2020/0141
////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+ Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt
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Punkt 9: ////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+ Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt (V-Nr. 2020/0141) Die Fraktionen Bü90/Die Grünen und CDU stellen folgenden Maßgabeantrag: Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: 1. Zur Schaffung von neuem Wohnraum setzt der Magistrat im Masterplan DA 2030+ vorrangig auf integrierte Flächen, die durch Neubau und Aufstockung stadtökologisch und zugleich sozial verträglich genutzt werden sollen (siehe prioritäre Potenzialflächen im Entwurf S. 45 – so wird auch ausdrücklich auf die im Regionalen Entwicklungskonzept benannte Potentialfläche zwischen Lincoln und Eberstadt verzichtet). Diese Haltung wird ausdrücklich begrüßt. Nur auf diesen Flächen soll die Wohnungsbauentwicklung des nächsten Jahrzehnts bis mindestens 2030 abgebildet werden. 2. Es wird darüber hinausgehend beschlossen, dass keinerlei bewaldete Flächen im Außenbereich der Wissenschaftsstadt Darmstadt für die Wohnungsbauentwicklung in Anspruch genommen werden. Alle Waldflächen bleiben grundsätzlich erhalten. Das bedeutet auch, dass eine aktive Pflege und forstlich günstige Weiterentwicklung erforderlich ist. 3. Parallel zur Umsetzung des Masterplans DA 2030+ werden, wie in dessen Textteil festgelegt, die Entwicklungsparameter Darmstadts kontinuierlich beobachtet und mit dem Plan abgeglichen. Ab 2030 findet in diesem Zusammenhang eine kritische Überprüfung der Rahmenbedingungen der Siedlungsentwicklung (Bevölkerungsentwicklung, Flächenreserven der Innenentwicklung etc.) statt. Insbesondere durch die Arbeiten am Runden Tisch Wald wird die Situation der Darmstadt umgebenden Wälder kontinuierlich vor dem Hintergrund des Klimawandels analysiert und bewertet werden. Dem Maßgabeantrag wird zugestimmt. Gegenstimmen: SPD, AfD, FDP, UWIGA und Stadtv. Sigmund (fraktionslos) Stimmenthaltung: Die Linke. Der Vorlage wird einschließlich dem Maßgabeantrag zugestimmt. Gegenstimmen: SPD, AfD, Die Linke., UFFBASSE, FDP, UWIGA und Stadtv. Sigmund (fra ktionslos)
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RÄUMLICHE ENTWICKLUNGSSTRATEGIE FÜR DARMSTADT MASTERPLAN DA 2030+ GRUSSWORTE 2 I – DER WEG ZUM MASTERPLAN 5 > WARUM BRAUCHT DARMSTADT EINEN MASTERPLAN? > WIE IST DER MASTERPLAN ENTSTANDEN? > WIE IST DER MASTERPLAN DA 2030+ AUFGEBAUT? > WAS STELLT DER MASTERPLAN DAR UND WIE VERBINDLICH IST ER? II – DARMSTADT HEUTE 15 > DARMSTADTS SCHÄTZE > DARMSTADT STELLT SICH DEN HERAUSFORDERUNGEN DER ZUKUNFT III – DARMSTADT WÄCHST KLUG 29 > HERAUSFORDERUNGEN ANGEHEN, CHANCEN NUTZEN UND ENTWICKLUNG GESTALTEN > STADTNATUR UND KLIMA NACHHALTIG SCHÜTZEN > MOBILITÄTSWENDE – MODAL SPLIT DEUTLICH IN RICHTUNG STADTVERTRÄGLICHE UND NACHHALTIGE MOBILITÄT AUSRICHTEN > MEHRWERTE FÜR DIE STADT UND DIE GESELLSCHAFT SCHAFFEN > DIGITALSTADT – CHANCEN NUTZEN, RISIKEN MINIMIEREN, DATEN SICHERN > REGION MITDENKEN UND EINBINDEN IV – WAS, WO UND WIE – HANDLUNGSFELDER 39 DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL 42 DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE 68 DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE 86 V – SCHLÜSSELRÄUME FÜR DIE ZUKUNFT VON DARMSTADT 103 > WARUM BRAUCHT DARMSTADT SCHLÜSSELRÄUME? > WELCHE FUNKTIONEN ÜBERNEHMEN DIE SCHLÜSSELRÄUME? > WELCHE SCHLÜSSELRÄUME WURDEN AUSGEWÄHLT UND WIE? > DIE DREI SCHLÜSSELRÄUME > RÄUME FÜR NEUE QUARTIERE VI – WAS PASSIERT NUN? ARBEITEN MIT DEM MASTERPLAN 113 > PROAKTIVE STEUERUNG DES WACHSTUMS DURCH DIE VERWALTUNG > PILOTPROJEKTE UND „LOW-HANGING FRUITS“ LOKALISIEREN UND UMSETZEN > STRATEGISCHES FLÄCHENMANAGEMENT WEITERENTWICKELN > VORREITER IN DER BETEILIGUNG > DEN WANDEL VERANSCHAULICHEN, KOMMUNIZIEREN UND ERLEBBAR MACHEN OPTIMISTISCHE VORAUSSCHAU: DIE POST-CORONA-STADT 119 PROJEKTBETEILIGTE MASTERPLAN DA 2030+ 123 IMPRESSUM 124 RÄUMLICHE ENTWICKLUNGSSTRATEGIE FÜR DARMSTADT MASTERPLAN DA 2030+ 2 Die Wissenschaftsstadt Darmstadt war in den letzten Jahren einem umfangreichen Wachstumsprozess ausgesetzt. Laut einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung verzeichnete die Stadt zusammen mit Leipzig von 2010 bis 2016 unter allen deut- schen Städten das stärkste Bevölke- rungswachstum. Diese und andere Entwicklungen haben der Stadt je- doch auch die Grenzen Ihrer Belast- barkeit aufgezeigt. Die Folgen des Wachstums sind für viele Menschen in der Stadt deutlich spürbar. Ange- sichts dieser Rahmenbedingungen haben sich zahlreiche Handlungsmo- tive für einen umfassenden Stadtent- wicklungsprozess ergeben. Insbesondere sind der anhaltende Wohnraummangel und die stark beanspruchte Infrastruktur eindeu - tiger Beleg für die Notwendigkeit zur Klärung aktueller Fragen und künftiger Leitlinien. Zugleich steht die Stadt aber auch vor der Her - ausforderung, den Wirkungen des Klimawandels entgegenzutreten und die Netto-CO 2-Emissionen bis 2035 auf null zu senken. Angesichts der großen Vielfalt an Notwendigkeiten und Herausforde- rungen ist es zunehmend wichtig ge- worden, solche Prozesse mit hohem Maß an Reflektion zu begleiten. Ziel muss es sein, die Stadt unter positi- ven Vorzeichen zu gestalten und für die Zukunft unter den Rahmenbedin- gungen einer ökologischen Mobili- täts- und Energiewende, aber auch der Digitalisierung fit zu machen. Wir können diese Probleme auch nicht alleine lösen und müssen deshalb ergebnisoffen nach außen denken: sowohl innerhalb unserer Stadtgrenzen, aber auch in die Region. Dabei müssen wir ganz besonders darauf achten, viele Menschen mitzunehmen und mög - lichst niemanden von den Entwick - lungen auszuschließen. Denn die Stadt darf kein exklusiver Ort für diejenigen sein, die es sich leisten können, sondern für alle. Fest steht, dass Darmstadt eine attraktive Ausgangsposition hat und die Zukunftsthemen aktiv anpackt. Unsere Stadt ist hervorragend für die ökonomischen und gesellschaftlichen Trends der Zukunft aufgestellt und hat gute Voraussetzungen, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Wir wollen im Masterplan DA 2030+ nicht nur Wohnen, Verkehr, Wirtschaft und Stadtteilentwicklung zusammenbringen, sondern auch Bildung, Kultur und Freizeit sowie Grünflächen und Erholungsangebote. Dafür muss es attraktive Mobilitäts- angebote geben, die es ermöglichen, anders, ökologischer und schad- stofffrei, aber eben immer noch unabhängig und flexibel in der Stadt unterwegs zu sein. Zum Abschluss des Prozesses hat die Covid-19-Krise noch einmal alles Erarbeitete auf den Prüfstand gestellt. Covid-19 und seine Folgen wird uns aller Voraussicht nach noch über einen maßgeblichen Zeitraum begleiten und damit wird es notwen- dig sein, kontinuierlich zu überprü- fen, wie sich die sozioökonomischen Parameter verändern und welche räumlichen Auswirkungen sich aus dieser Krise, deren Ausmaß und Fol- gen für die gesamte Menschheit ohne Vorbild ist, ergeben. Über alle Entwicklungen hinweg kann die Stadtgesellschaft aber vor allem eines mit Stolz und Selbstbewusst- sein feststellen: Darmstadt ist in der Lage, mit massiven Herausforderun- gen umsichtig und solidarisch als Gemeinschaft umzugehen. Das hat sich in der jüngeren Stadtgeschichte bereits während der humanitären Notlage geflüchteter Menschen ab 2015 gezeigt und dies beweist sich nun erneut. Es ist deshalb mehr als begründet, weiter gemeinsam mit Optimismus anhand des Masterplans DA 2030+ an der Zukunft einer nach- haltigen, klima- und krisenresilienten, sozialen und toleranten Stadt mit ho- her Wirtschafts- und Wissenschafts- kraft, eingebettet in eine attraktive Region zu arbeiten. Darmstadt soll in Zukunft eine nach- haltige, lebendige und weltoffene Stadt mit hoher Lebensqualität und keine streng regulierte „Mustercom- munity“ sein. Es ist unsere Aufgabe, die anstehenden Veränderungen ge- meinsam zu entwickeln. Der Master- planprozess ist ein sehr guter Beleg dafür, dass wir uns den anstehenden Aufgaben der Stadtentwicklung aktiv stellen. Die bisherige Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger verlief in einer konstruktiven und angeneh- men Art und Weise. Dafür danke ich Ihnen und ermuntere Sie, Darmstadt auch in Zukunft „weiterzudenken“ und sich an den Entwicklungen zu beteiligen. Ich bin der festen Über- zeugung, dass es sich lohnt, sich für unsere Stadt einzusetzen. JOCHEN PARTSCH OBERBÜRGERMEISTER DER WISSENSCHAFTSSTADT DARMSTADT 3 Beim Masterplan DA 2030+ geht es im Kern um die Frage, wie Verän- derung und Wachstum unserer Stadt bis 2030 und darüber hinaus gesteuert und räumlich gestaltet werden können. Der jetzt vorlie- gende Masterplan DA 2030+ ist ein Meilenstein für die zukünftige Entwicklung Darmstadts. Er stellt ein Leitbild auf übergeordneter Ebe - ne dar, das nicht jede Detailfrage beantworten kann, aus dem heraus vielmehr konkrete Projekte und Maßnahmen entwickelt werden. Er dient damit als Kommunikationsmit- tel, als Entscheidungsinstrument, auf das man sich berufen kann. Das Schöne und Besondere am Prozess des Masterplanes war, dass hier Bürgerinnen und Bürger verschiedener Altersgruppen mit ganz unterschiedlichen Interessen zusammenarbeiteten. Sie gaben u. a. in vier öffentlichen Foren sowie mit verschiedenen Aktionen viele Anregungen und lieferten wichtige Impulse für den Masterplan. Gemeinsam mit der Fachöffentlich- keit, mit Expertinnen und Experten, mit Verwaltung und Politik sowie mit externen Planungsteams wurden Ide- en vertieft, wie Darmstadt sich den aktuellen Herausforderungen stellen und die sich bietenden Chancen optimal nutzen kann. Dafür gilt allen Mitwirkenden mein herzlicher Dank. Darmstadt erlebte schon in meh- reren Epochen seiner bewegten Geschichte radikale Umbrüche und ein dynamisches Wachstum. Immer wieder wurde auf diese Verände- rungen mit Innovationen reagiert, wurde Neues gewagt und gleichzei- tig mit Bedacht gehandelt und auf vorhandenen Potenzialen aufgebaut. Auch heute ist es wieder von großer Bedeutung, bei der Entwicklung der Stadt die richtige Balance zu finden: zwischen der behutsamen Verdichtung des Bestandes und der Schaffung klarer Siedlungskanten durch Arrondierungen, die Raum für dringend erforderlichen Wohnraum bieten können; zwischen der Not- wendigkeit mehr Flächen und mehr Sicherheit für den Fuß- und Radver- kehr zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig der Notwendigkeit den in Darmstadt beheimateten Unter- nehmen gute Transport- und Anbin- dungsmöglichkeiten zu erhalten. Um die zukunftsfähige Entwicklung Darmstadts weiter voranzutreiben, müssen wir alle Verständnis für die Bedürfnisse der anderen aufbringen und immer wieder einen Konsens finden, wie zukünftig ein gutes Leben in Darmstadt für alle ausse- hen kann. Der Masterplanprozess hat vielfältige Anlässe für diese wich- tige Debatte geboten. Gleichzeitig ist klar geworden, wo weiterer Diskussi- ons- und Klärungsbedarf besteht. Im Laufe des Entstehungsprozes- ses scheint vielen Beteiligten auch deutlich geworden zu sein, dass ein verträgliches, nachhaltiges Stadt- wachstum nicht nur einer guten, abgestimmten Planung, wie sie hier gemeinsam erarbeitet wurde, bedarf, sondern dass jede und jeder Ein- zelne auch mit seinem Verhalten zu einer zukunftsfähigen, nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen kann: sei es durch die tägliche Wahl des jeweils angemessenen Verkehrsmit- tels, durch die Umsetzung von Be- grünungen, durch das Hinterfragen des eigenen Wohnflächenbedarfs bei einem Wohnungswechsel. Der Masterplanprozess endet jetzt also nicht, sondern tritt in eine neue Phase der Konkretisierung und Umsetzung ein. Der vorliegen- de Masterplan DA 2030+ dient uns allen bei den weiteren Planungen als Kompass, anhand dessen wir uns immer wieder versichern, in welche Richtung wir in Darmstadt gehen. Und gerade in Zeiten von großen Kri- sen wie der aktuellen Covid-19-Pan- demie, werden die Diskussionspro- zesse um eine resiliente und eine für die Zukunft stabile Stadtentwicklung noch mehr als bisher in den Fokus kommen. Diesen, bereits im Master- planprozess begonnen Dialog gilt es fortzuführen und die gefundenen Lö- sungsansätze immer wieder gemein- sam zu überprüfen und zu evaluie- ren. Denn auch in Zukunft bleibt das zivilgesellschaftliche Engagement für diese Debatten äußerst wichtig. DR. BARBARA BOCZEK PLANUNGSDEZERNENTIN DER WISSENSCHAFTSSTADT DARMSTADT 5 I – DER WEG ZUM MASTERPLAN DARMSTADT HAT EINE INTEGRIERTE GESAMTSTÄDTISCHE STRATEGIE FÜR DIE ZUKÜNFTIGE ENTWICK- LUNG DER STADT ERARBEITET: DEN MASTERPLAN DA 2030+ ENTSTANDEN IST DER PLAN IN EINEM DIALOGORIENTIERTEN, KOOPERATIVEN PLANUNGSVER- FAHREN UNTER BETEILIGUNG DER BEVÖLKERUNG, POLITIK, VERWALTUNG UND WICHTIGER INSTITUTIONEN, VON FACHPLA- NUNGSTEAMS SOWIE EXPER- TINNEN UND EXPERTEN. 7 Masterplan DA 2030+ I – Der Weg zum Masterplan WARUM BRAUCHT DARMSTADT EINEN MASTERPLAN? Darmstadt entwickelt sich mit großer Dynamik. Die absehba- ren Veränderungen beinhalten vielfältige Herausforderungen für die Stadt und die dort lebenden Menschen, eröffnen aber auch Gestaltungsspielräume für die Stadtentwicklung. Wie und wo kann sich Darmstadt verändern? Wie und was kann Darmstadt zum Erreichen der Klimaziele von Paris und der eigenen städt- ischen Klimabeschlüsse beitra- gen? Wie kann eine Entwicklung neuer Wohnflächen mit dem Erhalt von Freiräumen sowie der Schaffung von sozialen oder ver- kehrlichen Infrastrukturen in Einklang gebracht werden? Wie bleibt die Stadt ein attraktives Ziel für Unternehmen und kluge Köpfe? Und wie kann sicherge- stellt werden, dass die best- möglichen Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung Darmstadts in die Wege gelei- tet werden? Wie kann Gemein- schaft, Integration und Inklu- sion in bestehenden Quartieren gestärkt werden und was brau- chen (neue) Nachbarschaften? Zu diesen und weiteren Fragen braucht es eine klare Zukunfts- vorstellung, die der Stadt in ihrer räumlichen Entwicklung für die nächsten Jahre den Weg weist. WIE IST DER MASTERPLAN ENTSTANDEN? Darmstadt hat zwischen 2016 und 2020 eine übergeordnete Strategie erarbeitet: den Master- plan DA 2030+. Der Masterplan definiert als gesamtstädtisches, integriertes, räumliches Konzept die Qualitäten der Stadt, zeigt Handlungsfelder und Strategien für die zukünftige Entwicklung auf und bricht diese auf räum- liche Handlungsschwerpunkte und in umsetzungsfähige Maß- nahmen herunter. Der Plan führt unterschiedliche Interessen in der Stadt zusammen und zeigt die Schwerpunkte für eine räum- liche Entwicklung bis 2030 und darüber hinaus auf. Die Erarbeitung des Master - plans DA 2030+ wurde Ende 2015 durch die Stadtverordne - tenversammlung beschlossen. Stadtplanungsamt und Amt für Wirtschaft und Stadtentwick - lung haben, unter Federführung des Planungsdezernats, den Prozess gesteuert. Zentraler Bestandteil des Pro- zesses war ein dialogorientier- tes, kooperatives Planungs- verfahren unter umfassender Beteiligung der Bevölkerung, der Politik, der Verwaltung und wich- tiger Institutionen, von Fachpla- nungsteams sowie Expertinnen und Experten. Diskussionsgrund- lagen wurden von fünf beauf- tragten Planungsteams in Form von integrierten und räumlichen Zukunftsideen, Szenarien, teil- räumlichen Vertiefungen sowie möglichen Maßnahmen zu fünf unterschiedlichen integrierten Arbeitsfeldern erarbeitet: „Wohn- stadt“, „Quartiersstadt“, „Wis- senschafts- und Arbeitsstadt“, „Freie Stadt“ und „Mobile Stadt“. Die einzelnen Schritte wurden in öffentlichen Foren und in Verwaltungs- und Experten- kommissionen diskutiert. Die Ergebnisse des Planungs- verfahrens wurden im Anschluss gebündelt und bilden die Grund- lage des Masterplans DA 2030+. Als ein Baustein des Master- plans wird das Arbeitsfeld „Mobile Stadt“ im „Mobilitäts- konzept DA 2030+“ konkretisiert und anschließend auf Basis der Ergebnisse des Masterplans wei- ter vertieft. Die Auswirkungen, Herausforderungen und Wech- selwirkungen der Arbeitsfelder hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung der Mobilität wur- den darüber hinaus durch alle Planungsteams behandelt. 8 AUFTAKT 2016 2016 fiel der Startschuss zu DA 2030+ mit einem öffentlichen Auftakt und Planer-Slam. Die Ergebnisse und Zukunftspostkarten waren Grundlage für die Aus- richtung des Dialogs. KOOPERATIVES PLANUNGSVERFAHREN Fünf Planungsteams wurden ausgewählt, sich bis zum Herbst 2018 in einem kooperativen Planungs - verfahren mit der Zukunft der Wissenschaftsstadt zu beschäftigen. IDEENAUFRUF ZU DARMSTADTS SCHÄTZEN Damit DA 2030+ noch mehr ein Thema für die Stadtge- sellschaft wird, suchte ein Ideenaufruf nach Orten, Pro- jekten, Initiativen und Menschen, die Darmstadt bereits heute vielfältiger, lebenswerter und innovativer machen. STADTAKTIONEN ZU DARMSTADTS SCHÄTZEN Die Schatzsuche ging in eine zweite Runde: Gesucht wurden Ideen für Stadtaktionen, die helfen, damit Darmstadt noch besser wird. Ausgewählte Beiträge erhielten eine Unterstützung für die Umsetzung. 4. BÜRGERFORUM STRATEGIEN + SCHLÜSSELRÄUME 6. SEPTEMBER 2018 Die Planungsteams präsentierten in einem saalfüllen- den, begehbaren Modell Strategien, damit Darmstadt auch 2030 und darüber hinaus eine lebenswerte und nachhaltige Stadt ist. MOBILITÄTSKONZEPT DA 2030+ Auf der Grundlage des Masterplans wird im Anschluss ein Mobilitätskonzept 2030+ als Basis für die nachhal- tige Entwicklung der Mobilität in der Wissenschafts- stadt bearbeitet. DARMSTADTATLAS Wo steht Darmstadt? Der Darmstadtatlas beschreibt die Ausgangslage der Stadt und die Herausforde- rungen für die Zukunft. Für das Planungsverfahren benennt er zentrale Fragen sowie Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung. 1. BÜRGERFORUM DARMSTADTS SCHÄTZE 16. NOVEMBER 2017 Das kooperative Planungsverfahren startete und fragte Bürgerinnen und Bürger nach den großen und kleinen Qualitäten und Schätzen der Stadt. Was soll bleiben? Was kann verändert werden? 2. BÜRGERFORUM TRENDS + DYNAMIKEN 8. FEBRUAR 2018 Welche Impulse das wachsende Darmstadt braucht und welche Trends und Dynamiken die Stadt kennzeichnen, präsentierten die Planungsteams im 2. Bürgerforum. 3. BÜRGERFORUM ZUKUNFTSBILDER + SZENARIEN 25. APRIL 2018 Welche Zukunft ist denkbar und wie könnte sie die Wis- senschaftsstadt verändern? Mögliche Szenarien für die Entwicklung der Stadt konnten im 3. Bürgerforum mit den Planungsteams diskutiert werden. MASTERPLAN DA 2030+ Das Ergebnis des Planungsprozesses wird zum Master- plan DA 2030+ als integriertes Leitbild für die Entwick- lung Darmstadts zusammengeführt und der Stadtver- ordnetenversammlung vorgelegt. 5. BÜRGERFORUM DARMSTADTS ZUKUNFT Vorstellung der Ergebnisse des Planungsverfahrens und des Masterplans DA 2030+ im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung und Ausstellung. ABLAUF DES DIALOG- ORIENTIERTEN, KOOPE- RATIVEN PLANUNGS- VERFAHRENS 9 Masterplan DA 2030+ I – Der Weg zum Masterplan Im Rahmen des dialogischen und partizipativen Planungsprozes- ses Masterplan DA 2030+ //// Darmstadt weiterdenken waren alle Bürgerinnen und Bürger, Ver- eine, Institutionen und Unter- nehmen eingeladen, sich mit ihren Ideen in die Gestaltung der Zukunft Darmstadts einzubrin- gen. Im Mittelpunkt standen die Bürgerforen, auf denen die Pla- nungsteams ihre Zukunftsideen zu den fünf Arbeitsfeldern prä- sentierten. Hinzu kamen die Auf- rufe zu „Darmstadts Schätzen“ und zu den „Stadtaktionen.“ Die Ergebnisse aller Bürgerforen und Aufrufe wurden ausgewertet und online auf der Seite der Wis- senschaftsstadt veröffentlicht.1 Ein Lenkungskreis mit Vertrete- rinnen und Vertretern aus der Verwaltung, den Fraktionen und der Fachöffentlichkeit hat bei der Auswertung unterstützt und Empfehlungen für die Arbeit der Teams sowie für die Bündelung und Überlagerung der Ergeb- nisse ausgesprochen. Ebenfalls wurde der Prozess durch eine verwaltungsübergreifende Pro- jektkoordination fachlich unter- stützt und begleitet. Darüber hinaus erfolgte eine Abstimmung von Zwischenergebnissen mit der regelmäßig tagenden Runde der Darmstädter Dezernentinnen und Dezernenten unter Leitung des Oberbürgermeisters. 1 Vgl. www.darmstadt.de/weiterden- ken2030 AUFRUF – DARMSTADTS SCHÄTZE GESUCHT: MACHT EURE STADT SICHTBAR! Im November 2017 lief der Aufruf „Darmstadts Schätze gesucht: Macht Eure Stadt sichtbar!“. Hierbei trugen Bür- gerinnen und Bürger auf der Online-Beteiligungsplattform „Sei DAbei!“2, am Inforad in der Fußgängerzone sowie auf den Bürgerforen über 350 beson- dere Orte, aber auch Initiativen und Alltagsheldinnen und -hel- den zusammen, die Darmstadt vielfältiger, lebenswerter und innovativer machen. Die Benen- nungen zeigen, was Darmstadt auszeichnet, welche Initiativen und Projekte das Leben in den Vierteln bereichern und welche Orte die Stadt in besonderer Weise prägen. Für den Master- planprozess hat das dazu beige- tragen, die Potenziale und Quali- täten der Stadt zu identifizieren, die es zu stärken und weiterzu- entwickeln gilt. AUFRUF – IDEEN FÜR STADT- AKTIONEN GESUCHT: IM FOKUS STEHT DIE ZUKUNFT! Mit dem Aufruf zu den Stadtak - tionen im Frühjahr 2018 wur- den Ideen gesucht, die das zivilgesellschaftliche Engage - ment in Darmstadt sichtbar 2 Vgl. www.da-bei.darmstadt.de/ machen und erste Spuren des Master planprozesses im Stadt - raum hinterlassen. Aus 28 ein - gereichten Vorschlägen wurden sieben Projekte in einer Jurysit - zung ausgewählt. Diese konnten durch eine Förderung der Stadt im Sommer und Herbst 2018 umgesetzt werden. Die große Bandbreite der Vorschläge spie - gelt sich in diesen Aktionen wider: Von einem selbst orga - nisierten, nicht gewerblichen Hinterhofflohmarkt, einem von Bewohnerinnen und Bewoh - nern aufgewerteten Quartiers- platz, alternativen Stadtfüh - rungen zu weniger bekannten Orten der Stadt bis hin zu tem - porären Raumaktivierungen wie dem „Carree Open“ und einem „Parklet“ am Mathildenplatz war alles dabei. In diesen Ideen zeigt sich, wie die Bevölkerung bereits heute zu einer zukunfts - fähigen Stadt beiträgt und wie der Blick auf Räume durch eine – auch temporäre – neue Gestaltung verschoben werden kann. Besonderen Zuspruch erhielt das Straßenkunstpro - jekt „Moving People“, das die Veränderungen der Stadt durch Zuzug und Bevölkerungszu - wachs thematisierte. Über per - sönliche Geschichten und 1.000 kleine Figuren im öffentlichen Raum gab die Aktion insbeson - dere geflüchteten Menschen, die in Darmstadt ein Zuhause gefunden haben, ein Gesicht. 10 1. BÜRGERFORUM DARMSTADTS SCHÄTZE An interaktiven Tischen bestand die Möglichkeit, die Qualitäten und Schätze der Stadt zu mar- kieren. Dabei erhielten die Pla- nungsteams ortspezifische Infor- mationen, was wichtig ist und bleiben soll und was sich verän- dern kann oder muss. 2. BÜRGERFORUM TRENDS UND DYNAMIKEN Die fünf Planungsteams präsen - tierten erste Ergebnisse ihrer Arbeit. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern wur- den Trends und Entwicklungs- dynamiken der Stadtentwick - lung diskutiert. DARMSTADTS SCHÄTZE Mit dem Aufruf „Darmstadts Schätze“ wurden Orte, Pro- jekte, Initiativen und Menschen gesucht, die Darmstadt bereits heute vielfältiger, lebenswerter und innovativer machen. Die über 350 gesammelten Schätze wurden im 2. Bürgerforum aus- gestellt und flossen in die wei- tere Planung ein. 11 Masterplan DA 2030+ I – Der Weg zum Masterplan 3. BÜRGERFORUM ZUKUNFTSBILDER UND SZENARIEN Die fünf Planungsteams präsen- tierten die Konkretisierungen aus dem vorherigen Bürgerforum und diskutierten gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern an interaktiven Themen-Tischen Zukunftsbilder und Szenarien der Stadtentwicklung. 4. BÜRGERFORUM STRATEGIEN UND SCHLÜSSELRÄUME Auf einem großen, begehba - ren Stadtplan präsentierten die fünf Planungsteams ihre Ergebnisse zu „Strategien und Schlüsselräumen“ und disku - tierten gemeinsam mit Bürge - rinnen und Bürgern sowie Schü - lerinnen und Schülern. 5. BÜRGERFORUM DARMSTADTS ZUKUNFT Nach Abstimmung des Master - plans DA 2030+ mit den politi - schen Gremien und Beschluss durch die Stadtverordnetenver- sammlung werden die Ergeb - nisse des Planungsverfahrens im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung und Ausstellung vorgestellt. 12 WIE IST DER MASTERPLAN DA 2030+ AUFGEBAUT? Grundlageninformationen für die Erarbeitung des Masterplans DA 2030+ bildet der 2017 veröf- fentlichte Darmstadtatlas3. Darin sind stadtentwicklungsrelevante Trends bewertet und eine aktuelle Perspektive auf die fünf Themen- felder dargestellt. Ebenso wur- den die Entwicklung und Situation Darmstadts analysiert und Stär- ken, aber auch Herausforderun- gen deutlich gemacht sowie Chan- cen und Risiken für die zukünftige Entwicklung der Stadt aufgezeigt. Bestehende Programme, Pläne und Projekte der Wissenschafts- stadt Darmstadt sind Grundlagen für die inhaltliche Ausformulie- rung. Die Erarbeitung berück- sichtigt gesamtstädtisch wirk- same Ansätze wie: > Zentrenkonzept zur Einzelhan- delsentwicklung in Darmstadt (2012), > Wohnungs- und Gewerbeflä- chenanalyse (2012), > Integriertes Klimaschutzkon- zept (2013), 3 Vgl. www.darmstadt.de/fileadmin/ PDF-Rubriken/Rathaus/Aemter_und_ein- richtungen/61-Stadtplanungsamt/Mas- terplan2030/Darmstadtatlas.pdf > Sozialatlas der Stadt Darmstadt (2013 und 2016), > 25 Schritte zur Biologischen Vielfalt in Darmstadt (2014), > Bevölkerungsumfrage (2015), > Klimafunktionskarte Darmstadt (2016), > Aktionsplan Inklusion (2016), > Nahversorgungskonzept (2016), > Demografiebericht 3 (2017), > 1. Gleichstellungsaktionsplan 2018-2020 (2017), > 1. Bildungsbericht (2018), > Mietspiegel der Stadt Darmstadt (2018), > Wohnungspolitisches Konzept (2019), > Beschluss „Höchste Priorität Klimaschutz“ (2019). Darüber erfolgte im Planungs - prozess eine Rückkopplung mit übergeordneten Planungen und Konzepten, etwa dem Gutach - ten zum Regionalen Entwick - lungskonzept des Regierungs - präsidiums Darmstadt sowie mit dem gemeinsamen Nah - verkehrsplan des Landkreises Darmstadt-Dieburg und der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Der Masterplan DA 2030+ folgt einem klaren Aufbau: Zunächst werden die Qualitä- ten Darmstadts benannt, die die besonderen Stärken der Stadt aufgreifen – basierend auf den Hinweisen der Bevölke- rung, die im Rahmen des Aufrufs „Darmstadts Schätze gesucht“ gesammelt wurden → II – Darm stadt heute, S. 15. Sie zeigen die Aspekte der Stadt, die einen wesentlichen Beitrag zur heuti- gen Lebensqualität und Attrak- tivität Darmstadts leisten und die in Zukunft bewahrt und wei- terentwickelt werden sollen. Die Qualitäten sind teilweise auch als Alleinstellungsmerkmale zu verstehen, die in ihrer Gesamt- heit Darmstadt heute und mit Blick auf die Zukunft klar pro- filieren. Dazu werden zentrale Herausforderungen formuliert, auf die Darmstadt mit dem Masterplan DA 2030+ Antworten entwickelt hat. Ausgehend von der im Prozess entwickelten übergeordneten Vision „Darmstadt wächst klug“ → III – Darmstadt wächst klug, S. 29, weist der Masterplan drei daraus resultierende Handlungs- felder aus → IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder, S. 39. Diese werden jeweils mit einer Zielformulierung unterlegt und durch dazugehörende Strate- gien sowie entsprechende Maß- nahmen operationalisiert. Die Schlüsselräume markieren Gebiete der Stadt, in denen sich besonders umfangreiche Verän- derungen abzeichnen, bzw. die ein hohes Transformationspo- tenzial aufweisen. Sie erlauben es, im öffentlichen Handeln Prio- ritäten zu setzen → V – Schlüs selräume für die Zukunft von Darmstadt, S. 103. 13 Masterplan DA 2030+ I – Der Weg zum Masterplan Abschließend wird beschrieben, wie sich der Masterplan DA 2030+ weiterführen lässt → VI – Was passiert nun? Arbeiten mit dem Masterplan, S. 113 . Hier wird skizziert, wie Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung die Inhalte gemein - sam weiterentwickeln und umsetzen können. WAS STELLT DER MASTER- PLAN DAR UND WIE VERBIND- LICH IST ER? Der Masterplan DA 2030+ ist ein informelles, steuerndes und parti- zipatorisches Planungsinstrument der Stadtentwicklung mit inhalt- lichen und räumlichen Schwer- punkten. Er hat – anders als etwa ein Flächennutzungsplan – keinen (bau-)rechtsverbindlichen Charak- ter, ist für die Verwaltung jedoch handlungsweisend für nachfol- gende Planungsschritte. Auf der Grundlage erarbeite - ter, programmatischer Aussa- gen zu einzelnen Themen und Handlungsfeldern wurden weit - reichende stadtentwicklungs - bezogene, sozialräumliche und städte bauliche Weichenstel- lungen entwickelt, die für die Gremien eine Beschlussgrund - lage darstellen und für die Ver - waltung handlungsleitend sind. Beim Masterplan DA 2030+ han- delt es sich um eine Art überge- ordnetes „Regiebuch“, in dem die Ziele für die zukünftige Stadt- entwicklung beschrieben werden und in dem der Weg zu deren Umsetzung vorgezeichnet wird. Ansprüche, Ziele und Qualitäten für die Stadtentwicklung und den Städtebau werden hier definiert. Der Masterplan stellt ein umfas- sendes integriertes Leitbild der Stadtentwicklung dar. Darmstadt setzt auf eine zukunftsorientierte und nach - haltige Stadtentwicklung und schafft damit die notwendi - gen Voraussetzungen, um das Wachstum zu gestalten und Herausforderungen wie den Kli - mawandel entschlossen anzu - gehen. Die Stadtverordneten haben 2015 beschlossen, dass Darmstadt sich mit dem Mas - terplan DA 2030+ sowohl eine Stabilitätskulisse gibt, um die lokalen Identitäten zu stärken, als auch Zukunftsbausteine, um die Entwicklung dynamisch zu gestalten. 15 II – DARMSTADT HEUTE DARMSTADT VERFÜGT ÜBER VIEL- FÄLTIGE QUALITÄTEN, DIE DIE STADT BEREITS HEUTE ATTRAKTIV UND LEBENSWERT MACHEN. MIT DEM MASTERPLAN WILL SICH DIE STADT AKTUELLEN HERAUS- FORDERUNGEN STELLEN, ETWA DEM BEVÖLKERUNGSWACHSTUM, DEM KLIMASCHUTZ, DER MOBILI- TÄTSWENDE, DER STÄRKUNG DES SOZIALEN ZUSAMMENHALTS, DER TRANSFORMATION DER ARBEITS- WELT , DER DIGITALISIERUNG SOWIE DER VERBESSERUNG DES STADTIMAGES. 17 Masterplan DA 2030+ II – Darmstadt heute DARMSTADTS SCHÄTZE Mit dem Masterplan DA 2030+ setzt sich die Stadt ambitio- nierte Ziele, die Herausforderun- gen zukünftiger Stadtentwick- lung erfolgreich zu gestalten. Dabei baut Darmstadt auf gewachsenen Qualitäten auf, die die Stadt bereits heute attraktiv und lebenswert machen. Diese Qualitäten – die auch von Bür- gerinnen und Bürgern im Rah- men der Aktion „Darmstadts Schätze!“ zusammengetragen wurden – gilt es, für die Zukunft weiterzuentwickeln. DARMSTADT IST ... … EINE INNOVATIVE WISSEN- SCHAFTS- UND WIRT- SCHAFTSSTADT Darmstadt ist seit 1997 erste deutsche Wissenschaftsstadt. Mit über 30 Universitäten und Hochschulen, wissenschaftli- chen Institutionen, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen genießt Darmstadt national und international einen hervorragen- den Ruf, was Institutionen wie ESOC/ESA oder GSI belegen. Wirtschaft und Wissenschaft sind in Darmstadt eng mitei- nander verknüpft und profitieren voneinander, sodass Darmstadt ein attraktiver Standort der Hoch- und Spitzentechnolo- gie mit wertvollen Standortvor- teilen ist. Dieses zeigt sich in den bereits bestehenden Grün- dungszentren, der Digitalstadt Darmstadt sowie der zwischen- zeitlich fünften Auszeichnung als Zukunftsstandort Nummer eins in Deutschland.4 … EINE INTERNATIONALE UND WELTOFFENE STADT Die Wissenschaftsstadt Darmstadt zeichnet sich ganz besonders durch ihre Internati- onalität und Weltoffenheit aus. So finden auf unterschiedlichen Ebenen der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Jugend und Kul- tur zahlreiche Austausch- und Kooperationsprojekte und Begeg- nungen statt, die das europäi- sche Bewusstsein in der Stadt- gesellschaft und ein lebendiges Miteinander mit den internatio- nalen Partnerinnen und Partnern fördern. Mehrere Vereine und Ini- tiativen engagieren sich zudem in Projekten der Bildungsarbeit für Welt- und Nachhaltigkeitsthe- men und setzen globales Denken in lokalem Handeln um. 4 Vgl. IW Consult GmbH, Immobilien- Scout 24 und Wirtschaftswoche. „Städ- teranking 2019“. www.iwconsult.de/ aktuelles/projekte/staedteranking-2019 … EIN LEBENSWERTER UND ATTRAKTIVER WOHNORT FÜR ALLE Martinsviertel, Paulusviertel, Bessungen, Heimstättensied- lung, Kranichstein – vielfäl- tige Wohnquartiere mit eigenen Charakteren und unterschied- lichen Wohnangeboten prägen Darmstadt und machen die Stadt zu einem attraktiven Wohn- und Lebensort. In vielen Quartie- ren gibt es Treffpunkte, wie bei- spielsweise den Viktoriaplatz, wo die Anwohnenden gemeinsam feiern oder Sport ereignisse ver- folgen, oder das Bürgerhaus Kra- nichstein, das ein Ort der Vielfalt mit unterschiedlichen Angebo- ten zum Austausch geworden ist. Projekte wie WohnSinn Bes- sungen ermöglichen generatio- nenübergreifendes Wohnen und selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter. Ein zentrales Kenn- zeichen vieler Quartiere und Quartiers zentren sind inhaber- geführte Geschäfte, die jedoch durch Online-Handel immer stär- ker unter Druck geraten und zu verschwinden drohen. 18 19 Masterplan DA 2030+ II – Darmstadt heute 20 … EINE GRÜNE STADT MIT ATTRAKTIVEN, INNERSTÄD- TISCHEN UND STADTNAHEN ERHOLUNGSMÖGLICHKEITEN Der von alten Bäumen geprägte Herrngarten, der innerstädtische Badesee Großer Woog, die Oran- gerie, der Botanische Garten, der Bürgerpark Nord mit Sportan- lagen und Trainingsplätzen, der Internationale Waldkunstpfad mit seinen naturnahen Kunst- werken, die Grünzüge entlang der Bachauen und nicht zuletzt die weitläufigen Waldgebiete im Umkreis der Stadt verdeutli- chen, dass Darmstadt eine grüne Stadt mit vielfältigen Angeboten für Erholung und Naturerlebnis ist; Darmstadt ist daher auch als „Stadt im Walde“ bekannt. Die grün-blauen Naturräume sind wichtige Erlebnis- und Erholungs- orte und sorgen durch den Ver- dunstungseffekt der Wasserflä- chen für ein besseres Stadtklima. … EINE STADT MIT HERVOR- RAGENDEN BILDUNGS- CHANCEN FÜR ALLE Die Wissenschaftsstadt Darmstadt baut auf lebenslan- ges Lernen und auf ein brei tes Bildungsverständnis. Bildung umfasst in Darmstadt nicht nur formale, auf einen Abschluss zielende Lernprozesse, wie sie beispielsweise in Schule und Universität stattfinden, son- dern auch non-formale bzw. informelle Lernprozesse, wie etwa beim Besuch eines Muse- ums, im Verein, in Kinder- und Jugendzentren oder bei ande- ren (Freizeit-)Aktivitäten. Bildung findet in der Wissenschaftsstadt Darmstadt an vielen Orten und in vielerlei Verantwortung statt. … EINE STADT , DIE URBANE UND DÖRFLICHE QUALITÄ- TEN MITEINANDER VEREINT In Darmstadt liegen urbane Qualitäten neben Angeboten, die für ein dörfliches Leben stehen. Haupterwerbliche landwirt- schaftliche Betriebe mit Hoflä- den sowie das Hofgut Oberfeld als Lernort Bauernhof machen Landwirtschaft auch für die Stadtbevölkerung erfahrbar und sind darüber hinaus wich- tige kulturelle und soziale Orte. Die Kinder- und Jugendfarm Arheilgen oder das Wixhäuser Dorfmuseum veranschaulichen naturnahe landwirtschaftliche Produktion sowie ländliche Tra- ditionen und Arbeits weisen. Die alten Dorfkerne mit ihrer kom- pakten Struktur und ihren kur- zen Wegen weisen auch heute eine hohe Lebensqualität auf. … EINE STADT MIT HOHER ARCHITEKTONISCHER UND STÄDTEBAULICHER QUALI- TÄT AUS VIELEN EPOCHEN Darmstadt ist ein gebautes Lehrbuch der Architektur- und Städtebaugeschichte. Mit der Mathildenhöhe, dem Jugendstilbad und zahlrei- chen weiteren Bauten steht Darmstadt wie keine andere deutsche Stadt für den Jugend- stil. Die Künstlerkolonie Mathil- denhöhe dokumentiert auf einzigartige Weise den architek- tonisch-künstlerischen Aufbruch im Geist der internationalen Reformbewegung am Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein Antrag zur Aufnahme der Mathildenhöhe in die Welterbeliste wurde bei der UNESCO eingereicht. Von hoher stadtgeschichtlicher und archi- tektonischer Bedeutung ist auch der umfassende Wiederaufbau der Darmstädter Innenstadt, aufgrund der verheerenden Zer- störung im Zweiten Weltkrieg in den 1950er- und 1960er-Jahren. Beispielhaft für den modernen Wiederaufbau entstand in die - ser Zeit eine Vielzahl an prägen - den und bedeutenden Gebäu - den; zu erwähnen sind hier die sogenannten Meisterbauten. Der Bau des ersten Passivhau - ses Deutschlands und von Sied - lungen wie Kranichstein, wo u. a. mit dem Wohnquartier K 6.1 „Kranichstein Süd-West“ ein ökologisches und sozia - les Gesamtkonzept verfolgt wurde, belegen die Vorbildfunk - tion Darmstadts im Wohnungs - bau, die die Stadt in vielen Epo - chen einnahm und an die es in Zukunft anzuknüpfen gilt. 21 Masterplan DA 2030+ II – Darmstadt heute … EINE SOLIDARISCHE UND ENGAGIERTE STADT: VIELE INITIATIVEN, FREIWIL- LIGE UND STIFTUNGEN, DIE SICH FÜR GUTES ZUSAM- MENLEBEN ENGAGIEREN Viele Darmstädterinnen und Darmstädter engagieren sich in zivilgesellschaftlichen Initiativen für ein gutes Miteinander in allen Teilen der Stadt: Beispielhaft zu nennen sind etwa die Eber- schafts-Hilfe e. V ., Menschens- kinder e. V . oder der Arbeitskreis Kultur und Soziales in Arheilgen. Das Engagement zieht sich durch alle Altersgruppen. Im Stadt- schüler*innenrat-Büro oder dem Jugendforum arbeiten Jugendli- che selbstständig und selbstbe- stimmt sowie ohne Erwachsene an ihren Projekten. Netzwerke unterstützen sowohl bereits länger in Darmstadt lebende Migrantinnen und Migranten als auch neue Darm- städterinnen und Darmstäd- ter. Sie sind wichtiger Teil der Stadt. Initiativen wie „Transition Darmstadt“, „Zusammen in der Postsiedlung“ oder die „Stadt- teilrunde Kranichstein“ setzen sich damit auseinander, wie in Darmstadt ein gesellschaftlicher Wandel hin zu mehr Nachhaltig- keit, Rücksichtnahme und Ver- antwortung gelingen kann. … EINE KULTURSTADT Schon in der ehemaligen Resi- denzstadt, für die das Schloss im Zentrum ein eindrucksvolles Zeugnis liefert, wurden die Wei- chen für eine beeindruckende kulturelle Vielfalt gestellt, die in Städten vergleichbarer Größe sonst nicht anzutreffen ist. Das 1820 gegründete Hessische Lan- desmuseum zählt zu den frü- hesten öffentlichen Museen in Deutschland. Die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe ist im frü- hen 20. Jahrhundert. der Weg- bereiter der architektonischen Moderne und Kandidat für ein UNESCO-Welterbe. Die „Darm- städter Gespräche“, das Internati- onale Musikinstitut und die Deut- sche Akademie für Sprache und Dichtung markierten unmittel- bar nach dem Zweiten Weltkrieg einen geistesgeschichtlichen Neu- anfang. Und heute stehen neben diesen Eckpfeilern der Kultur eine Vielzahl von freien und öffentli- chen Theatern, Ausstellungshäu- sern, Konzertbühnen und Litera- tureinrichtungen. Die Hochkultur in allen Sparten in ausgewogener Balance mit soziokulturellen Initi- ativen, dem Experiment und der Avantgarde – das macht die Kul- turstadt Darmstadt aus. … EINE STADT MIT ERFAHRUNG UND MUT FÜR TRANSFORMATIONEN Häufig in ihrer Geschichte stand Darmstadt vor großen Transfor- mationsprozessen: Der Wiederaufbau, der öko- nomische Strukturwandel der 1990er-Jahre oder die Kon- version ehemaliger Kasernen nach dem Abzug der Alliier- ten – immer wieder musste Darmstadt sich neu erfinden und mutige Konzepte für die Zukunft entwickeln. Aktuell sind der Umbau der Lincoln-Sied- lung und die Planungen für das Ludwigshöhviertel (ehe- mals Cambrai-Fritsch-Kaserne/ Jefferson-Siedlung) Beleg und Anspruch für eine nachhaltige Quartiersentwicklung. … EINE STADT MIT ATTRAK- TIVER LAGE IN EINER PROS- PERIERENDEN REGION Die unterschiedlichen Land- schaftszüge um Darmstadt – Bergstraße, Messeler Hügelland und Odenwald – sind attraktive Naherholungsziele für Darm- städterinnen und Darmstädter und die gesamte Region. Darü- ber hinaus bestehen gute Anbin- dungen in der Metropolregion Rhein-Main mit den Städten Frankfurt, Offenbach, Mainz und Wiesbaden, die sich alle weniger als eine Stunde entfernt befin- den. Dazu liegt Darmstadt an der Schwelle zur Metropolre- gion Rhein-Neckar mit Heidel- berg und Mannheim. Der direkte Anschluss an den Frankfurter Flughafen verbindet Darmstadt mit der ganzen Welt. 22 DARMSTADT STELLT SICH DEN HERAUS- FORDERUNGEN DER ZUKUNFT Darmstadt ist Teil einer der wirt- schaftlich stärksten Regionen Europas. Als Wissenschaftsstadt, Stadt des Jugendstils und Digi- talstadt will Darmstadt auch in Zukunft ein wichtiger Teil dieser Zukunftsregion sein. Für die Stadt entwicklung bedeutet dies, die regional spezifischen Heraus- forderungen unter Berücksichti- gung des Einflusses globaler Ent- wicklungen zu steuern. Darmstadt stellt sich diesen Herausforderun- gen durch eine nachhaltige inte- grierte Stadtentwicklungsstrate- gie, die die spezifischen Gegeben- heiten der Stadt aufgreift. Dabei stehen die folgenden übergeord- neten Trends im Fokus: BEVÖLKERUNGSWACHSTUM Darmstadt ist die am stärksten wachsende Stadt im Rhein-Main- Gebiet. Die Hessen Agentur pro- gnostiziert für Darmstadt aus- gehend vom Jahr 2014 bis 2050 ein Bevölkerungsplus von 18,7 Prozent.5 Die Stadt Darmstadt erlebt in den letzten Jahren ein 5 Vgl. Hessen Agentur. „Bevölkerungs- vorausschätzung für Hessen und seine Regionen als Grundlage der Landesent- wicklungsplanung“, Mai 2016 überdurchschnittlich starkes Wachstum vor allem beim Zuzug von Personen im Alter zwischen 15 und 35 Jahren.6 Darmstadts Wachstum drückt sich in einer zunehmenden Internationalität und soziokulturellen Ausdifferen- zierung der Stadtbevölkerung aus: In Darmstadt leben, arbeiten, forschen und lernen Menschen aus über 150 Nationen. Von den über 162.000 Darmstädterinnen und Darmstädtern haben ca. 40 Prozent eigene Migrationserfah- rung oder einen Elternteil, der nicht mit deutscher Staatsan- gehörigkeit geboren wurde. Die Bevölkerung wird in Darmstadt insbesondere durch den Zuzug internationaler Fach- und Füh- rungskräfte diverser. Das prog- nostizierte Bevölkerungswachs- tum Darmstadts ist zentrale Rahmenbedingung für den Mas- terplan DA 2030+. Ausgegangen wird bei den Planungen von dem Szenario mit einem jährlichen Wanderungsgewinn von 1.100 Personen und einer Bevölkerungs- vorausberechnung von 184.000 Einwohnerinnen und Einwoh- nern für das Jahr 2035.7 Dieses Wachstum wirkt sich vor allem auf den Wohnungsmarkt aus. Eine Leerstandsquote von rund 0,5 Prozent8 bei Wohnungen, eine 6 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Die demografische Entwicklung Darmstadts bis 2035“. Demografiebe- richt, Januar 2017 7 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Die demografische Entwicklung Darmstadts bis 2035“. Demografiebe- richt, Januar 2017 Mietpreissteigerung von über 20 Prozent in den vergangenen sie- ben Jahren9 und ein geschätz- ter Nachholbedarf von ca. 5.000 Wohnungen verweisen heute auf einen äußerst angespannten Wohnungsmarkt in Darmstadt. Die Bedarfsprognose für den Zeitraum bis 2030 lässt sich auf ca. 18.000 neue Wohnungen in Darmstadt beziffern.10 In diesem Kontext stellt insbesondere die Bereitstellung dringend benötig- ter bezahlbarer Wohnungen, d. h. mit Mietpreis- und Belegungsbin- dungen, eine große Aufgabe dar. Das Wachstum beschränkt sich jedoch nicht auf eine Zunahme der Bevölkerung. Auch Darmstadts Wirtschaft wächst dynamisch und die Anzahl der Arbeitsplätze steigt. Aktuell kann man von insgesamt über 130.000 Erwerbstätigen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgehen. Die Anzahl der erfass- ten sozialversicherungspflich- tig Beschäftigten11 betrug 2007 85.381 Personen und 2017 101.012 Personen. 8 Vgl. empirica ag und CMRE GmbH. „CBRE-empirica-Leerstandsindex 2009– 2017. Ergebnisse und Methodik“, 2018 9 Vgl. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). „Woh- nungsmarktbeobachtung“, o. J. 10 Vgl. Institut für Wohnen und Umwelt (IWU). „Wohnungsbedarfsprognose für die hessischen Landkreise und kreis- freien Städte“, 2016 11 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sind alle Arbeiternehmen- den – einschließlich Auszubildenden, die krankenversicherungs-, rentenversiche- rungs- und/oder arbeitslosenversiche- rungspflichtig sind, in etwa 80 Prozent aller Erwerbstätigen. 23 Masterplan DA 2030+ II – Darmstadt heute Dies entspricht einem Anstieg um rund 20 Prozent.12 Es ist zu erwarten, dass diese Entwicklung auch nach 2020 anhalten wird. KLIMASCHUTZ UND NACH- HALTIGER UMGANG MIT RESSOURCEN Die Minderung der Auswirkungen des bereits jetzt stattfindenden Klimawandels und die Anpassung an veränderte klimatische Bedin- gungen stellen eine wichtige Auf- gabe zum Klimaschutz dar, der sich Darmstadt in Zukunft ent- schlossen stellen muss. 12 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Sozialversicherungspflichtig Beschäf- tigte in der Wissenschaftsstadt Darmstadt“. Statistische Berichte, 1. HJ/2018 Darmstadt bekennt sich zum Ziel des Pariser Klimaabkom- mens, der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad, und macht den Klimaschutz zum zentralen Bestandteil der Kommunalpolitik. Um dieses Ziel zu erreichen, soll in allen Bereichen kommunaler Klima- schutz intensiviert werden. Angesichts zunehmender Ex trem- wetterereignisse und anstei- gender Temperaturen müssen Stadt und Region so entwickelt werden, dass das Stadtklima verträglich bleibt, Grün- und Wasserflächen nachhaltig ihre wichtige Klimafunktion erfüllen und Starkniederschläge sicher bewirtschaftet werden. Die Einsparung von Emissionen mit dem Ziel der Klimaneutra- lität bis 2035, die Ausnutzung der Potenziale erneuerbarer Energien für Wärme- und Strom- produktion und der schonende Umgang mit Ressourcen sind zentraler Bestandteil der nach- haltigen Stadtentwicklungsstra- tegie. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfolgt ab sofort das Ziel, da wo der Magistrat Hand- lungsoptionen und Einfluss hat, bis 2035 ihre Netto-CO2-Emis- sionen auf null zu senken. Die Verkehrswende ist einer der Schlüssel zu einer wesentlichen Reduktion von Emissionen und einer klimagerechten Stadt. Klimaneutral bis 2035 CO2-Bilanz 2020 2035 ↑ Klimaziel bis 2035 Änderungsantrag zum Antrag Vorlage-Nr. SV-2019/0043 „Höchste Priorität für Klimaschutz – Weltklima in Not – Darmstadt handelt“. 140.000 160.000 180.000 1990 2000 2010 2020 2030 +500 +800 +1100 Jährlicher Wanderungsgewinn ↑ Bevölkerungsentwicklung und Prognose bis 2035 Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Die demografische Entwicklung Darmstadts bis 2035“. Demografiebericht, Januar 2017 24 VERKEHRSWENDE UND MOBILITÄTSKULTUR Das Bevölkerungs- und Wirt - schaftswachstum der Region Südhessen bedeutet für Darm- stadt zukünftig einen weiteren Anstieg des Verkehrsaufkom- mens aller Verkehrsarten und der Zahl an Pendelnden. Diese Zunahme von zurückgelegten Verkehrswegen in der weitgehend nach den Idealen der autoge- rechten Stadt wiederaufgebau- ten Kernstadt stellt Darmstadt in besonderem Maße vor die Aufgabe, die Verkehrswende zu gestalten. Denn die vorhande- nen, nicht verbreiterbaren Stra- ßenräume müssen unter den verschiedenen Verkehrsträgern gleichwertiger aufgeteilt werden. Um zentrumsnahe und stark belastete Quartiere entwickeln zu können, müssen innovative Ver- kehrslösungen gefunden werden, die keine Zunahme des motori- sierten Individualverkehrs (MIV) zur Folge haben. Die Herausforderung liegt u. a. darin, den Umweltverbund zu stärken und attraktiver zu gestalten und dabei sowohl die Mobilität in der Stadt und ihren Quartieren sowie die Verbindun- gen mit der Umlandregion im Blick zu haben. SOZIALER ZUSAMMENHALT UND TEILHABE Trends der demografischen Ent- wicklung und Migration stellen für den sozialen Zusammenhalt eine zentrale Zukunftsaufgabe dar. Auch in Darmstadt steigt die Anzahl älterer Menschen. Gleichzeitig bleiben diese Men- schen länger gesund und wol- len auch im Rentenalter mitge- stalten. Darüber hinaus erfährt Darmstadt durch Migration aus der Region und Deutsch- land sowie aus vielen Teilen der Welt ein Bevölkerungswachstum. Wohn- und Lebensmuster, Beschäftigungsbeziehungen und Freizeitaktivitäten sind durch neue Lebensstile, Wertesysteme und Einstellungen entstanden und von verschiedenen wirt- schaftlichen, sprachlichen, religi- ösen und soziokulturellen Hinter- gründen geprägt. Diese Vielfalt ist eine wichtige Ressource und Chance für die Zukunft. Daher ist es wichtig, dass alle Darm- städterinnen und Darmstädter dieselben Möglichkeiten und Vor- aussetzungen in Bezug auf das Leben, Wohnen und Arbeiten in der Stadt und Region haben. Dies betrifft die soziale, kultu- relle, wirtschaftliche und poli- tische Teilhabe, wobei hier ein diversitätssensibler Ansatz anzu- streben ist. Dieser stellt sicher, dass Inklusion und Integration sowie Gendergerechtigkeit als Querschnittsthemen in allen Bereichen mitgedacht werden. zu Fuß 28% Zielszenario -12% MIV ÖPNV 18% Zielszenario Umweltverbund 75% Fahrrad 17% MIV 37% Zielszenario MIV 25% ↓ Wegeanteile verschiedener Verkehrsträger 2018, im Vergleich zum Zielszenario Technische Universität Dresden, Omnitrend GmbH. „Mobilität in Städ- ten – SrV (System repräsentativer Ver- kehrsbefragungen)“, 2018 25 Masterplan DA 2030+ II – Darmstadt heute TRANSFORMATION DER ARBEITSWELT Mit über 130.000 Arbeitsplät - zen bei über 162.000 Einwoh - nerinnen und Einwohnern ist die Stadt ein Arbeitsplatzmagnet. 13 Bereits heute pendeln nahezu 70 Prozent der sozialversiche - rungspflichtig Beschäftigten in die Stadt hinein. 14 Das Arbeits- platzwachstum drückt sich in einem hohen Flächenbedarf für Büro- und Gewerbeimmobilien aus, der wiederum in Teilen in Nutzungskonkurrenz steht zu den Bedarfen im Wohnungsbau. Im Jahr 2017 waren noch etwa rund 20 ha gewerblich nutzba - rer Konversionsflächen und ein über die Gesamtstadt verteiltes Kontingent an nicht und unter - genutzten Flächen verfügbar. Diese Flächenpotenziale wer - den nicht ausreichen, um allen ansiedlungs- und expansions - willigen Firmen ausreichend Platz zu bieten. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass trotz der vor wenigen Jahren (s. o.) noch vorhandenen Potenzial- flächen bereits heute bedingt durch vielfältige Anforderungen der Wirtschaft selbst, aber auch von Behörden, Institutionen und wissenschaftlichen Einrichtun - gen im Stadtgebiet praktisch 13 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Statistischer Kurzbericht 1/2019“, Januar 2020 14 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. „Datenreport 2018“. Datenreport, November 2018 keine unbebauten Gewerbe - grundstücke von maßgeblicher Größe mehr vorhanden sind, was auch im Büroimmobilien - markt stark zu spüren ist. Die Verfügbarkeit neuer und moderner Technologien, neu ent- stehende Produktionstechniken, fortschreitende Digitalisierungs- prozesse sowie die Entgren- zung „klassischer“ Strukturen der Arbeitswelt, wo die Grenzen zwischen Arbeiten, Wohnen und Freizeit verschwimmen, eröffnen gänzlich neue Möglichkeiten und haben unmittelbare Auswirkun- gen auf die gebaute Stadt. Zu beobachten ist eine Diversifizie- rung der Anforderung an Stand- orte und an die dort gelebten Arbeitswelten. Unter den Vor- zeichen von Industrie 4.0 findet zum einen ein intensiver Wandel der Produktion statt. In Zeiten flexibler Kleinserien- produktionen, geräuschar- mer Fertigungsrobotik und der Technologiesprünge im Bereich 3-D-Druck ist eine Rückkehr der Produktion ins Geschoss und eine stärkere Mischung von Pro- duktion mit Wohnen und Dienst- leistung wieder möglich. Zum anderen bleiben die Nachfrage und der Bedarf an klassischen Gewerbestandorten weiter hoch, insbesondere für produzierende Hightech-Unternehmen als Schlüsselindustrien der Zukunft. ↑ Entwicklung der Erwerbstäti genzahlen 2009 bis 2018 Hessisches Statistisches Landesamt, Bundesagentur für Arbeit 2009 Erwerbstätige (Arbeitsort Darmstadt) sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 110.000 90.000 120.000 100.000 130.000 2009 Erwerbstätige (Arbeitsort Darmstadt) sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 110.000 90.000 120.000 100.000 130.000 2009 Erwerbstätige (Arbeitsort Darmstadt) sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 110.000 90.000 120.000 100.000 130.000 Erwerbstätige (Arbeitsort Darmstadt) sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 26 Parallel hierzu differenzieren sich auch die Arbeitswelten zwi- schen Homeoffice-Lösungen, Co-Working-Spaces sowie Ein- zel- und Gruppenbüromodellen aus. Stadtstrukturell hat dies umfassende Auswirkungen auf die Anforderungen an Wohnraum und Mobilität. Um die Position als Stadt mit hohen Zukunftschancen und attraktiven Arbeitsplätzen lang- fristig zu sichern, sind Rahmen- bedingungen und Infrastrukturen zu schaffen, welche zukünftigen Arbeitsvorstellungen entspre- chen. Das Selbstverständnis als Wissenschaftsstadt stellt weiter- hin die Grundlage für die Wei- terentwicklung einer zukunfts- orientierten Wissenskultur dar, welche alle Darmstädterinnen und Darmstädter einbezieht. Zukünftige Anforderungen an die Wissenschaftsstadt umfassen über den Arbeitsplatz hinaus ein attraktives Lebensumfeld. Eine lückenlose nachhaltige Mobili- tät, qualitätsvolle Freiräume und ein attraktives Freizeit- und Kul- turangebot sind sicherzustel- len, um weiterhin ein attraktiver Standort für Unternehmen und Beschäftigte zu sein. DIGITALISIERUNG Die 2017 erfolgte Auszeichnung von Darmstadt als „Digitalstadt“ im Wettbewerb des Digitalverban- des Bitkom und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes ist ein eindrucksvoller Beleg für die zukunftsfähige Ausrich- tung der Wissenschaftsstadt. In seiner Stadtgrößenklasse hat Darmstadt die höchste Dichte an IT-Kompetenz auf wissenschaftli- cher Ebene und in der Wirtschaft in Europa. Die Voraussetzungen für die Förderung der Digitalisie- rung in der Stadt und der Region sind exzellent. Dabei ist zu beachten, dass die Digitalisierung als Prozess zunächst ohne Eigenschaft ist, weder positiv noch negativ. Vor- und/oder Nachteile entste- hen erst daraus, wie sie stadt- gesellschaftlich implementiert wird. Die Digitalisierung stellt die Stadtentwicklung in die- sem Zusammenhang vor große Herausforderungen, weil sie mit starken Auswirkungen auf die Stadtentwicklung als Motor wirkt – etwa im Bereich des Online-Handels, des Ride-Sha- ring oder der Veränderung der Arbeitswelten „Industrie 4.0“. Hieraus ergeben sich umfangrei- che Pfadabhängigkeiten, etwa für die Einzelhandels- und Zen- trenstruktur Darmstadts, für innerstädtische Lieferverkehre, die Pendlerstrukturen und die zukünftige Mobilitätskultur. 10.000 9.000 8.000 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 ↑ Entwicklung der sozialversi cherungspflichtig Beschäf tigten in Informations und Kommunikationstechnologie berufen Hessisches Statistisches Landesamt, Bundesagentur für Arbeit 27 Masterplan DA 2030+ II – Darmstadt heute Der drohenden Verödung von Einzelhandelsfunktionen in der Stadt, aufgrund des Online-Han- dels, muss durch gezielte Attraktivitätssteigerung und Auf- wertung der Zentren einschließ- lich ihrer Plätze, Straßen und Freiflächen begegnet werden. Weiterhin ist es erforderlich, den zunehmenden innerstädtischen Lieferverkehr durch entspre- chende Logistik- und Mobilitäts- konzepte zu steuern. Viele Entwicklungen werden durch globale Unternehmen vor- angetrieben und sind national bzw. regional kaum steuerbar. Den bisherigen Erfahrungen zufolge soll dieser Sachverhalt jedoch nicht zu einem fatalis- tischen Umgang im Sinne von „man hat ohnehin keinen Ein- fluss“ führen. Im Gegenteil, es bietet sich – unter der Bedin- gung der konsequenten Anwen- dung eines Auswahlverfahrens, indem man nur Projekte zulässt, die einen Nutzen für die Bevöl- kerung haben, nachhaltig wirken und ethisch vertretbar sind – die Möglichkeit, mittels digitaler Verfahren, die Funktionsfähigkeit städtischer Infrastrukturen aktiv zu verbessern und zu sichern. STADTIMAGE UND BAUKULTUR Die Entwicklung des Stadt- images Darmstadts als Kul - turstandort, als Stadt der Wissenschaft, als Stadt des Jugendstils und historische Residenzstadt, aber auch als von der Moderne geprägte Stadt des Wiederaufbaus, mit bedeutenden stadthistorischen Bauten, wie Schloss, Altes Rat - haus, Landesmuseum, Staats - theater, Meisterbauten und zahlreichen Residenzgärten, stellt ebenfalls eine Aufgabe für die Zukunft dar. Die Attrak - tivität der „Zukunftsstadt“ und Wissenschaftsstadt muss sich den Gästen sowie Bewohnerin - nen und Bewohnern auch über das Stadtbild stärker erschlie - ßen. Anforderungen an die his - torischen Strukturen als Kon - sequenz der Bewerbung der Mathildenhöhe um den Sta - tus als UNESCO-Weltkulturerbe sind mit zukünftigen Entwick - lungen in Einklang zu bringen. Die Wissenschaftsstadt Darm- stadt wird jedoch nicht nur wegen ihrer (Jugendstil-)Künste beschrieben, sondern ist auf - grund des Reichtums an Natur und vielfach geschützten Land - schaftsräumen in und um die Stadt als „Stadt im Grünen“ bekannt. Die Resilienz dieser Naturräume gilt es, gerade im Hinblick auf Extremwetterereig - nisse zu stärken. 29 III – DARMSTADT WÄCHST KLUG KERNGEDANKE DES MASTER- PLANS IST ES, DIE AUFGABEN DER WACHSENDEN STADT PROAKTIV ANZUGEHEN, DIE DAMIT EINHERGE- HENDEN CHANCEN ZU NUTZEN UND DEN WANDEL SO ZU STEUERN, DASS DARMSTADT DADURCH BESSER WIRD. 31 Masterplan DA 2030+ III – Darmstadt wächst klug Darmstadt sieht sich mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert: Bevölke - rungswachstum, steigende Anzahl an Pen - delnden und zunehmende Verkehrsströme, Klimawandel, soziale Spaltung sowie Digitali - sierung und Transformation der Arbeitswelt. Der Magistrat und die Stadtverwaltung haben erkannt, dass zur Bewältigung dieser Aufga - ben eine integrierte, abgestimmte und mit den Bürgerinnen und Bürgern ausgehandelte Strategie erforderlich ist, um die Herausfor - derungen anzugehen, die Chancen zu nutzen sowie die zukünftige Entwicklung zu gestal - ten, Qualitäten zu sichern und die Stadt noch lebenswerter zu machen. Der Masterplan DA 2030+ zeigt auf, wie ein kluges Wachstum aussehen und wie der weitere Erfolg der Stadt sozial und verantwortungsvoll gegenüber Mensch und Umwelt gestaltet werden kann. Herausforderungen angehen, Chancen nutzen und Ent wicklung gestalten > Zukünftige Flächenbedarfe für Wohnen, Arbeiten und Infrastrukturen weitestgehend auf dem Darmstädter Stadtgebiet abdecken Steigende Preise für Wohnraum und Gewerbe und damit verbunden Verdrängungsprozesse, zunehmende Konkurrenzen um Flächen sowie Bodenspekulation sind Konsequenzen, die sich aus dem Wachstum Darmstadts ergeben. Um Engpässe bei Infrastrukturen der Daseinsvor- sorge zu vermeiden, werden eine Vielzahl von neuen Sozial- und Bildungseinrichtungen benö- tigt. Vorhandene Verkehrsinfrastrukturen müssen effizienter genutzt werden, neue Trassen und Linien vor allem für den schienengebundenen öffentlichen Verkehr werden erforderlich sein. Der beschränkte Platz lässt Flächenkonkurren - zen nicht nur zwischen Wohn- und Gewerbe - nutzungen entstehen, sondern es muss auch intensiver als bislang ausgehandelt werden, welche Flächen für welche Verkehrsträger, für soziale und technische Infrastrukturen sowie für Frei- und Grünräume – d. h. grüne und blaue Infrastrukturen – zur Verfügung stehen. Auch im Alltag ist spürbar, dass die Stadt beliebter und damit belebter und zugleich internationaler wird – eine Veränderung, die als Bereicherung zu sehen ist. Das Wachstum betrifft nicht nur die Wissen- schaftsstadt Darmstadt, sondern alle Gemein- den im Ballungsraum Rhein-Main. Es gilt daher, für alle Gemeinden Flächenressourcen zu aktivieren. Darmstadt steht hier wegen der engen räumlichen und funktionalen Verbindun- gen in intensivem Austausch mit seinen Nach- bargemeinden. Dennoch ist die Stadt in der Verantwortung, selbst Lösungen dafür zu ent- wickeln, einen Teil des Wachstums der Region aufzunehmen. Auch vor dem Hintergrund, keine zusätzlichen Verkehrsströme durch Pendelnde zu verursachen, bedeutet das für Darmstadt, dass die prognostizierten zukünftigen Flächen- bedarfe für Wohnen, Arbeiten und sonstige Infrastrukturen weitestgehend auf dem Darm- städter Stadtgebiet abzudecken sind. Dies verursacht bei übergeordneter Betrachtung den kleinsten ökologischen Fußabdruck. Hierbei gelten die vom Magistrat und der Stadtverord- netenversammlung beschlossenen Förderquo- ten im sozial geförderten Mietwohnungsbau bei der Schaffung von neuem Planungsrecht und in Folge des Baus von neuem Wohnraum, mindes- tens 25 Prozent des entstehenden Wohnraums für Haushalte mit geringen Einkommen und mindestens 20 Prozent für Haushalte mit mitt- leren Einkommen zu errichten.15 15 Vgl. Sicherung des sozial geförderten Wohnungs- baus/Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 02.03.2017 32 > Die Aufgaben der wachsenden Stadt proaktiv angehen, die damit einhergehenden Chancen nutzen und das Wachstum durch Planung steuern Das Wachstum bietet gleichzeitig Chancen für Darmstadt: eine höhere Wirtschaftskraft und mehr qualifizierte Arbeitsplätze. Es besteht die Möglichkeit, vorhandene Stadtstrukturen nach heutigen Erfordernissen wie dem Klima - schutz weiterzuentwickeln. Denn Darmstadt will auch in Bezug auf den Umgang mit über - geordneten Rahmenbedingungen und gesell - schaftlichen Trends zum Vorreiter werden. Dazu gehören neue Wohnformen, Klimaan - passung und Energiewende, Mobilitätswende, Inklusion, Integration, Schutz von Ressourcen, Stärkung der Biodiversität u. v. m. Zur Gestal - tung des Wachstums verfolgt Darmstadt drei räumliche Prinzipien: > Balance aus Innenentwicklung und der Schaffung klarer Siedlungskanten Darmstadt verfolgt in Zukunft eine ausgewogene Mischung aus Innenentwicklung und der Schaf- fung klarer Siedlungskanten. Vorrangige Ziele sind, die Stadt kompakt zu halten, Freiräume, Frischluftschneisen und Kaltluftentstehungsge- biete zu sichern sowie eine attraktive Erschlie- ßung mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und eine attraktive Rad infrastruktur zu gewährleisten → Dichter wohnen, Flächen sparen, S. 46 → Klare Siedlungskanten durch neue Quartiere schaffen, S. 49. KLARE SIEDLUNGSKANTE STADT KOMPAKT HALTEN 33 Masterplan DA 2030+ III – Darmstadt wächst klug > Durchmischung Darmstadt setzt mittelfristig auf eine stärkere Durchmischung der Quartiere – der heute überwiegend monofunktional genutzten Gewer- beflächen wie auch der Wohngebiete. Es gilt, die Voraussetzungen für eine Stadt der kurzen Wege zu verbessern. Konflikte bei der Mischung von Arbeiten und Wohnen sollen minimiert und urbane Nutzungsstrukturen wieder stärker zusammengebracht werden. Bei der Ausbildung von Siedlungskanten durch neue Quartiere ist darauf zu achten, dass keine reinen Wohnge- biete entstehen, sondern dass die Stadt mit durchmischten Quartieren weitergebaut wird → Nutzungen mischen, S. 44 → Darmstadts Quartiere sichern Lebensqualität und Teil habe, S. 86. > Doppelte Innenentwicklung Im Sinne der doppelten Innenentwicklung sind bei allen Siedlungsmaßnahmen immer auch die Entwicklung, Vernetzung und Aufwertung urbaner Grün- und Wasserflächen sowie die Bewahrung und Weiterentwicklung ökologischer Funktionen zu stärken. Dies beinhaltet zudem die Vernetzung von Biotopen und Grünräumen sowie deren intensivere Bepflanzung, die Ent- siegelung befestigter Flächen und die Förderung von Dach- und Fassadenbegrünungen. Dadurch wird gewährleistet, dass in der Verdichtung bestehender und in der Entwicklung neuer Quartiere eine ökologische und klimatische Qua- litätssicherung erfolgt → Stadtnatur und Klima nachhaltig schützen, S. 34 → Grüne Infrastruk turen verdichten und vernetzen, S. 50. MEHR ARBEITEN IN WOHNQUARTIEREN MEHR WOHNEN IN GEWERBE- QUARTIEREN URBANE GRÜNFLÄCHEN AUFWERTEN QUALITÄT DER KLIMAFUNKTION SICHERN 34 Stadtnatur und Klima nachhaltig schützen Die Bedeutungen von Klimaschutz und -anpas- sung, von Biodiversität, der effizienten Nutzung von Energien und Ressourcen, der Einhaltung von Schadstoffgrenzwerten sowie Themen wie Umweltgerechtigkeit sind in den vergangenen Jahren merklich gestiegen. Hohe Messlatten an die Stadtentwicklung werden auch durch die Umsetzung der „Sustainable Development Goals“ (Ziele nachhaltiger Entwicklung) der Vereinten Nationen sowie der im Pariser Klima- abkommen definierten Ziele gelegt. Der Klima- schutz stellt handlungsfeldübergreifend eine Aufgabe höchster Priorität für die Darmstädter Stadtentwicklung dar. Darmstadt hat sich mit dem Klimaschutzkon- zept von 2013 ehrgeizige Ziele bei der Einspa- rung von Emissionen um 40 Prozent bis 2030 und zur Klimaneutralität (Nullemissionen) bis 2050 gesetzt. Die noch ausstehende Anpas- sung des Klimaschutzkonzepts an die Ziele des Pariser Klimaabkommens wird eine weitere Intensivierung der Anstrengungen mit sich bringen. Im städtischen Beschluss vom August 2019, den Klimaschutz mit oberster Priorität zu verfolgen, wird das Ziel definiert, in den Handlungs- und Einflussbereichen des Magis- trats die Netto-CO2-Emissionen der Wissen- schaftsstadt Darmstadt bis 2035 auf null zu senken. Diese Zielsetzung wird mit dem Mas- terplan unterstrichen. Die Folgen des Klimawandels sind schon heute spürbar. Mittelfristig ist mit einer weiteren Zunahme der aus der Klimaerwärmung resul- tierenden Effekte, wie urbane Hitzeinseln oder Starkregenereignisse, zu rechnen. Der Stadt- natur kommt in diesem Zusammenhang eine hohe Bedeutung zu. Neben dem Wert für Erholung und der Erleb- barkeit ist sie in ihren ökologischen Funktionen in Bezug auf biologische Vielfalt, Naturschutz, Biotopvernetzung und Gewässerschutz zu erhalten und zu stärken. Die wachsende Stadt, die auch mehr Flächen in Anspruch nimmt, wird so gestaltet, dass die natürlichen Lebens- grundlagen und Ressourcen geschont werden und ihre ökologischen Funktionen und Wirkun- gen erhalten bleiben. Mobilitätswende – Modal Split deutlich in Richtung stadtverträgliche und nach haltige Mobilität ausrichten Die Verkehrsbelastung durch den motorisier- ten Individualverkehr (MIV) ist aktuell eines der brennenden Themen in Darmstadt, denn parallel zum Wachstum von Bevölkerungs- und Beschäftigtenzahlen steigt auch der Verkehr überproportional.16 Durch die zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohner werden täglich etwa 100.000 bis 120.000 zusätzliche Wege entstehen. Mit den gegenwärtigen Kenngrößen des Mobilitätsverhaltens (Modal Split) würden davon etwa 40.000 bis 45.000 Wege mit dem Auto zurückgelegt! Hinzu kommen Personen aus dem Umland, die zu ihren (neu entstehenden) Arbeitsplätzen gelangen möchten. Eine solche Entwicklung würde die Kapazitäten der bereits stark belas- teten Straßen und ÖPNV-Anlagen überschrei- ten. Schon heute wird der Wohnungsbau durch überstrapazierte Verkehrsknoten, die zusätz- lichen Autoverkehr nicht mehr aufnehmen können, eingeschränkt. 16 Vgl. Wissenschaftsstadt Darmstadt. Statistische Berichte „Darmstadts Ein- und Auspendler“, 2. HJ/2017 35 Masterplan DA 2030+ III – Darmstadt wächst klug Um Wohnraum zu schaffen, den Verkehr flüssig zu halten, die Luft zu verbessern, die Aufent- haltsqualität im öffentlichen Raum zu erhöhen, ist eine Mobilitätswende mit einer veränder- ten Verkehrsmittelwahl unabdingbar. Für ein lebenswertes Darmstadt ist es nötig, das Wachstum der Stadt ohne Erhöhung des Auto- verkehrsaufkommens zu gestalten und dieses mittel- und langfristig auch in absoluten Zahlen spürbar zu senken. > Mobilitätswende mit einer veränderten Verkehrsmittelwahl fördern Die erfolgreiche Mobilitätswende ist mit einer deutlichen Veränderung des Modal Splits, sprich die prozentuale Aufteilung der Wege auf die verschiedenen Verkehrsmittel, verbunden. Also weg von der Auto-Orientierung, hin zum Ausbau des Umweltverbundes (ÖPNV , Rad- und Fußverkehr) mit multimodalen17 Angeboten! Ein Modal Split der Darmstädter Bevölkerung von > 25 Prozent MIV – motorisierter Individualver- kehr (gegenüber 35 Prozent18) und > 75 Prozent Umweltverbund – ÖPNV , Rad- und Fußverkehr (gegenüber 65 Prozent19) wird als mindestens zu erreichendes Zielszena- rio bezeichnet. Diese Mobilitätswende erfordert einen Mix aus grundsätzlichen infrastrukturel- len Veränderungen und verbesserten Rahmen- bedingungen zugunsten des Umweltverbundes. 17 Nutzung verschiedener Verkehrsmittel für unterschied- liche Wege bzw. in verschiedenen Zeiträumen 18 Vgl. Technische Universität Dresden, Omnitrend GmbH. „Mobilität in Städten – SrV (System repräsentativer Verkehrsbefragungen)“, 2018 19 Vgl. Technische Universität Dresden, Omnitrend GmbH. „Mobilität in Städten – SrV (System repräsentativer Verkehrsbefragungen)“, 2018 Mobilitätsalternativen müssen nicht nur vorhan- den, sondern attraktiv und im Bewusstsein der Bevölkerung verankert sein. Nur so stellt sich die erforderliche Multi- und Intermodalität20 ein, d. h. es wird den Menschen erleichtert, verschiedene Verkehrsträger zu nutzen und sich aus einer Vielfalt von Angeboten die für sie pas- sende Lösung auszuwählen. Die unterschiedli- chen Verkehrsmittel sollen sich ergänzen und sind integriert zu planen. Um eine solche effizi- ente Mobilität sicherzustellen, ist die optimale Abstimmung der Verkehrsträger aufeinander und ein nahtloser Übergang von einem Ver- kehrsmittel zum anderen zu gewährleisten. Ein weiterer wichtiger Zielbereich ist die Ver- kehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden. Dabei spielt neben der objektiven Verkehrssi- cherheit, d. h. der Vermeidung von Unfällen, auch die subjektiv wahrgenommene Verkehrs- sicherheit von Verkehrsteilnehmenden eine entscheidende Rolle. Ebenfalls gilt die Barriere- freiheit der Straßenräume und Verkehrsanlagen als weiteres Ziel in der Mobilitätsplanung. Erst die Barrierefreiheit sichert die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben. > Nachhaltige urbane Mobilität setzt auf emissionsfreie Bewegung Damit Darmstadt auch in Zukunft ein attrak - tiver Wohnort und ein leistungsfähiger Stand - ort für die Wirtschaft bleibt, muss bei einem künftigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur die Stärkung des Umweltverbunds Priorität erhalten. Nur so wird es gelingen, die Leis - tungsfähigkeit des Verkehrssystems mit den wachsenden Ansprüchen an lebendige, auch für Kinder oder Ältere, sichere und attraktive Straßenräume zu vereinbaren. 20 Kombinierte Nutzung verschiedener Verkehrsmittel auf einem Weg 36 Im Hinblick auf die angestrebte Mobilitäts- wende gibt es in Darmstadt bereits sehr gute Ansätze. Hierzu gehören das Mobilitätsmanage- ment21 ebenso wie die Mobilitätsberatung, die Ausweitung von Sharing-Angeboten und quar- tiersbezogene Mobilitätskonzepte. Das Mobili- tätskonzept für die Lincoln-Siedlung – eines der größten Stadtentwicklungsgebiete Darmstadts – wurde wegen seines an Nachhaltigkeit ori- entierten, innovativen und multimodal gema- nagten22 Maßnahmenbündels 2018 mit dem Deutschen Verkehrsplanungspreis sowie 2019 mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeich- net. Auf diese Erfolge gilt es, in den nächsten Jahren bei der Entwicklung weiterer neuer Stadtquartiere wie Ludwigshöhviertel, Mess- platz oder Starkenburg-Areal sowie innerhalb von Bestandsquartieren aufzubauen. Mehrwerte für die Stadt und die Gesellschaft schaffen Die Entwicklung und Veränderung von Quartie- ren durch bauliche Projekte – im Bestand oder im Neubau – hat Auswirkungen auf die Iden- titäten der einzelnen Quartiere. Dabei gilt es, Antworten auf Fragen zu finden: Was kann das Neue für das Bestehende leisten? Woran sollte angeknüpft werden, welche Strukturen sind heute vielleicht überholt? 21 Mobilitätsmanagement ist ein Instrument zur Beein- flussung der Verkehrsnachfrage im Personenverkehr. Es ist die zielorientierte und zielgruppenspezifische Beeinflus- sung des Mobilitätsverhaltens mit koordinierenden, infor- matorischen, organisatorischen und beratenden Maßnah- men unter Einbeziehung anderer, über die Verkehrsplanung hinausgehender Beteiligter. Es setzt auf unterschiedlichen Ebenen und spricht dabei unterschiedliche Zielgruppen an, wie z. B. Neubürgerinnen und Neubürger, Beschäftigte, Bewohnerschaft, Schülerinnen und Schüler u. a. 22 Die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel wird angeboten und gefördert. Welche Impulse können durch Neues für vorhan- dene Nachbarschaften gesetzt und welche Syn- ergien genutzt werden? Diese Fragen machen deutlich, wie wichtig die Einbindung von einzel- nen Vorhaben im Bestand oder in neuen Quar- tieren in den räumlichen Kontext ist. Erforderlich ist eine integrative Entwicklung im Stadtteilzus- ammenhang hinsichtlich städtischer Infrastruk- tur, Mobilität, Energie, der Versorgung mit Frei- räumen, der Erfordernisse zur Klimaanpassung und der Ergänzung von Angeboten. Wenn eine gezielt an den Bedürfnissen orientierte Weiter- entwicklung gelingt, kann Darmstadt durch das Wachstum besser werden. Digitalstadt – Chancen nutzen, Risiken minimieren, Daten sichern Ziel des Masterplans DA 2030+ ist es, hand- lungsfeldübergreifend die Chancen, die mit dem technologischen Fortschritt durch Digita- lisierung verknüpft sind, für die breite Stadt- gesellschaft zu nutzen. Durch die Förderung und Nutzung digitaler Infrastrukturen, z. B. beim Antrags- und Verwaltungsmanagement, bestehen sowohl in Bezug auf die städtischen Dienstleistungen als auch auf die Angebote der Kultur, der Mobilität, der Bildung, des Sports und der Gesundheit Potenziale des bedarfs- gerechten Ausbaus. Insbesondere durch die Vernetzung von Individualverkehr, ÖPNV und städtischen Infrastrukturen sowie den Ausbau alternativer Antriebsformen wird die intelligente Nutzung von Ressourcen sowie Verkehrsträgern und infolge auch von ökologisch nachhaltigeren Mobilitätsketten ermöglicht. 37 Masterplan DA 2030+ III – Darmstadt wächst klug Um eine digitale, klimaneutrale Stadtentwick- lung zu fördern, kann eine stärkere Vernetzung von Energie, Verkehr und Umwelt, z. B. über ein digitales Umweltsensornetz, zu Ressourceneffi- zienz und Emissionsminderung beitragen. Die über die Digitalisierung entstehenden Daten sind wichtige Ressourcen, die für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Stadtentwicklung nutzbar und verfügbar gemacht werden sollen. Vor allem wird Wert darauf gelegt, dass hohe Standards in Bezug auf Mitbestimmung und Souveränität über die eigenen Daten und den Umgang mit ihnen angewendet werden. Dazu wird eine Aufklärung aller Bevölkerungsgruppen über Rechte und Möglichkeiten angestrebt. Region mitdenken und einbinden Die dynamischen Wachstumsprozesse erfor- dern es, auch die regionale Dimension in den Blick zu nehmen. Die Stadt-Umland-Verflech- tungen – die insbesondere aufgrund der hohen Zahlen von Pendelnden eine große Rolle für die Stadt- und Verkehrsentwicklung spielen – neh- men weiterhin zu. Darmstadt ist Teil der Met- ropolregion Frankfurt/Rhein-Main, die mit rund 5,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern die international bedeutendste und wirtschafts- stärkste Region Deutschlands ist. Dazu liegt Darmstadt an der Schnittstelle zur Metropolregion Rhein-Neckar. Auch in Zukunft wird Darmstadt als Oberzentrum im Verdich- tungsraum viele Funktionen vorhalten, die für die wirtschaftliche Entwicklung und die Lebens- qualität vieler Nachbarkommunen von Bedeu- tung sind: Hochschulen und hochrangige For- schungseinrichtungen sind nur einige Beispiele. Hier liegen Darmstadts Alleinstellungsmerk - male, über diese Angebote definiert sich ein Profil in der Rhein-Main-Region, das es für regionale und internationale Kooperationen zu stärken gilt. Das Wachstum Darmstadts klug zu gestalten, bedeutet, über die kommunale Handlungs - ebene hinaus zu denken. Regionale Arbeits - teilungen berücksichtigen die Stärken und Schwächen der verschiedenen Kommunen und bieten gemeinsame Lösungsansätze zur Förderung des Regionalprofils und Minderung der lokalen Konkurrenz. Die regionale bzw. interkommunale Zusammenarbeit soll inten - siviert werden und sich auf lokale wie regio - nale Synergie effekte stützen. Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg müssen in Fragen der integrierten Siedlungs- und Ver - kehrsentwicklung, dem Schutz von Natur- und Wasserhaushalt sowie bei der Planung von integrierten Gewerbestandorten intensiver kooperieren und sich noch enger abstimmen. 39 IV – WAS, WO UND WIE – HANDLUNGS- FELDER 41 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Die Kernbotschaft „Darmstadt wächst klug“ wird durch folgende drei Handlungsfelder konkretisiert: DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE Die Themen Mobilität und Klima ziehen sich als Querschnittsthemen durch alle drei Handlungs- felder. Dabei werden jeweils verschiedene Maß- stabsebenen der Mobilität und der Klimaanpas- sung beschrieben. Zusätzlich wird das Thema Mobilität mit einem eigenen Mobilitätskonzept und das Thema Klima durch die Weiterentwick- lung des Klimaschutzkonzepts vertieft. Die Handlungsfelder und Strategien tragen in ihrem Zusammenspiel zu einer integrierten Stadt entwicklung bei. Dabei ergeben sich Synergien zwischen den Handlungsfeldern und Strategien. Doch auch Zielkonflikte sind nicht zu vermei- den – gerade auf der Ebene des konkreten Pla- nens und Handelns im Raum. Mit Blick auf die Strategien zeichnen sich einzelne potenzielle Konflikte ab. Dazu zählen u. a.: > Bauliche Entwicklung und Verdichtung im Bestand versus Sicherung von Freiräumen und Erhalt und Förderung der Biodiversität > Langfristige Sicherung von Flächen für Produktion versus Flächen für Wohnen und Flächen für soziale Infrastruktur > Reduzierung von Flächen für den Autoverkehr versus Verbesserung der Erreichbarkeit für Individual- und Wirtschaftsverkehr > Flächen für den Umweltverbund versus Flächen für den motorisierten Individualverkehr Um mit diesen Zielkonflikten umzugehen, war im Rahmen des Prozesses zum Masterplan DA 2030+ ein kontinuierlicher gesellschaftli - cher und politischer Diskurs über die Entwick - lungsziele für Darmstadt von großer Bedeu - tung. Diesen Diskurs gilt es, auch in Zukunft fortzusetzen. Planerische Abwägungen werden transparent gemacht und in eine partizipa - tive Stadtentwicklung eingebettet. Dabei ist eine gemeinwohlorientierte Abwägung auf allen Ebenen zwischen privaten, stadtteilbe - zogenen, gesamtstädtischen und regionalen Interessen zu gewährleisten. 42 Wie sieht Darmstadt 2030 aus, wenn es Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll nutzt? DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWOR TUNGSVOLL 43 Im Jahr 2030 grenzen dichte und kompakte Quar- tiere an vielfältig genutzte und ökologisch sowie klimatisch wertvolle Grün- und Freiflächen. Naturnah gestaltete Gewässer tragen zur nach- haltigen Biotop- und Artenvielfalt bei. Wertvolle Naturschutzgebiete sind mit ökologisch hochwer- tigen innerstädtischen Grünflächen vernetzt und ragen auch über die Stadtgrenzen hinaus. Quali- tätsvoll gestaltete öffentliche Räume betonen die Aufenthaltsfunktion gegenüber der Verkehrsfunk- tion. Sie werden vorwiegend durch den Fuß- und Fahrradverkehr sowie den öffentlichen Nahverkehr genutzt. Der ruhende und fahrende Autoverkehr beherrscht nicht mehr das Stadtbild. Wohnen und Arbeiten sind über die gesamte Stadt verteilt. Der ehemals gewerblich geprägte Westen Darmstadts wurde durch die Bevölkerung „zurück- erobert“ und präsentiert sich nun mit vielfältigen, gemischt genutzten Stadtteilen mit neuen Woh- nungen, aber weiterhin auch zukunftsfähigem Gewerbe und ergänzenden Freizeit- und Versor- gungsangeboten. 44 LEGENDE → ENTWICKELN Radschnellverbindung Gewässer Klare Siedlungskante Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Schienengebundener ÖPNV , Haltestelle Neue Potenzialflächen der Stadtent- wicklung (prioritär, perspektivisch) Entwicklungsachse ÖPNV Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof Potenziale für Nutzungsmischung ERHALTEN GRUNDLAGE Potenzial für Verdichtung Innerstädtische Grünflächen Stadtgrenze Habitat- und Klimafunktion Waldflächen Nachbargemeinden Grünes Band Natur- und Klimaschutzflächen Straßennetz Grünvernetzungen Luftleit- und Kaltluftbahnen Balance aus Innenentwick lung und der Schaffung klarer Siedlungskanten herstellen Bei anhaltendem Wachstum der Bevölkerung und der Arbeitsplätze ist zusätzlicher Raum für Wohnen, Arbeiten und weitere Nutzungen in einer ausbalancierten Kombination aus Innen- entwicklung und der Schaffung klarer Sied- lungskanten durch Arrondierung zu sichern. Dabei gelten die folgenden Prinzipien: > Siedlungs bzw. Landschaftskante wahren Der Natur- und Landschaftsraum, der Darm- stadt umgibt, ist wertvoll. Bei der Verteilung des Wachstums ist es das Ziel, eine klare Begrenzung der Entwicklung von Stadtquartie - ren in die Landschaft zu schaffen. Eine Vernet - zung von Grünstrukturen zwischen Landschaft und Innenstadt wird weiterhin gewährleistet. Durch die Entwicklung von Flächen innerhalb einer kompakten, klaren Siedlungskante kann an bereits bestehende Infrastrukturen angeknüpft werden, was Synergien mit beste - henden Angeboten fördert. Wenn Darmstadt innerhalb dieser Kontur insgesamt städtischer wird, kann der umgebende Landschaftsraum gleichzeitig geschützt, aufgewertet und stärker erlebbar werden. > Wachstum verteilen Grundsätzlich sollen in allen Quartieren der Stadt Darmstadt neue Wohnungen entstehen. > Nutzungen mischen Bei der Innenentwicklung, der Umstrukturie- rung von Bestandsquartieren, der Arrondierung von Siedlungskanten und bei Konversionsvorha- ben sollen attraktive, gemischte Quartiere – mit bedarfsgerechten Infrastrukturen, Nahversor- gung, Arbeitsplätzen, einer Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und attraktiven Freiflä- chen – realisiert werden. Ziel dabei ist auch, die strickte Ost-West-Teilung, mit den klassischen Wohnquartieren im Osten und den zentralen und gut mit ÖPNV angebundenen Gewerbege- bieten im Westen, aufzuheben. WEITERSTADT GRÄFENHAUSEN GRIESHEIM ODENWALD MESSEL PFUNGSTADT MÜHLTAL OBER- RAMSTADT Südbahnhof Eberstadt Hauptbahnhof Ostbahnhof Nordbahnhof Wixhausen Arheilgen Lichtwiese Kranichstein ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL ENTWICKELN Klare Siedlungskante Neue Potenzial/f_lächen der Stadtentwicklung (prioritär und perspektivisch) Potenziale für Nutzungsmischung Potenzial für Verdichtung Habitat- und Klimafunktion Grünes Band Grünvernetzungen Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV ERHALTEN Innerstädtische Grün/f_lächen Wald/f_lächen Natur- und Klimaschutz/f_lächen Kaltluftleit- und Ab/f_lussbahnen Gewässer Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL WEITERSTADT GRÄFENHAUSEN GRIESHEIM ODENWALD MESSEL PFUNGSTADT MÜHLTAL OBER- RAMSTADT Südbahnhof Eberstadt Hauptbahnhof Ostbahnhof Nordbahnhof Wixhausen Arheilgen Lichtwiese Kranichstein 46 Durch Verdichtung, Stapelung oder Verlagerung von gewerblichen Nutzungen kann zusätzlicher Wohnraum entstehen – verbunden mit neuen Angeboten für das Quartier. Die städtische Vielfalt mit einem dichten Nebeneinander von Wohnen, Arbeiten, Bildung, Freizeit etc. kann hier besonders entwickelt werden. Nicht zuletzt der technologische Wandel und neue Produktionsformen schaffen kreative Mög- lichkeiten für eine stärkere Durchmischung. > Dichter wohnen, Flächen sparen Um den Außenraum zu schonen und eine soziale Segregation zu vermeiden, muss bei anhaltendem Bevölkerungswachstum künftig in der Stadt insgesamt dichter gewohnt werden als heute. Dies betrifft einerseits die bestehen- den Stadtteile, in denen es gilt, auf gleichblei- bender Fläche mehr Wohnungen zu errichten. Gleichermaßen sind Neubauquartiere gemeint. Hier sollen nur Wohnbautypen mit einer Min - destdichte gebaut werden, angestrebt wird ein regionalplanerischer Dichtewert von mindes - tens 60 Wohneinheiten je Hektar bezogen auf Bruttowohnbauland. Der Neubau von Einfa - milienhäusern bleibt zukünftig die absolute Ausnahme. Gleichzeitig werden die lokale Versickerung und die örtliche Verdunstung von Niederschlägen angestrebt. Intelligente bauli - che Verdichtung darf nicht zulasten gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse erfolgen. Durch - lüftung, thermische Belastung, Lufthygiene und grüne Freiräume sind Parameter, die ange- sichts der Auswirkungen des Klimawandels und des Artensterbens neu gewichtet werden müssen. Bestehende und neu zu schaffende Grünanlagen sind so zu qualifizieren, dass sie den durch die Verdichtung steigenden Nut - zungsanforderungen gerecht werden können und gleichzeitig die Erfordernisse zur Steige - rung der biologischen Vielfalt erfüllen. NUTZUNGEN MISCHEN WACHSTUM VERTEILEN KLARE SIEDLUNGS- KANTE DEFINIEREN DICHTER WOHNEN MOBILITÄTSWENDE UMSETZEN 47 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll > Mobilitätswende umsetzen Die Anbindung an ein effizientes ÖPNV-Netz ist Voraussetzung für den Bau neuen Wohnraums. Eine integrierte Verkehrs- und Siedlungsent- wicklung schafft vor Ort in den Wohnquartieren bessere Bedingungen, durch weniger Stell- plätze und Langsamverkehr mit auf spielende Kinder ausgerichteten Straßenräumen sowie Freiräumen mit Aufenthaltsqualität. Für Wege zur Schule und Arbeit etc. muss der Umwelt- verbund stärker genutzt werden. Nur so kann die Mobilitätswende gelingen. Innenentwicklung Die Innenentwicklung ist unter Berücksichti- gung lokaler Situationen und gesetzter Qua- litätskriterien zur Stärkung der Darmstädter Quartiere Kernbestandteil einer klugen Sied- lungsentwicklung und eines verantwortungs- vollen Umgangs mit Flächen und Ressourcen. Eine höhere Ausnutzung der Bauflächen, eine stärkere Mischung verschiedener Nutzungen, die Ergänzung mit zusätzlichen Infrastrukturen (sozial, verkehrlich etc.) und die Aufwertung der Aufenthalts-, Grün-, Wasser- und Freiräume werden in Abhängigkeit des jeweiligen Stand- orts und Entwicklungsvorhabens angestrebt. An zahlreichen Stellen im Darmstädter Sied- lungsgebiet können Wohngebiete verdichtet werden, z. B. durch Bebauung rückwärtiger Grundstücke, Anbauten oder Aufstockungen von Gebäuden oder durch Ersatz von Häusern durch Neubauten mit mehr Wohneinheiten. Generell gilt: Jede Nachbarschaft ist aufge- fordert, ihren Beitrag zu leisten. Alle neuen Entwicklungen müssen im Quartiersverbund gedacht werden und den Bestand qualitätsvoll ergänzen. Zudem gilt es, diese Nachverdich- tungspotenziale mit notwendiger technischer, sozialer und grüner Infrastruktur sowie klimati- schen Erfordernissen abzugleichen und dar- auf hinzuwirken, die individuelle Identität der Quartiere zu stärken. Die Bestandsentwicklung kann Mehrwerte für alle bringen: In Quartieren fehlende Grünflä- chen, Nutzungen oder spezielle Wohnangebote, wie z. B. barrierefreie Wohnungen, kleine Woh- nungen oder große Wohnungen für Familien, können ergänzt werden. Diese Mehrwerte gilt es, auch lokal den Bewohnerinnen und Bewoh- nern zu vermitteln. Da es sich meistens um private Grundstücke handelt, ist der Erfolg von der Mitwirkung der Eigentumsparteien abhän- gig, die in diese Prozesse miteingebunden und aktiviert werden müssen. Zur Sicherung von „grünen Qualitäten im Quar- tier“ können anwendbare, allgemein verbind- liche und ggf. lagespezifische Vereinbarungen und quantitative Zielvorgaben (z. B. Flächen- schlüssel/Bevölkerungszahl) in der Umsetzung dienlich sein → Stadtnatur erhalten und stär ken, S. 52. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Vorhandene Potenziale im Bestand qualitätsvoll aktivieren Darmstadt setzt auf eine stadtverträgliche und maßvolle Verdichtung des bestehenden Stadt- körpers. Durch Aufstockungen, Dachgeschoss- ausbauten und Nachverdichtungen soll der Bestand ergänzt werden. Bauliche Strukturen, die Flächenressourcen nicht optimal nutzen, wie eingeschossige Super- bzw. Fachmärkte oder überdimensionierte Verkehrsflächen, sol- len intensiver genutzt werden. 48 Darmstadt schafft so neue urbane Qualitä - ten und Identitäten, vermehrt auch in den äußeren Stadtvierteln, ohne den Erhalt bzw. die Schaffung qualitätsvoller Freiräume zu vernachlässigen. Die Um- und Nachnutzung, ggf. auch die Zwischennutzung brachgefalle - ner Bauflächen haben Vorrang vor der Inan - spruchnahme neuer Freiflächen. > Höhere Grundstücksausnutzung ermöglichen Die Erhöhung der baulichen Dichte gilt es, mit Planungsinstrumenten zu begleiten. Durch konkretisierende Planungen und Modell - vorhaben können gute Voraussetzungen für eine quartiersverträgliche und nachhaltige Innenverdichtung gesetzt werden. Dabei ist die kooperative Zusammenarbeit von Eigen - tümerinnen und Eigentümern und der Verwal - tung von besonderer Bedeutung. Bei Nachverdichtungen ist eine transparente Kommunikation mit der Nachbarschaft im Rah- men der rechtlichen Möglichkeiten vorzusehen. > Maßgeschneiderte Strategien für Bestandsentwicklung entwerfen Für eine Nachverdichtung und eine stärkere funktionale Durchmischung des Bestandes sind für die betreffenden Gebiete maßge - schneiderte Strategien zu entwickeln und planungsrechtlich abzusichern. Diese sind in partizipativen Verfahren mit den Menschen vor Ort abzustimmen und umzusetzen. > Individuelle Anreize schaffen Da viele Innenverdichtungsvorhaben auf dem Engagement der Eigentumsparteien beruhen, sind von der Stadt Ideen zu entwickeln, wie diese aktiviert und von den Vorteilen der Innen- verdichtung überzeugt werden können. > Lokale Mobilitätskonzepte erstellen Um fahrenden und ruhenden Autoverkehr trotz Nachverdichtung zu reduzieren, sind Mobilitäts- konzepte und ggf. Satzungen für die einzelnen Quartiere zu erstellen, die auf die lokale Situ- ation bezogene Lösungen entwickeln. Beispiel- haft ist hier das Mobilitätskonzept für die Lin- coln-Siedlung zu erwähnen. > Flächen für notwendigen Ausbau der sozialen Infrastruktur sichern Die Nachverdichtung ist durch einen bedarfsge- rechten Ausbau der sozialen Infrastrukturen zu flankieren, also Schulen, Kitas, Gemeindezen- tren etc. Hierfür sind frühzeitig entsprechende Flächen zu sichern und Konzepte zu entwickeln, die etwa auf multifunktionale Nutzung und kombinierte Einrichtungen setzen. BEBAUUNG RÜCKWÄRTIGER GRÜNDSTÜCKE FÖRDERN AUFSTOCKUNG ERMÖGLICHEN LÜCKEN SCHLIESSEN 49 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll Klare Siedlungskanten durch neue Quartiere schaffen Kluges Wachstum bedeutet die ausbalancierte und zielorientierte Entwicklung neuer Quar - tiere zur Entlastung und Weiterentwicklung des Bestands. Grundsätzlich ist dabei das Prinzip der sozialen und funktionalen Durch - mischung zu verfolgen. In den Quartieren sind Ideen für neue nachhaltige Wohnformen mit Schwerpunkt auf Flächen-, Energie- und Ressourceneffizienz und Bezahlbarkeit zu ent - wickeln. Dazu soll die soziale Mischung durch vielfältige Wohnformen und Trägerschaften des Wohnungsbaus gefördert werden → Preis günstigen barrierefreien Wohnraum sichern, S. 97. Bei der Entwicklung dieser Quartiere ist eine an die natürlichen und siedlungsstruktu - rellen Gegebenheiten angepasste hohe bauli - che Dichte anzustreben. Der neue Wohnraum soll in attraktiven, gemischten Quartieren mit bedarfsgerechten Infrastrukturen, Nahversor - gung, Arbeitsplätzen, einer Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und attraktiven Freiflä - chen realisiert werden. Es wurden Flächen identifiziert, für die die Ent- wicklung neuer kompakter, nutzungsgemischter Standorte am Siedlungsrand geprüft werden sollen. Für alle diese Flächen gilt das übergeord- nete Ziel, Darmstadt zu einer Stadt der gut ver- sorgten und lebendigen Quartiere zu machen. Die Qualitätsfrage steht dabei im Mittelpunkt. Neuer Wohnraum ist immer als Teil eines Bestandsquartiers zu begreifen und sollte die- ses sinnvoll ergänzen. Mit neuen Nachbarinnen und Nachbarn sollen stets auch Mehrwerte mit in die Quartiere einziehen – z. B. neue Nahver- sorgungsangebote, Grünflächen, Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, Mobilitätsangebote, Treffpunkte oder altersgerechter Wohnraum. Bei dem Bau von neuen Quartieren ist die Umsetzung von innovativen Mobilitäts- konzepten – begleitet durch ein aktives Mobilitätsmanagement vor Ort – in enger Abstimmung mit der Wohnungswirtschaft und den ansässigen Unternehmen voranzutreiben. Dadurch kann die gerechtere Verteilung des Straßenraumes sowie ein verändertes Mobili- tätsverhalten der Darmstädterinnen und Darm- städter unterstützt werden. Bei der Gestaltung von öffentlichen Räumen und Gebäuden in den neuen Quartieren sind Fragen der Barrie- refreiheit und Inklusion mit hoher Priorität zu berücksichtigen. Räumliche Einschränkungen bestehen gegenwärtig mit der Siedlungsbe- schränkungszone aufgrund der Lärmbelastung durch den Flugbetrieb des Frankfurter Flugha- fens im Norden Darmstadts. MEHRWERTE IM QUARTIER SCHAFFEN KLARE SIEDLUNGSKANTE FESTSETZEN 50 Innerhalb dieses Bereiches wird Wohnungsbau auf Basis neuer Bebauungspläne unter den derzeitigen Gegebenheiten nicht zulässig sein. Ebenso stellen die Seveso-Schutzradien im Norden und im Westen Darmstadts aktuell eine Einschränkung des Potenzials dar. Sofern eine vertiefende Prüfung mittel- bis lang- fristig ergeben würde, dass einzelne Potenzialflä- chen, die heute als Kleingärten genutzt werden, vorteilhafter einer Wohnnutzung zugeführt werden sollten, wird innerhalb des Stadtgebiets stadtökologisch gleichwertiger Ersatz gemäß Bundeskleingartengesetz geschaffen, sodass in der Summe keine Kleingartenflächen entfallen. Im Besonderen gilt es, die für den klimatischen Ausgleich wichtigen Frischluftschneisen bei jedem Flächenpotenzial zu berücksichtigen. Um feststellen zu können, welche Flächen Poten- ziale für den Bau neuer Quartiere bis 2030 und weit darüber hinaus bieten, wurden die folgen- den Kriterien angewendet: > Möglichkeiten der nachhaltigen Erschlie- ßung, Ver- und Entsorgung sowie Integration in Bestandsquartiere > Berücksichtigung von Restriktionen, z. B. die Fluglärmzonen > Ökologische Voraussetzungen, z. B. Lage außerhalb von Frischluftschneisen und wert- vollen Biotopen > Gesamtbedeutung im städtischen Kontext, z. B. gute Einbindung in den vorhandenen Siedlungskörper > Zielvorgaben der Raumordnung Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Die Stadt um attraktive Quartiere erweitern Bei der Errichtung neuer Siedlungen wird von Anfang an „in Quartieren gedacht“, mit sozialer Mischung, mit bedarfsgerechten sozialen und Bildungsinfrastrukturen, Flächen für Sport und Bewegung, Nahversorgung, einer möglichst schienengebundenen ÖPNV-Anbindung sowie hochwertigen Radverkehrsanlagen und attrakti- ven öffentlichen Räumen. Zudem gilt es, Voraus- setzungen dafür zu schaffen, dass Arbeitsplätze in Quartieren oder in der Nähe der Quartiere entstehen können, damit die funktionale Durch- mischung Darmstadts gefördert wird. > Mehrwerte für angrenzende Quartiere schaffen Die Quartiere werden in Bezug auf soziale, gesundheitliche, grüne, blaue, technische und verkehrliche Infrastrukturen so ausge- stattet, dass sie einen Mehrwert für ihre Nachbarschaften bieten, d. h. dass sie einen Beitrag dazu leisten, Defizite in vorhandenen Quartieren zu mindern oder ergänzende Ange- bote (z. B. barrierefreies Wohnen) besonders zu berücksichtigen. Mehrwerte und Qualitäten sind in Beteiligungsprozessen zu vermitteln. Grüne Infrastrukturen verdichten und vernetzen Aus ökologischen, stadtklimatischen und funk- tionalen sowie verkehrlichen Gründen ist die Vernetzung von Frei-, Wasser- und Grünflächen von großer Bedeutung. Diese Vernetzung gilt es, in Darmstadt zu verbessern. Neben der orientierenden und leitenden Funktion von vernetzten Grünräumen ist deren Aufgabe in Bezug auf Biotopvernetzung, Biotoptrittsteine und Frischluftschneisen sowie den Schutz vor 51 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll thermischer Belastung zu sichern. Die grüne und blaue Infrastruktur ist in ihrer Ausprägung multidimensional und vielfältig zu denken. Von Straßenbegleitgrün, über Alleen, Baumreihen, Entsiegelungen bis hin zu neuen Grünflächen, Wasserflächen und Gebäudebegrünungen sind vielfältige verschiedene Maßnahmen als Bestandteile in Abhängigkeit von den Raum- ansprüchen, den funktionalen Anforderungen und den übergeordneten Rahmenbedingungen denkbar. Die Multidimensionalität des grün- blauen Netzwerks bietet in Teilen die Chance zur Einbettung von Verkehrsmitteln des Umweltver- bunds und anderen alternativen Mobilitätsfor- men. Hierbei ist es erforderlich, den verfügbaren oberirdischen und unterirdischen Raum für alle Ansprüche vorausschauend zu dimensionieren und die Bestandssicherung und Neuanlage für Baumreihen und Alleen zu gewährleisten. Die Vernetzung mit den Landschaftsräumen um die Stadt ist als Qualität Darmstadts weiterzuentwickeln. Dabei gilt es, einen respekt- vollen Umgang mit schutzbedürftigen Bereichen zu gewährleisten und die besonderen Qualitäten der landwirtschaftlichen Kulturlandschaft, der Wald- und Gewässergebiete für Erholungssu- chende erlebbar zu machen. Die barrierearme Zugänglichkeit der unterschiedlichen Darmstäd- ter Landschaftsräume für Fuß- und Radverkehr ist dabei sicherzustellen. Insbesondere ist die lückenlose Passierbarkeit der Wegeverbindungen vom Stadtgebiet in die Außenräume zu verbes- sern. Dadurch können bisher isolierte Teile der Landschaft erschlossen und die zahlreichen Zielpunkte außerhalb des Siedlungsbereiches zugänglicher gestaltet werden. Hierbei ist glei- chermaßen eine Vernetzung des Grundwassers und des Hochwasserschutzes mit dem Darm- städter Umland mitzudenken. Die sukzessive Lückenschließung im Rundweg um Darmstadt, der die verschiedenen Landschaftstypen mitein- ander verbindet, stellt eine zentrale Maßnahme dieser Strategie dar. Die Nutzung durch unter- schiedliche Verkehrsmodi (Fuß- und Radverkehr) wird sichergestellt. Auch die Vernetzung mit der Region wird durch attraktive Radschnell- verbindungswege gestärkt. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Grünes Band für Vernetzung nutzen Durch ein neues grünes Band wird eine ringför- mige Vernetzung geschaffen, das durch Radialen ergänzt wird. So wird ein Netz von Grünräumen z. T . mit Wasserflächen geschaffen, das sich von der umgebenden Landschaft bis ins Zentrum der Stadt erstreckt und eine Struktur schafft, die potenziell auch bis über die Stadtgrenzen hinaus weitergedacht werden kann. Vorhandene Grünflä- chen werden in das Konzept miteinbezogen. FREI- UND GRÜNFLÄCHEN VERNETZEN BEWEGUNGS- UND ERHOLUNGS- FLÄCHEN KOPPELN 52 > Landschaftsräume besser zugänglich machen Darmstadt ist weitestgehend von einem Wald- ring und unterschiedlich hochwertigen Land- schaftsräumen umgeben, die nach innen opti- maler angebunden werden sollten. Durch den Ausbau von Fuß- und Radverkehrswe- gen, denen als Freiraum- und Frischluftschneisen gleichzeitig klimatische Funktionen zukommen können, wird die Landschaft besser erschlossen und kann so aktiver genutzt werden. Der viel- schichtige Charakter der umgebenden Kul- tur- und Waldlandschaft wird erlebbarer. Dabei sind stets die Belange des Arten-, Natur- und Landschaftsschutzes zu berücksichtigen. Rück- zugsgebiete für die durch Artensterben sich verringernde Tier- und Pflanzenwelt müssen im Sinne der Biodiversität erhalten, geschützt und nachhaltig ausgebaut werden. Stadtnatur erhalten und stärken Frei- und Grünräume sowie Gewässer in der Stadt haben im Kontext des Siedlungswachs- tums, der zunehmenden Verdichtung und Umweltbelastung sowie des Klimawandels eine immer größere Bedeutung. Die Stadtnatur hat neben der Erholungsfunktion und Erlebbarkeit für die Bevölkerung eine hohe Bedeutung für die biologische Vielfalt, den Arten-, Biotop-, Über- flutungs- und Hitzeschutz, die Lufthygiene, die Bodenfunktionen und das Mikroklima. Die Stadt- natur ist daher zu erhalten und zu stärken. Wich- tige Voraussetzungen dafür sind ein Freiraum- konzept, eine innerstädtische Biotopkartierung und die Evaluation des Landschaftsplanes. Durch doppelte Innenentwicklung wird sichergestellt, dass Wohnungsbau- und Quartiersentwicklungs- vorhaben nicht weniger Stadtnatur bedeuten. Nachverdichtung soll immer mit der Qualifizie- rung von Freiräumen einhergehen → Doppelte Innenentwicklung, S. 33. Entsprechende Min- destflächen werden durch den zu etablierenden Biotop-/Grünflächenfaktor (Kennwert Grün- und Freiraumversorgung), der das Verhältnis von qualitativem Flächenanteil zu Versieglung beschreibt, sichergestellt. Eine Gründachsatzung mit einer festgelegten Mindestschichtdicke des Gründachaufbaus bietet ein weiteres sinnvolles Instrument, um insbesondere bei der Nachverdichtung den Belangen der Stadtnatur gerecht zu werden und effektiv zum Überflutungs- und Hitze - schutz beizutragen. Wälder, Gewässer, Landschafts- und Natur- schutzgebiete, öffentliche Parkanlagen, Stra- ßenbegleitgrün, urbane Freiräume, Zwischen- grün, Kleingartenanlagen und privates Grün sind in der vielfältigen (Klima-)Funktion, Vernet- zung und Erlebbarkeit zu qualifizieren. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Erhaltung und Stärkung der Waldbereiche im Westen der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist die Erklärung dieser Waldbereiche zum Bannwald – der höchsten Schutzkategorie nach dem hessischen Waldgesetz. Bereits 2006 wurde die Ausweisung des Waldgürtels im Westen von Darmstadt als Bannwald dem Regierungs - präsidium Darmstadt, Obere Forstbehörde, in einer ersten Eingabe vorgeschlagen. Nach ver - schiedenen notwendigen Abstimmungsrunden und Erörterungen soll das Verfahren nun zum Abschluss gebracht werden. Im Sommer 2020 wird die Abgrenzung der Fläche zur Auswei - sung des Waldgürtels westlich von Darmstadt als Bannwald der Stadtverordnetenversamm - lung zur Beschlussfassung vorgelegt und anschließend an das Regierungspräsidium Darmstadt weitergeleitet. 53 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll Die blauen Infrastrukturen übernehmen neben ihrer hohen Aufenthaltsqualität wichtige Funk- tionen für das Stadtklima als Hitzeschutz. Eine wassersensible Stadtentwicklung nach dem Konzept der „Schwammstadt“ dient nicht nur dem Hitzeschutz und erhöht damit die Lebens- qualität, sondern wertet gleichzeitig die Stadt- natur auf. Die dezentrale Regenwasserbewirt- schaftung fördert die Grundwasserneubildung durch Versickerung, beugt durch einen voraus- schauenden Überflutungsschutz einer Überlas- tung der Kanalinfrastrukturen vor und schont Trinkwasserressourcen. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Alle Flächen nutzen Um für ein besseres Stadtklima zu sorgen und um die Biodiversität zu erhalten und zu fördern, sind sowohl öffentliche als auch private Freiflä- chen mit entsiegelten Flächen, Baumpflanzun- gen, Teichen, Wasserbecken, Brunnenanlagen zu gestalten und Gebäudeflächen für Fassaden- und Dachbegrünungen bis hin zu vertikalen Gärten zu nutzen. Dadurch werden auch das Mikroklima, der natürliche Wasserkreislauf und der Überflutungsschutz verbessert. Durch eine Begrünungssatzung wird die Umsetzung von Mindeststandards vereinfacht. > Biodiversität fördern Um mehr natürliche Lebensräume für verschie- dene Tier- und Pflanzenarten entstehen zu las- sen bzw. sie zu schützen, sind die „25 Schritte für biologische Vielfalt“ weiterhin konsequent umzusetzen und naturnahe Grünräume und Wasserflächen in Parks und Gärten zu sichern, zu renaturieren, heimische Pflanzenarten anzu- siedeln und die Bedürfnisse heimischer Tierarten bei der Gestaltung von Freiräumen und Gebäu- den zu berücksichtigen. Historische Gärten bedürfen dabei einer besonderen Betrachtung. > Kaltluftentstehungsgebiete erhalten Der Darmstadt umgebende naturräumlich geprägte Bereich ist zu bewahren, insbesondere auch im Hinblick auf die Funktion der Kalt- und Frischluftschneisen. Gleichzeitig sind die Ange- bote für eine verträgliche und naturnahe Naher- holung in diesen Bereichen zu verbessern. > Hitzeinseln vermeiden Grünflächen vor Gebäuden und Gebäudebe- grünung verbessern das Stadtklima sowie das Mikroklima in Gebäuden, weshalb sie bei Konver- sion und Innenverdichtung vorgesehen werden. Die Erhaltung und Neuanlage von Straßenbe- gleitgrün und Straßenbäumen zur Beschattung der Flächen für die Langsamverkehre werden beim Bau oder Umbau von Verkehrsanlagen berücksichtigt. Denn insbesondere Straßen- bäume leisten einen wesentlichen Beitrag für das Klima, die Luftreinheit, das Stadtbild und die Wohnumfeldqualität. > Waldumbau forcieren Um die CO2-Senkenfunktion des Waldes zu erhalten und den Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten (= Biodiversität) zu sichern, ist es Aufgabe, einen klimaangepassten Wald zu entwickeln und den Wald hin zu stabilen und standortgerechten Waldbeständen umzubauen. > Wassersensible Flächenentwicklung ausbauen Durch örtliche Versickerung von Niederschlags- wasser wird die Kanalisation entlastet, was Überflutungen bei vermehrten Starkregenfällen sowie Kosten vermeidet. Bei Neubau-, Umbau- und Erschließungsvorhaben werden öffentliche und private Flächen durch Entsiegelung oder dezentrale Regen wasserbewirtschaftung vom Kanalnetz abgekoppelt. 54 Auch für Bestandsflächen sind Anreize der Abkopplung zu schaffen. Die Nutzung von Niederschlags- und Grauwasser senkt den Trinkwasserbedarf und fördert die Verdunstung innerhalb der Stadt. > Blaue Infrastruktur für gutes Stadtklima und Biodiversität entwickeln Seen, Gewässer und Brunnenanlagen sorgen mit ihren Verdunstungsflächen für Luftaus - tausch und Abkühlung innerhalb der Bebau - ung. Durch das Anlegen neuer Wasserflächen in Grünanlagen, die Wiederbelebung und Neueinrichtung von Brunnenanlagen sowie eine naturnahe Entwicklung der Gewässer in Darmstadt kann die Arten- und Biotopvielfalt sich deutlich erhöhen und so zusammen mit den Grünflächen für eine wichtige ökologische Nachhaltigkeit sorgen. Nutzung, Bereitstellung und Unterhalt von Frei flächen organisieren Das Wachstum der Stadt nach dem Prinzip der doppelten Innenentwicklung macht es erforderlich, dass Bedarfe an neuen Grün-, Versickerungs- und Freiflächen identifiziert werden. Von Nachbarschaftsparks über Dach - grünanlagen oder vertikale Begrünung an Fassaden, besonders entlang der Hauptver - kehrsräume, sind die Anforderungen hier viel - fältig. Ansätze können von der Aufwertung von Blockinnenhöfen und Straßenräumen bis hin zur Schaffung neuer, großflächiger Grünräume reichen. Dadurch werden die Lebensqualität in den Quartieren, das Mikroklima und die Voraussetzungen für Biodiversität verbessert. Darüber hinaus ist der Bedarf an Sport- und Bewegungsflächen zu berücksichtigen. Insbesondere in Stadtgebieten, in denen die Wohnfunktion gestärkt werden soll, d. h. vor allem im Westen Darmstadts, gilt es, neue inner- städtische Grünflächen in ausreichender Größe zu schaffen. Hier muss geprüft werden, welche Bedarfe und Möglichkeiten lokal vorhanden sind. Gesamtstädtisch ist die Versorgung der Darmstädter Bevölkerung mit Frei- und Bewe- gungsflächen für vielfältige kulturelle, ehrenamt- liche, soziale, gemeinschaftliche und sportliche Zwecke zu gewährleisten. Unterhalt und Pflege von öffentlichen Gewäs- ser- und Freiflächen sind oftmals kostenintensiv und bei steigenden Bevölkerungszahlen durch intensivere Nutzungen zunehmend aufwendiger zu unterhalten. Nutzungskonkurrenzen sind zu lösen durch Anpassungen, Sanierungen und Erneuerungen in den Grünanlagen. Vor allem kommerzielle Nutzungen von Grünflächen und öffentlichen Räumen dürfen nicht zulasten der Nutzungen durch die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt gehen. KOOPERATIONEN MIT INITIATIVEN FÖRDERN PRIVATE UND HALBÖFFENTLICHE FREIFLÄCHEN AKTIVIEREN 55 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll Gleichzeitig ist bei vielen Menschen der Wunsch vorhanden, sich für (halb-)öffentliche Freiräume zu engagieren, wenn dies mit gewis - sen Aneignungsmöglichkeiten verbunden ist. Hierfür sollen in Darmstadt vielfältige Ange - bote geschaffen werden. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Grünraumoffensive starten Das Bevölkerungswachstum bedingt eine Zunahme der Nutzungsintensität der Grün- räume. Deshalb ist eine Grünraumoffensive, d. h. eine Erhöhung des Budgets für Sanierung, Pflege und Instandhaltung, notwendig, die dem steigenden Aufwand gerecht wird. > Private und halböffentliche Freiflächen aktivieren Um die bauliche Verdichtung durch mehr Grün- und Freiflächen auszugleichen, sind Strate- gien auch für die Aktivierung von privaten und halböffentlichen Flächen zu entwickeln. Insbe- sondere Flachdächer können als Dachgärten, für urbane Landwirtschaft sowie Retention und Verdunstung von Niederschlagswasser einen wichtigen Beitrag leisten. > Plätze zeitgemäß gestalten Analog zu den städtischen Grünanlagen wer- den öffentliche Freiräume und Plätze intensiver und vielfältiger genutzt. Gemäß den aktuellen Bedürfnissen (z. B. Barrierefreiheit, Überhit- zung) sind ihre Gestaltung und ihr Unterhalt daraufhin weiterzuentwickeln. > Kooperation mit Initiativen fördern Für ausgewählte Freiräume in Darmstadt ist zu überlegen, ob die Trägerschaft der öffentlichen Hand um andere Trägerschaften erweitert wird. Durch Kooperation mit Initiativen und durch gemeinschaftliches Engagement, bereits teil - weise schon bestehend, können die Aufgaben der öffentlichen Hand unterstützt und gleich - zeitig Aneignungs- und Teilhabemöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger und Initiativen geschaffen werden. So können beispielsweise Angebote der Umweltbildung entstehen und Naturräume für breite gesellschaftliche Grup - pen erlebbar gemacht werden. Stadtraum mehrfach nutzbar machen In wachsenden Städten wie Darmstadt, in denen Nutzungskonkurrenzen zunehmen, gilt es, Strategien für eine verträgliche Mehrfach- nutzung von öffentlichen Räumen, aber auch Schulflächen, Sportanlagen etc. zu entwickeln. Bei der Mehrfachnutzung ist von Bedeutung, die Bedürfnisse verschiedener Bevölkerungs- gruppen und die Möglichkeiten, die sich durch Nutzungen zu verschiedenen Tageszeiten erge- ben, zu berücksichtigen. Durch zu entwickelnde Qualitätskriterien → DAQS 2030+, S. 88 wird dafür gesorgt, dass Flächen und die angren- zenden Nachbarschaften durch die Mehrfach- nutzung nicht überfordert werden. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt beson- ders in den folgenden Bereichen aktiv: > Mehrfachnutzungen ermöglichen Für Mehrfachnutzungen von Schulen, Sportan - lagen und anderen öffentlichen Einrichtungen sind organisatorische Voraussetzungen zu schaffen: Möglichst vereinfachte Regelungen zu Vereinbarungen, Versicherungen, Zustän - digkeit bei Haftungsfragen und Bewirtschaf - tungskosten sind zu entwickeln. 56 > Freiflächen vielfältig nutzen Es ist zu prüfen, welche Möglichkeiten private und nicht öffentlich zugängliche Freiflächen zur Erfüllung der vielfältigen Funktionen von Frei- und Grünflächen bieten und wie diese durch ergänzende Ausstattung erhöht werden kön- nen. Die flexible Aneignung (halb-)öffentlicher Räume soll weiter unterstützt werden, z. B. für Bewegungs- und Sportaktivitäten, Initiativen etc. Dabei ist zu klären, wie Nutzungskonflikten vorgebeugt werden kann und wie die Flächen und Organisationsstrukturen gestaltet und aus- gestattet sein müssen, damit eine Mehrfachnut- zung funktionieren kann. > Profile der Freiräume ausbilden Die Charakteristika und Alleinstellungsmerk- male der vielfältigen Frei- und Grünräume gilt es, stärker herauszuarbeiten und zu profilieren. Nicht jeder Freiraum muss alle Funktionen erfüllen. Entwürfe zur Grünleitplanung sind entsprechend weiterzubearbeiten. > Grünflächen auf Mehrfach nutzungen vorbereiten Grünflächen sind so zu gestalten, dass sie viel- fältige Nutzungen ermöglichen können – vom Regenwassermanagement bis zu temporären Ver- anstaltungen. Zielkonflikte zwischen verschiede- nen Nutzungen sind zu lösen. Qualifizierung von Grün- und Freiflächen kann auch bedeuten, dass nach dem Vorbild des Bürgerparks in angepass- ten Dimensionen Erholungs- und Grünangebote mit Bewegungsangeboten gekoppelt werden. > Spielregeln entwickeln Managementstrukturen und Spielregeln für die Nutzung von Grünflächen können helfen, einer Übernutzung von Flächen entgegenzuwirken und Nutzungskonkurrenzen auszuhandeln. Solche Strukturen und Spielregeln sind – vor - zugsweise in einem partizipativen Verfahren – zu entwickeln. > Plätze vielfältig nutzen Öffentliche Plätze, zusammenhängende Stell - platzflächen oder Teilbereiche des Straßen - raums kommen für eine temporäre- und/oder Mehrfachnutzung infrage. Diese Räume kön - nen auch mithilfe der Stadtgesellschaft und in Eigeninitiative durch Zwischennutzerinnen und Zwischennutzer für z. B. Nachbarschafts - feste, Gastronomie oder temporäre Events und Aktionen genutzt werden. FREIFLÄCHEN VIELFÄLTIG NUTZEN MEHRFACH- NUTZUNGEN ERMÖGLICHEN GRÜNFLÄCHEN AUF MEHRFACH- NUTZUNGEN VORBEREITEN 57 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll Energieeffizienz und Ener gieversorgung gemeinsam klimafreundlich gestalten Die Grundvoraussetzungen zur Erreichung der Klimaschutzziele liegen auch in einer nachhal- tigen und innovativen Energieversorgung, dem damit einhergehenden Ausbau der erneuerba- ren Energien, einer klimagerechten Entwicklung der Quartiere und der deutlichen Steigerung der Energieeffizienz. Der Ausbau von erneuer- baren Energien stellt ein hohes Potenzial dar, um Emissionen im Strombereich zu reduzieren und eine nachhaltige Energieversorgung für die Zukunft zu sichern. Verbindliche Leitlinien zur Integration innovativer Energie- und Was- serwirtschaftskonzepte sind rechtlich zu ver- ankern. Projekte zur effizienteren Nutzung und Produktion von Energie im Quartier brauchen die Unterstützung seitens der Stadt. Für die Umsetzung solcher Projekte bedarf es außer- dem einer Beratungs- und Vernetzungsinstanz, die Potenziale erkennt, alle Beteiligten zusam- menbringt und zu technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen informiert. Hier liegt ein großes Potenzial darin, die Expertise von loka- len Wissenschafts- und Forschungsinstituten noch stärker einzubeziehen. Die Klimawende wird als eine gesamtstädtische Aufgabe begriffen. Eine zielgerichtete effiziente Abstimmung aller klimawirksamen Sektoren und Umweltthemen unter Einbezug der Bevölkerung, öffentlicher Institutionen und Unternehmen ist dafür notwendig. Die Stadtgesellschaft muss in diesem Sinne nicht nur als Adressatin von Kli- mazielen, sondern als zentrale Teilhaberin und „Investorin“ einbezogen werden. Für die Zukunft wird das Erreichen der Klimaziele auch davon abhängen, ob Investitionen von Unternehmen und Privatpersonen in die Energie-, Gebäude- und Verkehrsbereiche getätigt werden. Neben individuellen Anreizen und Lösungen auf Gebäudeebene können die Bürgerinnen und Bürger auch auf der Quartiersebene am Ausbau der erneuerbaren Energiesysteme, etwa durch Gemeinschaftssolaranlagen, betei - ligt werden. Entsprechende Initiativen sind zu unterstützen und ggf. im Rahmen von Modell - quartieren zu entwickeln. Die Erweiterung der Wärmenetze und der Ausbau von Nahwärme - netzen haben das Potenzial, gerade in Wohn- und Mischgebieten Projekte aus gemeinschaft - licher Initiative zu fördern. ENERGIEVERSORGUNG KLIMAFREUNDLICH GESTALTEN DARMSTADT ZUM VORREITER FÜR ENERGIEEFFIZIENZ MACHEN 58 Lokale und nachhaltige Energiequellen wie z. B. Solarenergie, Geothermie oder Abwasser-Wär- me-Projekte sind als Teil dieser Systeme zu integrieren. Über die Gebäudeebene hinaus sind erneuerbare Energiesysteme auch für Verkehrs- angebote verstärkt zu entwickeln. Es kann zu Nutzungskonflikten um Flächen zur regenerati- ven Energieerzeugung und Erholung/Bewegung bzw. Naturschutz kommen. Hier muss eine bewusste Abwägung im Einzelfall erfolgen. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Vorreiter werden Die Wissenschaftsstadt Darmstadt soll durch die stadteigenen Unternehmen Vor - reiter in Sachen Ressourcenschonung und Energieeffizienz sein. Der Einsatz regenera - tiver Energien und dezentraler Nahwärme - lösungen (Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Blockheizkraftwerke) soll gefördert und neue Maßstäbe in der integrierten Entwicklung der Versorgungsnetze gesetzt werden. Außerdem bestehen zusätzlich Potenziale durch die Digi - talisierung in der effizienteren Nutzung und besseren Auslastung der Netze. > Energieeffizienz in Bestands erneuerung und Neubau sichern Während für den Neubau von Gebäuden bereits hohe Energieeffizienzwerte gelten, sind wegen des deutlich höheren Potenzials auch im Bestand Lösungen zur Senkung des Strom- und Wärmebedarfes zu entwickeln. Effizienzsteigerungspotenziale durch digitale Innovation werden genutzt. > Erneuerbare Energien in Quartieren ausbauen Die identifizierten Potenziale von Solarenergie werden auf Grundlage des Dach- und Solarka- tasters genutzt und entsprechende Infrastruk- turen ausgebaut. Von städtischer Seite wird der Ausbau dieses Sektors durch Beratungs- angebote unterstützt. Weitere Potenziale aus Windkraft, Geothermie und Biomasse sind ebenfalls zu fördern. Erneuerbare Energiesys- teme werden ebenso als Basis zukünftiger Mobilitätsangebote wie E-Mobilität entwickelt, was Emissionen reduziert. Vor allem in verdich- teten Räumen und Gewerbe-/Industriegebieten sind vor dem Hintergrund stadtklimatischer Gesichtspunkte emissionsarme Energieversor- gungen vorrangig einzusetzen. > Energieversorgung auf Quartiersebene entwickeln Abwärme von Abwasser, Energieerzeugung und Energiespeicherung müssen auf Quartiersebene und nach Bedarfszeiten betrachtet werden. Baukulturelle Tradition und Wandel im Stadtraum erlebbar machen Durch die verschiedenen Epochen der Stadt- entwicklung insbesondere auch in der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg bie- tet Darmstadt heute ein heterogenes Stadtbild. Während traditionelle Stadtstrukturen sich in den Stadtteilen Arheilgen, Eberstadt und Wixhausen darstellen, ist die Innenstadt durch den Wieder- aufbau im Sinne einer konservativ-modernen Stadtgestalt geprägt, die sich am Vorbild der klassizistischen Stadtentwicklung orientiert. 59 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll Dies zeigt sich in der überwiegenden Block- randbebauung und der Verwendung von geneigten Dächern. Die Vorstädte (z. B. Woogs- viertel, Riedeselsche Gärten) folgen typischen Siedlungsstrukturen der Wiederaufbauzeit, bei denen sich offene mit geschlossenen Bau- strukturen abwechseln. Mit dem Stadtquartier zwischen Bessunger Straße, Donnersbergring und Haardtring wurde gar ein innovatives Neubau-Quartier mit differenzierten offenen Strukturen unter Einbindung älterer Randbe- bauung mit einem unabhängigen Fußwegenetz aufgebaut. Im Spannungsfeld zwischen der modernen und der historischen Stadt wurden von Peter Grund und Karl Gruber Ensembles geschaffen, die bis heute die Stadtgeschichte reflektieren und prägend für die Hauptachsen der Stadtstruktur sind. Bei der Weiterentwicklung der innerstädtischen Quartiere soll die Entwicklungsgeschichte prä- sent bleiben. Der Wandel findet hier innerhalb des gegebenen Rahmens für die Stadtgestalt statt, indem sich das Detail, nicht aber der Gesamtrahmen verändert. So behalten diese Bereiche ihre Eigenständigkeit gegenüber den Bereichen, die sich grundlegend verändern und eine andersartige Stadtgestalt zeigen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Ent- wicklung der Mathildenhöhe unter Erhalt ihres historischen Werts im Rahmen der Bewerbung als UNESCO-Weltkulturerbe. Tradition und Wandel werden im Stadtraum erlebbar, indem sie in der Stadtentwicklung konzeptionell begleitet werden. Darmstadt weist – insbesondere vor dem Hintergrund des derzeitigen Wachstums – eine relativ junge Baugeschichte auf. Daher sind geschichts - bezogene Orte als Identifikationspunkte von besonderer Bedeutung. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Qualitätsvolle Innenstadt entwicklung vorantreiben Bei einer stadtverträglichen und qualitätsvollen Weiterentwicklung der Bestandsbereiche sind diese unter Wahrung der bestehenden Identität mit ihren typischen Baustrukturen und Freiflä- chen auf eine Verdichtung hin zu überprüfen. Durch Aufstockungen, Dachgeschossausbauten und Nachverdichtungen kann der Bestand – vielfach aus den 1950er- und 1960er-Jahren – maßvoll ergänzt werden. So können neue urbane Qualitäten geschaffen und ggf. eine neue Identität hergestellt werden. Quartiere mit besonderer Prägung sind auf ihren Erhalt durch geeignete Instrumente zu prüfen. Bei einer Erhöhung der baulichen Dichte ist es notwendig, dies mit Planungsinstrumenten zu begleiten, um die Verdichtungsprozesse quar- tierverträglich und qualitätsvoll zu gestalten. > Stadtbereiche sorgfältig weiterentwickeln Innovative architektonische und städtebauliche Ansätze, die neue Qualitäten schaffen, sollen die bestehenden Bautypen ergänzen. Diese nehmen Bezug auf die Geschichte der Stadt und orientieren sich an ihren gewachsenen Identitäten. Durch Projekte und Planungen mit hohem Anspruch an Bau- und Prozesskultur setzt Darmstadt sichtbare Akzente. 60 Integrierte Siedlungs und Verkehrsentwicklung umsetzen Die Entwicklung neuer Quartiere geht einher mit der Steigerung des Verkehrsaufkommens. An vielen Stellen stößt das Straßennetz bereits an seine Grenzen. Zentral für eine nachhaltige ausbalancierte Entwicklung bestehender und neuer Quartiere ist daher, dass das Prinzip der integrierten Siedlungs- und Verkehrsentwick- lung umgesetzt wird. Von der Stadt der kurzen Wege mit Fuß- und Radverkehr als Leitverkehrs- mittel profitieren alle, insbesondere Kinder und ältere Menschen. Eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln leistet einen zen- tralen Beitrag zur nachhaltigen Mobilitätsent- wicklung ebenso wie zur Integration der Quar- tiere und deren Bewohnerschaft in die gesamte Stadt. Um lückenlose Mobilitätsketten effizient zu gestalten, sind lokale Mobilitätspunkte in verschiedenen Ausstattungs- und Kapazitäts- stufen von S bis L zu entwickeln, die im Mobili- tätskonzept vertiefend dargestellt werden. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > ÖPNVNetz zu neuen Quartieren ausdehnen Neue Quartiere gilt es, mit leistungsfähigen Trassen an das ÖPNV-Netz (insbesondere Schiene) anzubinden bzw. dort zu errichten, wo bereits eine Anbindung besteht. Deshalb wird das Netz mit hoher Priorität in den Gebieten ergänzt, für die eine starke Nach- verdichtung erwartet wird bzw. der Bau von neuen Stadtquartieren geplant ist. Auch in den angrenzenden Landkreisgemeinden (Roßdorf, Groß-Zimmern, Weiterstadt) soll das Nahver- kehrsangebot ausgebaut werden. > Lokale Mobilitätspunkte entwickeln und stärken Um die Verkehrsanbindung in den Quartieren zu gewährleisten, gilt es, die Idee der multi- modalen Mobilitätspunkte umzusetzen, die verschiedene Mobilitätsangebote kombinieren und eine möglichst passgenaue und lückenlose Mobilität bieten. Diese Mobilitätspunkte werden mit verschiedenen weiteren Nutzungen ausge- stattet → DAQS 2030+, S. 88. → Quartierszen tren stärken und zu neuen Ankern im Quartier gestalten, S. 90. > Neue Mobilitätslösungen umsetzen Nach dem Vorbild des Mobilitätskonzeptes in der Lincoln-Siedlung sind innovative Mobilitäts- lösungen umzusetzen, welche einen lückenlosen Anschluss an wichtige Zielorte Darmstadts und der Region sicherstellen. Die Nutzung verschie- dener Verkehrsmittel kann durch die stärkere (digitale) Verknüpfung, etwa durch integrierte Tickets aller Verkehrsträger erleichtert werden. > Mobilitätsmanagement ausbauen Der Einsatz eines Mobilitätsmanagements nach dem Vorbild der Lincoln-Siedlung dient der Förderung des nachhaltigen Verkehrs und der Verringerung der Autonutzung durch Ange - bote, die Voraussetzung für eine Veränderung von Verhaltensweisen der Verkehrsteilnehmen - den sind. Ein solches Mobilitätsmanagement basiert u. a. auf „weichen“ Maßnahmen, wie Information, Kommunikation, Motivation und der Organisation von alternativen Mobi - litätsangeboten und -services sowie auf der Koordination der Aktivitäten verschiedener Beteiligter. Das Vorhalten eines standortbezo - genen Mobilitätsmanagements ist bei weite - ren Mobilitätskonzepten für Neubau- sowie Bestandsquartiere einzubeziehen. 61 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll Verkehrsräume neu denken – mehr Flächengerechtigkeit realisieren Für ein zukunftsfähiges Darmstadt stellt ein Umdenken in der Gestaltung der Ver- kehrsräume ein wesentliches Potenzial dar, um die Mobilitätswende voranzubringen/ umzusetzen, die Freiraumqualität der Quartiere aufzuwerten und Flächenpotenziale für andere Nutzungen aufzudecken. Der Um- und Aus- bau der verkehrlichen Infrastrukturen verfolgt parallel mehrere, sich gegenseitig stützende Ansätze. Die Verlagerung der Raumaufteilung geschieht zugunsten des Rad- und Fußverkehrs und der Straßenraumbegrünung, in erster Linie mit Bäumen. Die qualitätsvolle, attraktive Gestaltung des Straßenraumes und der Abbau von Barrieren machen diesen wieder stärker als Frei- und Aufenthaltsraum und damit als Ort der Begegnung erlebbar und schaffen Anreize, das eigene Auto stehen zu lassen. Wichtige öffentliche Einrichtungen, Kitas und Schulen müssen für Fuß- sowie Radverkehr gut erreichbar sein. Auch eine verbesserte Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden wird dadurch erreicht. Die Reduzierung straßenseitigen Parkens ist ein wichtiger Schlüssel zur Aufwertung des öffent- lichen Raums und der Stärkung der Quartiere. Dass dies keinen Einschnitt in die individuelle Mobilität bedeuten muss, zeigt das erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Mobilitäts- konzept in der Lincoln-Siedlung. Der Wegfall des eigenen Pkw wird durch unterschiedliche Sharing-Angebote sowie die Stärkung der Ver- kehrsarten des Umweltverbunds aufgefangen. Dadurch wird eine nahtlose Mobilität auch ohne eigenes Auto sichergestellt. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Umweltverbund bei Umbau von Verkehrsräumen stärken Notwendige infrastrukturelle Umbaumaßnah- men im Bestand werden mit einer Verbesse- rung des Umweltverbundes umgesetzt. So kann der Ausbau des schienengebundenen Nahver- kehrs ebenso gelingen, wie der konsequente Ausbau von Rad(schnell)wegen → Darmstadts Radoffensive fortsetzen, S. 62 und sicheren Fußwegen. Zudem soll darauf hingewirkt wer- den, dass Straßenbahnverbindungen zeitnah mit Ökostrom betrieben werden. > Luisenplatz entlasten Der Luisenplatz ist das Nadelöhr des Darm- städter öffentlichen Nahverkehrs. Als multi- modaler Knoten ist der Platz überlastet. Auch die Aufenthaltsqualität leidet unter der starken Verkehrsbelastung durch Trams und Busse. Deshalb sind alternative Linienführungen für den ÖPNV in der Innenstadt zu entwickeln. PARKPLATZFLÄCHEN REDUZIEREN MEHRFACHNUTZUNG DER NEU GEWONNENEN FLÄCHEN ORGANISIEREN 62 > Sicherheit und Attraktivität für den Fußverkehr erhöhen Um den Umweltverbund zu stärken und die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmen- den zu erhöhen, ist der Fußverkehr bei neuen Verkehrskonzepten und der Neugestaltung von Straßen und Verkehrsräumen mit Priorität zu versehen → Fußverkehr als Basis für Nahmobi lität in den Quartieren stärken, S. 98. Stadt- raum wird für den Fußverkehr auch attraktiver, wenn Barrieren abgebaut, die Übersichtlichkeit erhöht, Geschwindigkeitsdifferenzen verringert und Angsträume beseitigt werden. > Parken im öffentlichen Raum neu denken Ein zentraler Aspekt des Themas Flächen - gerechtigkeit sind die Flächen des ruhenden Verkehrs. Um Flächen für andere Nutzungen zu aktivieren, gilt es, Parkplatzflächen und die Anzahl von Parkplätzen zu reduzieren und eine flächendeckende Parkraumbe - wirtschaftung im öffentlichen Straßenraum einzurichten. Innovative Parkkonzepte wie Quartiersgaragen, die den öffentlichen Raum entlasten, sind zu prüfen. Insbesondere in Bestandsquartieren sind die Bewohnerinnen und Bewohnern bei der Konzeptionierung und Umsetzung einzubinden und die Mehr - werte der geplanten Umverteilung der Ver - kehrsräume zu vermitteln. Darmstadts Radoffensive fortsetzen Darmstadt will mit der Mobilitätswende vor allem auch den Radverkehr fördern. Durch- gängig befahrbare, attraktive Radrouten sind noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden. Für einen zukünftig sicheren und guten Rad- verkehr in Darmstadt ist das Radverkehrsnetz alltagstauglich auszubauen und Netzlücken zu schließen. Die Konkurrenz auf den begrenzten Verkehrsflächen erfordert eine Umverteilung, die zulasten des derzeit flächendominanten Autoverkehrs erfolgt. RADVERKEHRSNETZ KONSEQUENT ERWEITERN RADINFRASTRUKTUR IN QUARTIEREN STÄRKEN 63 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll Das Entwicklungsziel von mindestens 25 Pro- zent Radverkehrsanteil wird ohne eine solche Flächenverteilung nicht umsetzbar sein. Die Verträglichkeit der Verkehrsarten und die Sicher- heit können zusätzlich durch Geschwindigkeits- begrenzungen, etwa durch Tempo 30 auch auf Hauptverkehrsstraßen, gestärkt werden. Sowohl zur Verbesserung der Alltagsmobilität innerhalb der Quartiere als auch für längere Wege sind unterschiedliche Netze sowie ergän- zende Serviceeinrichtungen innerhalb der Stadt sowie in die Region zu entwickeln, u. a. Radschnellverbindungen, große und sichere Radabstellmöglichkeiten an Stationen des öffentlichen Nahverkehrs etc. Dabei ist der Aus- bau der Radverkehrsinfrastrukturen integriert mit der Siedlungsentwicklung zu planen und zudem in die Umsetzung von Mobilitätspunk- ten unterschiedlicher Größe (S, M, L) in den Quartieren einzubeziehen, welche verschiedene Mobilitätsangebote bündeln. Zentral ist dabei die Förderung der Unabhängigkeit vom priva- ten Pkw. Dadurch werden die Voraussetzungen geschaffen, dass auch längere Wege innerhalb der Stadt und Region häufiger mit dem Rad zurückgelegt werden können. Um diese Strate- gie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Radverkehrsnetz konsequent erweitern Das Radverkehrsnetz wird in angemessener Dimensionierung ausgebaut. Das erfordert in vielen Fällen Eingriffe in die bisher vom Autoverkehr (ruhender und fließender MIV) genutzten Flächen. Radschnellwege ergänzen das Alltagsnetz und verbinden wichtige Ziele in der Innenstadt und große Arbeitsplatzziele, Bildungs- und Erholungseinrichtungen mit Gebieten in den äußeren Stadtteilen und bis hinein in die angrenzenden Kreise. Auch Fahrradstraßen sind ein sinnvolles Ele- ment zur Stärkung des Radverkehrs und wer- den deshalb vermehrt auf geeigneten Straßen eingeführt. Abkürzungen für den Langsamver- kehr sind priorisiert umzusetzen, um dessen Attraktivität zu erhöhen. Zur Steigerung der Qualität aller Radwege ist grundsätzlich die Möglichkeit der Pflanzung von Bäumen entlang der Radwege zu prüfen. > Radinfrastruktur in Quartieren stärken Durch sichere, bequeme und ausreichende Radabstellmöglichkeiten und Serviceeinrich- tungen für Reparaturen an wichtigen Halte- stellen und Umsteigepunkten des öffentlichen Nahverkehrs wird die Nutzung des Fahrrads attraktiver gestaltet und die intermodale Ver- netzung sichergestellt. Angemessen ausgebaute Radinfra strukturen sind wesentliche Bestand- teile der Mobilitätspunkte. 64 Nr. Maßnahmen Prioritäten DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL JETZT 2030+ 1 Gesamtstädtische Nachverdichtungsstrategie zur Identifikation und Ausnutzung städtebaulicher Potenziale durch maßgeschneiderte Quartierslösungen entwickeln DA/QP 2 Flächencheck zur Verifizierung und Qualifizierung von Potenzialen (nach § 34 BauGB oder durch Schaffung neuen Planungsrechts) – insbeson- dere der Siedlungsränder durchführen DA/QP/B 3 Qualitätsvolle Grundstücksausnutzung auf Grundlage von Wohnbauvor- habenmonitoring, Nachverdichtungsstrategie, Flächencheck, dezentrale Niederschlagswasserbewirtschaftung und Grünflächenfaktor durch Schaffung baurechtlicher Grundlagen ermöglichen DA/B 4 Liegenschaftsfonds einrichten und kommunales Flächenmanagement zur aktiven Gestaltung der Bodenpolitik stärken DA 5 Kommunale, ämterübergreifende Kommission zur Flächenaktivierung (u. a. zur aktiven Beratung von Eigentumsparteien) etablieren DA 6 Wohnanteil in gewerbeorientierten Gebieten schrittweise erhöhen durch qualitätsvolle Verdichtung und Verlagerung von störendem Gewerbe DA/QP 7 Seveso-Achtungsabstände in Zusammenarbeit mit betroffenen Betrieben reduzieren F 8 Quartiersbezogene Angebote von Parkraumbewirtschaftung, Quartiersgaragen und Carsharing ausbauen F 9 Evaluation des Landschaftsplanes und innerstädtische Biotopkartierung erstellen F zu FK 10 Entwürfe zur Grünleitplanung (Profilbildung) weiterbearbeiten F zu FK 11 Freiraumqualitäten mit Wegen für den Langsamverkehr als „Grünes Band“ und sternförmige Vernetzungsstruktur integriert entwickeln F zu FK+MK 12 Erholungsrouten und Orte für naturnahes Lernen im Landschaftsraum entwickeln und Erreichbarkeit für Langsamverkehr verbessern F zu FK+MK 13 Gewässer zugänglich und erlebbar machen und dadurch Stadt- und Freiräume aufwerten F 14 Freiraumqualitäten durch Beratungs- und Förderungsangebote zur Umsetzung von Gründächern und Fassadenbegrünung entwickeln (optisch, klimatisch und ökologisch) und Einsparpotenziale aufzeigen DA 15 Grün-/Biotopflächenfaktor: Kennwerte für Grün- und Freiraumversorgung etablieren, hierzu Bestandsaufnahme des Status quo erstellen F zu FK 16 Kleingartenstrategie zur Abstimmung von wohnortnahen Gartenangebo- ten und Siedlungsentwicklungsvorhaben fortschreiben F Maßnahmen zur Umsetzung der Strategien 65 INSTRUMENTE B Formelle Bauleitplanung und Planungsinstrumente FK Freiraumkonzept F Fachplanung DA Folgearbeit Darmstadt 2030+ QP Quartiersplanung MK Mobilitätskonzept 2030+ 17 Frei- und Dachflächen für vielfältige Nutzungen mit positivem Beitrag zum Stadtklima und zur Förderung der biologischen Vielfalt aktivieren und z. B. in einem Gründachkataster analog Marburg erfassen DA/F 18 Rechtliche Möglichkeiten für stadtweite Vorgaben zur Umsetzung von Gründächern, zur Gestaltung von Freiflächen und Fassadenbegrünungen prüfen (u. a. zur Sicherung naturnaher Regenwasserbewirtschaftung) B 19 Städtische Brunnenanlagen wieder in Betrieb nehmen F 20 Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung zur Entlastung der Kanalinfra- struktur fördern und fordern DA/F 21 Schwammstadtmodell zur wassersensiblen Stadtentwicklung als Schutz vor Hitze und Starkregen entwickeln F 22 Information und Beratung der Grundstückseigentumsparteien zum Thema Überflutungs- und Hitzevorsorge einrichten DA 23 Abkopplung des Darmbaches vom Kanalnetz und Schaffung eines „Blauen Bandes“ vom Woog bis zum Herrngarten (oder bis zum Im Tiefen See); Potenzial des Kühlungseffektes durch das Bachwasser auf historischer Darmbachtrasse prüfen F 24 Kooperation mit Kleingartenvereinen aufbauen, um Flächen für Öffent- lichkeit stärker zu öffnen und im Sinne einer naturnahen Nutzung zu entwickeln QP 25 Umweltbildungszentrum und andere Initiativen unterstützen QP 26 Umweltnetzwerk stärken QP 27 Gemeinschaften sowie Initiativen zur Übernahme von Patenschaften und Grünpflege unterstützen F 28 Grünflächen und öffentliche Plätze entsprechend der Nutzungsanforde- rungen sanieren und zeitgemäß gestalten F 29 Gesamtstädtische Sportflächenstrategie zur Stärkung von Vereins- und Freizeitsport entwickeln F 30 Stadtraumorientierte Bedarfe unter Berücksichtigung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Gruppierungen (z. B. Vereine) ermitteln QP 31 Konzepte zur Verortung und Koordinierung von Potenzialen für Mehr- fachnutzungen erarbeiten, Synergien erkennen und nutzen (z. B. Aufbe- reitung und Koordinierung spezifischer Raumbedarfe und verfügbarer Angebote in den Stadtteilen) F 32 Bestehende Freiflächen über Sanierungsprogramme steigenden Nutzungsanforderungen anpassen F 33 Nutzung von Mehrzweckräumen in öffentlichen Einrichtungen außerhalb der Öffnungszeiten prüfen F 66 Nr. Maßnahmen Prioritäten DARMSTADT NUTZT SEINE RESSOURCEN UND FLÄCHEN VERANTWORTUNGSVOLL JETZT 2030+ 34 Straßenbeleuchtung auf intelligente LED-Beleuchtung sukzessive umrüsten F 35 Energetische Sanierung und Ausbau erneuerbarer Energien durch kontinuierliche Informations-, Vernetzungs- und Beratungsangebote und passende Anreize durch Vermittlung von Förderprogrammen schaffen F 36 Infrastrukturen für Elektromobilität (u. a. Ladeinfrastruktur), besonders im Rahmen von Carsharing, ausbauen F 37 Arbeit des Klimaschutzbeirates intensivieren und erweitern F 38 Bei künftigen Magistratsvorlagen die jeweiligen Auswirkungen bezüglich der definierten Klimaschutzziele darlegen und geeignete Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emission beschreiben F 39 Nachhaltige Energiekonzepte für neue Wohnquartiere auf Quartierse- bene entwickeln/CO2-Neutralität als Vorgabe bei neuen Baugebieten QP 40 Städtische Neubauprojekte mindestens KfW 40 mit Passivhauskompo- nenten bauen B/DA 41 Programm zur energetischen Sanierung der städtischen Bestandsge- bäude mit ambitionierten Zielen erstellen und umsetzen F/DA 42 Städtische Bestandsgebäude nach Möglichkeit für Solar- und Geother- mie und Fotovoltaik nutzen DA 43 Förderprogramm für Fotovoltaik-Anlagen für Privatgebäude entwickeln F 44 Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes mit Beteiligung der Bevöl- kerung, Klimaschutzbeirat und fachlich Involvierten unter Berück- sichtigung Beschluss „Höchste Priorität für Klimaschutz“ kooperativ erarbeiten und umsetzen F 45 Mathildenhöhe und Bebauung des Osthangs nach dem kulturellen Leit- bild (Masterplan Mathildenhöhe) entwickeln QP 46 Historisches Leitbild zur Definition stadtgeschichtlich prägender Sied- lungsbereiche aus verschiedenen Epochen erarbeiten F 47 Leitlinie für das architektonische Erbe aus der Wiederaufbauzeit mittels Definition prägender Wiederaufbaustrukturen und möglicher Erhaltungs- bzw. Ergänzungsmaßnahmen erarbeiten F 48 Entwicklung von langfristig attraktiven und innovativen Quartieren mit Instrumenten der Konzeptvergabe, des Wettbewerbs und der Begleitung durch den Gestaltungsbeirat weiterführen QP 67 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll 49 Baukulturelle Ziele durch Einbindung des Gestaltungsbeirates sowie Definition von gestalterischen Anforderungen durch geeignete Instru- mente (Bauleitplanung, Satzungen etc.) sichern F/B 50 Durchführung von Architekturwettbewerben bei kommunalen Neubauten und allen weiteren öffentlichen Gebäuden fortführen F 51 Nahverkehrsangebot durch dichtere Taktungen und den Ausbau des Straßenbahnnetzes erweitern F/MK 52 S-/Regionalbahnnetz mit zusätzlichen Haltepunkten an der S-Bahn- Trasse zur Aufwertung der regionalen öffentlichen Verkehrssysteme ausbauen F/MK 53 Mobilitätspunkte (S, M und L) an geeigneten Stellen in den Quartieren integriert entwickeln und mit weiteren Nutzungen ausstatten F/MK 54 Innovative Mobilitätskonzepte bei der Siedlungsentwicklung von Anfang an und in Abstimmung mit Bauherrschaft umsetzen F/MK 55 Sharing-Konzepte fördern und in Mobilitätspunkte integrieren F 56 Angebote unterschiedlicher Verkehrsträger in einer App digital zusammenführen F/MK 57 ÖPNV-Netz im engeren Innenstadtbereich neustrukturieren, um den Luisenplatz verkehrlich zu entlasten und aufzuwerten F/MK 58 Parkraummanagement und -bewirtschaftung prioritär in Wohnquartieren mit hohem Parkdruck einrichten, Gehwegparken unterbinden F 59 Flächengerechtigkeit im Straßenraum für den Umweltverbund bei Neu- und Umbau entwickeln F/MK 60 Gesamtstädtisches Konzept zur barrierefreien Erschließung des öffentli- chen Raumes erarbeiten F/MK 61 Radverkehrsoffensive mit Fußverkehrsoffensive ergänzen F/MK 62 Car- und Bikesharing ausbauen F 63 Radschnell-/-direktverbindungen mit Anknüpfungspunkten zu Ost- und Westkreis sowie in Nord-Süd-Richtung, zu wichtigen Bereichen der Kern- stadt und großen Arbeitsplatzzentren herstellen F/MK 64 Haupt- und Nebenradverkehrsnetz ausbauen und vervollständigen F/MK 65 Fahrradstraßen zur Förderung und Verbesserung der Wahrnehmbarkeit des Radverkehrs weiter und insbesondere zusammenhängend ausbauen F/MK 66 Radinfrastrukturen, d. h. Abstellanlagen, Reparaturpunkte und Leihsys- teme ausbauen und vor allem in Mobilitätspunkten installieren F/MK 67 Maßnahmen der Radoffensive durch aktive Öffentlichkeitsarbeit begleiten F 68 Wie sieht Darmstadt 2030 aus, wenn es Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie stärkt? DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE 69 Im Jahr 2030 wird der Titel „Wissenschaftsstadt" weiterhin durch eine enorme Vielfalt kultureller, kreativer, gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Aktivitäten ausgefüllt. Alle Bevölkerungsteile haben Zugang zu vielfälti- gen Bildungs- und Wissenschaftsangeboten. Die große Bedeutung von Wissenschaft, Bildung, Wirt- schaft und zukunftsfähigen Technologien ist im Stadtraum erlebbar. Zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bestehen enge Verknüpfungen und Syn- ergieeffekte. Darmstadts Firmen profitieren von exzellent ausgebildeten Absolventinnen und Absol- venten der Darmstädter Hochschulen und der Uni- versität. Eine lebendige Gründungsszene baut auf geistige sowie technische Innovationen. Die Stadt verfügt über einen zukunftsfähigen Kern produzierenden Gewerbes. Neue Formen des Arbeitens und der Produktion haben es ermög- licht, dass gewerbliche Nutzungen besser in den städtischen Kontext integriert werden können und ehemalige Gewerbequartiere heute als produktive urbane Quartiere gelten. Durch kurze Wege, einen starken Umweltverbund, eine nachhaltige Citylo- gistik und eine gute Vernetzung in die Region wird eine effiziente und umweltfreundliche Mobilität gesichert. Ein innovatives ÖPNV- und Logistik-Sys- tem transportiert die Menschen aus der Region zu den Arbeitsplätzen in der Stadt sowie die Waren zu den Abnehmenden. 70 LEGENDE → ENTWICKELN Radschnellverbindung Schienengebundener ÖPNV , Haltestelle Potenzialflächen für neue Arbeits- quartiere (prioritär, perspektivisch) Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof Räume für Wissenschaft und Forschung Entwicklungsachse ÖPNV GRUNDLAGE Neue Impulszentren (funktionale Profilierung) Neue S-Bahnhalte prüfen Waldflächen Stadt- und freiräumliche Qualitäten Mobilitätspunkte (L) Gewässer Potenziale für Arbeiten in Wohn- quartieren ERHALTEN Stadtgrenze Produktive Straßenräume Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft Nachbargemeinden Innerstädtische Grünflächen Straßennetz Messel Endstation Griesheim Weiterstadt Roßdorf Mühltal WEITERSTADT GRIESHEIM PFUNGSTADT MÜHLTAL OBER- RAMSTADT Südbahnhof Eberstadt Hauptbahnhof Ostbahnhof Boulevard des Wissens Maker City Pallaswiesen Nordbahnhof Wixhausen Arheilgen Lichtwiese MESSEL Kranichstein GRÄFENHAUSEN Wirtschaft und Wissenschaft fördern Darmstadt ist ein attraktiver Standort für inno- vationsstarke Unternehmen und wichtige Wachs- tumsbranchen. Über 130.000 Arbeitsplätze verdeutlichen diese starke Position. Diese gilt es, zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dafür müssen entsprechende Rahmenbedingungen aufrechterhalten und ausgebaut werden. Eine sektoral breit aufgestellte und feinkörnige Wis- senschafts- und Wirtschaftslandschaft stellt die zukunftsfähige Basis für Darmstadts Wachstum dar und sichert weiterhin die hohe Beschäfti- gungsquote auf dem Arbeitsmarkt. Die Qualität des Arbeitsstandorts Darmstadt zeichnet sich nicht nur durch positive berufliche Perspektiven aus, sondern durch insgesamt attraktive Lebens- bedingungen sowie eine gute Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit. Eine kontinuierliche Förderung einer diversifi- zierten Branchenstruktur und die Umsetzung lokaler Wertschöpfungsketten stellen wichtige Ziele dar. Dabei sollten gewerblich-industrielle Branchen ebenso wie lokal orientiertes Gewerbe in den Quartieren gestärkt werden. Traditionell in der Stadt verwurzelte Firmen sind ebenso zu adressieren wie kleine und mittel- ständische Unternehmen. Diese Vielfalt garan- tiert ein robustes wirtschaftliches Fundament, welches gleichzeitig in die Region ausstrahlt bzw. auf regionale Verknüpfungen angewiesen ist. Auch zukünftig wird die Ansiedlung und Neugründung von Unternehmen gefördert. Innovationskraft und Experimentierfreudigkeit werden als wichtige Charaktereigenschaften Darmstadts weiterentwickelt. Die Strahlkraft als Wissenschaftsstandort wird auch in Zukunft gestärkt. TU, h_da, EHD und Forschungsinstitute garantieren weiterhin Spitzenforschung. Zukunftsträchtige Wissens- gebiete und Technologien werden in Darmstadt erforscht und angewandt. Hochklassige Ausbil- dungsmöglichkeiten, aber auch Weiterbildungs- angebote stehen allen Darmstädterinnen und Darmstädtern zur Verfügung. So wird die Nach- frage nach international orientierten Fachkräf- ten sichergestellt. Zugleich werden aber auch am Arbeitsmarkt benachteiligte Gruppen nicht vernachlässigt, sondern gezielt gefördert. Es ist der Anspruch, die Öffnung der sozialen Schere arbeitsmarktpolitisch einzudämmen und Chan- cengleichheit zu fördern. DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Arbeitsquartiere (prioritär und perspektivisch) Räume für Wissenschaft und Forschung Neue Impulszentren (funktionale Pro/f_ilierung) Stadt- und freiräumliche Qualitäten Potenziale für Arbeiten in Wohnquartieren Produktive Straßenräume Radschnellverbindung Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Neue S-Bahnhalte prüfen Mobilitätspunkte (L) ERHALTEN Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft (Dunklere Farbe zeigt Schwerpunkte von Wissenschaft und Wirtschaft) Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestelle Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz Messel Endstation Griesheim Weiterstadt Roßdorf Mühltal WEITERSTADT GRIESHEIM PFUNGSTADT MÜHLTAL OBER- RAMSTADT Südbahnhof Eberstadt Hauptbahnhof Ostbahnhof Boulevard des Wissens Maker City Pallaswiesen Nordbahnhof Wixhausen Arheilgen Lichtwiese MESSEL Kranichstein GRÄFENHAUSEN 72 Darmstadt bleibt ein attraktiver Lebensort, an dem Wohnen und Arbeit integriert betrachtet werden. Befristete, kurzzeitige Aufenthalte von Forschungsteams sowie Austauschstudie- renden in Darmstadt werden bei Planungen für Wohnraum und Infrastrukturen bedacht und entsprechende Angebote geschaffen, um auf ihre besonderen Bedürfnisse einzugehen. Über attraktive soziale, kulturelle und freizeit- relevante Angebote wird der Austausch von Personen unterschiedlicher Herkunft – von Darmstädterinnen und Darmstädtern mit Neu- zugezogenen – gestärkt und eine ausgeprägte Willkommenskultur für alle gepflegt. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt beson- ders in den folgenden Bereichen aktiv: > Breite Branchenstruktur weiterentwickeln Die vielfältige Ausrichtung der Darmstäd- ter Wissenschaft und Wirtschaft wird weiter gestärkt und entwickelt. Unterschiedliche Standortanforderungen der Unternehmen wer- den dabei berücksichtigt. Gründende werden besonders gefördert, etwa durch Unterstützung bei der Suche nach flexiblen Gewerberäumen oder der Netzwerkbildung. > Lebendige Netzwerke fördern Der enge Bezug zwischen Wissenschaft, Unter - nehmen, Bevölkerung und Verwaltung wird weiterentwickelt. Synergien durch Koopera - tion, Wissens- und Technologietransfer werden forciert. Der Austausch wird branchen- und sektorenübergreifend gefördert. Eine breite Gemeinschaft profitiert von praktischen Experimenten und Pilotprojekten der Wissen - schafts- und Digitalstadt. > Attraktive Arbeitsplätze und Weiterbildung sichern Bedingungen für gutes Arbeiten unterstützt Darmstadt mit Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie (z. B. bei Kinderbetreuung und Pflege) ebenso wie durch gezielte betriebliche Angebote für berufliche Qualifizierung, gerade in kleineren und mittle- ren Unternehmen (KMU). > Gründungszentren und Kreativwirtschaft fördern In Zusammenarbeit mit den Hochschulen werden Gründungszentren gefördert und die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gestärkt. Um lokale Wertschöp - fungsketten zu festigen, werden insbesondere Kooperationen mit in Darmstadt ansässigen Unternehmen anderer Branchen und Institu - tionen aus dem Kultur- und Bildungssektor unterstützt. Die Förderung der Gründungszen - tren und Kreativwirtschaft ist für die Entwick - lung innovativer und kreativer Konzepte von großer Bedeutung. Jungunternehmen und Neugründungen werden gezielt begleitet und prägen neue Stadtquartiere. > Willkommenskultur und Austausch ermöglichen Darmstadt ist für Menschen aus aller Welt attraktiv. Eine unbürokratische Willkommens- kultur, etwa durch die Vereinfachung der büro- kratischen Vorgänge – gerade für ausländische Gründende, Studierende, Forschungsteams und Fachkräfte – stärkt diese Attraktivität. Unterneh- men werden dabei unterstützt, die Integration von (neuen) Migrantinnen und Migranten und den interkulturellen Austausch zu gestalten. 73 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt stärkt Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie Flächen für Arbeiten in der Stadt sichern Standorte für Industrie, Gewerbe und Wis- senschaft bilden die Grundlage für eine konti- nuierliche positive Wirtschaftsentwicklung in Darmstadt. Dabei sind individuelle Flächen- und Standortanforderungen unterschiedlicher Gewerbe- und Produktionsformen von For- schungseinrichtungen und Dienstleistungsunter- nehmen zu berücksichtigen. Deren Bedarfe gilt es, für die zukünftige Entwicklung zu analysieren und zu moderieren. Im Sinne der Stärkung einer breiten Branchen- struktur stellen Handwerk, Handel und Industrie wichtige Bestandteile der vielfältigen Wirtschafts- struktur Darmstadts dar. Es ist sicherzustellen, dass nach wie vor Standorte und Flächen für produzierendes Gewerbe und Industrie in der Stadt mit Planungssicherheit vorgehalten und angeboten werden sowie bestehende Standorte Planungssicherheit bewahren. Einen räumlichen Entwicklungsschwerpunkt legt Darmstadt auf den Rand der Kernstadt. In der Steuerung produktiver Quartiere setzt Darmstadt hier auf die Entwicklung verschiedener urba- ner Hubs als Fokusräume, die nach einzelnen Schwerpunkten entwickelt werden sollen. Diese Hubs bieten als neue Stadteingänge Verknüp- fungspunkte mit der Region mit zentralen multi- modalen Mobilitätsangeboten. Sie sind darüber hinaus Bezugspunkte mit symbolischer, identi- tätsstiftender Wirkung, die einem (Quartiers-) Zentrum entsprechend infrastrukturell ausgestat- tet sind. In diesem Umfeld sind vielfältige Räume für Gewerbe, Wohnen, Versorgung und Freizeit zu entwickeln, wodurch angrenzende Quartiere gestärkt und neue Strukturen mit besonderen räumlichen, funktionalen und identitätsstiftenden Qualitäten entstehen. In diesem Sinne sollen Hubs als Impulspro - jekte zur funktionalen Qualifizierung neuer urbaner Gewerbe- und Wissensquartiere beitragen. Durch den verlagerten Fokus der Raumentwicklung wird die Kernstadt ergänzt und entlastet. Im Nachkriegsstädtebau wurde die Funktions- trennung in monofunktionale Wohn- und Gewer- bequartiere verfolgt. Die Idee der „produktiven Stadt“ soll durch neue urbane Arbeitsformen und lokale Ökonomien überwunden werden. Wesentliche Entwicklungspotenziale werden infrastrukturbezogen definiert und in Verbindung mit größeren Einfahrtsstraßen als sogenannte „produktive Straßenräume“ beschrieben. Insgesamt verlaufen acht Straßenräume strah- lenförmig in die Stadt, die das Potenzial haben, von Transiträumen zu attraktiven Stadträumen und Adressen für Wirtschaft und Wissenschaft umgestaltet zu werden. Auch die Stadteingänge werden so qualifiziert. Entlang dieser Straßen kann durch diverse Lückenschlüsse eine höhere Nutzungsintensität erzielt werden. Eine Ausrich- tung der Mobilität in Richtung des Umweltver- bundes kann die Stadtraum- und Bewegungs- qualität verbessern. Die vorhandene Vielfalt dieser Räume kann in Zukunft stärker nach ihren jeweiligen lokalen Qualitäten ausdifferenziert werden, um prägnante Adressen zu bilden. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Neue Entwicklungsimpulse setzen Angesichts geringer großflächiger Entwick- lungsareale setzt Darmstadt auf die Entwick- lung der erweiterten Kernstadt. Durch die Profilierung von Hubs und produktiven Stra- ßenräumen werden Impulsprojekte für Wissen- schaft und Arbeit angestoßen und neue qualita- tiv hochwertige Stadträume entwickelt. 74 > Synergien in der Flächenentwicklung nutzen Im Hinblick auf die starke Flächenkonkurrenz müssen Flächen für Wissenschaft und Arbei - ten strategisch gesichert und baurechtlich qualifiziert werden. Insbesondere muss hier darauf geachtet werden, vorrangig solche Standorte zu entwickeln, welche positive Impulse für ihr Umfeld generieren. Dabei sind Potenziale dort zu nutzen, wo durch neue Produktionsformen teilweise eine stadtver - trägliche Rückkehr von Gewerbe in gemischte Stadtquartiere ermöglicht wird. > Einfahrtsstraßen bzw. Radialen zu attraktiven Stadträumen umgestalten Für die Radialen werden Konzepte entwickelt, die es ermöglichen, den Umweltverbund zu stärken, mehr Nutzungsintensität und -viel - falt entlang der Straßen zu etablieren und die städtebauliche Gestalt sowie die grüne, natur - nahe Qualitäten aufzuwerten. Bei den ausge - wählten Straßenräumen handelt es sich um Abschnitte der Frankfurter Straße, Grafenhäu - ser Straße, Pallaswiesenstraße, Rheinstraße, Eschollbrücker Straße, Heidelberger Straße, Nieder-Ramstädter Straße und Dieburger Straße. Hervorzuheben ist die Rheinstraße mit ihrem individuellen Potenzial als „Boulevard des Wissens“ → Schlüsselraum „Die neue Rheinstraße, Boulevard des Wissens“, S. 107 . > Einzelhandel stärken und Nahversorgung sichern Ein funktionierender stationärer Einzelhan - del prägt die Rolle der Innenstadt und der Stadtteilzentren. Ein flächendeckendes Netz von Nahversorgungsmöglichkeiten in städte - baulich integrierten Lagen ermöglicht einen Einkauf auf kurzen Wegen. Ziel der Einzelhandelssteuerung soll die Wei- terentwicklung des Einzelhandels in der Innen- stadt und den Stadtteilzentren sein, damit er den neuen Herausforderungen, insbesondere auch durch den wachsenden Online-Handel, erfolgreich begegnen kann. Daneben soll das bestehende Nahversorgungsnetz gesichert und noch vorhandene Lücken geschlossen werden. Dazu sollen das Einzelhandels- und Zentren- konzept und das Nahversorgungskonzept fort- geschrieben werden. AUFENTHALTS- QUALITÄTEN VERBESSERN VON TRANSITRÄUMEN ZU PRODUKTIVEN STRASSENRÄUMEN NUTZUNGSVIELFALT UND -INTENSITÄT ERHÖHEN 75 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt stärkt Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie Wissenschaft sichtbarer machen und Standort qualitäten stärken Darmstadt verfügt über eine außergewöhnliche Konzentration von hochwertigen Forschungs- und Bildungseinrichtungen und trägt seit über zwei Jahrzehnten auch offiziell den Titel „Wissen- schaftsstadt“. Dieses Selbstverständnis ist ein zentraler Motor der Stadtentwicklung sowie ein wichtiger Faktor für die Attraktivität und Lebens- qualität der Stadt und soll in Zukunft weiter intensiv gefördert und zum Ausdruck gebracht werden. Der Begriff Wissenschaftsstadt wird breit gefasst werden und weite Teile der Stadtge- sellschaft einbeziehen. Wissenschaft selbst wird in Zukunft offener gedacht – etwa in Richtung „Citizen Science“ (offene Wissenschaft, bei der Projekte unter Mitwirkung der breiten Öffentlich- keit durchgeführt werden) – und in ihrer Vielfalt unterstrichen – der Fokus soll über die Themen Digitalisierung oder Technologie hinaus erweitert werden. Die Wissenschaftsstadt umfasst damit nicht nur akademische Forschung und Lehre, sondern reicht von formalen und non-formalen Bildungsangeboten und informellen Lerngelegen- heiten in unterschiedlichen Lebensabschnitten bis hin zu komplexen technologischen For- schungs- und Produktionsprozessen. Zentrale Wissenschafts- und Forschungseinrich- tungen bringen sich durch lokale Bildungsan- gebote und Kooperationen mit lokalen Unter- nehmen, der Bevölkerung und öffentlichen Institutionen in die Stadtgesellschaft ein. Pro- gramme und Orte der Fort- und Weiterbildung gehören dazu. Sie orientieren sich am Quartier und an dessen sozialem Bezugsrahmen. Darm- stadt versteht sich als soziale Wissenschafts- stadt. Von einer engen Zusammenarbeit und dem Austausch von Wissenschaft, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürgern sowie öffentlichen Ein- richtungen profitiert die gesamte Stadt. Entsprechend werden auch räumliche Vorausset- zungen geschaffen, welche die Gelegenheit zum Austausch und Kontakt in den Bereichen Arbeit und Bildung ermöglichen. Insbesondere von Wis- senschaftseinrichtungen geprägte, aber aktuell eher unzugängliche Areale in der Stadt sollen sich in Zukunft programmatisch und räumlich den umliegenden Quartieren öffnen und Begeg- nungsräume bieten. Die öffentliche Wahrnehmung und die Rolle der vorhandenen wissenschaftlichen Einrichtungen sowie der Campusstrukturen (h_da Darmstadt, TU Darmstadt, EHD) in der Stadt und im Quar- tier gilt es demnach, räumlich und städtebau- lich prägnant herauszubilden. Dies betrifft auch die großen Unternehmen und Institutionen wie beispielsweise ESOC/ESA, das GSI Helm- holtzzentrum für Schwerionenforschung, Merck KGaA und die Institute der Fraunhofer-Gesell- schaft. Neben Maßnahmen, die die Sichtbarkeit von Wissenschaftseinrichtungen im Stadtbild fördern, sollen umgekehrt Wissensquartiere auch mit wohnquartierstypischen Infrastruk- turen angereichert werden, sodass in Wissens- quartieren eine stärkere funktionale Mischung und Vielfalt erzielt wird, die sie zu noch attrak- tiveren Arbeitsorten werden lässt. Dies umfasst auch stadträumliche Qualitäten, wie die Gestal- tung von Freiräumen oder die Verbesserung der Fußverkehrsfreundlichkeit. Neben den Schlüsselorten der Wissenschafts- stadt werden auch Orte der außerschulischen Bildung gesichert und gestärkt. Öffentliche Kunst- und Kultureinrichtungen, Nachbarschafts- und Jugendzentren, Grün- und Frei flächen sowie Spiel- und Sportplätze sind als Orte des Aus- tauschs wichtige Begegnungs- und Anlaufpunkte der sich weiterbildenden Stadtgesellschaft und Orte der informellen Bildung. Diese Angebote werden ertüchtigt und qualifiziert. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt beson- ders in den folgenden Bereichen aktiv: 76 > Räumliche Potenziale von Wissenschaftsstandorten aktivieren Die Weitläufigkeit und räumliche Großzügigkeit bestehender Gebäudekomplexe wird als Wert geschätzt und als Entwicklungspotenzial wahr- genommen. Diese Räume sind zu öffnen für Start-ups, Co-Working-Spaces, gastronomische Einrichtungen, Angebote für Freizeitgestaltung und studentisches Wohnen. Über den öffentli- chen Raum können Wissenschaftsinstitutionen mit Industrie und Gewerbe sowie Wohnen ver- bunden werden. Dieser kann als Schnittstelle zwischen verschiedenen Nutzenden wirken und für Kommunikation und Austausch dienen. > Vernetzte Wissensquartiere entwickeln Wissenschaft und Wirtschaft werden als Betei- ligte für die Entwicklung des Stadtraumes gese- hen und in Umgestaltungsprozesse des Umfeldes einbezogen. Das besondere Profil von Darmstadt als Wissenschaftsstadt spiegelt sich auch in der Entwicklung von „vernetzten Wissensquartieren“ wider. Hier werden die räumlichen Schnittstellen zwischen Wissen, Bildung, Forschung, Innovatio- nen, Hochschulen und Unternehmen besonders gut gestaltet und gefördert. In diesen Quartieren produziertes Wissen und Innovationen sind für den Lernprozess der Studierenden und Schüler- schaften ebenso wichtig wie für die lokale Ökono- mie und die Wettbewerbsfähigkeit im regionalen und internationalen Rahmen. > Wissenschaftsstadt für alle Darmstadt schafft als Wissenschaftsstadt weiterhin hervorragende Voraussetzungen für Spitzenforschung und Bildung. Darüber hinaus wird der Titel der Wissenschaftsstadt als breiter Bildungsauftrag interpretiert, was Angebote für unterschiedliche Altersgruppen und Bildungswege bereithält. Die hohe Qualität aller Bildungsangebote wird kontinuierlich weiterentwickelt und an die sich verändernden Bedürfnisse und Anforderungen angepasst. Mit vielfältigen attraktiven Ange- boten zur Aus- und Weiterbildung reagiert die Stadt Darmstadt auf die sich rasch ändernden Anforderungen der Arbeitslandschaft. Stadträumliche Qualitäten in Arbeitsquartieren stärken Angesichts der Notwendigkeit einer stärkeren Mischung und Vielfalt in allen Darmstädter Quartieren gilt es, die stadträumliche Gestalt, die Nutzungsangebote und die Qualität der öffentlichen Räume in gewerblich geprägten Gebieten zu erhöhen. Die teilweise noch sehr isoliert wirkenden Standorte sollten optimaler mit ihrem Umfeld vernetzt werden, u. a. durch eine bessere Erreichbarkeit mit nachhaltigen Mobilitätsangeboten. WISSENSCHAFT SICHTBARER MACHEN WISSENSCHAFTSSTAND- ORTE MIT WEITEREN NUTZUNGEN AKTIVIEREN 77 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt stärkt Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie Die Stärkung urbaner Qualitäten von gewerblich orientierten Quartieren ist als weicher Stand- ortfaktor der Wissenschafts- und Arbeitsstadt zu werten. Ein attraktives urbanes Umfeld des Arbeitsplatzes wird als wichtiger Faktor im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrachtet. Insbesondere die öffentlichen Räume von pri- mär gewerblich geprägten Quartieren im Wes- ten und Norden der Kernstadt sollen zukünftig attraktiver und mit mehr Aufenthaltsqualität gestaltet werden. Auch die zentralen Eingangs- straßen wie die Rheinstraße sollen in diesem Kontext mit ihren Grünstrukturen und Wasser- becken neu gestaltet werden → Flächen für Arbeiten in der Stadt sichern, S. 73. Dadurch wird der Charakter der Straßen als Transit- räume gemindert und die „Eingangstore“ in die Stadt gestalterisch aufgewertet. Mehr Urbanität in Darmstadts Gewerbequartieren zu wagen, verlangt eine besondere und gemeinschaftliche Verantwortung für die öffentlichen Räume und für ergänzende Nutzungen sowie eine entspre- chende planerische Steuerung. Zu einer attraktiven Wissenschaftsstadt zählt auch ein attraktives Lebensumfeld: Wohn - raum, soziale Infrastrukturen, Freiräume und kulturelle Angebote in wissenschaftlich und gewerblich geprägte Quartiere zu integrieren bzw. diese Nutzungen stärker miteinander zu vernetzen, kann ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg und die zukunftsfähige Entwicklung „urbaner Gewerbequartiere“ werden. Beson - dere Chancen liegen dort, wo neue Technolo - gien und innovative Produktionsformen, die weniger Lärm und Schadstoffe emittieren, bisher monofunktionale Quartiere ergän - zen können. Dadurch wird eine vielfältigere Nutzungsmischung und eine neuartige Ver - knüpfung von Arbeiten, Wohnen und anderen Nutzungen ermöglicht. Eine feinkörnigere Nutzung dieser Quartiere stellt einen wichtigen Baustein für die Stadt der kurzen Wege dar. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Urbane Gewerbequartiere entwickeln Es sollen Ideen umgesetzt werden, wie in bislang gewerblich geprägten Quartieren die Aufenthalts- qualität im öffentlichen Raum optimiert, wie kurze Wege durch bessere Nutzungsmischung umgesetzt, welche Qualitätskriterien in Bezug auf den Freiraum angelegt und wie wiederer- kennbare Identitäten gestärkt werden können. Welche Formen von Wohnen geeignet sind, ohne dass gewerbliche Nutzungen gefährdet und ver- drängt werden, ist standortabhängig zu prüfen. NEUE FORMEN DES WOHNENS ERMÖGLICHEN URBANE GEWERBE- QUARTIERE ENTWICKELN 78 Durch eine Aufwertung der Freiräume wird die klimatische Überhitzung dieser Quartiere ver- ringert. Vergleichbare Konzepte werden für die großen Einfahrts- und Radialstraßen entwickelt. > Neue architektonische wie städtebauliche Lösungen umsetzen Für die integrierte Entwicklung attraktiver Gewerbequartiere sind neue bauliche und stadträumliche Lösungen zu entwickeln und zu testen, die unterschiedliche Nutzungen intelli- gent räumlich verbinden. Dabei sind betrieblich spezifische (Flächen-)Bedarfe ebenso mitzuden- ken, wie Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen. Stadtwirtschaft der Zukunft entwickeln Darmstadt sichert über seine städtischen Unternehmen wie HEAG, entega, bauverein AG, HEAG mobilo u. a. die Kernleistungen der Daseinsvorsorge für die Bevölkerung und Unternehmen. Auch in Zukunft gestaltet die Stadt die Entwicklung in den Bereichen Energie & Wasser, Immobilien, Mobilität, Gesundheit & Soziales, Kultur & Freizeit, Digitalisierung & Telekommunikation, Entsorgung & Abwasser sowie Strategie, Finanzen & Innovationen über ihre eigenen Unternehmen aktiv mit. Die breite, zukunftsfähige Aufstellung der Stadt- wirtschaft schafft weitgehende Gestaltungs- spielräume in zentralen Entwicklungsfragen, wodurch die Stadt selbst eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung bürger- bzw. kundenorientierter Technologien und Konzepte einnehmen kann. Die Mobilitäts- und Energiewende wird durch die städtischen Unternehmen nachhaltig gestaltet. Dazu gehört auch, durch bezahlbare Dienstleis- tungen und Wohnungen für die Darmstädterin- nen und Darmstädter einen wichtigen Beitrag zur sozialen Stabilität zu leisten. In den Bereichen Energieproduktion sowie Entsorgung von Wasser und Abfällen werden lokale Ressourcenkreisläufe und Wertschöp - fungsketten etabliert, die Klima- und Ressour - censchutz sowie Energieeffizienz als zentrale Prämissen verstehen. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Aktive Stadtwirtschaftsstrategie verfolgen Die verfolgte Stadtwirtschaftsstrategie 2020 wird auf zukünftige Herausforderungen und Zielsetzungen hin angepasst und fortgeschrie- ben (Stadtwirtschaftsstrategie 2025). Potenzi- ale zur Stärkung lokaler Wertschöpfungsketten sind zu identifizieren und zu nutzen. > Städtische Liegenschaften als Modellprojekte entwickeln Die städtischen Liegenschaften eröffnen Gestal- tungsspielräume mit Blick auf den Ressour- censchutz und die CO2-Neutralität. Darmstadt nimmt den Klimaschutz ernst und macht öffentliche Gebäude zu beispielhaften Aushän- geschildern für Energieeffizienz und nachhal- tige Wasserbewirtschaftung. Räume für Kunst und Kultur sicherstellen und die Kreativ wirtschaft fördern Mit vielfältigen und anerkannten Einrichtungen sind – seit der Gründung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe vor weit mehr als einhundert Jahren – Kunst und Kultur Identifikationsmerk- mal, wichtiger Aspekt für die hohe Lebensqua- lität und ein relevanter Imagefaktor der Wissen- schaftsstadt Darmstadt. 79 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt stärkt Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie Die Stärkung bestehender Institutionen und Programme sowie die Förderung neuer Ideen sind integrale Bestandteile für die zukünf - tige Stadtentwicklung und den Masterplan Darmstadt 2030+. Ein zentrales Leucht - turmprojekt für die zukünftige touristische und kulturelle Profilierung der Stadt stellt die Bewerbung um die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe für die Mathilden - höhe als „Zentrum des Jugendstils“ dar, die mit allem Nachdruck verfolgt wird. Die Künst - lerkolonie Mathildenhöhe ist mit ihren Bau - werken, Gartenanlagen und Kunstwerken ein einmaliges Ensemble experimentellen Schaf - fens, das den architektonisch-künstlerischen Aufbruch im Geist der internationalen Reform - bewegung am Beginn des 20. Jahrhunderts auf einzigartige Weise dokumentiert. 23 Sie steht außerdem für die über einhundert Jahre gewachsene Verbindung von Kultur, Kreativität und Wirtschaft in Darmstadt. Die Darmstädter Kultureinrichtungen werden als wichtiger Standortfaktor weiter gefördert und übernehmen auch in Zukunft einen Bildungsauf- trag und vermitteln Kunst und Kultur zeitgemäß. Barrieren, die davon abhalten, Kultureinrich- tungen zu besuchen, werden durch niedrig- schwellige und inklusive Angebote abgebaut. Die Zusammenarbeit von Kitas, Schulen und Pflege- heimen mit Kunst- und Kulturschaffenden und Kulturinstitutionen wird gestärkt. Bezahlbare und langfristig nutzbare Arbeits-, Proben-, Aus- stellungs- und Aufführungsorte sind zu sichern und vor Verdrängung zu schützen. Architektur, Design und Kunst sind als tradi - tionelle Branchen der Kreativwirtschaft lokal verwurzelt. Dazu entwickeln sich auch Stand - orte digitaler Innovation. 23 Vgl. Antrag zur Anmeldung in die deutsche Tentativ- liste (Welterbeantrag), 2012 Das Fraunhofer-Institut für Graphische Daten- verarbeitung (IGD) steht im Bereich des „visual computing“ für die Verbindung von Kreativwirt- schaft mit Wissenschaft und Forschung. Die Hochschule Darmstadt lebt dies im Bereich Design und Architektur, die TU Darmstadt im Bereich Architektur und Städtebau. Kultur- und Kreativwirtschaft haben in Darmstadt Tradition und sind wachsende Zukunftsbranchen, denen eine zunehmende Bedeutung beigemessen werden muss. Ein Leitgedanke zur Stärkung dieser Branchen ist die gezielte Entwicklung räumlicher Schwer- punkte in der Stadt, in denen gute Bedingun- gen für Kultur- und Kreativwirtschaft herrschen, etwa in Bezug auf bezahlbare Räume, Netz- werkbildung, Beratungsangebote etc. KREATIV- UND KULTURWIRTSCHAFT FÖRDERN STANDORTE FÜR KUNST UND KULTUR ENTWICKELN 80 Dort sollen u. a. die Unternehmen der Kul - turwirtschaft mit stadt-, quartiers- und tou - rismusbezogenen Initiativen vernetzt werden. Durch spezielle Beratungs- und Coaching- angebote der Wirtschaftsförderung können Unternehmen in ihrer Professionalisierung unterstützt werden. Dafür sind gleichfalls neue Räume sicherzustellen und in konzeptionellen Planungen zu berücksichtigen. Um diese Stra - tegie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Wissens und Kulturquartier Mathildenhöhe stärken Die Mathildenhöhe stellt einen zentralen Identi- fikationsort in Darmstadt dar. Um diese Quali- tät auszubauen, sind weitere Konzepte etwa für den Osthang zu entwickeln, die das gesamte Quartier als Wissens-, Kreativ- und Kulturstand- ort profilieren. Zum Zwecke eines wirksamen und verantwortungsvollen Schutzes der Mathil- denhöhe wird eine Pufferzone definiert, die das Weltkulturerbe-Nominierungsgebiet umgibt und in der Nutzungen und Entwicklungen verträglich gestaltet sein müssen. Ein Manage- mentplan berücksichtigt dafür alle Themen, die Einfluss auf das Ensemble haben oder in Zukunft haben könnten – einschließlich Planun- gen zur baulichen Entwicklung, der Parkpflege, der Mobilität und des Tourismus. > Standorte für Kunst und Kultur entwickeln Darmstadt fördert den Fortbestand und die Ansiedlung neuer Kunst- und Kulturschaf - fender. Passende Beratungsangebote und Netzwerke werden unterstützt und die ausrei - chende Verfügbarkeit kostengünstiger Ateliers, Probe- oder Experimentierräume angestrebt. Besonders sind Potenziale für Zwischennut - zungen zu entfalten. Die Profilierung eines neuen Kultur- und Kreativ- quartiers im Rahmen der Entwicklung „Soziale Stadt Pallaswiesen- und Mornewegviertel“ in Darmstadt-West wird angestrebt. Die Umstruk- turierung innenstadtnaher untergenutzter Gewerbequartiere soll auch die langfristig nutz- bare und bezahlbare Bereitstellung von Räu- men zur Entfaltung innovativer und kreativer Ideen und zur Begründung neuer wirtschaftli- cher Visionen ermöglichen. > Kreativ und Kulturwirtschaft fördern Kultur- und Kreativwirtschaft werden durch Coaching- und Beratungsangebote, Unterstüt - zung bei der Bildung von Netzwerken, gemein - same Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung bei der Suche nach bezahlbaren, flexiblen Räumen für Gründende gefördert. Tourismus als Mehrwert für Darmstadt fördern Die touristische Bedeutung von und die Auf- merksamkeit auf Darmstadt sind in den ver- gangenen Jahren gewachsen. Theater, Ausstel- lungshallen und Museen melden einen stabilen bzw. steigenden Publikumsverkehr – allein die Mathildenhöhe hatte 2018 gut 680.000 Besu- cherinnen und Besucher. Diese Effekte sind nicht zuletzt auch durch das Wissenschafts- und Kongresszentrum darmstadtium, das Jugendstilbad und die Aufnahme der Mathil- denhöhe auf die Tentativliste des UNESCO- Welt erbes entstanden. Feste mit überregionaler Strahlkraft wie das Musikfestival „Schloss- grabenfest“, das „Heinerfest“ oder der Weih- nachtsmarkt sind neben den Sehenswürdigkei- ten und den zahlreichen Ausstellungen in den Museen weitere touristische Anziehungspunkte. 81 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt stärkt Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie Für die Zukunft wird Darmstadt sich weiter als nachhaltige, innovative und qualitätsvolle touristische Destination entwickeln. Die hohe Lebensqualität und großen Kompetenzen in Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst gehören zum Selbstverständnis, sich als internationale, weltoffene und vielfältige Wissenschaftsstadt zu präsentieren. Das künftige Besuchszentrum Mathildenhöhe Darmstadt und das geplante Besuchszentrum der ESA tragen dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. Die Kombination zwischen Tradition und Innovation, Kultur und Wissenschaft prägen den Darmstädter Weg auch in der künftigen Tourismusstrategie. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Darmstadt als Marke entwickeln Darmstadt ist als qualitätsvolle, nachhaltige, grüne und digitale touristische Marke zu ent- wickeln. Die Stadt soll als touristische Desti- nation klar definiert, inszeniert und emotional besetzt werden, um eine stärkere überregionale Bekanntheit zu erlangen. > Mathildenhöhe in Tourismuskonzept einbetten Die Mathildenhöhe Darmstadt ist innovativ und emotional in das gesamtstädtische Touris - muskonzept einzubetten. > Wissenschaft in der Stadt sichtbarer machen Die Sichtbarkeit der Wissenschaft in der Stadt ist zu erhöhen und entsprechende Angebote für touristische Nutzung sind zu entwickeln. > Attraktivität der Innenstadt steigern Die Innenstadt soll als attraktiver Kernbereich mit unterschiedlichen Angeboten für Bürgerin- nen und Bürger sowie für Gäste optisch und strukturell aufgewertet werden. MATHILDENHÖHE IN TOURISMUSKONZEPT EINBETTEN DARMSTADT ALS MARKE ENTWICKELN ATTRAKTIVITÄT DER INNENSTADT STEIGERN 82 Mobilität und Erreichbarkeit von innen und außen denken Die zukünftige Attraktivität und Leistungsfä - higkeit des Standortes Darmstadt ist eng mit seiner Erreichbarkeit und mit einem zukunfts - fähigen Wirtschafts- und Pendlerverkehr verknüpft. Gleichzeitig liegen hier zentrale Stellschrauben, um eine Verkehrswende in Darmstadt umzusetzen. Die steigende Zahl an Pendelnden, der wachsende Wirtschaftsver - kehr und die immer bedeutender werdenden regionalen Verflechtungen erfordern einerseits Kooperationen und Dialog mit dem Umland, und andererseits einen funktional gemischten und vernetzten Stadtraum, um kurze Wege zu ermöglichen. Ein wesentliches Ziel liegt darin, das innerstädtische Straßennetz durch attrak - tive Alternativen zum Autoverkehr weitgehend vom Durchgangsverkehr zu entlasten und gleichzeitig die lokale Erschließungsfunktion und die gute Erreichbarkeit der Gewerbege - biete weiterhin zu gewährleisten. Der Ausbau des ÖPNV-Netzes, insbeson- dere der schienengebundenen Anbindung der umliegenden Kreisgemeinden, stellt eine zentrale Aufgabe für die nachhaltige Mobili- tätsentwicklung in den nächsten Jahren dar. Wichtige Arbeitsplatz- und Ausbildungsschwer- punkte in Wissenschaftsinstitutionen wie die TU mit ihrem Campus Lichtwiese können ihre bereits heute positiven Rahmenbedingungen (Semesterticket, ÖPNV-Ticket für alle Landes- bediensteten) nur entfalten, wenn eine attrak- tive Anbindung an ein leistungsfähiges ÖPNV- Netz gewährleistet wird. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Qualitätsvolle Schnittstellen entwickeln Die neuen wirtschaftlichen Entwicklungsräume (Hubs) sind im Sinne einer nahtlosen Mobilität mit multimodalen Mobilitätspunkten (M oder L) als Schnittstellen der Stadt in die Region zu entwickeln → Flächen für Arbeiten in der Stadt sichern, S. 73. Hier werden verschiedene Angebote im Bereich Mobilität (Car- und Bike- sharing, Lastenräder, Radreparaturservices) gebündelt und um Serviceeinrichtungen und -angebote (Paketannahme, Mini-Markets etc.) ergänzt. Die Unabhängigkeit vom eigenen Auto wird dadurch gefördert, Mobilitätsketten wer- den effizienter gestaltet und Reisende kommen schneller an ihr Ziel. Auf einen barrierefreien Ausbau ist dabei unbedingt zu achten. > Schienengebundene Verkehrsträger ausbauen Das öffentliche Verkehrsnetz – insbesondere schienengebundene Verkehrsmittel – werden prio- ritär ausgebaut. Besonders die Verbindung in den Ostkreis (z. B. nach Roßdorf, Groß-Zimmern) und in den Westen (Weiterstadt, Heimstättensiedlung) kann dadurch verbessert und vom Autoverkehr entlastet werden. Daneben sind Strecken dort auszubauen und neue Haltestellen (z. B. Höhe B 3/Pallaswiesenstraße) zu schaffen, wo neu zu entwickelnde Quartiere und wichtige Wissen- schafts- und Arbeitsstandorte anzubinden sind. > Kooperatives betriebliches Mobilitätsmanagement intensivieren Durch Kooperationen mit Betrieben und Unter- nehmen und ein systematisches Mobilitätsma- nagement können die Rahmenbedingungen für Arbeits- und Dienstwege an allen Standorten ver- bessert werden. Auch im Bereich der Nahmobili- tät bzw. des Fuß- und Radverkehrs sind zukunfts- fähige Konzepte für die gute Erreichbarkeit von Arbeitsplatzschwerpunkten zu entwickeln. 83 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadt stärkt Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie > Attraktivität des Umweltverbunds stärken Mobilitätsangebote sind zu stärken, die mit dem privaten Autoverkehr kombinierbar sind oder einen Verzicht auf den eigenen Pkw attraktiv machen. Neben dem Ausbau des Schienennet- zes sind für den Pendlerverkehr der Ausbau des Radschnellwegenetzes und der Mobilitätspunkte, (sichere Abstellmöglichkeiten, Leihangebote und Ladestationen) so zu gestalten, dass der Umweltverbund attraktiver wird → Darmstadts Radoffensive fortsetzen, S. 62. > Verkehrskonflikte reduzieren Das Straßennetz ist so weiterzuentwickeln, dass Gewerbegebiete vor allem durch den Ausbau eines leistungsfähigen ÖPNV erschlos- sen werden und der verbleibende notwendige Autoverkehr eine minimale Beeinträchtigung des innerstädtischen Netzes erreicht. Wirtschafts und Pendlerver kehr sowie Citylogistik nach haltig organisieren Besondere Herausforderungen liegen in Darmstadt darin, den Wirtschaftsverkehr nach- haltig zu gestalten. Eine rege Wirtschaft ist ein Indikator für eine funktionierende, ökonomisch prosperierende Stadt. Gleichwohl führen der steigende Wirtschaftsverkehr und die Abwick- lung zunehmender Kurier und Paketdienst-Ver- kehre in hochfrequentierten Straßenräumen zu vermehrten Konflikten zwischen den Verkehrs- teilnehmenden – oft auf Kosten der Sicherheit von schwächeren Verkehrsteilnehmenden. Um den Anforderungen des verkehrlichen Stadt- wachstums gerecht zu werden, müssen inno- vative und effiziente Lösungen u. a. durch umweltfreundliche und verkehrsarme Citylogis- tik-Konzepte entwickelt werden. Um diese Stra- tegie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Integrierte CitylogistikKonzepte entwickeln Die Verteilung von Waren durch klimafreund- liche Verkehrslösungen bedarf einer engen Kooperation von Einzelhandel und Logis- tikdienstleistungsunternehmen. Hier sind geeignete Gruppen anzusprechen und zusam- menzubringen. Auch „Kleinstflächen“ sind an passenden Standorten planerisch zu sichern, um den Aufbau von innerstädtischen dezen- tralen (Mikro-)Logistik-Zentren und dezen- tralen Verteil-Lagern zu ermöglichen. Die Feinverteilung über Lasten-Pedelecs und Elek- tro-Kleinfahrzeuge ist zu entwickeln. Auch der Wirtschaftsverkehr profitiert von der Mobilitäts- wende durch freie Kapazitäten im Straßennetz. Bei der Neuplanung von Quartieren sind Logis- tik-Anforderungen einzuplanen. QUALITÄTSVOLLE SCHNITTSTELLEN ENTWICKELN SCHIENEN- VERKEHR AUSBAUEN 84 Nr. Maßnahmen Instrumente Prioritäten DARMSTADT STÄRKT WISSENSCHAFT , WIRTSCHAFT UND TECHNOLOGIE JETZT 2030+ 1 Zur gleichberechtigen Teilhabe am Erwerbsleben benachteiligte Gruppen beim Arbeitsmarktzugang unterstützen sowie Qualifizierung und Weiter- bildungsmöglichkeiten fördern F 2 Quartiersbelebende Einzelhandelsstrukturen fördern durch mögliche Koope- rationen untereinander sowie zu Start-ups und Logistikunternehmen F/QP 3 Kooperationen zwischen Wissenschaft/Forschung und Verwaltung, Bür- gerschaft und Projekten fördern, die sich an lokalen Bedarfen orientieren F 4 Vermittlung und Unterstützung von Gründenden bei der Suche nach flexiblen Gewerberäumen und in der Netzwerkbildung F 5 Neue Wissenschafts- und Arbeitsstandorte erschließen und Bereiche um die Kernstadt sowie an strategischen Flächen (Wixhausen Süd-Ost und Arheilgen-West) lokal profilieren F 6 Radialen als „produktive Straßen“ in ihrer urbanen Qualität und als attraktive Standorte für Wissenschaft und Wirtschaft sowie als Aus- hängeschild für eine „grüne Stadt“ entwickeln, u. a. Rheinstraße als „Boulevard des Wissens“ F/QP 7 Einzelhandels- und Zentrenkonzept entsprechend der räumlichen Ziele des Masterplans 2030+ fortschreiben F/QP 8 Möglichkeiten der integrierten Entwicklung von Standorten quartiersver- träglicher Produktion prüfen F/QP 9 Pilotprojekt „Nachhaltiges Gewerbegebiet“ mit Beteiligten vor Ort gemeinsam entwickeln F/QP 10 Bildungsregion Darmstadt & Darmstadt-Dieburg weiterentwickeln und Vernetzung der Bildungsinstitutionen ausbauen F 11 Wissenschaftliche Institutionen als Beteiligte der Quartiersentwicklung einbeziehen und vernetzen, etwa für Themen Energieeffizienz und Klima- anpassung stärken F 12 Wissenschaft und Forschung als integralen Nutzungsbaustein zur Sichtbarmachung der Wissenschaftsstadt am Standort etwa durch Citizen-Science-Projekte einbeziehen F 13 Öffentliche Räume an Schnittstellen von Wissenschaftseinrichtungen und Wohnquartieren als Orte der Begegnung und des Austauschs gestalten F 14 Wissenschaftsquartiere mit klassischer Quartiersinfrastruktur (Nahver- sorgung, Gastronomie, Sport, Temporäres Wohnen) stärken QP 15 Gleichberechtigte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger an Bildungsan- geboten der wissenschaftlichen Einrichtungen fördern DA Maßnahmen zur Umsetzung der Strategien 85 INSTRUMENTE B Formelle Bauleitplanung und Planungsinstrumente FK Freiraumkonzept F Fachplanung DA Folgearbeit Darmstadt 2030+ QP Quartiersplanung MK Mobilitätskonzept 2030+ 16 Öffentlichen Raum in von Gewerbe geprägten Quartieren aufwerten QP/F/B 17 Arbeitsplatzumfeld durch Bepflanzung vor thermischer Belastung schützen QP/F/B 18 Möglichkeiten für die stärkere Mischung von Wissenschaft, Wirtschaft und Wohnen gesamtstädtisch prüfen DA 19 Städtische Liegenschaften als Modellprojekte entwickeln F 20 Überarbeitung der Stadtwirtschaftsstrategie F 21 Management- und Entwicklungsplan für die Mathildenhöhe und den Ost- hang einschließlich eines Parkpflegewerks, Masterplans zur baulichen Entwicklung, Tourismus- sowie Mobilitätskonzepts weiter entwickeln F 22 Realisierung von Räumen für Kunst- und Kulturschaffende sowie Förde- rung bei der Umsetzung/Identifizierung von Potenzialen für Zwischen- nutzungen F 23 Kunst- und Kulturschaffende durch Vernetzungs- und Coachingangebote fördern F 24 Pallaswiesen- und Mornewegviertel als Standort für Kultur- und Kreativ- wirtschaft profilieren QP/F 25 Gestaltungsleitlinie für die Innenstadt erstellen QP/F 26 Investitionen in innerstädtische Plätze und Straßen zur Attraktivitätsstei- gerung der Innenstadt erhöhen F 27 Tourismuskonzept umsetzen und weiterentwickeln F 28 Erreichbarkeit der Arbeitsplatzschwerpunkte durch den Ausbau des ÖPNV- und Mobilitätsangebots im Umweltverbund verbessern F/MK 29 Mobilitätspunkte (S, M, L) entwickeln und mit weiteren Angeboten und Serviceeinrichtungen ergänzen F/MK 30 Innovative Mobilitätskonzepte und Mobilitätsmanagement in Koopera- tion mit wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Institutionen umsetzen F/MK 31 Betriebe und Unternehmen bei der Einführung eines betrieblichen Mobi- litätmanagements aktiv unterstützen F/MK 32 Verteilungskonzept für eine klimafreundliche Citylogistik, in Kooperation mit Einzelhandel und Logistikdienstleistungsunternehmen entwickeln F/MK 33 Aufbau von Mikro-Logistik-Zentren und Feinverteilung über Lasten-Pedelecs und Elektro-Kleinfahrzeuge fördern F/MK 34 Mobilitätspunkt Ost (ÖPNV , P+R, B+R, Sharing-Angebote etc.) als erste Stufe des ÖPNV-Ausbaus in den Ostkreis umsetzen F/MK 86 Wie sehen Darmstadts Quartiere 2030 aus, wenn sie Lebensqualität und Teilhabe sichern? DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE 87 Im Jahr 2030 bieten die Quartiere in Darmstadt durch eine kluge Integration von Bevölkerungs- wachstum, Mobilitätswende, gleichzeitigem Wachstum der Grünstrukturen und sozialen Infra- strukturen eine hohe Lebensqualität. Hier können die Bewohnerinnen und Bewohner ein Zuhause finden, sich nah und zentral versorgen, sich mit Nachbarinnen und Nachbarn sowie Freundinnen und Freunden treffen und in hochwertigen Grün- anlagen ihre Freizeit verbringen. Ehrenamtliches Engagement, Nachbarschaftshilfen sowie Quar- tierstreffpunkte sind etabliert und bilden die Basis für ein lebenswertes Quartier. Kinder, Jugendliche und Erwachsene schätzen die wohnortnahen Mög- lichkeiten der Betreuung und Bildung. Gut ausge- baute multimodale Mobilitätsstationen sind Aus- gangspunkte für eine nachhaltige Mobilitätskultur und Ankerpunkte für verschiedenste Nutzungen. Bestehende und neue Quartiere weisen jeweils ei- gene Identitäten auf. Die Attraktivität wird auch durch hohe Freiraumqualitäten und die Einbindung in das differenzierte Grün- und Freiraumnetzwerk gesteigert. Kennzeichnend für die Quartiere ist zu- dem der hohe Grad an Durchmischung und Viel- falt, sowohl in Bezug auf die dort lebenden Bevöl- kerungsgruppen als auch auf die Nutzungen. 88 LEGENDE → ENTWICKELN Radschnellverbindung Schienengebundener ÖPNV , Haltestellen Potenzialflächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär, perspektivisch) Erlebnisrundweg Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof Verdichtung von Wohnraum Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz GRUNDLAGE Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Entwicklungsachse ÖPNV Waldflächen Quartiersinfrastrukturen Mobilitätsschnittstellen (S, M) Gewässer Durchgrünungsgrad in Quartieren ERHALTEN Stadtgrenze Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Stadtquartiere und Zentrenlagen Nachbargemeinden Neue quartiersbezogene Freiräume Innerstädtische Grünflächen Straßennetz DAQS 2030+ (Darmstadt Qualitätsstandard für Quartiere) umsetzen Als Baustein und Grundlage für die Umset - zung der beschriebenen Prämissen wird ein zukünftiger Darmstädter Quartiersstandard etabliert und mit dem prägnanten Akronym „DAQS 2030+“ benannt. Er definiert stadt - räumliche und funktionale Kriterien und schafft damit Voraussetzungen für ein gutes Leben in Darmstadt. Steht die Abkürzung „QS“ ursprünglich für „Qualitätssicherung“, wird sie hier zum „DAQS“ weiterentwickelt, der für die Darmstädter Quartiere einen hohen Qualitätsstandard in Bezug auf Ausstattung und Anbindung verfolgt. Die Definition von Quartiersstandards erscheint ein geeignetes Instrument zu sein, um eine hohe Lebensqua - lität und Nachhaltigkeit in den unterschiedli - chen Quartieren Darmstadts auf vergleichba - rem Niveau umzusetzen. Der DAQS besteht aus einem Set von Eigen- schafts- und Ausstattungsmerkmalen, die in ortsspezifischer Kombination in den einzelnen Nachbarschaften und Quartieren und somit in der ganzen Stadt gelten. Dennoch bedeutet dies keineswegs, dass überall alles gleich sein soll, im Gegenteil: Ein großer Teil des „Guten Lebens“ besteht darin, über vielfältige Räume mit voneinander unterscheidbaren Identitäten und Rollen zu verfügen. So soll jedes Quar- tier eine eigenständige oder ggf. noch stärker herauszuarbeitende Charakteristik besitzen. Für alle Quartiere geltende Standards treffen u. a. Aussagen zur ÖPNV-Erreichbarkeit, zu Sozial-, Gesundheits- und Bildungseinrichtun- gen, zu Bewegungsmöglichkeiten im Quartier (differenziert nach Räumen für verschiedene Altersgruppen). Dabei sind zudem beispielhafte Zugänge zur Implementierung von weiteren Themen (Barrierefreiheit, Inklusion, Räume für nachbarschaftliches Engagement, neue Mobili- tät, Entsiegelung, Niederschlagswassermanage- ment, Klimaanpassung, regenerative Energie etc.) im Quartier darzustellen. In der Freirau- mentwicklung können Standards ebenfalls als Zielvorgaben beispielsweise mit Blick auf Erreichbarkeitsradien, Flächenvorgaben und Ausstattungsqualitäten dargestellt werden. WEITERSTADT GRÄFENHAUSEN GRIESHEIM PFUNGSTADT MÜHLTAL OBER- RAMSTADT Südbahnhof Eberstadt Hauptbahnhof Ostbahnhof Lichtwiese Nordbahnhof Kranichstein Arheilgen Wixhausen MESSEL DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE ENTWICKELN Potenzial/f_lächen für neue Wohn- und Mischquartiere (prioritär und perspektivisch) Verdichtung von Wohnraum Nach DAQS 2030+: Versorgungs- und Aufenthaltsqualität in Stadtteilzentren Quartiersinfrastrukturen Durchgrünungsgrad in Quartieren Aufenthalts- und Klimaqualität von quartiersbezogenen Freiräumen Neue quartiersbezogene Freiräume Radschnellverbindung Erlebnisrundweg Lückenschluss schienengebundenes ÖPNV-Netz Entwicklungsachse ÖPNV Mobilitätsschnittstellen (S, M) ERHALTEN Stadtquartiere und Zentrenlagen Innerstädtische Grün/f_lächen Schienengebundener ÖPNV, Haltestellen Schienengebundener Regional- und Fernverkehr, Bahnhof GRUNDLAGE Wald/f_lächen Gewässer Stadtgrenze Nachbargemeinden Straßennetz WEITERSTADT GRÄFENHAUSEN GRIESHEIM PFUNGSTADT MÜHLTAL OBER- RAMSTADT Südbahnhof Eberstadt Hauptbahnhof Ostbahnhof Lichtwiese Nordbahnhof Kranichstein Arheilgen Wixhausen MESSEL 90 Der DAQS 2030+ bedeutet auch Verantwortung der Gemeinschaft. Die Bevölkerung ist an der quartiersspezifischen Aufstellung der Standards und der Gestaltung der Quartiere zu beteiligen. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > DAQS 2030+ für die Quartiere aufstellen Auf Grundlage von fachplanerischen Analysen und der Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner werden sukzessive quartiersspe - zifische Standards identifiziert und daraus prioritäre Entwicklungsziele abgeleitet. Quar - tiere mit besonderem Handlungsbedarf sind ebenso bevorzugt zu entwickeln wie urbane Gewerbe- und vernetzte Wissensquartiere. Beispielhaft sind hier die umfassenden Erfah - rungen in der Gemeinwesenarbeit oder bei der Umsetzung des Förderprogramms „Soziale Stadt“ zu erwähnen. Zu den Parametern des „DAQS 2030+“ gehören: Charakteristik und Identität, Ankerpunkte, Mobilität, Freiräume, Infrastruktur sowie Klima und Energie. Mithilfe von Ausstattungs- und Erreichbarkeitsanalysen wird der Ist-Zustand der Quartiere bezüglich dieser sechs Parameter eingeschätzt: Wie gut sind die Quartiere heute schon? Was fehlt wo? So können die einzelnen Merkmale des DAQS 2030+ raumkonkret untersucht und sukzes - sive spezifische Aussagen getroffen werden. Quartierszentren stärken und zu neuen Ankern im Quartier gestalten Die Entwicklung und Förderung starker und attraktiver Zentren in den Stadt- und Ortsteilen ist ein zentraler Baustein der Stadtentwicklung in Darmstadt. Die Sicherung und Entwicklung zukunftsfähiger Angebotsstrukturen für die Nahversorgung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Eventuell zukünftig eintretende Funkti- onsverluste durch eine abnehmende Bedeutung des Einzelhandels gegenüber einer stärkeren Bedeutung des Online-Handels gilt es, durch die integrierte Entwicklung zusätzlicher Funktionen zu kompensieren. Dabei fällt das Augenmerk auf neue Bedürfnisse, etwa im Bereich Bildung, Arbeit, Gesundheitsvorsorge, Pflege oder Betreu- ung sowie in Bezug auf den Umstieg vom öffent- lichen Nahverkehr in den Langsamverkehr oder durch Sharing-Modelle. Diese neuen Aufgaben benötigen Flächen und Räume. Insbesondere straßenseitige Erdgeschosslagen sind als mögli- che Optionsräume zu sichern. Quartierszentren sind in Zukunft so umzugestal- ten und zu fördern, dass neue Angebote geschaf- fen werden können. Sie werden entwickelt, um eine vielfältige wohnortnahe Versorgung sicher- zustellen und eine Vielzahl von Angeboten mitei- nander zu verbinden: soziale Angebote, Nahver- sorgung, Quartierstreffpunkte und Arbeitsräume. DAQS ALS PARAMETER FÜR QUARTIERSENT- WICKLUNG EINFÜHREN 91 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadts Quartiere sichern Lebensqualität und Teilhabe Im Zuge der angestrebten Verkehrswende sind auch Mobilitätsangebote zu schaffen, die es den Bewohnerinnen und Bewohnern ermöglichen, innerhalb von fünf Gehminuten ÖPNV-, Fahr- rad- oder Carsharing-Stationen zu erreichen und über Pooling die unterschiedlichen Mobilitätsan- gebote zu nutzen. Um diese Strategie umzuset- zen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Gute Versorgung im Quartier sichern Den zukünftigen Anforderungen an wohnort- nahe Versorgung werden die Quartierszentren ihrem Umfeld entsprechend weiterentwickelt und ergänzt. Es wird sichergestellt, dass robuste und anpassungsfähige Infrastrukturen, auch für die Bedarfe einer älter werdenden Gesell- schaft, gefördert werden. Auf Grundlage des Zentrenkonzeptes sowie der Qualifizierung des DAQS 2030+ der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden Ankerpunkte verschiedener Größen und Angebote entwickelt, von kleineren Ankerpunk- ten – z. B. ein Nachbarschaftstreffpunkt bis zu gesamtstädtischen Zentren wie dem Luisenplatz, der für die Gesamtstadt von Bedeutung ist. In unterschiedlichen Formaten verbinden die Zent- ren diverse Angebote miteinander. Prioritäten in der Stärkung von Zentren sind dort zu setzen, wo ein starkes Wachstum zu erwarten ist. > Öffentliche Räume attraktiv gestalten Öffentliche Räume in den Quartierszentren müs- sen im Alltag sicher und gut funktionieren und daher auch sinnvoll gestaltet sein. Sie bilden darüber hinaus den „Kitt“, der wichtige Nutzun- gen zusammenhält, sind Ort für Begegnung im Quartier und tragen mit ihrer Gestaltung einen wichtigen Teil der lokalen Identität bei. Die öffentlichen Räume der Quartierszentren sind deshalb mit hoher Aufenthaltsqualität und geeig- neten Grünstrukturen zu entwickeln, um die Funktion als räumliche und soziale Treffpunkte von Nachbarschaften und Quartieren zu sichern. Priorität ist hier auf den Fuß- und Radverkehr sowie auf gute Umstiegsmöglichkeiten in den öffentlichen Nahverkehr zu legen. Frei und Grünflächen in Quartieren aufwerten Darmstadt verfügt über zahlreiche öffentliche und private Grünflächen, Gärten sowie Wasserflä- chen, deren gesamtstädtische Verteilung jedoch ungleichmäßig ist. Ziel ist daher, eine wohnort- nahe, gute Versorgung mit Frei- und Grünflächen und ggf. auch Wasserflächen zu gewährleisten. Insbesondere im westlichen Stadtgebiet sind öffentliche Freiräume dahingehend zu stärken. ÖFFENTLICHE RÄUME ATTRAKTIV GESTALTEN QUARTIERSZENTREN MIT SOZIALEN INFRASTRUKTUREN UND ANGEBOTEN STÄRKEN MULTIMODALITÄT ÜBER ZENTRALE VERKNÜPFUNGS- UND UMSTIEGSPUNKTE FÖRDERN 92 Die Quartiere werden dazu in ein differen- ziertes Freiraumnetz eingebettet, welches als wichtige Ergänzung des grünen Bandes entwi- ckelt wird → Grüne Infrastrukturen verdichten und vernetzen, S. 50. Ein besonderer Fokus muss dabei auf der Innenstadt, auf dicht bebauten Quartieren, Gebieten mit sozioöko- nomisch benachteiligten Bevölkerungsteilen sowie auf neuen Quartieren liegen. Vor allem in diesen Vierteln ist die Stärkung „grüner“ Qualitäten (etwa in Form begrünter Dächer), die Entwicklung neuer Freiflächen zu Naherho- lungszwecken, als Retentionsraum bei Starkre- genereignissen und für eine Verbesserung des Stadtklimas zu prüfen. In der Gestaltung sind Anforderungen durch zunehmende Extremwet- terlagen zu berücksichtigen. Attraktive und robust gestaltete Freiräume spielen dazu eine wichtige Rolle als Räume der Identifikation im Quartier. Im Sinne einer integ- rierten Entwicklung von Grünräumen und Nah- verkehrslösungen werden quartiersbezogene Nahverkehrswege entsprechend den räumlichen Entwicklungsperspektiven angepasst. Bei der Aufwertung bisher wenig beachteter Restflächen durch intensivere Begrünung wird die Bevölkerung einbezogen. Die Arbeit zahlrei- cher zivilgesellschaftlicher Initiativen trägt auf vielfältige Weise zur Aufwertung quartiersbezo - gener Frei- und Grünflächen bei. Diese Ansätze gilt es, weiter zu stärken und einzubinden. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Klimafunktion von Quartiersgrün in Wohn und Gewerbequartieren entwickeln Grün-, Frei- und Wasserflächen in den Quartie - ren werden angesichts einer stärkeren Belas - tung durch Folgen des Klimawandels gesichert und ausgebaut. Zukünftig soll in stärkerem Maße gewährleistet werden, dass negative Auswirkungen urbaner Hitze reduziert werden, etwa durch Bäume, Vegetation, Wasserflächen und entsiegelte bzw. bepflanzte Böden. Gerade im Bestand leisten Maßnahmen wie Dach- und Fassadenbegrünun- gen, Pflanzgebote, Flächenentsiegelung und eine enge Vernetzung auch kleinerer Grünf- lächen einen wichtigen Beitrag zur Flächen- aufwertung – Aufenthaltsqualität, Mikroklima und Niederschlagswasserbewirtschaftung sind entsprechend zu fördern → Nutzung, Bereit stellung und Unterhalt von Freiflächen organi sieren, S. 54. In neue Bebauungspläne sollen Begrünungsmaßnahmen verbindlich einfließen. AUFENTHALTSQUALITÄT UND MIKROKLIMA MIT REGENWASSERMANAGE- MENT STEIGERN INTEGRIERTE QUARTIERSVERBIN- DUNGEN STÄRKEN GRÜN-, FREI- UND WASSERFLÄCHEN IN DEN QUARTIEREN SICHERN DURCHGRÜNUNG IN DEN QUARTIEREN STÄRKEN 93 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadts Quartiere sichern Lebensqualität und Teilhabe > Integrierte Quartiers verbindungen stärken Die Verbindung der Stadtquartiere durch attraktive Nahmobilitätswege wird gemeinsam mit der grünräumlichen Vernetzung gedacht und sukzessive umgesetzt. Quartiere, insbe- sondere schlecht angebundene, werden durch barrierefreie Fuß- und Radverkehrswege an wichtige Zielpunkte wie soziale Infrastrukturen und an die Kernstadt angeschlossen und nach Möglichkeit mit Baumpflanzungen entwickelt. Hochwertige Bildungsinfra strukturen in den Quartieren bereitstellen Die Vernetzung schulischer und außerschuli- scher Bildungsangebote im Quartierskontext ist auch für Darmstadt ein wichtiges Thema. Deshalb gilt es, Infrastrukturen und Angebote zu fördern, die die übergreifende Bildungsar- beit und neue pädagogische Arbeitsformen ermöglichen, z. B. Ganztagsangebote, Lernen in der digitalen Welt sowie die Öffnung für außerschulische Veranstaltungen. Vor allem Kindertagesstätten und Schulen sollen befähigt werden, sich zu Zentren für lokale Bildungs- und Wissensnetzwerke zu entwickeln. Bildungsinfrastrukturen und -angebote werden altersgerecht und diversitätssensibel ausgebaut. Die bestehenden Kooperationen von den Bil- dungsanbietenden, etwa von Kindertageseinrich- tungen und Schulen zur Begleitung der Kinder im Bildungsübergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule oder von der Grundschule in die weiterführende Schule, sowie die Vernetzung und Kooperation von Schule, Kindertageseinrich- tungen und anderen Institutionen und Vereinen sind hierbei zu fördern und auszubauen. Auch die Expertise in den Bereichen „Bildung“ und „interkulturelle Öffnung“ von Selbstorga- nisationen der Migrantinnen und Migranten ist – besonders bei den Bildungsübergängen – nach- haltig einzubeziehen. Die Qualität unterstützen- der Strukturen wie Schulsozialarbeit im Sozi- alraum ist zu sichern und weiterzuentwickeln. Analog sind auch Übergänge von der Schule in den Beruf oder an die Hochschule weiterhin zu begleiten. Durch mehr Transparenz über Mög- lichkeiten der Weiterbildung und das Erlangen von Abschlüssen sowie ein ausgewogenes Ange- bot ebnen Bildungseinrichtungen den Weg in den Arbeitsmarkt. Unterstützend kann hier zukünftig der „Digitale Bildungswegweiser“ wirken. Auch Orte der außerschulischen Bildung wer- den zukünftig durch die Vernetzung untereinan- der und durch die Vernetzung mit dem Lernort Schule als einer der zentralen Quartiersorte weiter gestärkt. Kulturelle Einrichtungen, Bib- liotheken, Jugend- und Familienzentren, Quar- tierswerkstätten sowie Spiel- und Sportplätze sind ebenfalls Lernorte und daher wichtige Anlaufpunkte einer sich stets weiterbildenden Stadtgesellschaft. Besonders in von Migration geprägten Quartieren sind diese Einrichtungen sowie öffentliche Räume zu stärken. In neuen Nachbarschaften sind entsprechende Struktu- ren mit Vorrang zu planen. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Bildungsinfrastrukturen ausbauen Durch den sukzessiven Ausbau von Betreu - ungs- und Bildungsinfrastrukturen für unter - schiedliche Altersgruppen (Krippe, Kinder - garten, Grundschule) werden zum einen angesichts des Bevölkerungswachstums und zum anderen hinsichtlich bestehender und künftiger Rechtsansprüche auf einen Betreu - ungsplatz auch in der Zukunft hochwertige Bildungsvoraussetzungen sichergestellt. 94 Basis einer zeitgerechten Bereitstellung von Bildungsinfrastrukturen ist eine organisatorisch institutionalisierte Infrastrukturplanung, die sowohl mit den Fachämtern als auch mit dem datenbasierten Bildungsmonitoring vernetzt ist. Der notwendige Ausbau basiert auf den Flächenanforderungen gemäß der kommunalen Kindertagesstätten-Versorgungsplanung und den Darmstädter Qualitätsstandards → DAQS 2030+, S. 88 und fokussiert sich auf die bis dato unterdurchschnittlich versorgten Planungs- räume sowie neuen Wohnquartiere. > Bildungsräume zukunftsgerecht entwickeln Sanierungsbedürftige Schulbauten, Kinder - tagesstätten und Kinder- und Jugendzentren werden bedarfsgerecht instand gesetzt und erweitert. Umbauten und Erweiterungen sind so zu gestalten, dass ganztägig multi - funktionale Raumstrukturen entstehen. Die Sanierungen berücksichtigen zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen und die Schulentwicklungsplanung – pädagogisch wie räumlich. Berufliche Schulzentren sind als Orte lebenslangen Lernens auszubauen und zu qualifizieren. Zusätzlich wird die Identifikation und Entwicklung neuer Standorte für weitere Bildungsinfrastrukturen verfolgt. > Bildungsmanagement und Bildungsmonitoring weiterentwickeln Die datenbasierte Betrachtung der Bildungsland- schaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist eine wichtige Voraussetzung für die valide Identifika- tion von Handlungsbedarfen und Steuerungsmög- lichkeiten. Die Bearbeitung der Handlungsfelder erfolgt dabei von den Lernenden aus gedacht und endet nicht an Ämter-, Institutions- oder Zustän- digkeitsgrenzen, nimmt entsprechend insbeson- dere Bildungsübergänge in den Blick. Neben der formalen Bildung spielen auch non-formale und informelle Bildungsgelegen - heiten eine Rolle. Bürgerinnen und Bürger profitieren von besseren Zugängen zu Bildung und damit Teilhabemöglichkeiten am gesell - schaftlichen Leben gleichermaßen wie Bil - dungsanbietende. > Außerschulische Bildungsräume stärken Bildungsangebote und Orte der Kinder- und Jugendarbeit werden gestärkt und für alle jungen Menschen zugänglich, attraktiv und effektiv nutzbar. Spielflächen in Darmstadt werden nachhaltig entwickelt, fachgerecht unterhalten und in ihren Funktionen vollum - fänglich nutzbar gemacht. > Sportstätten als Lernorte sichern Angebot an Bewegungsräumen und -flächen für Quartiere definieren und ausweisen. BILDUNGSINFRA- STRUKTUREN SANIEREN UND AUSBAUEN GANZTAGS- ANGEBOTE STÄRKEN SPORTSTÄTTEN UND AUSSERSCHULISCHE BILDUNGSRÄUME SICHERN 95 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadts Quartiere sichern Lebensqualität und Teilhabe Gemischte Sozialstrukturen und Teilhabe fördern Gemischte Sozialstrukturen werden als wich - tiger Faktor betrachtet, um zu einem räumlich und sozial engeren Miteinander von Personen unterschiedlicher sozioökonomischer Lagen beizutragen. Unter gemischten Sozialstruk - turen in Quartieren versteht man das Zusam - menleben von unterschiedlichen sozialen Gruppen in einem nahräumlichen, alltagsrele - vanten Kontext. Die räumliche Nähe zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen fördert auch ihre soziale Interaktion und wirkt somit der Segregation entgegen. Soziale Inte - gration, Gemeinsinn und das Miteinander von mehreren Generationen sind wichtig für den sozialen Frieden in Wohnquartieren, für die nachbarschaftliche Kommunikation und das Engagement in der Gemeinschaft. Hierbei ist auch die Berücksichtigung demo - grafischer Aspekte im Quartier zwingend notwendig. Dazu werden die Belange von neu hinzugezogenen Darmstädterinnen und Darm - städtern ebenso beachtet wie von temporär hier Wohnenden, etwa internationale For - schende und Studierende, und gemeinsame Schnittstellen gestärkt, um die Herausbildung von parallelen Lebenswelten zu reduzieren. Darmstadt pflegt eine ausgeprägte Willkom - mens- und Anerkennungskultur, die sich in einer Grundhaltung der Wertschätzung, Offen - heit und Akzeptanz gegenüber neu zugewan - derten sowie bereits hier lebenden Migrantin - nen und Migranten äußert. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Quartiere gezielt mit Städtebauförderung entwickeln Auch weiterhin wird sich Darmstadt an der Städte bauförderung beteiligen, um mit För- dermitteln Quartiere aufzuwerten und in den entsprechenden Gebieten Plattformen des Austauschs zwischen den unterschiedlichen Pla- nungsverantwortlichen, Akteurinnen und Akteu- ren, Grundstückseigentumsparteien, Bevölke- rung, Kindern und Jugendlichen zu etablieren. SOZIAL GEMISCHTE QUARTIERE FÖRDERN ORTE FÜR NACHBARSCHAFTEN STÄRKEN DIALOGE MIT DER BEVÖLKERUNG WEITERFÜHREN 96 > Dialoge mit und von der Bevölkerung fördern Die bereits seit Jahren praktizierte und erfolg - reiche Beteiligung in stadtteilbezogenen und gesamtstädtischen Beteiligungsprozessen sowie Internetangeboten wird fortgeführt. Gelungene Formate wie der Bürgerhaushalt oder die Stadtteilrunden und -foren werden ebenfalls weitergeführt. Um die Stadtgesell - schaft besser abbilden zu können, sollen zukünftig verstärkt bislang unterrepräsen - tierte Gruppen angesprochen und Koopera - tionen zum Thema intensiviert werden. Der Grundsatz der inklusiven Bürgerbeteiligung soll gestärkt werden. > Nachbarschaftliche Strukturen stärken Darmstadt setzt auf die Stärkung der Netz - werkarbeit in institutionellen Quartiersankern wie Quartierswerkstätten, Nachbarschafts- und Familienzentren. Die Teilhabe aller Bevöl - kerungsgruppen an den Regelangeboten wird durch gezielten Abbau von Zugangsbarrieren gefördert. Zielgruppenspezifische Angebote z. B. auf der Grundlage von Alter, Geschlecht oder Herkunft werden – falls notwendig – gefördert. Sie haben stets zum Ziel, die Teil - habe an den Regelangeboten zu ermöglichen und vorzubereiten. Neben öffentlichen, kom - munalen Einrichtungen werden dabei ebenso Angebote in freier Trägerschaft unterstützt, die einen wichtigen Beitrag zum Zusammen - leben im Quartier sicherstellen, wie beispiels - weise die Gemeinwesenarbeit als Instrument gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Der weitere Ausbau ehrenamtlicher Strukturen im Quartier, die Förderung von gemeinschaftli - chem Engagement sowie die Vernetzung von Einrichtungen vor Ort wie Wohn- und Pflege - einrichtungen, Initiativen und sozialen Ange - boten werden zusätzlich fortgesetzt. Soziale Heterogenität und preisgünstiges Wohnen ermöglichen In der wachsenden Stadt Darmstadt kommt es darauf an, preisgünstigen Wohnraum aus - gewogen mit Wohnungen anderer Marktseg - mente zu schaffen. Angesichts einer großen Dynamik am Immobilienmarkt müssen alle beteiligten Akteurinnen und Akteure für die Schaffung der angestrebten Infrastruktur- und Qualitätsverbesserungen sowie die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in die Pflicht genom - men werden. Dadurch werden nicht nur die jeweiligen Projekte werthaltiger, auch die umliegenden Stadtquartiere können davon profitieren. Neue Quartiere und Wohnstand - orte sollen für gemischte Bewohnergruppen zugänglich sein und vielfältige Belegungs - strukturen ermöglichen. EXPERIMENTELLE WOHNFORMEN FÖRDERN GÜNSTIGEN WOHNRAUM SICHERN FLEXIBLE WOHNTYPEN UMSETZEN 97 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadts Quartiere sichern Lebensqualität und Teilhabe Wichtig bei der Entwicklung sozial ausgewo - gener, inklusiver Quartiere sind Möglichkeiten der Beteiligung und Mitwirkung genauso wie Angebote zur Selbstverantwortung und Förde - rung des Gemeinwesens. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Preisgünstigen barrierefreien Wohnraum sichern Angesichts des hohen Mietpreisniveaus im Ballungsraum sind mehr und mehr Haushalte auf Wohnungen im unteren Preissegment angewiesen und haben oft auch Anspruch auf (ergänzende) Sozialleistungen (Wohngeld, Arbeitslosengeld I und II, Grundsicherung, Kinderzuschlag). Um weiterhin gemischte Quartiere zu sichern, muss preisgünstiger Wohnraum sichergestellt werden, der die Höchstgrenzen nach SGB II und SGB XII nicht überschreitet. Bei der Schaffung von neuem Planungsrecht sowie bei der Vergabe und dem Verkauf städtischer Grundstücke, die einer Wohnnutzung zugeführt werden sollen, sind ent- sprechend gültiger Beschlüsse die Quoten für sozial geförderten Mietwohnungsbau für Haus- halte mit geringen und mittleren Einkommen zu sichern. Derzeit sind mindestens 25 Prozent der Bruttogeschossfläche Wohnen für Haushalte mit geringen Einkommen sowie zusätzlich min- destens 20 Prozent der Bruttogeschossfläche Wohnen für Haushalte mit mittleren Einkommen zu errichten.24 Der genaue Wohnungsmix ist mit dem Amt für Wohnungswesen in Anlehnung an die städtische Förderrichtlinie abzustimmen. Für städtische Grundstücke gilt darüber hinaus, dass bis zu 10 Prozent der Bruttogeschoss- fläche Wohnen für Sonderwohnformen (z. B. Wohnprojekte von Genossenschaften, Bau- und 24 Vgl. Sicherung des sozial geförderten Wohnungs- baus/Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 02.03.2017 Wohngruppen, altengerechtes oder betreutes Wohnen) gesichert werden.25 Darüber hinaus ist die Barrierefreiheit von Wohnungen im sozial geförderten wie im freien Wohnungsbau anzu- streben, um älteren Menschen den Verbleib im Quartier zu ermöglichen. Das wohnungspolitische Konzept der Wissen- schaftsstadt Darmstadt mit seinem umfas- senden Instrumentenportfolio zeigt zahlreiche Maßnahmen und Möglichkeiten auf, wie die Schaffung von gefördertem und freifinanziertem Wohnraum in Darmstadt vorangebracht werden und wie das politische Ziel, bezahlbaren Wohn- raum zu schaffen, umgesetzt werden kann.26 > Auf vielfältige Trägerschaft setzen Um vielfältigen – vor allem auch preisgünstigen – Wohnraum zu schaffen, gilt es, mit einer brei- ten Palette an Trägern zusammenzuarbeiten: mit Genossenschaften, der stadteigenen Woh- nungsbaugesellschaft, aber auch mit privaten Investoren. Bei der Entwicklung neuer Quartiere sind neue Formen und Modelle der Zusammen- arbeit zu berücksichtigen. Eine kommunale Koordinierungsstelle für gemeinschaftliches Wohnen soll die Unterstützung von sogenannten Sonderwohnformen, wie z. B. gemeinschaftliche Wohnprojekte oder genossenschaftliches Woh- nen, sicherstellen. Das qualitätssichernde Inst- rumentarium ist groß und hinreichend erprobt: städtebauliche Verträge, Konzeptvergaben bei öffentlichen Grundstücksausschreibungen, Architekturwettbewerbe. 25 Vgl. Grundsätze zur „sozialgerechten Bodennutzung in Darmstadt“ (SoBoDA)/Beschluss der Stadtverordnetenver- sammlung vom 29.08.2019 26 Vgl. Wohnungspolitisches Konzept der Wissenschafts- stadt Darmstadt – Instrumentenportfolio/Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 29.08.2019 98 > Vielfältige Wohntypen bauen Wohnungstypen sollen so flexibel gestaltet sein, dass sie an sich wandelnde Formen des Zusammenlebens angepasst werden können. In ausgewählten Quartieren könnten konkret neue und experimentelle Wohnformen getestet werden. So könnten beispielsweise auf der Lichtwiese gemeinsam mit der TU Darmstadt und dem Studierendenwerk studentische Wohnnutzungen ausprobiert werden. > Flächenschonende Wohnformen fördern Die Stadt Darmstadt wird für einen Wertewan- del zugunsten geringerer Wohnflächenansprü- che werben und entsprechende Kommunikati- onsstrategien und Modellprojekte fördern. Um Flächen sparsam und effizient zu nutzen, ist darauf hinzuwirken, den Wohnflächenkonsum der Darmstädterinnen und Darmstädter sozial verträglich zu reduzieren und Möglichkeiten zu entwickeln, wie Wohnungstausch oder Umzüge in kleinere Wohnungen attraktiv gestaltet wer- den können. Modellprojekte für Wohnen in klei- nen individuellen Wohnungen und mit attrakti- ven Gemeinschaftsflächen sind zu fördern. Fußverkehr als Basis für Nahmobilität in den Quartieren stärken Die gezielte Förderung der Nahmobilität in den Quartieren ist ein entscheidender Schritt Rich- tung Mobilitätswende. Dies umfasst zum einen die bedarfsgerechte Ergänzung wohnungsnaher Versorgungs- und Dienstleistungsinfrastruktu- ren, durch die Wege kürzer und damit der Fuß- verkehr und das Radfahren attraktiver werden. Zum anderen werden physische und psychische Barrieren durch eine bessere städtebauliche Integration der Straßenräume, etwa durch Begrünung, optimierte Querungsmöglichkeiten, Reduzierung von Fahrspuren, Verminderung des ruhenden Verkehrs, Ausbau von Mobilitäts- stationen, bessere Gestaltung von Radverkehrs- infrastrukturen usw. abgebaut. Straßenräume werden so wieder stärker als Frei- und Aufent- haltsräume qualifiziert und damit Räume zur Begegnung. Die Verknüpfung der Quartiere untereinander muss für alle Bevölkerungs- gruppen zu Fuß attraktiv sein. Nur so kann der Verinselung von Spiel- und Lebensräumen entgegengewirkt werden. RADWEGE WEITERBAUEN WOHNUNGSNAHE VERSORGUNGS- UND DIENSTLEISTUNGS- INFRASTRUKTUREN GEWÄHRLEISTEN NAHMOBILITÄT FÖRDERN WENIGER PARKEN IN DEN STRASSENRÄUMEN 99 Masterplan DA 2030+ IV – Was, Wo und Wie – Handlungsfelder Darmstadts Quartiere sichern Lebensqualität und Teilhabe Ein Schlüssel zur Qualifizierung der Stra- ßenräume ist die Verlagerung eines Teils des Parkens aus dem öffentlichen in den privaten Raum sowie ein konsequentes Parkraumma- nagement. Mehr Stadtqualität in den Quar- tieren erfordert weniger Parken in den Stra- ßenräumen! Dies gilt für den Bestand wie für neue Quartiere → Verkehrsräume neu denken – mehr Flächengerechtigkeit realisieren S. 61. Vor allem Kinder und ältere Menschen mit ihrem hohen Nahraumbezug können durch eine konsequente Förderung der Nahmobilität in ihrer eigenständigen Mobilität unterstützt werden. Mit diesem Ziel ist die barrierefreie Umgestaltung des Straßenraums im Sinne eines „universellen Designs“ – einer Gestaltung für alle – anzustreben und etwa bei der Ergän- zung von Sitzmöglichkeiten oder Auswahl von Belägen zu berücksichtigen. Um diese Strategie umzusetzen, wird Darmstadt besonders in den folgenden Bereichen aktiv: > Sicheren und barrierefreien Straßenraum schaffen Maßnahmen mit dem Ziel, den Straßenraum für alle Verkehrsteilnehmenden, insbesondere den zu Fußgehenden, sicher und zugänglich zu gestalten, werden konzeptionell erarbeitet und umgesetzt. Auch der Aus- und Weiterbau von Radwegen und Straßenkreuzungen unter dem Aspekt der (Rad-)Sicherheit ist vor allem aus dem Blickwinkel von schwächeren Verkehrsteil- nehmenden (wie Kinder, unsicher Radfahrende, ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen) zu entwickeln. Denkbar ist der Fokus auf ausge- wählte Quartiere zum Test innovativer Ansätze. Dazu sind auch Aktionen mit Schulen, organi- siert vom kommunalen Mobilitätsmanagement in Kooperation mit weiteren Akteurinnen und Akteuren (z. B. Netzwerk Schule und Mobilität, Krankenkassen etc.) zu unterstützen. 100 Nr. Maßnahmen Instrumente Prioritäten DARMSTADTS QUARTIERE SICHERN LEBENSQUALITÄT UND TEILHABE JETZT 2030+ 1 DAQS 2030+ als Leitlinie zur Entwicklung der jeweiligen Darmstädter Quartiere (etwa zur städtebaulichen Nutzungsmischung, Entwicklung von Mobilitätspunkten mit zusätzlichen Nutzungen und Freiräumen) unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern qualifizieren DA 1a Gesamtstädtische Standards für Quartiersentwicklung erarbeiten/ Min- destausstattung mit gewissen Angeboten von optionaler und lokal-spezi- fischer Ausstattung unterscheiden DA 1b Mindestausstattung an Raumressourcen im Quartier, Stadtteil, Gesamtstadt definieren, Qualitätsstandards bzw. -kriterien für Quar- tierszentren entwickeln DA 1c Schwellenwerte zur Implementierung bestimmter Infrastruktur/Ange- bote entwickeln und festlegen (z. B. neue GWA/Gemeinschaftsräume in Siedlungen mit besonders hohem Förderbedarf sowie in (neuen) Quar- tieren mit einer Mindestanzahl an gefördertem Wohnraum) DA 2 Angebot an attraktiven (nicht kommerziellen, entgeltfreien) Aufenthalts- räumen in Quartierszentren sichern QP/F 3 Qualität der Quartiersmitten in ihrer Versorgungs- und Vernetzungsfunktion durch die Aufwertung der Freiräume und Nutzungsanreicherung stärken QP/F 4 Attraktivität der öffentlichen Räume und Plätze steigern, insbesondere unter den Aspekten der Barrierefreiheit und Inklusion sowie der Begrü- nung (Beschattung, Verbesserung Stadtklima) F/MK 5 Quartiersmitten qualifizieren, u. a. unter Sicherung von Flächen für den Ausbau pflegerischer Versorgungsstrukturen (unter Beachtung der Pflegebedarfsplanung) F 6 Flächenpotenziale zur Nachbegrünung identifizieren F zu FK 7 Konzept zur Erneuerung und Qualifizierung vorhandener (quartiersbezo- gener) Grünanlagen erstellen F zu FK 8 Konzept zur Straßenraumbegrünung in unterversorgten Gebieten (einschließlich der Ortsteile) entwickeln F 9 Begrünung und Beschattung der Einkaufsstraßen, Quartiersmitten, Fuß- und Radwegverbindungen sowie Spielflächen fördern F 10 Betreuungs- und Bildungsinfrastrukturen für verschiedene Altersgruppen ausbauen, sanieren und zukunftsgerecht ausstatten, insbesondere unter dem Aspekt der Barrierefreiheit QP/F/B 11 Spielplatzkonzept (inkl. systematische Erfassung der Spielplätze und Bewertung deren Funktionalität und Zustand unter Beachtung der inklu- siven Spielgeräte, Benennung von Sanierungs- und Ausbaubedarfen, Definition von Umsetzungsstufen und -prioritäten) unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen erarbeiten F zu FK Maßnahmen zur Umsetzung der Strategien 101 INSTRUMENTE B Formelle Bauleitplanung und Planungsinstrumente FK Freiraumkonzept F Fachplanung DA Folgearbeit Darmstadt 2030+ QP Quartiersplanung MK Mobilitätskonzept 2030+ 12 Konzept Freitreffpunkte und Bewegungsflächen für junge Menschen (inkl. systematischer Erfassung bestehender Orte, Definition der Ausstattung, Ableitung einer Sanierungs- und Ausbauplanung) unter Einbezug der spezifischen Zielgruppen erstellen F 13 Konzept für zukunftsorientierte Sport- und Sportstättenentwicklung aufbauend auf einem Sportflächenkataster erarbeiten F 14 Identifikation und Entwicklung neuer Standorte für zusätzliche Bildungs- infrastruktur F 15 Quartiersstrukturen durch gezielte Förderprogramme nachhaltig entwi- ckeln und stärken QP 16 Kommunikation mit Bevölkerung in statteilbezogenen und gesamt- städtischen Beteiligungsprozessen und Online-Dialog fortführen und ausbauen DA 17 Verstärkte Ansprache und aufsuchende Ansätze, um unterschiedliche, insbesondere bislang unterrepräsentierte Zielgruppen und deren Inter- essen in Beteiligungsprozessen besser einbinden zu können DA 18 Vereine und freie Institutionen beim Abbau von Zugangsbarrieren durch Förderung von interkultureller Öffnung unterstützen DA 19 Inklusive Angebote für alle Altersgruppen weiter ausbauen F 20 Sozialmonitoring weiterentwickeln F 21 Gemeinwesenarbeit weiter verstetigen und ausbauen F 22 Alternative Wohnformen unterstützen F 23 Wohnungstauschbörse zur Vermittlung von Wohnungsanbietenden und -suchenden einrichten DA 24 Sicherheitscheck im Straßenraum auch hinsichtlich der subjektiven Unsicherheit durchführen und Lösungen für ein sicheres Gefühl aller Ver- kehrsteilnehmenden (insbesondere auch der schwächeren) entwickeln F/MK 25 Mitmachaktionen wie „Platz da! Kinder werden aktiv“, „So wünschen wir uns unsere Straße“ an Darmstädter Grundschulen und weiter- führenden Schulen unterstützen – Bestandteil des schulischen Mobilitätsmanagements F 26 Aktionstage in Stadtquartieren (Beispiel Lincoln-Siedlung) für die gesamte Bevölkerung zur Sensibilisierung und Unterstützung eines geänderten Mobilitätsverhaltens veranstalten F 27 Verlagerung von Parkverkehr auf private Flächen in Parkhäuser und Sammelgaragen F 103 V – SCHLÜSSEL- RÄUME FÜR DIE ZUKUNFT VON DARMSTADT DIE SCHLÜSSELRÄUME DES MASTERPLANS DA 2030+ SCHLAGEN EINE BRÜCKE ZWISCHEN DER GESAMTSTÄDTISCHEN STRATEGISCHEN AUSRICHTUNG DES MASTERPLANS DA 2030+ UND SEINER KONKRETEN UMSETZUNG IM STADTGEBIET DARMSTADTS. 105 Masterplan DA 2030+ V – Schlüsselräume für die Zukunft von Darmstadt Die Strategien und Handlungsfelder des Mas- terplans DA 2030+ haben einen gesamtstädti- schen Anspruch. Die Umsetzung der einzelnen Strategien bezieht sich auf ganz Darmstadt – auf Siedlungs- und Freiräume. In Zukunft soll der von den Stadtverordneten beschlossene Masterplan DA 2030+ nicht nur als Dialogpro- zess fortgeführt werden, sondern zunehmend eine räumliche Wirkung in den Stadtteilen und Quartieren entfalten. Deshalb wurden Räume identifiziert, in denen sich die Entwicklungspo- tenziale bezogen auf die drei Handlungsfelder konzentrieren und in denen ein besonderer planerischer Handlungsbedarf besteht. Hier sollen in den kommenden Jahren Res- sourcen für die zukunftsfähige Entwicklung gebündelt werden. Diese Räume können als „Schlüsselräume“ des Masterplans DA 2030+ bezeichnet werden. Sie schlagen eine Brücke zwischen der gesamtstädtischen strategischen Ausrichtung des Masterplans DA 2030+ und seiner konkreten Übersetzung in das Stadtge- biet Darmstadts in ersten Schritten. Warum braucht Darmstadt Schlüsselräume? Mit den drei Schlüsselräumen richtet der Mas- terplan DA 2030+ seinen Fokus auf ausgewählte Räume, die sich in besonderer Weise dazu eignen, die Entwicklungspotenziale Darmstadts aufzuzeigen und zukunftsfähig zu entwickeln. Hier gilt es, im Sinne der drei Handlungsfelder eine exemplarische Umgangsweise mit der Res- source Raum, mit der Entwicklung Darmstadts in Bezug auf Wissenschaft, Wirtschaft und Tech- nologie sowie die Sicherung und Steigerung der Lebensqualität und Teilhabemöglichkeiten in den Quartieren umzusetzen. Die drei Schlüsselräume sind jeweils einem der drei Handlungsfelder zugeordnet, decken aufgrund des integrierten Ansatzes des Master- plans natürlich auch Themen der jeweils anderen Handlungsfelder ab. Innerhalb von Schlüsselräumen wird besonde- rer Handlungsbedarf gesehen, etwa aus sozio- ökonomischer, stadtklimatischer, ökologischer, verkehrlicher oder städtebaulicher Perspektive. Hier zeichnen sich gleichzeitig besondere Ent- wicklungspotenziale ab, Antworten auf die drängendsten Herausforderungen vor denen Darmstadt steht, etwa den Klimawandel, die Energie- und Verkehrswende, die Digitalisierung und das Bevölkerungswachstum zu finden und innovative Ansätze umzusetzen. Die Entwicklung dieser Räume verspricht in besonderer Weise, positive Auswirkungen auf lokal bestehende Strukturen zu entfalten. Teilweise sind sie Gegen- stand bestehender städtischer Planungskon- zepte und Räume der Transformation, in denen öffentliche und private Investitionen in größerem Umfang bereits geplant sind. Welche Funktionen überneh men die Schlüsselräume? Die Schlüsselräume übertragen die Inhalte des Masterplans DA 2030+ auf eine lokalräumliche Ebene und wenden die Strategien auf konkrete räumliche Situationen vor Ort an. Sie verdeut- lichen die integrierte Herangehensweise des Masterplans DA 2030+ durch die lokale Bünde- lung konkreter Vorhaben aus den verschiedenen Handlungsfeldern. Anhand je eines Schlüssel- raumes wird aufgezeigt, wie die Umsetzung der entsprechenden Handlungsfelder stadträumlich erfahrbar wird. Die bestehenden Planungen und Projekte sollen proaktiv aufgegriffen und durch den Masterplan DA 2030+ gestärkt werden. 106 Es ist zu erwarten, dass in den Schlüsselräu- men die umzusetzenden Projekte und Maß- nahmen besondere Synergieeffekte für eine positive Entwicklung des Gebietes entfalten und mehr sind als die Summe ihrer Teile. Diese Projekte können als „Leitprojekte des Masterplans DA 2030+“ gelten und über den konkreten Raum hinaus zahlreiche positive Effekte erzielen, deren Auswirkungen sich auch in angrenzenden Quartieren sowie für die Stad- tentwicklung im Allgemeinen entfalten können. Die Tradition Darmstadts in der Umsetzung innovativer Stadtentwicklungsprojekte wird durch die Entwicklung der Schlüsselräume fortgeführt. Sie übernehmen dadurch auch die Funktion von Experimentier- und Laborräumen, in denen neue Projektideen und alternative Entwicklungsprozesse getestet werden können. Für jeden Schlüsselraum ist zu konkretisieren, mit welchen Verwaltungs- und Management- strukturen die Transformationsräume unterlegt werden sollen und wie sich diese von anderen Förderkulissen bzw. Sanierungsbeauftragten, Entwicklungsträgern etc. abgrenzen und welche Synergieeffekte es hier geben kann. Die Ausweisung von Schlüsselräumen soll nicht bedeuten, dass in den anderen Teilen Darmstadts „nichts“ passiert. Auch dort wer- den Projekte und Maßnahmen im Sinne der drei Handlungsfelder umgesetzt. Welche Schlüsselräume wurden ausgewählt und wie? Die Auswahl der Schlüsselräume basiert auf verschiedenen Grundlagen. Zu Beginn des Prozesses zum Masterplan DA 2030+ wurde zunächst eine Statusbestimmung durchge - führt, in die auch bereits vorliegende Kon - zepte und Planungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt Eingang gefunden haben. Von den Planungsteams wurden zu ihren spezifischen Themen Schwerpunkträume herausgearbeitet. Im öffentlichen Dialogprozess wurden diese zwischen Bevölkerung, Lenkungskreis und Planungsteams diskutiert. Diese sektoralen Schwerpunkträume wurden überlagert, abge - glichen und priorisiert. Als Ergebnis dieses Auswahlprozesses wurden folgende drei Schlüsselräume identifiziert: > Handlungsfeld Darmstadt stärkt Wissen- schaft, Wirtschaft und Technologie: Rheinstraße > Handlungsfeld Darmstadts Quartiere sichern Lebensqualität und Teilhabe: Pallaswiesenviertel > Handlungsfeld Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll: Südband (BessungenSüd) 107 Masterplan DA 2030+ V – Schlüsselräume für die Zukunft von Darmstadt Die drei Schlüsselräume > Darmstadt stärkt Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie – die neue Rheinstraße, Boulevard des Wissens Die Rheinstraße ist als Stadteingang und Ort des Ankommens in Darmstadt von großer Bedeu- tung. Heute ist der einst bedeutsame Boulevard zwischen Hauptbahnhof und Luisenplatz von einer fragmentierten Bebauung aus der Nach- kriegszeit und modernen Bürogebäuden mit ver- einzelten Aufenthaltsangeboten charakterisiert. Die Baustrukturen der „aufgelockerten Stadt“ des Wiederaufbaus sowie groß dimensionierte Straßen- und Parkierungsräume bedeuten gleichzeitig ein besonderes Flächenpoten - zial für eine Umgestaltung. Die Rheinstraße eignet sich hervorragend dafür, der Wissen - schaftsstadt eine neue Adresse und ein neues Gesicht zu geben. In ersten Maßnahmen, wie der Umgestaltung des Vorplatzes der Kunst - halle, wird hier bereits am neuen Gesicht der Rheinstraße gearbeitet. Der Ausbau breiter und gesicherter Radver - kehrsspuren schafft mehr Flächengerechtig - keit zwischen den Verkehrsträgern und wertet den Straßenraum auf. UNTERNEHMEN SIND IN AUFWERTUNG EINBEZOGEN STADTPLÄTZE STATT STELLPLÄTZE FLÄCHEN DES MIV SIND REDUZIERT UND SICHERN EINE HÖHERE AUFENTHALTS- QUALITÄT DIE RHEINSTRASSE IST EIN ATTRAKTIVER STADTBOULEVARD NEUE GEBÄUDE SIND MULTIFUNKTIONAL UND DICHTER ENTWICKELT WISSENSCHAFT UND TECHNOLOGIE SIND BESSER/STÄRKER SICHTBAR DIE RHEINSTRASSE IST DURCH IHRE REPRÄSENTATIVE ARCHITEKTUR DARMSTADTS FOYER RADVERKEHRSWEGE SIND BREITER UND SICHERER AUSGEBAUT DIE PLATANEN- ALLEE ALS GRÜNER KORRIDOR IST ERHALTEN 108 Durch die Reduktion von Flächen, die dem motorisierten Individualverkehr gewidmet sind, besteht die Chance, die Rheinstraße wieder zu einem attraktiven Stadtboulevard mit hoher Aufenthaltsqualität zu entwickeln. Aus Stell- plätzen werden neue attraktive Stadtplätze. Von besonderer Bedeutung sind der Erhalt der vorhandenen Platanenallee als „grüner Kor- ridor“ vom Westwald in die Innenstadt sowie der Umgang mit der Abfolge der Grünräume auf der Südseite der Rheinstraße bis zur Albert-Schweitzer-Anlage. Anstelle monofunktionaler Bauten, die der Straße abgewandt sind, treten hybride, mul - tifunktionale Gebäude, welche die Weite des Straßenraums durch ihre Höhe kompensie - ren. Sie können Institutionen aus den Berei - chen Forschung, Wissenschaft und Bildung beherbergen und somit der Wissenschaft und Technologie mehr Sichtbarkeit verleihen sowie Räume und Infrastrukturen für Vernet - zung und Austausch mit allen Interessier - ten bereitstellen → Flächen für Arbeiten in der Stadt sichern, S. 73. Die angrenzenden Unternehmen und Institutionen werden in die Quartiersentwicklung und Aufwertung des Straßenraums sowie der Verkehrsangebote an der Rheinstraße einbezogen. Es werden Anreize und Räume geschaffen, die repräsen - tative Adresse der Rheinstraße mitzugestalten. Der Straßenraum wandelt sich zu Darmstadts „Foyer“, das durch innovative Projekte den Geist der Wissenschaftsstadt sichtbar macht. > Darmstadts Quartiere sichern Lebensqualität und Teilhabe – das neue Pallaswiesenviertel Im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ wurden im Pallaswiesen- und Morneweg- viertel bereits Ideen entwickelt, den Stadtteil als zukunftsfähiges Kreativlabor zu stärken. Die erarbeiteten Projekte und aktivierten Struk- turen im Stadtteil werden durch die Strate- gien des Masterplans DA 2030+ ergänzt und gestützt. Das Pallaswiesenviertel ist bereits heute von einer starken Mischung in Bezug auf die sozialen, funktionalen und baulichen Strukturen geprägt. Niedrigpreisiger Wohnraum in Ein- und Mehrfamilienhäusern mit kleinen Gärten grenzt unmittelbar an großräumige Produktions- und Arbeitsorte. Das Quartier bietet aufgrund seiner zentralen Lage, seiner bestehenden Nutzungs- und Baustruktur, unge- nutzter Flächenpotenziale und der vorhandenen Förderstrukturen ein besonderes Potenzial, hier die Leitgedanken des DAQS 2030+ auszutes- ten: Aus dem industriell-gewerblich geprägten Stadtraum mit großen Bauten von geringer städtebaulicher Qualität, mit vielen versiegel- ten Verkehrsflächen und geringen Wohn- und Grünanteilen, wird ein neu gedachter urba- ner Gewerbe- und Lebensraum mit stärkerer Durchmischung → DAQS 2030+, S. 88. Durch Anreicherung mit verschiedenen Nutzungen, kleinteiligen Bauten und Ankerpunkten der Infrastruktur entsteht ein Quartier mit attrakti- vem städtischen Charakter, welches vielfältige Angebote in den Bereichen Kunst, Dienstleis- tungen, Einzelhandel, Bildung und Wohnen Raum bietet. Im Pallaswiesenviertel kann durch eine (städte-) bauliche Entwicklung und Konzentration ent- lang der Pallaswiesenstraße eine neue Mitte für das gesamte Viertel geschaffen werden. 109 Masterplan DA 2030+ V – Schlüsselräume für die Zukunft von Darmstadt Mit der Erweiterung der Weststadt-Szene an den Bahngleisen zu einem kreativen Mittel- punkt und der Aufwertung des Stadteingangs mit Mobilitätspunkt an der Mainzer Straße werden drei Ankernutzungen entwickelt, die durch einen neuen Freiraumbogen, angelehnt an frühere Gleisstrukturen, mit Freizeit- und Sportangeboten verbunden werden. Neue ÖPNV-Angebote und Rad(schnell)wege verknüpfen das Viertel in sich sowie mit dem restlichen Stadtgebiet und schaffen durch Umsteigepunkte der verschiedenen Verkehrsträ- ger des Umweltverbundes und Sharing-Angebo- ten zukunftsfähige Mobilitätsketten. Besonders hervorzuheben ist die systematische Begrünung und Entsiegelung innerhalb des überproportional klimatisch belasteten Darm- städter Westens. Die neuen vernetzten Grün- räume bestehen aus kleinen Parks auf Rest- flächen, nutzbaren Gründächern, Grünanlagen und Wasserflächen. Die Begrünung im Freiraum und auf Dächern ist essenziell zur Verminde- rung zukünftiger Hitzeinseln und schafft gleich- zeitig neue Erholungs- und Bewegungsorte. Durch die Einbindung solarer Energiesysteme und Nutzung der Abwärme großer Gewerbe- standorte können Emissionen reduziert und Ressourcen effizienter genutzt werden. FLÄCHENPOTENZIALE SIND GENUTZT UND DIE NUTZUNGS- MISCHUNG GESTÄRKT VIELFÄLTIGE ANGEBOTE (DAQS 2030+) BEREICHERN DAS QUARTIER DER STADTTEIL ETABLIERT SICH ALS KREATIVLABOR EINE NEUE MOBILITÄTSSCHNITT- STELLE BIETET KURZE WEGE IN DIE REGION NEUER FREIRAUMBO- GEN VERBINDET UND BIETET FREIZEIT- UND SPORTANGEBOTE VERSIEGELTE FLÄCHEN SIND SYSTEMATISCH BEGRÜNT RADSCHNELLWEGE VERKNÜPFEN DAS VIERTEL MIT DEM UMLIEGENDEN STADTGEBIETERNEUERBARE ENERGIEQUELLEN WERDEN IM QUARTIER GENUTZT DIE PALLASWIESEN- STRASSE IST DAS NEUE ZENTRUM DES QUARTIERS 110 > Darmstadt nutzt seine Ressourcen und Flächen verantwortungsvoll – die Weiterentwicklung des Südbandes Wichtige Impulse für die zukünftige Entwicklung Darmstadts lassen sich entlang eines Bandes anordnen, welches um die Kernstadt herum verläuft → Grüne Infrastrukturen verdichten und vernetzen, S. 50. Das Band verbindet wie eine Perlenkette unterschiedliche – in Teilen bereits bestehende – Entwicklungsräume, die perspek- tivisch zu einer verkehrlichen und strukturellen Entlastung der Innenstadt beitragen sollen. Das Band ist freiräumlich hochwertig gestaltet und trägt sowohl zu einer stärkeren Verknüpfung des Umweltverbundnetzes als auch zu einer besseren Vernetzung der Grünräume und mehr Aufenthaltsqualität in den sich um die Innenstadt erstreckenden Freiräumen bei. Die Entwicklung des Südbandes stellt einen wesentlichen Teil für die Umsetzung dieser Strategie dar. Es verbindet durch Wege für den Umweltverbund in attrakti- ven Grünräumen den Hochschulstandort der TU Darmstadt auf der Lichtwiese über den Sport- park um das Böllenfalltor, die Wohngebiete Stein- bergviertel und Bessungen-Süd mit den aktuell bedeutendsten Konversionsprojekten der Stadt, der Lincoln-Siedlung und dem Ludwigshöhviertel (ehemals Cambrai-Fritsch-Kaserne). Zudem fin- den sich hieran angeknüpft großräumige Einrich- tungen mit einer besonderen Strahlkraft wie die Akademie für Tonkunst. GRÜNES BAND: VERNETZUNG VON GRÜNRÄUMEN UND UMWELTVERBUND VERKNÜPFUNG DES UMWELTVERBUNDS IST AUSGEBAUT UND GESTÄRKT NEUE ANGEBOTE UND INFRASTRUKTUREN FÜR BESTANDSQUARTIERE SIND ENTSTANDEN GRÜNZÜGE SIND GESCHÜTZT UND WEITERENTWICKELT INNERSTÄTISCHE GRÜNRÄUME UND NATURNAHER STADTRAND SIND VERNETZT BEZAHLBARES WOHNEN ENTLANG DES SÜDBANDES GEMISCHTE QUARTIERE SIND GESCHAFFEN NEUE HUBS SETZEN ENTWICKLUNGS- IMPULSE WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG SIND WEITER- ENTWICKELT 111 Masterplan DA 2030+ V – Schlüsselräume für die Zukunft von Darmstadt Die bereits im Landschaftsplan als grüne Stadt- randzonen ausgewiesenen Grünzüge „Böllenfall- tor-Lichtwiese“ und „Grünzug Bessungen-Süd“, die gemäß der Klimaanalyse (2016) auch als wichtige Kaltluftbahnen fungieren, werden in die- ser Entwicklung geschützt und weiterentwickelt. Bestehende hochwertige Grünstrukturen werden eingebunden. Im Bereich Bessungen-Süd können wichtige Freiräume mit Grünanlagen und Wasser- flächen wie der Goetheteich, Herrgottsbergbach, Forellenteich oder Saubach stärker renaturiert und entwickelt werden und so für den neu geschaffenen Wohnraum für mehr Lebensqualität sorgen. Auch die Verknüpfung des naturnahen Stadtrandes über den „Grünzug Kraftsruhe“, das im Steinbergviertel gelegene Naturdenkmal, zu den hochwertigen historischen Grünanlagen in Bessungen (Orangerie, Prinz-Emil-Garten, Wolfs- kehl‘scher Park) birgt ein gutes Potenzial, die Freiraumqualitäten im Süden aufzuwerten. Mit der Entwicklung des Südbandes können der Kernstadtbereich und die zentralen Stadt- quartiere bezüglich der Funktionen Wohnen und Arbeiten, Treffpunkte und Freiraum ent- lastet werden. Entlang des „Südbandes“ wird in verträglichem Maß neuer, auch bezahlbarer Wohnraum geschaffen. Dadurch entstehen neben einer stärkeren sozialen Durchmischung immer auch neue Angebote und Infrastrukturen für angrenzende Bestandsquartiere. Geplant sind zusätzliche Tramverbindungen sowie Rad- und Fußwege als zentrale Maßnahmen für die zukunftsgerechte Entwicklung des Südbandes. Abseits des bereits stark belasteten Straßen- netzes wird der Fuß- und Radverkehr in Verbin- dung mit hochwertigen Grünräumen insbeson- dere entlang des Südbandes geleitet. Der größtenteils gewerblich genutzte Stadt- raum nördlich der Lincoln-Siedlung wird mit Nutzungen und kleineren Baustrukturen so ergänzt, dass ein gemischtes und lebendiges Quartier entsteht, während in den Wohngebie- ten Potenziale für die Umsetzung „produktiver Wohnquartiere“ genutzt werden. Neue Hubs entlang des Südbandes, etwa an der Heidelber- ger Straße, der Nieder-Ramstädter Straße und der Lichtwiese, geben lokale Entwicklungsim- pulse für die Quartiersentwicklung. Zusammen mit neuen Freiräumen, die vielfältige Nutzungen anbieten, stützen diese Hubs bestehende zen- trale Lagen und bilden neue Quartierszentren aus, wodurch die verschiedenen Nachbarschaf- ten stärker zusammenwachsen. Räume für neue Quartiere Im Rahmen des Masterplans DA 2030+ wird das Ziel verfolgt, Landschaftsräume zu schüt - zen und eine kompakte Siedlungsstruktur zu fördern. Darmstadt setzt sich damit das Ziel, eine „klare Kante“ zwischen Stadt und Landschaft zu entwickeln und dadurch ange- sichts des Stadtwachstums so wenig wie möglich wertvolle Landschaftsräume zu beein - trächtigen. Das bedeutet gleichzeitig, dass in Darmstadt in Zukunft insgesamt dichter gewohnt werden wird. Durch die Arrondierung der Siedlungskante wurden Potenzialflächen identifiziert, auf denen Siedlungsergänzungen bis hin zu neuen Stadtquartieren entwickelt sowie Arbeitsplätze, Wohnraum und soziale Infrastrukturen mit Mehrwert für bestehende Nachbarschaften geschaffen werden könnten. Diese identifizierten Potenzialflächen sind nicht gleichbedeutend mit zukünftigen Bauf - lächen, sondern stellen mögliche Untersu - chungsräume für eine weitere Entwicklung dar. In der Entwicklung dieser Quartiere ist nicht nur auf eine angemessene Mindestdichte zu achten, sondern ebenso auf stadtklimatisch und ökologisch hochwertige Grünräume. Die mittel- bis langfristige Entwicklung dieser Potenzialflächen soll unter Berücksichtigung lokaler und gesamtstädtischer Belange bei Bedarf geprüft werden. 113 VI – WAS PASSIERT NUN? ARBEITEN MIT DEM MASTERPLAN 115 Masterplan DA 2030+ VI – Was passiert nun? Arbeiten mit dem Masterplan Mit dem Masterplan DA 2030+ liegen nun zentrale „Leitplan - ken“ für die zukünftige Entwick - lung der Wissenschaftsstadt Darmstadt vor. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Transformationsherausforderun - gen bewältigt und das Wachs - tum der Stadt gesteuert und geplant umgesetzt werden kön - nen. Die prognostizierten Ver - änderungen stellen hohe Anfor - derungen an die Stadt und an alle Bewohnerinnen und Bewoh - ner. Gebraucht werden Mut zur bevorstehenden Veränderung und die Bereitschaft, Verände - rungen als Chance und als Mög - lichkeit für eine Entwicklung in eine positive, nachhaltige und der Zukunft zugewandten Rich - tung zu sehen. Der Masterplan DA 2030+ stellt ein Kommunikationsmittel und eine Diskussionsgrundlage dar, auf die sich Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung berufen können. Um die Aufgaben im Sinne des Gemeinwohls umset- zen zu können, muss die Ver- waltung mit den notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen ausgestattet werden. PROAKTIVE STEUERUNG DES WACHS- TUMS DURCH DIE VERWAL- TUNG Der Masterplan DA 2030+ bein- haltet die Strategien der zukünf- tigen räumlichen Stadtentwick- lung. Er legt die Grundlage dafür, dass proaktiv gesteuert und agiert werden kann. Der Masterplan DA 2030+ ist zen- trale inhaltliche Basis für Aus- handlungsprozesse relevanter Fragestellungen der Stadtent- wicklung: Welche Flächen in Darmstadt übernehmen welche Aufgaben, wo werden Prioritäten für welche Nutzungen gesetzt? Was ist aus der Perspektive des Gemeinwohls zu entschei- den und wie kann sichergestellt werden, dass Ziele einer nach- haltigen und sozial gerechten Entwicklung in konkrete Ent- scheidungsprozesse einfließen? Welche Vorhaben, Projekte sind geeignet, die Klimaschutzziele zu erreichen sowie das Stadt- klima positiv zu beeinflussen? Bereits der Prozess der Entwick- lung des Masterplans DA 2030+ hat gezeigt, dass ein „Sparten- denken“ nicht funktioniert. Die Umsetzung des Masterplans DA 2030+ muss deshalb in Planun- gen und Projekten aller Fachäm- ter integriert erfolgen. Dement- sprechend kann der Masterplan die ämterübergreifende Zusam- menarbeit stärken. Alle Fachäm- ter nutzen den Plan als „Arbeits- mittel“ und als Leitbild und leisten so einen ersten aktiven Beitrag zur Umsetzung. 116 Sie verfolgen die Umsetzung über ihre etablierten Instru - mente. Die Inhalte des Mas - terplans DA 2030+ fließen in teilräumliche Konzepte, Maß - nahmen und räumliche Pla - nungen der Fachämter ein. Wachstums- und Transformati - onsaufgaben, die im Masterplan DA 2030+ auf einer übergeord - neten planerischen Ebene ange - sprochen wurden, werden u. a. konkretisiert durch das Mobili - tätskonzept DA 2030+, detail - lierte Konzepte für Nachver - dichtung einzelner Quartiere, Bebauungspläne, Wohnbauvor- habenmonitoring etc. Die Umsetzung der Handlungs- felder und Strategien des Mas- terplans DA 2030+ wurde von Anfang an im Prozess inten- siv mitgedacht. Damit ist ein umfangreiches Maßnahmenpaket entstanden, welches systema- tisch auf Relevanz für Ressour- cen der öffentlichen Hand und Umsetzbarkeit zu prüfen und entsprechend zu priorisieren ist. Ohne die notwendigen Ressour- cen – in personeller und finanzi- eller Hinsicht – wird die Umset- zung des Masterplans DA 2030+ nicht gelingen. Da diese begrenzt sind, wird es unabdingbar sein, neben einer verbesserten personellen und finanziellen Ausstattung auch unkonventionell erscheinende Lösungen zu entwickeln. Es ist zu prüfen, wo sich bei Maßnah- men Synergieeffekte ergeben und wie die Effizienz beim Res- sourceneinsatz gesteigert wer- den kann. PILOTPRO- JEKTE UND „LOW-HANGING FRUITS“ LOKA- LISIEREN UND UMSETZEN Im weiteren Prozess sind bei- spielhafte Pilotprojekte zu prü- fen. Das können zunächst Pro- jekte sein, die bereits initiiert sind oder die besonders schnell umzusetzen sind. Sie sollen die Ziele des Masterplans verfolgen sowie einen Bezug zu den Stra- tegien und den Handlungsräu- men herstellen. Die Pilotprojekte dienen dazu, Umsetzungsmög- lichkeiten des Masterplans auf- zuzeigen und für die Stadtbevöl- kerung anschaulich zu machen, welche Chancen der Wandel Darmstadts für eine zukunftsfä- hige, klimaresiliente, sozialver- trägliche, weltoffene Entwick- lung der Stadt mit sich bringt. Für Fragestellungen, mit denen sich die Stadt auf planerisches Neuland begibt oder die beson- ders kontrovers erscheinen, kann es ein sinnvoller Ansatz sein, 117 Masterplan DA 2030+ VI – Was passiert nun? Arbeiten mit dem Masterplan Experimentierräume einzu- richten, in denen – zeitlich und räumlich befristet – neue Ideen erprobt werden können, etwa im Sinne von Verkehrsversuchen. In diesen Experimentierräumen werden neue Lösungen sichtbar gemacht, um zu verdeutlichen, dass es mit der Umsetzung des Masterplans wirklich losgeht. STRATEGISCH - ES FLÄCHEN- MANAGEMENT WEITER- ENTWICKELN Ein strategisches und nach - haltiges Flächenmanagement soll als ein Instrument für eine nachhaltige und soziale Stadt- entwicklung etabliert und aktiv praktiziert werden. Die lang - fristig angelegte kommunale Bodenbevorratung ist weniger fiskal orientiert, sondern soll die Stadt steuerungs- und stra - tegiefähig machen. Daher wird auch ein strategi- scher Flächenankauf in Form eines Zwischenerwerbs durch die Stadt geprüft, um für die Zukunft einen stärkeren Hand- lungsspielraum zu generieren. Im Hinblick auf eine stärkere Mobilisierung von untergenutz - ten Liegenschaften soll der Fokus auf für die Stadt flächen- bedeutsame Liegenschaften, die einen effektiven Beitrag zur flächen- und ressourcen - schonenden Innenentwicklung leisten können, wie beispiels - weise Flächen der Bahn oder des Bundes, gelegt werden. Im Sinne der doppelten Innenent - wicklung verfolgt das Flächen - management auch das Ziel, Flächen für die bessere Versor - gung und Vernetzung mit Grün - flächen bereitzustellen. VORREITER IN DER BETEILIGUNG Im Prozess Masterplan DA 2030+ wurde ein wichtiger Mei- lenstein in einer zukunftsfähigen Beteiligungskultur in Darmstadt erreicht – aufbauend auf der intensiven Bürgerbeteiligung, die sich in der Stadt in den letzten Jahren etabliert hat. Ziel ist es, den Masterplan auch in Zukunft im Dialog mit relevanten Part- nerinnen und Partnern umzu- setzen und gemeinsam weiter- zuentwickeln. Dabei gilt es, an die konstruktive Diskussions- kultur anzuknüpfen, mit der der Masterplan erarbeitet wurde und ihm so weiter Gewicht in der öffentlichen Debatte und der Politik zu sichern. Aus der Gleichzeitigkeit der Ansprüche an Flächen und Ent- wicklungen aus unterschiedli- chen Perspektiven der Stadt- entwicklung erwächst ein Konfliktpotenzial, das auf pla- nerischer Ebene nicht abschlie- ßend gelöst werden kann. Stets sind Lösungsfindungen für Ein- zelmaßnahmen notwendig. Es bedarf dazu weiterhin einer intensiven politischen Diskus- sion sowie eines regionalen Dialogs für die Stadtentwick- lung der Wissenschaftsstadt Darmstadt. In diese wird auch in Zukunft intensiv der gemein- schaftliche Dialog eingebunden. Zu konkreten Fragestellungen und Themen wird eine differen- zierte Beteiligung der Bürgerin- nen und Bürger durchgeführt. 118 Viele Strategien und Maßnahmen, die im Masterplan DA 2030+ vor- geschlagen werden, können nicht allein von Politik und Verwaltung umgesetzt werden, sondern erfor- dern das Engagement der Bevöl- kerung, der organisierten Zivil- gesellschaft und der Wirtschaft. Im Verlauf des Umsetzungs- prozesses ist deshalb gezielt zu prüfen, wo Räume für freies gemeinschaftliches Engagement geöffnet werden können, d. h. wo durch Partnerschaften, Über- tragung von Verantwortlichkei- ten etc. geeignete Akteurinnen und Akteure an der Realisierung des Masterplans DA 2030+ aktiv beteiligt werden können. Gesamtstädtische Ziele kön- nen nur im Rahmen einer regio- nal vernetzten Stadtentwicklung über die Grenzen der Wissen- schaftsstadt Darmstadt hinaus umgesetzt werden. In diesem Sinne hat das Regierungspräsi- dium Darmstadt das Regionale Entwicklungskonzept für Südhes- sen erarbeitet, das für den Regie- rungsbezirk eine Perspektive für die Entwicklung in der Region aufzeigt. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird die angrenzen- den Kommunen, etwa die Nach- bargemeinden des Landkreises Darmstadt-Dieburg, das Regie- rungspräsidium Darmstadt sowie ggf. auch andere Akteurin- nen und Akteure weiterhin und verstärkt in den Umsetzungspro- zess einbeziehen. DEN WANDEL VERANSCHAU- LICHEN, KOM- MUNIZIEREN UND ERLEB- BAR MACHEN Öffentlichkeit, Politik und Ver- waltung werden auch in Zukunft umfassend über den Wandel in Darmstadt und die Weiterent- wicklung und Umsetzung des Masterplans informiert. Im Rah- men der Beteiligung der Bürge- rinnen und Bürger werden zum einen die aus dem Prozess ent- standenen Konzepte und Ideen in der weiteren vertiefenden Bearbeitung vorgestellt, kom- muniziert und diskutiert. Ziel ist, die Stadtgesellschaft beim anhaltenden Wandel und bei der Stadtentwicklung mitzunehmen und einzubeziehen. Zum ande- ren sollen der in der Stadtgesell- schaft angestoßene Denk- und Reflexionsprozess zum Thema Stadt im Wandel und die Auswir- kungen und Möglichkeiten der Einflussnahme eines jeden auf die Stadt und seine Umwelt wei- tergeführt werden. Weitere For- mate, die diesen Prozess unter- stützen, sind zu fördern. Die hohe Anschaulichkeit der pro- totypischen, ggf. zunächst tem- porär erprobten Maßnahmen in den Stadtaktionen während des Masterplanprozesses verdeutlicht die Chancen des Wachstums für Darmstadt und unterstützt so die Akzeptanz des Wandels. Das gilt für eine erforderliche Entwicklung neuen Wohnraumes genauso wie für Maßnahmen der Klimaanpas- sung und die künftige Mobilitäts- politik: Alternativen zum motori- sierten Individualverkehr müssen vielfältig, flächendeckend und integriert nutzbar werden, damit sie Zustimmung finden. Aufbau- end auf den Erfahrungen mit „Darmstadts Schätzen“ und den „Stadtaktionen“ gilt es, Formate zu entwickeln, die Wandel, Verän- derung und Wachstum erlebbarer machen oder erproben. Hierbei sind auch neue Methoden, die die Digitalisierung und die „Digitale Stadt“ bieten, einzubeziehen. 119 Masterplan DA 2030+ Epilog OPTIMISTISCHE VORAUSSCHAU: DIE POST- CORONA-STADT Vier Jahre hat Darmstadt an einem Masterplan als räumliche Entwicklungsstrategie gearbeitet, hat analysiert, Trends aus ande- ren Städten zusammengetra- gen, Ideen entwickelt, diskutiert und auch konstruktiv gestritten. Entstanden ist ein Konzept, das nicht nur eine wünschenswerte Zukunft für Darmstadt skizziert, sondern Analogien zu Tendenzen und Debatten der Stadtentwick- lung in Deutschland und Europa erkennen lässt. Sinnbildlich, aber tatsächlich auch kalendarisch einen Tag nach Redaktionsschluss begann im März 2020 kontinental der Lock-Down in Folge der Corona/ Covid-19-Krise. Das Ende der Gültigkeit aller bisherigen Annahmen und Prognosen zu räumlichen Entwicklungstrends in unseren Städten? Zumindest muss man sich damit auseinan- dersetzen, ergebnisoffen hinter- fragen und auch benennen, wo weitere Erkenntnisse abzuwar- ten sein könnten. Nach aktuel- lem Stand kristallisieren sich dabei unter anderem folgende Themen heraus: DIGITALE LEBENS- UND ARBEITSWELTEN Das Homeoffice, oft genug auf- wändig kombiniert mit Home- schooling, ist das kollektive Erlebnis des (büro-)arbeiten- den Gesellschaftsteils in Zei- ten von Corona. Im Sinne eines Leapfrogging-Effekts, also durch das abrupte Überspringen jeg- licher Zwischenstufen, ist es von einem Tag auf den anderen über einen Großteil der Arbeit- nehmerinnen und Arbeitneh- mer hereingebrochen, die zuvor keine oder wenig Erfahrung mit diesem Arbeitsmodell hatten. Innerhalb kürzester Zeit wurden in den Haushalten Arbeitsplätze und IT-Infrastrukturen aufgebaut oder temporär improvisiert. Die Spanne der daraus resultierenden Erfahrungswelten ist enorm. Wir wissen nun deutlich besser, wel- che Arbeitsvorgänge im Homeof- fice gut zu erledigen sind und wo, insbesondere dann, wenn es um Teamwork geht, die Grenzen von Videokonferenzen in Bezug auf kreative Prozesse und vertrauens- volle Absprachen liegen. Klar ist jedoch, dass die multi- lokale Arbeitsorganisation einen Schub erlebt und weiter erle- ben wird. In Immobilienfachkrei- sen wird angenommen, dass auf diesem Weg bis zu 20 Prozent der derzeit genutzten Büroflä- chen freigesetzt werden könnten. Dem steht allerdings die Frage gegenüber, welche Auswirkun- gen die Berücksichtigung von Abstandsregelungen, wie sie in Krisenzeiten Gültigkeit haben, künftig auf Mehrpersonen-, Grup- pen- und Großraumbüros haben werden. Ein ganz neuer Aspekt ist zumindest, dass das zuvor als Auslaufmodell gescholtene Ein- zelbüro hinsichtlich der Virus-Ab- wehr im Vorteil ist. In Bezug auf die Verhältnisse in Darmstadt ist zum einen ins Kalkül zu ziehen, dass angesichts der hohen Dichte von Unternehmen im IT-Sektor von einer besonderen Homeof- fice-Affinität auszugehen ist, die bereits vor der Krise weiter als in anderen Branchen entwickelt war. Zum anderen ist zu beden- ken, dass die Leerstandsquote im Büroimmobilienmarkt sehr niedrig und die Verfügbarkeit von freien Gewerbeflächen praktisch bei Null war, sodass lediglich von einem dämpfenden Effekt für die bestehende Drucksituation am gewerblichen Immobilienmarkt auszugehen ist, nicht aber von einem strukturellen Umbruch. Bewertet man diesen Effekt über- greifend funktional, so muss man zu dem Ergebnis kommen, dass es durch Homeoffice-Lö- sungen zu einer (teilweisen) Ver- schiebung von Bedarfen aus dem Büroimmobilien- hinein in den Wohnungsmarkt kommen wird, da mehr tatsächlich sachge- rechte Arbeitsplätze in den Pri- vatwohnungen benötigt und bei Miet- oder Kaufentscheidungen berücksichtigt werden. Dies wiederum steht der Vorstellung effizienteren Wohnens zumindest 120 quantitativ, trotz aller „Tiny-Of- fice-Ideen“, die es auch auf die- sem Feld ohne Zweifel geben wird, entgegen und spricht gesamtstädtisch für ein „Null- summenspiel“ hinsichtlich der bereits postulierten Flächenbe- darfe. Sicher ist es jedoch ein weiteres Argument für mehr gemischte Quartiere, wie es der Masterplan DA 2030+ als Ziel bereits vor der Krise benannt hat. Das Leben und Arbeiten unter den Bedingungen der Corona-Krise ist ohne die Nutzung der Möglich- keiten der Digitalisierung prak- tisch undenkbar. Der Masterplan DA 2030+ benennt die Digital- stadt als integralen Teil von Stadt insgesamt – nicht als Parallel- welt. Deren Möglichkeiten wei- ter auszubauen, ist klarer Hand- lungsauftrag. Zugleich zeigt sich, dass die digitalen Infrastrukturen (Breitband etc.) spätestens jetzt als selbstverständlicher Teil von Daseinsvorsorge zu verstehen sind und dort, wo der Markt nicht aus sich selbst heraus diese Struktu- ren schafft, solche im Sinne der Daseinsvorsorge und um gleichbe- rechtigte Teilhabe zu gewährleis- ten geschaffen werden müssen. SOZIALER AUSGLEICH Eine wesentliche Erkennt- nis der Corona-Krise ist, dass auf zentrale Basisdienstleis- tungen nicht verzichtet werden kann. Zahlreiche Arbeitsplätze, die nicht durch das Homeoffice ersetzt werden können, haben sich als tragende und unverzicht- bare Säulen der Gesellschaft erwiesen. Langfristig könnte es sich als gesellschaftspolitisch problematisch erweisen, dass sich eine breite, oft akademi- sche Mittelschicht ins Homeof- fice zurückziehen kann, wäh- rend andere auch in Zukunft mit den bestehenden Belastungen und weniger Flexibilität leben müssen. Dies gilt in besonderer Weise auch für die Erfahrungen aus dem Bereich Homeschooling, bei dem Kinder aus Haushalten mit hohen Bildungsabschlüssen auf Seiten der Eltern aktuell klar bevorteilt sind. Bei der Weiter- entwicklung und Etablierung sol- cher Strukturen und Funktionen ist in Zukunft intensiv darauf zu achten, dass bestehende soziale Disparitäten im urbanen Raum nicht weiter verschärft oder sogar neu heraus präpariert werden. NACHHALTIGE MOBILITÄT Die Verlagerung von Arbeit ins Homeoffice und insgesamt das weitgehende Erlahmen des öffentlichen Lebens während des Lock-Downs hatten starke Auswirkungen auf die Ver- kehrsdichte. Da Darmstadt als einzige Stadt in Deutschland seine Verkehrsdaten aus den Lichtsignalanlagen in Echtzeit auf einer Open- Data-Plattform zur Verfügung stellt, waren vom ersten Tag an systemati- sche Analysen möglich. Hoch- gradig auffallend war dabei, dass die tatsächliche Abnahme des MIV und der „gefühlte“, optische Effekt dessen massiv voneinander abwichen. Ein Rück- gang von 20 bis 30 Prozent, wie er tatsächlich stattfand, wurde von vielen Beobachten- den als 70 bis 80 prozentiger Einbruch wahrgenommen. Dies stützt die These, die den Mas- terplan DA 2030+-Überlegun- gen zu Grunde liegt, dass bereits eine langfristige Reduzierung des MIV um rund 20 Prozent die Verkehrs-, Lärm- und weiteren Emissionsprobleme weitgehend beheben und Straßenraum frei machen würde, der für bessere Fußwege, weitere Radwege- und (schienengebundene) ÖPNV-Pro- jekte dringend benötigt wird. Dazu ist eine Homeoffice-Offen- sive als Teil innovativer betrieb- licher Mobilitätskonzepte mit der Stadt als agilem Arbeitgeber an der Spitze sinnvoll – kombi- niert damit, den weiteren Umbau des Verkehrssystems voranzu- treiben und den Umweltverbund innerhalb des Modal Splits kon- sequent zu stärken. Ergo, die Corona-Krise zeigt auf, welche Chancen in einer ökologischen Verkehrswende für die Lebens- qualität und die Funktionsfähig- keit unserer Städte liegen. Der Masterplan DA 2030+ benennt dies ebenfalls und ist in dieser Hinsicht als bestärkt anzusehen. LOKALE WIRTSCHAFTS- KREISLÄUFE Gerade zu Beginn der Coro- na-Krise, als noch vorwie- gend der asiatische Kontinent mit China im Zentrum des 121 Masterplan DA 2030+ Epilog Infektionsgeschehens betroffen war, zeigte sich die Fragilität der globalen Wirtschaftszusammen- hänge und welche Wirkungen von einer übermäßigen Abhängig- keit von einzelnen Produktions- ländern für Schlüsselprodukte (hier Pharmazeutika und sons- tige medizinische Erzeugnisse) ausgehen können. Daraus folgt die öffentlich diskutierte Forde- rung, Produktion nach Deutsch- land und Europa zurückzuholen bzw. diese weltweit besser zu ver- teilen, um zu robusteren Liefer- ketten zu kommen. Vorausset- zung dafür ist es in jedem Falle, ausreichend produktionstaugliche Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen. Auch der Masterplan DA 2030+ benennt diesen Mangel bereits und zeigt mögliche Wege auf, um insbesondere im Darm- städter Norden neue Gewerbege- bietsbereiche zu erschließen. MULTIFUNKTIONALE INNENSTÄDTE Die Krise des stationären Ein- zelhandels in Folge des Auf- kommens des Online-Handels ist ein Phänomen des letzten Jahrzehnts. Die weitgehende Schließung des stationären Einzelhandels während der Corona-Krise hat hierbei wie ein Katalysator gewirkt und trotz aller staatlicher Hilfen der Bran- che so massiv Kaufkraft entzo- gen, dass die Handelsverbände mit einer Insolvenzquote von bis zu 20 Prozent rechnen. Ähnliche Effekte betreffen die Gastrono- mie, Dienstleistende und Kultur- schaffende. Dabei bleibt abzu- warten, über welchen Zeitraum hinweg Infektionsschutzmaß- nahmen im Sinne von Besuch- erobergrenzen und Maskenpflicht als notwendig erachtet oder ob diese zum Teil sogar dauerhaft Bestand haben werden. Folge wäre eine deutliche Senkung der Flächenproduktivität und eine Beeinträchtigung des Einkaufs- erlebnisses insbesondere bei Waren des mittel- und länger- fristigen Bedarfs. Von negativen Strukturveränderungen in den Haupteinkaufsstraßen der deut- schen Fußgängerzonen müsste dann fest ausgegangen werden. Zu erhoffen ist aus städtischer Sicht unabhängig davon jedoch, dass sich der bereits begonnene Prozess einer Absenkung der Spitzenmieten insbesondere in der City fortsetzt, um die Erpro- bung neuer, innovativer Handels-, Dienstleistungs- und Veranstal- tungskonzepte zu ermöglichen, die vorher aufgrund der hohen Rahmenkosten oft außerhalb der Reichweite lag. Die Krise erhärtet aber auch die unbedingte Notwendigkeit, an einer konsequenten städti- schen Einzelhandelssteuerung zu Gunsten der Innenstadt und der wohnortnahen Versorgung in den Stadtteilen festzuhalten. Besonderes Augenmerk muss dabei der attraktiven Funktions- mischung von Handel, Gastrono- mie und Kultur gelten, um über die reine Bedürfnisbefriedigung hinaus Anlässe zu schaffen, in die Zentren zu kommen. Der Mas- terplan DA 2030+ benennt dies ebenfalls und zeigt mögliche Wege auf, um die Innenstadt und die Quartierszentren zu stärken. LEBENDIGE QUARTIERE UND NACHBARSCHAFTEN Als Kennzeichen der Bewältigung der Corona-Krise „im Kleinen“ wird die Solidarität und Nach- barschaftshilfe im Quartier in Erinnerung bleiben. Vom Einkauf für die Nachbarinnen und Nach- barn, die man bis dahin viel- leicht kaum kannte, bis zum soli- darischen Kauf von Gutscheinen für das geschlossene Restaurant an der nächsten Ecke reicht die facettenreiche und oft von hoher Kreativität geprägte Kette. Diese emotionale Nähe trotz oder gerade wegen des notwendigen „Social Distancing“ gilt es, zu konservieren und für lebendige Quartiere weiterzuentwickeln. Der Masterplan DA 2030+ greift den Quartiersansatz bereits intensiv auf und macht Aussa- gen zu vielfältigen, nutzungsge- mischten und attraktiven Vierteln und Stadtteilen. GESTÄRKTE STADTNATUR UND NAHERHOLUNGSRÄUME Die Ausgangs- und Reisebe- schränkungen zur Eindämmung von Covid-19 haben eine Kon- zentration auf das unmittelbare Wohnumfeld und das Stadtgebiet erzwungen, wie sie zuvor oft 122 unbekannt oder zumindest in Vergessenheit geraten war. Zugleich wurde mit der Coro- na-Krise brennglasähnlich hervor- gehoben, welche enorme Bedeut- samkeit dem innerstädtischen Grün und seiner Vernetzung zukommt – natürlich in stadt- ökologischer Hinsicht, aber auch als Aufenthaltsorte in Wohnungs- nähe. Gleiches gilt für die Quar- tiersplätze. Der Masterplan DA 2030+ benennt den Aspekt der Stärkung der Stadtnatur als zentrales Ziel vor dem Hinter- grund des Klimawandels, des Ziels der Biodiversität und der Lebensqualität. Diese Aussagen werden durch die Erfahrungen während der Covid-19-Bedrohung nochmals bestätigt und erhärtet. GESCHÜTZTES KLIMA Und was macht die derzeitige Situation mit dem Darmstäd- ter Klima und der Luft? Aktu- elle Schätzungen gehen davon aus, dass der Lock-Down eine Reduktion des Auto- und Last- wagenverkehrs von 30 bis 40 Prozent und der damit einherge- henden Emissionen bewirkt hat. Doch wie groß der langfristige Einfluss der pandemiebedingten positiven Effekte auf die Luft- qualität ist, kann zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vorherge- sagt werden. Fest steht jedoch, dass man sich auf dem zeit- lich befristeten Lock-Down und dessen positiven Auswirkungen auf Klima und Luft nicht ausru- hen darf, sondern weiterhin aktiv und intensiv an Maßnahmen zur CO2-Reduktion arbeiten muss. Auch hier zeigt der Masterplan DA 2030+ umfassend notwen- dige Maßnahmen auf. FAZIT In der Summe zeigt sich, dass der Masterplan DA 2030+, des- sen Erarbeitung in die Zeit vor der Corona-Krise fällt, in wesent- lichen Punkten Lerneffekten vorgreift, die wir bisher aus der Bewältigung der Pandemie ableiten können. Dies ist kein Zufall. Bereits vor Corona stand die Diskussion über eine zeitge- mäße Stadtentwicklung unter Vorzeichen, die sich in der Krise wiederfanden bzw. verstärk- ten. Zu nennen ist hier z. B. der ursprünglich aus der Unterneh- mensorganisation stammende VUCA-Ansatz. VUCA steht für die englischen Begriffe volatility (Unbeständigkeit), uncertainty (Unsicherheit), complexity (Komplexität) und ambiguity (Mehrdeutigkeit), die Entschei- dungsprozesse in einem globa- lisierten und individualisierten Umfeld begleiten. Diesen Rah- menbedingungen begegnen wir auch in der Corona-Krise. Ihnen müssen Strategien entgegenge- setzt werden, die Agilität und Resilienz als Grundmerkmale enthalten. Insofern hat der Plan selbst einen „Stresstest“ vor sei- ner eigentlichen Beschlussfas- sung bestanden und sich als robustes Instrument für eine zukunftsgerichtete Stadtentwick- lung bewiesen. Es handelt sich um eine Entwicklungsstrategie, die auf eine resiliente Stadt mit starken Quartieren und quali- tätsvollen Grünräumen abzielt – flexibel genug, um auf ver- änderte Rahmenbedingungen reagieren zu können. Es wird daher weiter notwendig sein, kontinuierlich zu überprü- fen, wie sich durch Covid-19 die sozioökonomischen Parameter verändern und welche räumli- chen Auswirkungen sich dar- aus ergeben. Auch dies ist eine Fähigkeit, die eine lernende Stadt und mit ihr ihre Entwick- lungsstrategien haben müs- sen. So ist es eine noch offene Frage, wie man künftig stadt- planerisch mit den sich mög- licherweise abzeichnenden Zielkonflikten hinsichtlich der Planungsparadigmen soziale/ funktionale Nähe und bauliche Dichte vor dem Hintergrund des Infektionsschutzes umgehen wird. Am aktuellen Höhepunkt der Krise haben sich hier in den deutschen Städten gewisse Versprünge und Widersprüche angedeutet. Ob dies ein Kurz- zeitphänomen war oder mit- tel- und langfristige Wirkungen davon ausgehen, kann erst spä- ter beantwortet werden. 123 PROJEKT- BETEILIGTE MASTERPLAN DA 2030+ D5 strategische Steuerung Dezernat I, II, III, IV und V LENKUNGSKREIS MASTERPLAN DA 2030+ externe fachliche und politische Beratung Externe wissenschaftliche Fach- expertinnen und Fachexperten: Prof. Dr. Jörg Dettmar, TU Darmstadt, Fachbereich Architek- tur / Prof. Dr. Markus Emanuel, Hochschule Darmstadt, Fachbe- reich Soziale Arbeit / Burkhard Horn, freiberuflicher Berater, Mobilität & Verkehr – Strate- gie & Planung, Berlin / Dr.-Ing. Monika Meyer, Geschäftsführe- rin Institut Wohnen und Umwelt GmbH / Prof. Dr. Guido Spars, Bergische Universität Wupper- tal, Fachbereich Architektur / Dr. Daniel Theobald, Geschäftsbe- reichsleiter IHK Darmstadt Vertreterinnen und Vertreter der acht Fraktionen aus der Stadtver- ordnetenversammlung der Wis- senschaftsstadt Darmstadt / Vertreterinnen und Vertreter der planenden Ämter dezernatsüber- greifend / Dezernat III (Vorsitz) PROJEKTKOORDINATION DA 2030+ interne fachliche Beratung Amt für Interkulturelles und Internationales / Amt für Sozia- les und Prävention sowie nach- geordnete Einrichtungen / Amt für Wirtschaft und Stadtentwick- lung / Amt für Wohnungswesen / Bauaufsichtsamt / Bürger- und Ordnungsamt / Bürgerbeauf- tragte / Denkmalschutz und Denkmalpflege / Dezernat V Koordination Planung und Pro- jekte / Eigenbetrieb für kom- munale Aufgaben und Dienst- leistungen (EAD) / Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen (EDW) / Eigenbetrieb Immobilienma- nagement Darmstadt (IDA) / Finanzverwaltung / Frauenbüro / Grünflächenamt / Jugendamt sowie nachgeordnete Einrichtun- gen / Klimaschutzbeauftragter / Fluglärmbeauftragter / Kultur- amt / Mobilitätsamt / Presse- stelle / Radverkehrsbeauftragter / Rechtsamt / Referat Stadtwirt- schaftskoordination / Schulamt / Sportamt / Stadtplanungsamt / Straßenverkehrs- und Tiefbau- amt / Umweltamt / Vermes- sungsamt / Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH KLEINER KREIS MASTERPLAN DA 2030+ Projektleitung und operative Steuerung Amt für Wirtschaft und Stad - tentwicklung / Stadtplanungs - amt / Urban Catalyst GmbH / Dezernat III TEAMS DES KOOPERATIVEN PLANUNGSVERFAHRENS Freie Stadt: BJP Bläser Jansen Partner GbR, Hermannstraße 162a, 44263 Dortmund mit Felixx Landscape Architects & Plan- ners BV , Gustoweg 45h, 3029 AR Rotterdam NL / Mobile Stadt: SHP Ingenieure Plaza de Rosa- lia, 130449 Hannover mit Stete Planung, Sandbergstraße 65, 64285 Darmstadt / Quartiers- stadt: berchtoldkrass space&op- tions, Schützenstraße 8a, 76137 Karlsruhe mit performative archi- tektur, Gaisburgstr. 21, 70182 Stuttgart / Wohnstadt: Raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung mbH, Gutleutstraße 163-167, 60327 Frankfurt am Main mit büro luchterhandt Stadt- planer Architekten Landschafts- architekten, Shanghaiallee 6, 20457 Hamburg / Wissenschafts- und Arbeitsstadt: 711 Labor für urbane Orte und Prozesse Tal- straße 41, 70188 Stuttgart mit asp Architekten GmbH, Talstraße 41, 70188 Stuttgart HERAUSGEBER Wissenschaftsstadt Darmstadt Stadtplanungsamt Mina-Rees-Straße 12 64295 Darmstadt Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung Im Carree 1 64283 Darmstadt www.darmstadt.de KONZEPTION, REDAKTION UND GESTALTUNG Urban Catalyst GmbH Fritz Lammert, Luca Mulé, Dr. Cordelia Polinna Glogauer Straße 5 10999 Berlin www.urbancatalyst.de BILDNACHWEIS Alex Deppert (S. 18 M.r., S. 19 M.r.) Alle weiteren Fotos: Urban Catalyst GmbH, Dr. Cordelia Polinna, Fritz Lammert und Wissenschaftsstadt Darmstadt, Stadtplanungsamt, Christina Illi und Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Ulrich Mathias
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Punkt 9: ////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+ Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt (V-Nr. 2020/0141) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Gegenstimmen: Fraktionen SPD, AfD, FDP und UWIGA Stimmenthaltung: Fraktionen UFFBASSE und Die Linke.
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Punkt 18: ////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+ Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt (V-Nr. 2020/0141) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Gegenstimmen: SPD, AfD, Die Linke., FDP und UWIGA Stimmenthaltung: UFFBASSE Stadtv. Beißwenger (FDP) bittet um Auskunft, wie hoch die Kosten für den Masterplan waren.
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
28.05.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat II
Dezernat IV
Dezernat V
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I II
III 61
IV V
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0141
Magistratsbeschluss-Nr.
155
Internetfähig
Produkt-Nr.: 511020
Kostenstelle: 061-001-1000 (2020)
061-005-1000 (ab 2021)
Investitionsnummer:
Kostenträger: 5110-21 (2020)
Verteilung (ab 2021)
Sachkonto: 6779360
Betreff: ////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+
Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt
Vorlage vom: 25.05.2020
Beschlussvorschlag:
1. Der Magistrat beschließt den Masterplan DA 2030+ als räumliche Entwicklungsstrategie
(Anlage 1). Der Masterplan DA 2030+ bildet die fachlich -inhaltliche Basis für die
kommunalpolitische Diskussion und Entscheidungsfindung und dient als Strategiepapier
für die künftige städtebauliche Entwicklung.
2. Zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem Masterplan DA 2030+ sind die erforderlichen
Mittel durch das jeweilige Fachamt anzumelden sowie die notwendigen Gremienbe -
schlüsse im Vorfeld einzuholen.
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3. Die verwaltungsinterne Steuerung der Umsetzung des Masterplans und das Monitoring
der Umsetzung erfolgen in Federführung durch das Stadtplanungsamt und das Amt für
Wirtschaft und Stadtentwicklung.
4. Zur Begleitung der Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sowie zur Verstetigung und
Evaluierung der Stadtentwicklungsstrategie wird die ämterübergreifende
Projektkoordination 2030+ fortgeführt.
Anlagen: Abschlussbericht Masterplan DA 20 30+
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 03.06.2020
Der Vorlage wird zugestimmt.
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Begründung zur Magistratsvorlage vom 25.05.2020
Die Entwicklung urbaner Räume in Deutschland und damit auch der Wissenschaftsstadt
Darmstadt ist heute mit vielfältigen Herausforderungen und übergeordneten
Rahmenbedingungen konfrontiert, u. a. dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel,
zunehmender sozialräumlicher Polarisierung, der digitalen Transformation, dem
wirtschaftlichen Strukturwandel sowie der Notwendigkeit von Klima- und Ressourcenschutz.
Diese Rahmenbedingungen sind auch in der Wissenschaftsstadt Darmstadt bei allen
Planungen zu berücksichtigen, ist die Stadt doch stellenweise in besonderer Weise von diesen
Veränderungsprozessen betroffen. Das Wachstum attraktiver Städte – bei gleichzeitiger
Schrumpfung von ökonomisch weniger attraktiven Städten im ländlichen Raum – gilt in
besonderem Maße für Darmstadt. Dabei ist das Wachstum nicht das Ziel, sondern Realität.
Der aktuell rechtswirksame Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2006, der die
planungsrechtliche Grundlage der aktuellen Stadtentwicklung ist, ging für das Ziel-Jahr 2020
von einer maximalen Einwohnerzahl von 148.900 aus. Die Bevölkerungszahl hat sich in den
letzten 15 Jahren um rd. 24.000 Einwohnerinnen und Einwohner und damit 17 % gesteigert.
Auf dem Stadtgebiet leben somit heute bereits über 162.000 Menschen. Alle aktuellen
Bevölkerungsprognosen (Wissenschaftsstadt Darmstadt, Hessisches Statistisches Landesamt,
HessenAgentur) gehen von einer weiteren Bevölkerungszunahme in Darmstadt aus: bis 2030
rd. 175.000, gemäß Demografiebericht 3 der Wissenschaftsstadt Darmstadt kann bei einem
jährlichen Wanderungsgewinn von 1.100 Personen von einem Bevölkerungswachstum von rd.
184.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bis zum Jahr 2035 gerechnet werden. Berechnungen
des Instituts für Umwelt (IWU) zu Folge besteht bis 2030 dadurch ein Bedarf von rd. 18.000
Wohnungen.
Beim Thema Arbeitsplätze ging der Flächennutzungsplan 2006 für das Jahr 2020 von einer
Arbeitsplatzerhöhung um ca. 10.000 aus. Die Zahl der Arbeitsplätze betrug jedoch bereits im
Jahr 2015 130.200 und liegt somit bei einer Erhöhung von rd. 12.000 Arbeitsplätzen – mit
einem fortlaufenden Anstieg bis heute.
Dieses Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum erzeugt in Darmstadt einen erheblichen
Bedarf an Flächen für einerseits Wohnungsneubau bzw. Gewerbeentwicklung und andererseits
einen Flächenbedarf für die damit einhergehende Erweiterung der technischen und sozialen
Infrastruktur sowie der Grünräume. Diese benötigten Flächen stehen in Darmstadt jedoch nur
sehr begrenzt zur Verfügung. Im Wesentlichen sind die Flächenreserven in Form von ehemals
militärisch genutzten Liegenschaften und gewerblichen Konversionsflächen vorhanden.
Allerdings übersteigt der vom IWU 2013 prognostizierte Wohnbauflächenbedarf die
vorhandenen Baulandkapazitäten deutlich.
Die starke Zunahme der Darmstädter Bevölkerung und des Arbeitsplatzwachstums in den
letzten 10 Jahren hat ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Stadt.
Denn zum einen steigt die Anzahl derer, die in die Stadt aufgrund der Arbeitsplätze einpendeln
(derzeit ca. 95.000 Einpendlerinnen und Einpendler), gleichzeitig steigt auch die Zahl derer,
die in Darmstadt leben, aber außerhalb von Darmstadt arbeiten und damit auspendeln (derzeit
ca. 30.000 Auspendlerinnen und Auspendler). Das Verkehrsnetz ist längst an seine
Kapazitätsgrenzen gelangt und dies obwohl sich der Modal Split (Verteilung des
Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel) laut aktueller Studie der Technischen
Universität Dresden (Mobilität in Städten – SrV 2018) erheblich zu Gunsten der
Fahrradnutzung verschoben hat (22 %) und sich der Kfz-Verkehrsanteil auf 35 % verringert
hat. Dennoch hat sich von 2006 bis 2020 die Anzahl der Kfz-Fahrten/Tag von ca. 460.000 auf
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550.000 erhöht (Grundlage Verkehrsmodell der Wissenschaftsstadt Darmstadt). Da die
Straßenräume nicht beliebig erweitert werden können, führt das gewachsene
Verkehrsaufkommen bereits heute im Ergebnis zur Begrenzung der (Wohnbau-)
Entwicklungsmöglichkeiten in der Stadt Darmstadt.
Zugleich steht die Stadt aber auch vor der Herausforderung, den Wirkungen des Klimawandels
entgegenzutreten und die Netto-CO2-Emissionen bis 2035 auf null zu senken.
Damit all diese Anforderungen an die Stadt gesteuert, sozial gerecht sowie bestmöglich für
eine integrierte Stadtentwicklung genutzt werden können, bedarf es einer übergeordneten
Strategie. Mit dem vorliegenden Masterplan DA 2030+ ist nun ein übergreifender
Orientierungsrahmen für die weitere räumliche Entwicklung von Darmstadt angelegt.
Die Stadtverordnetenversammlung der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat hierzu am
12.11.2015 beschlossen, einen mehrjährigen großangelegten dialogischen und partizipativen
(Planungs-) Prozess durchzuführen, um den damit einhergehenden planerischen und
zivilgesellschaftlichen Herausforderungen konstruktiv und mit einer übergeordneten Strategie
zu begegnen (s. Vorlage-Nr. 2015/0408).
Um räumliche, funktionale und gesellschaftliche Zukunftsbilder für die zentralen Wachstums-
und Zukunftsaufgaben der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu entwickeln und der daraus
entstehenden Komplexität der Aufgabenstellung gerecht zu werden, wurden fünf erfahrene und
interdisziplinäre Planungsteams ausgewählt, Impulse für die zukünftige Entwicklung der
Wissenschaftsstadt Darmstadt zu geben.
In einem innovativen, kooperativen Planungsverfahren haben unterschiedliche Gruppen der
Stadtgesellschaft, die Politik, die Öffentlichkeit und die Fachämter unter Begleitung eines
Moderations- und Steuerungsteams in vier intensiven Beteiligungsschritten in Form von
Bürgerforen ein neues räumliches Leitbild für Darmstadt erarbeitet.
Beteiligungsprozess
Der Masterplan DA 2030+ wurde mit umfangreicher Beteiligung der Bürginnen und Bürger
erarbeitet, er bot allen Akteuren der Stadtgesellschaft vielfältige Partizipationsformen an.
Durch den öffentlichen Diskurs über die Zukunft Darmstadts konnten in allen Arbeitsphasen
neue Ideen, Sichtweisen und Perspektiven gemeinsam erörtert werden und in den
Masterplanprozess einfließen.
Folgende Informationswege, Partizipationsformen und Beteiligungsmöglichkeiten wurden im
Masterplanprozess angewandt (in chronologischer Abfolge):
Auftaktveranstaltungen
2016 fiel der Startschuss zum Masterplanprozess mit einem öffentlichen Auftakt in Form einer
Zukunftswerkstatt und eines Planer-Slams sowie dem Ideenmarkt „Du bist dran! Dein Markt
der Ideen“. Die Ergebnisse aus diesen Formaten waren Grundlage für die Ausrichtung des
Dialogs.
Darmstadtatlas
Der Darmstadtatlas wurde zu Beginn des partizipatorischen Verfahrens erstellt und beschreibt
die Ausgangslage der Stadt und die Herausforderungen für die Zukunft, u.a. durch Interviews
aus der Bürgerschaft. Für das Planungsverfahren benennt er zentrale Fragen der
Stadtentwicklung, Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung und informiert die Bürgerinnen und
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Bürger zum Prozess. Er kann sowohl online als auch gedruckt im Zeitungsformat gelesen
werden.
Bürgerforen
Im Mittelpunkt des Planungsprozesses standen vier Bürgerforen, auf denen die fünf
interdisziplinären Planungsteams Zukunftsideen zu Darmstadt mit der Stadtgesellschaft
diskutierten. Jeweils zwischen 200 und 300 Bürgerinnen und Bürger nahmen an den vier Foren
teil. In den kooperativen Planungsverfahren standen folgende Fragestellungen im Zentrum:
1. Bürgerforum – Darmstadts Schätze: Was sind die großen und kleinen Qualitäten und
Schätze der Stadt. Was soll bleiben? Was kann verändert werden?
2. Bürgerforum – Trends + Dynamiken: Welche Impulse braucht das wachsende Darmstadt
und welche Trends und Dynamiken kennzeichnen die Stadt?
3. Bürgerforum – Zukunftsbilder + Szenarien: Welche Zukunft ist denkbar und wie könnte sie
die Wissenschaftsstadt verändern? Mögliche Szenarien für die Entwicklung der Stadt konnten
im 3. Bürgerforum diskutiert werden.
4. Bürgerforum – Strategien + Schlüsselräume: Die Planungsteams präsentierten in einem
saalfüllenden, begehbaren Modell Strategien, damit Darmstadt auch 2030 und darüber hinaus
eine lebenswerte und nachhaltige Stadt ist.
Ein fünftes Forum soll zur Vorstellung des hier vorliegenden Masterplans DA 2030+
stattfinden.
Expertendialoge
Um die Interessen und Erwartungen aller relevanten Akteurinnen und Akteure der
Stadtgesellschaft in den Diskussionsprozess einfließen zu lassen sowie die sektorale Expertise
von Stakeholdern aus Wirtschaft, Einzelhandel, Kultur, Kirchen, Wissenschaft, Gesundheits-
und Sozialwesen, Naturschutz, Verbänden, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Verwaltung in
den Planungsprozess einzuspeisen, wurden jeweils im Anschluss an die Bürgerforen Dialoge
mit der Fachöffentlichkeit und der Verwaltung durchgeführt.
Projektkoordination 2030+
Die Kommunalverwaltung bildete einen wichtigen Baustein in diesem breit angelegten
zukunftsorientierten Prozess. In der Projektkoordination 2030+ arbeiteten über 30 Fachämter
der Stadtverwaltung fach- und dezernatsübergreifend zusammen:
Amt für Interkulturelles und Internationales, Amt für Soziales und Prävention sowie
nachgeordnete Einrichtungen, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Amt für
Wohnungswesen, Bauaufsichtsamt, Bürger- und Ordnungsamt, Bürgerbeauftragte,
Denkmalschutz und Denkmalpflege, Dezernat V Koordination Planung und Projekte,
Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD), Eigenbetrieb Darmstädter
Werkstätten und Wohneinrichtungen (EDW), Eigenbetrieb Immobilienmanagement Darmstadt
(IDA), Finanzverwaltung, Frauenbüro, Grünflächenamt, Jugendamt sowie nachgeordnete
Einrichtungen, Klimaschutz-/Fluglärmbeauftragter, Kulturamt, Mobilitätsamt, Pressestelle,
Radverkehrsbeauftragter, Rechtsamt, Referat Stadtwirtschaftskoordination, Schulamt,
Sportamt, Stadtplanungsamt, Straßenverkehrs- und Tiefbauamt, Umweltamt, Vermessungsamt
sowie Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH.
In diesem Kreis wurden wichtige Arbeitsergebnisse vorgestellt, notwendige Ergänzungen und
Modifizierungen vorgenommen sowie fachlich divergierende Entwicklungsvorstellungen
erörtert.
Lenkungskreis 2030+
Aufgrund der Komplexität und Bedeutung des Masterplanprozesses wurde für den
Arbeitsprozess ein Lenkungskreis als beratendes Gremium eingerichtet, der zentrale
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Empfehlungen für die weitere Bearbeitung abgab. Im Lenkungskreis waren Vertreterinnen und
Vertreter der acht Fraktionen aus der Stadtverordnetenversammlung sowie sechs externe
wissenschaftliche Fachexperten vertreten.
Der Lenkungskreis hatte die Aufgabe, den Arbeitsprozess zum Masterplan DA 2030+ fachlich
und politisch zu beraten, die Bürgerforen inhaltlich zu begleiten, die Zwischenergebnisse
fachlich und kritisch zu diskutieren und zentrale integrierte Empfehlungen zu formulieren. Die
wesentlichen Inhalte und richtungsweisenden Entscheidungen wurden von den Vertreterinnen /
den Vertretern der Parteien an ihre Fraktionen sowie von den Vertreterinnen / den Vertretern
der Fachverwaltung an ihre Dezernentinnen / ihre Dezernenten rückgekoppelt (s. Vorlage-Nr.
2017/0430).
Online Plattform
Ebenfalls wurde eine eigene städtische Projekt-Homepage unter www.darmstadt.de/
weiterdenken2030 eingerichtet sowie kontinuierlich gepflegt und ausgebaut. Allen
Interessierten standen und stehen hier neben den Informationen rund um den Prozess auch
Bildergalerien der Veranstaltungen sowie alle Ergebnisdokumentationen und Hörprotokolle der
Bürgerveranstaltungen zur Verfügung.
Printmedien
Darüber hinaus wurden durch Printprodukte die vier Foren beworben sowie ein
Informationsflyer zur ergänzenden Bekanntmachung des Prozesses mit seinen wichtigsten
Eckpunkten veröffentlicht.
Ergebnis
Der Masterplan DA 2030+ ist das Ergebnis eines intensiven Beteiligungsprozesses, den das
Stadtplanungsamt gemeinsam mit dem Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung zwischen
2017 und 2019 durchgeführt hat. Als räumliches Leitbild für die Stadt verknüpfen die
Planungsergebnisse übergeordnete Querschnittsaufgaben der Stadtentwicklung, zentrale
Wachstumsherausforderungen der Stadt, Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger und
ergänzen diese mit dem Blick von außen.
Mit dem Masterplan DA 2030+ ist ein übergreifender Orientierungsrahmen für die weitere
städtebauliche Entwicklung von Darmstadt entstanden. Der Masterplan DA 2030+ ist ein
informelles, steuerndes und partizipatorisches Planungsinstrument der Stadtentwicklung, der
inhaltliche Schwerpunkte setzt und Zukunftsbilder erzeugt. Er hat – anders als etwa ein
Flächennutzungsplan – keinen (bau-) rechtsverbindlichen Charakter, stellt jedoch eine
umfassende und politische Willensbekundung mit Bindungskraft für die Verwaltung und die
Politik für dann folgende Planungsschritte dar. Es handelt sich um eine Art Regiebuch, in dem
die Ziele für die zukünftige Stadtentwicklung beschrieben sind und der Weg zu deren
Erreichung vorgezeichnet ist.
Mobilitätskonzept 2030+
Anstelle der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes aus dem Jahr 2006 soll neben
dem Masterplan auch ein „Mobilitätsplan Darmstadt 2030+“ erarbeitet werden und die
Ergebnisse des Verkehrsentwicklungsplanes von 2006 in eine moderne und nachhaltige
Mobilitätsentwicklungsplanung überführen. Bereits im Masterplan DA 2030+ erfährt das
Thema „Mobilität“ eine intensivere Betrachtung. Die strategische Konzeptentwicklung wurde
in dem eigenen Arbeitsfeld „Mobile Stadt / Mobilitätskonzept 2030+“ bearbeitet und wird im
Anschluss an den Masterplan DA 2030+ in einem Mobilitätskonzept 2030+ konkretisiert und
vertieft.
- 8 -
Klimaschutz und Klimaanpassung
Die Belange des Klimaschutzes waren von Beginn an ein Schwerpunktthema im
Planungsprozess und stellen von daher ein zentrales Querschnittsthema im vorliegenden
Masterplan DA 2030+ dar. Im Masterplan werden Wege und Maßnahmen zur Senkung der
CO2-Emission, zur Klimaanpassung und zum Erreichen der Klimaziele von Paris sowie der
eigenen städtischen Klimabeschlüsse beschrieben.
Aktuelle Entwicklungen: Covid-19 und seine Auswirkungen
Sinnbildlich, aber tatsächlich auch kalendarisch einen Tag nach Redaktionsschluss begann im
März 2020 kontinental der Lock-Down in Folge der Corona/Covid-19-Krise. Dies bedeutet nicht
das Ende der Gültigkeit aller bisherigen Annahmen und Prognosen zu räumlichen
Entwicklungstrends in unseren Städten. Es ist jedoch unbedingt notwendig, sich mit der
Situation auseinandersetzen, ergebnisoffen zu hinterfragen, wo sich Paramater ändern
könnten, und auch zu benennen, wo weitere Erkenntnisse abzuwarten sind.
In der Summe zeigt sich, dass der Masterplan DA 2030+, dessen Erarbeitung in die Zeit vor
der Corona-Krise fällt, in wesentlichen Punkten Lerneffekten vorgreift, die bisher aus der
Bewältigung der Pandemie abgeleitet werden können. Er beweist sich als robustes Instrument
für eine zukunftsgerichtete Stadtentwicklung. Es handelt sich um eine Entwicklungsstrategie,
die auf eine resiliente Stadt mit starken Quartieren und qualitätsvollen Grünräumen abzielt –
flexibel genug, um auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können.
Es wird im Weiteren notwendig sein, kontinuierlich zu überprüfen, wie sich durch Covid-19 die
sozioökonomischen Parameter verändern und welche räumlichen Auswirkungen sich daraus
ergeben. Auch dies ist eine Fähigkeit, die eine lernende Stadt und mit ihr ihre
Entwicklungsstrategien haben müssen. So ist es eine noch offene Frage, wie man künftig
stadtplanerisch mit den sich möglicherweise abzeichnenden Zielkonflikten hinsichtlich der
Planungsparadigmen soziale/funktionale Nähe und bauliche Dichte vor dem Hintergrund des
Infektionsschutzes umgehen wird. Am aktuellen Höhepunkt der Krise haben sich hier in den
deutschen Städten gewisse Versprünge und Widersprüche angedeutet. Ob dies ein
Kurzzeitphänomen war oder mittel- und langfristige Wirkungen davon ausgehen, kann erst
später beantwortet werden. Der begonnene Diskurs über die Stadtentwicklung in Darmstadt
soll daher auch nach der Beschlussfassung des Masterplans fortgeführt werden.
Nächste Umsetzungsschritte
Ein bereits während des Prozesses entstandener Mehrwert soll deshalb als fester Bestandteil
der täglichen Arbeit weitergeführt werden: die Dialogkultur. Für eine dauerhafte
Implementierung und Begleitung der Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sollen auch
zukünftig die erfolgreich erprobten Dialogformate und Arbeitsstrukturen fortgeführt werden.
Ein Konzept kann aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie erst nach weiteren Öffnungen
erarbeitet und umgesetzt werden.
Wichtig ist hierbei ebenfalls, dass die Ergebnisse des Masterplans DA 2030+ von einer
entsprechenden Koordinierungsstelle innerhalb der Stadt bearbeitet, koordiniert und ständig
weiterverfolgt werden. Diese verwaltungsinterne Steuerung der Umsetzung des Masterplans
und das Monitoring der Umsetzung sollen in Federführung durch Stadtplanungsamt und Amt
für Wirtschaft und Stadtentwicklung erfolgen.
Da nur gemeinsam, nämlich fach- und dezernatsübergreifend, eine nachhaltige und gerechte
Entwicklung der Wissenschaftsstadt Darmstadt gelenkt werden kann, soll zur Begleitung der
Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sowie zur Verstetigung und Evaluierung der
Stadtentwicklungsstrategie die ämterübergreifende Projektkoordination 2030+ fortgeführt
werden.
Weiteres Vorgehen
Nach Erörterung und Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung soll, sobald
größere öffentliche Versammlungen wieder absehbar möglich sind, eine Vorstellung des
Masterplans DA 2030+ im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung (5. Bürgerforum) und
Ausstellung erfolgen. Dieses Bürgerforum dient dazu, die im Prozess intensiv beteiligte
Öffentlichkeit über die Ergebnisse des Planungsverfahrens zu informieren und über die
weiteren Schritte in der Umsetzung in Kenntnis zu setzen.
Kosten
Zur Umsetzung der im Masterplan DA 2030+ dargestellten Maßnahmen sind städtische Mittel
einzubringen, die im Rahmen der Haushaltsberatungen zur Etatisierung in der notwendigen
Höhe durch die zuständigen Fachämter einzubringen sind. Darüber hinaus sind vor der
Umsetzung der geplanten Maßnahmen die notwendigen Gremienbeschlüsse einzuholen.
Über das 5. Bürgerforum hinausgehende Bürgerveranstaltungen werden im Rahmen der hierfür
dem Stadtplanungsamt zur Verfügung stehenden Mittel finanziert.
Dezernat I Dezernat II Dezernat III
Jochen Partsch Rafael Reißer Dr. Barbara Boczek
Oberbürgermeister Bürgermeister Stadträtin
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Barbara Akdeniz
Stadtkämmerer Stadträtin
2020/0141
20869 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
28.05.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat II
Dezernat IV
Dezernat V
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0141
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 511020
Kostenstelle: 061-001-1000 (2020)
061-005-1000 (ab 2021)
Investitionsnummer:
Kostenträger: 5110-21 (2020)
Verteilung (ab 2021)
Sachkonto: 6779360
Betreff: ////Darmstadt weiterdenken - Masterplan DA 2030+
Eine räumliche Entwicklungsstrategie für Darmstadt
Vorlage vom: 25.05.2020
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat beschließt den Masterplan DA 2030+ als räumliche Entwicklungsstrategie
(Anlage 1). Der Masterplan DA 2030+ bildet die fachlich -inhaltliche Basis für die
kommunalpolitische Diskussion und Entscheidungsfindung und dient als Strategiepapier
für die künftige städtebauliche Entwicklung.
2. Zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem Masterplan DA 2030+ sind die erforde rlichen
Mittel durch das jeweilige Fachamt anzumelden sowie die notwendigen Gremienbe -
schlüsse im Vorfeld einzuholen.
- 2 -
3. Die verwaltungsinterne Steuerung der Umsetzung des Masterplans und das Monitoring
der Umsetzung erfolgen in Federführung durch das Stadtplanungsamt und das Amt für
Wirtschaft und Stadtentwicklung.
4. Zur Begleitung der Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sowie zur Verstetigung und
Evaluierung der Stadtentwicklungsstrategie wird die ämterübergreifende
Projektkoordi nation 2030+ fortgeführt.
Anlagen: Abschlussbericht Masterplan DA 2030+
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 25.05.2020
Die Entwicklung urbaner Räume in Deutschland und damit auch der Wissenschaftsstadt
Darmstadt ist heute mit vielfältigen Herausforderungen und übergeordneten
Rahmenbedingungen konfrontiert, u. a. dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel,
zunehmender sozialräumlicher Polarisierung, der digitalen Transformation, dem
wirtschaftlichen Strukturwandel sowie der Notwendigkeit von Klima- und Ressourcenschutz.
Diese Rahmenbedingungen sind auch in der Wissenschaftsstadt Darmstadt bei allen
Planungen zu berücksichtigen, ist die Stadt doch stellenweise in besonderer Weise von diesen
Veränderungsprozessen betroffen. Das Wachstum attraktiver Städte – bei gleichzeitiger
Schrumpfung von ökonomisch weniger attraktiven Städten im ländlichen Raum – gilt in
besonderem Maße für Darmstadt. Dabei ist das Wachstum nicht das Ziel, sondern Realität.
Der aktuell rechtswirksame Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2006, der die
planungsrechtliche Grundlage der aktuellen Stadtentwicklung ist, ging für das Ziel-Jahr 2020
von einer maximalen Einwohnerzahl von 148.900 aus. Die Bevölkerungszahl hat sich in den
letzten 15 Jahren um rd. 24.000 Einwohnerinnen und Einwohner und damit 17 % gesteigert.
Auf dem Stadtgebiet leben somit heute bereits über 162.000 Menschen. Alle aktuellen
Bevölkerungsprognosen (Wissenschaftsstadt Darmstadt, Hessisches Statistisches Landesamt,
HessenAgentur) gehen von einer weiteren Bevölkerungszunahme in Darmstadt aus: bis 2030
rd. 175.000, gemäß Demografiebericht 3 der Wissenschaftsstadt Darmstadt kann bei einem
jährlichen Wanderungsgewinn von 1.100 Personen von einem Bevölkerungswachstum von rd.
184.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bis zum Jahr 2035 gerechnet werden. Berechnungen
des Instituts für Umwelt (IWU) zu Folge besteht bis 2030 dadurch ein Bedarf von rd. 18.000
Wohnungen.
Beim Thema Arbeitsplätze ging der Flächennutzungsplan 2006 für das Jahr 2020 von einer
Arbeitsplatzerhöhung um ca. 10.000 aus. Die Zahl der Arbeitsplätze betrug jedoch bereits im
Jahr 2015 130.200 und liegt somit bei einer Erhöhung von rd. 12.000 Arbeitsplätzen – mit
einem fortlaufenden Anstieg bis heute.
Dieses Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum erzeugt in Darmstadt einen erheblichen
Bedarf an Flächen für einerseits Wohnungsneubau bzw. Gewerbeentwicklung und andererseits
einen Flächenbedarf für die damit einhergehende Erweiterung der technischen und sozialen
Infrastruktur sowie der Grünräume. Diese benötigten Flächen stehen in Darmstadt jedoch nur
sehr begrenzt zur Verfügung. Im Wesentlichen sind die Flächenreserven in Form von ehemals
militärisch genutzten Liegenschaften und gewerblichen Konversionsflächen vorhanden.
Allerdings übersteigt der vom IWU 2013 prognostizierte Wohnbauflächenbedarf die
vorhandenen Baulandkapazitäten deutlich.
Die starke Zunahme der Darmstädter Bevölkerung und des Arbeitsplatzwachstums in den
letzten 10 Jahren hat ebenfalls erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Stadt.
Denn zum einen steigt die Anzahl derer, die in die Stadt aufgrund der Arbeitsplätze einpendeln
(derzeit ca. 95.000 Einpendlerinnen und Einpendler), gleichzeitig steigt auch die Zahl derer,
die in Darmstadt leben, aber außerhalb von Darmstadt arbeiten und damit auspendeln ( derzeit
ca. 30.000 Auspendlerinnen und Auspendler). Das Verkehrsnetz ist längst an seine
Kapazitätsgrenzen gelangt und dies obwohl sich der Modal Split (Verteilung des
Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel) laut aktueller Studie der Technischen
Universität Dresden (Mobilität in Städten – SrV 2018) erheblich zu Gunsten der
Fahrradnutzung verschoben hat (22 %) und sich der Kfz-Verkehrsanteil auf 35 % verringert
hat. Dennoch hat sich von 2006 bis 2020 die Anzahl der Kfz-Fahrten/Tag von ca. 460.000 auf
550.000 erhöht (Grundlage Verkehrsmodell der Wissenschaftsstadt Darmstadt). Da die
- 4 -
Straßenräume nicht beliebig erweitert werden können, führt das gewachsene
Verkehrsaufkommen bereits heute im Ergebnis zur Begrenzung der (Wohnbau-)
Entwicklungsmöglichkeiten in der Stadt Darmstadt.
Zugleich steht die Stadt aber auch vor der Herausforderung, den Wirkungen des Klimawandels
entgegenzutreten und die Netto-CO2-Emissionen bis 2035 auf null zu senken.
Damit all diese Anforderungen an die Stadt gesteuert, sozial gerecht sowie bestmöglich für
eine integrierte Stadtentwicklung genutzt werden können, bedarf es einer übergeordneten
Strategie. Mit dem vorliegenden Masterplan DA 2030+ ist nun ein übergreifender
Orientierungsrahmen für die weitere räumliche Entwicklung von Darmstadt angelegt.
Die Stadtverordnetenversammlung der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat hierzu am
12.11.2015 beschlossen, einen mehrjährigen großangelegten dialogischen und partizipativen
(Planungs-) Prozess durchzuführen, um den damit einhergehenden planerischen und
zivilgesellschaftlichen Herausforderungen konstruktiv und mit einer übergeordneten Strategie
zu begegnen (s. Vorlage-Nr. 2015/0408).
Um räumliche, funktionale und gesellschaftliche Zukunftsbilder für die zentralen Wachstums -
und Zukunftsaufgaben der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu entwickeln und der daraus
entstehenden Komplexität der Aufgabenstellung gerecht zu werden, wurden fünf erfahrene und
interdisziplinäre Planungsteams ausgewählt, Impulse für die zukünftige Entwicklung der
Wissenschaftsstadt Darmstadt zu geben.
In einem innovativen, kooperativen Planungsverfahren haben unterschiedliche Gruppen der
Stadtgesellschaft, die Politik, die Öffentlichkeit und die Fachämter unter Begleitung eines
Moderations- und Steuerungsteams in vier intensiven Beteiligungsschritten in Form von
Bürgerforen ein neues räumliches Leitbild für Darmstadt erarbeitet.
Beteiligungsprozess
Der Masterplan DA 2030+ wurde mit umfangreicher Beteiligung der Bürginnen und Bürger
erarbeitet, er bot allen Akteuren der Stadtgesellschaft vielfältige Partizipationsformen an.
Durch den öffentlichen Diskurs über die Zukunft Darmstadts konnten in allen Arbeitsphasen
neue Ideen, Sichtweisen und Perspektiven gemeinsam erörtert werden und in den
Masterplanprozess einfließen.
Folgende Informationswege, Partizipationsformen und Beteiligungsmöglichkeiten wurden im
Masterplanprozess angewandt (in chronologischer Abfolge):
Auftaktveranstaltungen
2016 fiel der Startschuss zum Masterplanprozess mit einem öffentlichen Auftakt in Form einer
Zukunftswerkstatt und eines Planer-Slams sowie dem Ideenmarkt „Du bist dran! Dein Markt
der Ideen“. Die Ergebnisse aus diesen Formaten waren Grundlage für die Ausrichtung des
Dialogs.
Darmstadtatlas
Der Darmstadtatlas wurde zu Beginn des partizipatorischen Verfahrens erstellt und beschreibt
die Ausgangslage der Stadt und die Herausforderungen für die Zukunft, u.a. durch Interviews
aus der Bürgerschaft. Für das Planungsverfahren benennt er zentrale Fragen der
Stadtentwicklung, Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung und informiert die Bürgerinnen und
Bürger zum Prozess. Er kann sowohl online als auch gedruckt im Zeitungsformat gelesen
werden.
- 5 -
Bürgerforen
Im Mittelpunkt des Planungsprozesses standen vier Bürgerforen, auf denen die fünf
interdisziplinären Planungsteams Zukunftsideen zu Darmstadt mit der Stadtgesellschaft
diskutierten. Jeweils zwischen 200 und 300 Bürgerinnen und Bürger nahmen an den vier Foren
teil. In den kooperativen Planungsverfahren standen folgende Fragestellungen im Zentrum:
1. Bürgerforum – Darmstadts Schätze: Was sind die großen und kleinen Qualitäten und
Schätze der Stadt. Was soll bleiben? Was kann verändert werden?
2. Bürgerforum – Trends + Dynamiken: Welche Impulse braucht das wachsende Darmstadt
und welche Trends und Dynamiken kennzeichnen die Stadt?
3. Bürgerforum – Zukunftsbilder + Szenarien: Welche Zukunft ist denkbar und wie könnte sie
die Wissenschaftsstadt verändern? Mögliche Szenarien für die Entwicklung der Stadt ko nnten
im 3. Bürgerforum diskutiert werden.
4. Bürgerforum – Strategien + Schlüsselräume: Die Planungsteams präsentierten in einem
saalfüllenden, begehbaren Modell Strategien, damit Darmstadt auch 2030 und darüber hinaus
eine lebenswerte und nachhaltige Stadt ist.
Ein fünftes Forum soll zur Vorstellung des hier vorliegenden Masterplans DA 2030+
stattfinden.
Expertendialoge
Um die Interessen und Erwartungen aller relevanten Akteurinnen und Akteure der
Stadtgesellschaft in den Diskussionsprozess einfließen zu lassen sowie die sektorale Expertise
von Stakeholdern aus Wirtschaft, Einzelhandel, Kultur, Kirchen, Wissenschaft, Gesundheits -
und Sozialwesen, Naturschutz, Verbänden, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Verwaltung in
den Planungsprozess einzuspeisen, wurden jeweils im Anschluss an die Bürgerforen Dialoge
mit der Fachöffentlichkeit und der Verwaltung durchgeführt.
Projektkoordination 2030+
Die Kommunalverwaltung bildete einen wichtigen Baustein in diesem breit angelegten
zukunftsorientierten Prozess. In der Projektkoordination 2030+ arbeiteten über 30 Fachämter
der Stadtverwaltung fach- und dezernatsübergreifend zusammen:
Amt für Interkulturelles und Internationales, Amt für Soziales und Prävention sowie
nachgeordnete Einrichtungen, Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Amt für
Wohnungswesen, Bauaufsichtsamt, Bürger- und Ordnungsamt, Bürgerbeauftragte,
Denkmalschutz und Denkmalpflege, Dezernat V Koordination Planung und Projekte,
Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD), Eigenbetrieb Darmstädter
Werkstätten und Wohneinrichtungen (EDW), Eigenbetrieb Immobilienmanagement Darmstadt
(IDA), Finanzverwaltung, Frauenbüro, Grünflächenamt, Jugendamt sowie nachgeordnete
Einrichtungen, Klimaschutz-/Fluglärmbeauftragter, Kulturamt, Mobilitätsamt, Pressestelle,
Radverkehrsbeauftragter, Rechtsamt, Referat Stadtwirtschaftskoordination, Schulamt,
Sportamt, Stadtplanungsamt, Straßenverkehrs- und Tiefbauamt, Umweltamt, Vermessungsamt
sowie Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH.
In diesem Kreis wurden wichtige Arbeitsergebnisse vorgestellt, notwendige Ergänzungen und
Modifizierungen vorgenommen sowie fachlich divergierende Entwicklungsvorstellungen
erörtert.
Lenkungskreis 2030+
Aufgrund der Komplexität und Bedeutung des Masterplanprozesses wurde für den
Arbeitsprozess ein Lenkungskreis als beratendes Gremium eingerichtet, der zentrale
Empfehlungen für die weitere Bearbeitung abgab. Im Lenkungskreis waren Vertreterinnen und
Vertreter der acht Fraktionen aus der Stadtverordnetenversammlung sowie sechs externe
wissenschaftliche Fachexperten vertreten.
- 6 -
Der Lenkungskreis hatte die Aufgabe, den Arbeitsprozess zum Masterplan DA 2030+ fachlich
und politisch zu beraten, die Bürgerforen inhaltlich zu begleiten, die Zwischenergebnisse
fachlich und kritisch zu diskutieren und zentrale integrierte Empfehlungen zu formulieren. Die
wesentlichen Inhalte und richtungsweisenden Entscheidungen wurden von den Vertreterinnen /
den Vertretern der Parteien an ihre Fraktionen sowie von den Vertreterinnen / den Vertretern
der Fachverwaltung an ihre Dezernentinnen / ihre Dezernenten rückgekoppelt (s. Vorlage-Nr.
2017/0430).
Online Plattform
Ebenfalls wurde eine eigene städtische Projekt-Homepage unter www.darmstadt.de/
weiterdenken2030 eingerichtet sowie kontinuierlich gepflegt und ausgebaut. Allen
Interessierten standen und stehen hier neben den Informationen rund um den Prozess auch
Bildergalerien der Veranstaltungen sowie alle Ergebnisdokumentationen und Hörprotokolle der
Bürgerveranstaltungen zur Verfügung.
Printmedien
Darüber hinaus wurden durch Printprodukte die vier Foren beworben sowie ein
Informationsflyer zur ergänzenden Bekanntmachung des Prozesses mit seinen wichtigsten
Eckpunkten veröffentlicht.
Ergebnis
Der Masterplan DA 2030+ ist das Ergebnis eines intensiven Beteiligungsprozesses, den das
Stadtplanungsamt gemeinsam mit dem Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung zwischen
2017 und 2019 durchgeführt hat. Als räumliches Leitbild für die Stadt verknüpfen die
Planungsergebnisse übergeordnete Querschnittsaufgaben der Stadtentwicklung, zentrale
Wachstumsherausforderungen der Stadt, Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger und
ergänzen diese mit dem Blick von außen.
Mit dem Masterplan DA 2030+ ist ein übergreifender Orientierungsrahmen für die weitere
städtebauliche Entwicklung von Darmstadt entstanden. Der Masterplan DA 2030+ ist ein
informelles, steuerndes und partizipatorisches Planungsinstrument der Stadtentwicklung , der
inhaltliche Schwerpunkte setzt und Zukunftsbilder erzeugt. Er hat – anders als etwa ein
Flächennutzungsplan – keinen (bau-) rechtsverbindlichen Charakter, stellt jedoch eine
umfassende und politische Willensbekundung mit Bindungskraft für die Verwaltung und die
Politik für dann folgende Planungsschritte dar. Es handelt sich um eine Art Regiebuch, in dem
die Ziele für die zukünftige Stadtentwicklung beschrieben sind und der Weg zu deren
Erreichung vorgezeichnet ist.
Mobilitätskonzept 2030+
Anstelle der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes aus dem Jahr 2006 soll neben
dem Masterplan auch ein „Mobilitätsplan Darmstadt 2030+“ erarbeitet werden und die
Ergebnisse des Verkehrsentwicklungsplanes von 2006 in eine moderne und nachhaltige
Mobilitätsentwicklungsplanung überführen. Bereits im Masterplan DA 2030+ erfährt das
Thema „Mobilität“ eine intensivere Betrachtung. Die strategische Konzeptentwicklung wurde
in dem eigenen Arbeitsfeld „Mobile Stadt / Mobilitätskonzept 2030+“ bearbeitet und wird im
Anschluss an den Masterplan DA 2030+ in einem Mobilitätskonzept 2030+ konkretisiert und
vertieft.
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Klimaschutz und Klimaanpassung
Die Belange des Klimaschutzes waren von Beginn an ein Schwerpunktthema im
Planungsprozess und stellen von daher ein zentrales Querschnittsthema im vorliegenden
Masterplan DA 2030+ dar. Im Masterplan werden Wege und Maßnahmen zur Senkung der
CO2-Emission, zur Klimaanpassung und zum Erreichen der Klimaziele von Paris sowie der
eigenen städtischen Klimabeschlüsse beschrieben.
Aktuelle Entwicklungen: Covid-19 und seine Auswirkungen
Sinnbildlich, aber tatsächlich auch kalendarisch einen Tag nach Redaktionsschluss begann im
März 2020 kontinental der Lock-Down in Folge der Corona/Covid-19-Krise. Dies bedeutet nicht
das Ende der Gültigkeit aller bisherigen Annahmen und Prognosen zu räumlichen
Entwicklungstrends in unseren Städten. Es ist jedoch unbedingt notwendig, sich mit der
Situation auseinandersetzen, ergebnisoffen zu hinterfragen, wo sich Paramater ändern
könnten, und auch zu benennen, wo weitere Erkenntnisse abzuwarten sind.
In der Summe zeigt sich, dass der Masterplan DA 2030+, dessen Erarbeitung in die Z eit vor
der Corona-Krise fällt, in wesentlichen Punkten Lerneffekten vorgreift, die bisher aus der
Bewältigung der Pandemie abgeleitet werden können. Er beweist sich als robustes Instrument
für eine zukunftsgerichtete Stadtentwicklung. Es handelt sich um eine Entwicklungsstrategie,
die auf eine resiliente Stadt mit starken Quartieren und qualitätsvollen Grünräumen abzielt –
flexibel genug, um auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können.
Es wird im Weiteren notwendig sein, kontinuierlich zu überprüfen, wie sich durch Covid-19 die
sozioökonomischen Parameter verändern und welche räumlichen Auswirkungen sich daraus
ergeben. Auch dies ist eine Fähigkeit, die eine lernende Stadt und mit ihr ihre
Entwicklungsstrategien haben müssen. So ist es eine noch offene Frage, wie man künftig
stadtplanerisch mit den sich möglicherweise abzeichnenden Zielkonflikten hinsichtlich der
Planungsparadigmen soziale/funktionale Nähe und bauliche Dichte vor dem Hintergrund des
Infektionsschutzes umgehen wird. Am aktuellen Höhepunkt der Krise haben sich hier in den
deutschen Städten gewisse Versprünge und Widersprüche angedeutet. Ob dies ein
Kurzzeitphänomen war oder mittel- und langfristige Wirkungen davon ausgehen, kann erst
später beantwortet werden. Der begonnene Diskurs über die Stadtentwicklung in Darmstadt
soll daher auch nach der Beschlussfassung des Masterplans fortgeführt werden.
Nächste Umsetzungsschritte
Ein bereits während des Prozesses entstandener Mehrwert soll deshalb als fester Bestandteil
der täglichen Arbeit weitergeführt werden: die Dialogkultur. Für eine dauerhafte
Implementierung und Begleitung der Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sollen auch
zukünftig die erfolgreich erprobten Dialogformate und Arbeitsstrukturen fortgeführt werden.
Ein Konzept kann aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie erst nach weiteren Öffnungen
erarbeitet und umgesetzt werden.
Wichtig ist hierbei ebenfalls, dass die Ergebnisse des Masterplans DA 2030+ von einer
entsprechenden Koordinierungsstelle innerhalb der Stadt bearbeitet, koordiniert und ständig
weiterverfolgt werden. Diese verwaltungsinterne Steuerung der Umsetzung des Masterplans
und das Monitoring der Umsetzung sollen in Federführung durch Stadtplanungsamt und Amt
für Wirtschaft und Stadtentwicklung erfolgen.
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Da nur gemeinsam, nämlich fach- und dezernatsübergreifend, eine nachhaltige und gerechte
Entwicklung der Wissenschaftsstadt Darmstadt gelenkt werden kann, soll zur Begleitung der
Umsetzung des Masterplans DA 2030+ sowie zur Verstetigung und Evaluierung der
Stadtentwicklungsstrategie die ämterübergreifende Projektkoordination 2030+ fortgeführt
werden.
Weiteres Vorgehen
Nach Erörterung und Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung soll, sobald
größere öffentliche Versammlungen wieder absehbar möglich sind, eine Vorstellung des
Masterplans DA 2030+ im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung (5. Bürgerforum) und
Ausstellung erfolgen. Dieses Bürgerforum dient dazu, die im Prozess intensiv beteiligte
Öffentlichkeit über die Ergebnisse des Planungsverfahrens zu informieren und über die
weiteren Schritte in der Umsetzung in Kenntnis zu setzen.
Kosten
Zur Umsetzung der im Masterplan DA 2030+ dargestellten Maßnahmen sind städtische Mittel
einzubringen, die im Rahmen der Haushaltsberatungen zur Etatisierung in der notwendigen
Höhe durch die zuständigen Fachämter einzubringen sind. Darüber hinaus sind vor der
Umsetzung der geplanten Maßnahmen die notwendigen Gremienbeschlüsse einzuholen.
Über das 5. Bürgerforum hinausgehende Bürgerveranstaltungen werden im Rahmen der hierfür
dem Stadtplanungsamt zur Verfügung stehenden Mittel finanziert.
Dezernat I Dezernat II Dezernat III
Jochen Partsch Rafael Reißer Dr. Barbara Boczek
Oberbürgermeister Bürgermeister Stadträtin
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Barbara Akdeniz
Stadtkämmerer Stadträtin
Beratungsverlauf (4)
Orte (20)
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- Frankfurter Straße
- Dieburger Straße
- Im Tiefen See
- Hermannstraße 162a
- Im Carree 1
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2020/0141
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 25.05.2020
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00