2017/0032
Forschungsprojekt 'Transformative Strategien einer integrierten Quartiersentwicklung für Schwarmstädte (TRASIQ) - Teilprojekt Nachhaltige Quartiersentwicklung in der Konversion', Beteiligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt
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2017/0032
7645 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
16.02.2017
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlu ng
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Stadtplanungsamt
Amt für Interne Dienste
Amt: Amt für Wirtsc haft
und Stadtentwicklung OBW bei abschl. B e-
schlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2017/0032
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 511010
Kostenstelle: 015-040-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5110-11 Sachkonto:
Betreff: Forschungsprojekt "Transformative Strategien einer i ntegrierten Quartiersentwic k-
lung für Schwarmstädte (TRASIQ) - Teilprojekt Nachhaltige Quartiersentwicklung in
der Konversion", Beteiligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 31.01.2017
Beschlussvorschlag :
1. Die erfolgreiche Bewerbung des Fors chungskonsortiums unter Beteiligung der Wisse n-
schaftsstadt Darmstadt für eine Förderung d urch das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) im Förderbereich „Nachhaltige Transformation urbaner Räume“ im
Rahmen der Fördermaßnahme „Sozial -ökologische Forschung“ unter dem Arbeitstitel
TRASIQ wird zur Kenntnis genommen und als Beitrag zur Stadtentwicklung im Bereich der
Konversion (ehem. Cambrai -Fritsch-Kaserne/Jefferson -Siedlung) ausdrücklich begrüßt.
2. Der Einrichtung einer Stelle beim Amt für Wirtscha ft und Stadtentwicklung im Umfang von
0,28 VZÄ (11 Std./W.) - vorbehaltlich einer Tarifbewertung ausgewiesen nach EG 13 kw
TVöD - im Stellenplan 2018 wird zugestimmt. Weiterhin wird einer vorgreifenden Bewir t-
schaftung im Haushaltsjahr 2017 zugestimmt, da d ie Haushaltsmittel zur Deckung der
zusätzlichen Personalaufwendungen aus Projektfördermitteln des Bundes refinanziert
werden.
- 2 -
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 31.01.2017
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt, hier das Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung in A b-
stimmung mit dem Stadtplanungsamt und der Darmstädter Stadtentwicklungs GmbH (DSE),
hat sich gemeinsam mit dem Öko-Institut e.V. (Federführung, Darmstadt/Freiburg), dem
Deutschen Institut für Urbanistik (Berlin), dem ILS – Institut für Landes - und Stadtentwic k-
lungsforschung gGmbH (Dortmund) und der Stadt Griesheim beim Bundesministerium für
Bildung und Fors chung (BMBF) für die Jahre 2017 bis 2019 erfolgreich um eine Förderung
im Bereich „Nachhaltige Transformation urbaner Räume“ (Fördermaßnahme „Sozial -
ökologische Forschung“ ) beworben.
Der Titel des Forschungsprojekt s lautet "Transformative Strategien einer integrierten Qua r-
tiersentwicklung für Schwarmstädte (TRASIQ) “.
Das in Darmstadt zu bearbeitende Teilprojekt ist als „Nachhaltige Quartiersentwicklung in
der Konversion" benannt. Räumlicher Forschungsgegenstand ist der Konversionsbereich Süd,
konkret die eh emalige Cambrai -Fritsch-Kaserne und die Jefferson -Siedlung.
Ausgangspunkt des Forschungsprojekts ist es, dass das urbane Wohnen in Deutschland der-
zeit vor vielfältigen ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen, wie z.B.
dem fortschreitende n Klimawandel, ansteigender Belastung durch motorisierten Verkehr,
Lärm und Flächenverbrauch steht. Aber auch das Öffnen der sozialen Schere , demografi-
scher Wandel mit räumlich heterogener Entwicklung von Alterungsprozessen und das Nebe n-
einander von Wachstum und Schrumpfung müssen bewältigt werden: sie sind essenziell für
die nachhaltige Zukunft von Wohnungsangebot und -nachfrage. Weiterhin erfordern nationale
Aufgaben und Ziele wie die Energiewende – als umfassende intendierte Transformation –
aber auch die Umsetzung der Klimaschutzziele Anpassungsprozesse in den urbanen Rä u-
men. Ein seit einigen Jahren zu beobachtender gesellschaftlicher Entwicklungstrend ist, dass
sich die Verteilung der Bevölkerung in zwei gegenläufigen Bewegungen „sortiert“. Während in
Schrumpfungsregionen die Menschen aus der Fläche in die zentralen Orte wandern – und
überregional in die sogenannten Wachstumsregionen –, kann man feststellen, dass in diesen
Wachstumsregionen wiederum ein starker Zuzug vor allem von 21 -35-Jährigen in die Zentren
der Schwarmstädte (wie z.B. Darmstadt) erfolgt. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung s-
trends entfalten sich insbesondere in diesen Schwarmstädten vielfältige Nutzungs -, Flächen-
und Zielkonflikte.
Zentrale Ziele des Vorhabens sind daher:
Erarbeitung eines Beitrags zur kommunalen Nachhaltigkeitssteuerung auf Entwicklungsfl ä-
chen mithilfe integrierter Zukunftsvisionen und Bewertungsschritte durch
‒ Identifizierung und Herunterbrechen übergeordneter Ziele und Visionen auf urbane Räume;
‒ Aufdeckung und Diskussion immanenter und expliziter Zielkonflikte (z.B. bezahlbares Wo h-
nen versus Energiesparinvestitionen oder Klimaneutralität versus Ressourcenin anspruch-
nahme und Schadstoffbelastungen durch Dämmstoffe) mit verschiedenen Akteursgruppen;
‒ Entwicklung von integrierten – transformativ erarbeiteten – Zielen und Umsetzungspfaden
(agentenbasierte Szenarien);
‒ Bewertung von Umsetzungsans ätzen und Maßnahmen auf kommunaler Ebene hinsichtlich
ihrer Eignung auf Basis eines neu entwickelten – und übertragbaren – Bewertungstools.
Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen durch:
‒ Erarbeiten von praktischen Umsetzungsans ätzen auf kommunaler Ebene;
‒ Verallgemeinerbare Hinweise auf ein kommunales Transformationsmanagement für En t-
wicklungsgebiete (und darüber hinaus);
- 4 -
‒ Ableitung und Diskussion einer Hochskalierung kommunaler Strategien auf die nationale
Ebene.
Für Darmstadt wird der Projektstart bzw. –Zeitraum als sehr günstig eingeschätzt, weil er ein
Wechselspiel zwischen konkreter Planung, auch im Sinne des in Vorbereitung befindl ichen
städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs, und Projektentwicklung mit der
Forschungsebene zulässt. Dies ermög licht es, praxisnah, angewandt und gewinnbringend für
beide Seiten zu arbeiten, Insofern wird davon ausgegangen, dass das TRASIQ -Projekt Beitr ä-
ge zur Wohnkonversion in Darmstadt leisten kann und zugleich bereits durch die Auswahl
seitens des BMBF belegt, d ass der Stadtentwicklung in und von Darmstadt als Prototyp der
„Schwarmstadt“ national Aufmerksamkeit zukommt.
Zur Umsetzung innerhalb der Verwaltung und zur Projektbegleitung stehen für die Stadt bis
zum 31.12.2019 Personalmittel in Höhe von 68.328€ als Zuwendung des BMBF zur Verf ü-
gung. Inklusive weiterer Sach - und Reiskosten beträgt der Gesamtförderbetrag 72.374€.
Die zur Verfügung stehenden Personalmittel entsprechen für die Dauer von 3 Jahren einer
Stelle EG 13 im Umfang von 0,28 VZÄ (11 Std./W.) . Beim Amt für Wirtschaft und Stadten t-
wicklung – Abteilung Stadt - und Regionalentwicklung soll daher vorbehaltlich einer Bewe r-
tung durch die Bewe rtungskommission eine Stelle EG 13 kw im Umfang von 0,28 VZÄ für die
Dauer des Projektes im Stellenplan 2018 ei ngerichtet werden. Die Stelle soll zudem aufgrund
der zur Verfügung stehenden Projektmittel des Bundes bereits in 2017 baldmöglichst bewir t-
schaftet werden
Dez. I Dez. III Dez. IV
Jochen Partsch i.V. Jochen Partsch André Schellenberg
Oberbürgermeister Oberbürgermeister Stadtkämmerer
Beratungsverlauf (5)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2017/0032
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 31.01.2017
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00