Eigentü-
mer sowie die Anwohnerschaft von Anfang 
an intensiv in die Planungen einbezogen 
werden. Diese Planungen führten zu vielen 
Diskussionen, weil verschiedene Vorstellun-
gen zur Gestaltung der neuen Freiflächen 
einander entgegen standen. Letztendlich 
konnte man sich einigen und die privaten 
Gemeinschaftsanlagen wurden mit öffent-  
lichen Fördermitteln unter der Regie des 
Grünflächenamtes ausgebaut.
Der Petri-Block vor der Sanierung: 
ein zugebauter Blockinnenraum Der Petri-Block: Neuordnungskonzept mit  
Grün- Spielflächen als Gemeinschaftsanlage
50 51
Die vier Säulen der Sanierung – Private Gemeinschaftsanlagen

Heute erinnert nichts mehr an die anfäng-
lichen Auseinandersetzungen. Kaum noch 
vorstellbar ist, dass dort, wo sich jetzt Ra-
senflächen, Beete, Grillplätze oder Spiel-
geräte befinden, ehemals Werkstätten oder 
Fabrikhallen standen, in denen täglich 
schwer gearbeitet wurde. Die so genannten 
„störenden Betriebe“ mit ihren Lärm- und 
Schadstoffemissionen trugen nicht uner -
heblich dazu bei, dass viele Bewohnerin-
nen und Bewohner das Viertel verließen 
und in die Darmstädter Peripherie zogen. 
Insgesamt 31 Betriebe wurden im Verlauf 
der Sanierung verlagert oder haben aus be-
trieblichen Gründen einen neuen Standort 
bezogen. Darunter befanden sich mehrere 
Autowerkstätten, Tankstellen, ein Galva-
nisierungsbetrieb, eine namhafte Aufzugs-
firma und ein Metallverarbeitungsbetrieb.  
Geblieben sind ihre Namen in den Bezeich-
nungen der Bebauungspläne: So trägt der 
Bäko-Block, zwischen der Kranichsteiner 
Straße, der Heinheimer Straße, der Müller -
straße und der Lichtenberstraße bis heute 
im Bebauungsplan den Namen des Fach-
großhandels für Bäcker und Konditoren, der 
hier einst seine Niederlassung hatte. Es han-
delt sich hier um den ersten Block, dessen In-
nenbereich 1976 auf einer Teilfläche in eine 
Gemeinschaftsanlage umgewandelt wurde. 
Der Petri-Block zwischen Kaupstraße, Pank-
ratiusstraße, Liebfrauenstraße und Heinhei-
mer Straße ist nach der Schreinerei Petri 
benannt, die sich früher auf diesem Areal 
befand. Nach deren Wegzug wurden mehrere 
Gebäude abgerissen. Heute findet sich hier 
eine schöne Grünanlage mit einer großen 
parkähnlichen Freifläche, vielen Büschen und 
Bäumen und einem Spielplatz für Kinder. 
Links: Bäko-Block nach der Neuordnung; rechts: Bäko-Block Abriss der Gebäude (hinter Kranichsteiner Straße 10-12)
Der Magdalenenblock, benannt nach der 
gleichnamigen Straße, liegt in unmittelbarer 
Nachbarschaft zur Technischen Universität 
Darmstadt. Die historischen Schweifgiebel-
häuser in der Magdalenenstraße mussten 
zum Teil nach dem 2. Weltkrieg rekonstru-
iert werden. Der Blockinnenraum hat im 
Zuge der Sanierung einige Veränderungen 
erfahren. Durch die Verlagerung eines Stahl-
baubetriebes konnte der Innenbereich neu 
geordnet und gestaltet werden. Die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt hat hier in Abstim-
mung mit den Interessen der Bewohnerschaft 
und der Eigentümer bis 2008 vier private Ge-
meinschaftsanlagen errichtet.
Magdalenenblock nach der Sanierung
Magdalenenblock vor der Sanierung
52 53
Die vier Säulen der Sanierung – Private Gemeinschaftsanlagen

Das denkmalgeschützte Gebäude mit dem 
charakteristischen überwölbenden Brücken-
bau über die Ploenniesstraße, in dem sich 
heute noch eine Turnhalle befindet, stammt 
aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Im 
Krieg nur geringfügig beschädigt, war die 
Kyritzschule nach 1945 die erste in Darm-
stadt, die den Unterrichtsbetrieb wieder 
aufnahm. Heute finden sich in den Räumen 
ein Frauenkulturzentrum, zwei Kinderhorte, 
eine Zweigstelle der Alice-Eleonoren-Berufs-
schule und eine zusätzliche Nutzung durch 
die Goetheschule (Grundschule). Zukünftig 
soll das Gebäude wieder seiner ursprungli-
chen Funktion als Grundschule dienen.
Zu Beginn der Sanierung herrschte im Mar -
tinsviertel ein Mangel an Spielplätzen und 
Freiflächen für Kinder. Doch ist es in einem 
so dichtbebauten Quartier schwer, Flächen 
für neue Spielplätze ausfindig zu machen. 
Es entstand daher die Idee, zwei Schulhöfe 
neu zu gestalten und nachmittags für alle 
Kinder und Jugendlichen aus der Nachbar -
schaft zu öffnen. Dies betraf zum einen die 
Schillerschule in der Müllerstraße und die 
Kyritzschule in der Emilstraße.
5.4. Soziale Einrichtungen / Infrastruktur
Die vier Säulen der Sanierung – Private Gemeinschaftsanlagen
Kyritzschule 
Im August 2011 konnte die aufwändige und 
phantasievolle Neugestaltung des Schulhofs 
der Kyritzschule abgeschlossen werden. So 
ist das gesamte Areal in zwei Bereiche ge-
gliedert: In dem einen finden sich mehrere 
Spielgeräte, die zum Klettern, Turnen und 
zum spielerischen Umgang mit Wasser und 
Sand einladen. Der andere Teil lädt mit sei-
ner großen Freifläche eher zum Laufen und 
Ballspielen ein. Unter den Bäumen wurden 
zudem Sitzgelegenheiten eingerichtet. Das 
gesamte Gelände ist öffentlich zugänglich 
und kann von allen Kindern und Heranwach-
senden aus dem Quartier als Treffpunkt und 
Spielstätte genutzt werden.
Das Eckgrundstück zwischen Müllerstraße 
und Lichtenbergstraße, auf dem nie ein 
Haus stand  und sich zuletzt nur noch einige 
baufällige Garagen befanden, bot sich ideal 
als Areal für einen Kinderspielplatz an, zu-
mal die Lichtenbergstraße bereits für Autos 
gesperrt war. Das Besondere in diesem Fall: 
Die Kinder aus der Nachbarschaft konnten 
an der Planung des künftigen Spielplatzes 
mitwirken. In mehreren Workshops entstand 
so das Thema: „Auf dem Meeresgrund“ als 
Leitidee für die Gestaltung. Auch bei der 
praktischen Umsetzung durften die Kinder 
mitmachen und selbst ihren neuen Spiel-
platz mit aufbauen. 
Spielplatz auf dem Außengelände der Kyritzschule 2015
Spielplatz Müller-/Lichtenbergstraße 2015
54 55
Die vier Säulen der Sanierung – Soziale Einrichtungen/Infrastruktur

für die Jugend des Martinsviertels geeignet 
zu sein. Schon lange hatte man nach einem 
Ort gesucht, an dem sich Kinder und Ju-
gendliche richtig austoben konnten. Hier, in 
diesem scheinbar funktionslos gewordenen 
Gebäude, hatten sie diesen Ort gefunden – 
ein Beispiel dafür, dass es durchaus sinn-
volle Alternativen zum Abriss geben kann. 
Als Träger für die Baas-Halle konnte die 
Martin-Luther-Gemeinde gewonnen werden, 
die dieses offene Kinder- und Jugendhaus 
bis heute in Eigenregie betreibt. 
Ein Gebäudekomplex im so genannten 
„Baas-Block“ zwischen Wenckstraße, Pank-
ratiusstraße, Heinheimer Straße und Kaup-
straße hatte ehemals die gleichnamige Auf-
zugsfirma Baas beherbergt. Der Betrieb 
hatte seine Produktionsstätte aber bereits 
1975 in die Otto-Röhm-Straße im Darm-
städter Pallaswiesenviertel verlagert. In der 
Folge standen große Teile der Gebäude leer, 
darunter auch eine ehemalige Werkhalle. 
Diese schien in den Augen der Planerinnen 
und Planer sowie der beteiligten Öffentli-
chkeit ideal als Spiel- und Bewegungsraum 
Kindertagesstätte im Bäko-Block
Baas-Block von oben 2016
Baasblock vor der Sanierung
56 57
Die vier Säulen der Sanierung – Soziale Einrichtungen/Infrastruktur

In der Neubebauung am Kopernikusplatz 
befand sich anfangs ein Supermarkt. Als 
diese Nutzung aufgegeben wurde, entstand 
die unkonventionelle Idee, den ehemaligen 
Supermarkt zum Bürgertreff “Heiner-Lehr-
Zentrum” umzuwandeln. Der Name die-
ser Einrichtung erinnert an den 1988 ver -
storbenen Oberbrandmeister Heiner Lehr, 
einen gebürtigen Martinsviertler, der sich 
für das Zusammengehörigkeitsgefühl der 
Bewohnerinnen und Bewohner im Sanie-
rungsgebiet und für das Wohl älterer und 
sozial schwächerer Bürger engagiert hatte 
und dafür 1983 mit dem Bundesverdienst-
kreuz ausgezeichnet worden war. Wegen 
bauakustischer Mängel musste das Zen-
trum allerdings einige Jahre später wie-
der schließen. Seit 2011 hat die Arbeiter -
wohlfahrt Darmstadt an diesem Ort eine 
Interkulturelle Begegnungsstätte einge-
richtet, um neue Wege in der Betreuung 
und Integration von älteren Migrantinnen 
und Migranten zu beschreiten.
Als gelungenes Beispiel für die Schaffung 
neuer sozialer Orte kann auch der Fried-
rich-Ebert-Platz zwischen Beckstraße, 
Schuknechtstraße, Liebfrauenstraße und 
Eckhardtstraße gelten, mittlerweile ein gut 
besuchter Treffpunkt für junge wie auch 
ältere Menschen aus dem ganzen Vier-  
tel. So wurde auf dem Platz ein diago-
nal verlaufender Weg angelegt, an dessen 
Rändern sich verschiedene Spielzonen 
gruppieren. Es gibt einen Kinderspiel-
platz, einen Fußballplatz und einen Bas-
ketballplatz. Außerdem bleibt genug Platz 
zum Boule-Spiel, so dass Interessen und 
Neigungen von Kindern und Erwachsenen 
gleichermaßen angesprochen sind. 
Kopernikusplatz vor der Neubebauung
 Friedrich-Ebert-Platz 2015
58 59
Kopernikusplatz 2015
Die vier Säulen der Sanierung – Soziale Einrichtungen/Infrastruktur

Der Neubau in seiner Gliederung ganz auf 
seine künftige Funktion abgestimmt. In ei-
nem Teil des Erdgeschosses befindet sich 
die Schülerbetreuung. Dieses Angebot rich-
tet sich an die Kinder der Schillerschule, 
einer Grundschule mit 380 Schülerinnen 
und Schülern in der Nachbarschaft, die 
den steigenden Bedarf an Nachmittagsbe-
treuung aus eigener Kraft nicht länger be-
wältigen kann. Auf einer Fläche von 500 
m2 können die Sechs- bis Zehnjährigen hier 
zunächst gemeinsam zu Mittag essen und 
anschließend in einzelnen Gruppen ihre 
Hausaufgaben erledigen. Darüber hinaus 
Grundstück des Kinder-und Jugendzentrums vor dem Bau
Das letzte große Projekt innerhalb der 
Sanierung des Martinsviertels ist das neue 
Kinder- und Jugendzentrum in der Pankra-
tiusstraße 14-18. Für den Neubau wurden 
rund 5,1 Millionen Euro an Städtebauförder -
mitteln zur Hauptfinanzierung verwendet. 
 
Das Grundstück, auf dem das Zentrum 
steht, wurde ebenfalls mit Sanierungsför -
dermitteln erworben und befindet sich im 
Besitz der Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
Bis zum Jahr 2013 war an gleicher Stelle 
in den Räumen einer ehemaligen Druckerei 
ein Jugendzentrum. 
ist für sie ein eigener Freizeitbereich zum 
Basteln und Spielen eingerichtet. Das Ju-
gendzentrum ist im Parterre des Westteils 
untergebracht, wo der Einrichtung eine 
Fläche von insgesamt 400 Quadratmetern 
zur Verfügung steht. 
Im Obergeschoss wurde ein begrünter Innen-
hof mit Spielflächen geschaffen – als son-
nendurchfluteter geschützter Freiraum. Die 
Kita ist ebenfalls im Obergeschoss unterge-
bracht; von jedem ihrer Räume gibt es einen 
direkten Zugang zum Innenhof. Auf einer 
Fläche von insgesamt 1100 Quadratmetern 
können 20 Kinder unter drei Jahren und 60 
Kinder über drei Jahren in sieben altersge-  
recht organisierten Gruppen gemeinsam 
spielen, toben, lachen und lernen. Das Ganze 
soll das Angebot des städtischen Kindergar -
tens im Hedwig-Dohm-Haus ergänzen.
Groß und Klein unter einem Dach vereint – 
vor allem für Familien mit mehreren Kindern 
eine ideale Lösung.      
Kinder-und Jugendzentrum 2019
60 61
Die vier Säulen der Sanierung – Soziale Einrichtungen/Infrastruktur

zahlreiche Grundstücke im Bereich der ge-
planten Trasse der Osttangente. 
Der zweitgrößte Anteil, ca. 11 Millionen 
Euro (ca. 24 Prozent), wurde für die Erneu-
erung oder Neuanlage von Straßen, Wegen, 
Plätzen und Parkplätzen sowie die Schaffung 
von Spielplätzen verwendet. An dritter Stelle 
folgte die Förderung für Gebäudemoder-
nisierungen, die mit fast 6,9 Millionen Euro 
(ca. 15 %) ebenfalls einen hohen Stellenwert 
einnahm. Das Kinder- und Jugendzentrum 
in der Pankratiusstraße 14-18 steht an vier -
ter Stelle mit eingesetzten Fördermitteln in 
Höhe von ca. 5,1 Millionen Euro (rund 11%).
Rund 45 Millionen Euro wurden in die städ-
tebauliche Sanierung des Martinsviertels in-
vestiert, davon stammen 25,3 Millionen aus 
Fördermitteln des Bundes, des Landes Hes-
sen und der Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
Die restlichen Mittel setzen sich aus den bei 
einem solchen Verfahren üblichen Einnah-
men zusammen.
Etwa ein Drittel der eingesetzten Gelder, 
fast 15,6 Millionen Euro (rund 34 Pro-
zent), floss wiederum in den Erwerb von 
Grundstücken. Insbesondere in den An-
fangsjahren der Sanierung kaufte die Stadt 
6. Finanzierung und Mittelverwendung
Vorbereitende Untersuchung en
Bodenordnung & sonst. Kosten
Weitere Vorbereitung
Grunderwerb
Umzug von Bewohnern & Betriebenende Untersuchun gen
Gemeinbedarfs- & Folgeeinrichtungen
Beseitigung baulicher Anla gen
Erschließung 
Modernisierung
Neubau
Andere Kosten24,2%
8,1%
0,5%
0,6%
34,4%
3,6%
1,0%
0,7%
0,3%
15,2%
11,2%
Ausgaben der Sanierung
Quelle: ProjektStadt
Die im Martinsviertel investierten rund 25,3 
Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln 
wurden zur Finanzierung der in den vorange-
henden Kapiteln beschriebenen Maßnahmen 
verwendet. Davon setzten allein der Bund und 
das Land Hessen etwa 18,2 Millionen Euro 
ein. Weitere 7,1 Millionen Euro brachte die 
Wissenschaftsstadt Darmstadt als Komple-
mentärmittel für die Sanierung auf. Darüber 
hinaus stellte die Stadt eigene Grundstücke 
zur Verfügung, z. B. für die Schaffung neuer 
öffentlicher Grünflächen oder als Standorte 
für soziale Treffpunkte und Parkdecks.
 
Neben den Fördermitteln kamen sogenannte 
Einnahmen des Verfahrens zum Einsatz, 
die sich aus Erlösen aus dem Verkauf von 
Grundstücken, Einnahmen aus der Vermie-
tung von Gebäuden oder Ausgleichsbeträ-
gen zusammensetzen. Insgesamt betrugen 
diese Einnahmen beachtliche 21 Millionen 
Euro, das entspricht fast der Hälfte, nämlich 
45 Prozent des Gesamtvolumens. Dies stellt 
im Vergleich zu anderen Sanierungsgebieten 
eine bemerkenswerte hohe Summe dar. 
Eigenmittel Stadt Dar mstadt
Verkäufe von Grundstücken
Finanzhilfen des Bundes  
Finanzhilfen des Landes
Ausgleichsbeträge
Sonstige Einnahmen
Überschüsse aus Hausbewi rtschaftung
20,6%
18,3%
16,0%
8,0%
2,8%
32,8%
Finanzierung der Sanierung
1,4%
6362
Quelle: ProjektStadt
Finanzierung und Mittelverwendung

1
Das Martinsviertel ist heute eines der be-
liebtesten Wohnquartiere Darmstadts. Mit 
der vorsichtigen Sanierung im Bestand und 
dem Verzicht auf die Osttangente zu Beginn 
der 1980er Jahre wurde Entscheidendes für 
das citynahe Quartier umgesetzt: Die moder-
nisierten historischen Gebäude verbinden 
den Charme der Gründerzeit mit modernem 
Wohnkomfort. Viel wurde für den alltäglichen 
Klimaschutz schon im Zusammenhang mit 
der Sanierung getan: So viel Grün mitten in 
der City einer deutschen Großstadt ist nur 
selten anzutreffen. Dank der Entsiegelung 
von Innenhöfen und der Schaffung privater 
Gemeinschaftsanlagen im Innern zahlreicher 
Blöcke bieten sich den Menschen mit-
ten im dichtbebauten Innenstadtquartier 
grüne Rückzugsgebiete. Ein klug geplantes 
Wegesystem macht es möglich, alle wichti-
gen Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen 
auch bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad 
zu erreichen, die Anbindung des Martinsvier- 
tels an die Gesamtstadt ist mit mehreren 
ÖPNV-Angeboten gut geregelt. Das Viertel ist 
lebendig, bunt und phantasiereich, seine Be-
wohnerinnen und Bewohner sorgen mit viel 
Eigeninitiative dafür, dass sich daran nichts 
Schlussbemerkung
65
Gemeinschaftsanlage Martinsviertel
Jochen Krehbiehl
Leiter des Stadtplanungsamtes
Schlussbemerkung

die Herausforderungen, die sich aus Themen 
wie Mobilität und Klimaschutz für die Zukun-
ftsfähigkeit einer Stadt ergeben.
Unsere Geschichte beginnt in den 1960er 
Jahren mit einer Krise des Martinsviertels: 
Das innenstadtnahe Quartier mit seiner  
Mischung aus Gründerzeitbauten, dörflicher 
Orientierung und Gebäuden aus den zwan-
ziger Jahren stand sozial auf der Kippe. Die 
Wohnqualität war zumeist niedrig, in den 
Hinterhöfen gab es zahlreiche Gewerbebe-
triebe, Freiflächen und Spielplätze fehlten, 
das Viertel erstickte im wachsenden Verkehr. 
Das Quartier war insgesamt geprägt durch 
einen massiven Modernisierungsstau - mit 
ausgelöst durch Planungen, die den Bau 
einer Hauptverkehrsstraße mitten durch das 
Quartier vorsahen, flankiert von Neubauten 
im Stil der Nachkriegsarchitektur. Um dies 
umzusetzen, war es nötig, alte Gebäude rund 
um die geplante Trasse in großem Stil ab-
zureißen. Konsequent begann die Stadt, dort 
Häuser aufzukaufen. 
Historischesfoto vom Faselstall in der Arheilger Straße
ändert. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, 
sich auf dem Wochenmarkt am Riegerplatz, 
in Spezialitätengeschäften oder in einem der 
klassischen Supermärkte mit allen Dingen 
des täglichen Bedarfs zu versorgen, das An-
gebot an Kneipen, Cafés und Restaurants ist 
vielfältig und international. Den Bewohnerin-
nen und Bewohnern wird ein insgesamt in-
taktes Wohnumfeld geboten – eine Tatsache, 
die nur wenige „angesagte“ Großstadtquar -
tiere im Bundesgebiet für sich in Anspruch 
nehmen können.
Der Weg dahin hat über vierzig Jahre ge-
dauert. An der Geschichte der Sanierung des 
Martinsviertels lässt sich ablesen, wie Stadt-
planung tatsächlich im Sinne der Bürgerin-
nen und Bürger agieren kann, um lebens-
werte urbane Quartiere gemeinsam mit ihnen 
zu entwickeln und zu gestalten. In diesem 
Prozess trifft in und für Darmstadt erstmals 
vieles zusammen, was für gelingende Stadt-
planung und Stadtentwicklung konstitutiv 
ist: Orientierung am Dialog mit der Bürger -
schaft, Nachhaltigkeit auch im Umgang mit 
der Struktur des Quartiers und der Blick auf 
Faselstall in der Arheilger Straße
Aus heutiger Sicht wirkt dieser Planungsan-
satz befremdlich, in den 1950er und 1960er 
Jahren war dies das Credo zur Lösung der 
massiven Verkehrs- und Wohnprobleme: 
Man versuchte, den wachsenden Individual-
verkehr durch Neuordnung und Ausbau des 
innerstädtischen Straßennetzes zu kanali-
sieren und zu steuern. Im Wohnungsbau ging 
es den Planern darum, alte Quartiere durch 
Neubaugebiete zu ersetzen, die den Men-
schen schnell moderne Wohnstandards in ei-
nem gut gestalteten Umfeld bieten konnten.   
Diese Überlegungen lagen auch dem Be-
schluss des Darmstädter Stadtparlaments im 
Jahr 1972 zugrunde, das Martinsviertel auf 
der Grundlage des neuen Städtebauförder -
ungsgesetzes zum Sanierungsgebiet zu er-
klären – plakativ gesagt: Die Idee, die die Pla-
nerinnen und Planer  ursprünglich mit ihren 
Konzepten verfolgten, war  die Schaffung 
eines autogerechten modernen Wohngebiets.   
Gegen diese Pläne regte sich im Martinsvier-
tel früh Widerstand. Vor allem die geplante 
Trasse stand in der Kritik, aber auch mit dem 
Abriss historischer Gebäude war man nicht 
einverstanden. Der Bürgerprotest hatte dann 
Schlossgartenplatz nach der SanierungSaniertes Haus in der Gardistenstraße
in den 1970er Jahren auch politische Kon-
sequenzen: 1976 bildete sich eine Bürgerini-
tiative gegen den Bau der Schnellstraße, aus 
der ein Jahr später die „Wählergemeinschaft 
Darmstadt“ (WGD) hervorgehen sollte. Dieser  
gelang, bei der Kommunalwahl 1977 acht 
Prozent der Stimmen für sich zu gewinnen 
und in die Stadtverordnetenversammlung 
einzuziehen. Innerhalb des Martinsviertels 
66 67
Schlussbemerkung

hatten sogar 18,2 Prozent der Wahlberech-
tigten für die WGD gestimmt. 1981 kam 
es dann zum Regierungswechsel, die neue 
Stadtregierung sorgte rasch für das faktische 
Ende der Osttangente und machte den Weg 
frei für neue Konzepte der Stadtgestaltung. 
Damit wurde politisch vollzogen, was stadt-
planerisch inzwischen angedacht und vor -
bereitet war.
Im April 1976 wurden die wesentlichen Ziele 
des Sanierungsvorhabens im Martinsviertel 
in einem Rahmenplan ausformuliert, einer 
der zentralen Punkte war ein differenzierter  
Sozialplan: Niemand sollte das Quartier 
aus monetären Gründen verlassen müssen. 
Dabei erwies es sich jetzt als Vorteil, dass 
die Stadt als Vorbereitung auf den Bau der 
Osttangente selbst Häuser rund um die ge-
plante Trasse aufgekauft hatte und nun die 
Modernisierung mit Geldern aus der Städte-
bauförderung und dem Sozialen Wohnungs-
bau finanzieren konnte. Die Stadtplanerin-
nen und Stadtplaner verabschiedeten sich 
auch in Darmstadt zum Ende der 1970er 
Jahre vom Konzept der Flächensanierung 
zugunsten der Bewahrung historischer Bau-
substanz, die Idee der autogerechten Stadt 
löste sich auf. In einem zweiten Schritt wurde 
1981 ein neues Verkehrskonzept in den Rah-
menplan aufgenommen, das Vorschläge zur 
Verkehrsberuhigung, zur Einrichtung von 
Wohn- und Spielstraßen sowie zur Schaffung 
zusätzlicher Parkplätze enthielt: Im Kern 
handelt es sich dabei um die Umsetzung der 
ersten Ergebnisse der Diskussionen rund um 
die Frage, wie Klimaschutz und Mobilität in 
der Stadt neu definiert werden können. 
Parkdeck Heinheimer Straße
 Spielplatz Müllerstraße
 Lichtenbergstraße
Federführend bei der Sanierung des Martins-
viertels war das Stadtplanungsamt. Dort 
legte man während des gesamten Prozesses 
großen Wert darauf, umfassend zu informie-
ren und die Bewohnerinnen und Bewohner 
des Viertels in allen wichtigen Entscheidungs-
prozessen nicht nur zu hören, sondern auch 
mit einzubeziehen. Dokumentiert sind mehr 
als 70 Drucksachen, die an die Bürgerschaft im 
Quartier kostenlos verteilt wurden. Zu Recht  
war man der Meinung, dass regelmäßige und 
gesicherte Information die Grundlage für die 
Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sei. 
Faltblätter und Broschüren waren detailliert 
und nahmen immer Konkretes aus der un-
mittelbaren Nachbarschaft auf: Planungs-
vorschläge für Bebauungsplanentwürfe und 
für Blockneuordnungen, Verkehrskonzepte, 
Neugestaltung von Straßen, Plätzen und 
Grünflächen. Damit hatte man Erfolg: Im 
68 69
Schlussbemerkung

Martinsviertel engagierten sich zahlreiche 
Bürger für die Gestaltung ihres Wohnum-
feldes. Es war jetzt wichtig, dass man mit-
bestimmen konnte, wie der Spielplatz vor 
der Haustür oder die neuen Grünflächen 
zwischen den Häusern aussehen sollten. 
Man konnte mitreden, mitgestalten und 
sich an der konkreten Umsetzung eigener 
Vorschläge beteiligen. Dabei handelt es sich 
um einen Aktivierungsprozess, wie er auch 
in den aktuellen Projekten der „Sozialen 
Stadt“, des Förderprogramms „Stadtumbau“ 
oder im „Masterplan DA2030+“ erfolgreich 
umgesetzt wird. Das Interesse daran, mit der 
Bürgerschaft im Dialog zu bleiben und sie in 
die Prozesse von Planung und Gestaltung zu 
integrieren, war und ist hoch. Die Parallelität 
zu aktuellen Methoden der Bürgerbeteiligung 
ist erkennbar: Es etablierte sich im Martins-
viertel eine umfassende Kultur des Dialogs – 
und die reichte vom kleinen Hofgespräch bis 
zur großen Bürgerversammlung.
Die Debatte um Charakter und Zukunft des 
Martinsviertels veränderte mehrfach die 
politische Landschaft der Stadt und wirkt 
im Rückblick wie ein Laboratorium, in dem 
nachhaltige Stadtplanung, praktische Ideen 
zum Klimaschutz, die neuen Konzepte der 
Bürgerbeteiligung und die ersten Lösungs-
ansätze zu den großen Zukunftsfragen der 
urbanen Mobilität aufeinander treffen. Der 
Abschied der Stadt- und Verkehrsplanung 
von der Flächensanierung und der Idee der 
Hedwig-Dohm-Haus – Pankratiusstraße
autogerechten Stadt, die Hinwendung zu 
neuen Konzepten und Lösungen war unter -
stützt durch eine aktive Bürgerschaft, die 
ihr Recht auf Mitreden und Mitgestalten in 
Anspruch nahm. Die Geschichte der Sanie-  
rung des Martinsviertels ist damit auch 
eine, die von neuen Sichtweisen, vom Lernen 
und dem Beschreiten unbekannter Wege er -
zählt. Dass diese Erzählung ein gutes Ende 
hat, macht nicht nur den Stadtplanern Mut, 
an den Lösungen unserer neuen Aufgaben  
zu arbeiten.
Die heute praktizierte Beteiligungskultur in 
Darmstadt hat ihren Ausgangspunkt auch 
im Martinsviertel, in den dort gemachten Er -
fahrungen und dem gemeinwohlorientieren 
Integrative Kita Liebfrauenblock
Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Ihr 
Einsatz für die zahlreichen Gemeinbedarfs- 
und Gemeinschaftsanlagen im Quartier hat 
das Martinsviertel zu dem gemacht, was es 
heute ist: ein guter Ort zum Zusammenle-
ben, wo hoffentlich auch in der Zukunft das 
Interesse am urbanen Miteinander im Mit-
telpunkt steht.
Jochen Krehbiehl
Leiter des Stadtplanungsamtes
7170
Schlussbemerkung

„40 Jahre Martinsviertel – Die Geschichte 
der Sanierung eines Stadtteils“, Hermann 
Stumme im Auftrag Wissenschaftsstadt 
Darmstadt
“425 Jahre Martinsviertel”, Bezirksverein 
Martinsviertel e. V . in Kooperation mit der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Tech-
nische Universität Darmstadt
 
„Sanierungsplanung Martinsviertel“, Metro-
plan GmbH Heidelberg im Auftrag des Magis-
trats der Stadt Darmstadt, Darmstadt 1972
„Rahmenplan Martinsviertel“, Stadtplanungs-
amt Darmstadt, Darmstadt 1975 
„Arheilger Allee – Grüne Achse der Vernunft“, 
Magistrat der Stadt Darmstadt, Darmstadt 
1980 
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“, darin: 
„Kein Mieter wurde aus dem Stadtteil vertrie-
ben“, von Rainer Hein, in der Ausgabe vom 
11.08.2015
Literatur
Anhang
Abbildungsnachweis Bearbeitung
Text: ProjektStadt, Barbara Goldberg
        Wissenschaftsstadt Darmstadt
Grafik: Anke Kluß
Mai 2019
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Stadtplanungsamt:
S. 2, S. 3, S. 8, S. 12, S. 13, S. 14, S. 15,  
S. 18, S. 19, S. 20, S. 21, S. 22, S. 24, S. 26, 
S. 27, S. 28, S. 29, S. 32, S. 33, S. 35, S. 36, 
S. 38, S. 39, S. 40, S. 41, S. 42, S. 43, S. 44, 
S. 45, S. 48, S. 49, S. 50, S. 51, S. 52, S. 54, 
S. 56, S. 57, S. 58, S. 59, S. 60, S. 61, S. 66, 
S. 71, Einbandklappe
Wissenschaftsstadt Darmstadt  
Vermessungsamt:
S. 48, S. 57, Umschlag und Rücken
NH Projektstadt:
S.62, S.63
Anke Kluß:
S. 10, S. 11, S. 23, S. 30, S. 31, S. 34, S. 44, 
S. 45, S. 46, S. 47, S. 55, S. 57, S. 58, S.59, 
S. 64, S. 66, S. 67, S. 68, S. 69, S. 70
W. Hochrein:
S. 37, S. 53
H. Henkler:
Luftbild 1961, S. 16
72
Anhang

Wissenschaftsstadt Darmstadt
Stadtplanungsamt
Bessunger Straße 125 | Gebäude D
64295 Darmstadt
Telefon (0 61 51) 13-2092
Telefax (0 61 51) 13-2088
E-Mail stadtplanungsamt@darmstadt.de
Internet www.darmstadt.de
Herausgeberin | Kontakt
Baas-Halle
Pankratiusstraße
Heinheimer Straße
Riegerplatz
Liebfrauenstraße
Lichtenbergstraße
Martinskirche
W
e
n
c
k
s
t
r
a
ß
e
M
ü
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t
r
a
ß
e
K
a
u
p
s
t
r
a
ß
e

2019/0108

3592 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
25.04.2019 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III an die Stadtverordne tenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
 
 
Amt: Stadtplanungsamt 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2019/0108 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.:       
Kostenstelle:        Investitionsnummer:        
Kostenträger:        Sachkonto:       
 
Betreff: Broschüre "Sanierung Martinsviertel - Chronik einer Erneuerung"  
 
Vorlage vom: 10.04.2019 
 
Beschlussvorschlag : 
Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung nehmen die Broschüre „Sanierung 
Martinsviertel – Chronik einer Erneuerung“ sowie die in der Begründung enthaltene 
Vorgehensweise zur Verteilung zur Kenntnis. 
 
 
 
 
Anlagen:   Broschüre: „Sanierung Martinsviertel – Chronik einer Erneuerung“  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 10.04.2019 
 
Mit der Broschüre „Sanierung Martinsviertel – Chronik einer Erneuerung“ wird die 
erfolgreiche städtebauliche Gesamtmaßnahme für die Öffentlichkeit in Wort und Bild 
dokumentiert.  
 
Die Broschüre wird kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Erstellungskosten wurden über 
restliche Sanierungsfördermittel finanziert.  
 
Sie wird im Stadtfoyer sowie im Info -Center der Wissenschaftsstadt Darmstadt am 
Luisenplatz ausgelegt.  
 
Im Martinsviertel selbst soll der Bezirksverein Exemplare zur Weiterverteilung erhalten. 
Soweit die jeweilige Eig entümerschaft bzw. die Betreiberinnen und Betreiber ihr 
Einverständnis erklären, sollen Exemplare in den einschlägigen Buchhandlungen, in 
Geschäften sowie in den im Martinsviertel ansässigen Kirchengemeinden ausgelegt werden.  
 
Folgende Gremien, Verwaltungs einheiten und Institutionen erhalten ebenfalls Exemplare:  
 
Die Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, die dort vertretenen 
Fraktionen, das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und 
Verbraucherschutz, die Wi -Bank, das Stadtarchiv, die Deutsche Bibliothek, die Hessische 
Landes- und Hochschulbibliothek, das Haus der Literatur, die Staatsbibliothek Stiftung 
Preußischer Kulturbesitz, die Bibliothek des Deutschen Städtetages, das Deutsche Institut 
für Urbanistik sow ie das „Darmstadt Haus“ in Plock (Polen).  
Exemplare erhalten u. a. auch das Straßenverkehrs - und Tiefbauamt, das Grünflächenamt, 
das Vermessungsamt, Immobilienmanagement Darmstadt, Umweltamt sowie die 
Bürgerbeauftragte.  
Darüber hinaus kann die Broschüre a uch auf individuellen Wunsch ausgegeben werden.  
 
Am 11.05.2019 ist Tag der Städtebauförderung. In diesem Kontext sowie vor dem 
Hintergrund, dass das Kinder - und Jugendzentrum als letzte Städtebaufördermaßnahme 
einen geeigneten Schlusspunkt setzt, wird das Stadtplanungsamt dort eine kleine 
Ausstellung und Rundgänge durch das Martinsviertel anbieten. Zu diesem Anlass wird die 
Broschüre erstmals vorgestellt und ausgegeben. Die Verteilung an andere Stellen findet dann 
im Nachgang statt. Die Veröffentlichung im Internet als pdf -Dokument erfolgt ebenfalls nach 
dem Tag der Städtebauförderung.  
 
Darmstadt, 10.04.2019 
61.1.2  kr-kl 
 
Dezernat III 
I. V. 
 
 
 
Jochen Partsch  
Oberbürgermeister

anlage 2

578 Zeichen

Sanierung Martinsviertel
Chronik einer Erneuerung
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Stadtplanungsamt
Bessunger Straße 125 | Gebäude D
64295 Darmstadt
Telefon (0 61 51) 13-2092
Telefax (0 61 51) 13-2088
E-Mail stadtplanungsamt@darmstadt.de
Internet www.darmstadt.de
Herausgeberin | Kontakt
Baas-Halle
Pankratiusstraße
Heinheimer Straße
Riegerplatz
Liebfrauenstraße
Lichtenbergstraße
K
a
u
p
s
t
r
a
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 Martinskirche
W
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s
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a
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M
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l
e
r
s
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r
a
ß
e

Bearbeitung
Text: ProjektStadt, Barbara Goldberg
        Wissenschaftsstadt Darmstadt
Grafik: Anke Kluß
Mai 2019
Anhang

anlage 3

3659 Zeichen

- 2 - 
 
Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
25.04.2019 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss- 
       fassung Fachausschuss 
 
 
Amt: Stadtplanungsamt 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler: 
III 61 
 
Stvv 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2019/0108 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
171 
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.:       
Kostenstelle:       Investitionsnummer:       
Kostenträger:       Sachkonto:       
 
Betreff: Broschüre "Sanierung Martinsviertel - Chronik einer Erneuerung" 
 
Vorlage vom: 10.04.2019 
 
Beschlussvorschlag: 
 
Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung nehmen die Broschüre „Sanierung 
Martinsviertel – Chronik einer Erneuerung“ sowie die in der Begründung enthaltene 
Vorgehensweise zur Verteilung zur Kenntnis.  
 
 
Anlagen:   Broschüre: „Sanierung Martinsviertel – Chronik einer Erneuerung“  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 3 - 
 
Beschluss des Magistrats vom 08.05.2019 
 
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.

- 4 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 10.04.2019  
 
Mit der Broschüre „Sanierung Martinsviertel – Chronik einer Erneuerung“ wird die 
erfolgreiche städtebauliche Gesamtmaßnahme für die Öffentlichkeit in Wort und Bild 
dokumentiert. 
 
Die Broschüre wird kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Erstellungskosten wurden über 
restliche Sanierungsfördermittel finanziert.  
 
Sie wird im Stadtfoyer sowie im Info -Center der Wissenschaftsstadt Darmstadt am 
Luisenplatz ausgelegt. 
 
Im Martinsviertel selbst soll der Bez irksverein Exemplare zur Weiterverteilung erhalten. 
Soweit die jeweilige Eigentümerschaft bzw. die Betreiberinnen und Betreiber ihr 
Einverständnis erklären, sollen Exemplare in den einschlägigen Buchhandlungen, in 
Geschäften sowie in den im Martinsviertel ansässigen Kirchengemeinden ausgelegt werden.  
 
Folgende Gremien, Verwaltungseinheiten und Institutionen erhalten ebenfalls Exemplare:  
 
Die Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, die dort vertretenen 
Fraktionen, das Hessische Ministe rium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und 
Verbraucherschutz, die Wi-Bank, das Stadtarchiv, die Deutsche Bibliothek, die Hessische 
Landes- und Hochschulbibliothek, das Haus der Literatur, die Staatsbibliothek Stiftung 
Preußischer Kulturbesitz, die Bi bliothek des Deutschen Städtetages, das Deutsche Institut 
für Urbanistik sowie das „Darmstadt Haus“ in Plock (Polen).  
Exemplare erhalten u. a. auch das Straßenverkehrs - und Tiefbauamt, das Grünflächenamt, 
das Vermessungsamt, Immobilienmanagement Darmstadt , Umweltamt sowie die 
Bürgerbeauftragte. 
Darüber hinaus kann die Broschüre auch auf individuellen Wunsch ausgegeben werden.  
 
Am 11.05.2019 ist Tag der Städtebauförderung. In diesem Kontext sowie vor dem 
Hintergrund, dass das Kinder- und Jugendzentrum als letzte Städtebaufördermaßnahme 
einen geeigneten Schlusspunkt setzt, wird das Stadtplanungsamt dort eine kleine 
Ausstellung und Rundgänge durch das Martinsviertel anbieten. Zu diesem Anlass wird die 
Broschüre erstmals vorgestellt und ausgegeben. Die Verteilu ng an andere Stellen findet dann 
im Nachgang statt. Die Veröffentlichung im Internet als pdf -Dokument erfolgt ebenfalls nach 
dem Tag der Städtebauförderung.  
 
Darmstadt, 10.04.2019 
61.1.2  kr-kl 
 
Dezernat III 
I. V. 
 
 
 
Jochen Partsch 
Oberbürgermeister

anlage 5

179 Zeichen

Punkt 29: Broschüre "Sanierung Martinsviertel - Chronik einer Erneuerung" 
- Kenntnisnahme - 
 (V-Nr. 2019/0108) 
 
Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die Vorlage zur Kenntnis.

anlage 4

160 Zeichen

Punkt 4: Broschüre "Sanierung Martinsviertel - Chronik einer Erneuerung" 
 (V-Nr. 2019/0108) 
- Kenntnisnahme - 
 
Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.

Beratungsverlauf (4)

TOP 171
TOP 4
TOP 29 zur Kenntnis
TOP 22

Orte (39)

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Details

Vorlagen-Nr.
2019/0108
Typ
Magistratsvorlage
Datum
10.04.2019
Erstellt
29.09.2026 00:00