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2020/0141

////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+ Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt

Magistratsvorlage 25.05.2020

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2020/0141

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Punkt 9: ////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+ 
Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt 
 (V-Nr. 2020/0141) 
 
 
Die Fraktionen Bü90/Die Grünen und CDU stellen folgenden Maßgabeantrag: 
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: 
 
1. Zur Schaffung von neuem Wohnraum setzt der Magistrat im Masterplan DA 
2030+ vorrangig auf integrierte Flächen, die durch Neubau und Aufstockung 
stadtökologisch und zugleich sozial verträglich genutzt werden sollen (siehe 
prioritäre Potenzialflächen im Entwurf S. 45 – so wird auch ausdrücklich auf 
die im Regionalen Entwicklungskonzept benannte Potentialfläche zwischen 
Lincoln und Eberstadt verzichtet). Diese Haltung wird ausdrücklich begrüßt. 
Nur auf diesen Flächen soll die Wohnungsbauentwicklung des nächsten 
Jahrzehnts bis mindestens 2030 abgebildet werden.  
 
2. Es wird darüber hinausgehend beschlossen, dass keinerlei bewaldete Flächen 
im Außenbereich der Wissenschaftsstadt Darmstadt für die 
Wohnungsbauentwicklung in Anspruch genommen werden. Alle Waldflächen 
bleiben grundsätzlich erhalten. Das bedeutet auch, dass eine aktive Pflege 
und forstlich günstige Weiterentwicklung erforderlich ist.  
 
3. Parallel zur Umsetzung des Masterplans DA 2030+ werden, wie in dessen 
Textteil festgelegt, die Entwicklungsparameter Darmstadts kontinuierlich 
beobachtet und mit dem Plan abgeglichen. Ab 2030 findet in diesem 
Zusammenhang eine kritische Überprüfung der Rahmenbedingungen der 
Siedlungsentwicklung (Bevölkerungsentwicklung, Flächenreserven der 
Innenentwicklung etc.) statt. Insbesondere durch die Arbeiten am Runden 
Tisch Wald wird die Situation der Darmstadt umgebenden Wälder 
kontinuierlich vor dem Hintergrund des Klimawandels analysiert und bewertet 
werden. 
 
Dem Maßgabeantrag wird zugestimmt.  
 
Gegenstimmen: SPD, AfD, FDP, UWIGA und  
Stadtv. Sigmund (fraktionslos)  
Stimmenthaltung: Die Linke.  
 
Der Vorlage wird einschließlich dem Maßgabeantrag zugestimmt.  
 
Gegenstimmen: SPD, AfD, Die Linke., UFFBASSE, FDP, UWIGA und  
Stadtv. Sigmund (fra ktionslos)

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RÄUMLICHE 
ENTWICKLUNGSSTRATEGIE
FÜR DARMSTADT
MASTERPLAN
DA 2030+

GRUSSWORTE  2
I – DER WEG ZUM MASTERPLAN 5
> WARUM BRAUCHT DARMSTADT EINEN MASTERPLAN?
> WIE IST DER MASTERPLAN ENTSTANDEN?
> WIE IST DER MASTERPLAN DA 2030+ AUFGEBAUT?
> WAS STELLT DER MASTERPLAN DAR UND WIE 
VERBINDLICH IST ER?
II – DARMSTADT HEUTE 15
> DARMSTADTS SCHÄTZE
> DARMSTADT STELLT SICH DEN 
HERAUSFORDERUNGEN DER ZUKUNFT
III – DARMSTADT WÄCHST KLUG 29
> HERAUSFORDERUNGEN ANGEHEN, CHANCEN 
NUTZEN UND ENTWICKLUNG GESTALTEN
> STADTNATUR UND KLIMA NACHHALTIG SCHÜTZEN 
> MOBILITÄTSWENDE – MODAL SPLIT DEUTLICH IN 
RICHTUNG STADTVERTRÄGLICHE UND NACHHALTIGE 
MOBILITÄT AUSRICHTEN
> MEHRWERTE FÜR DIE STADT UND DIE 
GESELLSCHAFT SCHAFFEN
> DIGITALSTADT – CHANCEN NUTZEN, RISIKEN 
MINIMIEREN, DATEN SICHERN
> REGION MITDENKEN UND EINBINDEN
IV – WAS, WO UND WIE – HANDLUNGSFELDER 39
DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN 
UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL 42
DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , 
WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE 68
DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN 
LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE 86
V – SCHLÜSSELRÄUME FÜR DIE 
ZUKUNFT VON DARMSTADT 103
> WARUM BRAUCHT DARMSTADT SCHLÜSSELRÄUME?
> WELCHE FUNKTIONEN ÜBERNEHMEN 
DIE SCHLÜSSELRÄUME?
> WELCHE SCHLÜSSELRÄUME WURDEN 
AUSGEWÄHLT UND WIE?
> DIE DREI SCHLÜSSELRÄUME
> RÄUME FÜR NEUE QUARTIERE
VI – WAS PASSIERT NUN? 
ARBEITEN MIT DEM MASTERPLAN 113
> PROAKTIVE STEUERUNG DES WACHSTUMS 
DURCH DIE VERWALTUNG
> PILOTPROJEKTE UND „LOW-HANGING FRUITS“ 
LOKALISIEREN UND UMSETZEN
> STRATEGISCHES FLÄCHENMANAGEMENT 
WEITERENTWICKELN
> VORREITER IN DER BETEILIGUNG
> DEN WANDEL VERANSCHAULICHEN, 
KOMMUNIZIEREN UND ERLEBBAR MACHEN
OPTIMISTISCHE VORAUSSCHAU: DIE POST-CORONA-STADT 119
PROJEKTBETEILIGTE MASTERPLAN DA 2030+ 123
IMPRESSUM 124

RÄUMLICHE 
ENTWICKLUNGSSTRATEGIE
FÜR DARMSTADT
MASTERPLAN
DA 2030+

2
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt 
war in den letzten Jahren einem 
umfangreichen Wachstumsprozess 
ausgesetzt. Laut einer Analyse des 
Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und 
Raumforschung verzeichnete die 
Stadt zusammen mit Leipzig von 
2010 bis 2016 unter allen deut-
schen Städten das stärkste Bevölke-
rungswachstum. Diese und andere 
Entwicklungen haben der Stadt je-
doch auch die Grenzen Ihrer Belast-
barkeit aufgezeigt. Die Folgen des 
Wachstums sind für viele Menschen 
in der Stadt deutlich spürbar. Ange-
sichts dieser Rahmenbedingungen 
haben sich zahlreiche Handlungsmo-
tive für einen umfassenden Stadtent-
wicklungsprozess ergeben.
Insbesondere sind der anhaltende 
Wohnraummangel und die stark 
beanspruchte Infrastruktur eindeu -
tiger Beleg für die Notwendigkeit 
zur Klärung aktueller Fragen und 
künftiger Leitlinien. Zugleich steht 
die Stadt aber auch vor der Her -
ausforderung, den Wirkungen des 
Klimawandels entgegenzutreten 
und die Netto-CO 2-Emissionen bis 
2035 auf null zu senken.
Angesichts der großen Vielfalt an 
Notwendigkeiten und Herausforde-
rungen ist es zunehmend wichtig ge-
worden, solche Prozesse mit hohem 
Maß an Reflektion zu begleiten. Ziel 
muss es sein, die Stadt unter positi-
ven Vorzeichen zu gestalten und für 
die Zukunft unter den Rahmenbedin-
gungen einer ökologischen Mobili-
täts- und Energiewende, aber auch 
der Digitalisierung fit zu machen.
Wir können diese Probleme auch 
nicht alleine lösen und müssen 
deshalb ergebnisoffen nach außen 
denken: sowohl innerhalb unserer 
Stadtgrenzen, aber auch in die 
Region. Dabei müssen wir ganz 
besonders darauf achten, viele 
Menschen mitzunehmen und mög -
lichst niemanden von den Entwick -
lungen auszuschließen. Denn die 
Stadt darf kein exklusiver Ort für 
diejenigen sein, die es sich leisten 
können, sondern für alle.
Fest steht, dass Darmstadt eine 
attraktive Ausgangsposition hat und 
die Zukunftsthemen aktiv anpackt. 
Unsere Stadt ist hervorragend für die 
ökonomischen und gesellschaftlichen 
Trends der Zukunft aufgestellt und 
hat gute Voraussetzungen, einen 
aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu 
leisten. Wir wollen im Masterplan DA 
2030+ nicht nur Wohnen, Verkehr, 
Wirtschaft und Stadtteilentwicklung 
zusammenbringen, sondern auch 
Bildung, Kultur und Freizeit sowie 
Grünflächen und Erholungsangebote. 
Dafür muss es attraktive Mobilitäts-
angebote geben, die es ermöglichen, 
anders, ökologischer und schad-
stofffrei, aber eben immer noch 
unabhängig und flexibel in der Stadt 
unterwegs zu sein.
Zum Abschluss des Prozesses hat 
die Covid-19-Krise noch einmal 
alles Erarbeitete auf den Prüfstand 
gestellt. Covid-19 und seine Folgen 
wird uns aller Voraussicht nach noch 
über einen maßgeblichen Zeitraum 
begleiten und damit wird es notwen-
dig sein, kontinuierlich zu überprü-
fen, wie sich die sozioökonomischen 
Parameter verändern und welche 
räumlichen Auswirkungen sich aus 
dieser Krise, deren Ausmaß und Fol-
gen für die gesamte Menschheit ohne 
Vorbild ist, ergeben. 
Über alle Entwicklungen hinweg kann 
die Stadtgesellschaft aber vor allem 
eines mit Stolz und Selbstbewusst-
sein feststellen: Darmstadt ist in der 
Lage, mit massiven Herausforderun-
gen umsichtig und solidarisch als 
Gemeinschaft umzugehen. Das hat 
sich in der jüngeren Stadtgeschichte 
bereits während der humanitären 
Notlage geflüchteter Menschen ab 
2015 gezeigt und dies beweist sich 
nun erneut. Es ist deshalb mehr als 
begründet, weiter gemeinsam mit 
Optimismus anhand des Masterplans 
DA 2030+ an der Zukunft einer nach-
haltigen, klima- und krisenresilienten, 
sozialen und toleranten Stadt mit ho-
her Wirtschafts- und Wissenschafts-
kraft, eingebettet in eine attraktive 
Region zu arbeiten.
Darmstadt soll in Zukunft eine nach-
haltige, lebendige und weltoffene 
Stadt mit hoher Lebensqualität und 
keine streng regulierte „Mustercom-
munity“ sein. Es ist unsere Aufgabe, 
die anstehenden Veränderungen ge-
meinsam zu entwickeln. Der Master-
planprozess ist ein sehr guter Beleg 
dafür, dass wir uns den anstehenden 
Aufgaben der Stadtentwicklung aktiv 
stellen. Die bisherige Beteiligung 
der Bürgerinnen und Bürger verlief 
in einer konstruktiven und angeneh-
men Art und Weise. Dafür danke ich 
Ihnen und ermuntere Sie, Darmstadt 
auch in Zukunft „weiterzudenken“ 
und sich an den Entwicklungen zu 
beteiligen. Ich bin der festen Über-
zeugung, dass es sich lohnt, sich für 
unsere Stadt einzusetzen.
JOCHEN
PARTSCH
OBERBÜRGERMEISTER
DER WISSENSCHAFTSSTADT
DARMSTADT

3
Beim Masterplan DA 2030+ geht es 
im Kern um die Frage, wie Verän-
derung und Wachstum unserer 
Stadt bis 2030 und darüber hinaus 
gesteuert und räumlich gestaltet 
werden können. Der jetzt vorlie-
gende Masterplan DA 2030+ ist 
ein Meilenstein für die zukünftige 
Entwicklung Darmstadts. Er stellt 
ein Leitbild auf übergeordneter Ebe -
ne dar, das nicht jede Detailfrage 
beantworten kann, aus dem heraus 
vielmehr konkrete Projekte und 
Maßnahmen entwickelt werden. Er 
dient damit als Kommunikationsmit-
tel, als Entscheidungsinstrument, 
auf das man sich berufen kann.
Das Schöne und Besondere am 
Prozess des Masterplanes war, 
dass hier Bürgerinnen und Bürger 
verschiedener Altersgruppen mit 
ganz unterschiedlichen Interessen 
zusammenarbeiteten. Sie gaben 
u. a. in vier öffentlichen Foren sowie 
mit verschiedenen Aktionen viele 
Anregungen und lieferten wichtige 
Impulse für den Masterplan. 
Gemeinsam mit der Fachöffentlich-
keit, mit Expertinnen und Experten, 
mit Verwaltung und Politik sowie mit 
externen Planungsteams wurden Ide-
en vertieft, wie Darmstadt sich den 
aktuellen Herausforderungen stellen 
und die sich bietenden Chancen 
optimal nutzen kann. Dafür gilt allen 
Mitwirkenden mein herzlicher Dank.
Darmstadt erlebte schon in meh-
reren Epochen seiner bewegten 
Geschichte radikale Umbrüche und 
ein dynamisches Wachstum. Immer 
wieder wurde auf diese Verände-
rungen mit Innovationen reagiert, 
wurde Neues gewagt und gleichzei-
tig mit Bedacht gehandelt und auf 
vorhandenen Potenzialen aufgebaut. 
Auch heute ist es wieder von großer 
Bedeutung, bei der Entwicklung 
der Stadt die richtige Balance zu 
finden: zwischen der behutsamen 
Verdichtung des Bestandes und der 
Schaffung klarer Siedlungskanten 
durch Arrondierungen, die Raum für 
dringend erforderlichen Wohnraum 
bieten können; zwischen der Not-
wendigkeit mehr Flächen und mehr 
Sicherheit für den Fuß- und Radver-
kehr zur Verfügung zu stellen und 
gleichzeitig der Notwendigkeit den 
in Darmstadt beheimateten Unter-
nehmen gute Transport- und Anbin-
dungsmöglichkeiten zu erhalten. 
Um die zukunftsfähige Entwicklung 
Darmstadts weiter voranzutreiben, 
müssen wir alle Verständnis für die 
Bedürfnisse der anderen aufbringen 
und immer wieder einen Konsens 
finden, wie zukünftig ein gutes 
 Leben in Darmstadt für alle ausse-
hen kann. Der Masterplanprozess 
hat vielfältige Anlässe für diese wich-
tige Debatte geboten. Gleichzeitig ist 
klar geworden, wo weiterer Diskussi-
ons- und Klärungsbedarf besteht. 
Im Laufe des Entstehungsprozes-
ses scheint vielen Beteiligten auch 
deutlich geworden zu sein, dass ein 
verträgliches, nachhaltiges Stadt-
wachstum nicht nur einer guten, 
abgestimmten Planung, wie sie hier 
gemeinsam erarbeitet wurde, bedarf, 
sondern dass jede und jeder Ein-
zelne auch mit seinem Verhalten zu 
einer zukunftsfähigen, nachhaltigen 
Stadtentwicklung beitragen kann: 
sei es durch die tägliche Wahl des 
jeweils angemessenen Verkehrsmit-
tels, durch die Umsetzung von Be-
grünungen, durch das Hinterfragen 
des eigenen Wohnflächenbedarfs bei 
einem Wohnungswechsel.
Der Masterplanprozess endet jetzt 
also nicht, sondern tritt in eine 
neue Phase der Konkretisierung 
und Umsetzung ein. Der vorliegen-
de Masterplan DA 2030+ dient uns 
allen bei den weiteren Planungen als 
Kompass, anhand dessen wir uns 
immer wieder versichern, in welche 
Richtung wir in Darmstadt gehen. 
Und gerade in Zeiten von großen Kri-
sen wie der aktuellen Covid-19-Pan-
demie, werden die Diskussionspro-
zesse um eine resiliente und eine für 
die Zukunft stabile Stadtentwicklung 
noch mehr als bisher in den Fokus 
kommen. Diesen, bereits im Master-
planprozess begonnen Dialog gilt es 
fortzuführen und die gefundenen Lö-
sungsansätze immer wieder gemein-
sam zu überprüfen und zu evaluie-
ren. Denn auch in Zukunft bleibt das 
zivilgesellschaftliche Engagement für 
diese Debatten äußerst wichtig. 
DR. BARBARA
BOCZEK
PLANUNGSDEZERNENTIN 
DER WISSENSCHAFTSSTADT 
DARMSTADT

5
I – 
DER WEG ZUM 
MASTERPLAN
DARMSTADT HAT EINE INTEGRIERTE 
GESAMTSTÄDTISCHE STRATEGIE 
FÜR DIE ZUKÜNFTIGE ENTWICK-
LUNG DER STADT ERARBEITET: 
DEN MASTERPLAN DA 2030+ 
ENTSTANDEN IST DER PLAN IN 
EINEM DIALOGORIENTIERTEN,
KOOPERATIVEN PLANUNGSVER-
FAHREN UNTER BETEILIGUNG 
DER BEVÖLKERUNG, POLITIK, 
VERWALTUNG UND WICHTIGER 
 INSTITUTIONEN, VON FACHPLA-
NUNGSTEAMS SOWIE EXPER-
TINNEN UND EXPERTEN.

7
Masterplan DA 2030+ 
I – Der Weg zum Masterplan
WARUM 
BRAUCHT 
DARMSTADT 
EINEN 
MASTERPLAN?
Darmstadt entwickelt sich mit 
großer Dynamik. Die absehba-
ren Veränderungen beinhalten 
vielfältige Herausforderungen für 
die Stadt und die dort lebenden 
Menschen, eröffnen aber auch 
Gestaltungsspielräume für die 
 Stadtentwicklung. Wie und wo 
kann sich Darmstadt verändern? 
Wie und was kann Darmstadt 
zum Erreichen der Klimaziele 
von Paris und der eigenen städt-
ischen Klimabeschlüsse beitra-
gen? Wie kann eine Entwicklung 
neuer Wohnflächen mit dem 
Erhalt von Freiräumen sowie der 
Schaffung von sozialen oder ver-
kehrlichen Infrastrukturen in 
Einklang gebracht werden? Wie 
bleibt die Stadt ein attraktives 
Ziel für Unternehmen und kluge 
Köpfe? Und wie kann sicherge-
stellt werden, dass die best-
möglichen Voraussetzungen für 
eine nachhaltige Entwicklung 
Darmstadts in die Wege gelei-
tet werden? Wie kann Gemein-
schaft, Integration und Inklu-
sion in bestehenden Quartieren 
gestärkt werden und was brau-
chen (neue) Nachbarschaften? 
Zu diesen und weiteren Fragen 
braucht es eine klare Zukunfts-
vorstellung, die der Stadt in ihrer 
räumlichen Entwicklung für die 
nächsten Jahre den Weg weist. 
WIE IST DER 
MASTERPLAN 
ENTSTANDEN?
Darmstadt hat zwischen 2016 
und 2020 eine übergeordnete 
Strategie erarbeitet: den Master-
plan DA 2030+. Der Masterplan 
definiert als gesamtstädtisches, 
integriertes, räumliches Konzept 
die Qualitäten der Stadt, zeigt 
Handlungsfelder und Strategien 
für die zukünftige Entwicklung 
auf und bricht diese auf räum-
liche Handlungsschwerpunkte 
und in umsetzungsfähige Maß-
nahmen herunter. Der Plan führt 
unterschiedliche Interessen in 
der Stadt zusammen und zeigt 
die Schwerpunkte für eine räum-
liche Entwicklung bis 2030 und 
darüber hinaus auf. 
Die Erarbeitung des Master -
plans DA 2030+ wurde Ende 
2015 durch die Stadtverordne -
tenversammlung beschlossen. 
Stadtplanungsamt und Amt für 
Wirtschaft und Stadtentwick -
lung haben, unter Federführung 
des Planungsdezernats, den 
Prozess gesteuert. 
Zentraler Bestandteil des Pro-
zesses war ein dialogorientier-
tes, kooperatives Planungs-
verfahren unter umfassender 
Beteiligung der Bevölkerung, der 
Politik, der Verwaltung und wich-
tiger Institutionen, von Fachpla-
nungsteams sowie Expertinnen 
und Experten. Diskussionsgrund-
lagen wurden von fünf beauf-
tragten Planungsteams in Form 
von integrierten und räumlichen 
Zukunftsideen, Szenarien, teil-
räumlichen Vertiefungen sowie 
möglichen Maßnahmen zu fünf 
unterschiedlichen integrierten 
Arbeitsfeldern erarbeitet: „Wohn-
stadt“, „Quartiersstadt“, „Wis-
senschafts- und Arbeitsstadt“, 
„Freie Stadt“ und „Mobile 
Stadt“. Die einzelnen Schritte 
wurden in öffentlichen Foren und 
in Verwaltungs- und Experten-
kommissionen diskutiert. 
Die Ergebnisse des Planungs-
verfahrens wurden im Anschluss 
gebündelt und bilden die Grund-
lage des Masterplans DA 2030+. 
Als ein Baustein des Master-
plans wird das Arbeitsfeld 
„Mobile Stadt“ im „Mobilitäts-
konzept DA 2030+“ konkretisiert 
und anschließend auf Basis der 
Ergebnisse des Masterplans wei-
ter vertieft. Die Auswirkungen, 
Herausforderungen und Wech-
selwirkungen der Arbeitsfelder 
hinsichtlich einer nachhaltigen 
Entwicklung der Mobilität wur-
den darüber hinaus durch alle 
Planungsteams behandelt.

8
AUFTAKT 2016
2016 fiel der Startschuss zu DA 2030+ mit einem 
öffentlichen Auftakt und Planer-Slam. Die Ergebnisse 
und Zukunftspostkarten waren Grundlage für die Aus-
richtung des Dialogs.
KOOPERATIVES PLANUNGSVERFAHREN
Fünf Planungsteams wurden ausgewählt, sich bis 
zum Herbst 2018 in einem kooperativen Planungs -
verfahren mit der Zukunft der Wissenschaftsstadt zu 
beschäftigen.
IDEENAUFRUF ZU 
DARMSTADTS SCHÄTZEN
Damit DA 2030+ noch mehr ein Thema für die Stadtge-
sellschaft wird, suchte ein Ideenaufruf nach Orten, Pro-
jekten, Initiativen und Menschen, die Darmstadt bereits 
heute vielfältiger, lebenswerter und innovativer machen.
STADTAKTIONEN ZU 
DARMSTADTS SCHÄTZEN
Die Schatzsuche ging in eine zweite Runde: Gesucht 
wurden Ideen für Stadtaktionen, die helfen, damit 
Darmstadt noch besser wird. Ausgewählte Beiträge 
erhielten eine Unterstützung für die Umsetzung.
4. BÜRGERFORUM
STRATEGIEN + SCHLÜSSELRÄUME 
6. SEPTEMBER 2018
Die Planungsteams präsentierten in einem saalfüllen-
den, begehbaren Modell Strategien, damit Darmstadt 
auch 2030 und darüber hinaus eine lebenswerte und 
nachhaltige Stadt ist. 
MOBILITÄTSKONZEPT DA 2030+
Auf der Grundlage des Masterplans wird im Anschluss 
ein Mobilitätskonzept 2030+ als Basis für die nachhal-
tige Entwicklung der Mobilität in der Wissenschafts-
stadt bearbeitet.
DARMSTADTATLAS
Wo steht Darmstadt? Der Darmstadtatlas beschreibt 
die Ausgangslage der Stadt und die Herausforde-
rungen für die Zukunft. Für das Planungsverfahren 
benennt er zentrale Fragen sowie Möglichkeiten zur 
Bürgerbeteiligung.
1. BÜRGERFORUM
DARMSTADTS SCHÄTZE 
16. NOVEMBER 2017
Das kooperative Planungsverfahren startete und fragte 
Bürgerinnen und Bürger nach den großen und kleinen 
Qualitäten und Schätzen der Stadt. Was soll bleiben? 
Was kann verändert werden?
2. BÜRGERFORUM
TRENDS + DYNAMIKEN
8. FEBRUAR 2018
Welche Impulse das wachsende Darmstadt braucht und 
welche Trends und Dynamiken die Stadt kennzeichnen, 
präsentierten die Planungsteams im 2. Bürgerforum. 
3. BÜRGERFORUM
ZUKUNFTSBILDER + SZENARIEN 
25. APRIL 2018
Welche Zukunft ist denkbar und wie könnte sie die Wis-
senschaftsstadt verändern? Mögliche Szenarien für die 
Entwicklung der Stadt konnten im 3. Bürgerforum mit 
den Planungsteams diskutiert werden.
MASTERPLAN DA 2030+
Das Ergebnis des Planungsprozesses wird zum Master-
plan DA 2030+ als integriertes Leitbild für die Entwick-
lung Darmstadts zusammengeführt und der Stadtver-
ordnetenversammlung vorgelegt.
5. BÜRGERFORUM
DARMSTADTS ZUKUNFT
Vorstellung der Ergebnisse des Planungsverfahrens 
und des Masterplans DA 2030+ im Rahmen einer 
 öffentlichen Veranstaltung und Ausstellung.
ABLAUF DES DIALOG-
ORIENTIERTEN, KOOPE-
RATIVEN PLANUNGS-
VERFAHRENS

9
Masterplan DA 2030+ 
I – Der Weg zum Masterplan
Im Rahmen des dialogischen und 
partizipativen Planungsprozes-
ses Masterplan DA 2030+ //// 
Darmstadt weiterdenken waren 
alle Bürgerinnen und Bürger, Ver-
eine, Institutionen und Unter-
nehmen eingeladen, sich mit 
ihren Ideen in die Gestaltung der 
Zukunft Darmstadts einzubrin-
gen. Im Mittelpunkt standen die 
Bürgerforen, auf denen die Pla-
nungsteams ihre Zukunftsideen 
zu den fünf Arbeitsfeldern prä-
sentierten. Hinzu kamen die Auf-
rufe zu „Darmstadts Schätzen“ 
und zu den „Stadtaktionen.“
Die Ergebnisse aller Bürgerforen 
und Aufrufe wurden ausgewertet 
und online auf der Seite der Wis-
senschaftsstadt veröffentlicht.1 
Ein Lenkungskreis mit Vertrete-
rinnen und Vertretern aus der 
Verwaltung, den Fraktionen und 
der Fachöffentlichkeit hat bei 
der Auswertung unterstützt und 
Empfehlungen für die Arbeit der 
Teams sowie für die Bündelung 
und Überlagerung der Ergeb-
nisse ausgesprochen. Ebenfalls 
wurde der Prozess durch eine 
verwaltungsübergreifende Pro-
jektkoordination fachlich unter-
stützt und begleitet. Darüber 
hinaus erfolgte eine Abstimmung 
von Zwischenergebnissen mit 
der regelmäßig tagenden Runde 
der Darmstädter Dezernentinnen 
und Dezernenten unter Leitung 
des Oberbürgermeisters. 
1 Vgl. www.darmstadt.de/weiterden-
ken2030 
AUFRUF – DARMSTADTS
SCHÄTZE GESUCHT:
MACHT EURE STADT 
SICHTBAR!
Im November 2017 lief der 
Aufruf „Darmstadts Schätze 
gesucht: Macht Eure Stadt 
sichtbar!“. Hierbei trugen Bür-
gerinnen und Bürger auf der 
Online-Beteiligungsplattform 
„Sei DAbei!“2, am Inforad in der 
Fußgängerzone sowie auf den 
Bürgerforen über 350 beson-
dere Orte, aber auch Initiativen 
und Alltagsheldinnen und -hel-
den zusammen, die Darmstadt 
vielfältiger, lebenswerter und 
innovativer machen. Die Benen-
nungen zeigen, was Darmstadt 
auszeichnet, welche Initiativen 
und Projekte das Leben in den 
Vierteln bereichern und welche 
Orte die Stadt in besonderer 
Weise prägen. Für den Master-
planprozess hat das dazu beige-
tragen, die Potenziale und Quali-
täten der Stadt zu identifizieren, 
die es zu stärken und weiterzu-
entwickeln gilt. 
AUFRUF – IDEEN FÜR STADT-
AKTIONEN  GESUCHT: IM
FOKUS STEHT DIE ZUKUNFT!
Mit dem Aufruf zu den Stadtak -
tionen im Frühjahr 2018 wur-
den Ideen gesucht, die das 
zivilgesellschaftliche Engage -
ment in Darmstadt sichtbar 
2 Vgl. www.da-bei.darmstadt.de/
machen und erste Spuren des 
 Master planprozesses im Stadt -
raum hinterlassen. Aus 28 ein -
gereichten Vorschlägen wurden 
sieben Projekte in einer Jurysit -
zung ausgewählt. Diese konnten 
durch eine Förderung der Stadt 
im Sommer und Herbst 2018 
umgesetzt werden. Die große 
Bandbreite der Vorschläge spie -
gelt sich in diesen Aktionen 
wider: Von einem selbst orga -
nisierten, nicht gewerblichen 
Hinterhofflohmarkt, einem von 
Bewohnerinnen und Bewoh -
nern aufgewerteten Quartiers-
platz, alternativen Stadtfüh -
rungen zu weniger bekannten 
Orten der Stadt bis hin zu tem -
porären Raumaktivierungen wie 
dem „Carree Open“ und einem 
„Parklet“ am Mathildenplatz 
war alles dabei. In diesen Ideen 
zeigt sich, wie die Bevölkerung 
bereits heute zu einer zukunfts -
fähigen Stadt beiträgt und wie 
der Blick auf Räume durch 
eine – auch temporäre – neue 
Gestaltung verschoben werden 
kann. Besonderen Zuspruch 
erhielt das Straßenkunstpro -
jekt „Moving People“, das die 
Veränderungen der Stadt durch 
Zuzug und Bevölkerungszu -
wachs thematisierte. Über per -
sönliche Geschichten und 1.000 
kleine Figuren im öffentlichen 
Raum gab die Aktion insbeson -
dere geflüchteten Menschen, 
die in Darmstadt ein Zuhause 
gefunden haben, ein Gesicht.

10
1. BÜRGERFORUM
DARMSTADTS SCHÄTZE
An interaktiven Tischen bestand 
die Möglichkeit, die Qualitäten 
und Schätze der Stadt zu mar-
kieren. Dabei erhielten die Pla-
nungsteams ortspezifische Infor-
mationen, was wichtig ist und 
bleiben soll und was sich verän-
dern kann oder muss.
2. BÜRGERFORUM 
TRENDS UND DYNAMIKEN
Die fünf Planungsteams präsen -
tierten erste Ergebnisse ihrer 
Arbeit. Gemeinsam mit den 
Bürgerinnen und Bürgern wur-
den Trends und Entwicklungs-
dynamiken der Stadtentwick -
lung diskutiert. 
DARMSTADTS SCHÄTZE
Mit dem Aufruf „Darmstadts 
Schätze“ wurden Orte, Pro-
jekte, Initiativen und Menschen 
gesucht, die Darmstadt bereits 
heute vielfältiger,  lebenswerter 
und innovativer machen. Die 
über 350 gesammelten Schätze 
wurden im 2. Bürgerforum aus-
gestellt und flossen in die wei-
tere Planung ein.

11
Masterplan DA 2030+ 
I – Der Weg zum Masterplan
3. BÜRGERFORUM
ZUKUNFTSBILDER UND 
SZENARIEN
Die fünf Planungsteams präsen-
tierten die Konkretisierungen 
aus dem vorherigen Bürgerforum 
und diskutierten gemeinsam mit 
den Bürgerinnen und Bürgern 
an interaktiven Themen-Tischen 
Zukunftsbilder und Szenarien der 
Stadtentwicklung. 
4. BÜRGERFORUM
STRATEGIEN UND 
SCHLÜSSELRÄUME
Auf einem großen, begehba -
ren Stadtplan präsentierten 
die fünf Planungsteams ihre 
Ergebnisse zu „Strategien und 
Schlüsselräumen“ und disku -
tierten gemeinsam mit Bürge -
rinnen und Bürgern sowie Schü -
lerinnen und Schülern.
5. BÜRGERFORUM
DARMSTADTS ZUKUNFT
Nach Abstimmung des Master -
plans DA 2030+ mit den politi -
schen Gremien und Beschluss 
durch die Stadtverordnetenver-
sammlung werden die Ergeb -
nisse des Planungsverfahrens 
im Rahmen einer öffentlichen 
Veranstaltung und Ausstellung 
vorgestellt.

12
WIE IST DER 
MASTERPLAN 
DA 2030+ 
AUFGEBAUT?
Grundlageninformationen für die 
Erarbeitung des Masterplans DA 
2030+ bildet der 2017 veröf-
fentlichte Darmstadtatlas3. Darin 
sind stadtentwicklungsrelevante 
Trends bewertet und eine aktuelle 
Perspektive auf die fünf Themen-
felder dargestellt. Ebenso wur-
den die Entwicklung und Situation 
Darmstadts analysiert und Stär-
ken, aber auch Herausforderun-
gen deutlich gemacht sowie Chan-
cen und Risiken für die zukünftige 
Entwicklung der Stadt aufgezeigt.
Bestehende Programme, Pläne 
und Projekte der Wissenschafts-
stadt Darmstadt sind Grundlagen 
für die inhaltliche Ausformulie-
rung. Die Erarbeitung berück-
sichtigt gesamtstädtisch wirk-
same Ansätze wie: 
 > Zentrenkonzept zur Einzelhan-
delsentwicklung in Darmstadt 
(2012), 
 > Wohnungs- und Gewerbeflä-
chenanalyse (2012),
 > Integriertes Klimaschutzkon-
zept (2013), 
3 Vgl. www.darmstadt.de/fileadmin/
PDF-Rubriken/Rathaus/Aemter_und_ein-
richtungen/61-Stadtplanungsamt/Mas-
terplan2030/Darmstadtatlas.pdf
 > Sozialatlas der Stadt 
Darmstadt (2013 und 2016),
 > 25 Schritte zur Biologischen 
Vielfalt in Darmstadt (2014),
 > Bevölkerungsumfrage (2015),
 > Klimafunktionskarte Darmstadt 
(2016),
 > Aktionsplan Inklusion (2016), 
 > Nahversorgungskonzept (2016),
 > Demografiebericht 3 (2017),
 > 1. Gleichstellungsaktionsplan 
2018-2020 (2017),
 > 1. Bildungsbericht (2018), 
 > Mietspiegel der Stadt 
Darmstadt (2018), 
 > Wohnungspolitisches Konzept 
(2019), 
 > Beschluss „Höchste Priorität 
Klimaschutz“ (2019).
Darüber erfolgte im Planungs -
prozess eine Rückkopplung mit 
übergeordneten Planungen und 
Konzepten, etwa dem Gutach -
ten zum Regionalen Entwick -
lungskonzept des Regierungs -
präsidiums Darmstadt sowie 
mit dem gemeinsamen Nah -
verkehrsplan des Landkreises 
Darmstadt-Dieburg und der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
Der Masterplan DA 2030+ 
folgt einem klaren Aufbau: 
Zunächst werden die Qualitä-
ten Darmstadts benannt, die 
die besonderen Stärken der 
Stadt aufgreifen – basierend 
auf den Hinweisen der Bevölke-
rung, die im Rahmen des Aufrufs 
„Darmstadts Schätze gesucht“ 
gesammelt wurden → II – Darm ­
stadt heute, S. 15. Sie zeigen 
die Aspekte der Stadt, die einen 
wesentlichen Beitrag zur heuti-
gen Lebensqualität und Attrak-
tivität Darmstadts leisten und 
die in Zukunft bewahrt und wei-
terentwickelt werden sollen. Die 
Qualitäten sind teilweise auch 
als Alleinstellungsmerkmale zu 
verstehen, die in ihrer Gesamt-
heit Darmstadt heute und mit 
Blick auf die Zukunft klar pro-
filieren. Dazu werden zentrale 
Herausforderungen formuliert, 
auf die Darmstadt mit dem 
Masterplan DA 2030+ Antworten 
entwickelt hat. 
Ausgehend von der im Prozess 
entwickelten übergeordneten 
Vision „Darmstadt wächst klug“ 
→ III – Darmstadt wächst klug, 
S. 29, weist der Masterplan drei 
daraus resultierende Handlungs-
felder aus → IV – Was, Wo und 
Wie – Handlungsfelder, S. 39.  
Diese werden jeweils mit einer 
Zielformulierung unterlegt und 
durch dazugehörende Strate-
gien sowie entsprechende Maß-
nahmen operationalisiert. Die 
Schlüsselräume markieren 
Gebiete der Stadt, in denen sich 
besonders umfangreiche Verän-
derungen abzeichnen, bzw. die 
ein hohes Transformationspo-
tenzial aufweisen. Sie erlauben 
es, im öffentlichen Handeln Prio-
ritäten zu setzen → V – Schlüs­
selräume für die Zukunft von 
Darmstadt, S. 103.

13
Masterplan DA 2030+ 
I – Der Weg zum Masterplan
Abschließend wird  beschrieben, 
wie sich der Masterplan DA 
2030+ weiterführen lässt → VI 
– Was passiert nun? Arbeiten 
mit dem Masterplan, S. 113 . 
Hier wird skizziert, wie Politik, 
Zivilgesellschaft, Wirtschaft und 
Verwaltung die Inhalte gemein -
sam weiterentwickeln und 
umsetzen können.
WAS STELLT
DER MASTER-
PLAN DAR UND
WIE VERBIND-
LICH IST ER?
Der Masterplan DA 2030+ ist ein 
informelles, steuerndes und parti-
zipatorisches Planungsinstrument 
der Stadtentwicklung mit inhalt-
lichen und räumlichen Schwer-
punkten. Er hat – anders als etwa 
ein Flächennutzungsplan – keinen 
(bau-)rechtsverbindlichen Charak-
ter, ist für die Verwaltung jedoch 
handlungsweisend für nachfol-
gende Planungsschritte. 
Auf der Grundlage erarbeite -
ter, programmatischer Aussa-
gen zu einzelnen Themen und 
Handlungsfeldern wurden weit -
reichende stadtentwicklungs -
bezogene, sozialräumliche und 
städte bauliche Weichenstel-
lungen entwickelt, die für die 
 Gremien eine Beschlussgrund -
lage darstellen und für die Ver -
waltung handlungsleitend sind. 
Beim Masterplan DA 2030+ han-
delt es sich um eine Art überge-
ordnetes „Regiebuch“, in dem 
die Ziele für die zukünftige Stadt-
entwicklung beschrieben werden 
und in dem der Weg zu deren 
Umsetzung vorgezeichnet wird. 
Ansprüche, Ziele und Qualitäten 
für die Stadtentwicklung und den 
Städtebau werden hier definiert. 
Der Masterplan stellt ein umfas-
sendes integriertes Leitbild der 
Stadtentwicklung dar.
Darmstadt setzt auf eine 
zukunftsorientierte und nach -
haltige Stadtentwicklung und 
schafft damit die notwendi -
gen Voraussetzungen, um das 
Wachstum zu gestalten und 
Herausforderungen wie den Kli -
mawandel entschlossen anzu -
gehen. Die Stadtverordneten 
haben 2015 beschlossen, dass 
Darmstadt sich mit dem Mas -
terplan DA 2030+ sowohl eine 
Stabilitätskulisse gibt, um die 
lokalen Identitäten zu stärken, 
als auch Zukunftsbausteine, 
um die Entwicklung dynamisch 
zu  gestalten.

15
II –
DARMSTADT
HEUTE
DARMSTADT VERFÜGT ÜBER VIEL-
FÄLTIGE QUALITÄTEN, DIE DIE 
STADT BEREITS HEUTE ATTRAKTIV 
UND LEBENSWERT MACHEN. 
MIT DEM MASTERPLAN WILL SICH 
DIE STADT AKTUELLEN HERAUS-
FORDERUNGEN STELLEN, ETWA 
DEM BEVÖLKERUNGSWACHSTUM, 
DEM KLIMASCHUTZ, DER MOBILI-
TÄTSWENDE, DER STÄRKUNG DES 
SOZIALEN ZUSAMMENHALTS, DER 
TRANSFORMATION DER ARBEITS-
WELT , DER DIGITALISIERUNG SOWIE
DER VERBESSERUNG DES 
STADTIMAGES.

17
Masterplan DA 2030+ 
II – Darmstadt heute
DARMSTADTS 
SCHÄTZE
Mit dem Masterplan DA 2030+ 
setzt sich die Stadt ambitio-
nierte Ziele, die Herausforderun-
gen zukünftiger Stadtentwick-
lung erfolgreich zu gestalten. 
Dabei baut Darmstadt auf 
gewachsenen Qualitäten auf, die 
die Stadt bereits heute attraktiv 
und lebenswert machen. Diese 
Qualitäten – die auch von Bür-
gerinnen und Bürgern im Rah-
men der Aktion „Darmstadts 
Schätze!“ zusammengetragen 
wurden – gilt es, für die Zukunft 
weiterzuentwickeln. 
DARMSTADT 
IST ...
… EINE INNOVATIVE WISSEN-
SCHAFTS- UND WIRT-
SCHAFTSSTADT 
Darmstadt ist seit 1997 erste 
deutsche Wissenschaftsstadt. 
Mit über 30 Universitäten und 
Hochschulen, wissenschaftli-
chen Institutionen, Forschungs- 
und Entwicklungseinrichtungen 
genießt Darmstadt national und 
international einen hervorragen-
den Ruf, was Institutionen wie 
ESOC/ESA oder GSI belegen.
Wirtschaft und Wissenschaft 
sind in Darmstadt eng mitei-
nander verknüpft und profitieren 
voneinander, sodass Darmstadt 
ein attraktiver Standort der 
Hoch- und Spitzentechnolo-
gie mit wertvollen Standortvor-
teilen ist. Dieses zeigt sich in 
den bereits bestehenden Grün-
dungszentren, der Digitalstadt 
Darmstadt sowie der zwischen-
zeitlich fünften Auszeichnung als 
Zukunftsstandort Nummer eins 
in Deutschland.4
… EINE INTERNATIONALE 
UND WELTOFFENE STADT
Die Wissenschaftsstadt 
Darmstadt zeichnet sich ganz 
besonders durch ihre Internati-
onalität und Weltoffenheit aus. 
So finden auf unterschiedlichen 
Ebenen der Politik, Wirtschaft, 
Wissenschaft, Jugend und Kul-
tur zahlreiche Austausch- und 
Kooperationsprojekte und Begeg-
nungen statt, die das europäi-
sche Bewusstsein in der Stadt-
gesellschaft und ein lebendiges 
Miteinander mit den internatio-
nalen Partnerinnen und Partnern 
fördern. Mehrere Vereine und Ini-
tiativen engagieren sich zudem 
in Projekten der Bildungsarbeit 
für Welt- und Nachhaltigkeitsthe-
men und setzen globales Denken 
in lokalem Handeln um. 
4 Vgl. IW Consult GmbH, Immobilien-
Scout  24 und Wirtschaftswoche. „Städ-
teranking 2019“. www.iwconsult.de/
aktuelles/projekte/staedteranking-2019
… EIN LEBENSWERTER UND 
ATTRAKTIVER WOHNORT 
FÜR ALLE
Martinsviertel,  Paulusviertel, 
Bessungen, Heimstättensied-
lung, Kranichstein – vielfäl-
tige Wohnquartiere mit eigenen 
Charakteren und unterschied-
lichen Wohnangeboten  prägen 
Darmstadt und machen die 
Stadt zu einem attraktiven Wohn- 
und Lebensort. In vielen Quartie-
ren gibt es Treffpunkte, wie bei-
spielsweise den Viktoriaplatz, wo 
die Anwohnenden gemeinsam 
feiern oder Sport ereignisse ver-
folgen, oder das Bürgerhaus Kra-
nichstein, das ein Ort der Vielfalt 
mit unterschiedlichen Angebo-
ten zum Austausch geworden 
ist. Projekte wie WohnSinn Bes-
sungen ermöglichen generatio-
nenübergreifendes Wohnen und 
selbstbestimmtes Leben bis ins 
hohe Alter. Ein zentrales Kenn-
zeichen vieler Quartiere und 
Quartiers zentren sind inhaber-
geführte Geschäfte, die jedoch 
durch Online-Handel immer stär-
ker unter Druck geraten und zu 
verschwinden drohen.

18

19
Masterplan DA 2030+ 
II – Darmstadt heute

20
… EINE GRÜNE STADT MIT 
ATTRAKTIVEN, INNERSTÄD-
TISCHEN UND STADTNAHEN 
ERHOLUNGSMÖGLICHKEITEN
Der von alten Bäumen geprägte 
Herrngarten, der innerstädtische 
Badesee Großer Woog, die Oran-
gerie, der Botanische Garten, der 
Bürgerpark Nord mit Sportan-
lagen und Trainingsplätzen, der 
Internationale Waldkunstpfad 
mit seinen naturnahen Kunst-
werken, die Grünzüge entlang 
der Bachauen und nicht zuletzt 
die weitläufigen Waldgebiete 
im Umkreis der Stadt verdeutli-
chen, dass Darmstadt eine grüne 
Stadt mit vielfältigen Angeboten 
für Erholung und Naturerlebnis 
ist; Darmstadt ist daher auch als 
„Stadt im Walde“ bekannt. Die 
grün-blauen Naturräume sind 
wichtige Erlebnis- und Erholungs-
orte und sorgen durch den Ver-
dunstungseffekt der Wasserflä-
chen für ein besseres Stadtklima. 
… EINE STADT MIT HERVOR-
RAGENDEN BILDUNGS-
 CHANCEN FÜR ALLE
Die Wissenschaftsstadt 
Darmstadt baut auf lebenslan-
ges Lernen und auf ein brei tes 
Bildungsverständnis. Bildung 
umfasst in Darmstadt nicht nur 
formale, auf einen Abschluss 
zielende Lernprozesse, wie sie 
beispielsweise in Schule und 
 Universität  stattfinden, son-
dern auch non-formale bzw. 
informelle Lernprozesse, wie 
etwa beim Besuch eines Muse-
ums, im Verein, in Kinder- und 
Jugendzentren oder bei ande-
ren (Freizeit-)Aktivitäten. Bildung 
findet in der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt an vielen Orten und 
in vielerlei Verantwortung statt. 
… EINE STADT , DIE URBANE 
UND DÖRFLICHE QUALITÄ-
TEN MITEINANDER VEREINT
In Darmstadt liegen urbane  
Qualitäten neben Angeboten, die  
für ein dörfliches Leben  stehen. 
Haupterwerbliche landwirt-
schaftliche Betriebe mit Hoflä-
den sowie das Hofgut Oberfeld 
als Lernort Bauernhof machen 
Landwirtschaft auch für die 
Stadtbevölkerung erfahrbar 
und sind darüber  hinaus wich-
tige kulturelle und  soziale Orte. 
Die Kinder- und Jugendfarm 
Arheilgen oder das Wixhäuser 
Dorfmuseum veranschaulichen 
naturnahe landwirtschaftliche 
Produktion sowie ländliche Tra-
ditionen und Arbeits weisen. Die 
alten Dorfkerne mit ihrer kom-
pakten Struktur und ihren kur-
zen Wegen weisen auch heute 
eine hohe Lebensqualität auf.
… EINE STADT MIT HOHER 
ARCHITEKTONISCHER UND 
STÄDTEBAULICHER QUALI-
TÄT AUS VIELEN EPOCHEN
Darmstadt ist ein gebautes 
Lehrbuch der Architektur- und 
 Städtebaugeschichte. 
Mit der Mathildenhöhe, dem 
Jugendstilbad und zahlrei-
chen weiteren Bauten steht 
Darmstadt wie keine andere 
deutsche Stadt für den Jugend-
stil. Die Künstlerkolonie Mathil-
denhöhe dokumentiert auf 
einzigartige Weise den architek-
tonisch-künstlerischen Aufbruch 
im Geist der internationalen 
Reformbewegung am Beginn des 
20. Jahrhunderts. Ein Antrag zur 
Aufnahme der Mathildenhöhe in 
die Welterbeliste wurde bei der 
UNESCO eingereicht. Von hoher 
stadtgeschichtlicher und archi-
tektonischer Bedeutung ist auch 
der umfassende Wiederaufbau 
der Darmstädter Innenstadt, 
aufgrund der verheerenden Zer-
störung im Zweiten Weltkrieg in 
den 1950er- und 1960er-Jahren. 
Beispielhaft für den modernen 
Wiederaufbau entstand in die -
ser Zeit eine Vielzahl an prägen -
den und bedeutenden Gebäu -
den; zu erwähnen sind hier die  
sogenannten Meisterbauten. 
Der Bau des ersten Passivhau -
ses Deutschlands und von Sied -
lungen wie Kranichstein, wo 
u. a. mit dem  Wohnquartier 
K 6.1 „Kranichstein Süd-West“ 
ein ökologisches und sozia -
les Gesamtkonzept verfolgt 
wurde, belegen die Vorbildfunk -
tion Darmstadts im Wohnungs -
bau, die die Stadt in vielen Epo -
chen einnahm und an die es in 
Zukunft anzuknüpfen gilt.

21
Masterplan DA 2030+ 
II – Darmstadt heute
… EINE SOLIDARISCHE UND 
ENGAGIERTE STADT: 
VIELE INITIATIVEN, FREIWIL-
LIGE UND STIFTUNGEN, DIE
SICH FÜR GUTES ZUSAM-
MENLEBEN ENGAGIEREN
Viele Darmstädterinnen und 
Darmstädter engagieren sich in 
zivilgesellschaftlichen Initiativen 
für ein gutes Miteinander in allen 
Teilen der Stadt: Beispielhaft 
zu nennen sind etwa die Eber-
schafts-Hilfe e. V ., Menschens-
kinder e. V . oder der Arbeitskreis 
Kultur und Soziales in Arheilgen. 
Das Engagement zieht sich durch 
alle Altersgruppen. Im Stadt-
schüler*innenrat-Büro oder dem 
Jugendforum arbeiten Jugendli-
che selbstständig und selbstbe-
stimmt sowie ohne Erwachsene 
an ihren Projekten. 
Netzwerke unterstützen sowohl 
bereits länger in Darmstadt 
lebende Migrantinnen und 
Migranten als auch neue Darm-
städterinnen und Darmstäd-
ter. Sie sind wichtiger Teil der 
Stadt. Initiativen wie „Transition 
Darmstadt“, „Zusammen in der 
Postsiedlung“ oder die „Stadt-
teilrunde Kranichstein“ setzen 
sich damit auseinander, wie in 
Darmstadt ein gesellschaftlicher 
Wandel hin zu mehr Nachhaltig-
keit, Rücksichtnahme und Ver-
antwortung gelingen kann.
… EINE KULTURSTADT
Schon in der ehemaligen Resi-
denzstadt, für die das Schloss 
im Zentrum ein eindrucksvolles 
Zeugnis liefert, wurden die Wei-
chen für eine beeindruckende 
kulturelle Vielfalt gestellt, die in 
Städten vergleichbarer Größe 
sonst nicht anzutreffen ist. Das 
1820 gegründete Hessische Lan-
desmuseum zählt zu den frü-
hesten öffentlichen Museen in 
Deutschland. Die Künstlerkolonie 
auf der Mathildenhöhe ist im frü-
hen 20. Jahrhundert. der Weg-
bereiter der architektonischen 
Moderne und Kandidat für ein 
UNESCO-Welterbe. Die „Darm-
städter Gespräche“, das Internati-
onale Musikinstitut und die Deut-
sche Akademie für Sprache und 
Dichtung markierten unmittel-
bar nach dem Zweiten Weltkrieg 
einen geistesgeschichtlichen Neu-
anfang. Und heute stehen neben 
diesen Eckpfeilern der Kultur eine 
Vielzahl von freien und öffentli-
chen Theatern, Ausstellungshäu-
sern, Konzertbühnen und Litera-
tureinrichtungen. Die Hochkultur 
in allen Sparten in ausgewogener 
Balance mit soziokulturellen Initi-
ativen, dem Experiment und der 
Avantgarde – das macht die Kul-
turstadt Darmstadt aus. 
… EINE STADT MIT 
ERFAHRUNG UND MUT FÜR 
TRANSFORMATIONEN
Häufig in ihrer Geschichte stand 
Darmstadt vor großen Transfor-
mationsprozessen:
Der Wiederaufbau, der öko-
nomische Strukturwandel der 
1990er-Jahre oder die Kon-
version ehemaliger Kasernen 
nach dem Abzug der Alliier-
ten – immer wieder musste 
Darmstadt sich neu erfinden 
und mutige Konzepte für die 
Zukunft entwickeln. Aktuell sind 
der Umbau der Lincoln-Sied-
lung und die Planungen für 
das Ludwigshöhviertel (ehe-
mals Cambrai-Fritsch-Kaserne/
Jefferson-Siedlung) Beleg und 
Anspruch für eine nachhaltige 
Quartiersentwicklung. 
… EINE STADT MIT ATTRAK-
TIVER LAGE IN EINER PROS-
PERIERENDEN REGION
Die unterschiedlichen Land-
schaftszüge um Darmstadt – 
Bergstraße, Messeler Hügelland 
und Odenwald – sind attraktive 
Naherholungsziele für Darm-
städterinnen und Darmstädter  
und die gesamte Region. Darü-
ber hinaus bestehen gute Anbin-
dungen in der Metropolregion 
Rhein-Main mit den Städten 
Frankfurt, Offenbach, Mainz und 
Wiesbaden, die sich alle weniger 
als eine Stunde entfernt befin-
den. Dazu liegt Darmstadt an 
der Schwelle zur Metropolre-
gion Rhein-Neckar mit Heidel-
berg und Mannheim. Der direkte 
Anschluss an den Frankfurter 
Flughafen verbindet Darmstadt 
mit der ganzen Welt.

22
DARMSTADT
STELLT SICH 
DEN HERAUS-
FORDERUNGEN
DER ZUKUNFT
Darmstadt ist Teil einer der wirt-
schaftlich stärksten Regionen 
Europas. Als Wissenschaftsstadt, 
Stadt des Jugendstils und Digi-
talstadt will Darmstadt auch in 
Zukunft ein wichtiger Teil  dieser 
Zukunftsregion sein. Für die 
Stadt entwicklung bedeutet dies, 
die regional  spezifischen Heraus-
forderungen unter Berücksichti-
gung des Einflusses  globaler Ent-
wicklungen zu steuern. Darmstadt 
stellt sich diesen Herausforderun-
gen durch eine nachhaltige inte-  
grierte Stadtentwicklungsstrate-
gie, die die spezifischen Gegeben-
heiten der Stadt aufgreift. Dabei 
stehen die folgenden übergeord-
neten Trends im Fokus:
BEVÖLKERUNGSWACHSTUM
Darmstadt ist die am stärksten 
wachsende Stadt im Rhein-Main-
Gebiet. Die Hessen Agentur pro-
gnostiziert für Darmstadt aus-
gehend vom Jahr 2014 bis 2050 
ein Bevölkerungsplus von 18,7 
Prozent.5 Die Stadt Darmstadt 
erlebt in den letzten Jahren ein 
5 Vgl. Hessen Agentur. „Bevölkerungs-
vorausschätzung für Hessen und seine 
Regionen als Grundlage der Landesent-
wicklungsplanung“, Mai 2016
überdurchschnittlich starkes 
Wachstum vor allem beim Zuzug 
von Personen im Alter zwischen 
15 und 35 Jahren.6 Darmstadts 
Wachstum drückt sich in einer 
zunehmenden Internationalität 
und soziokulturellen Ausdifferen-
zierung der Stadtbevölkerung aus: 
In Darmstadt leben, arbeiten, 
forschen und lernen Menschen 
aus über 150 Nationen. Von den 
über 162.000 Darmstädterinnen 
und Darmstädtern haben ca. 40 
Prozent eigene Migrationserfah-
rung oder einen Elternteil, der 
nicht mit deutscher Staatsan-
gehörigkeit geboren wurde. Die 
Bevölkerung wird in Darmstadt 
insbesondere durch den Zuzug 
internationaler Fach- und Füh-
rungskräfte diverser. Das prog-
nostizierte Bevölkerungswachs-
tum Darmstadts ist zentrale 
Rahmenbedingung für den Mas-
terplan DA 2030+. Ausgegangen 
wird bei den Planungen von dem 
Szenario mit einem jährlichen 
Wanderungsgewinn von 1.100 
Personen und einer Bevölkerungs-
vorausberechnung von 184.000 
Einwohnerinnen und Einwoh-
nern für das Jahr 2035.7 Dieses 
Wachstum wirkt sich vor allem 
auf den Wohnungsmarkt aus. 
Eine Leerstandsquote von rund 
0,5 Prozent8 bei   Wohnungen, eine 
6 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
„Die demografische Entwicklung 
Darmstadts bis 2035“. Demografiebe-
richt, Januar 2017
7 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
„Die demografische Entwicklung 
Darmstadts bis 2035“. Demografiebe-
richt, Januar 2017
 Mietpreissteigerung von über 20 
Prozent in den vergangenen sie-
ben Jahren9 und ein geschätz-
ter Nachholbedarf von ca. 5.000 
Wohnungen verweisen heute auf  
einen äußerst angespannten 
Wohnungsmarkt in Darmstadt. 
Die Bedarfsprognose für den 
Zeitraum bis 2030 lässt sich auf  
ca. 18.000 neue Wohnungen in 
Darmstadt beziffern.10 In diesem 
Kontext stellt insbesondere die 
Bereitstellung dringend benötig-
ter bezahlbarer Wohnungen, d. h. 
mit Mietpreis- und Belegungsbin-
dungen, eine große Aufgabe dar.  
Das Wachstum beschränkt 
sich jedoch nicht auf eine 
Zunahme der Bevölkerung. Auch 
Darmstadts Wirtschaft wächst 
dynamisch und die Anzahl der 
Arbeitsplätze steigt. Aktuell 
kann man von insgesamt über 
130.000 Erwerbstätigen in der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt 
ausgehen. Die Anzahl der erfass-
ten sozialversicherungspflich-
tig Beschäftigten11 betrug 2007 
85.381 Personen und 2017 
101.012 Personen. 
8 Vgl. empirica ag und CMRE GmbH. 
„CBRE-empirica-Leerstandsindex 2009–
2017. Ergebnisse und Methodik“, 2018
9 Vgl. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- 
und Raumforschung (BBSR). „Woh-
nungsmarktbeobachtung“, o. J.
10 Vgl. Institut für Wohnen und Umwelt 
(IWU). „Wohnungsbedarfsprognose für 
die hessischen Landkreise und kreis-
freien Städte“, 2016
11 Sozialversicherungspflichtig 
Beschäftigte sind alle Arbeiternehmen-
den – einschließlich Auszubildenden, die 
krankenversicherungs-, rentenversiche-
rungs- und/oder arbeitslosenversiche-
rungspflichtig sind, in etwa 80 Prozent 
aller Erwerbstätigen.

23
Masterplan DA 2030+ 
II – Darmstadt heute
Dies entspricht einem Anstieg 
um rund 20 Prozent.12 Es ist zu 
erwarten, dass diese Entwicklung 
auch nach 2020 anhalten wird. 
KLIMASCHUTZ UND NACH-
HALTIGER UMGANG MIT 
RESSOURCEN 
Die Minderung der Auswirkungen 
des bereits jetzt stattfindenden 
Klimawandels und die Anpassung 
an veränderte klimatische Bedin-
gungen stellen eine wichtige Auf-
gabe zum Klimaschutz dar, der 
sich Darmstadt in Zukunft ent-
schlossen stellen muss. 
12 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
„Sozialversicherungspflichtig Beschäf-
tigte in der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt“. Statistische Berichte, 1. 
HJ/2018
Darmstadt bekennt sich zum 
Ziel des Pariser Klimaabkom-
mens, der Begrenzung der 
Erderwärmung auf 1,5 Grad, 
und macht den Klimaschutz 
zum zentralen Bestandteil der 
Kommunalpolitik. Um dieses 
Ziel zu erreichen, soll in allen 
Bereichen kommunaler Klima-
schutz intensiviert werden. 
Angesichts zunehmender Ex trem-
wetterereignisse und anstei-
gender Temperaturen müssen 
Stadt und Region so entwickelt 
werden, dass das Stadtklima 
verträglich bleibt, Grün- und 
Wasserflächen nachhaltig ihre 
wichtige Klimafunktion erfüllen 
und Starkniederschläge sicher 
bewirtschaftet werden. 
Die Einsparung von Emissionen 
mit dem Ziel der Klimaneutra-
lität bis 2035, die Ausnutzung 
der Potenziale erneuerbarer 
Energien für Wärme- und Strom-
produktion und der schonende 
Umgang mit Ressourcen sind 
zentraler Bestandteil der nach-
haltigen Stadtentwicklungsstra-
tegie. Die Wissenschaftsstadt 
Darmstadt verfolgt ab sofort das 
Ziel, da wo der Magistrat Hand-
lungsoptionen und Einfluss hat, 
bis 2035 ihre Netto-CO2-Emis-
sionen auf null zu senken. Die 
Verkehrswende ist einer der 
Schlüssel zu einer wesentlichen 
Reduktion von Emissionen und 
einer klimagerechten Stadt. 
Klimaneutral
bis 2035
CO2-Bilanz
2020 2035
↑ Klimaziel bis 2035
Änderungsantrag zum Antrag 
 Vorlage-Nr. SV-2019/0043 „Höchste 
Priorität für Klimaschutz – Weltklima 
in Not – Darmstadt handelt“.
140.000
160.000
180.000
1990 2000 2010 2020 2030
+500
+800
+1100
Jährlicher Wanderungsgewinn
↑ Bevölkerungsentwicklung und Prognose bis 2035 
Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Die demografische Entwicklung  
Darmstadts bis 2035“. Demografiebericht, Januar 2017

24
VERKEHRSWENDE UND 
MOBILITÄTSKULTUR
Das Bevölkerungs- und Wirt -
schaftswachstum der Region 
Südhessen bedeutet für Darm-
stadt zukünftig einen weiteren 
Anstieg des Verkehrsaufkom-
mens aller Verkehrsarten und 
der Zahl an Pendelnden. Diese 
Zunahme von zurückgelegten 
Verkehrswegen in der weitgehend 
nach den Idealen der autoge-
rechten Stadt wiederaufgebau-
ten Kernstadt stellt Darmstadt 
in besonderem Maße vor die 
Aufgabe, die Verkehrswende zu 
gestalten. Denn die vorhande-
nen, nicht verbreiterbaren Stra-
ßenräume müssen unter den 
verschiedenen Verkehrsträgern 
gleichwertiger aufgeteilt werden. 
Um zentrumsnahe und stark 
belastete Quartiere entwickeln zu 
können, müssen innovative Ver-
kehrslösungen gefunden werden, 
die keine Zunahme des motori-
sierten Individualverkehrs (MIV) 
zur Folge haben. 
Die Herausforderung liegt u. a. 
darin, den Umweltverbund 
zu stärken und attraktiver zu 
gestalten und dabei sowohl die 
Mobilität in der Stadt und ihren 
Quartieren sowie die Verbindun-
gen mit der Umlandregion im 
Blick zu haben. 
SOZIALER ZUSAMMENHALT 
UND TEILHABE
Trends der demografischen Ent-
wicklung und Migration stellen 
für den sozialen Zusammenhalt 
eine zentrale Zukunftsaufgabe 
dar. Auch in Darmstadt steigt 
die Anzahl älterer Menschen. 
Gleichzeitig bleiben diese Men-
schen länger gesund und wol-
len auch im Rentenalter mitge-
stalten. Darüber hinaus erfährt 
Darmstadt durch Migration 
aus der Region und Deutsch-
land sowie aus vielen Teilen der 
Welt ein  Bevölkerungswachstum. 
Wohn- und Lebensmuster, 
Beschäftigungsbeziehungen und 
Freizeitaktivitäten sind durch 
neue Lebensstile, Wertesysteme 
und Einstellungen entstanden 
und von verschiedenen wirt-
schaftlichen, sprachlichen, religi-
ösen und soziokulturellen Hinter-
gründen geprägt. Diese Vielfalt 
ist eine wichtige Ressource und 
Chance für die Zukunft. Daher 
ist es wichtig, dass alle Darm-
städterinnen und Darmstädter 
dieselben Möglichkeiten und Vor-
aussetzungen in Bezug auf das 
Leben, Wohnen und Arbeiten 
in der Stadt und Region haben. 
Dies betrifft die soziale, kultu-
relle, wirtschaftliche und poli-
tische Teilhabe, wobei hier ein 
diversitätssensibler Ansatz anzu-
streben ist. Dieser stellt sicher, 
dass Inklusion und Integration 
sowie Gendergerechtigkeit als 
Querschnittsthemen in allen 
Bereichen mitgedacht werden.
zu Fuß
28%
Zielszenario
-12% MIV
ÖPNV
18%
Zielszenario
Umweltverbund
75%
Fahrrad
17%
MIV 37%
Zielszenario
MIV 25%
↓ Wegeanteile verschiedener 
Verkehrsträger 2018, im  
Vergleich zum Zielszenario
Technische Universität Dresden, 
Omnitrend GmbH. „Mobilität in Städ-
ten – SrV (System repräsentativer Ver-
kehrsbefragungen)“, 2018

25
Masterplan DA 2030+ 
II – Darmstadt heute
TRANSFORMATION DER 
ARBEITSWELT 
Mit über 130.000 Arbeitsplät -
zen bei über 162.000 Einwoh -
nerinnen und Einwohnern ist die 
Stadt ein Arbeitsplatzmagnet. 13 
Bereits heute pendeln nahezu 
70 Prozent der sozialversiche -
rungspflichtig Beschäftigten in 
die Stadt hinein. 14 Das Arbeits-
platzwachstum drückt sich in 
einem hohen Flächenbedarf für 
Büro- und Gewerbeimmobilien 
aus, der wiederum in Teilen in 
Nutzungskonkurrenz steht zu 
den Bedarfen im Wohnungsbau. 
Im Jahr 2017 waren noch etwa 
rund 20 ha gewerblich nutzba -
rer Konversionsflächen und ein 
über die Gesamtstadt verteiltes 
Kontingent an nicht und unter -
genutzten Flächen verfügbar. 
Diese Flächenpotenziale wer -
den nicht ausreichen, um allen 
ansiedlungs- und expansions -
willigen Firmen ausreichend 
Platz zu bieten. Dies zeigt sich 
nicht zuletzt darin, dass trotz 
der vor wenigen Jahren (s. o.) 
noch vorhandenen Potenzial-
flächen bereits heute bedingt 
durch vielfältige Anforderungen 
der Wirtschaft selbst, aber auch 
von Behörden, Institutionen und 
wissenschaftlichen Einrichtun -
gen im Stadtgebiet praktisch 
13 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
„Statistischer Kurzbericht 1/2019“, 
Januar 2020
14 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
„Datenreport 2018“. Datenreport, 
November 2018
keine unbebauten Gewerbe -
grundstücke von maßgeblicher 
Größe mehr vorhanden sind, 
was auch im Büroimmobilien -
markt stark zu spüren ist.
Die Verfügbarkeit neuer und 
moderner Technologien, neu ent-
stehende Produktionstechniken, 
fortschreitende Digitalisierungs-
prozesse sowie die Entgren-
zung „klassischer“ Strukturen 
der Arbeitswelt, wo die Grenzen 
zwischen Arbeiten, Wohnen und 
Freizeit verschwimmen, eröffnen 
gänzlich neue Möglichkeiten und 
haben unmittelbare Auswirkun-
gen auf die gebaute Stadt. Zu 
beobachten ist eine Diversifizie-
rung der Anforderung an Stand-
orte und an die dort gelebten 
Arbeitswelten. Unter den Vor-
zeichen von Industrie 4.0 findet 
zum einen ein intensiver Wandel 
der  Produktion statt. 
In Zeiten flexibler Kleinserien-
produktionen, geräuschar-
mer Fertigungsrobotik und der 
Technologiesprünge im Bereich 
3-D-Druck ist eine Rückkehr der 
Produktion ins Geschoss und 
eine stärkere Mischung von Pro-
duktion mit Wohnen und Dienst-
leistung wieder möglich. Zum 
anderen bleiben die Nachfrage 
und der Bedarf an klassischen 
Gewerbestandorten weiter hoch, 
insbesondere für produzierende 
Hightech-Unternehmen als 
Schlüsselindustrien der Zukunft. 
↑ Entwicklung der Erwerbstäti­
genzahlen 2009 bis 2018 
Hessisches Statistisches Landesamt, 
Bundesagentur für Arbeit
2009
Erwerbstätige (Arbeitsort Darmstadt)
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
110.000
90.000
120.000
100.000
130.000
2009
Erwerbstätige (Arbeitsort Darmstadt)
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
110.000
90.000
120.000
100.000
130.000
2009
Erwerbstätige (Arbeitsort Darmstadt)
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
110.000
90.000
120.000
100.000
130.000
Erwerbstätige  
(Arbeitsort Darmstadt) 
sozialversicherungspflichtig 
Beschäftigte

26
Parallel hierzu differenzieren 
sich auch die Arbeitswelten zwi-
schen Homeoffice-Lösungen, 
Co-Working-Spaces sowie Ein-
zel- und Gruppenbüromodellen 
aus. Stadtstrukturell hat dies 
umfassende Auswirkungen auf 
die Anforderungen an Wohnraum 
und Mobilität.
Um die Position als Stadt mit 
hohen Zukunftschancen und 
attraktiven Arbeitsplätzen lang-
fristig zu sichern, sind Rahmen-
bedingungen und Infrastrukturen 
zu schaffen, welche zukünftigen 
Arbeitsvorstellungen entspre-
chen. Das Selbstverständnis als 
Wissenschaftsstadt stellt weiter-
hin die Grundlage für die Wei-
terentwicklung einer zukunfts-
orientierten Wissenskultur dar, 
welche alle Darmstädterinnen 
und Darmstädter einbezieht. 
Zukünftige Anforderungen an die 
Wissenschaftsstadt umfassen 
über den Arbeitsplatz hinaus ein 
attraktives Lebensumfeld. Eine 
lückenlose nachhaltige Mobili-
tät, qualitätsvolle Freiräume und 
ein attraktives Freizeit- und Kul-
turangebot sind sicherzustel-
len, um weiterhin ein attraktiver 
Standort für Unternehmen und 
Beschäftigte zu sein. 
DIGITALISIERUNG
Die 2017 erfolgte Auszeichnung 
von Darmstadt als „Digitalstadt“ 
im Wettbewerb des Digitalverban-
des Bitkom und des Deutschen 
Städte- und  Gemeindebundes 
ist ein eindrucksvoller Beleg 
für die zukunftsfähige Ausrich-
tung der Wissenschaftsstadt. In 
seiner Stadtgrößenklasse hat 
Darmstadt die höchste Dichte an 
IT-Kompetenz auf wissenschaftli-
cher Ebene und in der Wirtschaft 
in Europa. Die Voraussetzungen 
für die Förderung der Digitalisie-
rung in der Stadt und der Region 
sind exzellent. 
Dabei ist zu beachten, dass 
die Digitalisierung als Prozess 
zunächst ohne Eigenschaft ist, 
weder positiv noch negativ. 
Vor- und/oder Nachteile entste-
hen erst daraus, wie sie stadt-
gesellschaftlich implementiert 
wird. Die Digitalisierung stellt 
die Stadtentwicklung in die-
sem Zusammenhang vor große 
Herausforderungen, weil sie 
mit starken Auswirkungen auf 
die  Stadtentwicklung als Motor 
wirkt – etwa im Bereich des 
Online-Handels, des Ride-Sha-
ring oder der Veränderung der 
Arbeitswelten „Industrie 4.0“. 
Hieraus ergeben sich umfangrei-
che Pfadabhängigkeiten, etwa 
für die Einzelhandels- und Zen-
trenstruktur Darmstadts, für 
innerstädtische Lieferverkehre, 
die Pendlerstrukturen und die 
zukünftige Mobilitätskultur. 
10.000
9.000
8.000
2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
↑ Entwicklung der sozialversi­
cherungspflichtig Beschäf­
tigten in Informations­ und 
Kommunikationstechnologie­
berufen 
Hessisches Statistisches Landesamt, 
Bundesagentur für Arbeit

27
Masterplan DA 2030+ 
II – Darmstadt heute
Der drohenden Verödung von 
Einzelhandelsfunktionen in der 
Stadt, aufgrund des Online-Han-
dels, muss durch gezielte 
 Attraktivitätssteigerung und Auf-
wertung der Zentren einschließ-
lich ihrer Plätze, Straßen und 
Freiflächen begegnet werden. 
Weiterhin ist es erforderlich, den 
zunehmenden innerstädtischen 
 Lieferverkehr durch entspre-
chende Logistik- und Mobilitäts-
konzepte zu steuern.
Viele Entwicklungen werden 
durch globale Unternehmen vor-
angetrieben und sind  national 
bzw. regional kaum steuerbar. 
Den bisherigen Erfahrungen 
zufolge soll dieser Sachverhalt 
jedoch nicht zu einem fatalis-
tischen Umgang im Sinne von 
„man hat ohnehin keinen Ein-
fluss“ führen. Im Gegenteil, es 
bietet sich – unter der Bedin-
gung der konsequenten Anwen-
dung eines Auswahlverfahrens, 
indem man nur Projekte zulässt, 
die einen Nutzen für die Bevöl-
kerung haben, nachhaltig wirken 
und ethisch vertretbar sind – 
die Möglichkeit, mittels digitaler 
Verfahren, die Funktionsfähigkeit 
städtischer Infrastrukturen aktiv 
zu verbessern und zu sichern.
STADTIMAGE UND 
BAUKULTUR
Die Entwicklung des Stadt-
images Darmstadts als Kul -
turstandort, als Stadt der 
Wissenschaft, als Stadt des 
Jugendstils und historische 
Residenzstadt, aber auch als 
von der Moderne geprägte 
Stadt des Wiederaufbaus, mit 
bedeutenden stadthistorischen 
Bauten, wie Schloss, Altes Rat -
haus, Landesmuseum, Staats -
theater, Meisterbauten und 
zahlreichen Residenzgärten, 
stellt ebenfalls eine Aufgabe 
für die Zukunft dar. Die Attrak -
tivität der „Zukunftsstadt“ und 
Wissenschaftsstadt muss sich 
den Gästen sowie Bewohnerin -
nen und Bewohnern auch über 
das Stadtbild stärker erschlie -
ßen. Anforderungen an die his -
torischen Strukturen als Kon -
sequenz der Bewerbung der 
Mathildenhöhe um den Sta -
tus als UNESCO-Weltkulturerbe 
sind mit zukünftigen Entwick -
lungen in Einklang zu bringen. 
Die Wissenschaftsstadt Darm-
stadt wird jedoch nicht nur 
wegen ihrer (Jugendstil-)Künste 
beschrieben, sondern ist auf -
grund des Reichtums an Natur 
und vielfach geschützten Land -
schaftsräumen in und um die 
Stadt als „Stadt im Grünen“ 
bekannt. Die Resilienz dieser 
Naturräume gilt es, gerade im 
Hinblick auf Extremwetterereig -
nisse zu stärken.

29
III –
DARMSTADT 
WÄCHST 
KLUG
KERNGEDANKE DES MASTER-
PLANS IST ES, DIE AUFGABEN DER
WACHSENDEN STADT PROAKTIV
ANZUGEHEN, DIE DAMIT EINHERGE-
HENDEN CHANCEN ZU NUTZEN
UND DEN WANDEL SO ZU STEUERN, 
DASS DARMSTADT DADURCH
BESSER WIRD.

31
Masterplan DA 2030+ 
III – Darmstadt wächst klug
Darmstadt sieht sich mit einer Vielzahl an 
Herausforderungen konfrontiert: Bevölke -
rungswachstum, steigende Anzahl an Pen -
delnden und zunehmende Verkehrsströme, 
Klimawandel, soziale Spaltung sowie Digitali -
sierung und Transformation der Arbeitswelt. 
Der Magistrat und die Stadtverwaltung haben 
erkannt, dass zur Bewältigung dieser Aufga -
ben eine integrierte, abgestimmte und mit 
den Bürgerinnen und Bürgern ausgehandelte 
Strategie erforderlich ist, um die Herausfor -
derungen anzugehen, die Chancen zu nutzen 
sowie die zukünftige Entwicklung zu gestal -
ten, Qualitäten zu sichern und die Stadt noch 
lebenswerter zu machen. Der Masterplan DA 
2030+ zeigt auf, wie ein kluges Wachstum 
aussehen und wie der weitere Erfolg der Stadt 
sozial und verantwortungsvoll gegenüber 
Mensch und Umwelt gestaltet werden kann.
Herausforderungen angehen, 
Chancen nutzen und Ent­
wicklung gestalten
 > Zukünftige Flächenbedarfe 
für Wohnen, Arbeiten und 
Infrastrukturen weitestgehend 
auf dem Darmstädter Stadtgebiet 
abdecken
Steigende Preise für Wohnraum und Gewerbe 
und damit verbunden Verdrängungsprozesse, 
zunehmende Konkurrenzen um Flächen sowie 
Bodenspekulation sind Konsequenzen, die sich 
aus dem Wachstum Darmstadts ergeben. Um 
Engpässe bei Infrastrukturen der Daseinsvor-
sorge zu vermeiden, werden eine Vielzahl von 
neuen Sozial- und Bildungseinrichtungen benö-
tigt. Vorhandene Verkehrsinfrastrukturen müssen 
effizienter genutzt werden, neue Trassen und 
Linien vor allem für den schienengebundenen 
öffentlichen Verkehr werden erforderlich sein. 
Der beschränkte Platz lässt Flächenkonkurren -
zen nicht nur zwischen Wohn- und Gewerbe -
nutzungen entstehen, sondern es muss auch 
intensiver als bislang ausgehandelt werden, 
welche Flächen für welche Verkehrsträger, für 
soziale und technische Infrastrukturen sowie 
für Frei- und Grünräume – d. h. grüne und 
blaue Infrastrukturen – zur Verfügung stehen. 
Auch im Alltag ist spürbar, dass die Stadt 
beliebter und damit belebter und zugleich 
internationaler wird – eine Veränderung, die 
als Bereicherung zu sehen ist.
Das Wachstum betrifft nicht nur die Wissen-
schaftsstadt Darmstadt, sondern alle Gemein-
den im Ballungsraum Rhein-Main. Es gilt 
daher, für alle Gemeinden Flächenressourcen 
zu aktivieren. Darmstadt steht hier wegen der 
engen räumlichen und funktionalen Verbindun-
gen in intensivem Austausch mit seinen Nach-
bargemeinden. Dennoch ist die Stadt in der 
Verantwortung, selbst Lösungen dafür zu ent-
wickeln, einen Teil des Wachstums der Region 
aufzunehmen. Auch vor dem Hintergrund, keine 
zusätzlichen Verkehrsströme durch Pendelnde 
zu verursachen, bedeutet das für Darmstadt, 
dass die prognostizierten zukünftigen Flächen-
bedarfe für Wohnen, Arbeiten und sonstige 
Infrastrukturen weitestgehend auf dem Darm-
städter Stadtgebiet abzudecken sind. Dies 
verursacht bei übergeordneter Betrachtung den 
kleinsten ökologischen Fußabdruck. Hierbei 
gelten die vom Magistrat und der Stadtverord-
netenversammlung beschlossenen Förderquo-
ten im sozial geförderten Mietwohnungsbau bei 
der Schaffung von neuem Planungsrecht und in 
Folge des Baus von neuem Wohnraum, mindes-
tens 25 Prozent des entstehenden Wohnraums 
für Haushalte mit geringen Einkommen und 
mindestens 20 Prozent für Haushalte mit mitt-
leren Einkommen zu errichten.15
15 Vgl. Sicherung des sozial geförderten Wohnungs-
baus/Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 
02.03.2017

32
 > Die Aufgaben der wachsenden 
Stadt proaktiv angehen, die damit 
einhergehenden Chancen nutzen 
und das Wachstum durch Planung 
steuern
Das Wachstum bietet gleichzeitig Chancen für 
Darmstadt: eine höhere Wirtschaftskraft und 
mehr qualifizierte Arbeitsplätze. Es besteht 
die Möglichkeit, vorhandene Stadtstrukturen 
nach heutigen Erfordernissen wie dem Klima -
schutz weiterzuentwickeln. Denn Darmstadt 
will auch in Bezug auf den Umgang mit über -
geordneten Rahmenbedingungen und gesell -
schaftlichen Trends zum Vorreiter werden. 
Dazu gehören neue Wohnformen, Klimaan -
passung und Energiewende, Mobilitätswende, 
Inklusion, Integration, Schutz von Ressourcen, 
Stärkung der Biodiversität u. v. m. Zur Gestal -
tung des Wachstums verfolgt Darmstadt drei 
räumliche Prinzipien: 
 > Balance aus Innenentwicklung und der 
Schaffung klarer Siedlungskanten 
Darmstadt verfolgt in Zukunft eine ausgewogene 
Mischung aus Innenentwicklung und der Schaf-
fung klarer Siedlungskanten. Vorrangige Ziele 
sind, die Stadt kompakt zu halten, Freiräume, 
Frischluftschneisen und Kaltluftentstehungsge-
biete zu sichern sowie eine attraktive Erschlie-
ßung mit dem öffentlichen Personennahverkehr 
(ÖPNV) und eine attraktive Rad infrastruktur 
zu gewährleisten → Dichter wohnen, Flächen 
sparen, S. 46 → Klare Siedlungskanten durch 
neue Quartiere schaffen, S. 49.
KLARE 
SIEDLUNGSKANTE
STADT KOMPAKT 
HALTEN

33
Masterplan DA 2030+ 
III – Darmstadt wächst klug
 > Durchmischung 
Darmstadt setzt mittelfristig auf eine  stärkere 
Durchmischung der Quartiere – der heute 
überwiegend monofunktional genutzten Gewer-
beflächen wie auch der Wohngebiete. Es gilt, 
die Voraussetzungen für eine Stadt der kurzen 
Wege zu verbessern. Konflikte bei der Mischung 
von Arbeiten und Wohnen sollen minimiert 
und urbane Nutzungsstrukturen wieder stärker 
zusammengebracht werden. Bei der Ausbildung 
von Siedlungskanten durch neue Quartiere ist 
darauf zu achten, dass keine reinen Wohnge-
biete entstehen, sondern dass die Stadt mit 
durchmischten Quartieren weitergebaut wird 
→ Nutzungen mischen, S. 44 → Darmstadts 
Quartiere sichern Lebensqualität und Teil­
habe, S. 86.
 > Doppelte Innenentwicklung
Im Sinne der doppelten Innenentwicklung sind 
bei allen Siedlungsmaßnahmen immer auch 
die Entwicklung, Vernetzung und Aufwertung 
urbaner Grün- und Wasserflächen sowie die 
Bewahrung und Weiterentwicklung ökologischer 
Funktionen zu stärken. Dies beinhaltet zudem 
die Vernetzung von Biotopen und Grünräumen 
sowie deren intensivere Bepflanzung, die Ent-
siegelung befestigter Flächen und die Förderung 
von Dach- und Fassadenbegrünungen. Dadurch 
wird gewährleistet, dass in der Verdichtung 
bestehender und in der Entwicklung neuer 
Quartiere eine ökologische und klimatische Qua-
litätssicherung erfolgt → Stadtnatur und Klima 
nachhaltig schützen, S. 34 → Grüne Infrastruk­
turen verdichten und vernetzen, S. 50.
MEHR ARBEITEN IN 
WOHNQUARTIEREN
MEHR WOHNEN 
IN GEWERBE-
QUARTIEREN
URBANE 
GRÜNFLÄCHEN 
AUFWERTEN
QUALITÄT DER 
KLIMAFUNKTION 
SICHERN

34
Stadtnatur und Klima  
nachhaltig schützen 
Die Bedeutungen von Klimaschutz und -anpas-
sung, von Biodiversität, der effizienten Nutzung 
von Energien und Ressourcen, der Einhaltung 
von Schadstoffgrenzwerten sowie Themen wie 
Umweltgerechtigkeit sind in den vergangenen 
Jahren merklich gestiegen. Hohe Messlatten 
an die Stadtentwicklung werden auch durch 
die Umsetzung der „Sustainable Development 
Goals“ (Ziele nachhaltiger Entwicklung) der 
Vereinten Nationen sowie der im Pariser Klima-
abkommen definierten Ziele gelegt. Der Klima-
schutz stellt handlungsfeldübergreifend eine 
Aufgabe höchster Priorität für die Darmstädter 
Stadtentwicklung dar. 
Darmstadt hat sich mit dem Klimaschutzkon-
zept von 2013 ehrgeizige Ziele bei der Einspa-
rung von Emissionen um 40 Prozent bis 2030 
und zur Klimaneutralität (Nullemissionen) bis 
2050 gesetzt. Die noch ausstehende Anpas-
sung des Klimaschutzkonzepts an die Ziele des 
Pariser Klimaabkommens wird eine weitere 
Intensivierung der Anstrengungen mit sich 
bringen. Im städtischen Beschluss vom August 
2019, den Klimaschutz mit oberster Priorität 
zu verfolgen, wird das Ziel definiert, in den 
Handlungs- und Einflussbereichen des Magis-
trats die Netto-CO2-Emissionen der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt bis 2035 auf null zu 
senken. Diese Zielsetzung wird mit dem Mas-
terplan unterstrichen. 
Die Folgen des Klimawandels sind schon heute 
spürbar. Mittelfristig ist mit einer weiteren 
Zunahme der aus der Klimaerwärmung resul-
tierenden Effekte, wie urbane Hitzeinseln oder 
Starkregenereignisse, zu rechnen. Der Stadt-
natur kommt in diesem Zusammenhang eine 
hohe Bedeutung zu. 
Neben dem Wert für Erholung und der Erleb-
barkeit ist sie in ihren ökologischen Funktionen 
in Bezug auf biologische Vielfalt, Naturschutz, 
Biotopvernetzung und Gewässerschutz zu 
erhalten und zu stärken. Die wachsende Stadt, 
die auch mehr Flächen in Anspruch nimmt, 
wird so gestaltet, dass die natürlichen Lebens-
grundlagen und Ressourcen geschont werden 
und ihre ökologischen Funktionen und Wirkun-
gen erhalten bleiben. 
Mobilitätswende – Modal 
Split deutlich in Richtung 
stadtverträgliche und nach­
haltige Mobilität ausrichten
Die Verkehrsbelastung durch den motorisier-
ten Individualverkehr (MIV) ist aktuell eines 
der brennenden Themen in Darmstadt, denn 
parallel zum Wachstum von Bevölkerungs- und 
Beschäftigtenzahlen steigt auch der Verkehr 
überproportional.16 Durch die zusätzlichen 
Einwohnerinnen und Einwohner werden täglich 
etwa 100.000 bis 120.000 zusätzliche Wege 
entstehen. Mit den gegenwärtigen Kenngrößen 
des Mobilitätsverhaltens (Modal Split) würden 
davon etwa 40.000 bis 45.000 Wege mit dem 
Auto zurückgelegt! 
Hinzu kommen Personen aus dem Umland, 
die zu ihren (neu entstehenden) Arbeitsplätzen 
gelangen möchten. Eine solche Entwicklung 
würde die Kapazitäten der bereits stark belas-
teten Straßen und ÖPNV-Anlagen überschrei-
ten. Schon heute wird der Wohnungsbau durch 
überstrapazierte Verkehrsknoten, die zusätz-
lichen Autoverkehr nicht mehr aufnehmen 
können, eingeschränkt. 
16 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. Statistische 
Berichte „Darmstadts Ein- und Auspendler“, 2. HJ/2017

35
Masterplan DA 2030+ 
III – Darmstadt wächst klug
Um Wohnraum zu schaffen, den Verkehr flüssig 
zu halten, die Luft zu verbessern, die Aufent-
haltsqualität im öffentlichen Raum zu erhöhen, 
ist eine Mobilitätswende mit einer veränder-
ten Verkehrsmittelwahl unabdingbar. Für ein 
lebenswertes Darmstadt ist es nötig, das 
Wachstum der Stadt ohne Erhöhung des Auto-
verkehrsaufkommens zu gestalten und dieses 
mittel- und langfristig auch in absoluten Zahlen 
spürbar zu senken. 
 > Mobilitätswende mit einer 
veränderten Verkehrsmittelwahl 
fördern
Die erfolgreiche Mobilitätswende ist mit einer 
deutlichen Veränderung des Modal Splits, 
sprich die prozentuale Aufteilung der Wege auf 
die verschiedenen Verkehrsmittel, verbunden. 
Also weg von der Auto-Orientierung, hin zum 
Ausbau des Umweltverbundes (ÖPNV , Rad- und 
Fußverkehr) mit multimodalen17 Angeboten! Ein 
Modal Split der Darmstädter Bevölkerung von
 > 25 Prozent MIV – motorisierter Individualver-
kehr (gegenüber 35 Prozent18) und
 > 75 Prozent Umweltverbund – ÖPNV , Rad- und 
Fußverkehr (gegenüber 65 Prozent19)
wird als mindestens zu erreichendes Zielszena-
rio bezeichnet. Diese Mobilitätswende erfordert 
einen Mix aus grundsätzlichen infrastrukturel-
len Veränderungen und verbesserten Rahmen-
bedingungen zugunsten des Umweltverbundes. 
17 Nutzung verschiedener Verkehrsmittel für unterschied-
liche Wege bzw. in verschiedenen Zeiträumen
18 Vgl. Technische Universität Dresden, Omnitrend 
GmbH. „Mobilität in Städten – SrV (System repräsentativer 
Verkehrsbefragungen)“, 2018
19 Vgl. Technische Universität Dresden, Omnitrend 
GmbH. „Mobilität in Städten – SrV (System repräsentativer 
Verkehrsbefragungen)“, 2018
Mobilitätsalternativen müssen nicht nur vorhan-
den, sondern attraktiv und im Bewusstsein der 
Bevölkerung verankert sein. Nur so stellt sich 
die erforderliche Multi- und Intermodalität20 
ein, d. h. es wird den Menschen erleichtert, 
verschiedene Verkehrsträger zu nutzen und sich 
aus einer Vielfalt von Angeboten die für sie pas-
sende Lösung auszuwählen. Die unterschiedli-
chen Verkehrsmittel sollen sich ergänzen und 
sind integriert zu planen. Um eine solche effizi-
ente Mobilität sicherzustellen, ist die optimale 
Abstimmung der Verkehrsträger aufeinander 
und ein nahtloser Übergang von einem Ver-
kehrsmittel zum anderen zu gewährleisten.
Ein weiterer wichtiger Zielbereich ist die Ver-
kehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden. 
Dabei spielt neben der objektiven Verkehrssi-
cherheit, d. h. der Vermeidung von Unfällen, 
auch die subjektiv wahrgenommene Verkehrs-
sicherheit von Verkehrsteilnehmenden eine 
entscheidende Rolle. Ebenfalls gilt die Barriere-
freiheit der Straßenräume und Verkehrsanlagen 
als weiteres Ziel in der Mobilitätsplanung. Erst 
die Barrierefreiheit sichert die Teilhabe aller am 
gesellschaftlichen Leben.
 > Nachhaltige urbane Mobilität 
setzt auf emissionsfreie Bewegung 
Damit Darmstadt auch in Zukunft ein attrak -
tiver Wohnort und ein leistungsfähiger Stand -
ort für die Wirtschaft bleibt, muss bei einem 
künftigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur 
die Stärkung des Umweltverbunds Priorität 
erhalten. Nur so wird es gelingen, die Leis -
tungsfähigkeit des Verkehrssystems mit den 
wachsenden Ansprüchen an lebendige, auch 
für Kinder oder Ältere, sichere und attraktive 
Straßenräume zu vereinbaren. 
20 Kombinierte Nutzung verschiedener Verkehrsmittel auf 
einem Weg

36
Im Hinblick auf die angestrebte Mobilitäts-
wende gibt es in Darmstadt bereits sehr gute 
Ansätze. Hierzu gehören das Mobilitätsmanage-
ment21 ebenso wie die Mobilitätsberatung, die 
Ausweitung von Sharing-Angeboten und quar-
tiersbezogene Mobilitätskonzepte. Das Mobili-
tätskonzept für die Lincoln-Siedlung – eines der 
größten Stadtentwicklungsgebiete Darmstadts 
– wurde wegen seines an Nachhaltigkeit ori-
entierten, innovativen und multimodal gema-
nagten22 Maßnahmenbündels 2018 mit dem 
Deutschen Verkehrsplanungspreis sowie 2019 
mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeich-
net. Auf diese Erfolge gilt es, in den nächsten 
Jahren bei der Entwicklung weiterer neuer 
Stadtquartiere wie Ludwigshöhviertel, Mess-
platz oder Starkenburg-Areal sowie innerhalb 
von Bestandsquartieren aufzubauen.
Mehrwerte für die Stadt und 
die Gesellschaft schaffen
Die Entwicklung und Veränderung von Quartie-
ren durch bauliche Projekte – im Bestand oder 
im Neubau – hat Auswirkungen auf die Iden-
titäten der einzelnen Quartiere. Dabei gilt es, 
Antworten auf Fragen zu finden: Was kann das 
Neue für das Bestehende leisten? Woran sollte 
angeknüpft werden, welche Strukturen sind 
heute vielleicht überholt? 
21 Mobilitätsmanagement ist ein Instrument zur Beein-
flussung der Verkehrsnachfrage im Personenverkehr. Es ist 
die zielorientierte und zielgruppenspezifische Beeinflus-
sung des Mobilitätsverhaltens mit koordinierenden, infor-
matorischen, organisatorischen und beratenden Maßnah-
men unter Einbeziehung anderer, über die Verkehrsplanung 
hinausgehender Beteiligter. Es setzt auf unterschiedlichen 
Ebenen und spricht dabei unterschiedliche Zielgruppen 
an, wie z. B. Neubürgerinnen und Neubürger, Beschäftigte, 
Bewohnerschaft, Schülerinnen und Schüler u. a.
22 Die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel wird  
angeboten und gefördert.
Welche Impulse können durch Neues für vorhan-
dene Nachbarschaften gesetzt und welche Syn-
ergien genutzt werden? Diese Fragen machen 
deutlich, wie wichtig die Einbindung von einzel-
nen Vorhaben im Bestand oder in neuen Quar-
tieren in den räumlichen Kontext ist. Erforderlich 
ist eine integrative Entwicklung im Stadtteilzus-
ammenhang hinsichtlich städtischer Infrastruk-
tur, Mobilität, Energie, der Versorgung mit Frei-
räumen, der Erfordernisse zur Klimaanpassung 
und der Ergänzung von Angeboten. Wenn eine 
gezielt an den Bedürfnissen orientierte Weiter-
entwicklung gelingt, kann Darmstadt durch das 
Wachstum besser werden.
Digitalstadt – Chancen  
nutzen, Risiken minimieren, 
Daten sichern
Ziel des Masterplans DA 2030+ ist es, hand-
lungsfeldübergreifend die Chancen, die mit 
dem technologischen Fortschritt durch Digita-
lisierung verknüpft sind, für die breite Stadt-
gesellschaft zu nutzen. Durch die Förderung 
und Nutzung digitaler Infrastrukturen, z. B. 
beim Antrags- und Verwaltungsmanagement, 
bestehen sowohl in Bezug auf die städtischen 
Dienstleistungen als auch auf die Angebote der 
Kultur, der Mobilität, der Bildung, des Sports 
und der Gesundheit Potenziale des bedarfs-
gerechten Ausbaus. Insbesondere durch die 
Vernetzung von Individualverkehr, ÖPNV und 
städtischen Infrastrukturen sowie den Ausbau 
alternativer Antriebsformen wird die intelligente 
Nutzung von Ressourcen sowie Verkehrsträgern 
und infolge auch von ökologisch nachhaltigeren 
Mobilitätsketten ermöglicht.

37
Masterplan DA 2030+ 
III – Darmstadt wächst klug
Um eine digitale, klimaneutrale Stadtentwick-
lung zu fördern, kann eine stärkere Vernetzung 
von Energie, Verkehr und Umwelt, z. B. über ein 
digitales Umweltsensornetz, zu Ressourceneffi-
zienz und Emissionsminderung beitragen. 
Die über die Digitalisierung entstehenden Daten 
sind wichtige Ressourcen, die für Bürgerinnen 
und Bürger sowie für die Stadtentwicklung 
nutzbar und verfügbar gemacht werden sollen. 
Vor allem wird Wert darauf gelegt, dass hohe 
Standards in Bezug auf Mitbestimmung und 
Souveränität über die eigenen Daten und den 
Umgang mit ihnen angewendet werden. Dazu 
wird eine Aufklärung aller Bevölkerungsgruppen 
über Rechte und Möglichkeiten angestrebt. 
Region mitdenken und  
einbinden 
Die dynamischen Wachstumsprozesse erfor-
dern es, auch die regionale Dimension in den 
Blick zu nehmen. Die Stadt-Umland-Verflech-
tungen – die insbesondere aufgrund der hohen 
Zahlen von Pendelnden eine große Rolle für die 
Stadt- und Verkehrsentwicklung spielen – neh-
men weiterhin zu. Darmstadt ist Teil der Met-
ropolregion Frankfurt/Rhein-Main, die mit rund 
5,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern 
die international bedeutendste und wirtschafts-
stärkste Region Deutschlands ist. 
Dazu liegt Darmstadt an der Schnittstelle zur 
Metropolregion Rhein-Neckar. Auch in Zukunft 
wird Darmstadt als Oberzentrum im Verdich-
tungsraum viele Funktionen vorhalten, die für 
die wirtschaftliche Entwicklung und die Lebens-
qualität vieler Nachbarkommunen von Bedeu-
tung sind: Hochschulen und hochrangige For-
schungseinrichtungen sind nur einige Beispiele. 
Hier liegen Darmstadts Alleinstellungsmerk -
male, über diese Angebote definiert sich ein 
Profil in der Rhein-Main-Region, das es für 
regionale und internationale Kooperationen zu 
stärken gilt. 
Das Wachstum Darmstadts klug zu gestalten, 
bedeutet, über die kommunale Handlungs -
ebene hinaus zu denken. Regionale Arbeits -
teilungen berücksichtigen die Stärken und 
Schwächen der verschiedenen Kommunen 
und bieten gemeinsame Lösungsansätze zur 
Förderung des Regionalprofils und Minderung 
der lokalen Konkurrenz. Die regionale bzw. 
interkommunale Zusammenarbeit soll inten -
siviert werden und sich auf lokale wie regio -
nale Synergie effekte stützen. Darmstadt und 
der Landkreis Darmstadt-Dieburg müssen in 
Fragen der integrierten Siedlungs- und Ver -
kehrsentwicklung, dem Schutz von Natur- und 
Wasserhaushalt sowie bei der Planung von 
integrierten Gewerbestandorten intensiver 
kooperieren und sich noch enger abstimmen.

39
IV –
WAS, WO 
UND WIE – 
HANDLUNGS-
FELDER

41
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Die Kernbotschaft „Darmstadt wächst klug“ 
wird durch folgende drei Handlungsfelder 
konkretisiert: 
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN
VERANTWORTUNGSVOLL
DARMSTADT STÄRKT 
WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT 
UND TECHNOLOGIE
DARMSTADTS QUARTIERE 
SICHERN LEBENSQUALITÄT 
UND TEILHABE
Die Themen Mobilität und Klima ziehen sich als 
Querschnittsthemen durch alle drei Handlungs-
felder. Dabei werden jeweils verschiedene Maß-
stabsebenen der Mobilität und der Klimaanpas-
sung beschrieben. Zusätzlich wird das Thema 
Mobilität mit einem eigenen Mobilitätskonzept 
und das Thema Klima durch die Weiterentwick-
lung des Klimaschutzkonzepts vertieft.
Die Handlungsfelder und Strategien tragen in 
ihrem Zusammenspiel zu einer integrierten 
Stadt entwicklung bei. Dabei ergeben sich 
Synergien zwischen den Handlungsfeldern 
und Strategien. 
Doch auch Zielkonflikte sind nicht zu vermei-
den – gerade auf der Ebene des konkreten Pla-
nens und Handelns im Raum. Mit Blick auf die 
Strategien zeichnen sich einzelne potenzielle 
Konflikte ab. Dazu zählen u. a.:
 > Bauliche Entwicklung und Verdichtung im 
Bestand versus Sicherung von Freiräumen 
und Erhalt und Förderung der Biodiversität
 > Langfristige Sicherung von Flächen für 
Produktion versus Flächen für Wohnen und 
Flächen für soziale Infrastruktur
 > Reduzierung von Flächen für den Autoverkehr 
versus Verbesserung der Erreichbarkeit für 
Individual- und Wirtschaftsverkehr
 > Flächen für den Umweltverbund versus Flächen 
für den motorisierten Individualverkehr
Um mit diesen Zielkonflikten umzugehen, war 
im Rahmen des Prozesses zum Masterplan 
DA 2030+ ein kontinuierlicher gesellschaftli -
cher und politischer Diskurs über die Entwick -
lungsziele für Darmstadt von großer Bedeu -
tung. Diesen Diskurs gilt es, auch in Zukunft 
fortzusetzen. Planerische Abwägungen werden 
transparent gemacht und in eine partizipa -
tive Stadtentwicklung eingebettet. Dabei ist 
eine gemeinwohlorientierte Abwägung auf 
allen Ebenen zwischen privaten, stadtteilbe -
zogenen, gesamtstädtischen und regionalen 
Interessen zu gewährleisten.

42
Wie sieht Darmstadt 2030 aus,  
wenn es Ressourcen und Flächen 
verantwortungsvoll nutzt?
DARMSTADT 
NUTZT SEINE 
RESSOURCEN 
UND FLÄCHEN 
VERANTWOR­
TUNGSVOLL

43
Im Jahr 2030 grenzen dichte und kompakte Quar-
tiere an vielfältig genutzte und ökologisch sowie 
klimatisch wertvolle Grün- und Freiflächen.  
Naturnah gestaltete Gewässer tragen zur nach-
haltigen Biotop- und Artenvielfalt bei. Wertvolle 
Naturschutzgebiete sind mit ökologisch hochwer-
tigen innerstädtischen Grünflächen vernetzt und 
ragen auch über die Stadtgrenzen hinaus. Quali-
tätsvoll gestaltete öffentliche Räume betonen die 
Aufenthaltsfunktion gegenüber der Verkehrsfunk-
tion. Sie werden vorwiegend durch den Fuß- und 
Fahrradverkehr sowie den öffentlichen Nahverkehr 
genutzt. Der ruhende und fahrende Autoverkehr 
beherrscht nicht mehr das Stadtbild.
Wohnen und Arbeiten sind über die gesamte Stadt 
verteilt. Der ehemals gewerblich geprägte Westen 
Darmstadts wurde durch die Bevölkerung „zurück-
erobert“ und präsentiert sich nun mit vielfältigen, 
gemischt genutzten Stadtteilen mit neuen Woh-
nungen, aber weiterhin auch zukunftsfähigem 
Gewerbe und ergänzenden Freizeit- und Versor-
gungsangeboten.

44
LEGENDE  →
ENTWICKELN Radschnellverbindung Gewässer
Klare Siedlungskante Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Schienengebundener ÖPNV ,  
Haltestelle
Neue Potenzialflächen der Stadtent-
wicklung (prioritär, perspektivisch) Entwicklungsachse ÖPNV
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
Potenziale für Nutzungsmischung ERHALTEN GRUNDLAGE
Potenzial für Verdichtung Innerstädtische Grünflächen Stadtgrenze
Habitat- und Klimafunktion Waldflächen Nachbargemeinden
Grünes Band Natur- und Klimaschutzflächen Straßennetz
Grünvernetzungen Luftleit- und Kaltluftbahnen
Balance aus Innenentwick­
lung und der Schaffung  
klarer Siedlungskanten  
herstellen
Bei anhaltendem Wachstum der Bevölkerung 
und der Arbeitsplätze ist zusätzlicher Raum für 
Wohnen, Arbeiten und weitere Nutzungen in 
einer ausbalancierten Kombination aus Innen-
entwicklung und der Schaffung klarer Sied-
lungskanten durch Arrondierung zu sichern. 
Dabei gelten die folgenden Prinzipien:
 > Siedlungs­ bzw. Landschaftskante 
wahren 
Der Natur- und Landschaftsraum, der Darm-
stadt umgibt, ist wertvoll. Bei der Verteilung 
des Wachstums ist es das Ziel, eine klare 
Begrenzung der Entwicklung von Stadtquartie -
ren in die Landschaft zu schaffen. Eine Vernet -
zung von Grünstrukturen zwischen Landschaft 
und Innenstadt wird weiterhin gewährleistet. 
Durch die Entwicklung von Flächen  innerhalb 
einer  kompakten, klaren Siedlungskante 
kann an bereits bestehende Infrastrukturen 
angeknüpft werden, was Synergien mit beste -
henden Angeboten fördert. Wenn Darmstadt 
innerhalb dieser Kontur insgesamt städtischer 
wird, kann der umgebende Landschaftsraum 
gleichzeitig geschützt, aufgewertet und stärker 
erlebbar werden. 
 > Wachstum verteilen
Grundsätzlich sollen in allen Quartieren der 
Stadt Darmstadt neue Wohnungen entstehen. 
 > Nutzungen mischen 
Bei der Innenentwicklung, der Umstrukturie-
rung von Bestandsquartieren, der Arrondierung 
von Siedlungskanten und bei Konversionsvorha-
ben sollen attraktive, gemischte Quartiere – mit 
bedarfsgerechten Infrastrukturen, Nahversor-
gung, Arbeitsplätzen, einer Anbindung an den 
öffentlichen Nahverkehr und attraktiven Freiflä-
chen – realisiert werden. Ziel dabei ist auch, die 
strickte Ost-West-Teilung, mit den klassischen 
Wohnquartieren im Osten und den zentralen 
und gut mit ÖPNV angebundenen Gewerbege-
bieten im Westen, aufzuheben. 
WEITERSTADT
GRÄFENHAUSEN
GRIESHEIM
ODENWALD
MESSEL
PFUNGSTADT
MÜHLTAL
OBER-
RAMSTADT
Südbahnhof
Eberstadt
Hauptbahnhof
Ostbahnhof
Nordbahnhof
Wixhausen
Arheilgen
Lichtwiese
Kranichstein
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
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Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
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Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
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Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL
ENTWICKELN
Klare Siedlungskante
Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch)
Potenziale für Nutzungsmischung
Potenzial für Verdichtung
Habitat- und Klimafunktion
Grünes Band
Grünvernetzungen 
Radschnellverbindung
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
ERHALTEN
Innerstädtische Grün/f_lächen
Wald/f_lächen
Natur- und Klimaschutz/f_lächen
Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen
Gewässer
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADT NUTZT SEINE 
RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL

WEITERSTADT
GRÄFENHAUSEN
GRIESHEIM
ODENWALD
MESSEL
PFUNGSTADT
MÜHLTAL
OBER-
RAMSTADT
Südbahnhof
Eberstadt
Hauptbahnhof
Ostbahnhof
Nordbahnhof
Wixhausen
Arheilgen
Lichtwiese
Kranichstein

46
Durch Verdichtung, Stapelung oder Verlagerung 
von gewerblichen Nutzungen kann zusätzlicher 
Wohnraum entstehen – verbunden mit neuen 
Angeboten für das Quartier. Die städtische 
Vielfalt mit einem dichten Nebeneinander von 
Wohnen, Arbeiten, Bildung, Freizeit etc. kann 
hier besonders entwickelt werden. 
Nicht zuletzt der technologische Wandel und 
neue Produktionsformen schaffen kreative Mög-
lichkeiten für eine stärkere Durchmischung.
 > Dichter wohnen, Flächen sparen 
Um den Außenraum zu schonen und eine 
soziale Segregation zu vermeiden, muss bei 
anhaltendem Bevölkerungswachstum künftig in 
der Stadt insgesamt dichter gewohnt werden 
als heute. Dies betrifft einerseits die bestehen-
den Stadtteile, in denen es gilt, auf gleichblei-
bender Fläche mehr Wohnungen zu errichten. 
Gleichermaßen sind Neubauquartiere gemeint. 
Hier sollen nur Wohnbautypen mit einer Min -
destdichte gebaut werden, angestrebt wird ein 
regionalplanerischer Dichtewert von mindes -
tens 60 Wohneinheiten je Hektar bezogen auf 
Bruttowohnbauland. Der Neubau von Einfa -
milienhäusern bleibt zukünftig die absolute 
Ausnahme. Gleichzeitig werden die lokale 
Versickerung und die örtliche Verdunstung von 
Niederschlägen angestrebt. Intelligente bauli -
che Verdichtung darf nicht zulasten gesunder 
Wohn- und Arbeitsverhältnisse erfolgen. Durch -
lüftung, thermische Belastung, Lufthygiene 
und grüne Freiräume sind Parameter, die ange-
sichts der Auswirkungen des Klimawandels 
und des Artensterbens neu gewichtet werden 
müssen. Bestehende und neu zu schaffende 
Grünanlagen sind so zu qualifizieren, dass sie 
den durch die Verdichtung steigenden Nut -
zungsanforderungen gerecht werden können 
und gleichzeitig die Erfordernisse zur Steige -
rung der biologischen Vielfalt erfüllen.
NUTZUNGEN 
MISCHEN
WACHSTUM 
VERTEILEN
KLARE SIEDLUNGS-
KANTE DEFINIEREN
DICHTER 
WOHNEN
MOBILITÄTSWENDE 
UMSETZEN

47
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt nutzt seine Ressourcen und
Flächen verantwortungsvoll
 > Mobilitätswende umsetzen 
Die Anbindung an ein effizientes ÖPNV-Netz ist 
Voraussetzung für den Bau neuen Wohnraums. 
Eine integrierte Verkehrs- und Siedlungsent-
wicklung schafft vor Ort in den Wohnquartieren 
bessere Bedingungen, durch weniger Stell-
plätze und Langsamverkehr mit auf spielende 
Kinder ausgerichteten Straßenräumen sowie 
Freiräumen mit Aufenthaltsqualität. Für Wege 
zur Schule und Arbeit etc. muss der Umwelt-
verbund stärker genutzt werden. Nur so kann 
die Mobilitätswende gelingen.
Innenentwicklung
Die Innenentwicklung ist unter Berücksichti-
gung lokaler Situationen und gesetzter Qua-
litätskriterien zur Stärkung der Darmstädter 
Quartiere Kernbestandteil einer klugen Sied-
lungsentwicklung und eines verantwortungs-
vollen Umgangs mit Flächen und Ressourcen. 
Eine höhere Ausnutzung der Bauflächen, eine 
stärkere Mischung verschiedener Nutzungen, 
die Ergänzung mit zusätzlichen Infrastrukturen 
(sozial, verkehrlich etc.) und die Aufwertung 
der Aufenthalts-, Grün-, Wasser- und Freiräume 
werden in Abhängigkeit des jeweiligen Stand-
orts und Entwicklungsvorhabens angestrebt.
An zahlreichen Stellen im Darmstädter Sied-
lungsgebiet können Wohngebiete verdichtet 
werden, z. B. durch Bebauung rückwärtiger 
Grundstücke, Anbauten oder Aufstockungen 
von Gebäuden oder durch Ersatz von Häusern 
durch Neubauten mit mehr Wohneinheiten. 
Generell gilt: Jede Nachbarschaft ist aufge-
fordert, ihren Beitrag zu leisten. Alle neuen 
Entwicklungen müssen im Quartiersverbund 
gedacht werden und den Bestand qualitätsvoll 
ergänzen. Zudem gilt es, diese Nachverdich-
tungspotenziale mit notwendiger technischer, 
sozialer und grüner Infrastruktur sowie klimati-
schen Erfordernissen abzugleichen und dar-
auf hinzuwirken, die individuelle Identität der 
Quartiere zu stärken.
Die Bestandsentwicklung kann Mehrwerte für 
alle bringen: In Quartieren fehlende Grünflä-
chen, Nutzungen oder spezielle Wohnangebote, 
wie z. B. barrierefreie Wohnungen, kleine Woh-
nungen oder große Wohnungen für Familien, 
können ergänzt werden. Diese Mehrwerte gilt 
es, auch lokal den Bewohnerinnen und Bewoh-
nern zu vermitteln. Da es sich meistens um 
private Grundstücke handelt, ist der Erfolg von 
der Mitwirkung der Eigentumsparteien abhän-
gig, die in diese Prozesse miteingebunden und 
aktiviert werden müssen.
Zur Sicherung von „grünen Qualitäten im Quar-
tier“ können anwendbare, allgemein verbind-
liche und ggf. lagespezifische Vereinbarungen 
und quantitative Zielvorgaben (z. B. Flächen-
schlüssel/Bevölkerungszahl) in der Umsetzung 
dienlich sein → Stadtnatur erhalten und stär­
ken, S. 52. Um diese Strategie umzusetzen, 
wird Darmstadt besonders in den folgenden 
Bereichen aktiv:
 > Vorhandene Potenziale im 
Bestand qualitätsvoll aktivieren
Darmstadt setzt auf eine stadtverträgliche und 
maßvolle Verdichtung des bestehenden Stadt-
körpers. Durch Aufstockungen, Dachgeschoss-
ausbauten und Nachverdichtungen soll der 
Bestand ergänzt werden. Bauliche Strukturen, 
die Flächenressourcen nicht optimal nutzen, 
wie eingeschossige Super- bzw. Fachmärkte 
oder überdimensionierte Verkehrsflächen, sol-
len intensiver genutzt werden.

48
Darmstadt schafft so neue urbane Qualitä -
ten und Identitäten, vermehrt auch in den 
äußeren Stadtvierteln, ohne den Erhalt bzw. 
die Schaffung qualitätsvoller Freiräume zu 
vernachlässigen. Die Um- und Nachnutzung, 
ggf. auch die Zwischennutzung brachgefalle -
ner Bauflächen haben Vorrang vor der Inan -
spruchnahme neuer Freiflächen.
 > Höhere Grundstücksausnutzung 
ermöglichen 
Die Erhöhung der baulichen Dichte gilt es, mit 
Planungsinstrumenten zu begleiten. Durch 
konkretisierende Planungen und Modell -
vorhaben können gute Voraussetzungen für 
eine quartiersverträgliche und nachhaltige 
Innenverdichtung gesetzt werden. Dabei ist 
die kooperative Zusammenarbeit von Eigen -
tümerinnen und Eigentümern und der Verwal -
tung von besonderer Bedeutung.
Bei Nachverdichtungen ist eine transparente 
Kommunikation mit der Nachbarschaft im Rah-
men der rechtlichen Möglichkeiten vorzusehen. 
 > Maßgeschneiderte Strategien für 
Bestandsentwicklung entwerfen 
Für eine Nachverdichtung und eine stärkere 
funktionale Durchmischung des Bestandes 
sind für die betreffenden Gebiete maßge -
schneiderte Strategien zu entwickeln und 
planungsrechtlich abzusichern. Diese sind in 
partizipativen Verfahren mit den Menschen 
vor Ort abzustimmen und umzusetzen.
 > Individuelle Anreize schaffen 
Da viele Innenverdichtungsvorhaben auf dem 
Engagement der Eigentumsparteien beruhen, 
sind von der Stadt Ideen zu entwickeln, wie 
diese aktiviert und von den Vorteilen der Innen-
verdichtung überzeugt werden können. 
 > Lokale Mobilitätskonzepte 
erstellen
Um fahrenden und ruhenden Autoverkehr trotz 
Nachverdichtung zu reduzieren, sind Mobilitäts-
konzepte und ggf. Satzungen für die einzelnen 
Quartiere zu erstellen, die auf die lokale Situ-
ation bezogene Lösungen entwickeln. Beispiel-
haft ist hier das Mobilitätskonzept für die Lin-
coln-Siedlung zu erwähnen. 
 > Flächen für notwendigen Ausbau 
der sozialen Infrastruktur sichern 
Die Nachverdichtung ist durch einen bedarfsge-
rechten Ausbau der sozialen Infrastrukturen zu 
flankieren, also Schulen, Kitas, Gemeindezen-
tren etc. Hierfür sind frühzeitig entsprechende 
Flächen zu sichern und Konzepte zu entwickeln, 
die etwa auf multifunktionale Nutzung und 
kombinierte Einrichtungen setzen. 
BEBAUUNG 
RÜCKWÄRTIGER 
GRÜNDSTÜCKE
FÖRDERN
AUFSTOCKUNG
ERMÖGLICHEN
LÜCKEN 
SCHLIESSEN

49
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt nutzt seine Ressourcen und
Flächen verantwortungsvoll
Klare Siedlungskanten durch 
neue Quartiere schaffen
Kluges Wachstum bedeutet die ausbalancierte 
und zielorientierte Entwicklung neuer Quar -
tiere zur Entlastung und Weiterentwicklung 
des Bestands. Grundsätzlich ist dabei das 
Prinzip der sozialen und funktionalen Durch -
mischung zu verfolgen. In den Quartieren 
sind Ideen für neue nachhaltige Wohnformen 
mit Schwerpunkt auf Flächen-, Energie- und 
Ressourceneffizienz und Bezahlbarkeit zu ent -
wickeln. Dazu soll die soziale Mischung durch 
vielfältige Wohnformen und Trägerschaften des 
Wohnungsbaus gefördert werden → Preis­
günstigen barrierefreien Wohnraum sichern, 
S. 97. Bei der Entwicklung dieser Quartiere ist 
eine an die natürlichen und siedlungsstruktu -
rellen Gegebenheiten angepasste hohe bauli -
che Dichte anzustreben. Der neue Wohnraum 
soll in attraktiven, gemischten Quartieren mit 
bedarfsgerechten Infrastrukturen, Nahversor -
gung, Arbeitsplätzen, einer Anbindung an den 
öffentlichen Nahverkehr und attraktiven Freiflä -
chen realisiert werden. 
Es wurden Flächen identifiziert, für die die Ent-
wicklung neuer kompakter, nutzungsgemischter 
Standorte am Siedlungsrand geprüft werden 
sollen. Für alle diese Flächen gilt das übergeord-
nete Ziel, Darmstadt zu einer Stadt der gut ver-
sorgten und lebendigen Quartiere zu machen. 
Die Qualitätsfrage steht dabei im Mittelpunkt. 
Neuer Wohnraum ist immer als Teil eines 
Bestandsquartiers zu begreifen und sollte die-
ses sinnvoll ergänzen. Mit neuen Nachbarinnen 
und Nachbarn sollen stets auch Mehrwerte mit 
in die Quartiere einziehen – z. B. neue Nahver-
sorgungsangebote, Grünflächen, Bildungs- und 
Betreuungseinrichtungen, Mobilitätsangebote, 
Treffpunkte oder altersgerechter Wohnraum.
Bei dem Bau von neuen Quartieren ist die 
Umsetzung von innovativen Mobilitäts-
konzepten – begleitet durch ein aktives 
 Mobilitätsmanagement vor Ort – in enger 
Abstimmung mit der Wohnungswirtschaft und 
den ansässigen Unternehmen voranzutreiben. 
Dadurch kann die gerechtere Verteilung des 
Straßenraumes sowie ein verändertes Mobili-
tätsverhalten der Darmstädterinnen und Darm-
städter unterstützt werden. Bei der Gestaltung 
von öffentlichen Räumen und Gebäuden in 
den neuen Quartieren sind Fragen der Barrie-
refreiheit und Inklusion mit hoher Priorität zu 
berücksichtigen. Räumliche Einschränkungen 
bestehen gegenwärtig mit der Siedlungsbe-
schränkungszone aufgrund der Lärmbelastung 
durch den Flugbetrieb des Frankfurter Flugha-
fens im Norden Darmstadts. 
MEHRWERTE 
IM QUARTIER 
SCHAFFEN
KLARE 
SIEDLUNGSKANTE 
FESTSETZEN

50
Innerhalb dieses Bereiches wird Wohnungsbau 
auf Basis neuer Bebauungspläne unter den 
derzeitigen Gegebenheiten nicht zulässig sein. 
Ebenso stellen die Seveso-Schutzradien im 
Norden und im Westen Darmstadts aktuell eine 
Einschränkung des Potenzials dar. 
Sofern eine vertiefende Prüfung mittel- bis lang-
fristig ergeben würde, dass einzelne Potenzialflä-
chen, die heute als Kleingärten genutzt werden, 
vorteilhafter einer Wohnnutzung zugeführt 
werden sollten, wird innerhalb des Stadtgebiets 
stadtökologisch gleichwertiger Ersatz gemäß 
Bundeskleingartengesetz geschaffen, sodass in 
der Summe keine Kleingartenflächen entfallen.
Im Besonderen gilt es, die für den klimatischen 
Ausgleich wichtigen Frischluftschneisen bei 
jedem Flächenpotenzial zu berücksichtigen.
Um feststellen zu können, welche Flächen Poten-
ziale für den Bau neuer Quartiere bis 2030 und 
weit darüber hinaus bieten, wurden die folgen-
den Kriterien angewendet:
 > Möglichkeiten der nachhaltigen Erschlie-
ßung, Ver- und Entsorgung sowie Integration in 
Bestandsquartiere
 > Berücksichtigung von Restriktionen, z. B. die 
Fluglärmzonen
 > Ökologische Voraussetzungen, z. B. Lage 
außerhalb von Frischluftschneisen und wert-
vollen Biotopen
 > Gesamtbedeutung im städtischen Kontext,  
z. B. gute Einbindung in den vorhandenen  
Siedlungskörper
 > Zielvorgaben der Raumordnung 
Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt 
besonders in den folgenden Bereichen aktiv:
 > Die Stadt um attraktive  
Quartiere erweitern
Bei der Errichtung neuer Siedlungen wird von 
Anfang an „in Quartieren gedacht“, mit sozialer 
Mischung, mit bedarfsgerechten sozialen und 
Bildungsinfrastrukturen, Flächen für Sport und 
Bewegung, Nahversorgung, einer  möglichst 
schienengebundenen ÖPNV-Anbindung sowie 
hochwertigen Radverkehrsanlagen und attrakti-
ven öffentlichen Räumen. Zudem gilt es, Voraus-
setzungen dafür zu schaffen, dass Arbeitsplätze 
in Quartieren oder in der Nähe der Quartiere 
entstehen können, damit die funktionale Durch-
mischung Darmstadts gefördert wird.
 > Mehrwerte für angrenzende 
Quartiere schaffen 
Die Quartiere werden in Bezug auf soziale, 
gesundheitliche, grüne, blaue, technische 
und verkehrliche Infrastrukturen so ausge-
stattet, dass sie einen Mehrwert für ihre 
 Nachbarschaften bieten, d. h. dass sie einen 
Beitrag dazu leisten, Defizite in vorhandenen 
Quartieren zu mindern oder ergänzende Ange-
bote (z. B. barrierefreies Wohnen) besonders 
zu berücksichtigen. Mehrwerte und Qualitäten 
sind in Beteiligungsprozessen zu vermitteln.
Grüne Infrastrukturen  
verdichten und vernetzen
Aus ökologischen, stadtklimatischen und funk-
tionalen sowie verkehrlichen Gründen ist die 
Vernetzung von Frei-, Wasser- und Grünflächen 
von großer Bedeutung. Diese Vernetzung gilt 
es, in Darmstadt zu verbessern. Neben der 
orientierenden und leitenden Funktion von 
vernetzten Grünräumen ist deren Aufgabe in 
Bezug auf Biotopvernetzung, Biotoptrittsteine 
und  Frischluftschneisen sowie den Schutz vor

51
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt nutzt seine Ressourcen und
Flächen verantwortungsvoll
thermischer Belastung zu sichern. Die grüne 
und blaue Infrastruktur ist in ihrer Ausprägung 
multidimensional und vielfältig zu denken. Von 
Straßenbegleitgrün, über Alleen, Baumreihen, 
Entsiegelungen bis hin zu neuen Grünflächen, 
Wasserflächen und Gebäudebegrünungen 
sind vielfältige verschiedene Maßnahmen als 
Bestandteile in Abhängigkeit von den Raum-
ansprüchen, den funktionalen Anforderungen 
und den übergeordneten Rahmenbedingungen 
denkbar. Die Multidimensionalität des grün-
blauen Netzwerks bietet in Teilen die Chance zur 
Einbettung von Verkehrsmitteln des Umweltver-
bunds und anderen alternativen Mobilitätsfor-
men. Hierbei ist es erforderlich, den verfügbaren 
oberirdischen und unterirdischen Raum für alle 
Ansprüche vorausschauend zu dimensionieren 
und die Bestandssicherung und Neuanlage für 
Baumreihen und Alleen zu gewährleisten.
Die Vernetzung mit den Landschaftsräumen 
um die Stadt ist als Qualität Darmstadts 
 weiterzuentwickeln. Dabei gilt es, einen respekt-
vollen Umgang mit schutzbedürftigen Bereichen 
zu gewährleisten und die besonderen Qualitäten 
der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft, der 
Wald- und Gewässergebiete für Erholungssu-
chende erlebbar zu machen. Die barrierearme 
Zugänglichkeit der unterschiedlichen Darmstäd-
ter Landschaftsräume für Fuß- und Radverkehr 
ist dabei sicherzustellen. Insbesondere ist die 
lückenlose Passierbarkeit der Wegeverbindungen 
vom Stadtgebiet in die Außenräume zu verbes-
sern. Dadurch können bisher isolierte Teile der 
Landschaft erschlossen und die zahlreichen 
Zielpunkte außerhalb des Siedlungsbereiches 
zugänglicher gestaltet werden. Hierbei ist glei-
chermaßen eine Vernetzung des Grundwassers 
und des Hochwasserschutzes mit dem Darm-
städter Umland  mitzudenken. Die sukzessive 
Lückenschließung im Rundweg um Darmstadt, 
der die verschiedenen Landschaftstypen mitein-
ander verbindet, stellt eine zentrale Maßnahme 
dieser Strategie dar. Die Nutzung durch unter-
schiedliche Verkehrsmodi (Fuß- und Radverkehr) 
wird sichergestellt. Auch die Vernetzung mit 
der Region wird durch attraktive Radschnell-
verbindungswege gestärkt. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den 
folgenden Bereichen aktiv:
 > Grünes Band für  
Vernetzung nutzen 
Durch ein neues grünes Band wird eine ringför-
mige Vernetzung geschaffen, das durch Radialen 
ergänzt wird. So wird ein Netz von Grünräumen 
z. T . mit Wasserflächen geschaffen, das sich von 
der umgebenden Landschaft bis ins Zentrum 
der Stadt erstreckt und eine Struktur schafft, die 
potenziell auch bis über die Stadtgrenzen hinaus 
weitergedacht werden kann. Vorhandene Grünflä-
chen werden in das Konzept miteinbezogen. 
FREI- UND 
GRÜNFLÄCHEN 
VERNETZEN
BEWEGUNGS- 
UND ERHOLUNGS-
FLÄCHEN KOPPELN

52
 > Landschaftsräume besser 
zugänglich machen 
Darmstadt ist weitestgehend von einem Wald-
ring und unterschiedlich hochwertigen Land-
schaftsräumen umgeben, die nach innen opti-
maler angebunden werden sollten. 
Durch den Ausbau von Fuß- und Radverkehrswe-
gen, denen als Freiraum- und Frischluftschneisen 
gleichzeitig klimatische Funktionen zukommen 
können, wird die Landschaft besser erschlossen 
und kann so aktiver genutzt werden. Der viel-
schichtige Charakter der umgebenden Kul-
tur- und Waldlandschaft wird erlebbarer. Dabei 
sind stets die Belange des Arten-, Natur- und 
Landschaftsschutzes zu berücksichtigen. Rück-
zugsgebiete für die durch Artensterben sich 
verringernde Tier- und Pflanzenwelt müssen im 
Sinne der Biodiversität erhalten, geschützt und 
nachhaltig ausgebaut werden.
Stadtnatur erhalten  
und stärken 
Frei- und Grünräume sowie Gewässer in der 
Stadt haben im Kontext des Siedlungswachs-
tums, der zunehmenden Verdichtung und 
Umweltbelastung sowie des Klimawandels eine 
immer größere Bedeutung. Die Stadtnatur hat 
neben der Erholungsfunktion und Erlebbarkeit 
für die Bevölkerung eine hohe Bedeutung für die 
biologische Vielfalt, den Arten-, Biotop-, Über-
flutungs- und Hitzeschutz, die Lufthygiene, die 
Bodenfunktionen und das Mikroklima. Die Stadt-
natur ist daher zu erhalten und zu stärken. Wich-
tige Voraussetzungen dafür sind ein Freiraum-
konzept, eine innerstädtische Biotopkartierung 
und die Evaluation des Landschaftsplanes. Durch 
doppelte Innenentwicklung wird sichergestellt, 
dass Wohnungsbau- und Quartiersentwicklungs-
vorhaben nicht weniger Stadtnatur bedeuten. 
Nachverdichtung soll immer mit der Qualifizie-
rung von Freiräumen einhergehen → Doppelte 
Innenentwicklung, S. 33. Entsprechende Min-
destflächen werden durch den zu etablierenden 
Biotop-/Grünflächenfaktor (Kennwert Grün- 
und Freiraumversorgung), der das Verhältnis 
von qualitativem Flächenanteil zu Versieglung 
beschreibt, sichergestellt. 
Eine Gründachsatzung mit einer festgelegten 
Mindestschichtdicke des Gründachaufbaus 
bietet ein weiteres sinnvolles Instrument, um 
insbesondere bei der Nachverdichtung den 
Belangen der Stadtnatur gerecht zu werden 
und effektiv zum Überflutungs- und Hitze -
schutz beizutragen.
Wälder, Gewässer, Landschafts- und Natur-
schutzgebiete, öffentliche Parkanlagen, Stra-
ßenbegleitgrün, urbane Freiräume, Zwischen-
grün, Kleingartenanlagen und privates Grün 
sind in der vielfältigen (Klima-)Funktion, Vernet-
zung und Erlebbarkeit zu qualifizieren. 
Ein weiterer wichtiger Schritt zur Erhaltung 
und Stärkung der Waldbereiche im Westen 
der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist die 
Erklärung dieser Waldbereiche zum Bannwald 
– der höchsten Schutzkategorie nach dem 
hessischen Waldgesetz. Bereits 2006 wurde 
die Ausweisung des Waldgürtels im Westen 
von Darmstadt als Bannwald dem Regierungs -
präsidium Darmstadt, Obere Forstbehörde, in 
einer ersten Eingabe vorgeschlagen. Nach ver -
schiedenen notwendigen Abstimmungsrunden 
und Erörterungen soll das Verfahren nun zum 
Abschluss gebracht werden. Im Sommer 2020 
wird die Abgrenzung der Fläche zur Auswei -
sung des Waldgürtels westlich von Darmstadt 
als Bannwald der Stadtverordnetenversamm -
lung zur Beschlussfassung vorgelegt und 
anschließend an das Regierungspräsidium 
Darmstadt weitergeleitet.

53
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt nutzt seine Ressourcen und
Flächen verantwortungsvoll
Die blauen Infrastrukturen übernehmen neben 
ihrer hohen Aufenthaltsqualität wichtige Funk-
tionen für das Stadtklima als Hitzeschutz. Eine 
wassersensible Stadtentwicklung nach dem 
Konzept der „Schwammstadt“ dient nicht nur 
dem Hitzeschutz und erhöht damit die Lebens-
qualität, sondern wertet gleichzeitig die Stadt-
natur auf. Die dezentrale Regenwasserbewirt-
schaftung fördert die Grundwasserneubildung 
durch Versickerung, beugt durch einen voraus-
schauenden Überflutungsschutz einer Überlas-
tung der Kanalinfrastrukturen vor und schont 
Trinkwasserressourcen. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den 
folgenden Bereichen aktiv:
 > Alle Flächen nutzen
Um für ein besseres Stadtklima zu sorgen und 
um die Biodiversität zu erhalten und zu fördern, 
sind sowohl öffentliche als auch private Freiflä-
chen mit entsiegelten Flächen, Baumpflanzun-
gen, Teichen, Wasserbecken, Brunnenanlagen 
zu gestalten und Gebäudeflächen für Fassaden- 
und Dachbegrünungen bis hin zu vertikalen 
Gärten zu nutzen. Dadurch werden auch das 
Mikroklima, der natürliche Wasserkreislauf und 
der Überflutungsschutz verbessert. Durch eine 
Begrünungssatzung wird die Umsetzung von 
Mindeststandards vereinfacht.
 > Biodiversität fördern
Um mehr natürliche Lebensräume für verschie-
dene Tier- und Pflanzenarten entstehen zu las-
sen bzw. sie zu schützen, sind die „25 Schritte 
für biologische Vielfalt“ weiterhin konsequent 
umzusetzen und naturnahe Grünräume und 
Wasserflächen in Parks und Gärten zu sichern, 
zu renaturieren, heimische Pflanzenarten anzu-
siedeln und die Bedürfnisse heimischer Tierarten 
bei der Gestaltung von Freiräumen und Gebäu-
den zu berücksichtigen. Historische Gärten 
bedürfen dabei einer besonderen Betrachtung. 
 > Kaltluftentstehungsgebiete 
erhalten
Der Darmstadt umgebende naturräumlich 
geprägte Bereich ist zu bewahren, insbesondere 
auch im Hinblick auf die Funktion der Kalt- und 
Frischluftschneisen. Gleichzeitig sind die Ange-
bote für eine verträgliche und naturnahe Naher-
holung in diesen Bereichen zu verbessern.
 > Hitzeinseln vermeiden
Grünflächen vor Gebäuden und Gebäudebe-
grünung verbessern das Stadtklima sowie das 
 Mikroklima in Gebäuden, weshalb sie bei Konver-
sion und Innenverdichtung vorgesehen werden.
Die Erhaltung und Neuanlage von Straßenbe-
gleitgrün und Straßenbäumen zur Beschattung 
der Flächen für die Langsamverkehre werden 
beim Bau oder Umbau von Verkehrsanlagen 
berücksichtigt. Denn insbesondere Straßen-
bäume leisten einen wesentlichen Beitrag für 
das Klima, die Luftreinheit, das Stadtbild und 
die Wohnumfeldqualität.
 > Waldumbau forcieren
Um die CO2-Senkenfunktion des Waldes zu 
erhalten und den Lebensraum für Tier- und 
Pflanzenarten (= Biodiversität) zu sichern, ist 
es Aufgabe, einen klimaangepassten Wald zu 
entwickeln und den Wald hin zu stabilen und 
standortgerechten Waldbeständen umzubauen.
 > Wassersensible 
Flächenentwicklung ausbauen 
Durch örtliche Versickerung von Niederschlags-
wasser wird die Kanalisation entlastet, was 
Überflutungen bei vermehrten Starkregenfällen 
sowie Kosten vermeidet. Bei Neubau-, Umbau- 
und Erschließungsvorhaben werden öffentliche 
und private Flächen durch Entsiegelung oder 
dezentrale Regen wasserbewirtschaftung vom 
Kanalnetz abgekoppelt.

54
Auch für Bestandsflächen sind Anreize der 
Abkopplung zu schaffen. Die Nutzung von 
Niederschlags- und Grauwasser senkt den 
Trinkwasserbedarf und fördert die Verdunstung 
innerhalb der Stadt.
 > Blaue Infrastruktur für gutes 
Stadtklima und Biodiversität 
entwickeln 
Seen, Gewässer und Brunnenanlagen sorgen 
mit ihren Verdunstungsflächen für Luftaus -
tausch und Abkühlung innerhalb der Bebau -
ung. Durch das Anlegen neuer Wasserflächen 
in Grünanlagen, die Wiederbelebung und 
Neueinrichtung von Brunnenanlagen sowie 
eine naturnahe Entwicklung der Gewässer in 
Darmstadt kann die Arten- und Biotopvielfalt 
sich deutlich erhöhen und so zusammen mit 
den Grünflächen für eine wichtige ökologische 
Nachhaltigkeit sorgen.
Nutzung, Bereitstellung  
und Unterhalt von Frei­
flächen organisieren
Das Wachstum der Stadt nach dem Prinzip 
der doppelten Innenentwicklung macht es 
erforderlich, dass Bedarfe an neuen Grün-, 
Versickerungs- und Freiflächen identifiziert 
werden. Von Nachbarschaftsparks über Dach -
grünanlagen oder vertikale Begrünung an 
Fassaden, besonders entlang der Hauptver -
kehrsräume, sind die Anforderungen hier viel -
fältig. Ansätze können von der Aufwertung von 
Blockinnenhöfen und Straßenräumen bis hin 
zur Schaffung neuer, großflächiger Grünräume 
reichen. Dadurch werden die Lebensqualität 
in den Quartieren, das Mikroklima und die 
Voraussetzungen für Biodiversität verbessert. 
Darüber hinaus ist der Bedarf an Sport- und 
Bewegungsflächen zu berücksichtigen. 
Insbesondere in Stadtgebieten, in denen die 
Wohnfunktion gestärkt werden soll, d. h. vor 
allem im Westen Darmstadts, gilt es, neue inner-
städtische Grünflächen in ausreichender Größe 
zu schaffen. Hier muss geprüft werden, welche 
Bedarfe und Möglichkeiten lokal vorhanden 
sind. Gesamtstädtisch ist die Versorgung der 
Darmstädter Bevölkerung mit Frei- und Bewe-
gungsflächen für vielfältige kulturelle, ehrenamt-
liche, soziale, gemeinschaftliche und sportliche 
Zwecke zu gewährleisten. 
Unterhalt und Pflege von öffentlichen Gewäs-
ser- und Freiflächen sind oftmals kostenintensiv 
und bei steigenden Bevölkerungszahlen durch 
intensivere Nutzungen zunehmend aufwendiger 
zu unterhalten. Nutzungskonkurrenzen sind zu 
lösen durch Anpassungen, Sanierungen und 
Erneuerungen in den Grünanlagen. Vor allem 
kommerzielle Nutzungen von Grünflächen und 
öffentlichen Räumen dürfen nicht zulasten 
der Nutzungen durch die Bewohnerinnen und 
Bewohner der Stadt gehen. 
KOOPERATIONEN 
MIT INITIATIVEN 
FÖRDERN
PRIVATE UND 
HALBÖFFENTLICHE 
FREIFLÄCHEN 
AKTIVIEREN

55
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt nutzt seine Ressourcen und
Flächen verantwortungsvoll
Gleichzeitig ist bei vielen Menschen der 
Wunsch vorhanden, sich für (halb-)öffentliche 
Freiräume zu engagieren, wenn dies mit gewis -
sen Aneignungsmöglichkeiten verbunden ist. 
Hierfür sollen in Darmstadt vielfältige Ange -
bote geschaffen werden. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den 
folgenden Bereichen aktiv:
 > Grünraumoffensive starten
Das Bevölkerungswachstum bedingt eine 
Zunahme der Nutzungsintensität der Grün-
räume. Deshalb ist eine Grünraumoffensive, 
d. h. eine Erhöhung des Budgets für Sanierung, 
Pflege und Instandhaltung, notwendig, die dem 
steigenden Aufwand gerecht wird.
 > Private und halböffentliche 
Freiflächen aktivieren 
Um die bauliche Verdichtung durch mehr Grün- 
und Freiflächen auszugleichen, sind Strate-
gien auch für die Aktivierung von privaten und 
halböffentlichen Flächen zu entwickeln. Insbe-
sondere Flachdächer können als Dachgärten, 
für urbane Landwirtschaft sowie Retention und 
Verdunstung von Niederschlagswasser einen 
wichtigen Beitrag leisten. 
 > Plätze zeitgemäß gestalten
Analog zu den städtischen Grünanlagen wer-
den öffentliche Freiräume und Plätze intensiver 
und vielfältiger genutzt. Gemäß den aktuellen 
Bedürfnissen (z. B. Barrierefreiheit, Überhit-
zung) sind ihre Gestaltung und ihr Unterhalt 
daraufhin weiterzuentwickeln.
 > Kooperation mit Initiativen 
fördern 
Für ausgewählte Freiräume in Darmstadt ist zu 
überlegen, ob die Trägerschaft der öffentlichen 
Hand um andere Trägerschaften erweitert wird. 
Durch Kooperation mit Initiativen und durch 
gemeinschaftliches Engagement, bereits teil -
weise schon bestehend, können die Aufgaben 
der öffentlichen Hand unterstützt und gleich -
zeitig Aneignungs- und Teilhabemöglichkeiten 
für Bürgerinnen und Bürger und Initiativen 
geschaffen werden. So können beispielsweise 
Angebote der Umweltbildung entstehen und 
Naturräume für breite gesellschaftliche Grup -
pen erlebbar gemacht werden.
Stadtraum mehrfach nutzbar 
machen
In wachsenden Städten wie Darmstadt, in 
denen Nutzungskonkurrenzen zunehmen, gilt 
es, Strategien für eine verträgliche Mehrfach-
nutzung von öffentlichen Räumen, aber auch 
Schulflächen, Sportanlagen etc. zu entwickeln. 
Bei der Mehrfachnutzung ist von Bedeutung, 
die Bedürfnisse verschiedener Bevölkerungs-
gruppen und die Möglichkeiten, die sich durch 
Nutzungen zu verschiedenen Tageszeiten erge-
ben, zu berücksichtigen. Durch zu entwickelnde 
Qualitätskriterien → DAQS 2030+, S. 88 wird 
dafür gesorgt, dass Flächen und die angren-
zenden Nachbarschaften durch die Mehrfach-
nutzung nicht überfordert werden. Um diese 
Strategie umzusetzen, wird Darmstadt beson-
ders in den folgenden Bereichen aktiv:
 > Mehrfachnutzungen ermöglichen
Für Mehrfachnutzungen von Schulen, Sportan -
lagen und anderen öffentlichen Einrichtungen 
sind organisatorische Voraussetzungen zu 
schaffen: Möglichst vereinfachte Regelungen 
zu Vereinbarungen, Versicherungen, Zustän -
digkeit bei Haftungsfragen und Bewirtschaf -
tungskosten sind zu entwickeln.

56
 > Freiflächen vielfältig nutzen 
Es ist zu prüfen, welche Möglichkeiten private 
und nicht öffentlich zugängliche Freiflächen zur 
Erfüllung der vielfältigen Funktionen von Frei- 
und Grünflächen bieten und wie diese durch 
ergänzende Ausstattung erhöht werden kön-
nen. Die flexible Aneignung (halb-)öffentlicher 
Räume soll weiter unterstützt werden, z. B. für 
Bewegungs- und Sportaktivitäten, Initiativen 
etc. Dabei ist zu klären, wie Nutzungskonflikten 
vorgebeugt werden kann und wie die Flächen 
und Organisationsstrukturen gestaltet und aus-
gestattet sein müssen, damit eine Mehrfachnut-
zung funktionieren kann.
 > Profile der Freiräume ausbilden 
Die Charakteristika und Alleinstellungsmerk-
male der vielfältigen Frei- und Grünräume gilt 
es, stärker herauszuarbeiten und zu profilieren. 
Nicht jeder Freiraum muss alle Funktionen 
erfüllen. Entwürfe zur Grünleitplanung sind 
entsprechend weiterzubearbeiten.
 > Grünflächen auf Mehrfach­
nutzungen vorbereiten 
Grünflächen sind so zu gestalten, dass sie viel-
fältige Nutzungen ermöglichen können – vom 
Regenwassermanagement bis zu temporären Ver-
anstaltungen. Zielkonflikte zwischen verschiede-
nen Nutzungen sind zu lösen. Qualifizierung von 
Grün- und Freiflächen kann auch bedeuten, dass 
nach dem Vorbild des Bürgerparks in angepass-
ten Dimensionen Erholungs- und Grünangebote 
mit Bewegungsangeboten gekoppelt werden. 
 > Spielregeln entwickeln 
Managementstrukturen und Spielregeln für die 
Nutzung von Grünflächen können helfen, einer 
Übernutzung von Flächen  entgegenzuwirken 
und Nutzungskonkurrenzen auszuhandeln. 
Solche Strukturen und Spielregeln sind – vor -
zugsweise in einem partizipativen Verfahren 
– zu entwickeln.
 > Plätze vielfältig nutzen 
Öffentliche Plätze, zusammenhängende Stell -
platzflächen oder Teilbereiche des Straßen -
raums kommen für eine temporäre- und/oder 
Mehrfachnutzung infrage. Diese Räume kön -
nen auch mithilfe der Stadtgesellschaft und 
in Eigeninitiative durch Zwischennutzerinnen 
und Zwischennutzer für z. B. Nachbarschafts -
feste, Gastronomie oder temporäre Events 
und Aktionen genutzt werden. 
FREIFLÄCHEN 
VIELFÄLTIG 
NUTZEN
MEHRFACH-
NUTZUNGEN
ERMÖGLICHEN
GRÜNFLÄCHEN 
AUF MEHRFACH-
NUTZUNGEN 
VORBEREITEN

57
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt nutzt seine Ressourcen und
Flächen verantwortungsvoll
Energieeffizienz und Ener­
gieversorgung gemeinsam 
klimafreundlich gestalten
Die Grundvoraussetzungen zur Erreichung der 
Klimaschutzziele liegen auch in einer nachhal-
tigen und innovativen Energieversorgung, dem 
damit einhergehenden Ausbau der erneuerba-
ren Energien, einer klimagerechten Entwicklung 
der Quartiere und der deutlichen Steigerung 
der Energieeffizienz. Der Ausbau von erneuer-
baren Energien stellt ein hohes Potenzial dar, 
um Emissionen im Strombereich zu reduzieren 
und eine nachhaltige Energieversorgung für 
die Zukunft zu sichern. Verbindliche Leitlinien 
zur Integration innovativer Energie- und Was-
serwirtschaftskonzepte sind rechtlich zu ver-
ankern. Projekte zur effizienteren Nutzung und 
Produktion von Energie im Quartier brauchen 
die Unterstützung seitens der Stadt. Für die 
Umsetzung solcher Projekte bedarf es außer-
dem einer Beratungs- und Vernetzungsinstanz, 
die Potenziale erkennt, alle Beteiligten zusam-
menbringt und zu technischen und rechtlichen 
Rahmenbedingungen informiert. Hier liegt ein 
großes Potenzial darin, die Expertise von loka-
len Wissenschafts- und Forschungsinstituten 
noch stärker einzubeziehen.
Die Klimawende wird als eine gesamtstädtische 
Aufgabe begriffen. Eine zielgerichtete effiziente 
Abstimmung aller klimawirksamen Sektoren und 
Umweltthemen unter Einbezug der Bevölkerung, 
öffentlicher Institutionen und Unternehmen ist 
dafür notwendig. Die Stadtgesellschaft muss in 
diesem Sinne nicht nur als Adressatin von Kli-
mazielen, sondern als zentrale Teilhaberin und 
„Investorin“ einbezogen werden. Für die Zukunft 
wird das Erreichen der Klimaziele auch davon 
abhängen, ob Investitionen von Unternehmen 
und Privatpersonen in die Energie-, Gebäude- 
und Verkehrsbereiche getätigt werden. 
Neben individuellen Anreizen und Lösungen 
auf Gebäudeebene können die Bürgerinnen 
und Bürger auch auf der Quartiersebene am 
Ausbau der erneuerbaren Energiesysteme, 
etwa durch Gemeinschaftssolaranlagen, betei -
ligt werden. Entsprechende Initiativen sind zu 
unterstützen und ggf. im Rahmen von Modell -
quartieren zu entwickeln. Die Erweiterung der 
Wärmenetze und der Ausbau von Nahwärme -
netzen haben das Potenzial, gerade in Wohn- 
und Mischgebieten Projekte aus gemeinschaft -
licher Initiative zu fördern. 
ENERGIEVERSORGUNG
KLIMAFREUNDLICH
GESTALTEN
DARMSTADT ZUM 
VORREITER FÜR 
ENERGIEEFFIZIENZ 
MACHEN

58
Lokale und nachhaltige Energiequellen wie z. B. 
Solarenergie, Geothermie oder Abwasser-Wär-
me-Projekte sind als Teil dieser Systeme zu 
integrieren. Über die Gebäudeebene hinaus sind 
erneuerbare Energiesysteme auch für Verkehrs-
angebote verstärkt zu entwickeln. Es kann zu 
Nutzungskonflikten um Flächen zur regenerati-
ven Energieerzeugung und Erholung/Bewegung 
bzw. Naturschutz kommen. Hier muss eine 
bewusste Abwägung im Einzelfall erfolgen. Um 
diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt 
besonders in den folgenden Bereichen aktiv:
 > Vorreiter werden 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt soll 
durch die stadteigenen Unternehmen Vor -
reiter in Sachen Ressourcenschonung und 
Energieeffizienz sein. Der Einsatz regenera -
tiver Energien und dezentraler Nahwärme -
lösungen (Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, 
Blockheizkraftwerke) soll gefördert und neue 
Maßstäbe in der integrierten Entwicklung der 
Versorgungsnetze gesetzt werden. Außerdem 
bestehen zusätzlich Potenziale durch die Digi -
talisierung in der effizienteren Nutzung und 
besseren Auslastung der Netze. 
 > Energieeffizienz in Bestands­
erneuerung und Neubau sichern 
Während für den Neubau von Gebäuden 
bereits hohe Energieeffizienzwerte gelten, 
sind wegen des deutlich höheren Potenzials 
auch im Bestand Lösungen zur Senkung des 
Strom- und Wärmebedarfes zu entwickeln. 
Effizienzsteigerungspotenziale durch digitale 
Innovation werden genutzt.
 > Erneuerbare Energien  
in Quartieren ausbauen
Die identifizierten Potenziale von Solarenergie 
werden auf Grundlage des Dach- und Solarka-
tasters genutzt und entsprechende Infrastruk-
turen ausgebaut. Von städtischer Seite wird 
der Ausbau dieses Sektors durch Beratungs-
angebote unterstützt. Weitere Potenziale aus 
Windkraft, Geothermie und Biomasse sind 
ebenfalls zu fördern. Erneuerbare Energiesys-
teme werden ebenso als Basis zukünftiger 
Mobilitätsangebote wie E-Mobilität entwickelt, 
was Emissionen reduziert. Vor allem in verdich-
teten Räumen und Gewerbe-/Industriegebieten 
sind vor dem Hintergrund stadtklimatischer 
Gesichtspunkte emissionsarme Energieversor-
gungen vorrangig einzusetzen. 
 > Energieversorgung auf 
Quartiersebene entwickeln 
Abwärme von Abwasser, Energieerzeugung und 
Energiespeicherung müssen auf Quartiersebene 
und nach Bedarfszeiten betrachtet werden. 
Baukulturelle Tradition  
und Wandel im Stadtraum 
erlebbar machen 
Durch die verschiedenen Epochen der Stadt-
entwicklung insbesondere auch in der Zeit des 
Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg bie-
tet Darmstadt heute ein heterogenes Stadtbild. 
Während traditionelle Stadtstrukturen sich in den 
Stadtteilen Arheilgen, Eberstadt und Wixhausen 
darstellen, ist die Innenstadt durch den Wieder-
aufbau im Sinne einer konservativ-modernen 
Stadtgestalt geprägt, die sich am Vorbild der 
klassizistischen Stadtentwicklung orientiert.

59
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt nutzt seine Ressourcen und
Flächen verantwortungsvoll
Dies zeigt sich in der überwiegenden Block-
randbebauung und der Verwendung von 
geneigten Dächern. Die Vorstädte (z. B. Woogs-
viertel, Riedeselsche Gärten) folgen typischen 
Siedlungsstrukturen der Wiederaufbauzeit, bei 
denen sich offene mit geschlossenen Bau-
strukturen abwechseln. Mit dem Stadtquartier 
zwischen Bessunger Straße, Donnersbergring 
und Haardtring wurde gar ein innovatives 
Neubau-Quartier mit differenzierten offenen 
Strukturen unter Einbindung älterer Randbe-
bauung mit einem unabhängigen Fußwegenetz 
aufgebaut. Im Spannungsfeld zwischen der 
modernen und der historischen Stadt wurden 
von Peter Grund und Karl Gruber Ensembles 
geschaffen, die bis heute die Stadtgeschichte 
reflektieren und prägend für die Hauptachsen 
der Stadtstruktur sind.
Bei der Weiterentwicklung der innerstädtischen 
Quartiere soll die Entwicklungsgeschichte prä-
sent bleiben. Der Wandel findet hier innerhalb 
des gegebenen Rahmens für die Stadtgestalt 
statt, indem sich das Detail, nicht aber der 
Gesamtrahmen verändert. So behalten diese 
Bereiche ihre Eigenständigkeit gegenüber den 
Bereichen, die sich grundlegend verändern 
und eine andersartige Stadtgestalt zeigen. 
Von besonderer Bedeutung ist dabei die Ent-
wicklung der Mathildenhöhe unter Erhalt ihres 
historischen Werts im Rahmen der Bewerbung 
als UNESCO-Weltkulturerbe. 
Tradition und Wandel werden im Stadtraum 
erlebbar, indem sie in der Stadtentwicklung 
konzeptionell begleitet werden. Darmstadt 
weist – insbesondere vor dem Hintergrund des 
derzeitigen Wachstums – eine relativ junge 
Baugeschichte auf. Daher sind geschichts -
bezogene Orte als Identifikationspunkte von 
besonderer Bedeutung. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den 
folgenden Bereichen aktiv:
 > Qualitätsvolle Innenstadt­
entwicklung vorantreiben 
Bei einer stadtverträglichen und qualitätsvollen 
Weiterentwicklung der Bestandsbereiche sind 
diese unter Wahrung der bestehenden Identität 
mit ihren typischen Baustrukturen und Freiflä-
chen auf eine Verdichtung hin zu überprüfen. 
Durch Aufstockungen, Dachgeschossausbauten 
und Nachverdichtungen kann der Bestand – 
vielfach aus den 1950er- und 1960er-Jahren 
– maßvoll ergänzt werden. So können neue 
urbane Qualitäten geschaffen und ggf. eine 
neue Identität hergestellt werden. Quartiere 
mit besonderer Prägung sind auf ihren Erhalt 
durch geeignete Instrumente zu prüfen. Bei 
einer Erhöhung der baulichen Dichte ist es 
notwendig, dies mit Planungsinstrumenten zu 
begleiten, um die Verdichtungsprozesse quar-
tierverträglich und qualitätsvoll zu gestalten.
 > Stadtbereiche sorgfältig 
weiterentwickeln
Innovative architektonische und städtebauliche 
Ansätze, die neue Qualitäten schaffen, sollen 
die bestehenden Bautypen ergänzen. Diese 
nehmen Bezug auf die Geschichte der Stadt 
und orientieren sich an ihren gewachsenen 
Identitäten. Durch Projekte und Planungen mit 
hohem Anspruch an Bau- und Prozesskultur 
setzt Darmstadt sichtbare Akzente.

60
Integrierte Siedlungs­  
und Verkehrsentwicklung  
umsetzen
Die Entwicklung neuer Quartiere geht einher 
mit der Steigerung des Verkehrsaufkommens. 
An vielen Stellen stößt das Straßennetz bereits 
an seine Grenzen. Zentral für eine nachhaltige 
ausbalancierte Entwicklung bestehender und 
neuer Quartiere ist daher, dass das Prinzip der 
integrierten Siedlungs- und Verkehrsentwick-
lung umgesetzt wird. Von der Stadt der kurzen 
Wege mit Fuß- und Radverkehr als Leitverkehrs-
mittel profitieren alle, insbesondere Kinder 
und ältere Menschen. Eine gute Anbindung mit 
öffentlichen Verkehrsmitteln leistet einen zen-
tralen Beitrag zur nachhaltigen Mobilitätsent-
wicklung ebenso wie zur Integration der Quar-
tiere und deren Bewohnerschaft in die gesamte 
Stadt. Um lückenlose Mobilitätsketten effizient 
zu gestalten, sind lokale Mobilitätspunkte in 
verschiedenen Ausstattungs- und Kapazitäts-
stufen von S bis L zu entwickeln, die im Mobili-
tätskonzept vertiefend dargestellt werden. Um 
diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt 
besonders in den folgenden Bereichen aktiv:
 > ÖPNV­Netz zu neuen Quartieren 
ausdehnen 
Neue Quartiere gilt es, mit leistungsfähigen 
Trassen an das ÖPNV-Netz (insbesondere 
Schiene) anzubinden bzw. dort zu errichten, 
wo bereits eine Anbindung besteht. Deshalb 
wird das Netz mit hoher Priorität in den 
Gebieten ergänzt, für die eine starke Nach-
verdichtung erwartet wird bzw. der Bau von 
neuen Stadtquartieren geplant ist. Auch in den 
angrenzenden Landkreisgemeinden (Roßdorf, 
Groß-Zimmern, Weiterstadt) soll das Nahver-
kehrsangebot ausgebaut werden.
 > Lokale Mobilitätspunkte 
entwickeln und stärken 
Um die Verkehrsanbindung in den Quartieren 
zu gewährleisten, gilt es, die Idee der multi-
modalen Mobilitätspunkte umzusetzen, die 
verschiedene Mobilitätsangebote kombinieren 
und eine möglichst passgenaue und lückenlose 
Mobilität bieten. Diese Mobilitätspunkte werden 
mit verschiedenen weiteren Nutzungen ausge-
stattet → DAQS 2030+, S. 88. → Quartierszen­
tren stärken und zu neuen Ankern im Quartier 
gestalten, S. 90.
 > Neue Mobilitätslösungen 
umsetzen 
Nach dem Vorbild des Mobilitätskonzeptes in 
der Lincoln-Siedlung sind innovative Mobilitäts-
lösungen umzusetzen, welche einen lückenlosen 
Anschluss an wichtige Zielorte Darmstadts und 
der Region sicherstellen. Die Nutzung verschie-
dener Verkehrsmittel kann durch die stärkere 
(digitale) Verknüpfung, etwa durch integrierte 
Tickets aller Verkehrsträger erleichtert werden. 
 > Mobilitätsmanagement ausbauen 
Der Einsatz eines Mobilitätsmanagements 
nach dem Vorbild der Lincoln-Siedlung dient 
der Förderung des nachhaltigen Verkehrs und 
der Verringerung der Autonutzung durch Ange -
bote, die Voraussetzung für eine Veränderung 
von  Verhaltensweisen der Verkehrsteilnehmen -
den sind. Ein solches Mobilitätsmanagement 
basiert u. a. auf „weichen“ Maßnahmen, 
wie Information, Kommunikation, Motivation 
und der Organisation von alternativen Mobi -
litätsangeboten und -services sowie auf der 
Koordination der Aktivitäten verschiedener 
Beteiligter. Das Vorhalten eines standortbezo -
genen Mobilitätsmanagements ist bei weite -
ren Mobilitätskonzepten für Neubau- sowie 
Bestandsquartiere einzubeziehen.

61
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt nutzt seine Ressourcen und
Flächen verantwortungsvoll
Verkehrsräume neu denken 
– mehr Flächengerechtigkeit 
realisieren
Für ein zukunftsfähiges Darmstadt stellt 
ein Umdenken in der Gestaltung der Ver-
kehrsräume ein wesentliches Potenzial dar, 
um die Mobilitätswende voranzubringen/
umzusetzen, die Freiraumqualität der Quartiere 
aufzuwerten und Flächenpotenziale für andere 
Nutzungen aufzudecken. Der Um- und Aus-
bau der verkehrlichen Infrastrukturen verfolgt 
parallel mehrere, sich gegenseitig stützende 
Ansätze. Die Verlagerung der Raumaufteilung 
geschieht zugunsten des Rad- und Fußverkehrs 
und der Straßenraumbegrünung, in erster 
Linie mit Bäumen. Die qualitätsvolle, attraktive 
Gestaltung des Straßenraumes und der Abbau 
von Barrieren machen diesen wieder stärker als 
Frei- und Aufenthaltsraum und damit als Ort 
der Begegnung erlebbar und schaffen Anreize, 
das eigene Auto stehen zu lassen. 
Wichtige öffentliche Einrichtungen, Kitas und 
Schulen müssen für Fuß- sowie Radverkehr 
gut erreichbar sein. Auch eine verbesserte 
Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden wird 
dadurch erreicht. 
Die Reduzierung straßenseitigen Parkens ist ein 
wichtiger Schlüssel zur Aufwertung des öffent-
lichen Raums und der Stärkung der Quartiere. 
Dass dies keinen Einschnitt in die individuelle 
Mobilität bedeuten muss, zeigt das  erfolgreiche 
und mehrfach ausgezeichnete Mobilitäts-
konzept in der Lincoln-Siedlung. Der Wegfall 
des eigenen Pkw wird durch unterschiedliche 
Sharing-Angebote sowie die Stärkung der Ver-
kehrsarten des Umweltverbunds aufgefangen. 
Dadurch wird eine nahtlose Mobilität auch ohne 
eigenes Auto sichergestellt. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den 
folgenden Bereichen aktiv:
 > Umweltverbund bei Umbau von 
Verkehrsräumen stärken
Notwendige infrastrukturelle Umbaumaßnah-
men im Bestand werden mit einer Verbesse-
rung des Umweltverbundes umgesetzt. So kann 
der Ausbau des schienengebundenen Nahver-
kehrs ebenso gelingen, wie der konsequente 
Ausbau von Rad(schnell)wegen → Darmstadts 
Radoffensive fortsetzen, S. 62 und sicheren 
Fußwegen. Zudem soll darauf hingewirkt wer-
den, dass Straßenbahnverbindungen zeitnah 
mit Ökostrom betrieben werden.
 > Luisenplatz entlasten 
Der Luisenplatz ist das Nadelöhr des Darm-
städter öffentlichen Nahverkehrs. Als multi-
modaler Knoten ist der Platz überlastet. Auch 
die Aufenthaltsqualität leidet unter der starken 
Verkehrsbelastung durch Trams und Busse. 
Deshalb sind alternative Linienführungen für 
den ÖPNV in der Innenstadt zu entwickeln.
PARKPLATZFLÄCHEN 
REDUZIEREN
MEHRFACHNUTZUNG 
DER NEU GEWONNENEN 
FLÄCHEN ORGANISIEREN

62
 > Sicherheit und Attraktivität  
für den Fußverkehr erhöhen 
Um den Umweltverbund zu stärken und die 
Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmen-
den zu erhöhen, ist der Fußverkehr bei neuen 
Verkehrskonzepten und der Neugestaltung von 
Straßen und Verkehrsräumen mit Priorität zu 
versehen → Fußverkehr als Basis für Nahmobi­
lität in den Quartieren stärken, S. 98. Stadt-
raum wird für den Fußverkehr auch attraktiver, 
wenn Barrieren abgebaut, die Übersichtlichkeit 
erhöht, Geschwindigkeitsdifferenzen verringert 
und Angsträume beseitigt werden.
 > Parken im öffentlichen Raum  
neu denken
Ein zentraler Aspekt des Themas Flächen -
gerechtigkeit sind die Flächen des ruhenden 
Verkehrs. Um Flächen für andere Nutzungen 
zu aktivieren, gilt es, Parkplatzflächen und 
die Anzahl von Parkplätzen zu reduzieren 
und eine flächendeckende Parkraumbe -
wirtschaftung im öffentlichen Straßenraum 
einzurichten. Innovative Parkkonzepte wie 
Quartiersgaragen, die den öffentlichen Raum 
entlasten, sind zu prüfen. Insbesondere in 
Bestandsquartieren sind die Bewohnerinnen 
und Bewohnern bei der Konzeptionierung 
und Umsetzung einzubinden und die Mehr -
werte der geplanten Umverteilung der Ver -
kehrsräume zu vermitteln. 
Darmstadts Radoffensive 
fortsetzen
Darmstadt will mit der Mobilitätswende vor 
allem auch den Radverkehr fördern. Durch-
gängig befahrbare, attraktive Radrouten sind 
noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden. 
Für einen zukünftig sicheren und guten Rad-
verkehr in Darmstadt ist das Radverkehrsnetz 
alltagstauglich auszubauen und Netzlücken zu 
schließen. Die Konkurrenz auf den begrenzten 
Verkehrsflächen erfordert eine Umverteilung, 
die zulasten des derzeit flächendominanten 
Autoverkehrs erfolgt. 
RADVERKEHRSNETZ 
KONSEQUENT  
ERWEITERN
RADINFRASTRUKTUR 
IN QUARTIEREN 
STÄRKEN

63
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt nutzt seine Ressourcen und
Flächen verantwortungsvoll
Das Entwicklungsziel von mindestens 25 Pro-
zent Radverkehrsanteil wird ohne eine solche 
Flächenverteilung nicht umsetzbar sein. Die 
Verträglichkeit der Verkehrsarten und die Sicher-
heit können zusätzlich durch Geschwindigkeits-
begrenzungen, etwa durch Tempo 30 auch auf  
Hauptverkehrsstraßen, gestärkt werden. 
Sowohl zur Verbesserung der Alltagsmobilität 
innerhalb der Quartiere als auch für längere 
Wege sind unterschiedliche Netze sowie ergän-
zende Serviceeinrichtungen innerhalb der 
Stadt sowie in die Region zu entwickeln, u. a. 
Radschnellverbindungen, große und sichere 
Radabstellmöglichkeiten an Stationen des 
öffentlichen Nahverkehrs etc. Dabei ist der Aus-
bau der Radverkehrsinfrastrukturen integriert 
mit der Siedlungsentwicklung zu planen und 
zudem in die Umsetzung von Mobilitätspunk-
ten unterschiedlicher Größe (S, M, L) in den 
Quartieren einzubeziehen, welche verschiedene 
Mobilitätsangebote bündeln. Zentral ist dabei 
die Förderung der Unabhängigkeit vom priva-
ten Pkw. Dadurch werden die Voraussetzungen 
geschaffen, dass auch längere Wege innerhalb 
der Stadt und Region häufiger mit dem Rad 
zurückgelegt werden können. Um diese Strate-
gie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in 
den folgenden Bereichen aktiv:
 > Radverkehrsnetz konsequent 
erweitern
Das Radverkehrsnetz wird in angemessener 
Dimensionierung ausgebaut. Das erfordert 
in vielen Fällen Eingriffe in die bisher vom 
Autoverkehr (ruhender und fließender MIV) 
genutzten Flächen. Radschnellwege ergänzen 
das Alltagsnetz und verbinden wichtige Ziele 
in der Innenstadt und große Arbeitsplatzziele, 
Bildungs- und Erholungseinrichtungen mit 
Gebieten in den äußeren Stadtteilen und bis 
hinein in die angrenzenden Kreise. 
Auch Fahrradstraßen sind ein sinnvolles Ele-
ment zur Stärkung des Radverkehrs und wer-
den deshalb vermehrt auf geeigneten Straßen 
eingeführt. Abkürzungen für den Langsamver-
kehr sind priorisiert umzusetzen, um dessen 
Attraktivität zu erhöhen. Zur Steigerung der 
Qualität aller Radwege ist grundsätzlich die 
Möglichkeit der Pflanzung von Bäumen entlang 
der Radwege zu prüfen.
 > Radinfrastruktur in  
Quartieren stärken
Durch sichere, bequeme und ausreichende 
Radabstellmöglichkeiten und Serviceeinrich-
tungen für Reparaturen an wichtigen Halte-
stellen und Umsteigepunkten des öffentlichen 
Nahverkehrs wird die Nutzung des Fahrrads 
attraktiver gestaltet und die intermodale Ver-
netzung sichergestellt. Angemessen ausgebaute 
Radinfra strukturen sind wesentliche Bestand-
teile der Mobilitätspunkte.

64
Nr. Maßnahmen Prioritäten
DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL JETZT                        2030+
1
Gesamtstädtische Nachverdichtungsstrategie zur Identifikation und 
Ausnutzung städtebaulicher Potenziale durch maßgeschneiderte  
Quartierslösungen entwickeln
DA/QP
2
Flächencheck zur Verifizierung und Qualifizierung von Potenzialen (nach 
§ 34 BauGB oder durch Schaffung neuen Planungsrechts) – insbeson-
dere der Siedlungsränder durchführen
DA/QP/B
3
Qualitätsvolle Grundstücksausnutzung auf Grundlage von Wohnbauvor-
habenmonitoring, Nachverdichtungsstrategie, Flächencheck, dezentrale 
Niederschlagswasserbewirtschaftung und Grünflächenfaktor durch 
Schaffung baurechtlicher Grundlagen ermöglichen
DA/B
4 Liegenschaftsfonds einrichten und kommunales Flächenmanagement 
zur aktiven Gestaltung der Bodenpolitik stärken DA
5 Kommunale, ämterübergreifende Kommission zur Flächenaktivierung 
(u. a. zur aktiven Beratung von Eigentumsparteien) etablieren DA
6 Wohnanteil in gewerbeorientierten Gebieten schrittweise erhöhen durch 
qualitätsvolle Verdichtung und Verlagerung von störendem Gewerbe DA/QP
7 Seveso-Achtungsabstände in Zusammenarbeit mit betroffenen Betrieben 
reduzieren F
8 Quartiersbezogene Angebote von Parkraumbewirtschaftung,  
Quartiersgaragen und Carsharing ausbauen F
9 Evaluation des Landschaftsplanes und innerstädtische  
Biotopkartierung erstellen F zu FK
10 Entwürfe zur Grünleitplanung (Profilbildung) weiterbearbeiten F zu FK
11 Freiraumqualitäten mit Wegen für den Langsamverkehr als „Grünes 
Band“ und sternförmige Vernetzungsstruktur integriert entwickeln F zu FK+MK
12 Erholungsrouten und Orte für naturnahes Lernen im Landschaftsraum 
entwickeln und Erreichbarkeit für Langsamverkehr verbessern F zu FK+MK
13 Gewässer zugänglich und erlebbar machen und dadurch Stadt- und 
Freiräume aufwerten F
14
Freiraumqualitäten durch Beratungs- und Förderungsangebote zur 
Umsetzung von Gründächern und Fassadenbegrünung entwickeln 
(optisch, klimatisch und ökologisch) und Einsparpotenziale aufzeigen
DA
15 Grün-/Biotopflächenfaktor: Kennwerte für Grün- und Freiraumversorgung 
etablieren, hierzu Bestandsaufnahme des Status quo erstellen F zu FK
16 Kleingartenstrategie zur Abstimmung von wohnortnahen Gartenangebo-
ten und Siedlungsentwicklungsvorhaben fortschreiben F
Maßnahmen zur Umsetzung  
der Strategien

65
INSTRUMENTE
B Formelle Bauleitplanung und  
Planungsinstrumente FK Freiraumkonzept 
F Fachplanung DA Folgearbeit Darmstadt 2030+
QP Quartiersplanung MK Mobilitätskonzept 2030+
17
Frei- und Dachflächen für vielfältige Nutzungen mit positivem Beitrag 
zum Stadtklima und zur Förderung der biologischen Vielfalt aktivieren 
und z. B. in einem Gründachkataster analog Marburg erfassen
DA/F
18
Rechtliche Möglichkeiten für stadtweite Vorgaben zur Umsetzung von 
Gründächern, zur Gestaltung von Freiflächen und Fassadenbegrünungen 
prüfen (u. a. zur Sicherung naturnaher Regenwasserbewirtschaftung) 
B
19 Städtische Brunnenanlagen wieder in Betrieb nehmen F
20 Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung zur Entlastung der Kanalinfra-
struktur fördern und fordern DA/F
21 Schwammstadtmodell zur wassersensiblen Stadtentwicklung als Schutz 
vor Hitze und Starkregen entwickeln F
22 Information und Beratung der Grundstückseigentumsparteien zum 
Thema Überflutungs- und Hitzevorsorge einrichten DA
23
Abkopplung des Darmbaches vom Kanalnetz und Schaffung eines 
„Blauen Bandes“ vom Woog bis zum Herrngarten (oder bis zum Im 
Tiefen See); Potenzial des Kühlungseffektes durch das Bachwasser auf 
historischer Darmbachtrasse prüfen
F
24
Kooperation mit Kleingartenvereinen aufbauen, um Flächen für Öffent-
lichkeit stärker zu öffnen und im Sinne einer naturnahen Nutzung zu 
entwickeln
QP
25 Umweltbildungszentrum und andere Initiativen unterstützen QP
26 Umweltnetzwerk stärken QP
27 Gemeinschaften sowie Initiativen zur Übernahme von Patenschaften  
und Grünpflege unterstützen F
28 Grünflächen und öffentliche Plätze entsprechend der Nutzungsanforde-
rungen sanieren und zeitgemäß gestalten F
29 Gesamtstädtische Sportflächenstrategie zur Stärkung von Vereins-  
und Freizeitsport entwickeln F
30 Stadtraumorientierte Bedarfe unter Berücksichtigung der verschiedenen 
Bevölkerungsgruppen und Gruppierungen (z. B. Vereine) ermitteln QP
31
Konzepte zur Verortung und Koordinierung von Potenzialen für Mehr-
fachnutzungen erarbeiten, Synergien erkennen und nutzen (z. B. Aufbe-
reitung und Koordinierung spezifischer Raumbedarfe und verfügbarer 
Angebote in den Stadtteilen)
F
32 Bestehende Freiflächen über Sanierungsprogramme steigenden  
Nutzungsanforderungen anpassen F
33 Nutzung von Mehrzweckräumen in öffentlichen Einrichtungen außerhalb 
der Öffnungszeiten prüfen F

66
Nr. Maßnahmen Prioritäten
DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN 
VERANTWORTUNGSVOLL JETZT                        2030+
34 Straßenbeleuchtung auf intelligente LED-Beleuchtung sukzessive 
umrüsten F
35
Energetische Sanierung und Ausbau erneuerbarer Energien durch 
kontinuierliche Informations-, Vernetzungs- und Beratungsangebote und 
passende Anreize durch Vermittlung von Förderprogrammen schaffen
F
36 Infrastrukturen für Elektromobilität (u. a. Ladeinfrastruktur), besonders 
im Rahmen von Carsharing, ausbauen F
37 Arbeit des Klimaschutzbeirates intensivieren und erweitern F
38
Bei künftigen Magistratsvorlagen die jeweiligen Auswirkungen bezüglich 
der definierten Klimaschutzziele darlegen und geeignete Maßnahmen 
zur Senkung der CO2-Emission beschreiben 
F
39 Nachhaltige Energiekonzepte für neue Wohnquartiere auf Quartierse-
bene entwickeln/CO2-Neutralität als Vorgabe bei neuen Baugebieten QP
40 Städtische Neubauprojekte mindestens KfW 40 mit Passivhauskompo-
nenten bauen B/DA
41 Programm zur energetischen Sanierung der städtischen Bestandsge-
bäude mit ambitionierten Zielen erstellen und umsetzen F/DA
42 Städtische Bestandsgebäude nach Möglichkeit für Solar- und Geother-
mie und Fotovoltaik nutzen DA
43 Förderprogramm für Fotovoltaik-Anlagen für Privatgebäude entwickeln F
44
Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes mit Beteiligung der Bevöl-
kerung, Klimaschutzbeirat und fachlich Involvierten unter Berück-
sichtigung Beschluss „Höchste Priorität für Klimaschutz“ kooperativ 
erarbeiten und umsetzen
F
45 Mathildenhöhe und Bebauung des Osthangs nach dem kulturellen Leit-
bild (Masterplan Mathildenhöhe) entwickeln QP
46 Historisches Leitbild zur Definition stadtgeschichtlich prägender Sied-
lungsbereiche aus verschiedenen Epochen erarbeiten F
47
Leitlinie für das architektonische Erbe aus der Wiederaufbauzeit mittels 
Definition prägender Wiederaufbaustrukturen und möglicher Erhaltungs- 
bzw. Ergänzungsmaßnahmen erarbeiten
F
48
Entwicklung von langfristig attraktiven und innovativen Quartieren mit 
Instrumenten der Konzeptvergabe, des Wettbewerbs und der Begleitung 
durch den Gestaltungsbeirat weiterführen
QP

67
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt nutzt seine Ressourcen und
Flächen verantwortungsvoll
49
Baukulturelle Ziele durch Einbindung des Gestaltungsbeirates sowie 
Definition von gestalterischen Anforderungen durch geeignete Instru-
mente (Bauleitplanung, Satzungen etc.) sichern
F/B
50 Durchführung von Architekturwettbewerben bei kommunalen Neubauten 
und allen weiteren öffentlichen Gebäuden fortführen F
51 Nahverkehrsangebot durch dichtere Taktungen und den Ausbau des 
Straßenbahnnetzes erweitern F/MK
52
S-/Regionalbahnnetz mit zusätzlichen Haltepunkten an der S-Bahn-
Trasse zur Aufwertung der regionalen öffentlichen Verkehrssysteme 
ausbauen
F/MK
53 Mobilitätspunkte (S, M und L) an geeigneten Stellen in den Quartieren 
integriert entwickeln und mit weiteren Nutzungen ausstatten F/MK
54 Innovative Mobilitätskonzepte bei der Siedlungsentwicklung von Anfang 
an und in Abstimmung mit Bauherrschaft umsetzen F/MK
55 Sharing-Konzepte fördern und in Mobilitätspunkte integrieren F
56 Angebote unterschiedlicher Verkehrsträger in einer App digital  
zusammenführen F/MK
57 ÖPNV-Netz im engeren Innenstadtbereich neustrukturieren, um den 
Luisenplatz verkehrlich zu entlasten und aufzuwerten F/MK
58 Parkraummanagement und -bewirtschaftung prioritär in Wohnquartieren 
mit hohem Parkdruck einrichten, Gehwegparken unterbinden F
59 Flächengerechtigkeit im Straßenraum für den Umweltverbund bei  
Neu- und Umbau entwickeln F/MK
60 Gesamtstädtisches Konzept zur barrierefreien Erschließung des öffentli-
chen Raumes erarbeiten F/MK
61 Radverkehrsoffensive mit Fußverkehrsoffensive ergänzen F/MK
62 Car- und Bikesharing ausbauen F
63
Radschnell-/-direktverbindungen mit Anknüpfungspunkten zu Ost- und 
Westkreis sowie in Nord-Süd-Richtung, zu wichtigen Bereichen der Kern-
stadt und großen Arbeitsplatzzentren herstellen
F/MK
64  Haupt- und Nebenradverkehrsnetz ausbauen und vervollständigen F/MK
65 Fahrradstraßen zur Förderung und Verbesserung der Wahrnehmbarkeit 
des Radverkehrs weiter und insbesondere zusammenhängend ausbauen F/MK
66 Radinfrastrukturen, d. h. Abstellanlagen, Reparaturpunkte und Leihsys-
teme ausbauen und vor allem in Mobilitätspunkten installieren F/MK
67 Maßnahmen der Radoffensive durch aktive Öffentlichkeitsarbeit begleiten F

68
Wie sieht Darmstadt 2030 aus,  
wenn es Wissenschaft, Wirtschaft 
und Technologie stärkt?
DARMSTADT
STÄRKT 
WISSENSCHAFT ,
WIRTSCHAFT
UND
TECHNOLOGIE

69
Im Jahr 2030 wird der Titel „Wissenschaftsstadt" 
weiterhin durch eine enorme Vielfalt  kultureller, 
kreativer, gesellschaftlicher, wissenschaftlicher 
und wirtschaftlicher Aktivitäten ausgefüllt.  
Alle Bevölkerungsteile haben Zugang zu vielfälti-
gen Bildungs- und Wissenschaftsangeboten. Die 
große Bedeutung von Wissenschaft, Bildung, Wirt-
schaft und zukunftsfähigen Technologien ist im 
Stadtraum erlebbar. Zwischen Wissenschaft und 
Wirtschaft bestehen enge Verknüpfungen und Syn-
ergieeffekte. Darmstadts Firmen profitieren von 
exzellent ausgebildeten Absolventinnen und Absol-
venten der Darmstädter Hochschulen und der Uni-
versität. Eine lebendige Gründungsszene baut auf 
geistige sowie technische Innovationen.
Die Stadt verfügt über einen zukunftsfähigen Kern 
produzierenden Gewerbes. Neue Formen des 
Arbeitens und der Produktion haben es ermög-
licht, dass gewerbliche Nutzungen besser in den 
städtischen Kontext integriert werden können und 
ehemalige Gewerbequartiere heute als produktive 
urbane Quartiere gelten. Durch kurze Wege, einen 
starken Umweltverbund, eine nachhaltige Citylo-
gistik und eine gute Vernetzung in die Region wird 
eine effiziente und umweltfreundliche Mobilität 
gesichert. Ein innovatives ÖPNV- und Logistik-Sys-
tem transportiert die Menschen aus der Region zu 
den Arbeitsplätzen in der Stadt sowie die Waren 
zu den Abnehmenden.

70
LEGENDE  →
ENTWICKELN Radschnellverbindung Schienengebundener ÖPNV ,  
Haltestelle
Potenzialflächen für neue Arbeits-
quartiere (prioritär, perspektivisch)
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
Räume für Wissenschaft und 
Forschung
Entwicklungsachse ÖPNV GRUNDLAGE
Neue Impulszentren (funktionale 
Profilierung)
Neue S-Bahnhalte prüfen Waldflächen
Stadt- und freiräumliche Qualitäten
Mobilitätspunkte (L) Gewässer
Potenziale für Arbeiten in Wohn-
quartieren
ERHALTEN Stadtgrenze
Produktive Straßenräume Standorte für Wissenschaft und 
Wirtschaft
Nachbargemeinden
Innerstädtische Grünflächen Straßennetz
Messel
Endstation Griesheim
Weiterstadt
Roßdorf
Mühltal
WEITERSTADT
GRIESHEIM
PFUNGSTADT
MÜHLTAL
OBER-
RAMSTADT
Südbahnhof
Eberstadt
Hauptbahnhof
Ostbahnhof
Boulevard
des Wissens
Maker City
Pallaswiesen
Nordbahnhof
Wixhausen
Arheilgen
Lichtwiese
MESSEL
Kranichstein
GRÄFENHAUSEN
Wirtschaft und Wissenschaft 
fördern
Darmstadt ist ein attraktiver Standort für inno-
vationsstarke Unternehmen und wichtige Wachs-
tumsbranchen. Über 130.000 Arbeitsplätze 
verdeutlichen diese starke Position. Diese gilt 
es, zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dafür 
müssen entsprechende Rahmenbedingungen 
aufrechterhalten und ausgebaut werden. Eine 
sektoral breit aufgestellte und feinkörnige Wis-
senschafts- und Wirtschaftslandschaft stellt die 
zukunftsfähige Basis für Darmstadts Wachstum 
dar und sichert weiterhin die hohe Beschäfti-
gungsquote auf dem Arbeitsmarkt. Die Qualität 
des Arbeitsstandorts Darmstadt zeichnet sich 
nicht nur durch positive berufliche Perspektiven 
aus, sondern durch insgesamt attraktive Lebens-
bedingungen sowie eine gute Vereinbarkeit von 
Beruf, Familie und Freizeit. 
Eine kontinuierliche Förderung einer diversifi-
zierten Branchenstruktur und die Umsetzung 
lokaler Wertschöpfungsketten stellen wichtige 
Ziele dar. Dabei sollten gewerblich-industrielle 
Branchen ebenso wie lokal orientiertes Gewerbe 
in den Quartieren gestärkt werden. 
Traditionell in der Stadt verwurzelte Firmen sind 
ebenso zu adressieren wie kleine und mittel-
ständische Unternehmen. Diese Vielfalt garan-
tiert ein robustes wirtschaftliches Fundament, 
welches gleichzeitig in die Region ausstrahlt 
bzw. auf regionale Verknüpfungen angewiesen 
ist. Auch zukünftig wird die Ansiedlung und 
Neugründung von Unternehmen gefördert. 
Innovationskraft und Experimentierfreudigkeit 
werden als wichtige Charaktereigenschaften 
Darmstadts weiterentwickelt. 
Die Strahlkraft als Wissenschaftsstandort 
wird auch in Zukunft gestärkt. TU, h_da, EHD 
und Forschungsinstitute garantieren weiterhin 
Spitzenforschung. Zukunftsträchtige Wissens-
gebiete und Technologien werden in Darmstadt 
erforscht und angewandt. Hochklassige Ausbil-
dungsmöglichkeiten, aber auch Weiterbildungs-
angebote stehen allen Darmstädterinnen und 
Darmstädtern zur Verfügung. So wird die Nach-
frage nach international orientierten Fachkräf-
ten sichergestellt. Zugleich werden aber auch 
am Arbeitsmarkt benachteiligte Gruppen nicht 
vernachlässigt, sondern gezielt gefördert. Es ist 
der Anspruch, die Öffnung der sozialen Schere 
arbeitsmarktpolitisch einzudämmen und Chan-
cengleichheit zu fördern.
DARMSTADT STÄRKT 
WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT 
UND TECHNOLOGIE
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Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch)
Räume für Wissenschaft und Forschung
Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung)
Stadt- und freiräumliche Qualitäten
Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren
Produktive Straßenräume
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Entwicklungsachse ÖPNV
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Mobilitätspunkte (L)
 
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Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft
(Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft)
Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
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Gewässer
Stadtgrenze
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Endstation Griesheim
Weiterstadt
Roßdorf
Mühltal
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GRIESHEIM
PFUNGSTADT
MÜHLTAL
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RAMSTADT
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Eberstadt
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MESSEL
Kranichstein
GRÄFENHAUSEN

72
Darmstadt bleibt ein attraktiver Lebensort, an 
dem Wohnen und Arbeit integriert betrachtet 
werden. Befristete, kurzzeitige Aufenthalte 
von Forschungsteams sowie Austauschstudie-
renden in Darmstadt werden bei Planungen 
für Wohnraum und Infrastrukturen bedacht 
und entsprechende Angebote geschaffen, um 
auf ihre besonderen Bedürfnisse einzugehen. 
Über attraktive soziale, kulturelle und freizeit-
relevante Angebote wird der Austausch von 
Personen unterschiedlicher Herkunft – von 
Darmstädterinnen und Darmstädtern mit Neu-
zugezogenen – gestärkt und eine ausgeprägte 
Willkommenskultur für alle gepflegt. Um diese 
Strategie umzusetzen, wird Darmstadt beson-
ders in den folgenden Bereichen aktiv:
 > Breite Branchenstruktur 
weiterentwickeln
Die vielfältige Ausrichtung der Darmstäd-
ter Wissenschaft und Wirtschaft wird weiter 
gestärkt und entwickelt. Unterschiedliche 
Standortanforderungen der Unternehmen wer-
den dabei berücksichtigt. Gründende werden 
besonders gefördert, etwa durch Unterstützung 
bei der Suche nach flexiblen Gewerberäumen 
oder der Netzwerkbildung.
 > Lebendige Netzwerke fördern
Der enge Bezug zwischen Wissenschaft, Unter -
nehmen, Bevölkerung und Verwaltung wird 
weiterentwickelt. Synergien durch Koopera -
tion, Wissens- und Technologietransfer werden 
forciert. Der Austausch wird branchen- und 
sektorenübergreifend gefördert. Eine breite 
Gemeinschaft profitiert von praktischen 
Experimenten und Pilotprojekten der Wissen -
schafts- und Digitalstadt.
 > Attraktive Arbeitsplätze und 
Weiterbildung sichern
Bedingungen für gutes Arbeiten unterstützt 
Darmstadt mit Maßnahmen zur besseren 
Vereinbarkeit von Beruf und Familie (z. B. bei 
Kinderbetreuung und Pflege) ebenso wie durch 
gezielte betriebliche Angebote für berufliche 
Qualifizierung, gerade in kleineren und mittle-
ren Unternehmen (KMU).
 > Gründungszentren und 
Kreativwirtschaft fördern
In Zusammenarbeit mit den Hochschulen 
werden Gründungszentren gefördert und 
die Vernetzung zwischen Wissenschaft und 
Wirtschaft gestärkt. Um lokale Wertschöp -
fungsketten zu festigen, werden insbesondere 
Kooperationen mit in Darmstadt ansässigen 
Unternehmen anderer Branchen und Institu -
tionen aus dem Kultur- und Bildungssektor 
unterstützt. Die Förderung der Gründungszen -
tren und Kreativwirtschaft ist für die Entwick -
lung innovativer und kreativer Konzepte von 
großer Bedeutung. Jungunternehmen und 
Neugründungen werden gezielt begleitet und 
prägen neue Stadtquartiere. 
 > Willkommenskultur und 
Austausch ermöglichen
Darmstadt ist für Menschen aus aller Welt 
attraktiv. Eine unbürokratische Willkommens-
kultur, etwa durch die Vereinfachung der büro-
kratischen Vorgänge – gerade für ausländische 
Gründende, Studierende, Forschungsteams und 
Fachkräfte – stärkt diese Attraktivität. Unterneh-
men werden dabei unterstützt, die Integration 
von (neuen) Migrantinnen und Migranten und 
den interkulturellen Austausch zu gestalten.

73
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt stärkt Wissenschaft, 
Wirtschaft und Technologie
Flächen für Arbeiten in der 
Stadt sichern
Standorte für Industrie, Gewerbe und Wis-
senschaft bilden die Grundlage für eine konti-
nuierliche positive Wirtschaftsentwicklung in 
Darmstadt. Dabei sind individuelle Flächen- 
und Standortanforderungen unterschiedlicher 
Gewerbe- und Produktionsformen von For-
schungseinrichtungen und Dienstleistungsunter-
nehmen zu berücksichtigen. Deren Bedarfe gilt 
es, für die zukünftige Entwicklung zu analysieren 
und zu moderieren.
Im Sinne der Stärkung einer breiten Branchen-
struktur stellen Handwerk, Handel und Industrie 
wichtige Bestandteile der vielfältigen Wirtschafts-
struktur Darmstadts dar. Es ist sicherzustellen, 
dass nach wie vor Standorte und Flächen für 
produzierendes Gewerbe und Industrie in der 
Stadt mit Planungssicherheit vorgehalten und 
angeboten werden sowie bestehende Standorte 
Planungssicherheit bewahren.
Einen räumlichen Entwicklungsschwerpunkt legt 
Darmstadt auf den Rand der Kernstadt. In der 
Steuerung produktiver Quartiere setzt Darmstadt 
hier auf die Entwicklung verschiedener urba-
ner Hubs als Fokusräume, die nach einzelnen 
Schwerpunkten entwickelt werden sollen. Diese 
Hubs bieten als neue Stadteingänge Verknüp-
fungspunkte mit der Region mit zentralen multi-
modalen Mobilitätsangeboten. Sie sind darüber 
hinaus Bezugspunkte mit symbolischer, identi-
tätsstiftender Wirkung, die einem (Quartiers-)
Zentrum entsprechend infrastrukturell ausgestat-
tet sind. In diesem Umfeld sind vielfältige Räume 
für Gewerbe, Wohnen, Versorgung und Freizeit 
zu entwickeln, wodurch angrenzende Quartiere 
gestärkt und neue Strukturen mit besonderen 
räumlichen, funktionalen und identitätsstiftenden 
Qualitäten entstehen. 
In diesem Sinne sollen Hubs als Impulspro -
jekte zur funktionalen Qualifizierung neuer 
urbaner Gewerbe- und Wissensquartiere 
beitragen. Durch den verlagerten Fokus der 
Raumentwicklung wird die Kernstadt ergänzt 
und entlastet.
Im Nachkriegsstädtebau wurde die Funktions-
trennung in monofunktionale Wohn- und Gewer-
bequartiere verfolgt. Die Idee der „produktiven 
Stadt“ soll durch neue urbane Arbeitsformen 
und lokale Ökonomien überwunden werden. 
Wesentliche Entwicklungspotenziale werden 
infrastrukturbezogen definiert und in Verbindung 
mit größeren Einfahrtsstraßen als sogenannte 
„produktive Straßenräume“ beschrieben.
Insgesamt verlaufen acht Straßenräume strah-
lenförmig in die Stadt, die das Potenzial haben, 
von Transiträumen zu attraktiven Stadträumen 
und Adressen für Wirtschaft und Wissenschaft 
umgestaltet zu werden. Auch die Stadteingänge 
werden so qualifiziert. Entlang dieser Straßen 
kann durch diverse Lückenschlüsse eine höhere 
Nutzungsintensität erzielt werden. Eine Ausrich-
tung der Mobilität in Richtung des Umweltver-
bundes kann die Stadtraum- und Bewegungs-
qualität verbessern. Die vorhandene Vielfalt 
dieser Räume kann in Zukunft stärker nach ihren 
jeweiligen lokalen Qualitäten ausdifferenziert 
werden, um prägnante Adressen zu bilden. Um 
diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt 
besonders in den folgenden Bereichen aktiv:
 > Neue Entwicklungsimpulse setzen
Angesichts geringer großflächiger Entwick-
lungsareale setzt Darmstadt auf die Entwick-
lung der erweiterten Kernstadt. Durch die 
Profilierung von Hubs und produktiven Stra-
ßenräumen werden Impulsprojekte für Wissen-
schaft und Arbeit angestoßen und neue qualita-
tiv hochwertige Stadträume entwickelt.

74
 > Synergien in der 
Flächenentwicklung nutzen
Im Hinblick auf die starke Flächenkonkurrenz 
müssen Flächen für Wissenschaft und Arbei -
ten strategisch gesichert und baurechtlich 
qualifiziert werden. Insbesondere muss hier 
darauf geachtet werden, vorrangig solche 
Standorte zu entwickeln, welche positive 
Impulse für ihr Umfeld generieren. Dabei sind 
Potenziale dort zu nutzen, wo durch neue 
Produktionsformen teilweise eine stadtver -
trägliche Rückkehr von Gewerbe in gemischte 
Stadtquartiere ermöglicht wird.
 > Einfahrtsstraßen bzw. Radialen 
zu attraktiven Stadträumen 
umgestalten
Für die Radialen werden Konzepte entwickelt, 
die es ermöglichen, den Umweltverbund zu 
stärken, mehr Nutzungsintensität und -viel -
falt entlang der Straßen zu etablieren und die 
städtebauliche Gestalt sowie die grüne, natur -
nahe Qualitäten aufzuwerten. Bei den ausge -
wählten Straßenräumen handelt es sich um 
Abschnitte der Frankfurter Straße, Grafenhäu -
ser Straße, Pallaswiesenstraße, Rheinstraße, 
Eschollbrücker Straße, Heidelberger Straße, 
Nieder-Ramstädter Straße und Dieburger 
Straße. Hervorzuheben ist die Rheinstraße mit 
ihrem individuellen Potenzial als „Boulevard 
des Wissens“ → Schlüsselraum „Die neue 
Rheinstraße, Boulevard des Wissens“, S. 107 .
 > Einzelhandel stärken und 
Nahversorgung sichern
Ein funktionierender stationärer Einzelhan -
del prägt die Rolle der Innenstadt und der 
Stadtteilzentren. Ein flächendeckendes Netz 
von Nahversorgungsmöglichkeiten in städte -
baulich integrierten Lagen ermöglicht einen 
Einkauf auf kurzen Wegen. 
Ziel der Einzelhandelssteuerung soll die Wei-
terentwicklung des Einzelhandels in der Innen-
stadt und den Stadtteilzentren sein, damit er 
den neuen Herausforderungen, insbesondere 
auch durch den wachsenden Online-Handel, 
erfolgreich begegnen kann. Daneben soll das 
bestehende Nahversorgungsnetz gesichert und 
noch vorhandene Lücken geschlossen werden. 
Dazu sollen das Einzelhandels- und Zentren-
konzept und das Nahversorgungskonzept fort-
geschrieben werden.
AUFENTHALTS-
QUALITÄTEN 
VERBESSERN
VON TRANSITRÄUMEN 
ZU PRODUKTIVEN 
STRASSENRÄUMEN
NUTZUNGSVIELFALT 
UND -INTENSITÄT 
ERHÖHEN

75
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt stärkt Wissenschaft, 
Wirtschaft und Technologie
Wissenschaft sichtbarer  
machen und Standort­
qualitäten stärken
Darmstadt verfügt über eine außergewöhnliche 
Konzentration von hochwertigen Forschungs- und 
Bildungseinrichtungen und trägt seit über zwei 
Jahrzehnten auch offiziell den Titel „Wissen-
schaftsstadt“. Dieses Selbstverständnis ist ein 
zentraler Motor der Stadtentwicklung sowie ein 
wichtiger Faktor für die Attraktivität und Lebens-
qualität der Stadt und soll in Zukunft weiter 
intensiv gefördert und zum Ausdruck gebracht 
werden. Der Begriff Wissenschaftsstadt wird 
breit gefasst werden und weite Teile der Stadtge-
sellschaft einbeziehen. Wissenschaft selbst wird 
in Zukunft offener gedacht – etwa in Richtung 
„Citizen Science“ (offene Wissenschaft, bei der 
Projekte unter Mitwirkung der breiten Öffentlich-
keit durchgeführt werden) – und in ihrer Vielfalt 
unterstrichen – der Fokus soll über die Themen 
Digitalisierung oder Technologie hinaus erweitert 
werden. Die Wissenschaftsstadt umfasst damit 
nicht nur akademische Forschung und Lehre, 
sondern reicht von formalen und non-formalen 
Bildungsangeboten und informellen Lerngelegen-
heiten in unterschiedlichen Lebensabschnitten 
bis hin zu komplexen technologischen For-
schungs- und Produktionsprozessen. 
Zentrale Wissenschafts- und Forschungseinrich-
tungen bringen sich durch lokale Bildungsan-
gebote und Kooperationen mit lokalen Unter-
nehmen, der Bevölkerung und öffentlichen 
Institutionen in die Stadtgesellschaft ein. Pro-
gramme und Orte der Fort- und Weiterbildung 
gehören dazu. Sie orientieren sich am Quartier  
und an dessen sozialem Bezugsrahmen. Darm-
stadt versteht sich als soziale Wissenschafts-
stadt. Von einer engen Zusammenarbeit und 
dem Austausch von Wissenschaft, Unternehmen, 
Bürgerinnen und Bürgern sowie  öffentlichen Ein-
richtungen profitiert die gesamte Stadt. 
Entsprechend werden auch räumliche Vorausset-
zungen geschaffen, welche die Gelegenheit zum 
Austausch und Kontakt in den Bereichen Arbeit 
und Bildung ermöglichen. Insbesondere von Wis-
senschaftseinrichtungen geprägte, aber aktuell 
eher unzugängliche Areale in der Stadt sollen 
sich in Zukunft programmatisch und räumlich 
den umliegenden Quartieren öffnen und Begeg-
nungsräume bieten. 
Die öffentliche Wahrnehmung und die Rolle der 
vorhandenen wissenschaftlichen Einrichtungen 
sowie der Campusstrukturen (h_da Darmstadt, 
TU Darmstadt, EHD) in der Stadt und im Quar-
tier gilt es demnach, räumlich und städtebau-
lich prägnant herauszubilden. Dies betrifft auch 
die großen Unternehmen und Institutionen 
wie beispielsweise ESOC/ESA, das GSI Helm-
holtzzentrum für Schwerionenforschung, Merck 
KGaA und die Institute der Fraunhofer-Gesell-
schaft. Neben Maßnahmen, die die Sichtbarkeit 
von Wissenschaftseinrichtungen im Stadtbild 
fördern, sollen umgekehrt Wissensquartiere 
auch mit wohnquartierstypischen Infrastruk-
turen angereichert werden, sodass in Wissens-
quartieren eine stärkere funktionale Mischung 
und Vielfalt erzielt wird, die sie zu noch attrak-
tiveren Arbeitsorten werden lässt. Dies umfasst 
auch stadträumliche Qualitäten, wie die Gestal-
tung von Freiräumen oder die Verbesserung der 
Fußverkehrsfreundlichkeit.
Neben den Schlüsselorten der Wissenschafts-
stadt werden auch Orte der außerschulischen 
Bildung gesichert und gestärkt. Öffentliche 
Kunst- und Kultureinrichtungen, Nachbarschafts- 
und Jugendzentren, Grün- und Frei flächen sowie 
Spiel- und Sportplätze sind als Orte des Aus-
tauschs wichtige Begegnungs- und Anlaufpunkte 
der sich weiterbildenden Stadtgesellschaft und 
Orte der informellen Bildung. Diese Angebote 
werden ertüchtigt und qualifiziert. Um diese 
Strategie umzusetzen, wird Darmstadt beson-
ders in den folgenden Bereichen aktiv:

76
 > Räumliche Potenziale von 
Wissenschaftsstandorten aktivieren
Die Weitläufigkeit und räumliche Großzügigkeit 
bestehender Gebäudekomplexe wird als Wert 
geschätzt und als Entwicklungspotenzial wahr-
genommen. Diese Räume sind zu öffnen für 
Start-ups, Co-Working-Spaces, gastronomische 
Einrichtungen, Angebote für Freizeitgestaltung 
und studentisches Wohnen. Über den öffentli-
chen Raum können Wissenschaftsinstitutionen 
mit Industrie und Gewerbe sowie Wohnen ver-
bunden werden. Dieser kann als Schnittstelle 
zwischen verschiedenen Nutzenden wirken und 
für Kommunikation und Austausch dienen.
 > Vernetzte Wissensquartiere 
entwickeln
Wissenschaft und Wirtschaft werden als Betei-
ligte für die Entwicklung des Stadtraumes gese-
hen und in Umgestaltungsprozesse des Umfeldes 
einbezogen. Das besondere Profil von Darmstadt 
als Wissenschaftsstadt spiegelt sich auch in der 
Entwicklung von „vernetzten Wissensquartieren“ 
wider. Hier werden die räumlichen Schnittstellen 
zwischen Wissen, Bildung, Forschung, Innovatio-
nen, Hochschulen und Unternehmen besonders 
gut gestaltet und gefördert. In diesen Quartieren 
produziertes Wissen und Innovationen sind für 
den Lernprozess der Studierenden und Schüler-
schaften ebenso wichtig wie für die lokale Ökono-
mie und die Wettbewerbsfähigkeit im regionalen 
und internationalen Rahmen. 
 > Wissenschaftsstadt für alle
Darmstadt schafft als Wissenschaftsstadt 
weiterhin hervorragende Voraussetzungen 
für Spitzenforschung und Bildung. Darüber 
hinaus wird der Titel der Wissenschaftsstadt 
als breiter Bildungsauftrag interpretiert, was 
Angebote für unterschiedliche Altersgruppen 
und Bildungswege bereithält. 
Die hohe Qualität aller Bildungsangebote wird 
kontinuierlich weiterentwickelt und an die sich 
verändernden Bedürfnisse und Anforderungen 
angepasst. Mit vielfältigen attraktiven Ange-
boten zur Aus- und Weiterbildung reagiert die 
Stadt Darmstadt auf die sich rasch ändernden 
Anforderungen der Arbeitslandschaft. 
Stadträumliche Qualitäten in 
Arbeitsquartieren stärken
Angesichts der Notwendigkeit einer stärkeren 
Mischung und Vielfalt in allen Darmstädter 
Quartieren gilt es, die stadträumliche Gestalt, 
die Nutzungsangebote und die Qualität der 
öffentlichen Räume in gewerblich geprägten 
Gebieten zu erhöhen. Die teilweise noch sehr 
isoliert wirkenden Standorte sollten optimaler 
mit ihrem Umfeld vernetzt werden, u. a. durch 
eine bessere Erreichbarkeit mit nachhaltigen 
Mobilitätsangeboten. 
WISSENSCHAFT 
SICHTBARER 
MACHEN
WISSENSCHAFTSSTAND-
ORTE MIT WEITEREN 
NUTZUNGEN AKTIVIEREN

77
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt stärkt Wissenschaft, 
Wirtschaft und Technologie
Die Stärkung urbaner Qualitäten von gewerblich 
orientierten Quartieren ist als weicher Stand-
ortfaktor der Wissenschafts- und Arbeitsstadt 
zu werten. Ein attraktives urbanes Umfeld des 
Arbeitsplatzes wird als wichtiger Faktor im 
Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeiter betrachtet.
Insbesondere die öffentlichen Räume von pri-
mär gewerblich geprägten Quartieren im Wes-
ten und Norden der Kernstadt sollen zukünftig 
attraktiver und mit mehr Aufenthaltsqualität 
gestaltet werden. Auch die zentralen Eingangs-
straßen wie die Rheinstraße sollen in diesem 
Kontext mit ihren Grünstrukturen und Wasser-
becken neu gestaltet werden → Flächen für 
Arbeiten in der Stadt sichern, S. 73. Dadurch 
wird der Charakter der Straßen als Transit-
räume gemindert und die „Eingangstore“ in die 
Stadt gestalterisch aufgewertet. Mehr Urbanität 
in Darmstadts Gewerbequartieren zu wagen, 
verlangt eine besondere und gemeinschaftliche 
Verantwortung für die öffentlichen Räume und 
für ergänzende Nutzungen sowie eine entspre-
chende planerische Steuerung.
Zu einer attraktiven Wissenschaftsstadt zählt 
auch ein attraktives Lebensumfeld: Wohn -
raum, soziale Infrastrukturen, Freiräume und 
 kulturelle Angebote in wissenschaftlich und 
gewerblich geprägte Quartiere zu integrieren 
bzw. diese Nutzungen stärker miteinander zu 
vernetzen, kann ein wichtiger Schlüssel für 
den Erfolg und die zukunftsfähige Entwicklung 
„urbaner Gewerbequartiere“ werden. Beson -
dere Chancen liegen dort, wo neue Technolo -
gien und innovative Produktionsformen, die 
weniger Lärm und Schadstoffe emittieren, 
bisher monofunktionale Quartiere ergän -
zen können. Dadurch wird eine vielfältigere 
Nutzungsmischung und eine neuartige Ver -
knüpfung von Arbeiten, Wohnen und anderen 
Nutzungen ermöglicht. 
Eine feinkörnigere Nutzung dieser Quartiere 
stellt einen wichtigen Baustein für die Stadt 
der kurzen Wege dar. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den 
folgenden Bereichen aktiv:
 > Urbane Gewerbequartiere 
entwickeln
Es sollen Ideen umgesetzt werden, wie in bislang 
gewerblich geprägten Quartieren die Aufenthalts-
qualität im öffentlichen Raum optimiert, wie 
kurze Wege durch bessere Nutzungsmischung 
umgesetzt, welche Qualitätskriterien in Bezug 
auf den Freiraum angelegt und wie wiederer-
kennbare Identitäten gestärkt werden können. 
Welche Formen von Wohnen geeignet sind, ohne 
dass gewerbliche Nutzungen gefährdet und ver-
drängt werden, ist standortabhängig zu prüfen. 
NEUE FORMEN 
DES WOHNENS
ERMÖGLICHEN
URBANE GEWERBE- 
QUARTIERE ENTWICKELN

78
Durch eine Aufwertung der Freiräume wird die 
klimatische Überhitzung dieser Quartiere ver-
ringert. Vergleichbare Konzepte werden für die 
großen Einfahrts- und Radialstraßen entwickelt.
 > Neue architektonische wie 
städtebauliche Lösungen umsetzen
Für die integrierte Entwicklung attraktiver 
Gewerbequartiere sind neue bauliche und 
stadträumliche Lösungen zu entwickeln und zu 
testen, die unterschiedliche Nutzungen intelli-
gent räumlich verbinden. Dabei sind betrieblich 
spezifische (Flächen-)Bedarfe ebenso mitzuden-
ken, wie Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen.
Stadtwirtschaft der Zukunft 
entwickeln
Darmstadt sichert über seine städtischen 
Unternehmen wie HEAG, entega, bauverein 
AG, HEAG mobilo u. a. die Kernleistungen 
der Daseinsvorsorge für die Bevölkerung und 
Unternehmen. Auch in Zukunft gestaltet die 
Stadt die Entwicklung in den Bereichen Energie 
& Wasser, Immobilien, Mobilität, Gesundheit 
& Soziales, Kultur & Freizeit, Digitalisierung & 
Telekommunikation, Entsorgung & Abwasser 
sowie Strategie, Finanzen & Innovationen über 
ihre eigenen Unternehmen aktiv mit.
Die breite, zukunftsfähige Aufstellung der Stadt-
wirtschaft schafft weitgehende Gestaltungs-
spielräume in zentralen Entwicklungsfragen, 
wodurch die Stadt selbst eine Vorreiterrolle bei 
der Umsetzung bürger- bzw. kundenorientierter 
Technologien und Konzepte einnehmen kann. 
Die Mobilitäts- und Energiewende wird durch die 
städtischen Unternehmen nachhaltig gestaltet. 
Dazu gehört auch, durch bezahlbare Dienstleis-
tungen und Wohnungen für die Darmstädterin-
nen und Darmstädter einen wichtigen Beitrag 
zur sozialen Stabilität zu leisten. 
In den Bereichen Energieproduktion sowie 
Entsorgung von Wasser und Abfällen werden 
lokale Ressourcenkreisläufe und Wertschöp -
fungsketten etabliert, die Klima- und Ressour -
censchutz sowie Energieeffizienz als zentrale 
Prämissen verstehen. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den 
folgenden Bereichen aktiv:
 > Aktive Stadtwirtschaftsstrategie 
verfolgen
Die verfolgte Stadtwirtschaftsstrategie 2020 
wird auf zukünftige Herausforderungen und 
Zielsetzungen hin angepasst und fortgeschrie-
ben (Stadtwirtschaftsstrategie 2025). Potenzi-
ale zur Stärkung lokaler Wertschöpfungsketten 
sind zu identifizieren und zu nutzen.
 > Städtische Liegenschaften als 
Modellprojekte entwickeln
Die städtischen Liegenschaften eröffnen Gestal-
tungsspielräume mit Blick auf den Ressour-
censchutz und die CO2-Neutralität. Darmstadt 
nimmt den Klimaschutz ernst und macht 
öffentliche Gebäude zu beispielhaften Aushän-
geschildern für Energieeffizienz und nachhal-
tige Wasserbewirtschaftung.
Räume für Kunst und  Kultur 
sicherstellen und die 
Kreativ wirtschaft fördern
Mit vielfältigen und anerkannten Einrichtungen 
sind – seit der Gründung der Künstlerkolonie 
Mathildenhöhe vor weit mehr als einhundert 
Jahren – Kunst und Kultur Identifikationsmerk-
mal, wichtiger Aspekt für die hohe Lebensqua-
lität und ein relevanter Imagefaktor der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt.

79
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt stärkt Wissenschaft, 
Wirtschaft und Technologie
Die Stärkung bestehender Institutionen und 
Programme sowie die Förderung neuer Ideen 
sind integrale Bestandteile für die zukünf -
tige Stadtentwicklung und den Masterplan 
Darmstadt 2030+. Ein zentrales Leucht -
turmprojekt für die zukünftige touristische 
und kulturelle Profilierung der Stadt stellt 
die Bewerbung um die Anerkennung als 
 UNESCO-Weltkulturerbe für die Mathilden -
höhe als „Zentrum des Jugendstils“ dar, die 
mit allem Nachdruck verfolgt wird. Die Künst -
lerkolonie Mathildenhöhe ist mit ihren Bau -
werken, Gartenanlagen und Kunstwerken ein 
einmaliges Ensemble experimentellen Schaf -
fens, das den architektonisch-künstlerischen 
Aufbruch im Geist der internationalen Reform -
bewegung am Beginn des 20. Jahrhunderts 
auf einzigartige Weise dokumentiert. 23 Sie 
steht außerdem für die über einhundert Jahre 
gewachsene Verbindung von Kultur, Kreativität 
und Wirtschaft in Darmstadt. 
Die Darmstädter Kultureinrichtungen werden als 
wichtiger Standortfaktor weiter gefördert und 
übernehmen auch in Zukunft einen Bildungsauf-
trag und vermitteln Kunst und Kultur zeitgemäß. 
Barrieren, die davon abhalten, Kultureinrich-
tungen zu besuchen, werden durch niedrig-
schwellige und inklusive Angebote abgebaut. Die 
Zusammenarbeit von Kitas, Schulen und Pflege-
heimen mit Kunst- und Kulturschaffenden und 
Kulturinstitutionen wird gestärkt. Bezahlbare 
und langfristig nutzbare Arbeits-, Proben-, Aus-
stellungs- und Aufführungsorte sind zu sichern 
und vor Verdrängung zu schützen. 
Architektur, Design und Kunst sind als tradi -
tionelle Branchen der Kreativwirtschaft lokal 
verwurzelt. Dazu entwickeln sich auch Stand -
orte digitaler Innovation. 
23 Vgl. Antrag zur Anmeldung in die deutsche Tentativ-
liste (Welterbeantrag), 2012
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Daten-
verarbeitung (IGD) steht im Bereich des „visual 
computing“ für die Verbindung von Kreativwirt-
schaft mit Wissenschaft und Forschung. Die 
Hochschule Darmstadt lebt dies im Bereich 
Design und Architektur, die TU Darmstadt im 
Bereich Architektur und Städtebau. Kultur- und 
Kreativwirtschaft haben in Darmstadt Tradition 
und sind wachsende Zukunftsbranchen, denen 
eine zunehmende Bedeutung beigemessen 
werden muss. 
Ein Leitgedanke zur Stärkung dieser Branchen 
ist die gezielte Entwicklung räumlicher Schwer-
punkte in der Stadt, in denen gute Bedingun-
gen für Kultur- und Kreativwirtschaft herrschen, 
etwa in Bezug auf bezahlbare Räume, Netz-
werkbildung, Beratungsangebote etc. 
KREATIV- UND 
KULTURWIRTSCHAFT 
FÖRDERN
STANDORTE FÜR 
KUNST UND KULTUR 
ENTWICKELN

80
Dort sollen u. a. die Unternehmen der Kul -
turwirtschaft mit stadt-, quartiers- und tou -
rismusbezogenen Initiativen vernetzt werden. 
Durch spezielle Beratungs- und Coaching-
angebote der Wirtschaftsförderung können 
Unternehmen in ihrer Professionalisierung 
unterstützt werden. Dafür sind gleichfalls neue 
Räume sicherzustellen und in konzeptionellen 
Planungen zu berücksichtigen. Um diese Stra -
tegie umzusetzen, wird Darmstadt besonders 
in den folgenden Bereichen aktiv:
 > Wissens­ und Kulturquartier 
Mathildenhöhe stärken
Die Mathildenhöhe stellt einen zentralen Identi-
fikationsort in Darmstadt dar. Um diese Quali-
tät auszubauen, sind weitere Konzepte etwa für 
den Osthang zu entwickeln, die das gesamte 
Quartier als Wissens-, Kreativ- und Kulturstand-
ort profilieren. Zum Zwecke eines wirksamen 
und verantwortungsvollen Schutzes der Mathil-
denhöhe wird eine Pufferzone definiert, die das 
Weltkulturerbe-Nominierungsgebiet umgibt 
und in der Nutzungen und Entwicklungen 
verträglich gestaltet sein müssen. Ein Manage-
mentplan berücksichtigt dafür alle Themen, 
die Einfluss auf das Ensemble haben oder in 
Zukunft haben könnten – einschließlich Planun-
gen zur baulichen Entwicklung, der Parkpflege, 
der Mobilität und des Tourismus. 
 > Standorte für Kunst  
und Kultur entwickeln
Darmstadt fördert den Fortbestand und die 
Ansiedlung neuer Kunst- und Kulturschaf -
fender. Passende Beratungsangebote und 
Netzwerke werden unterstützt und die ausrei -
chende Verfügbarkeit kostengünstiger Ateliers, 
Probe- oder Experimentierräume angestrebt. 
Besonders sind Potenziale für Zwischennut -
zungen zu entfalten. 
Die Profilierung eines neuen Kultur- und Kreativ-
quartiers im Rahmen der Entwicklung „Soziale 
Stadt Pallaswiesen- und Mornewegviertel“ in 
Darmstadt-West wird angestrebt. Die Umstruk-
turierung innenstadtnaher untergenutzter 
Gewerbequartiere soll auch die langfristig nutz-
bare und bezahlbare Bereitstellung von Räu-
men zur Entfaltung innovativer und kreativer 
Ideen und zur Begründung neuer wirtschaftli-
cher Visionen ermöglichen. 
 > Kreativ­ und Kulturwirtschaft 
fördern
Kultur- und Kreativwirtschaft werden durch 
Coaching- und Beratungsangebote, Unterstüt -
zung bei der Bildung von Netzwerken, gemein -
same Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung bei 
der Suche nach bezahlbaren, flexiblen Räumen 
für Gründende gefördert. 
Tourismus als Mehrwert für 
Darmstadt fördern
Die touristische Bedeutung von und die Auf-
merksamkeit auf Darmstadt sind in den ver-
gangenen Jahren gewachsen. Theater, Ausstel-
lungshallen und Museen melden einen stabilen 
bzw. steigenden Publikumsverkehr – allein die 
Mathildenhöhe hatte 2018 gut 680.000 Besu-
cherinnen und Besucher. Diese Effekte sind 
nicht zuletzt auch durch das Wissenschafts- 
und Kongresszentrum darmstadtium, das 
Jugendstilbad und die Aufnahme der Mathil-
denhöhe auf die Tentativliste des UNESCO-
Welt erbes entstanden. Feste mit überregionaler 
Strahlkraft wie das Musikfestival „Schloss-
grabenfest“, das „Heinerfest“ oder der Weih-
nachtsmarkt sind neben den Sehenswürdigkei-
ten und den zahlreichen Ausstellungen in den 
Museen weitere touristische Anziehungspunkte.

81
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt stärkt Wissenschaft, 
Wirtschaft und Technologie
Für die Zukunft wird Darmstadt sich weiter 
als nachhaltige, innovative und qualitätsvolle 
touristische Destination entwickeln. Die hohe 
Lebensqualität und großen Kompetenzen in 
Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst gehören 
zum Selbstverständnis, sich als internationale, 
weltoffene und vielfältige Wissenschaftsstadt 
zu präsentieren. Das künftige Besuchszentrum 
Mathildenhöhe Darmstadt und das geplante 
Besuchszentrum der ESA tragen dazu bei, 
dieses Ziel zu erreichen. Die Kombination 
zwischen Tradition und Innovation, Kultur und 
Wissenschaft prägen den Darmstädter Weg 
auch in der künftigen Tourismusstrategie. Um 
diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt 
besonders in den folgenden Bereichen aktiv:
 > Darmstadt als Marke entwickeln
Darmstadt ist als qualitätsvolle, nachhaltige, 
grüne und digitale touristische Marke zu ent-
wickeln. Die Stadt soll als touristische Desti-
nation klar definiert, inszeniert und emotional 
besetzt werden, um eine stärkere überregionale 
Bekanntheit zu erlangen.
 > Mathildenhöhe in 
Tourismuskonzept einbetten
Die Mathildenhöhe Darmstadt ist innovativ 
und emotional in das gesamtstädtische Touris -
muskonzept einzubetten.
 > Wissenschaft in der Stadt 
sichtbarer machen
Die Sichtbarkeit der Wissenschaft in der Stadt 
ist zu erhöhen und entsprechende Angebote für 
touristische Nutzung sind zu entwickeln.
 > Attraktivität der Innenstadt 
steigern
Die Innenstadt soll als attraktiver Kernbereich 
mit unterschiedlichen Angeboten für Bürgerin-
nen und Bürger sowie für Gäste optisch und 
strukturell aufgewertet werden.
MATHILDENHÖHE IN 
TOURISMUSKONZEPT 
EINBETTEN
DARMSTADT 
ALS MARKE 
ENTWICKELN
ATTRAKTIVITÄT 
DER INNENSTADT 
STEIGERN

82
Mobilität und Erreichbarkeit 
von innen und außen denken
Die zukünftige Attraktivität und Leistungsfä -
higkeit des Standortes Darmstadt ist eng mit 
seiner Erreichbarkeit und mit einem zukunfts -
fähigen Wirtschafts- und Pendlerverkehr 
verknüpft. Gleichzeitig liegen hier zentrale 
Stellschrauben, um eine Verkehrswende in 
Darmstadt umzusetzen. Die steigende Zahl an 
Pendelnden, der wachsende Wirtschaftsver -
kehr und die immer bedeutender werdenden 
regionalen Verflechtungen erfordern einerseits 
Kooperationen und Dialog mit dem Umland, 
und andererseits einen funktional gemischten 
und vernetzten Stadtraum, um kurze Wege zu 
ermöglichen. Ein wesentliches Ziel liegt darin, 
das innerstädtische Straßennetz durch attrak -
tive Alternativen zum Autoverkehr weitgehend 
vom Durchgangsverkehr zu entlasten und 
gleichzeitig die lokale Erschließungsfunktion 
und die gute Erreichbarkeit der Gewerbege -
biete weiterhin zu gewährleisten.
Der Ausbau des ÖPNV-Netzes, insbeson-
dere der schienengebundenen Anbindung 
der umliegenden Kreisgemeinden, stellt eine 
zentrale Aufgabe für die nachhaltige Mobili-
tätsentwicklung in den nächsten Jahren dar. 
Wichtige Arbeitsplatz- und Ausbildungsschwer-
punkte in Wissenschaftsinstitutionen wie die 
TU mit ihrem Campus Lichtwiese können ihre 
bereits heute positiven Rahmenbedingungen 
(Semesterticket, ÖPNV-Ticket für alle Landes-
bediensteten) nur entfalten, wenn eine attrak-
tive Anbindung an ein leistungsfähiges ÖPNV-
Netz gewährleistet wird. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den 
folgenden Bereichen aktiv:
 > Qualitätsvolle Schnittstellen 
entwickeln
Die neuen wirtschaftlichen Entwicklungsräume 
(Hubs) sind im Sinne einer nahtlosen Mobilität 
mit multimodalen Mobilitätspunkten (M oder 
L) als Schnittstellen der Stadt in die Region 
zu entwickeln → Flächen für Arbeiten in der 
Stadt sichern, S. 73. Hier werden verschiedene 
Angebote im Bereich Mobilität (Car- und Bike-
sharing, Lastenräder, Radreparaturservices) 
gebündelt und um Serviceeinrichtungen und 
-angebote (Paketannahme, Mini-Markets etc.) 
ergänzt. Die Unabhängigkeit vom eigenen Auto 
wird dadurch gefördert, Mobilitätsketten wer-
den effizienter gestaltet und Reisende kommen 
schneller an ihr Ziel. Auf einen barrierefreien 
Ausbau ist dabei unbedingt zu achten.
 > Schienengebundene 
Verkehrsträger ausbauen
Das öffentliche Verkehrsnetz – insbesondere 
schienengebundene Verkehrsmittel – werden prio-
ritär ausgebaut. Besonders die Verbindung in den 
Ostkreis (z. B. nach Roßdorf, Groß-Zimmern) und 
in den Westen (Weiterstadt, Heimstättensiedlung) 
kann dadurch verbessert und vom Autoverkehr 
entlastet werden. Daneben sind Strecken dort 
auszubauen und neue Haltestellen (z. B. Höhe 
B 3/Pallaswiesenstraße) zu schaffen, wo neu 
zu entwickelnde Quartiere und wichtige Wissen-
schafts- und Arbeitsstandorte anzubinden sind.
 > Kooperatives betriebliches 
Mobilitätsmanagement 
intensivieren
Durch Kooperationen mit Betrieben und Unter-
nehmen und ein systematisches Mobilitätsma-
nagement können die Rahmenbedingungen für 
Arbeits- und Dienstwege an allen Standorten ver-
bessert werden. Auch im Bereich der Nahmobili-
tät bzw. des Fuß- und Radverkehrs sind zukunfts-
fähige Konzepte für die gute Erreichbarkeit von 
Arbeitsplatzschwerpunkten zu entwickeln.

83
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadt stärkt Wissenschaft, 
Wirtschaft und Technologie
 > Attraktivität des  
Umweltverbunds stärken
Mobilitätsangebote sind zu stärken, die mit dem 
privaten Autoverkehr kombinierbar sind oder 
einen Verzicht auf den eigenen Pkw attraktiv 
machen. Neben dem Ausbau des Schienennet-
zes sind für den Pendlerverkehr der Ausbau des 
Radschnellwegenetzes und der Mobilitätspunkte, 
(sichere Abstellmöglichkeiten, Leihangebote 
und Ladestationen) so zu gestalten, dass der 
Umweltverbund attraktiver wird → Darmstadts 
Radoffensive fortsetzen, S. 62. 
 > Verkehrskonflikte reduzieren
Das Straßennetz ist so weiterzuentwickeln, 
dass Gewerbegebiete vor allem durch den 
Ausbau eines leistungsfähigen ÖPNV erschlos-
sen werden und der verbleibende notwendige 
Autoverkehr eine minimale Beeinträchtigung 
des innerstädtischen Netzes erreicht. 
Wirtschafts­ und Pendlerver­
kehr sowie Citylogistik nach­
haltig organisieren
Besondere Herausforderungen liegen in 
Darmstadt darin, den Wirtschaftsverkehr nach-
haltig zu gestalten. Eine rege Wirtschaft ist ein 
Indikator für eine funktionierende, ökonomisch 
prosperierende Stadt. Gleichwohl führen der 
steigende Wirtschaftsverkehr und die Abwick-
lung zunehmender Kurier und Paketdienst-Ver-
kehre in hochfrequentierten Straßenräumen zu 
vermehrten Konflikten zwischen den Verkehrs-
teilnehmenden – oft auf Kosten der Sicherheit 
von schwächeren Verkehrsteilnehmenden. Um 
den Anforderungen des verkehrlichen Stadt-
wachstums gerecht zu werden, müssen inno-
vative und effiziente Lösungen u. a. durch 
umweltfreundliche und verkehrsarme Citylogis-
tik-Konzepte entwickelt werden. Um diese Stra-
tegie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in 
den folgenden Bereichen aktiv:
 > Integrierte Citylogistik­Konzepte 
entwickeln
Die Verteilung von Waren durch klimafreund-
liche Verkehrslösungen bedarf einer engen 
Kooperation von Einzelhandel und Logis-
tikdienstleistungsunternehmen. Hier sind 
geeignete Gruppen anzusprechen und zusam-
menzubringen. Auch „Kleinstflächen“ sind an 
passenden Standorten planerisch zu sichern, 
um den Aufbau von innerstädtischen dezen-
tralen (Mikro-)Logistik-Zentren und dezen-
tralen Verteil-Lagern zu ermöglichen. Die 
Feinverteilung über Lasten-Pedelecs und Elek-
tro-Kleinfahrzeuge ist zu entwickeln. Auch der 
Wirtschaftsverkehr profitiert von der Mobilitäts-
wende durch freie Kapazitäten im Straßennetz. 
Bei der Neuplanung von Quartieren sind Logis-
tik-Anforderungen einzuplanen. 
QUALITÄTSVOLLE 
SCHNITTSTELLEN 
ENTWICKELN
SCHIENEN-
VERKEHR 
AUSBAUEN

84
Nr. Maßnahmen Instrumente Prioritäten
DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT  
UND TECHNOLOGIE JETZT                        2030+
1
Zur gleichberechtigen Teilhabe am Erwerbsleben benachteiligte Gruppen 
beim Arbeitsmarktzugang unterstützen sowie Qualifizierung und Weiter-
bildungsmöglichkeiten fördern 
F
2 Quartiersbelebende Einzelhandelsstrukturen fördern durch mögliche Koope- 
rationen untereinander sowie zu Start-ups und Logistikunternehmen F/QP
3 Kooperationen zwischen Wissenschaft/Forschung und Verwaltung, Bür-
gerschaft und Projekten fördern, die sich an lokalen Bedarfen orientieren F
4 Vermittlung und Unterstützung von Gründenden bei der Suche nach 
flexiblen Gewerberäumen und in der Netzwerkbildung F
5
Neue Wissenschafts- und Arbeitsstandorte erschließen und Bereiche um 
die Kernstadt sowie an strategischen Flächen (Wixhausen Süd-Ost und 
Arheilgen-West) lokal profilieren
F
6
Radialen als „produktive Straßen“ in ihrer urbanen Qualität und als 
attraktive Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft sowie als Aus-
hängeschild für eine „grüne Stadt“ entwickeln, u. a. Rheinstraße als 
„Boulevard des Wissens“
F/QP
7 Einzelhandels- und Zentrenkonzept entsprechend der räumlichen Ziele 
des Masterplans 2030+ fortschreiben F/QP
8 Möglichkeiten der integrierten Entwicklung von Standorten quartiersver-
träglicher Produktion prüfen F/QP
9 Pilotprojekt „Nachhaltiges Gewerbegebiet“ mit Beteiligten vor Ort 
gemeinsam entwickeln F/QP
10 Bildungsregion Darmstadt & Darmstadt-Dieburg weiterentwickeln  
und Vernetzung der Bildungsinstitutionen ausbauen F
11
Wissenschaftliche Institutionen als Beteiligte der Quartiersentwicklung 
einbeziehen und vernetzen, etwa für Themen Energieeffizienz und Klima-
anpassung stärken
F
12
Wissenschaft und Forschung als integralen Nutzungsbaustein zur 
Sichtbarmachung der Wissenschaftsstadt am Standort etwa durch 
Citizen-Science-Projekte einbeziehen
F
13 Öffentliche Räume an Schnittstellen von Wissenschaftseinrichtungen und 
Wohnquartieren als Orte der Begegnung und des Austauschs gestalten F
14 Wissenschaftsquartiere mit klassischer Quartiersinfrastruktur (Nahver-
sorgung, Gastronomie, Sport, Temporäres Wohnen) stärken QP
15 Gleichberechtigte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger an Bildungsan-
geboten der wissenschaftlichen Einrichtungen fördern DA
Maßnahmen zur Umsetzung  
der Strategien

85
INSTRUMENTE
B Formelle Bauleitplanung und  
Planungsinstrumente FK Freiraumkonzept 
F Fachplanung DA Folgearbeit Darmstadt 2030+
QP Quartiersplanung MK Mobilitätskonzept 2030+
16 Öffentlichen Raum in von Gewerbe geprägten Quartieren aufwerten QP/F/B
17 Arbeitsplatzumfeld durch Bepflanzung vor thermischer Belastung 
schützen QP/F/B
18 Möglichkeiten für die stärkere Mischung von Wissenschaft, Wirtschaft 
und Wohnen gesamtstädtisch prüfen DA
19 Städtische Liegenschaften als Modellprojekte entwickeln F
20 Überarbeitung der Stadtwirtschaftsstrategie F
21
Management- und Entwicklungsplan für die Mathildenhöhe und den Ost-
hang einschließlich eines Parkpflegewerks, Masterplans zur baulichen 
Entwicklung, Tourismus- sowie Mobilitätskonzepts weiter entwickeln 
F
22
Realisierung von Räumen für Kunst- und Kulturschaffende sowie Förde-
rung bei der Umsetzung/Identifizierung von Potenzialen für Zwischen-
nutzungen
F
23 Kunst- und Kulturschaffende durch Vernetzungs- und Coachingangebote 
fördern F
24 Pallaswiesen- und Mornewegviertel als Standort für Kultur- und Kreativ-
wirtschaft profilieren QP/F
25 Gestaltungsleitlinie für die Innenstadt erstellen QP/F
26 Investitionen in innerstädtische Plätze und Straßen zur Attraktivitätsstei-
gerung der Innenstadt erhöhen F
27 Tourismuskonzept umsetzen und weiterentwickeln F
28 Erreichbarkeit der Arbeitsplatzschwerpunkte durch den Ausbau des 
ÖPNV- und Mobilitätsangebots im Umweltverbund verbessern F/MK
29 Mobilitätspunkte (S, M, L) entwickeln und mit weiteren Angeboten  
und Serviceeinrichtungen ergänzen F/MK
30 Innovative Mobilitätskonzepte und Mobilitätsmanagement in Koopera-
tion mit wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Institutionen umsetzen F/MK
31 Betriebe und Unternehmen bei der Einführung eines betrieblichen Mobi-
litätmanagements aktiv unterstützen F/MK
32 Verteilungskonzept für eine klimafreundliche Citylogistik, in Kooperation 
mit Einzelhandel und Logistikdienstleistungsunternehmen entwickeln F/MK
33 Aufbau von Mikro-Logistik-Zentren und Feinverteilung über  
Lasten-Pedelecs und Elektro-Kleinfahrzeuge fördern F/MK
34 Mobilitätspunkt Ost (ÖPNV , P+R, B+R, Sharing-Angebote etc.) als erste 
Stufe des ÖPNV-Ausbaus in den Ostkreis umsetzen F/MK

86
Wie sehen Darmstadts Quartiere 
2030 aus, wenn sie Lebensqualität 
und Teilhabe sichern?
DARMSTADTS
QUARTIERE
SICHERN 
LEBENSQUALITÄT
UND TEILHABE

87
Im Jahr 2030 bieten die Quartiere in Darmstadt 
durch eine kluge Integration von Bevölkerungs-
wachstum, Mobilitätswende, gleichzeitigem 
Wachstum der Grünstrukturen und sozialen Infra-
strukturen eine hohe Lebensqualität. Hier können 
die Bewohnerinnen und Bewohner ein Zuhause 
finden, sich nah und zentral versorgen, sich mit 
Nachbarinnen und Nachbarn sowie Freundinnen 
und Freunden treffen und in hochwertigen Grün-
anlagen ihre Freizeit verbringen. Ehrenamtliches 
Engagement, Nachbarschaftshilfen sowie Quar-
tierstreffpunkte sind etabliert und bilden die Basis 
für ein lebenswertes Quartier. Kinder, Jugendliche 
und Erwachsene schätzen die wohnortnahen Mög-
lichkeiten der Betreuung und Bildung. Gut ausge-
baute multimodale Mobilitätsstationen sind Aus-
gangspunkte für eine nachhaltige Mobilitätskultur 
und Ankerpunkte für verschiedenste Nutzungen.
Bestehende und neue Quartiere weisen jeweils ei-
gene Identitäten auf. Die Attraktivität wird auch 
durch hohe Freiraumqualitäten und die Einbindung 
in das differenzierte Grün- und Freiraumnetzwerk 
gesteigert. Kennzeichnend für die Quartiere ist zu-
dem der hohe Grad an Durchmischung und Viel-
falt, sowohl in Bezug auf die dort lebenden Bevöl-
kerungsgruppen als auch auf die Nutzungen.

88
LEGENDE  →
ENTWICKELN Radschnellverbindung Schienengebundener ÖPNV ,  
Haltestellen
Potenzialflächen für neue Wohn- 
und Mischquartiere (prioritär, 
perspektivisch)
Erlebnisrundweg Schienengebundener Regional- und 
Fernverkehr, Bahnhof
Verdichtung von Wohnraum Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz GRUNDLAGE
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität 
in Stadtteilzentren Entwicklungsachse ÖPNV Waldflächen
Quartiersinfrastrukturen Mobilitätsschnittstellen (S, M) Gewässer
Durchgrünungsgrad in Quartieren ERHALTEN Stadtgrenze
Aufenthalts- und Klimaqualität von 
quartiersbezogenen Freiräumen
Stadtquartiere und Zentrenlagen Nachbargemeinden
Neue quartiersbezogene Freiräume Innerstädtische Grünflächen Straßennetz
DAQS 2030+ (Darmstadt 
Qualitätsstandard für  
Quartiere) umsetzen
Als Baustein und Grundlage für die Umset -
zung der beschriebenen Prämissen wird ein 
zukünftiger Darmstädter Quartiersstandard 
etabliert und mit dem prägnanten Akronym 
„DAQS 2030+“ benannt. Er definiert stadt -
räumliche und funktionale Kriterien und 
schafft damit Voraussetzungen für ein gutes 
Leben in Darmstadt. Steht die Abkürzung 
„QS“ ursprünglich für „Qualitätssicherung“, 
wird sie hier zum „DAQS“ weiterentwickelt, 
der für die Darmstädter Quartiere einen hohen 
Qualitätsstandard in Bezug auf Ausstattung 
und Anbindung verfolgt. Die Definition von 
Quartiersstandards erscheint ein geeignetes 
Instrument zu sein, um eine hohe Lebensqua -
lität und Nachhaltigkeit in den unterschiedli -
chen Quartieren Darmstadts auf vergleichba -
rem Niveau umzusetzen. 
Der DAQS besteht aus einem Set von Eigen-
schafts- und Ausstattungsmerkmalen, die in 
ortsspezifischer Kombination in den einzelnen 
Nachbarschaften und Quartieren und somit 
in der ganzen Stadt gelten. Dennoch bedeutet 
dies keineswegs, dass überall alles gleich sein 
soll, im Gegenteil: Ein großer Teil des „Guten 
Lebens“ besteht darin, über vielfältige Räume 
mit voneinander unterscheidbaren Identitäten 
und Rollen zu verfügen. So soll jedes Quar-
tier eine eigenständige oder ggf. noch stärker 
herauszuarbeitende Charakteristik besitzen. 
Für alle Quartiere geltende Standards treffen 
u. a. Aussagen zur ÖPNV-Erreichbarkeit, zu 
Sozial-, Gesundheits- und Bildungseinrichtun-
gen, zu Bewegungsmöglichkeiten im Quartier 
(differenziert nach Räumen für verschiedene 
Altersgruppen). Dabei sind zudem beispielhafte 
Zugänge zur Implementierung von weiteren 
Themen (Barrierefreiheit, Inklusion, Räume für 
nachbarschaftliches Engagement, neue Mobili-
tät, Entsiegelung, Niederschlagswassermanage-
ment, Klimaanpassung, regenerative Energie 
etc.) im Quartier darzustellen. In der Freirau-
mentwicklung können Standards ebenfalls 
als Zielvorgaben beispielsweise mit Blick auf 
Erreichbarkeitsradien, Flächenvorgaben und 
Ausstattungsqualitäten dargestellt werden. 
WEITERSTADT
GRÄFENHAUSEN
GRIESHEIM
PFUNGSTADT
MÜHLTAL
OBER-
RAMSTADT
Südbahnhof
Eberstadt
Hauptbahnhof
Ostbahnhof
Lichtwiese
Nordbahnhof
Kranichstein
Arheilgen
Wixhausen
MESSEL
DARMSTADTS QUARTIERE 
SICHERN LEBENSQUALITÄT 
UND TEILHABE
ENTWICKELN
Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch)
Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
Mobilitätsschnittstellen (S, M)
ERHALTEN
Stadtquartiere und Zentrenlagen 
Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Wald/f_lächen
Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADTS QUARTIERE 
SICHERN LEBENSQUALITÄT 
UND TEILHABE
ENTWICKELN
Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch)
Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
Mobilitätsschnittstellen (S, M)
ERHALTEN
Stadtquartiere und Zentrenlagen 
Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Wald/f_lächen
Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADTS QUARTIERE 
SICHERN LEBENSQUALITÄT 
UND TEILHABE
ENTWICKELN
Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch)
Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
Mobilitätsschnittstellen (S, M)
ERHALTEN
Stadtquartiere und Zentrenlagen 
Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Wald/f_lächen
Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADTS QUARTIERE 
SICHERN LEBENSQUALITÄT 
UND TEILHABE
ENTWICKELN
Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch)
Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
Mobilitätsschnittstellen (S, M)
ERHALTEN
Stadtquartiere und Zentrenlagen 
Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Wald/f_lächen
Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADTS QUARTIERE 
SICHERN LEBENSQUALITÄT 
UND TEILHABE
ENTWICKELN
Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch)
Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
Mobilitätsschnittstellen (S, M)
ERHALTEN
Stadtquartiere und Zentrenlagen 
Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Wald/f_lächen
Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
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SICHERN LEBENSQUALITÄT 
UND TEILHABE
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Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch)
Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
Mobilitätsschnittstellen (S, M)
ERHALTEN
Stadtquartiere und Zentrenlagen 
Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Wald/f_lächen
Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
DARMSTADTS QUARTIERE 
SICHERN LEBENSQUALITÄT 
UND TEILHABE
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Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch)
Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
Mobilitätsschnittstellen (S, M)
ERHALTEN
Stadtquartiere und Zentrenlagen 
Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Wald/f_lächen
Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
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Verdichtung von Wohnraum
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Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
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Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
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Mobilitätsschnittstellen (S, M)
ERHALTEN
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Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
Wald/f_lächen
Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
Straßennetz
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Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
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Mobilitätsschnittstellen (S, M)
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Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
GRUNDLAGE
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Gewässer
Stadtgrenze
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Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
ÖPNV-Netz
Entwicklungsachse ÖPNV
Mobilitätsschnittstellen (S, M)
ERHALTEN
Stadtquartiere und Zentrenlagen 
Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
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Gewässer
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Nachbargemeinden
Straßennetz
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Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
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Entwicklungsachse ÖPNV
Mobilitätsschnittstellen (S, M)
ERHALTEN
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Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
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Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
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Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
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Mobilitätsschnittstellen (S, M)
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Innerstädtische Grün/f_lächen
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Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
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Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
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Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
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Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
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Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
Lückenschluss schienengebundenes 
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Stadtquartiere und Zentrenlagen 
Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
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Wald/f_lächen
Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
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Verdichtung von Wohnraum
Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
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Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
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Gewässer
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Nach DAQS 2030+:
Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
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Lückenschluss schienengebundenes 
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Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
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Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
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von quartiersbezogenen Freiräumen
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von quartiersbezogenen Freiräumen
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Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
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Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
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Verdichtung von Wohnraum
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Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in 
Stadtteilzentren  
Quartiersinfrastrukturen
Durchgrünungsgrad in Quartieren 
Aufenthalts- und Klimaqualität 
von quartiersbezogenen Freiräumen
Neue quartiersbezogene Freiräume
Radschnellverbindung
Erlebnisrundweg
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Innerstädtische Grün/f_lächen
Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen
Schienengebundener Regional- 
und Fernverkehr, Bahnhof
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Wald/f_lächen
Gewässer
Stadtgrenze
Nachbargemeinden
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WEITERSTADT
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GRIESHEIM
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Eberstadt
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Ostbahnhof
Lichtwiese
Nordbahnhof
Kranichstein
Arheilgen
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90
Der DAQS 2030+ bedeutet auch  Verantwortung 
der Gemeinschaft. Die Bevölkerung ist an der 
quartiersspezifischen Aufstellung der Standards 
und der Gestaltung der Quartiere zu beteiligen. 
Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt 
besonders in den folgenden Bereichen aktiv:
 > DAQS 2030+ für die  
Quartiere aufstellen
Auf Grundlage von fachplanerischen Analysen 
und der Beteiligung der Bewohnerinnen und 
Bewohner werden sukzessive quartiersspe -
zifische Standards identifiziert und daraus 
prioritäre Entwicklungsziele abgeleitet. Quar -
tiere mit besonderem Handlungsbedarf sind 
ebenso bevorzugt zu entwickeln wie urbane 
Gewerbe- und vernetzte Wissensquartiere. 
Beispielhaft sind hier die umfassenden Erfah -
rungen in der Gemeinwesenarbeit oder bei der 
Umsetzung des Förderprogramms „Soziale 
Stadt“ zu erwähnen. Zu den Parametern des 
„DAQS 2030+“ gehören: Charakteristik und 
Identität, Ankerpunkte, Mobilität, Freiräume, 
Infrastruktur sowie Klima und Energie. Mithilfe 
von Ausstattungs- und Erreichbarkeitsanalysen 
wird der Ist-Zustand der Quartiere bezüglich 
dieser sechs Parameter eingeschätzt: Wie gut 
sind die Quartiere heute schon? Was fehlt wo? 
So können die einzelnen Merkmale des DAQS 
2030+ raumkonkret untersucht und sukzes -
sive spezifische Aussagen getroffen werden.
Quartierszentren stärken und 
zu neuen Ankern im Quartier 
gestalten 
Die Entwicklung und Förderung starker und 
attraktiver Zentren in den Stadt- und Ortsteilen 
ist ein zentraler Baustein der Stadtentwicklung 
in Darmstadt. Die Sicherung und Entwicklung 
zukunftsfähiger Angebotsstrukturen für die 
Nahversorgung spielt dabei eine entscheidende 
Rolle. Eventuell zukünftig eintretende Funkti-
onsverluste durch eine abnehmende Bedeutung 
des Einzelhandels gegenüber einer stärkeren 
Bedeutung des Online-Handels gilt es, durch die 
integrierte Entwicklung zusätzlicher Funktionen 
zu kompensieren. Dabei fällt das Augenmerk 
auf neue Bedürfnisse, etwa im Bereich Bildung, 
Arbeit, Gesundheitsvorsorge, Pflege oder Betreu-
ung sowie in Bezug auf den Umstieg vom öffent-
lichen Nahverkehr in den Langsamverkehr oder 
durch Sharing-Modelle. Diese neuen Aufgaben 
benötigen Flächen und Räume. Insbesondere 
straßenseitige Erdgeschosslagen sind als mögli-
che Optionsräume zu sichern. 
Quartierszentren sind in Zukunft so umzugestal-
ten und zu fördern, dass neue Angebote geschaf-
fen werden können. Sie werden entwickelt, um 
eine vielfältige wohnortnahe Versorgung sicher-
zustellen und eine Vielzahl von Angeboten mitei-
nander zu verbinden: soziale Angebote, Nahver-
sorgung, Quartierstreffpunkte und Arbeitsräume. 
DAQS ALS 
PARAMETER FÜR 
QUARTIERSENT-
WICKLUNG 
EINFÜHREN

91
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadts Quartiere sichern 
Lebensqualität und Teilhabe
Im Zuge der angestrebten Verkehrswende sind 
auch Mobilitätsangebote zu schaffen, die es den 
Bewohnerinnen und  Bewohnern ermöglichen, 
innerhalb von fünf Gehminuten ÖPNV-, Fahr-
rad- oder Carsharing-Stationen zu erreichen und 
über Pooling die unterschiedlichen Mobilitätsan-
gebote zu nutzen. Um diese Strategie umzuset-
zen, wird Darmstadt besonders in den folgenden 
Bereichen aktiv:
 > Gute Versorgung im  
Quartier sichern
Den zukünftigen Anforderungen an wohnort-
nahe Versorgung werden die Quartierszentren 
ihrem Umfeld entsprechend weiterentwickelt 
und ergänzt. Es wird sichergestellt, dass robuste 
und anpassungsfähige Infrastrukturen, auch 
für die Bedarfe einer älter werdenden Gesell-
schaft, gefördert werden. Auf Grundlage des 
Zentrenkonzeptes sowie der Qualifizierung des 
DAQS 2030+ der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
werden Ankerpunkte verschiedener Größen und 
Angebote entwickelt, von kleineren Ankerpunk-
ten – z. B. ein Nachbarschaftstreffpunkt bis zu 
 gesamtstädtischen Zentren wie dem Luisenplatz, 
der für die Gesamtstadt von Bedeutung ist. In 
unterschiedlichen Formaten verbinden die Zent-
ren diverse Angebote miteinander. Prioritäten in 
der Stärkung von Zentren sind dort zu setzen, wo 
ein starkes Wachstum zu erwarten ist. 
 > Öffentliche Räume  
attraktiv gestalten
Öffentliche Räume in den Quartierszentren müs-
sen im Alltag sicher und gut funktionieren und 
daher auch sinnvoll gestaltet sein. Sie bilden 
darüber hinaus den „Kitt“, der wichtige Nutzun-
gen zusammenhält, sind Ort für Begegnung im 
Quartier und tragen mit ihrer Gestaltung einen 
wichtigen Teil der lokalen Identität bei. Die 
öffentlichen Räume der Quartierszentren sind 
deshalb mit hoher Aufenthaltsqualität und geeig-
neten Grünstrukturen zu entwickeln, um die 
Funktion als räumliche und soziale Treffpunkte 
von Nachbarschaften und Quartieren zu sichern. 
Priorität ist hier auf den Fuß- und Radverkehr 
sowie auf gute Umstiegsmöglichkeiten in den 
öffentlichen Nahverkehr zu legen.
Frei­ und Grünflächen  
in Quartieren aufwerten
Darmstadt verfügt über zahlreiche öffentliche 
und private Grünflächen, Gärten sowie Wasserflä-
chen, deren gesamtstädtische Verteilung jedoch 
ungleichmäßig ist. Ziel ist daher, eine wohnort-
nahe, gute Versorgung mit Frei- und Grünflächen 
und ggf. auch Wasserflächen zu gewährleisten. 
Insbesondere im westlichen Stadtgebiet sind 
öffentliche Freiräume  dahingehend zu stärken. 
ÖFFENTLICHE 
RÄUME ATTRAKTIV 
GESTALTEN
QUARTIERSZENTREN 
MIT SOZIALEN 
INFRASTRUKTUREN 
UND ANGEBOTEN 
STÄRKEN
MULTIMODALITÄT 
ÜBER ZENTRALE 
VERKNÜPFUNGS- UND 
UMSTIEGSPUNKTE 
FÖRDERN

92
Die Quartiere werden dazu in ein differen-
ziertes Freiraumnetz eingebettet, welches als 
wichtige Ergänzung des grünen Bandes entwi-
ckelt wird → Grüne Infrastrukturen verdichten 
und vernetzen, S. 50. Ein besonderer Fokus 
muss dabei auf der Innenstadt, auf dicht 
bebauten Quartieren, Gebieten mit sozioöko-
nomisch benachteiligten Bevölkerungsteilen 
sowie auf neuen Quartieren liegen. Vor allem 
in diesen Vierteln ist die Stärkung „grüner“ 
Qualitäten (etwa in Form begrünter Dächer), 
die Entwicklung neuer Freiflächen zu Naherho-
lungszwecken, als Retentionsraum bei Starkre-
genereignissen und für eine Verbesserung des 
Stadtklimas zu prüfen. In der Gestaltung sind 
Anforderungen durch zunehmende Extremwet-
terlagen zu berücksichtigen. 
Attraktive und robust gestaltete Freiräume 
spielen dazu eine wichtige Rolle als Räume der 
Identifikation im Quartier. Im Sinne einer integ-
rierten Entwicklung von Grünräumen und Nah-
verkehrslösungen werden quartiersbezogene 
Nahverkehrswege entsprechend den räumlichen 
Entwicklungsperspektiven angepasst.
Bei der Aufwertung bisher wenig beachteter 
Restflächen durch intensivere Begrünung wird 
die Bevölkerung einbezogen. Die Arbeit zahlrei-
cher zivilgesellschaftlicher Initiativen trägt auf 
vielfältige Weise zur Aufwertung quartiersbezo -
gener Frei- und Grünflächen bei. Diese Ansätze 
gilt es, weiter zu stärken und einzubinden. Um 
diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt 
besonders in den folgenden Bereichen aktiv:
 > Klimafunktion von Quartiersgrün 
in Wohn­ und Gewerbequartieren 
entwickeln
Grün-, Frei- und Wasserflächen in den Quartie -
ren werden angesichts einer stärkeren Belas -
tung durch Folgen des Klimawandels gesichert 
und ausgebaut. 
Zukünftig soll in stärkerem Maße gewährleistet 
werden, dass negative Auswirkungen urbaner 
Hitze reduziert werden, etwa durch Bäume, 
Vegetation, Wasserflächen und entsiegelte bzw. 
bepflanzte Böden. Gerade im Bestand leisten 
Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünun-
gen, Pflanzgebote, Flächenentsiegelung und 
eine enge Vernetzung auch kleinerer Grünf-
lächen einen wichtigen Beitrag zur Flächen-
aufwertung – Aufenthaltsqualität, Mikroklima 
und Niederschlagswasserbewirtschaftung sind 
entsprechend zu fördern → Nutzung, Bereit­
stellung und Unterhalt von Freiflächen organi­
sieren, S. 54. In neue Bebauungspläne sollen 
Begrünungsmaßnahmen verbindlich einfließen.
AUFENTHALTSQUALITÄT 
UND MIKROKLIMA MIT 
REGENWASSERMANAGE-
MENT STEIGERN
INTEGRIERTE 
QUARTIERSVERBIN-
DUNGEN STÄRKEN
GRÜN-, FREI- UND 
WASSERFLÄCHEN IN 
DEN QUARTIEREN 
SICHERN
DURCHGRÜNUNG 
IN DEN QUARTIEREN 
STÄRKEN

93
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadts Quartiere sichern 
Lebensqualität und Teilhabe
 > Integrierte Quartiers­
verbindungen stärken
Die Verbindung der Stadtquartiere durch 
attraktive Nahmobilitätswege wird gemeinsam 
mit der grünräumlichen Vernetzung gedacht 
und sukzessive umgesetzt. Quartiere, insbe-
sondere schlecht angebundene, werden durch 
barrierefreie Fuß- und Radverkehrswege an 
wichtige Zielpunkte wie soziale Infrastrukturen 
und an die Kernstadt angeschlossen und nach 
Möglichkeit mit Baumpflanzungen entwickelt.
Hochwertige Bildungsinfra­
strukturen in den Quartieren  
bereitstellen
Die Vernetzung schulischer und außerschuli-
scher Bildungsangebote im Quartierskontext 
ist auch für Darmstadt ein wichtiges Thema. 
Deshalb gilt es, Infrastrukturen und Angebote 
zu fördern, die die übergreifende Bildungsar-
beit und neue pädagogische Arbeitsformen 
ermöglichen, z. B. Ganztagsangebote, Lernen 
in der digitalen Welt sowie die Öffnung für 
außerschulische Veranstaltungen. Vor allem 
Kindertagesstätten und Schulen sollen befähigt 
werden, sich zu Zentren für lokale Bildungs- 
und Wissensnetzwerke zu entwickeln.
Bildungsinfrastrukturen und -angebote werden 
altersgerecht und diversitätssensibel ausgebaut. 
Die bestehenden Kooperationen von den Bil-
dungsanbietenden, etwa von Kindertageseinrich-
tungen und Schulen zur Begleitung der Kinder 
im Bildungsübergang von der Kindertagesstätte 
in die Grundschule oder von der Grundschule in 
die weiterführende Schule, sowie die Vernetzung 
und Kooperation von Schule, Kindertageseinrich-
tungen und anderen Institutionen und Vereinen 
sind hierbei zu fördern und auszubauen.
Auch die Expertise in den Bereichen „Bildung“ 
und „interkulturelle Öffnung“ von Selbstorga-
nisationen der Migrantinnen und Migranten ist 
– besonders bei den Bildungsübergängen – nach-
haltig einzubeziehen. Die Qualität unterstützen-
der Strukturen wie Schulsozialarbeit im Sozi-
alraum ist zu sichern und weiterzuentwickeln. 
Analog sind auch Übergänge von der Schule in 
den Beruf oder an die Hochschule weiterhin zu 
begleiten. Durch mehr Transparenz über Mög-
lichkeiten der Weiterbildung und das Erlangen 
von Abschlüssen sowie ein ausgewogenes Ange-
bot ebnen Bildungseinrichtungen den Weg in den 
Arbeitsmarkt. Unterstützend kann hier zukünftig 
der „Digitale Bildungswegweiser“ wirken. 
Auch Orte der außerschulischen Bildung wer-
den zukünftig durch die Vernetzung untereinan-
der und durch die Vernetzung mit dem Lernort 
Schule als einer der zentralen Quartiersorte 
weiter gestärkt. Kulturelle Einrichtungen, Bib-
liotheken, Jugend- und Familienzentren, Quar-
tierswerkstätten sowie Spiel- und Sportplätze 
sind ebenfalls Lernorte und daher wichtige 
Anlaufpunkte einer sich stets weiterbildenden 
Stadtgesellschaft. Besonders in von Migration 
geprägten Quartieren sind diese Einrichtungen 
sowie öffentliche Räume zu stärken. In neuen 
Nachbarschaften sind entsprechende Struktu-
ren mit Vorrang zu planen. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den 
folgenden Bereichen aktiv:
 > Bildungsinfrastrukturen ausbauen
Durch den sukzessiven Ausbau von Betreu -
ungs- und Bildungsinfrastrukturen für unter -
schiedliche Altersgruppen (Krippe, Kinder -
garten, Grundschule) werden zum einen 
angesichts des Bevölkerungswachstums und 
zum anderen hinsichtlich bestehender und 
künftiger Rechtsansprüche auf einen Betreu -
ungsplatz auch in der Zukunft hochwertige 
Bildungsvoraussetzungen sichergestellt.

94
Basis einer zeitgerechten Bereitstellung von 
Bildungsinfrastrukturen ist eine organisatorisch 
institutionalisierte Infrastrukturplanung, die 
sowohl mit den Fachämtern als auch mit dem 
datenbasierten Bildungsmonitoring vernetzt 
ist. Der notwendige Ausbau basiert auf den 
Flächenanforderungen gemäß der kommunalen 
Kindertagesstätten-Versorgungsplanung und 
den Darmstädter Qualitätsstandards → DAQS 
2030+, S. 88 und fokussiert sich auf die bis 
dato unterdurchschnittlich versorgten Planungs-
räume sowie neuen Wohnquartiere.
 > Bildungsräume zukunftsgerecht 
entwickeln
Sanierungsbedürftige Schulbauten, Kinder -
tagesstätten und Kinder- und Jugendzentren 
werden bedarfsgerecht instand gesetzt und 
erweitert. Umbauten und Erweiterungen 
sind so zu gestalten, dass ganztägig multi -
funktionale Raumstrukturen entstehen. Die 
Sanierungen berücksichtigen zukünftige 
gesellschaftliche Entwicklungen und die 
Schulentwicklungsplanung – pädagogisch wie 
räumlich. Berufliche Schulzentren sind als 
Orte lebenslangen Lernens auszubauen und zu 
qualifizieren. Zusätzlich wird die Identifikation 
und Entwicklung neuer Standorte für weitere 
Bildungsinfrastrukturen verfolgt.
 > Bildungsmanagement 
und Bildungsmonitoring 
weiterentwickeln
Die datenbasierte Betrachtung der Bildungsland-
schaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist eine 
wichtige Voraussetzung für die valide Identifika-
tion von Handlungsbedarfen und Steuerungsmög-
lichkeiten. Die Bearbeitung der Handlungsfelder 
erfolgt dabei von den Lernenden aus gedacht und 
endet nicht an Ämter-, Institutions- oder Zustän-
digkeitsgrenzen, nimmt entsprechend insbeson-
dere Bildungsübergänge in den Blick. 
Neben der formalen Bildung spielen auch 
non-formale und informelle Bildungsgelegen -
heiten eine Rolle. Bürgerinnen und Bürger 
profitieren von besseren Zugängen zu Bildung 
und damit Teilhabemöglichkeiten am gesell -
schaftlichen Leben gleichermaßen wie Bil -
dungsanbietende.
 > Außerschulische Bildungsräume 
stärken
Bildungsangebote und Orte der Kinder- und 
Jugendarbeit werden gestärkt und für alle 
jungen Menschen zugänglich, attraktiv und 
effektiv nutzbar. Spielflächen in Darmstadt 
werden nachhaltig entwickelt, fachgerecht 
unterhalten und in ihren Funktionen vollum -
fänglich nutzbar gemacht. 
 > Sportstätten als Lernorte sichern
Angebot an Bewegungsräumen und -flächen für 
Quartiere definieren und ausweisen.
BILDUNGSINFRA-
STRUKTUREN 
SANIEREN UND 
AUSBAUEN
GANZTAGS-
ANGEBOTE 
STÄRKEN
SPORTSTÄTTEN UND 
AUSSERSCHULISCHE 
BILDUNGSRÄUME 
SICHERN

95
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadts Quartiere sichern 
Lebensqualität und Teilhabe
Gemischte Sozialstrukturen 
und Teilhabe fördern
Gemischte Sozialstrukturen werden als wich -
tiger Faktor betrachtet, um zu einem räumlich 
und sozial engeren Miteinander von Personen 
unterschiedlicher sozioökonomischer Lagen 
beizutragen. Unter gemischten Sozialstruk -
turen in Quartieren versteht man das Zusam -
menleben von unterschiedlichen sozialen 
Gruppen in einem nahräumlichen, alltagsrele -
vanten Kontext. Die räumliche Nähe zwischen 
verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen 
fördert auch ihre soziale Interaktion und wirkt 
somit der Segregation entgegen. Soziale Inte -
gration, Gemeinsinn und das Miteinander von 
mehreren Generationen sind wichtig für den 
sozialen Frieden in Wohnquartieren, für die 
nachbarschaftliche Kommunikation und das 
Engagement in der Gemeinschaft. 
Hierbei ist auch die Berücksichtigung demo -
grafischer Aspekte im Quartier zwingend 
notwendig. Dazu werden die Belange von neu 
hinzugezogenen Darmstädterinnen und Darm -
städtern ebenso beachtet wie von  temporär 
hier  Wohnenden, etwa internationale For -
schende und Studierende, und gemeinsame 
Schnittstellen gestärkt, um die Herausbildung 
von parallelen Lebenswelten zu reduzieren. 
Darmstadt pflegt eine ausgeprägte Willkom -
mens- und Anerkennungskultur, die sich in 
einer Grundhaltung der Wertschätzung, Offen -
heit und Akzeptanz gegenüber neu zugewan -
derten sowie bereits hier lebenden Migrantin -
nen und Migranten äußert. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den 
folgenden Bereichen aktiv:
 > Quartiere gezielt mit 
Städtebauförderung entwickeln
Auch weiterhin wird sich Darmstadt an der 
Städte bauförderung beteiligen, um mit För-
dermitteln Quartiere aufzuwerten und in den 
entsprechenden Gebieten Plattformen des 
Austauschs zwischen den unterschiedlichen Pla-
nungsverantwortlichen, Akteurinnen und Akteu-
ren, Grundstückseigentumsparteien, Bevölke-
rung, Kindern und Jugendlichen zu etablieren. 
SOZIAL GEMISCHTE 
QUARTIERE FÖRDERN
ORTE FÜR 
NACHBARSCHAFTEN 
STÄRKEN
DIALOGE MIT
DER BEVÖLKERUNG 
WEITERFÜHREN

96
 > Dialoge mit und von der 
Bevölkerung fördern
Die bereits seit Jahren praktizierte und erfolg -
reiche Beteiligung in stadtteilbezogenen und 
gesamtstädtischen Beteiligungsprozessen 
sowie Internetangeboten wird fortgeführt. 
Gelungene Formate wie der Bürgerhaushalt 
oder die Stadtteilrunden und -foren werden 
ebenfalls weitergeführt. Um die Stadtgesell -
schaft besser abbilden zu können, sollen 
zukünftig verstärkt bislang unterrepräsen -
tierte Gruppen angesprochen und Koopera -
tionen zum Thema intensiviert werden. Der 
Grundsatz der inklusiven Bürgerbeteiligung 
soll gestärkt werden.
 > Nachbarschaftliche Strukturen 
stärken
Darmstadt setzt auf die Stärkung der Netz -
werkarbeit in institutionellen Quartiersankern 
wie Quartierswerkstätten, Nachbarschafts- 
und Familienzentren. Die Teilhabe aller Bevöl -
kerungsgruppen an den Regelangeboten wird 
durch gezielten Abbau von Zugangsbarrieren 
gefördert. Zielgruppenspezifische Angebote 
z. B. auf der Grundlage von Alter, Geschlecht 
oder Herkunft werden – falls notwendig – 
gefördert. Sie haben stets zum Ziel, die Teil -
habe an den Regelangeboten zu ermöglichen 
und vorzubereiten. Neben öffentlichen, kom -
munalen Einrichtungen werden dabei ebenso 
Angebote in freier Trägerschaft unterstützt, 
die einen wichtigen Beitrag zum Zusammen -
leben im Quartier sicherstellen, wie beispiels -
weise die Gemeinwesenarbeit als Instrument 
gegen Armut und soziale  Ausgrenzung. Der 
weitere Ausbau ehrenamtlicher Strukturen im 
Quartier, die Förderung von gemeinschaftli -
chem Engagement sowie die Vernetzung von 
Einrichtungen vor Ort wie Wohn- und Pflege -
einrichtungen, Initiativen und sozialen Ange -
boten werden zusätzlich fortgesetzt. 
Soziale Heterogenität und 
preisgünstiges Wohnen  
ermöglichen
In der wachsenden Stadt Darmstadt kommt 
es darauf an, preisgünstigen Wohnraum aus -
gewogen mit Wohnungen anderer Marktseg -
mente zu schaffen. Angesichts einer großen 
Dynamik am Immobilienmarkt müssen alle 
beteiligten Akteurinnen und Akteure für die 
Schaffung der angestrebten Infrastruktur- und 
Qualitätsverbesserungen sowie die Schaffung 
bezahlbaren Wohnraums in die Pflicht genom -
men werden. Dadurch werden nicht nur die 
jeweiligen Projekte werthaltiger, auch die 
umliegenden Stadtquartiere können davon 
profitieren. Neue Quartiere und Wohnstand -
orte sollen für gemischte Bewohnergruppen 
zugänglich sein und vielfältige Belegungs -
strukturen ermöglichen. 
EXPERIMENTELLE 
WOHNFORMEN 
FÖRDERN
GÜNSTIGEN 
WOHNRAUM 
SICHERN
FLEXIBLE 
WOHNTYPEN 
UMSETZEN

97
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadts Quartiere sichern 
Lebensqualität und Teilhabe
Wichtig bei der Entwicklung sozial ausgewo -
gener, inklusiver Quartiere sind Möglichkeiten 
der Beteiligung und Mitwirkung genauso wie 
Angebote zur Selbstverantwortung und Förde -
rung des Gemeinwesens. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in 
den folgenden Bereichen aktiv:
 > Preisgünstigen barrierefreien 
Wohnraum sichern
Angesichts des hohen Mietpreisniveaus im 
Ballungsraum sind mehr und mehr Haushalte 
auf Wohnungen im unteren Preissegment 
angewiesen und haben oft auch Anspruch auf  
(ergänzende) Sozialleistungen (Wohngeld, 
Arbeitslosengeld I und II, Grundsicherung, 
Kinderzuschlag). Um weiterhin gemischte 
Quartiere zu sichern, muss preisgünstiger 
Wohnraum sichergestellt werden, der die 
Höchstgrenzen nach SGB II und SGB XII nicht 
überschreitet. Bei der Schaffung von neuem 
Planungsrecht sowie bei der Vergabe und dem 
Verkauf städtischer Grundstücke, die einer 
Wohnnutzung zugeführt werden sollen, sind ent-
sprechend gültiger Beschlüsse die Quoten für 
sozial geförderten Mietwohnungsbau für Haus-
halte mit geringen und mittleren Einkommen 
zu sichern. Derzeit sind mindestens 25 Prozent 
der Bruttogeschossfläche Wohnen für Haushalte 
mit geringen Einkommen sowie zusätzlich min-
destens 20 Prozent der Bruttogeschossfläche 
Wohnen für Haushalte mit mittleren Einkommen 
zu errichten.24 Der genaue Wohnungsmix ist mit 
dem Amt für Wohnungswesen in Anlehnung an 
die städtische Förderrichtlinie abzustimmen. 
Für städtische Grundstücke gilt darüber hinaus, 
dass bis zu 10 Prozent der Bruttogeschoss-
fläche Wohnen für Sonderwohnformen (z. B. 
Wohnprojekte von Genossenschaften, Bau- und 
24 Vgl. Sicherung des sozial geförderten Wohnungs-
baus/Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 
02.03.2017
Wohngruppen, altengerechtes oder betreutes 
Wohnen) gesichert werden.25 Darüber hinaus ist 
die Barrierefreiheit von Wohnungen im sozial 
geförderten wie im freien Wohnungsbau anzu-
streben, um älteren Menschen den Verbleib im 
Quartier zu ermöglichen. 
Das wohnungspolitische Konzept der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt mit seinem umfas-
senden Instrumentenportfolio zeigt zahlreiche 
Maßnahmen und Möglichkeiten auf, wie die 
Schaffung von gefördertem und freifinanziertem 
Wohnraum in Darmstadt vorangebracht werden 
und wie das politische Ziel, bezahlbaren Wohn-
raum zu schaffen, umgesetzt werden kann.26
 > Auf vielfältige Trägerschaft  
setzen
Um vielfältigen – vor allem auch preisgünstigen 
– Wohnraum zu schaffen, gilt es, mit einer brei-
ten Palette an Trägern zusammenzuarbeiten: 
mit Genossenschaften, der stadteigenen Woh-
nungsbaugesellschaft, aber auch mit privaten 
Investoren. Bei der Entwicklung neuer Quartiere 
sind neue Formen und Modelle der Zusammen-
arbeit zu berücksichtigen. Eine kommunale 
Koordinierungsstelle für gemeinschaftliches 
Wohnen soll die Unterstützung von sogenannten 
Sonderwohnformen, wie z. B. gemeinschaftliche 
Wohnprojekte oder genossenschaftliches Woh-
nen, sicherstellen. Das qualitätssichernde Inst-
rumentarium ist groß und hinreichend erprobt: 
städtebauliche Verträge, Konzeptvergaben bei 
öffentlichen Grundstücksausschreibungen, 
Architekturwettbewerbe. 
25 Vgl. Grundsätze zur „sozialgerechten Bodennutzung in 
Darmstadt“ (SoBoDA)/Beschluss der Stadtverordnetenver-
sammlung vom 29.08.2019
26 Vgl. Wohnungspolitisches Konzept der Wissenschafts-
stadt Darmstadt – Instrumentenportfolio/Beschluss der 
Stadtverordnetenversammlung vom 29.08.2019

98
 > Vielfältige Wohntypen bauen
Wohnungstypen sollen so flexibel gestaltet 
sein, dass sie an sich wandelnde Formen des 
Zusammenlebens angepasst werden können. 
In ausgewählten Quartieren könnten konkret 
neue und experimentelle Wohnformen getestet 
werden. So könnten beispielsweise auf der 
Lichtwiese gemeinsam mit der TU Darmstadt 
und dem Studierendenwerk studentische 
Wohnnutzungen ausprobiert werden.
 > Flächenschonende  
Wohnformen fördern
Die Stadt Darmstadt wird für einen Wertewan-
del zugunsten geringerer Wohnflächenansprü-
che werben und entsprechende Kommunikati-
onsstrategien und Modellprojekte fördern. Um 
Flächen sparsam und effizient zu nutzen, ist 
darauf hinzuwirken, den Wohnflächenkonsum 
der Darmstädterinnen und Darmstädter sozial 
verträglich zu reduzieren und Möglichkeiten zu 
entwickeln, wie Wohnungstausch oder Umzüge 
in kleinere Wohnungen attraktiv gestaltet wer-
den können. Modellprojekte für Wohnen in klei-
nen individuellen Wohnungen und mit attrakti-
ven Gemeinschaftsflächen sind zu fördern. 
Fußverkehr als Basis  
für Nahmobilität in den  
Quartieren stärken
Die gezielte Förderung der Nahmobilität in den 
Quartieren ist ein entscheidender Schritt Rich-
tung Mobilitätswende. Dies umfasst zum einen 
die bedarfsgerechte Ergänzung wohnungsnaher 
Versorgungs- und Dienstleistungsinfrastruktu-
ren, durch die Wege kürzer und damit der Fuß-
verkehr und das Radfahren attraktiver werden.
Zum anderen werden physische und psychische 
Barrieren durch eine bessere städtebauliche 
Integration der Straßenräume, etwa durch 
Begrünung, optimierte Querungsmöglichkeiten, 
Reduzierung von Fahrspuren, Verminderung 
des ruhenden Verkehrs, Ausbau von Mobilitäts-
stationen, bessere Gestaltung von Radverkehrs-
infrastrukturen usw. abgebaut. Straßenräume 
werden so wieder stärker als Frei- und Aufent-
haltsräume qualifiziert und damit Räume zur 
Begegnung. Die Verknüpfung der Quartiere 
untereinander muss für alle Bevölkerungs-
gruppen zu Fuß attraktiv sein. Nur so kann 
der Verinselung von Spiel- und Lebensräumen 
entgegengewirkt werden. 
RADWEGE 
WEITERBAUEN
WOHNUNGSNAHE
VERSORGUNGS- UND 
DIENSTLEISTUNGS-
INFRASTRUKTUREN
GEWÄHRLEISTEN
NAHMOBILITÄT 
FÖRDERN
WENIGER 
PARKEN IN DEN 
STRASSENRÄUMEN

99
Masterplan DA 2030+ 
IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder 
Darmstadts Quartiere sichern 
Lebensqualität und Teilhabe
Ein Schlüssel zur Qualifizierung der Stra-
ßenräume ist die Verlagerung eines Teils des 
Parkens aus dem öffentlichen in den privaten 
Raum sowie ein konsequentes Parkraumma-
nagement. Mehr Stadtqualität in den Quar-
tieren erfordert weniger Parken in den Stra-
ßenräumen! Dies gilt für den Bestand wie für 
neue Quartiere → Verkehrsräume neu denken 
– mehr Flächengerechtigkeit realisieren S. 61.
Vor allem Kinder und ältere Menschen mit 
ihrem hohen Nahraumbezug können durch 
eine konsequente Förderung der Nahmobilität 
in ihrer eigenständigen Mobilität unterstützt 
werden. Mit diesem Ziel ist die barrierefreie 
Umgestaltung des Straßenraums im Sinne 
eines „universellen Designs“ – einer Gestaltung 
für alle – anzustreben und etwa bei der Ergän-
zung von Sitzmöglichkeiten oder Auswahl von 
Belägen zu berücksichtigen. Um diese Strategie 
umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den 
folgenden Bereichen aktiv:
 > Sicheren und barrierefreien 
Straßenraum schaffen
Maßnahmen mit dem Ziel, den Straßenraum 
für alle Verkehrsteilnehmenden, insbesondere 
den zu Fußgehenden, sicher und zugänglich zu 
gestalten, werden konzeptionell erarbeitet und 
umgesetzt. Auch der Aus- und Weiterbau von 
Radwegen und Straßenkreuzungen unter dem 
Aspekt der (Rad-)Sicherheit ist vor allem aus 
dem Blickwinkel von schwächeren Verkehrsteil-
nehmenden (wie Kinder, unsicher Radfahrende, 
ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen) 
zu entwickeln. Denkbar ist der Fokus auf ausge-
wählte Quartiere zum Test innovativer Ansätze. 
Dazu sind auch Aktionen mit Schulen, organi-
siert vom kommunalen Mobilitätsmanagement 
in Kooperation mit weiteren Akteurinnen und 
Akteuren (z. B. Netzwerk Schule und Mobilität, 
Krankenkassen etc.) zu unterstützen.

100
Nr. Maßnahmen Instrumente Prioritäten
DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT  
UND TEILHABE JETZT                        2030+
1
DAQS 2030+ als Leitlinie zur Entwicklung der jeweiligen Darmstädter 
Quartiere (etwa zur städtebaulichen Nutzungsmischung, Entwicklung 
von Mobilitätspunkten mit zusätzlichen Nutzungen und Freiräumen) 
unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern qualifizieren
DA
1a
Gesamtstädtische Standards für Quartiersentwicklung erarbeiten/ Min-
destausstattung mit gewissen Angeboten von optionaler und lokal-spezi-
fischer Ausstattung unterscheiden 
DA
1b
Mindestausstattung an Raumressourcen im Quartier, Stadtteil, 
Gesamtstadt definieren, Qualitätsstandards bzw. -kriterien für Quar-
tierszentren entwickeln 
DA
1c
Schwellenwerte zur Implementierung bestimmter Infrastruktur/Ange-
bote entwickeln und festlegen (z. B. neue GWA/Gemeinschaftsräume in 
Siedlungen mit besonders hohem Förderbedarf sowie in (neuen) Quar-
tieren mit einer Mindestanzahl an gefördertem Wohnraum)
DA
2 Angebot an attraktiven (nicht kommerziellen, entgeltfreien) Aufenthalts-
räumen in Quartierszentren sichern QP/F
3 Qualität der Quartiersmitten in ihrer Versorgungs- und Vernetzungsfunktion 
durch die Aufwertung der Freiräume und Nutzungsanreicherung stärken QP/F
4
Attraktivität der öffentlichen Räume und Plätze steigern, insbesondere 
unter den Aspekten der Barrierefreiheit und Inklusion sowie der Begrü-
nung (Beschattung, Verbesserung Stadtklima)
F/MK
5
Quartiersmitten qualifizieren, u. a. unter Sicherung von Flächen für 
den Ausbau pflegerischer Versorgungsstrukturen (unter Beachtung der 
Pflegebedarfsplanung)
F
6 Flächenpotenziale zur Nachbegrünung identifizieren F zu FK
7 Konzept zur Erneuerung und Qualifizierung vorhandener (quartiersbezo-
gener) Grünanlagen erstellen F zu FK
8 Konzept zur Straßenraumbegrünung in unterversorgten Gebieten  
(einschließlich der Ortsteile) entwickeln F
9 Begrünung und Beschattung der Einkaufsstraßen, Quartiersmitten,  
Fuß- und Radwegverbindungen sowie Spielflächen fördern F
10
Betreuungs- und Bildungsinfrastrukturen für verschiedene Altersgruppen 
ausbauen, sanieren und zukunftsgerecht ausstatten, insbesondere unter 
dem Aspekt der Barrierefreiheit
QP/F/B
11
Spielplatzkonzept (inkl. systematische Erfassung der Spielplätze und 
Bewertung deren Funktionalität und Zustand unter Beachtung der inklu-
siven Spielgeräte, Benennung von Sanierungs- und Ausbaubedarfen, 
Definition von Umsetzungsstufen und -prioritäten) unter Beteiligung von 
Kindern und Jugendlichen erarbeiten
F zu FK
Maßnahmen zur Umsetzung  
der Strategien

101
INSTRUMENTE
B Formelle Bauleitplanung und  
Planungsinstrumente FK Freiraumkonzept 
F Fachplanung DA Folgearbeit Darmstadt 2030+
QP Quartiersplanung MK Mobilitätskonzept 2030+
12
Konzept Freitreffpunkte und Bewegungsflächen für junge Menschen 
(inkl. systematischer Erfassung bestehender Orte, Definition der 
Ausstattung, Ableitung einer Sanierungs- und Ausbauplanung) unter 
Einbezug der spezifischen Zielgruppen erstellen
F
13 Konzept für zukunftsorientierte Sport- und Sportstättenentwicklung 
aufbauend auf einem Sportflächenkataster erarbeiten F
14 Identifikation und Entwicklung neuer Standorte für zusätzliche Bildungs-
infrastruktur F
15 Quartiersstrukturen durch gezielte Förderprogramme nachhaltig entwi-
ckeln und stärken QP
16
Kommunikation mit Bevölkerung in statteilbezogenen und gesamt-
städtischen Beteiligungsprozessen und Online-Dialog fortführen und 
ausbauen
DA
17
Verstärkte Ansprache und aufsuchende Ansätze, um unterschiedliche, 
insbesondere bislang unterrepräsentierte Zielgruppen und deren Inter-
essen in Beteiligungsprozessen besser einbinden zu können
DA
18 Vereine und freie Institutionen beim Abbau von Zugangsbarrieren durch 
Förderung von interkultureller Öffnung unterstützen DA
19 Inklusive Angebote für alle Altersgruppen weiter ausbauen F
20 Sozialmonitoring weiterentwickeln F
21 Gemeinwesenarbeit weiter verstetigen und ausbauen F
22 Alternative Wohnformen unterstützen F
23 Wohnungstauschbörse zur Vermittlung von Wohnungsanbietenden  
und -suchenden einrichten DA
24
Sicherheitscheck im Straßenraum auch hinsichtlich der subjektiven 
Unsicherheit durchführen und Lösungen für ein sicheres Gefühl aller Ver-
kehrsteilnehmenden (insbesondere auch der schwächeren) entwickeln
F/MK
25
Mitmachaktionen wie „Platz da! Kinder werden aktiv“, „So wünschen  
wir uns unsere Straße“ an Darmstädter Grundschulen und weiter-
führenden Schulen unterstützen – Bestandteil des schulischen  
Mobilitätsmanagements 
F
26
Aktionstage in Stadtquartieren (Beispiel Lincoln-Siedlung) für die 
gesamte Bevölkerung zur Sensibilisierung und Unterstützung eines 
geänderten Mobilitätsverhaltens veranstalten
F
27 Verlagerung von Parkverkehr auf private Flächen in Parkhäuser  
und Sammelgaragen F

103
V –
SCHLÜSSEL-
RÄUME FÜR DIE 
ZUKUNFT VON
DARMSTADT
DIE SCHLÜSSELRÄUME DES
MASTERPLANS DA 2030+
SCHLAGEN EINE BRÜCKE ZWISCHEN
DER GESAMTSTÄDTISCHEN 
STRATEGISCHEN AUSRICHTUNG 
DES MASTERPLANS DA 2030+ UND 
SEINER KONKRETEN UMSETZUNG
IM STADTGEBIET DARMSTADTS.

105
Masterplan DA 2030+ 
V – Schlüsselräume für die 
Zukunft von Darmstadt
Die Strategien und Handlungsfelder des Mas-
terplans DA 2030+ haben einen gesamtstädti-
schen Anspruch. Die Umsetzung der einzelnen 
Strategien bezieht sich auf ganz Darmstadt 
– auf Siedlungs- und Freiräume. In Zukunft soll 
der von den Stadtverordneten beschlossene 
Masterplan DA 2030+ nicht nur als Dialogpro-
zess fortgeführt werden, sondern zunehmend 
eine räumliche Wirkung in den Stadtteilen und 
Quartieren entfalten. Deshalb wurden Räume 
identifiziert, in denen sich die Entwicklungspo-
tenziale bezogen auf die drei Handlungsfelder 
konzentrieren und in denen ein besonderer 
planerischer Handlungsbedarf besteht. 
Hier sollen in den kommenden Jahren Res-
sourcen für die zukunftsfähige Entwicklung 
gebündelt werden. Diese Räume können als 
„Schlüsselräume“ des Masterplans DA 2030+ 
bezeichnet werden. Sie schlagen eine Brücke 
zwischen der gesamtstädtischen strategischen 
Ausrichtung des Masterplans DA 2030+ und 
seiner konkreten Übersetzung in das Stadtge-
biet Darmstadts in ersten Schritten.
Warum braucht Darmstadt 
Schlüsselräume?
Mit den drei Schlüsselräumen richtet der Mas-
terplan DA 2030+ seinen Fokus auf ausgewählte 
Räume, die sich in besonderer Weise dazu 
eignen, die Entwicklungspotenziale Darmstadts 
aufzuzeigen und zukunftsfähig zu entwickeln. 
Hier gilt es, im Sinne der drei Handlungsfelder 
eine exemplarische Umgangsweise mit der Res-
source Raum, mit der Entwicklung Darmstadts 
in Bezug auf Wissenschaft, Wirtschaft und Tech-
nologie sowie die Sicherung und Steigerung der 
Lebensqualität und Teilhabemöglichkeiten in den 
Quartieren umzusetzen. 
Die drei Schlüsselräume sind jeweils einem 
der drei Handlungsfelder zugeordnet, decken 
aufgrund des integrierten Ansatzes des Master-
plans natürlich auch Themen der jeweils anderen 
Handlungsfelder ab.
Innerhalb von Schlüsselräumen wird besonde-
rer Handlungsbedarf gesehen, etwa aus sozio-
ökonomischer, stadtklimatischer, ökologischer, 
verkehrlicher oder städtebaulicher Perspektive. 
Hier zeichnen sich gleichzeitig besondere Ent-
wicklungspotenziale ab, Antworten auf die 
drängendsten Herausforderungen vor denen 
Darmstadt steht, etwa den Klimawandel, die 
Energie- und Verkehrswende, die Digitalisierung 
und das Bevölkerungswachstum zu finden und 
innovative Ansätze umzusetzen. Die Entwicklung 
dieser Räume verspricht in besonderer Weise, 
positive Auswirkungen auf lokal bestehende 
Strukturen zu entfalten. Teilweise sind sie Gegen-
stand bestehender städtischer Planungskon-
zepte und Räume der Transformation, in denen 
öffentliche und private Investitionen in größerem 
Umfang bereits geplant sind. 
Welche Funktionen überneh­
men die Schlüsselräume?
Die Schlüsselräume übertragen die Inhalte des 
Masterplans DA 2030+ auf eine lokalräumliche 
Ebene und wenden die Strategien auf konkrete 
räumliche Situationen vor Ort an. Sie verdeut-
lichen die integrierte Herangehensweise des 
Masterplans DA 2030+ durch die lokale Bünde-
lung konkreter Vorhaben aus den verschiedenen 
Handlungsfeldern. Anhand je eines Schlüssel-
raumes wird aufgezeigt, wie die Umsetzung der 
entsprechenden Handlungsfelder stadträumlich 
erfahrbar wird. Die bestehenden Planungen und 
Projekte sollen proaktiv aufgegriffen und durch 
den Masterplan DA 2030+ gestärkt werden.

106
Es ist zu erwarten, dass in den Schlüsselräu-
men die umzusetzenden Projekte und Maß-
nahmen besondere Synergieeffekte für eine 
positive Entwicklung des Gebietes entfalten und 
mehr sind als die Summe ihrer Teile. 
Diese Projekte können als „Leitprojekte des 
Masterplans DA 2030+“ gelten und über den 
konkreten Raum hinaus zahlreiche positive 
Effekte erzielen, deren Auswirkungen sich auch 
in angrenzenden Quartieren sowie für die Stad-
tentwicklung im Allgemeinen entfalten können.
Die Tradition Darmstadts in der Umsetzung 
innovativer Stadtentwicklungsprojekte wird 
durch die Entwicklung der Schlüsselräume 
fortgeführt. Sie übernehmen dadurch auch die 
Funktion von Experimentier- und Laborräumen, 
in denen neue Projektideen und alternative 
Entwicklungsprozesse getestet werden können. 
Für jeden Schlüsselraum ist zu konkretisieren, 
mit welchen Verwaltungs- und Management-
strukturen die Transformationsräume unterlegt 
werden sollen und wie sich diese von anderen 
Förderkulissen bzw. Sanierungsbeauftragten, 
Entwicklungsträgern etc. abgrenzen und welche 
Synergieeffekte es hier geben kann. 
Die Ausweisung von Schlüsselräumen soll 
nicht bedeuten, dass in den anderen Teilen 
Darmstadts „nichts“ passiert. Auch dort wer-
den Projekte und Maßnahmen im Sinne der 
drei Handlungsfelder umgesetzt. 
Welche Schlüsselräume  
wurden ausgewählt und wie?
Die Auswahl der Schlüsselräume basiert auf 
verschiedenen Grundlagen. Zu Beginn des 
Prozesses zum Masterplan DA 2030+ wurde 
zunächst eine Statusbestimmung durchge -
führt, in die auch bereits vorliegende Kon -
zepte und Planungen der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt Eingang gefunden haben. Von den 
Planungsteams wurden zu ihren spezifischen 
Themen Schwerpunkträume herausgearbeitet. 
Im öffentlichen Dialogprozess wurden diese 
zwischen Bevölkerung, Lenkungskreis und 
Planungsteams diskutiert. Diese sektoralen 
Schwerpunkträume wurden überlagert, abge -
glichen und priorisiert. Als Ergebnis dieses 
Auswahlprozesses wurden folgende drei 
Schlüsselräume identifiziert:
 > Handlungsfeld Darmstadt stärkt Wissen-
schaft, Wirtschaft und Technologie:  
Rheinstraße
 > Handlungsfeld Darmstadts Quartiere sichern 
Lebensqualität und Teilhabe:  
Pallaswiesenviertel
 > Handlungsfeld Darmstadt nutzt seine 
Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll:  
Südband (Bessungen­Süd)

107
Masterplan DA 2030+ 
V – Schlüsselräume für die 
Zukunft von Darmstadt
Die drei  
Schlüsselräume
 > Darmstadt stärkt Wissenschaft, 
Wirtschaft und Technologie –  
die neue Rheinstraße, Boulevard 
des Wissens
Die Rheinstraße ist als Stadteingang und Ort des 
Ankommens in Darmstadt von großer Bedeu-
tung. Heute ist der einst bedeutsame Boulevard 
zwischen Hauptbahnhof und Luisenplatz von 
einer fragmentierten Bebauung aus der Nach-
kriegszeit und modernen Bürogebäuden mit ver-
einzelten Aufenthaltsangeboten charakterisiert. 
Die Baustrukturen der „aufgelockerten Stadt“ 
des Wiederaufbaus sowie groß dimensionierte 
Straßen- und Parkierungsräume bedeuten 
gleichzeitig ein besonderes Flächenpoten -
zial für eine Umgestaltung. Die Rheinstraße 
eignet sich hervorragend dafür, der Wissen -
schaftsstadt eine neue Adresse und ein neues 
Gesicht zu geben. In ersten Maßnahmen, wie 
der Umgestaltung des Vorplatzes der Kunst -
halle, wird hier bereits am neuen Gesicht der 
Rheinstraße gearbeitet. 
Der Ausbau breiter und gesicherter Radver -
kehrsspuren schafft mehr Flächengerechtig -
keit zwischen den Verkehrsträgern und wertet 
den Straßenraum auf. 
UNTERNEHMEN 
SIND IN 
AUFWERTUNG 
EINBEZOGEN
STADTPLÄTZE 
STATT 
STELLPLÄTZE
FLÄCHEN DES MIV 
SIND REDUZIERT 
UND SICHERN EINE 
HÖHERE AUFENTHALTS-
QUALITÄT
DIE RHEINSTRASSE 
IST EIN ATTRAKTIVER 
STADTBOULEVARD 
NEUE GEBÄUDE SIND 
MULTIFUNKTIONAL 
UND DICHTER 
ENTWICKELT
WISSENSCHAFT UND 
TECHNOLOGIE SIND 
BESSER/STÄRKER 
SICHTBAR
DIE RHEINSTRASSE 
IST DURCH IHRE 
REPRÄSENTATIVE 
ARCHITEKTUR 
DARMSTADTS FOYER
RADVERKEHRSWEGE 
SIND BREITER UND 
SICHERER AUSGEBAUT
DIE PLATANEN-
ALLEE ALS 
GRÜNER KORRIDOR 
IST ERHALTEN

108
Durch die Reduktion von Flächen, die dem 
motorisierten Individualverkehr gewidmet sind, 
besteht die Chance, die Rheinstraße wieder zu 
einem attraktiven Stadtboulevard mit hoher 
Aufenthaltsqualität zu entwickeln. Aus Stell-
plätzen werden neue attraktive Stadtplätze. 
Von besonderer Bedeutung sind der Erhalt der 
vorhandenen Platanenallee als „grüner Kor-
ridor“ vom Westwald in die Innenstadt sowie 
der Umgang mit der Abfolge der Grünräume 
auf der Südseite der Rheinstraße bis zur 
Albert-Schweitzer-Anlage.
Anstelle monofunktionaler Bauten, die der 
Straße abgewandt sind, treten hybride, mul -
tifunktionale Gebäude, welche die Weite des 
Straßenraums durch ihre Höhe kompensie -
ren. Sie können Institutionen aus den Berei -
chen Forschung, Wissenschaft und Bildung 
beherbergen und somit der Wissenschaft 
und Technologie mehr Sichtbarkeit verleihen 
sowie Räume und Infrastrukturen für Vernet -
zung und Austausch mit allen Interessier -
ten bereitstellen → Flächen für Arbeiten in 
der Stadt sichern, S. 73. Die angrenzenden 
Unternehmen und Institutionen werden in die 
Quartiersentwicklung und Aufwertung des 
Straßenraums sowie der Verkehrsangebote 
an der Rheinstraße einbezogen. Es werden 
Anreize und Räume geschaffen, die repräsen -
tative Adresse der Rheinstraße mitzugestalten. 
Der Straßenraum wandelt sich zu Darmstadts 
„Foyer“, das durch innovative Projekte den 
Geist der Wissenschaftsstadt sichtbar macht. 
 > Darmstadts Quartiere sichern 
Lebensqualität und Teilhabe –  
das neue Pallaswiesenviertel
Im Rahmen des Förderprogramms „Soziale 
Stadt“ wurden im Pallaswiesen- und Morneweg-
viertel bereits Ideen entwickelt, den Stadtteil 
als zukunftsfähiges Kreativlabor zu stärken. Die 
erarbeiteten Projekte und aktivierten Struk-
turen im Stadtteil werden durch die Strate-
gien des Masterplans DA 2030+ ergänzt und 
gestützt. Das Pallaswiesenviertel ist bereits 
heute von einer starken Mischung in Bezug 
auf die sozialen, funktionalen und baulichen 
Strukturen geprägt. Niedrigpreisiger Wohnraum 
in Ein- und Mehrfamilienhäusern mit kleinen 
Gärten grenzt unmittelbar an großräumige 
Produktions- und Arbeitsorte. Das Quartier 
bietet aufgrund seiner zentralen Lage, seiner 
bestehenden Nutzungs- und Baustruktur, unge-
nutzter Flächenpotenziale und der vorhandenen 
Förderstrukturen ein besonderes Potenzial, hier 
die Leitgedanken des DAQS 2030+ auszutes-
ten: Aus dem industriell-gewerblich geprägten 
Stadtraum mit großen Bauten von geringer 
städtebaulicher Qualität, mit vielen versiegel-
ten Verkehrsflächen und geringen Wohn- und 
Grünanteilen, wird ein neu gedachter urba-
ner Gewerbe- und Lebensraum mit stärkerer 
Durchmischung → DAQS 2030+, S. 88. Durch 
Anreicherung mit verschiedenen Nutzungen, 
kleinteiligen Bauten und Ankerpunkten der 
Infrastruktur entsteht ein Quartier mit attrakti-
vem städtischen Charakter, welches vielfältige 
Angebote in den Bereichen Kunst, Dienstleis-
tungen, Einzelhandel, Bildung und Wohnen 
Raum bietet. 
Im Pallaswiesenviertel kann durch eine (städte-)
bauliche Entwicklung und Konzentration ent-
lang der Pallaswiesenstraße eine neue Mitte für 
das gesamte Viertel geschaffen werden.

109
Masterplan DA 2030+ 
V – Schlüsselräume für die 
Zukunft von Darmstadt
Mit der Erweiterung der Weststadt-Szene an 
den Bahngleisen zu einem kreativen Mittel-
punkt und der Aufwertung des Stadteingangs 
mit Mobilitätspunkt an der Mainzer Straße 
werden drei Ankernutzungen entwickelt, die 
durch einen neuen Freiraumbogen, angelehnt 
an frühere Gleisstrukturen, mit Freizeit- und 
Sportangeboten verbunden werden. 
Neue ÖPNV-Angebote und Rad(schnell)wege 
verknüpfen das Viertel in sich sowie mit dem 
restlichen Stadtgebiet und schaffen durch 
Umsteigepunkte der verschiedenen Verkehrsträ-
ger des Umweltverbundes und Sharing-Angebo-
ten zukunftsfähige Mobilitätsketten. 
Besonders hervorzuheben ist die systematische 
Begrünung und Entsiegelung innerhalb des 
überproportional klimatisch belasteten Darm-
städter Westens. Die neuen vernetzten Grün-
räume bestehen aus kleinen Parks auf Rest-
flächen, nutzbaren Gründächern, Grünanlagen 
und Wasserflächen. Die Begrünung im Freiraum 
und auf Dächern ist essenziell zur Verminde-
rung zukünftiger Hitzeinseln und schafft gleich-
zeitig neue Erholungs- und Bewegungsorte. 
Durch die Einbindung solarer Energiesysteme 
und Nutzung der Abwärme großer Gewerbe-
standorte können Emissionen reduziert und 
Ressourcen effizienter genutzt werden.
FLÄCHENPOTENZIALE 
SIND GENUTZT UND 
DIE NUTZUNGS-
MISCHUNG GESTÄRKT
VIELFÄLTIGE ANGEBOTE 
(DAQS 2030+) BEREICHERN 
DAS QUARTIER  
DER STADTTEIL 
ETABLIERT SICH 
ALS KREATIVLABOR
EINE NEUE 
MOBILITÄTSSCHNITT-
STELLE BIETET KURZE 
WEGE IN DIE REGION
NEUER FREIRAUMBO-
GEN VERBINDET UND 
BIETET FREIZEIT- UND 
SPORTANGEBOTE 
VERSIEGELTE FLÄCHEN 
SIND SYSTEMATISCH 
BEGRÜNT
RADSCHNELLWEGE 
VERKNÜPFEN DAS 
VIERTEL MIT DEM 
UMLIEGENDEN 
STADTGEBIETERNEUERBARE 
ENERGIEQUELLEN 
WERDEN IM QUARTIER 
GENUTZT
DIE PALLASWIESEN-
STRASSE IST DAS 
NEUE ZENTRUM DES 
QUARTIERS

110
 > Darmstadt nutzt seine Ressourcen 
und Flächen verantwortungsvoll – 
die Weiterentwicklung des 
Südbandes
Wichtige Impulse für die zukünftige Entwicklung 
Darmstadts lassen sich entlang eines Bandes 
anordnen, welches um die Kernstadt herum 
verläuft → Grüne Infrastrukturen verdichten und 
vernetzen, S. 50. Das Band verbindet wie eine 
Perlenkette unterschiedliche – in Teilen bereits 
bestehende – Entwicklungsräume, die perspek-
tivisch zu einer verkehrlichen und strukturellen 
Entlastung der Innenstadt beitragen sollen. Das 
Band ist freiräumlich hochwertig gestaltet und 
trägt sowohl zu einer stärkeren Verknüpfung 
des Umweltverbundnetzes als auch zu einer 
 besseren Vernetzung der Grünräume und mehr 
Aufenthaltsqualität in den sich um die Innenstadt 
erstreckenden Freiräumen bei. Die Entwicklung 
des Südbandes stellt einen wesentlichen Teil für 
die Umsetzung dieser Strategie dar. Es verbindet 
durch Wege für den Umweltverbund in attrakti-
ven Grünräumen den Hochschulstandort der TU 
Darmstadt auf der Lichtwiese über den Sport-
park um das Böllenfalltor, die Wohngebiete Stein-
bergviertel und Bessungen-Süd mit den aktuell 
bedeutendsten Konversionsprojekten der Stadt, 
der Lincoln-Siedlung und dem Ludwigshöhviertel 
(ehemals Cambrai-Fritsch-Kaserne). Zudem fin-
den sich hieran angeknüpft großräumige Einrich-
tungen mit einer besonderen Strahlkraft wie die 
Akademie für Tonkunst. 
GRÜNES BAND: 
VERNETZUNG VON 
GRÜNRÄUMEN UND 
UMWELTVERBUND
VERKNÜPFUNG DES 
UMWELTVERBUNDS 
IST AUSGEBAUT UND 
GESTÄRKT
NEUE ANGEBOTE UND 
INFRASTRUKTUREN FÜR 
BESTANDSQUARTIERE 
SIND ENTSTANDEN
GRÜNZÜGE SIND 
GESCHÜTZT UND 
WEITERENTWICKELT
INNERSTÄTISCHE 
GRÜNRÄUME UND 
NATURNAHER 
STADTRAND SIND 
VERNETZT 
BEZAHLBARES 
WOHNEN 
ENTLANG DES 
SÜDBANDES 
GEMISCHTE 
QUARTIERE SIND 
GESCHAFFEN
NEUE HUBS 
SETZEN 
ENTWICKLUNGS-
IMPULSE
WISSENSCHAFT 
UND FORSCHUNG 
SIND WEITER-
ENTWICKELT

111
Masterplan DA 2030+ 
V – Schlüsselräume für die 
Zukunft von Darmstadt
Die bereits im Landschaftsplan als grüne Stadt-
randzonen ausgewiesenen Grünzüge „Böllenfall-
tor-Lichtwiese“ und „Grünzug Bessungen-Süd“, 
die gemäß der Klimaanalyse (2016) auch als 
wichtige Kaltluftbahnen fungieren, werden in die-
ser Entwicklung geschützt und weiterentwickelt. 
Bestehende hochwertige Grünstrukturen werden 
eingebunden. Im Bereich Bessungen-Süd können 
wichtige Freiräume mit Grünanlagen und Wasser-
flächen wie der Goetheteich, Herrgottsbergbach, 
Forellenteich oder Saubach stärker renaturiert 
und entwickelt werden und so für den neu 
geschaffenen Wohnraum für mehr Lebensqualität 
sorgen. Auch die Verknüpfung des naturnahen 
Stadtrandes über den „Grünzug Kraftsruhe“, das 
im Steinbergviertel gelegene Naturdenkmal, zu 
den hochwertigen historischen Grünanlagen in 
Bessungen (Orangerie, Prinz-Emil-Garten, Wolfs-
kehl‘scher Park) birgt ein gutes Potenzial, die 
Freiraumqualitäten im Süden aufzuwerten.
Mit der Entwicklung des Südbandes können 
der Kernstadtbereich und die zentralen Stadt-
quartiere bezüglich der Funktionen Wohnen 
und Arbeiten, Treffpunkte und Freiraum ent-
lastet werden. Entlang des „Südbandes“ wird 
in verträglichem Maß neuer, auch bezahlbarer 
Wohnraum geschaffen. Dadurch entstehen 
neben einer stärkeren sozialen Durchmischung 
immer auch neue Angebote und Infrastrukturen 
für angrenzende Bestandsquartiere. Geplant 
sind zusätzliche Tramverbindungen sowie Rad- 
und Fußwege als zentrale Maßnahmen für die 
zukunftsgerechte Entwicklung des Südbandes. 
Abseits des bereits stark belasteten Straßen-
netzes wird der Fuß- und Radverkehr in Verbin-
dung mit hochwertigen Grünräumen insbeson-
dere entlang des Südbandes geleitet.
Der größtenteils gewerblich genutzte Stadt-
raum nördlich der Lincoln-Siedlung wird mit 
Nutzungen und kleineren Baustrukturen so 
ergänzt, dass ein gemischtes und lebendiges 
Quartier entsteht, während in den Wohngebie-
ten Potenziale für die Umsetzung „produktiver 
Wohnquartiere“ genutzt werden. Neue Hubs 
entlang des Südbandes, etwa an der Heidelber-
ger Straße, der Nieder-Ramstädter Straße und 
der Lichtwiese, geben lokale Entwicklungsim-
pulse für die Quartiersentwicklung. Zusammen 
mit neuen Freiräumen, die vielfältige Nutzungen 
anbieten, stützen diese Hubs bestehende zen-
trale Lagen und bilden neue Quartierszentren 
aus, wodurch die verschiedenen Nachbarschaf-
ten stärker zusammenwachsen. 
Räume für neue Quartiere 
Im Rahmen des Masterplans DA 2030+ wird 
das Ziel verfolgt, Landschaftsräume zu schüt -
zen und eine kompakte Siedlungsstruktur 
zu fördern. Darmstadt setzt sich damit das 
Ziel, eine „klare Kante“ zwischen Stadt und 
Landschaft zu entwickeln und dadurch ange-
sichts des Stadtwachstums so wenig wie 
möglich wertvolle Landschaftsräume zu beein -
trächtigen. Das bedeutet gleichzeitig, dass 
in Darmstadt in Zukunft insgesamt dichter 
gewohnt werden wird. Durch die Arrondierung 
der Siedlungskante wurden Potenzialflächen 
identifiziert, auf denen Siedlungsergänzungen 
bis hin zu neuen Stadtquartieren entwickelt 
sowie Arbeitsplätze, Wohnraum und soziale 
Infrastrukturen mit Mehrwert für bestehende 
Nachbarschaften geschaffen werden könnten. 
Diese identifizierten Potenzialflächen sind 
nicht gleichbedeutend mit zukünftigen Bauf -
lächen, sondern stellen mögliche Untersu -
chungsräume für eine weitere Entwicklung dar.
In der Entwicklung dieser Quartiere ist nicht 
nur auf eine angemessene Mindestdichte zu 
achten, sondern ebenso auf stadtklimatisch 
und ökologisch hochwertige Grünräume. Die 
mittel- bis langfristige Entwicklung dieser 
Potenzialflächen soll unter Berücksichtigung 
lokaler und gesamtstädtischer Belange bei 
Bedarf geprüft werden.

113
VI –
WAS PASSIERT 
NUN? 
ARBEITEN 
MIT DEM 
MASTERPLAN

115
Masterplan DA 2030+ 
VI – Was passiert nun? 
Arbeiten mit dem Masterplan
Mit dem Masterplan DA 2030+ 
liegen nun zentrale „Leitplan -
ken“ für die zukünftige Entwick -
lung der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt vor. Sie schaffen die 
Voraussetzungen dafür, dass 
Transformationsherausforderun -
gen bewältigt und das Wachs -
tum der Stadt gesteuert und 
geplant umgesetzt werden kön -
nen. Die prognostizierten Ver -
änderungen stellen hohe Anfor -
derungen an die Stadt und an 
alle Bewohnerinnen und Bewoh -
ner. Gebraucht werden Mut zur 
bevorstehenden Veränderung 
und die Bereitschaft, Verände -
rungen als Chance und als Mög -
lichkeit für eine Entwicklung in 
eine positive, nachhaltige und 
der Zukunft zugewandten Rich -
tung zu sehen. 
Der Masterplan DA 2030+ stellt 
ein Kommunikationsmittel und 
eine Diskussionsgrundlage dar, 
auf die sich Stadtgesellschaft, 
Politik und Verwaltung berufen 
können. Um die Aufgaben im 
Sinne des Gemeinwohls umset-
zen zu können, muss die Ver-
waltung mit den notwendigen 
finanziellen und personellen 
Ressourcen ausgestattet werden.
PROAKTIVE 
STEUERUNG 
DES WACHS-
TUMS DURCH
DIE VERWAL-
TUNG
Der Masterplan DA 2030+ bein-
haltet die Strategien der zukünf-
tigen räumlichen Stadtentwick-
lung. Er legt die Grundlage 
dafür, dass proaktiv gesteuert 
und agiert werden kann. Der 
Masterplan DA 2030+ ist zen-
trale inhaltliche Basis für Aus-
handlungsprozesse relevanter 
Fragestellungen der Stadtent-
wicklung: Welche Flächen in 
Darmstadt übernehmen welche 
Aufgaben, wo werden Prioritäten 
für welche Nutzungen gesetzt? 
Was ist aus der Perspektive 
des Gemeinwohls zu entschei-
den und wie kann sichergestellt 
werden, dass Ziele einer nach-
haltigen und sozial gerechten 
Entwicklung in konkrete Ent-
scheidungsprozesse einfließen? 
Welche Vorhaben, Projekte sind 
geeignet, die Klimaschutzziele 
zu erreichen sowie das Stadt-
klima positiv zu beeinflussen? 
Bereits der Prozess der Entwick-
lung des Masterplans DA 2030+ 
hat gezeigt, dass ein „Sparten-
denken“ nicht funktioniert. Die 
Umsetzung des Masterplans DA 
2030+ muss deshalb in Planun-
gen und Projekten aller Fachäm-
ter integriert erfolgen. Dement-
sprechend kann der Masterplan 
die ämterübergreifende Zusam-
menarbeit stärken. Alle Fachäm-
ter nutzen den Plan als „Arbeits-
mittel“ und als Leitbild und 
leisten so einen ersten aktiven 
Beitrag zur Umsetzung.

116
Sie verfolgen die Umsetzung 
über ihre etablierten Instru -
mente. Die Inhalte des Mas -
terplans DA 2030+ fließen in 
teilräumliche Konzepte, Maß -
nahmen und räumliche Pla -
nungen der Fachämter ein. 
Wachstums- und Transformati -
onsaufgaben, die im Masterplan 
DA 2030+ auf einer übergeord -
neten planerischen Ebene ange -
sprochen wurden, werden u. a. 
konkretisiert durch das Mobili -
tätskonzept DA 2030+, detail -
lierte Konzepte für Nachver -
dichtung einzelner Quartiere, 
Bebauungspläne, Wohnbauvor-
habenmonitoring etc. 
Die Umsetzung der Handlungs-
felder und Strategien des Mas-
terplans DA 2030+ wurde von 
Anfang an im Prozess inten-
siv mitgedacht. Damit ist ein 
umfangreiches Maßnahmenpaket 
entstanden, welches systema-
tisch auf Relevanz für Ressour-
cen der öffentlichen Hand und 
Umsetzbarkeit zu prüfen und 
entsprechend zu priorisieren ist.
Ohne die notwendigen Ressour-
cen – in personeller und finanzi-
eller Hinsicht – wird die Umset-
zung des Masterplans DA 2030+ 
nicht gelingen. 
Da diese begrenzt sind, wird es 
unabdingbar sein, neben einer 
verbesserten personellen und 
finanziellen Ausstattung auch 
unkonventionell erscheinende 
Lösungen zu entwickeln. Es ist 
zu prüfen, wo sich bei Maßnah-
men Synergieeffekte ergeben 
und wie die Effizienz beim Res-
sourceneinsatz gesteigert wer-
den kann. 
PILOTPRO-
JEKTE UND 
„LOW-HANGING
FRUITS“ LOKA-
LISIEREN UND
UMSETZEN 
Im weiteren Prozess sind bei-
spielhafte Pilotprojekte zu prü-
fen. Das können zunächst Pro-
jekte sein, die bereits initiiert 
sind oder die besonders schnell 
umzusetzen sind. Sie sollen die 
Ziele des Masterplans verfolgen 
sowie einen Bezug zu den Stra-
tegien und den Handlungsräu-
men herstellen. Die Pilotprojekte 
dienen dazu, Umsetzungsmög-
lichkeiten des Masterplans auf-
zuzeigen und für die Stadtbevöl-
kerung anschaulich zu machen, 
welche Chancen der Wandel 
Darmstadts für eine zukunftsfä-
hige, klimaresiliente, sozialver-
trägliche, weltoffene Entwick-
lung der Stadt mit sich bringt. 
Für Fragestellungen, mit denen 
sich die Stadt auf planerisches 
Neuland begibt oder die beson-
ders kontrovers erscheinen, kann 
es ein sinnvoller Ansatz sein,

117
Masterplan DA 2030+ 
VI – Was passiert nun? 
Arbeiten mit dem Masterplan
 Experimentierräume einzu-
richten, in denen – zeitlich und 
räumlich befristet – neue Ideen 
erprobt werden können, etwa im 
Sinne von Verkehrsversuchen. 
In diesen Experimentierräumen 
werden neue Lösungen sichtbar 
gemacht, um zu verdeutlichen, 
dass es mit der Umsetzung des 
Masterplans wirklich losgeht. 
STRATEGISCH -
ES FLÄCHEN-
MANAGEMENT 
WEITER-
ENTWICKELN
Ein strategisches und nach -
haltiges Flächenmanagement 
soll als ein Instrument für eine 
nachhaltige und soziale Stadt-
entwicklung etabliert und aktiv 
praktiziert werden. Die lang -
fristig angelegte kommunale 
Bodenbevorratung ist weniger 
fiskal orientiert, sondern soll 
die Stadt steuerungs- und stra -
tegiefähig machen. 
Daher wird auch ein strategi-
scher Flächenankauf in Form 
eines Zwischenerwerbs durch 
die Stadt geprüft, um für die 
Zukunft einen stärkeren Hand-
lungsspielraum zu generieren.
Im Hinblick auf eine stärkere 
Mobilisierung von untergenutz -
ten Liegenschaften soll der 
Fokus auf für die Stadt flächen-
bedeutsame Liegenschaften, 
die einen effektiven Beitrag 
zur flächen- und ressourcen -
schonenden Innenentwicklung 
leisten können, wie beispiels -
weise Flächen der Bahn oder 
des Bundes, gelegt werden. Im 
Sinne der doppelten Innenent -
wicklung verfolgt das Flächen -
management auch das Ziel, 
Flächen für die bessere Versor -
gung und Vernetzung mit Grün -
flächen bereitzustellen. 
VORREITER 
IN DER 
BETEILIGUNG
Im Prozess Masterplan DA 
2030+ wurde ein wichtiger Mei-
lenstein in einer zukunftsfähigen 
Beteiligungskultur in Darmstadt 
erreicht – aufbauend auf der 
intensiven Bürgerbeteiligung, die 
sich in der Stadt in den letzten 
Jahren etabliert hat. Ziel ist es, 
den Masterplan auch in Zukunft 
im Dialog mit relevanten Part-
nerinnen und Partnern umzu-
setzen und gemeinsam weiter-
zuentwickeln. Dabei gilt es, an 
die konstruktive Diskussions-
kultur anzuknüpfen, mit der der 
Masterplan erarbeitet wurde 
und ihm so weiter Gewicht in 
der öffentlichen Debatte und der 
Politik zu sichern. 
Aus der Gleichzeitigkeit der 
Ansprüche an Flächen und Ent-
wicklungen aus unterschiedli-
chen Perspektiven der Stadt-
entwicklung erwächst ein 
Konfliktpotenzial, das auf pla-
nerischer Ebene nicht abschlie-
ßend gelöst werden kann. Stets 
sind Lösungsfindungen für Ein-
zelmaßnahmen notwendig. Es 
bedarf dazu weiterhin einer 
intensiven politischen Diskus-
sion sowie eines regionalen 
Dialogs für die Stadtentwick-
lung der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt. In diese wird auch 
in Zukunft intensiv der gemein-
schaftliche Dialog eingebunden. 
Zu konkreten Fragestellungen 
und Themen wird eine differen-
zierte Beteiligung der Bürgerin-
nen und Bürger durchgeführt.

118
Viele Strategien und Maßnahmen, 
die im Masterplan DA 2030+ vor-
geschlagen werden, können nicht 
allein von Politik und Verwaltung 
umgesetzt werden, sondern erfor-
dern das Engagement der Bevöl-
kerung, der organisierten Zivil-
gesellschaft und der Wirtschaft. 
Im Verlauf des Umsetzungs-
prozesses ist deshalb gezielt 
zu prüfen, wo Räume für freies 
gemeinschaftliches Engagement 
geöffnet werden können, d. h. wo 
durch Partnerschaften, Über-
tragung von Verantwortlichkei-
ten etc. geeignete Akteurinnen 
und Akteure an der Realisierung 
des Masterplans DA 2030+ aktiv 
beteiligt werden können.
Gesamtstädtische Ziele kön-
nen nur im Rahmen einer regio-
nal vernetzten Stadtentwicklung 
über die Grenzen der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt hinaus 
umgesetzt werden. In diesem 
Sinne hat das Regierungspräsi-
dium Darmstadt das Regionale 
Entwicklungskonzept für Südhes-
sen erarbeitet, das für den Regie-
rungsbezirk eine Perspektive für 
die Entwicklung in der Region 
aufzeigt. Die Wissenschaftsstadt 
Darmstadt wird die angrenzen-
den Kommunen, etwa die Nach-
bargemeinden des Landkreises 
Darmstadt-Dieburg, das Regie-
rungspräsidium Darmstadt 
sowie ggf. auch andere Akteurin-
nen und Akteure weiterhin und 
verstärkt in den Umsetzungspro-
zess einbeziehen. 
DEN WANDEL
VERANSCHAU-
LICHEN, KOM-
MUNIZIEREN 
UND ERLEB-
BAR MACHEN
Öffentlichkeit, Politik und Ver-
waltung werden auch in Zukunft 
umfassend über den Wandel in 
Darmstadt und die Weiterent-
wicklung und Umsetzung des 
Masterplans informiert. Im Rah-
men der Beteiligung der Bürge-
rinnen und Bürger werden zum 
einen die aus dem Prozess ent-
standenen Konzepte und Ideen 
in der weiteren vertiefenden 
Bearbeitung vorgestellt, kom-
muniziert und diskutiert. Ziel 
ist, die Stadtgesellschaft beim 
anhaltenden Wandel und bei der 
Stadtentwicklung mitzunehmen 
und einzubeziehen. Zum ande-
ren sollen der in der Stadtgesell-
schaft angestoßene Denk- und 
Reflexionsprozess zum Thema 
Stadt im Wandel und die Auswir-
kungen und Möglichkeiten der 
Einflussnahme eines jeden auf 
die Stadt und seine Umwelt wei-
tergeführt werden. Weitere For-
mate, die diesen Prozess unter-
stützen, sind zu fördern.
Die hohe Anschaulichkeit der pro-
totypischen, ggf. zunächst tem-
porär erprobten Maßnahmen in 
den Stadtaktionen während des 
Masterplanprozesses verdeutlicht 
die Chancen des Wachstums für 
Darmstadt und unterstützt so die 
Akzeptanz des Wandels. Das gilt 
für eine erforderliche Entwicklung 
neuen Wohnraumes genauso wie 
für Maßnahmen der Klimaanpas-
sung und die künftige Mobilitäts-
politik: Alternativen zum motori-
sierten Individualverkehr müssen 
vielfältig, flächendeckend und 
integriert nutzbar werden, damit 
sie Zustimmung finden. Aufbau-
end auf den Erfahrungen mit 
„Darmstadts Schätzen“ und den 
„Stadtaktionen“ gilt es, Formate 
zu entwickeln, die Wandel, Verän-
derung und Wachstum erlebbarer 
machen oder erproben. Hierbei 
sind auch neue Methoden, die die 
Digitalisierung und die „Digitale 
Stadt“ bieten, einzubeziehen.

119
Masterplan DA 2030+ 
Epilog
OPTIMISTISCHE
VORAUSSCHAU:
DIE POST-
CORONA-STADT
Vier Jahre hat Darmstadt an 
einem Masterplan als räumliche 
Entwicklungsstrategie gearbeitet, 
hat analysiert, Trends aus ande-
ren Städten zusammengetra-
gen, Ideen entwickelt, diskutiert 
und auch konstruktiv gestritten. 
Entstanden ist ein Konzept, das 
nicht nur eine wünschenswerte 
Zukunft für Darmstadt skizziert, 
sondern Analogien zu Tendenzen 
und Debatten der Stadtentwick-
lung in Deutschland und Europa 
erkennen lässt.
Sinnbildlich, aber tatsächlich 
auch kalendarisch einen Tag 
nach Redaktionsschluss begann 
im März 2020 kontinental der 
Lock-Down in Folge der Corona/
Covid-19-Krise. Das Ende der 
Gültigkeit aller bisherigen 
Annahmen und Prognosen zu 
räumlichen Entwicklungstrends 
in unseren Städten? Zumindest 
muss man sich damit auseinan-
dersetzen, ergebnisoffen hinter-
fragen und auch benennen, wo 
weitere Erkenntnisse abzuwar-
ten sein könnten. Nach aktuel-
lem Stand kristallisieren sich 
dabei unter anderem folgende 
Themen heraus: 
DIGITALE LEBENS- UND 
ARBEITSWELTEN
Das Homeoffice, oft genug auf-
wändig kombiniert mit Home-
schooling, ist das kollektive 
Erlebnis des (büro-)arbeiten-
den Gesellschaftsteils in Zei-
ten von Corona. Im Sinne eines 
Leapfrogging-Effekts, also durch 
das abrupte Überspringen jeg-
licher Zwischenstufen, ist es 
von einem Tag auf den anderen 
über einen Großteil der Arbeit-
nehmerinnen und Arbeitneh-
mer hereingebrochen, die zuvor 
keine oder wenig Erfahrung mit 
diesem  Arbeitsmodell hatten. 
Innerhalb kürzester Zeit wurden 
in den Haushalten Arbeitsplätze 
und IT-Infrastrukturen aufgebaut 
oder temporär improvisiert. Die 
Spanne der daraus resultierenden 
Erfahrungswelten ist enorm. Wir 
wissen nun deutlich besser, wel-
che Arbeitsvorgänge im Homeof-
fice gut zu erledigen sind und wo, 
insbesondere dann, wenn es um 
Teamwork geht, die Grenzen von 
Videokonferenzen in Bezug auf  
kreative Prozesse und vertrauens-
volle Absprachen liegen.
Klar ist jedoch, dass die multi-
lokale Arbeitsorganisation einen 
Schub erlebt und weiter erle-
ben wird. In Immobilienfachkrei-
sen wird angenommen, dass auf  
diesem Weg bis zu 20 Prozent 
der derzeit genutzten Büroflä-
chen freigesetzt werden könnten. 
Dem steht allerdings die Frage 
gegenüber, welche Auswirkun-
gen die Berücksichtigung von 
 Abstandsregelungen, wie sie in 
Krisenzeiten Gültigkeit haben, 
künftig auf Mehrpersonen-, Grup-
pen- und Großraumbüros haben 
werden. Ein ganz neuer Aspekt 
ist zumindest, dass das zuvor als 
Auslaufmodell gescholtene Ein-
zelbüro hinsichtlich der Virus-Ab-
wehr im Vorteil ist. In Bezug auf  
die Verhältnisse in Darmstadt ist 
zum einen ins Kalkül zu ziehen, 
dass angesichts der hohen Dichte 
von Unternehmen im IT-Sektor 
von einer besonderen Homeof-
fice-Affinität auszugehen ist, die 
bereits vor der Krise weiter als 
in anderen Branchen entwickelt 
war. Zum anderen ist zu beden-
ken, dass die Leerstandsquote 
im Büroimmobilienmarkt sehr 
niedrig und die Verfügbarkeit von 
freien Gewerbeflächen praktisch 
bei Null war, sodass lediglich von 
einem dämpfenden Effekt für die 
bestehende Drucksituation am 
gewerblichen Immobilienmarkt 
auszugehen ist, nicht aber von 
einem strukturellen Umbruch.
Bewertet man diesen Effekt über-
greifend funktional, so muss 
man zu dem Ergebnis kommen, 
dass es durch Homeoffice-Lö-
sungen zu einer (teilweisen) Ver-
schiebung von Bedarfen aus dem 
Büroimmobilien- hinein in den 
Wohnungsmarkt kommen wird, 
da mehr tatsächlich sachge-
rechte Arbeitsplätze in den Pri-
vatwohnungen benötigt und bei 
Miet- oder  Kaufentscheidungen 
berücksichtigt werden.  Dies 
wiederum steht der Vorstellung 
effizienteren Wohnens  zumindest

120
quantitativ, trotz aller „Tiny-Of-
fice-Ideen“, die es auch auf die-
sem Feld ohne Zweifel geben 
wird, entgegen und spricht 
gesamtstädtisch für ein „Null-
summenspiel“ hinsichtlich der 
bereits postulierten Flächenbe-
darfe. Sicher ist es jedoch ein 
weiteres Argument für mehr 
gemischte Quartiere, wie es der 
Masterplan DA 2030+ als Ziel 
bereits vor der Krise benannt hat.
Das Leben und Arbeiten unter den 
Bedingungen der Corona-Krise ist 
ohne die Nutzung der Möglich-
keiten der Digitalisierung prak-
tisch undenkbar. Der Masterplan 
DA 2030+ benennt die Digital-
stadt als integralen Teil von Stadt 
insgesamt – nicht als Parallel-
welt. Deren Möglichkeiten wei-
ter auszubauen, ist klarer Hand-
lungsauftrag. Zugleich zeigt sich, 
dass die digitalen Infrastrukturen 
(Breitband etc.) spätestens jetzt 
als selbstverständlicher Teil von 
Daseinsvorsorge zu verstehen sind 
und dort, wo der Markt nicht aus 
sich selbst heraus diese Struktu-
ren schafft, solche im Sinne der 
Daseinsvorsorge und um gleichbe-
rechtigte Teilhabe zu gewährleis-
ten geschaffen werden müssen. 
SOZIALER AUSGLEICH
Eine wesentliche Erkennt-
nis der Corona-Krise ist, dass 
auf zentrale Basisdienstleis-
tungen nicht verzichtet werden 
kann.  Zahlreiche Arbeitsplätze, 
die nicht durch das Homeoffice 
ersetzt werden können, haben 
sich als tragende und unverzicht-
bare Säulen der Gesellschaft 
erwiesen. Langfristig könnte es 
sich als gesellschaftspolitisch 
problematisch erweisen, dass 
sich eine breite, oft akademi-
sche Mittelschicht ins Homeof-
fice zurückziehen kann, wäh-
rend andere auch in Zukunft mit 
den bestehenden Belastungen 
und weniger Flexibilität leben 
müssen. Dies gilt in besonderer 
Weise auch für die Erfahrungen 
aus dem Bereich Homeschooling, 
bei dem Kinder aus Haushalten 
mit hohen Bildungsabschlüssen 
auf Seiten der Eltern aktuell klar 
bevorteilt sind. Bei der Weiter-
entwicklung und Etablierung sol-
cher Strukturen und Funktionen 
ist in Zukunft intensiv darauf zu 
achten, dass bestehende soziale 
Disparitäten im urbanen Raum 
nicht weiter verschärft oder sogar 
neu heraus präpariert werden. 
NACHHALTIGE MOBILITÄT
Die Verlagerung von Arbeit ins 
Homeoffice und insgesamt das 
weitgehende Erlahmen des 
öffentlichen Lebens während 
des Lock-Downs hatten starke 
Auswirkungen auf die Ver-
kehrsdichte. Da Darmstadt als 
einzige Stadt in Deutschland 
seine Verkehrsdaten aus den 
Lichtsignalanlagen in Echtzeit 
auf einer Open- Data-Plattform 
zur Verfügung stellt, waren 
vom ersten Tag an systemati-
sche Analysen möglich. Hoch-
gradig auffallend war dabei, 
dass die tatsächliche Abnahme 
des MIV und der „gefühlte“, 
 optische Effekt dessen massiv 
voneinander abwichen. Ein Rück-
gang von 20 bis 30 Prozent, 
wie er tatsächlich stattfand, 
wurde von vielen Beobachten-
den als 70 bis 80 prozentiger 
Einbruch wahrgenommen. Dies 
stützt die These, die den Mas-
terplan DA 2030+-Überlegun-
gen zu Grunde liegt, dass bereits 
eine langfristige Reduzierung 
des MIV um rund 20 Prozent die 
Verkehrs-, Lärm- und weiteren 
Emissionsprobleme weitgehend 
beheben und Straßenraum frei 
machen würde, der für bessere 
Fußwege, weitere Radwege- und 
(schienengebundene) ÖPNV-Pro-
jekte dringend benötigt wird. 
Dazu ist eine Homeoffice-Offen-
sive als Teil innovativer betrieb-
licher Mobilitätskonzepte mit 
der Stadt als agilem Arbeitgeber 
an der Spitze sinnvoll – kombi-
niert damit, den weiteren Umbau 
des Verkehrssystems voranzu-
treiben und den Umweltverbund 
innerhalb des Modal Splits kon-
sequent zu stärken. Ergo, die 
Corona-Krise zeigt auf, welche 
Chancen in einer ökologischen 
Verkehrswende für die Lebens-
qualität und die Funktionsfähig-
keit unserer Städte liegen. Der 
Masterplan DA 2030+ benennt 
dies ebenfalls und ist in dieser 
Hinsicht als bestärkt  anzusehen. 
LOKALE WIRTSCHAFTS-
KREISLÄUFE
Gerade zu Beginn der Coro-
na-Krise, als noch vorwie-
gend der asiatische Kontinent 
mit China im Zentrum des

121
Masterplan DA 2030+ 
Epilog
 Infektionsgeschehens betroffen 
war, zeigte sich die Fragilität der 
globalen Wirtschaftszusammen-
hänge und welche Wirkungen von 
einer übermäßigen Abhängig-
keit von einzelnen Produktions-
ländern für Schlüsselprodukte 
(hier  Pharmazeutika und sons-
tige medizinische Erzeugnisse) 
ausgehen können. Daraus folgt 
die öffentlich diskutierte Forde-
rung, Produktion nach Deutsch-
land und Europa zurückzuholen 
bzw. diese weltweit besser zu ver-
teilen, um zu robusteren Liefer-
ketten zu kommen. Vorausset-
zung dafür ist es in jedem Falle, 
ausreichend produktionstaugliche 
Gewerbeflächen zur Verfügung zu 
stellen. Auch der Masterplan DA 
2030+ benennt diesen Mangel 
bereits und zeigt mögliche Wege 
auf, um insbesondere im Darm-
städter Norden neue Gewerbege-
bietsbereiche zu erschließen.
MULTIFUNKTIONALE
INNENSTÄDTE
Die Krise des stationären Ein-
zelhandels in Folge des Auf-
kommens des Online-Handels 
ist ein Phänomen des letzten 
Jahrzehnts. Die weitgehende 
Schließung des  stationären 
 Einzelhandels  während der 
 Corona-Krise hat hierbei wie ein 
Katalysator gewirkt und trotz 
aller staatlicher Hilfen der Bran-
che so massiv Kaufkraft entzo-
gen, dass die Handelsverbände 
mit einer Insolvenzquote von bis 
zu 20 Prozent rechnen. Ähnliche 
Effekte betreffen die Gastrono-
mie, Dienstleistende und Kultur-
schaffende. Dabei bleibt abzu-
warten, über welchen Zeitraum 
hinweg Infektionsschutzmaß-
nahmen im Sinne von Besuch-
erobergrenzen und  Maskenpflicht 
als notwendig  erachtet oder ob 
diese zum Teil sogar dauerhaft 
Bestand haben werden. Folge 
wäre eine deutliche Senkung der 
Flächenproduktivität und eine 
Beeinträchtigung des Einkaufs-
erlebnisses insbesondere bei 
Waren des mittel- und länger-
fristigen Bedarfs. Von negativen 
Strukturveränderungen in den 
Haupteinkaufsstraßen der deut-
schen Fußgängerzonen müsste 
dann fest ausgegangen werden. 
Zu erhoffen ist aus städtischer 
Sicht unabhängig davon jedoch, 
dass sich der bereits begonnene 
Prozess einer Absenkung der 
Spitzenmieten insbesondere in 
der City fortsetzt, um die Erpro-
bung neuer, innovativer Handels-, 
Dienstleistungs- und Veranstal-
tungskonzepte zu ermöglichen, 
die vorher aufgrund der hohen 
Rahmenkosten oft außerhalb der 
Reichweite lag.
Die Krise erhärtet aber auch 
die unbedingte Notwendigkeit, 
an einer konsequenten städti-
schen Einzelhandelssteuerung 
zu Gunsten der Innenstadt und 
der wohnortnahen Versorgung 
in den Stadtteilen festzuhalten. 
Besonderes Augenmerk muss 
dabei der attraktiven Funktions-
mischung von Handel, Gastrono-
mie und Kultur gelten, um über 
die reine Bedürfnisbefriedigung 
hinaus Anlässe zu schaffen, in die 
 Zentren zu kommen. Der Mas-
terplan DA 2030+ benennt dies 
ebenfalls und zeigt mögliche 
Wege auf, um die Innenstadt und 
die  Quartierszentren zu stärken.
LEBENDIGE QUARTIERE UND
NACHBARSCHAFTEN
Als Kennzeichen der Bewältigung 
der Corona-Krise „im Kleinen“ 
wird die Solidarität und Nach-
barschaftshilfe im Quartier in 
Erinnerung bleiben. Vom Einkauf  
für die Nachbarinnen und Nach-
barn, die man bis dahin viel-
leicht kaum kannte, bis zum soli-
darischen Kauf von Gutscheinen 
für das geschlossene Restaurant 
an der nächsten Ecke reicht die 
facettenreiche und oft von hoher 
Kreativität geprägte Kette. Diese 
emotionale Nähe trotz oder 
gerade wegen des notwendigen 
„Social Distancing“ gilt es, zu 
konservieren und für lebendige 
Quartiere weiterzuentwickeln. 
Der Masterplan DA 2030+ greift 
den Quartiersansatz bereits 
intensiv auf und macht Aussa-
gen zu vielfältigen, nutzungsge-
mischten und attraktiven Vierteln 
und Stadtteilen.  
GESTÄRKTE STADTNATUR 
UND NAHERHOLUNGSRÄUME
Die Ausgangs- und Reisebe-
schränkungen zur Eindämmung 
von Covid-19 haben eine Kon-
zentration auf das unmittelbare 
Wohnumfeld und das  Stadtgebiet 
erzwungen, wie sie zuvor oft

122
unbekannt oder zumindest 
in  Vergessenheit geraten war. 
Zugleich wurde mit der Coro-
na-Krise brennglasähnlich hervor-
gehoben, welche enorme Bedeut-
samkeit dem  innerstädtischen 
Grün und seiner Vernetzung 
zukommt – natürlich in stadt-
ökologischer Hinsicht, aber auch 
als Aufenthaltsorte in Wohnungs-
nähe. Gleiches gilt für die Quar-
tiersplätze. Der Masterplan 
DA 2030+ benennt den Aspekt 
der Stärkung der Stadtnatur als 
zentrales Ziel vor dem Hinter-
grund des Klimawandels, des 
Ziels der Biodiversität und der 
Lebensqualität. Diese Aussagen 
werden durch die Erfahrungen 
während der Covid-19-Bedrohung 
nochmals bestätigt und erhärtet. 
GESCHÜTZTES KLIMA
Und was macht die derzeitige 
Situation mit dem Darmstäd-
ter Klima und der Luft? Aktu-
elle Schätzungen gehen davon 
aus, dass der Lock-Down eine 
 Reduktion des Auto- und Last-
wagenverkehrs von 30 bis 40 
Prozent und der damit einherge-
henden Emissionen bewirkt hat. 
Doch wie groß der langfristige 
Einfluss der pandemiebedingten 
positiven Effekte auf die Luft-
qualität ist, kann zum aktuellen 
Zeitpunkt noch nicht vorherge-
sagt werden. Fest steht jedoch, 
dass man sich auf dem zeit-
lich befristeten Lock-Down und 
dessen positiven Auswirkungen 
auf Klima und Luft nicht ausru-
hen darf, sondern weiterhin aktiv 
und intensiv an Maßnahmen zur 
CO2-Reduktion arbeiten muss. 
Auch hier zeigt der Masterplan 
DA 2030+ umfassend notwen-
dige Maßnahmen auf.
FAZIT
In der Summe zeigt sich, dass 
der Masterplan DA 2030+, des-
sen Erarbeitung in die Zeit vor 
der Corona-Krise fällt, in wesent-
lichen Punkten Lerneffekten 
vorgreift, die wir bisher aus 
der Bewältigung der Pandemie 
ableiten können. Dies ist kein 
Zufall. Bereits vor Corona stand 
die Diskussion über eine zeitge-
mäße Stadtentwicklung unter 
Vorzeichen, die sich in der Krise 
wiederfanden bzw. verstärk-
ten. Zu nennen ist hier z. B. der 
ursprünglich aus der Unterneh-
mensorganisation stammende 
VUCA-Ansatz. VUCA steht für 
die englischen Begriffe  volatility 
(Unbeständigkeit), uncertainty 
(Unsicherheit),  complexity 
 (Komplexität) und ambiguity 
(Mehrdeutigkeit), die Entschei-
dungsprozesse in einem globa-
lisierten und individualisierten 
Umfeld begleiten. Diesen Rah-
menbedingungen begegnen wir 
auch in der Corona-Krise. Ihnen 
müssen Strategien entgegenge-
setzt werden, die Agilität und 
Resilienz als Grundmerkmale 
enthalten. 
Insofern hat der Plan selbst 
einen „Stresstest“ vor sei-
ner eigentlichen Beschlussfas-
sung bestanden und sich als 
robustes Instrument für eine 
 zukunftsgerichtete Stadtentwick-
lung bewiesen. Es handelt sich 
um eine Entwicklungsstrategie, 
die auf eine resiliente Stadt mit 
starken Quartieren und quali-
tätsvollen Grünräumen abzielt 
– flexibel genug, um auf ver-
änderte Rahmenbedingungen 
reagieren zu können.
Es wird daher weiter notwendig 
sein, kontinuierlich zu überprü-
fen, wie sich durch Covid-19 die 
sozioökonomischen Parameter 
verändern und welche räumli-
chen Auswirkungen sich dar-
aus ergeben. Auch dies ist eine 
Fähigkeit, die eine lernende 
Stadt und mit ihr ihre Entwick-
lungsstrategien haben müs-
sen. So ist es eine noch offene 
Frage, wie man künftig stadt-
planerisch mit den sich mög-
licherweise abzeichnenden 
Zielkonflikten hinsichtlich der 
Planungsparadigmen soziale/
funktionale Nähe und bauliche 
Dichte vor dem Hintergrund des 
Infektionsschutzes umgehen 
wird. Am aktuellen Höhepunkt 
der Krise haben sich hier in 
den deutschen Städten gewisse 
Versprünge und Widersprüche 
angedeutet. Ob dies ein Kurz-
zeitphänomen war oder mit-
tel- und langfristige Wirkungen 
davon ausgehen, kann erst spä-
ter beantwortet werden.

123
PROJEKT-
BETEILIGTE
MASTERPLAN
DA 2030+
D5
strategische Steuerung 
Dezernat I, II, III, IV und V  
LENKUNGSKREIS  
MASTERPLAN DA 2030+ 
externe fachliche und politische
Beratung
Externe wissenschaftliche Fach-
expertinnen und Fachexperten:
Prof. Dr. Jörg Dettmar, TU 
Darmstadt, Fachbereich Architek-
tur / Prof. Dr. Markus Emanuel, 
Hochschule Darmstadt, Fachbe-
reich Soziale Arbeit / Burkhard 
Horn, freiberuflicher Berater, 
Mobilität & Verkehr – Strate-
gie & Planung, Berlin / Dr.-Ing. 
Monika Meyer, Geschäftsführe-
rin Institut Wohnen und Umwelt 
GmbH / Prof. Dr. Guido Spars, 
Bergische Universität Wupper-
tal,  Fachbereich Architektur / Dr. 
Daniel Theobald, Geschäftsbe-
reichsleiter IHK Darmstadt 
Vertreterinnen und Vertreter der 
acht Fraktionen aus der Stadtver-
ordnetenversammlung der Wis-
senschaftsstadt Darmstadt / 
Vertreterinnen und Vertreter der 
planenden Ämter dezernatsüber-
greifend / Dezernat III (Vorsitz) 
PROJEKTKOORDINATION 
DA 2030+
interne fachliche Beratung
Amt für Interkulturelles und 
Internationales / Amt für Sozia-
les und Prävention sowie nach-
geordnete Einrichtungen / Amt 
für Wirtschaft und Stadtentwick-
lung / Amt für Wohnungswesen / 
Bauaufsichtsamt / Bürger- und 
Ordnungsamt / Bürgerbeauf-
tragte / Denkmalschutz und 
Denkmalpflege / Dezernat V 
Koordination Planung und Pro-
jekte / Eigenbetrieb für kom-
munale Aufgaben und Dienst-
leistungen (EAD) / Eigenbetrieb 
Darmstädter Werkstätten und 
Wohneinrichtungen (EDW) / 
Eigenbetrieb Immobilienma-
nagement Darmstadt (IDA) / 
Finanzverwaltung / Frauenbüro /  
Grünflächenamt / Jugendamt 
sowie nachgeordnete Einrichtun-
gen / Klimaschutzbeauftragter /
Fluglärmbeauftragter / Kultur-
amt / Mobilitätsamt / Presse-
stelle / Radverkehrsbeauftragter / 
 Rechtsamt / Referat Stadtwirt-
schaftskoordination / Schulamt / 
 Sportamt / Stadtplanungsamt / 
Straßenverkehrs- und Tiefbau-
amt / Umweltamt / Vermes-
sungsamt / Wissenschaftsstadt 
Darmstadt Marketing GmbH
KLEINER KREIS  
MASTERPLAN DA 2030+ 
Projektleitung und operative
Steuerung
Amt für Wirtschaft und Stad -
tentwicklung / Stadtplanungs -
amt / Urban Catalyst GmbH / 
Dezernat III 
TEAMS DES KOOPERATIVEN 
PLANUNGSVERFAHRENS
Freie Stadt: BJP Bläser Jansen 
Partner GbR, Hermannstraße 
162a, 44263 Dortmund mit Felixx 
Landscape Architects & Plan-
ners BV , Gustoweg 45h, 3029 AR 
Rotterdam NL / Mobile Stadt: 
SHP Ingenieure Plaza de Rosa-
lia, 130449 Hannover mit Stete 
Planung, Sandbergstraße 65, 
64285 Darmstadt / Quartiers-
stadt: berchtoldkrass space&op-
tions, Schützenstraße 8a, 76137 
Karlsruhe mit performative archi-
tektur, Gaisburgstr. 21, 70182 
Stuttgart / Wohnstadt: Raumwerk 
Gesellschaft für Architektur und 
Stadtplanung mbH, Gutleutstraße 
163-167, 60327 Frankfurt am 
Main mit büro luchterhandt Stadt-
planer Architekten Landschafts-
architekten, Shanghaiallee 6, 
20457 Hamburg / Wissenschafts- 
und Arbeitsstadt: 711 Labor für 
urbane Orte und Prozesse Tal-
straße 41, 70188 Stuttgart mit 
asp Architekten GmbH, Talstraße 
41, 70188 Stuttgart

HERAUSGEBER
Wissenschaftsstadt Darmstadt 
Stadtplanungsamt 
Mina-Rees-Straße 12 
64295 Darmstadt
Amt für Wirtschaft und 
Stadtentwicklung 
Im Carree 1 
64283 Darmstadt 
www.darmstadt.de
KONZEPTION, REDAKTION
UND GESTALTUNG
Urban  Catalyst  GmbH 
Fritz Lammert, Luca Mulé, 
Dr. Cordelia Polinna 
Glogauer Straße 5 
10999 Berlin
www.urbancatalyst.de
BILDNACHWEIS
Alex Deppert (S. 18 M.r., S. 19 M.r.) 
Alle weiteren Fotos: Urban  Catalyst 
GmbH, Dr. Cordelia Polinna, Fritz 
Lammert und Wissenschaftsstadt 
Darmstadt, Stadtplanungsamt, 
 Christina Illi und Amt für Wirtschaft 
und Stadtentwicklung, Ulrich Mathias

anlage 3

321 Zeichen

Punkt 9: ////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+ 
Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt 
 (V-Nr. 2020/0141) 
 
Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage 
zuzustimmen. 
  
Gegenstimmen: Fraktionen SPD, AfD, FDP und UWIGA 
Stimmenthaltung: Fraktionen UFFBASSE und Die Linke.

anlage 4

394 Zeichen

Punkt 18: ////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+ 
Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt 
 (V-Nr. 2020/0141) 
 
Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage 
zuzustimmen. 
  
Gegenstimmen: SPD, AfD, Die Linke., FDP und UWIGA  
Stimmenthaltung: UFFBASSE  
 
Stadtv. Beißwenger (FDP) bittet um Auskunft, wie hoch die Kosten für den 
Masterplan waren.

anlage 2

20914 Zeichen

- 2 - 
 
Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
28.05.2020 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
 
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss- 
       fassung Fachausschuss 
Dezernat I 
Dezernat II 
Dezernat IV 
Dezernat V 
 
 
Amt: Stadtplanungsamt 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler: 
I II  
III 61 
IV V 
Stvv 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2020/0141 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
155 
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.:   511020 
Kostenstelle:  061-001-1000 (2020) 
                      061-005-1000 (ab 2021) 
Investitionsnummer:       
Kostenträger: 5110-21 (2020) 
                      Verteilung (ab 2021) 
Sachkonto: 6779360 
 
Betreff: ////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+ 
Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt  
 
Vorlage vom: 25.05.2020 
 
Beschlussvorschlag: 
1. Der Magistrat beschließt den Masterplan DA 2030+ als räumliche Entwicklungsstrategie 
(Anlage 1). Der Masterplan DA 2030+ bildet die fachlich -inhaltliche Basis für die 
kommunalpolitische Diskussion und Entscheidungsfindung und dient als Strategiepapier 
für die künftige städtebauliche Entwicklung.  
 
2. Zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem Masterplan DA 2030+ sind die erforderlichen 
Mittel durch das jeweilige Fachamt anzumelden  sowie die notwendigen Gremienbe -
schlüsse im Vorfeld einzuholen.

- 3 - 
 
3. Die verwaltungsinterne Steuerung der Umsetzung des Masterplans und das Monitoring 
der Umsetzung erfolgen in Federführung durch das Stadtplanungsamt und das Amt für 
Wirtschaft und Stadtentwicklung. 
 
4. Zur Begleitung der Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sowie zur Verstetigung und 
Evaluierung der Stadtentwicklungsstrategie wird die ämterübergreifende 
Projektkoordination 2030+ fortgeführt.  
 
 
Anlagen:  Abschlussbericht Masterplan DA 20 30+ 
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom 03.06.2020 
 
Der Vorlage wird zugestimmt.

- 4 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 25.05.2020  
 
Die Entwicklung urbaner Räume in Deutschland und damit auch der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt ist heute mit vielfältigen Herausforderungen und übergeordneten 
Rahmenbedingungen konfrontiert, u. a. dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel, 
zunehmender sozialräumlicher Polarisierung, der digitalen Transformation, dem 
wirtschaftlichen Strukturwandel sowie der Notwendigkeit von Klima- und Ressourcenschutz. 
Diese Rahmenbedingungen sind auch in der Wissenschaftsstadt Darmstadt bei allen 
Planungen zu berücksichtigen, ist die Stadt doch stellenweise in besonderer Weise von diesen 
Veränderungsprozessen betroffen. Das Wachstum attraktiver Städte – bei gleichzeitiger 
Schrumpfung von ökonomisch weniger attraktiven Städten im ländlichen Raum – gilt in 
besonderem Maße für Darmstadt. Dabei ist das Wachstum nicht das Ziel, sondern Realität. 
 
Der aktuell rechtswirksame Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2006, der die 
planungsrechtliche Grundlage der aktuellen Stadtentwicklung ist, ging für das Ziel-Jahr 2020 
von einer maximalen Einwohnerzahl von 148.900 aus. Die Bevölkerungszahl hat sich in den 
letzten 15 Jahren um rd. 24.000 Einwohnerinnen und Einwohner und damit 17 % gesteigert. 
Auf dem Stadtgebiet leben somit heute bereits über 162.000 Menschen. Alle aktuellen 
Bevölkerungsprognosen (Wissenschaftsstadt Darmstadt, Hessisches Statistisches Landesamt, 
HessenAgentur) gehen von einer weiteren Bevölkerungszunahme in Darmstadt aus: bis 2030 
rd. 175.000, gemäß Demografiebericht 3 der Wissenschaftsstadt Darmstadt kann bei einem 
jährlichen Wanderungsgewinn von 1.100 Personen von einem Bevölkerungswachstum von rd. 
184.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bis zum Jahr 2035 gerechnet werden. Berechnungen 
des Instituts für Umwelt (IWU) zu Folge besteht bis 2030 dadurch ein Bedarf von rd. 18.000 
Wohnungen. 
 
Beim Thema Arbeitsplätze ging der Flächennutzungsplan 2006 für das Jahr 2020 von einer 
Arbeitsplatzerhöhung um ca. 10.000 aus. Die Zahl der Arbeitsplätze betrug jedoch bereits im 
Jahr 2015 130.200 und liegt somit bei einer Erhöhung von rd. 12.000 Arbeitsplätzen – mit 
einem fortlaufenden Anstieg bis heute. 
 
Dieses Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum erzeugt in Darmstadt einen erheblichen 
Bedarf an Flächen für einerseits Wohnungsneubau bzw. Gewerbeentwicklung und andererseits 
einen Flächenbedarf für die damit einhergehende Erweiterung der technischen und sozialen 
Infrastruktur sowie der Grünräume. Diese benötigten Flächen stehen in Darmstadt jedoch nur 
sehr begrenzt zur Verfügung. Im Wesentlichen sind die Flächenreserven in Form von ehemals 
militärisch genutzten Liegenschaften und gewerblichen Konversionsflächen vorhanden. 
Allerdings übersteigt der vom IWU 2013 prognostizierte Wohnbauflächenbedarf die 
vorhandenen Baulandkapazitäten deutlich.   
 
Die starke Zunahme der Darmstädter Bevölkerung und des Arbeitsplatzwachstums in den 
letzten 10 Jahren hat ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Stadt. 
Denn zum einen steigt die Anzahl derer, die in die Stadt aufgrund der Arbeitsplätze einpendeln 
(derzeit ca. 95.000 Einpendlerinnen und Einpendler), gleichzeitig steigt auch die Zahl derer, 
die in Darmstadt leben, aber außerhalb von Darmstadt arbeiten und damit auspendeln (derzeit 
ca. 30.000 Auspendlerinnen und Auspendler). Das Verkehrsnetz ist längst an seine 
Kapazitätsgrenzen gelangt und dies obwohl sich der Modal Split (Verteilung des 
Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel) laut aktueller Studie der Technischen 
Universität Dresden (Mobilität in Städten – SrV 2018) erheblich zu Gunsten der 
Fahrradnutzung verschoben hat (22 %) und sich der Kfz-Verkehrsanteil auf 35 % verringert 
hat. Dennoch hat sich von 2006 bis 2020 die Anzahl der Kfz-Fahrten/Tag von ca. 460.000 auf

- 5 - 
550.000 erhöht (Grundlage Verkehrsmodell der Wissenschaftsstadt Darmstadt). Da die 
Straßenräume nicht beliebig erweitert werden können, führt das gewachsene 
Verkehrsaufkommen bereits heute im Ergebnis zur Begrenzung der (Wohnbau-) 
Entwicklungsmöglichkeiten in der Stadt Darmstadt.   
 
Zugleich steht die Stadt aber auch vor der Herausforderung, den Wirkungen des Klimawandels 
entgegenzutreten und die Netto-CO2-Emissionen bis 2035 auf null zu senken. 
 
Damit all diese Anforderungen an die Stadt gesteuert, sozial gerecht sowie bestmöglich für 
eine integrierte Stadtentwicklung genutzt werden können, bedarf es einer übergeordneten 
Strategie. Mit dem vorliegenden Masterplan DA 2030+ ist nun ein übergreifender 
Orientierungsrahmen für die weitere räumliche Entwicklung von Darmstadt angelegt. 
 
Die Stadtverordnetenversammlung der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat hierzu am 
12.11.2015 beschlossen, einen mehrjährigen großangelegten dialogischen und partizipativen 
(Planungs-) Prozess durchzuführen, um den damit einhergehenden planerischen und 
zivilgesellschaftlichen Herausforderungen konstruktiv und mit einer übergeordneten Strategie 
zu begegnen (s. Vorlage-Nr. 2015/0408).  
 
Um räumliche, funktionale und gesellschaftliche Zukunftsbilder für die zentralen Wachstums- 
und Zukunftsaufgaben der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu entwickeln und der daraus 
entstehenden Komplexität der Aufgabenstellung gerecht zu werden, wurden fünf erfahrene und 
interdisziplinäre Planungsteams ausgewählt, Impulse für die zukünftige Entwicklung der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt zu geben.  
 
In einem innovativen, kooperativen Planungsverfahren haben unterschiedliche Gruppen der 
Stadtgesellschaft, die Politik, die Öffentlichkeit und die Fachämter unter Begleitung eines 
Moderations- und Steuerungsteams in vier intensiven Beteiligungsschritten in Form von 
Bürgerforen ein neues räumliches Leitbild für Darmstadt erarbeitet.  
 
Beteiligungsprozess 
Der Masterplan DA 2030+ wurde mit umfangreicher Beteiligung der Bürginnen und Bürger 
erarbeitet, er bot allen Akteuren der Stadtgesellschaft vielfältige Partizipationsformen an. 
Durch den öffentlichen Diskurs über die Zukunft Darmstadts konnten in allen Arbeitsphasen 
neue Ideen, Sichtweisen und Perspektiven gemeinsam erörtert werden und in den 
Masterplanprozess einfließen.  
 
Folgende Informationswege, Partizipationsformen und Beteiligungsmöglichkeiten wurden im 
Masterplanprozess angewandt (in chronologischer Abfolge): 
 
Auftaktveranstaltungen 
2016 fiel der Startschuss zum Masterplanprozess mit einem öffentlichen Auftakt in Form einer 
Zukunftswerkstatt und eines Planer-Slams sowie dem Ideenmarkt „Du bist dran! Dein Markt 
der Ideen“. Die Ergebnisse aus diesen Formaten waren Grundlage für die Ausrichtung des 
Dialogs. 
 
Darmstadtatlas 
Der Darmstadtatlas wurde zu Beginn des partizipatorischen Verfahrens erstellt und beschreibt 
die Ausgangslage der Stadt und die Herausforderungen für die Zukunft, u.a. durch Interviews 
aus der Bürgerschaft. Für das Planungsverfahren benennt er zentrale Fragen der 
Stadtentwicklung, Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung und informiert die Bürgerinnen und

- 6 - 
Bürger zum Prozess. Er kann sowohl online als auch gedruckt im Zeitungsformat gelesen 
werden. 
Bürgerforen 
Im Mittelpunkt des Planungsprozesses standen vier Bürgerforen, auf denen die fünf 
interdisziplinären Planungsteams Zukunftsideen zu Darmstadt mit der Stadtgesellschaft 
diskutierten. Jeweils zwischen 200 und 300 Bürgerinnen und Bürger nahmen an den vier Foren 
teil. In den kooperativen Planungsverfahren standen folgende Fragestellungen im Zentrum:  
 
1. Bürgerforum – Darmstadts Schätze:  Was sind die großen und kleinen Qualitäten und   
 Schätze der Stadt. Was soll bleiben? Was kann verändert werden? 
2. Bürgerforum – Trends + Dynamiken: Welche Impulse braucht das wachsende Darmstadt 
und welche Trends und Dynamiken kennzeichnen die Stadt? 
3. Bürgerforum – Zukunftsbilder + Szenarien: Welche Zukunft ist denkbar und wie könnte sie 
die Wissenschaftsstadt verändern? Mögliche Szenarien für die Entwicklung der Stadt konnten 
im 3. Bürgerforum diskutiert werden. 
4. Bürgerforum – Strategien + Schlüsselräume: Die Planungsteams präsentierten in einem 
saalfüllenden, begehbaren Modell Strategien, damit Darmstadt auch 2030 und darüber hinaus 
eine lebenswerte und nachhaltige Stadt ist. 
Ein fünftes Forum soll zur Vorstellung des hier vorliegenden Masterplans DA 2030+ 
stattfinden. 
 
Expertendialoge 
Um die Interessen und Erwartungen aller relevanten Akteurinnen und Akteure der 
Stadtgesellschaft in den Diskussionsprozess einfließen zu lassen sowie die sektorale Expertise 
von Stakeholdern aus Wirtschaft, Einzelhandel, Kultur, Kirchen, Wissenschaft, Gesundheits- 
und Sozialwesen, Naturschutz, Verbänden, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Verwaltung in 
den Planungsprozess einzuspeisen, wurden jeweils im Anschluss an die Bürgerforen Dialoge 
mit der Fachöffentlichkeit und der Verwaltung durchgeführt.  
 
Projektkoordination 2030+ 
Die Kommunalverwaltung bildete einen wichtigen Baustein in diesem breit angelegten 
zukunftsorientierten Prozess. In der Projektkoordination 2030+ arbeiteten über 30 Fachämter 
der Stadtverwaltung fach- und dezernatsübergreifend zusammen:  
Amt für Interkulturelles und Internationales, Amt für Soziales und Prävention sowie 
nachgeordnete Einrichtungen, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Amt für 
Wohnungswesen, Bauaufsichtsamt, Bürger- und Ordnungsamt, Bürgerbeauftragte, 
Denkmalschutz und Denkmalpflege, Dezernat V Koordination Planung und Projekte, 
Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD), Eigenbetrieb Darmstädter 
Werkstätten und Wohneinrichtungen (EDW), Eigenbetrieb Immobilienmanagement Darmstadt 
(IDA), Finanzverwaltung, Frauenbüro, Grünflächenamt, Jugendamt sowie nachgeordnete 
Einrichtungen, Klimaschutz-/Fluglärmbeauftragter, Kulturamt, Mobilitätsamt, Pressestelle, 
Radverkehrsbeauftragter, Rechtsamt, Referat Stadtwirtschaftskoordination, Schulamt, 
Sportamt, Stadtplanungsamt, Straßenverkehrs- und Tiefbauamt, Umweltamt, Vermessungsamt 
sowie Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH. 
In diesem Kreis wurden wichtige Arbeitsergebnisse vorgestellt, notwendige Ergänzungen und 
Modifizierungen vorgenommen sowie fachlich divergierende Entwicklungsvorstellungen 
erörtert. 
 
Lenkungskreis 2030+ 
Aufgrund der Komplexität und Bedeutung des Masterplanprozesses wurde für den 
Arbeitsprozess ein Lenkungskreis als beratendes Gremium eingerichtet, der zentrale

- 7 - 
Empfehlungen für die weitere Bearbeitung abgab. Im Lenkungskreis waren Vertreterinnen und 
Vertreter der acht Fraktionen aus der Stadtverordnetenversammlung sowie sechs externe 
wissenschaftliche Fachexperten vertreten. 
Der Lenkungskreis hatte die Aufgabe, den Arbeitsprozess zum Masterplan DA 2030+ fachlich 
und politisch zu beraten, die Bürgerforen inhaltlich zu begleiten, die Zwischenergebnisse 
fachlich und kritisch zu diskutieren und zentrale integrierte Empfehlungen zu formulieren. Die 
wesentlichen Inhalte und richtungsweisenden Entscheidungen wurden von den Vertreterinnen / 
den Vertretern der Parteien an ihre Fraktionen sowie von den Vertreterinnen / den Vertretern 
der Fachverwaltung an ihre Dezernentinnen / ihre Dezernenten rückgekoppelt (s. Vorlage-Nr. 
2017/0430). 
 
Online Plattform 
Ebenfalls wurde eine eigene städtische Projekt-Homepage unter www.darmstadt.de/ 
weiterdenken2030 eingerichtet sowie kontinuierlich gepflegt und ausgebaut. Allen 
Interessierten standen und stehen hier neben den Informationen rund um den Prozess auch 
Bildergalerien der Veranstaltungen sowie alle Ergebnisdokumentationen und Hörprotokolle der 
Bürgerveranstaltungen zur Verfügung. 
 
Printmedien 
Darüber hinaus wurden durch Printprodukte die vier Foren beworben sowie ein 
Informationsflyer zur ergänzenden Bekanntmachung des Prozesses mit seinen wichtigsten 
Eckpunkten veröffentlicht.  
 
Ergebnis 
Der Masterplan DA 2030+ ist das Ergebnis eines intensiven Beteiligungsprozesses, den das 
Stadtplanungsamt gemeinsam mit dem Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung zwischen 
2017 und 2019 durchgeführt hat. Als räumliches Leitbild für die Stadt verknüpfen die 
Planungsergebnisse übergeordnete Querschnittsaufgaben der Stadtentwicklung, zentrale 
Wachstumsherausforderungen der Stadt, Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger und 
ergänzen diese mit dem Blick von außen. 
 
Mit dem Masterplan DA 2030+ ist ein übergreifender Orientierungsrahmen für die weitere 
städtebauliche Entwicklung von Darmstadt entstanden. Der Masterplan DA 2030+ ist ein 
informelles, steuerndes und partizipatorisches Planungsinstrument der Stadtentwicklung, der 
inhaltliche Schwerpunkte setzt und Zukunftsbilder erzeugt. Er hat – anders als etwa ein 
Flächennutzungsplan – keinen (bau-) rechtsverbindlichen Charakter, stellt jedoch eine 
umfassende und politische Willensbekundung mit Bindungskraft für die Verwaltung und die 
Politik für dann folgende Planungsschritte dar. Es handelt sich um eine Art Regiebuch, in dem 
die Ziele für die zukünftige Stadtentwicklung beschrieben sind und der Weg zu deren 
Erreichung vorgezeichnet ist.  
 
Mobilitätskonzept 2030+ 
Anstelle der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes aus dem Jahr 2006 soll neben 
dem Masterplan auch ein „Mobilitätsplan Darmstadt 2030+“ erarbeitet werden und die 
Ergebnisse des Verkehrsentwicklungsplanes von 2006 in eine moderne und nachhaltige 
Mobilitätsentwicklungsplanung überführen. Bereits im Masterplan DA 2030+ erfährt das 
Thema „Mobilität“ eine  intensivere Betrachtung. Die strategische Konzeptentwicklung wurde 
in dem eigenen  Arbeitsfeld „Mobile Stadt / Mobilitätskonzept 2030+“ bearbeitet und wird im 
Anschluss an den Masterplan DA 2030+ in einem Mobilitätskonzept 2030+ konkretisiert und 
vertieft.

- 8 - 
 
 
 
 
 
Klimaschutz und Klimaanpassung 
Die Belange des Klimaschutzes waren von Beginn an ein Schwerpunktthema im 
Planungsprozess  und stellen von daher ein zentrales Querschnittsthema im vorliegenden 
Masterplan DA 2030+ dar. Im Masterplan werden Wege und Maßnahmen zur Senkung der 
CO2-Emission, zur Klimaanpassung und zum Erreichen der Klimaziele von Paris sowie der 
eigenen städtischen Klimabeschlüsse beschrieben. 
 
Aktuelle Entwicklungen: Covid-19 und seine Auswirkungen 
Sinnbildlich, aber tatsächlich auch kalendarisch einen Tag nach Redaktionsschluss begann im 
März 2020 kontinental der Lock-Down in Folge der Corona/Covid-19-Krise. Dies bedeutet nicht 
das Ende der Gültigkeit aller bisherigen Annahmen und Prognosen zu räumlichen 
Entwicklungstrends in unseren Städten. Es ist jedoch unbedingt notwendig, sich mit der 
Situation auseinandersetzen, ergebnisoffen zu hinterfragen, wo sich Paramater ändern 
könnten, und auch zu benennen, wo weitere Erkenntnisse abzuwarten sind. 
 
In der Summe zeigt sich, dass der Masterplan DA 2030+, dessen Erarbeitung in die Zeit vor 
der Corona-Krise fällt, in wesentlichen Punkten Lerneffekten vorgreift, die bisher aus der 
Bewältigung der Pandemie abgeleitet werden können. Er beweist sich als robustes Instrument 
für eine zukunftsgerichtete Stadtentwicklung. Es handelt sich um eine Entwicklungsstrategie, 
die auf eine resiliente Stadt mit starken Quartieren und qualitätsvollen Grünräumen abzielt – 
flexibel genug, um auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. 
 
Es wird im Weiteren notwendig sein, kontinuierlich zu überprüfen, wie sich durch Covid-19 die 
sozioökonomischen Parameter verändern und welche räumlichen Auswirkungen sich daraus 
ergeben. Auch dies ist eine Fähigkeit, die eine lernende Stadt und mit ihr ihre 
Entwicklungsstrategien haben müssen. So ist es eine noch offene Frage, wie man künftig 
stadtplanerisch mit den sich möglicherweise abzeichnenden Zielkonflikten hinsichtlich der 
Planungsparadigmen soziale/funktionale Nähe und bauliche Dichte vor dem Hintergrund des 
Infektionsschutzes umgehen wird. Am aktuellen Höhepunkt der Krise haben sich hier in den 
deutschen Städten gewisse Versprünge und Widersprüche angedeutet. Ob dies ein 
Kurzzeitphänomen war oder mittel- und langfristige Wirkungen davon ausgehen, kann erst 
später beantwortet werden. Der begonnene Diskurs über die Stadtentwicklung in Darmstadt 
soll daher auch nach der Beschlussfassung des Masterplans fortgeführt werden. 
 
Nächste Umsetzungsschritte 
Ein bereits während des Prozesses entstandener Mehrwert soll deshalb als fester Bestandteil 
der täglichen Arbeit weitergeführt werden: die Dialogkultur. Für eine dauerhafte 
Implementierung und Begleitung der Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sollen auch 
zukünftig die erfolgreich erprobten Dialogformate und Arbeitsstrukturen fortgeführt werden. 
Ein Konzept kann aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie erst nach weiteren Öffnungen 
erarbeitet und umgesetzt werden.  
 
Wichtig ist hierbei ebenfalls, dass die Ergebnisse des Masterplans DA 2030+ von einer 
entsprechenden Koordinierungsstelle innerhalb der Stadt bearbeitet, koordiniert und ständig 
weiterverfolgt werden. Diese verwaltungsinterne Steuerung der Umsetzung des Masterplans

und das Monitoring der Umsetzung sollen in Federführung durch Stadtplanungsamt und Amt 
für Wirtschaft und Stadtentwicklung erfolgen. 
 
 
 
Da nur gemeinsam, nämlich fach- und dezernatsübergreifend, eine nachhaltige und gerechte 
Entwicklung der Wissenschaftsstadt Darmstadt gelenkt werden kann, soll zur Begleitung der  
Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sowie zur Verstetigung und Evaluierung der 
Stadtentwicklungsstrategie die ämterübergreifende Projektkoordination 2030+ fortgeführt 
werden. 
 
Weiteres Vorgehen 
Nach Erörterung und Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung soll, sobald 
größere öffentliche Versammlungen wieder absehbar möglich sind, eine Vorstellung des 
Masterplans DA 2030+ im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung (5. Bürgerforum) und 
Ausstellung erfolgen. Dieses Bürgerforum dient dazu, die im Prozess intensiv beteiligte 
Öffentlichkeit über die Ergebnisse des Planungsverfahrens zu informieren und über die 
weiteren Schritte in der Umsetzung in Kenntnis zu setzen. 
 
Kosten 
Zur Umsetzung der im Masterplan DA 2030+ dargestellten Maßnahmen sind städtische Mittel 
einzubringen, die im Rahmen der Haushaltsberatungen zur Etatisierung in der notwendigen 
Höhe durch die zuständigen Fachämter einzubringen sind. Darüber hinaus sind vor der 
Umsetzung der geplanten Maßnahmen die notwendigen Gremienbeschlüsse einzuholen. 
Über das 5. Bürgerforum hinausgehende Bürgerveranstaltungen werden im Rahmen der hierfür 
dem Stadtplanungsamt zur Verfügung stehenden Mittel finanziert.   
 
 
Dezernat I Dezernat II Dezernat III  
 
 
 
 
 
Jochen Partsch Rafael Reißer Dr. Barbara Boczek  
Oberbürgermeister Bürgermeister Stadträtin  
 
 
Dezernat IV Dezernat V 
 
 
 
 
 
André Schellenberg Barbara Akdeniz 
Stadtkämmerer Stadträtin

2020/0141

20869 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
28.05.2020 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
 
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat I 
Dezernat II 
Dezernat IV 
Dezernat V 
 
 
Amt: Stadtplanungsamt  
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler: 
 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2020/0141 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.:   511020 
Kostenstelle:   061-001-1000 (2020) 
                      061-005-1000 (ab 2021)  
Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5110-21 (2020) 
                      Verteilung (ab 2021)  
Sachkonto: 6779360 
 
Betreff: ////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+  
Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt 
 
Vorlage vom: 25.05.2020  
 
Beschlussvorschlag : 
 
1. Der Magistrat beschließt den Masterplan DA 2030+ als räumliche Entwicklungsstrategie 
(Anlage 1). Der Masterplan DA 2030+ bildet die fachlich -inhaltliche Basis für die 
kommunalpolitische Diskussion und Entscheidungsfindung und dient als Strategiepapier 
für die künftige städtebauliche Entwicklung.  
 
2. Zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem Masterplan DA 2030+ sind die erforde rlichen 
Mittel durch das jeweilige Fachamt anzumelden  sowie die notwendigen Gremienbe -
schlüsse im Vorfeld einzuholen.

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3. Die verwaltungsinterne Steuerung der Umsetzung des Masterplans und das Monitoring 
der Umsetzung erfolgen in Federführung durch das Stadtplanungsamt und das Amt für 
Wirtschaft und Stadtentwicklung.  
 
4. Zur Begleitung der Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sowie zur Verstetigung und 
Evaluierung der Stadtentwicklungsstrategie wird die ämterübergreifende 
Projektkoordi nation 2030+ fortgeführt. 
 
 
Anlagen:  Abschlussbericht Masterplan DA 2030+  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
 
Beschluss des Magistrats vom

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Begründung zur Magistratsvorlage vom 25.05.2020 
 
Die Entwicklung urbaner Räume in Deutschland und damit auch der Wissenschaftsstadt 
Darmstadt ist heute mit vielfältigen Herausforderungen und übergeordneten 
Rahmenbedingungen konfrontiert, u. a. dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel, 
zunehmender sozialräumlicher Polarisierung, der digitalen Transformation, dem 
wirtschaftlichen Strukturwandel sowie der Notwendigkeit von Klima- und Ressourcenschutz. 
Diese Rahmenbedingungen sind auch in der Wissenschaftsstadt Darmstadt bei allen 
Planungen zu berücksichtigen, ist die Stadt doch stellenweise in besonderer Weise von diesen 
Veränderungsprozessen betroffen. Das Wachstum attraktiver Städte – bei gleichzeitiger 
Schrumpfung von ökonomisch weniger attraktiven Städten im ländlichen Raum – gilt in 
besonderem Maße für Darmstadt. Dabei ist das Wachstum nicht das Ziel, sondern Realität. 
 
Der aktuell rechtswirksame Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2006, der die 
planungsrechtliche Grundlage der aktuellen Stadtentwicklung ist, ging für das Ziel-Jahr 2020 
von einer maximalen Einwohnerzahl von 148.900 aus. Die Bevölkerungszahl hat sich in den 
letzten 15 Jahren um rd. 24.000 Einwohnerinnen und Einwohner und damit 17 % gesteigert. 
Auf dem Stadtgebiet leben somit heute bereits über 162.000 Menschen. Alle aktuellen 
Bevölkerungsprognosen (Wissenschaftsstadt Darmstadt, Hessisches Statistisches Landesamt, 
HessenAgentur) gehen von einer weiteren Bevölkerungszunahme in Darmstadt aus: bis 2030 
rd. 175.000, gemäß Demografiebericht 3 der Wissenschaftsstadt Darmstadt kann bei einem 
jährlichen Wanderungsgewinn von 1.100 Personen von einem Bevölkerungswachstum von rd. 
184.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bis zum Jahr 2035 gerechnet werden. Berechnungen 
des Instituts für Umwelt (IWU) zu Folge besteht bis 2030 dadurch ein Bedarf von rd. 18.000 
Wohnungen. 
 
Beim Thema Arbeitsplätze ging der Flächennutzungsplan 2006 für das Jahr 2020 von einer 
Arbeitsplatzerhöhung um ca. 10.000 aus. Die Zahl der Arbeitsplätze betrug jedoch bereits im 
Jahr 2015 130.200 und liegt somit bei einer Erhöhung von rd. 12.000 Arbeitsplätzen – mit 
einem fortlaufenden Anstieg bis heute. 
 
Dieses Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum erzeugt in Darmstadt einen erheblichen 
Bedarf an Flächen für einerseits Wohnungsneubau bzw. Gewerbeentwicklung und andererseits 
einen Flächenbedarf für die damit einhergehende Erweiterung der technischen und sozialen 
Infrastruktur sowie der Grünräume. Diese benötigten Flächen stehen in Darmstadt jedoch nur 
sehr begrenzt zur Verfügung. Im Wesentlichen sind die Flächenreserven in Form von ehemals 
militärisch genutzten Liegenschaften und gewerblichen Konversionsflächen vorhanden. 
Allerdings übersteigt der vom IWU 2013 prognostizierte Wohnbauflächenbedarf die 
vorhandenen Baulandkapazitäten deutlich.   
 
Die starke Zunahme der Darmstädter Bevölkerung und des Arbeitsplatzwachstums in den 
letzten 10 Jahren hat ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Stadt.  
Denn zum einen steigt die Anzahl derer, die in die Stadt aufgrund der Arbeitsplätze einpendeln 
(derzeit ca. 95.000 Einpendlerinnen und Einpendler), gleichzeitig steigt auch die Zahl derer, 
die in Darmstadt leben, aber außerhalb von Darmstadt arbeiten und damit auspendeln ( derzeit 
ca. 30.000 Auspendlerinnen und Auspendler). Das Verkehrsnetz ist längst an seine 
Kapazitätsgrenzen gelangt und dies obwohl sich der Modal Split (Verteilung des 
Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel) laut aktueller Studie der Technischen 
Universität Dresden (Mobilität in Städten – SrV 2018) erheblich zu Gunsten der 
Fahrradnutzung verschoben hat (22 %) und sich der Kfz-Verkehrsanteil auf 35 % verringert 
hat. Dennoch hat sich von 2006 bis 2020 die Anzahl der Kfz-Fahrten/Tag von ca. 460.000 auf 
550.000 erhöht (Grundlage Verkehrsmodell der Wissenschaftsstadt Darmstadt). Da die

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Straßenräume nicht beliebig erweitert werden können, führt das gewachsene 
Verkehrsaufkommen bereits heute im Ergebnis zur Begrenzung der (Wohnbau-) 
Entwicklungsmöglichkeiten in der Stadt Darmstadt.   
 
Zugleich steht die Stadt aber auch vor der Herausforderung, den Wirkungen des Klimawandels 
entgegenzutreten und die Netto-CO2-Emissionen bis 2035 auf null zu senken. 
 
Damit all diese Anforderungen an die Stadt gesteuert, sozial gerecht sowie bestmöglich für 
eine integrierte Stadtentwicklung genutzt werden können, bedarf es einer übergeordneten 
Strategie. Mit dem vorliegenden Masterplan DA 2030+ ist nun ein übergreifender 
Orientierungsrahmen für die weitere räumliche Entwicklung von Darmstadt angelegt. 
 
Die Stadtverordnetenversammlung der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat hierzu am 
12.11.2015 beschlossen, einen mehrjährigen großangelegten dialogischen und partizipativen 
(Planungs-) Prozess durchzuführen, um den damit einhergehenden planerischen und 
zivilgesellschaftlichen Herausforderungen konstruktiv und mit einer übergeordneten Strategie 
zu begegnen (s. Vorlage-Nr. 2015/0408).  
 
Um räumliche, funktionale und gesellschaftliche Zukunftsbilder für die zentralen Wachstums - 
und Zukunftsaufgaben der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu entwickeln und der daraus 
entstehenden Komplexität der Aufgabenstellung gerecht zu werden, wurden fünf erfahrene und 
interdisziplinäre Planungsteams ausgewählt, Impulse für die zukünftige Entwicklung der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt zu geben.  
 
In einem innovativen, kooperativen Planungsverfahren haben unterschiedliche Gruppen der 
Stadtgesellschaft, die Politik, die Öffentlichkeit und die Fachämter unter Begleitung eines 
Moderations- und Steuerungsteams in vier intensiven Beteiligungsschritten in Form von 
Bürgerforen ein neues räumliches Leitbild für Darmstadt erarbeitet.  
 
Beteiligungsprozess 
Der Masterplan DA 2030+ wurde mit umfangreicher Beteiligung der Bürginnen und Bürger 
erarbeitet, er bot allen Akteuren der Stadtgesellschaft vielfältige Partizipationsformen an. 
Durch den öffentlichen Diskurs über die Zukunft Darmstadts konnten in allen Arbeitsphasen 
neue Ideen, Sichtweisen und Perspektiven gemeinsam erörtert werden und in den 
Masterplanprozess einfließen.  
 
Folgende Informationswege, Partizipationsformen und Beteiligungsmöglichkeiten wurden im 
Masterplanprozess angewandt (in chronologischer Abfolge): 
 
Auftaktveranstaltungen 
2016 fiel der Startschuss zum Masterplanprozess mit einem öffentlichen Auftakt in Form einer 
Zukunftswerkstatt und eines Planer-Slams sowie dem Ideenmarkt „Du bist dran! Dein Markt 
der Ideen“. Die Ergebnisse aus diesen Formaten waren Grundlage für die Ausrichtung des 
Dialogs. 
 
Darmstadtatlas 
Der Darmstadtatlas wurde zu Beginn des partizipatorischen Verfahrens erstellt und beschreibt 
die Ausgangslage der Stadt und die Herausforderungen für die Zukunft, u.a. durch Interviews 
aus der Bürgerschaft. Für das Planungsverfahren benennt er zentrale Fragen der 
Stadtentwicklung, Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung und informiert die Bürgerinnen und 
Bürger zum Prozess. Er kann sowohl online als auch gedruckt im Zeitungsformat gelesen 
werden.

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Bürgerforen 
Im Mittelpunkt des Planungsprozesses standen vier Bürgerforen, auf denen die fünf 
interdisziplinären Planungsteams Zukunftsideen zu Darmstadt mit der Stadtgesellschaft 
diskutierten. Jeweils zwischen 200 und 300 Bürgerinnen und Bürger nahmen an den vier Foren 
teil. In den kooperativen Planungsverfahren standen folgende Fragestellungen im Zentrum:  
 
1. Bürgerforum – Darmstadts Schätze:  Was sind die großen und kleinen Qualitäten und   
 Schätze der Stadt. Was soll bleiben? Was kann verändert werden? 
2. Bürgerforum – Trends + Dynamiken: Welche Impulse braucht das wachsende Darmstadt 
und welche Trends und Dynamiken kennzeichnen die Stadt? 
3. Bürgerforum – Zukunftsbilder + Szenarien: Welche Zukunft ist denkbar und wie könnte sie 
die Wissenschaftsstadt verändern? Mögliche Szenarien für die Entwicklung der Stadt ko nnten 
im 3. Bürgerforum diskutiert werden. 
4. Bürgerforum – Strategien + Schlüsselräume: Die Planungsteams präsentierten in einem 
saalfüllenden, begehbaren Modell Strategien, damit Darmstadt auch 2030 und darüber hinaus 
eine lebenswerte und nachhaltige Stadt ist. 
Ein fünftes Forum soll zur Vorstellung des hier vorliegenden Masterplans DA 2030+ 
stattfinden. 
 
Expertendialoge 
Um die Interessen und Erwartungen aller relevanten Akteurinnen und Akteure der 
Stadtgesellschaft in den Diskussionsprozess einfließen zu lassen sowie die sektorale Expertise 
von Stakeholdern aus Wirtschaft, Einzelhandel, Kultur, Kirchen, Wissenschaft, Gesundheits - 
und Sozialwesen, Naturschutz, Verbänden, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Verwaltung in 
den Planungsprozess einzuspeisen, wurden jeweils im Anschluss an die Bürgerforen Dialoge 
mit der Fachöffentlichkeit und der Verwaltung durchgeführt.  
 
Projektkoordination 2030+ 
Die Kommunalverwaltung bildete einen wichtigen Baustein in diesem breit angelegten 
zukunftsorientierten Prozess. In der Projektkoordination 2030+ arbeiteten über 30 Fachämter 
der Stadtverwaltung fach- und dezernatsübergreifend zusammen:  
Amt für Interkulturelles und Internationales, Amt für Soziales und Prävention sowie 
nachgeordnete Einrichtungen, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Amt für 
Wohnungswesen, Bauaufsichtsamt, Bürger- und Ordnungsamt, Bürgerbeauftragte, 
Denkmalschutz und Denkmalpflege, Dezernat V Koordination Planung und Projekte, 
Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD), Eigenbetrieb Darmstädter 
Werkstätten und Wohneinrichtungen (EDW), Eigenbetrieb Immobilienmanagement Darmstadt 
(IDA), Finanzverwaltung, Frauenbüro, Grünflächenamt, Jugendamt sowie nachgeordnete 
Einrichtungen, Klimaschutz-/Fluglärmbeauftragter, Kulturamt, Mobilitätsamt, Pressestelle, 
Radverkehrsbeauftragter, Rechtsamt, Referat Stadtwirtschaftskoordination, Schulamt, 
Sportamt, Stadtplanungsamt, Straßenverkehrs- und Tiefbauamt, Umweltamt, Vermessungsamt 
sowie Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH. 
In diesem Kreis wurden wichtige Arbeitsergebnisse vorgestellt, notwendige Ergänzungen und 
Modifizierungen vorgenommen sowie fachlich divergierende Entwicklungsvorstellungen 
erörtert. 
 
Lenkungskreis 2030+ 
Aufgrund der Komplexität und Bedeutung des Masterplanprozesses wurde für den 
Arbeitsprozess ein Lenkungskreis als beratendes Gremium eingerichtet, der zentrale 
Empfehlungen für die weitere Bearbeitung abgab. Im Lenkungskreis waren Vertreterinnen und 
Vertreter der acht Fraktionen aus der Stadtverordnetenversammlung sowie sechs externe 
wissenschaftliche Fachexperten vertreten.

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Der Lenkungskreis hatte die Aufgabe, den Arbeitsprozess zum Masterplan DA 2030+ fachlich 
und politisch zu beraten, die Bürgerforen inhaltlich zu begleiten, die Zwischenergebnisse 
fachlich und kritisch zu diskutieren und zentrale integrierte Empfehlungen zu formulieren. Die 
wesentlichen Inhalte und richtungsweisenden Entscheidungen wurden von den Vertreterinnen / 
den Vertretern der Parteien an ihre Fraktionen sowie von den Vertreterinnen / den Vertretern 
der Fachverwaltung an ihre Dezernentinnen / ihre Dezernenten rückgekoppelt (s. Vorlage-Nr. 
2017/0430). 
 
Online Plattform 
Ebenfalls wurde eine eigene städtische Projekt-Homepage unter www.darmstadt.de/ 
weiterdenken2030 eingerichtet sowie kontinuierlich gepflegt und ausgebaut. Allen 
Interessierten standen und stehen hier neben den Informationen rund um den Prozess auch 
Bildergalerien der Veranstaltungen sowie alle Ergebnisdokumentationen und Hörprotokolle der 
Bürgerveranstaltungen zur Verfügung. 
 
Printmedien 
Darüber hinaus wurden durch Printprodukte die vier Foren beworben sowie ein 
Informationsflyer zur ergänzenden Bekanntmachung des Prozesses mit seinen wichtigsten 
Eckpunkten veröffentlicht.  
 
Ergebnis 
Der Masterplan DA 2030+ ist das Ergebnis eines intensiven Beteiligungsprozesses, den das 
Stadtplanungsamt gemeinsam mit dem Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung zwischen 
2017 und 2019 durchgeführt hat. Als räumliches Leitbild für die Stadt verknüpfen die 
Planungsergebnisse übergeordnete Querschnittsaufgaben der Stadtentwicklung, zentrale 
Wachstumsherausforderungen der Stadt, Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger und 
ergänzen diese mit dem Blick von außen. 
 
Mit dem Masterplan DA 2030+ ist ein übergreifender Orientierungsrahmen für die weitere 
städtebauliche Entwicklung von Darmstadt entstanden. Der Masterplan DA 2030+ ist ein 
informelles, steuerndes und partizipatorisches Planungsinstrument der Stadtentwicklung , der 
inhaltliche Schwerpunkte setzt und Zukunftsbilder erzeugt. Er hat – anders als etwa ein 
Flächennutzungsplan – keinen (bau-) rechtsverbindlichen Charakter, stellt jedoch eine 
umfassende und politische Willensbekundung mit Bindungskraft für die Verwaltung und die 
Politik für dann folgende Planungsschritte dar. Es handelt sich um eine Art Regiebuch, in dem 
die Ziele für die zukünftige Stadtentwicklung beschrieben sind und der Weg zu deren 
Erreichung vorgezeichnet ist.  
 
Mobilitätskonzept 2030+ 
Anstelle der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes aus dem Jahr 2006 soll neben 
dem Masterplan auch ein „Mobilitätsplan Darmstadt 2030+“ erarbeitet werden und die 
Ergebnisse des Verkehrsentwicklungsplanes von 2006 in eine moderne und nachhaltige 
Mobilitätsentwicklungsplanung überführen. Bereits im Masterplan DA 2030+ erfährt das 
Thema „Mobilität“ eine  intensivere Betrachtung. Die strategische Konzeptentwicklung wurde 
in dem eigenen  Arbeitsfeld „Mobile Stadt / Mobilitätskonzept 2030+“ bearbeitet und wird im 
Anschluss an den Masterplan DA 2030+ in einem Mobilitätskonzept 2030+ konkretisiert und 
vertieft.

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Klimaschutz und Klimaanpassung 
Die Belange des Klimaschutzes waren von Beginn an ein Schwerpunktthema im 
Planungsprozess  und stellen von daher ein zentrales Querschnittsthema im vorliegenden 
Masterplan DA 2030+ dar. Im Masterplan werden Wege und Maßnahmen zur Senkung der 
CO2-Emission, zur Klimaanpassung und zum Erreichen der Klimaziele von Paris sowie der 
eigenen städtischen Klimabeschlüsse beschrieben. 
 
Aktuelle Entwicklungen: Covid-19 und seine Auswirkungen 
Sinnbildlich, aber tatsächlich auch kalendarisch einen Tag nach Redaktionsschluss begann im 
März 2020 kontinental der Lock-Down in Folge der Corona/Covid-19-Krise. Dies bedeutet nicht 
das Ende der Gültigkeit aller bisherigen Annahmen und Prognosen zu räumlichen 
Entwicklungstrends in unseren Städten. Es ist jedoch unbedingt notwendig, sich mit der 
Situation auseinandersetzen, ergebnisoffen zu hinterfragen, wo sich Paramater ändern 
könnten, und auch zu benennen, wo weitere Erkenntnisse abzuwarten sind. 
 
In der Summe zeigt sich, dass der Masterplan DA 2030+, dessen Erarbeitung in die Z eit vor 
der Corona-Krise fällt, in wesentlichen Punkten Lerneffekten vorgreift, die bisher aus der 
Bewältigung der Pandemie abgeleitet werden können. Er beweist sich als robustes Instrument 
für eine zukunftsgerichtete Stadtentwicklung. Es handelt sich um eine Entwicklungsstrategie, 
die auf eine resiliente Stadt mit starken Quartieren und qualitätsvollen Grünräumen abzielt – 
flexibel genug, um auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. 
 
Es wird im Weiteren notwendig sein, kontinuierlich zu überprüfen, wie sich durch Covid-19 die 
sozioökonomischen Parameter verändern und welche räumlichen Auswirkungen sich daraus 
ergeben. Auch dies ist eine Fähigkeit, die eine lernende Stadt und mit ihr ihre 
Entwicklungsstrategien haben müssen. So ist es eine noch offene Frage, wie man künftig 
stadtplanerisch mit den sich möglicherweise abzeichnenden Zielkonflikten hinsichtlich der 
Planungsparadigmen soziale/funktionale Nähe und bauliche Dichte vor dem Hintergrund des 
Infektionsschutzes umgehen wird. Am aktuellen Höhepunkt der Krise haben sich hier in den 
deutschen Städten gewisse Versprünge und Widersprüche angedeutet. Ob dies ein 
Kurzzeitphänomen war oder mittel- und langfristige Wirkungen davon ausgehen, kann erst 
später beantwortet werden. Der begonnene Diskurs über die Stadtentwicklung in Darmstadt 
soll daher auch nach der Beschlussfassung des Masterplans fortgeführt werden.  
 
Nächste Umsetzungsschritte 
Ein bereits während des Prozesses entstandener Mehrwert soll deshalb als fester Bestandteil 
der täglichen Arbeit weitergeführt werden: die Dialogkultur. Für eine dauerhafte 
Implementierung und Begleitung der Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sollen auch 
zukünftig die erfolgreich erprobten Dialogformate und Arbeitsstrukturen fortgeführt werden.  
Ein Konzept kann aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie erst nach weiteren Öffnungen 
erarbeitet und umgesetzt werden.  
 
Wichtig ist hierbei ebenfalls, dass die Ergebnisse des Masterplans DA 2030+ von einer 
entsprechenden Koordinierungsstelle innerhalb der Stadt bearbeitet, koordiniert und ständig 
weiterverfolgt werden. Diese verwaltungsinterne Steuerung der Umsetzung des Masterplans 
und das Monitoring der Umsetzung sollen in Federführung durch Stadtplanungsamt und Amt 
für Wirtschaft und Stadtentwicklung erfolgen.

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Da nur gemeinsam, nämlich fach- und dezernatsübergreifend, eine nachhaltige und gerechte 
Entwicklung der Wissenschaftsstadt Darmstadt gelenkt werden kann, soll zur Begleitung der  
Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sowie zur Verstetigung und Evaluierung der 
Stadtentwicklungsstrategie die ämterübergreifende Projektkoordination 2030+ fortgeführt 
werden. 
 
Weiteres Vorgehen 
Nach Erörterung und Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung soll, sobald 
größere öffentliche Versammlungen wieder absehbar möglich sind, eine Vorstellung des 
Masterplans DA 2030+ im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung (5. Bürgerforum) und 
Ausstellung erfolgen. Dieses Bürgerforum dient dazu, die im Prozess intensiv beteiligte 
Öffentlichkeit über die Ergebnisse des Planungsverfahrens zu informieren und über die 
weiteren Schritte in der Umsetzung in Kenntnis zu setzen. 
 
Kosten 
Zur Umsetzung der im Masterplan DA 2030+ dargestellten Maßnahmen sind städtische Mittel 
einzubringen, die im Rahmen der Haushaltsberatungen zur Etatisierung in der notwendigen 
Höhe durch die zuständigen Fachämter einzubringen sind. Darüber hinaus sind vor der 
Umsetzung der geplanten Maßnahmen die notwendigen Gremienbeschlüsse einzuholen.  
Über das 5. Bürgerforum hinausgehende Bürgerveranstaltungen werden im Rahmen der hierfür 
dem Stadtplanungsamt zur Verfügung stehenden Mittel finanziert.   
 
 
Dezernat I Dezernat II Dezernat III  
 
 
 
 
 
Jochen Partsch  Rafael Reißer Dr. Barbara Boczek   
Oberbürgermeister  Bürgermeister  Stadträtin  
 
 
Dezernat IV Dezernat V 
 
 
 
 
 
André Schellenberg  Barbara Akdeniz  
Stadtkämmerer  Stadträtin

Beratungsverlauf (4)

TOP 9
TOP 18
TOP 9
TOP 155

Orte (20)

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  • Im Carree 1

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Details

Vorlagen-Nr.
2020/0141
Typ
Magistratsvorlage
Datum
25.05.2020
Erstellt
29.09.2026 00:00