3306/2019
Veränderung Schulanmeldezahlen 5. Klasse (SJ 2016/17) zu 7. Klasse (2018/19)
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
11085 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
IV/IV/2
Vorlagen-Nummer 30.09.2019
3306/2019
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Ausschuss Schule und Weiterbildung 07.10.2019
Veränderung Schulanmeldezahlen 5. Klasse (2016/17) zu 7. Klasse (2018/19)
Zu den Fragen lt. Anfrage AN/1126/2019 nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:
Für die Bearbeitung der nachfolgenden Fragen wurde die amtliche Schulstatistik zugrunde
gelegt. Alle Auswertungen beziehen sich auf Regelklassen (für Vorbereitungs- bzw. für
Sprachförderklassen gelten andere Klassenbildungswerte) an Schulen in städtischer Träger-
schaft.
1. Wie viele Schülerinnen und Schüler besuchten zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 die
Hauptschule, die Realschule bzw. das Gymnasium in Klasse 5 und wie ist die durch-
schnittliche Klassengröße an den entsprechenden Schulformen?
Wie sind die Abweichungen der durchschnittlichen Klassengröße vom Klassenfrequenz-
richtwert und wie oft wurde der Klassenfrequenzhöchstwert jeweils erreicht?
Im SJ 2016/17 besuchten 7.522 Lernende die 5. Klasse einer weiterführenden Schule (SJ
2018/19: 8.156 Lernende) in städtischer Trägerschaft; darunter 485 eine Hauptschule (SJ
2018/19: 514 Lernende), 1.663 eine Realschule (SJ 2018/19: 1.721 Lernende), 1.803 eine Ge-
samtschule (SJ 2018/19: 2.107 Lernende) und 3.571 ein Gymnasium (SJ 2018/19: 3.814 Ler-
nende).
Im Durchschnitt bewegen sich die Klassengrößen aller Schulformen innerhalb der Bandbreiten
(Tab. 1); der Richtwert wurde lediglich bei den Gymnasien trotz der Bildung von Mehrklassen
überschritten (28,8 zu 27). Zu den Werten im Einzelnen: Hauptschule: 19,4 Lernende/Klasse,
Realschule 26 Lernende/Klasse, Gesamtschule: 26,9 Lernende/Klasse und Gymnasien: 28,8
Lernende/Klasse.
In 11% der 5. Klassen (dies entspricht 32 Klassen) wurde der Höchstwert erreicht und in weiteren
28% der Klassen (dies entspricht 79 Klassen) der Höchstwert überschritten (Tab. 1). Das Errei-
chen bzw. Überschreiten der Höchstwerte an Real- und Gesamtschulen ist in der überwiegenden
Zahl der Fälle in Verbindung mit den schulgesetzlichen Vorschriften für die Klassenbildung im
Gemeinsamen Lernen zu verstehen, die das Erreichen des Klassenfrequenzrichtwertes im
Durchschnitt des Jahrgangs verlangt1. Im Gegenzug konnten in nahezu allen Gesamtschulen und
an vier Realschulen kleine bis sehr kleine GL-Klassen mit 24 bis 26 Lernenden gebildet werden.
Darüber hinaus wurde von mehr als der Hälfte der gymnasialen Eingangsklassen der Höchstwert
von 29 überschritten (55% bzw. in 68 Eingangsklassen). Nach Schulrecht kann der Höchstwert
unter bestimmten Umständen um 1 bis 2 Schüler*innen überschritten werden.
1 Im Durchschnitt des Jahrgangs einer Schule muss der Klassenfrequenzrichtwert (Hauptschulen: 24; Real - und
Gesamtschulen: 27 erreicht werden).
2
Tab. 1: Lernende und Klassen der Jahrgangsstufe 5 im Schuljahr 2016/17 nach Schulform, (Regelkla s-
sen an städtischen Schulen )
abs. in % abs. in %
Hauptschule 18, 24, 30 485 25 0 0% 0 0% 19,4
Realschule 1.663 64 6 9% 4 6% 26,0
Gesamtschule 1.803 67 15 22% 7 10% 26,9
Gymnasium 3.571 124 11 9% 68 55% 28,8
Insgesamt 7.522 280 32 11% 79 28% 26,9
Jg. 5 im SJ 2016/17
überschreiten
Klassen, die den Höchstwert
AnzahlKlassenfrequenzen:
Mindest-,
Richt- und
Höchstwert
Lernende Klassen
25, 27, 29
Lernende
pro Klasseerreichen
2. Wie viele Schülerinnen und Schüler besuchten zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 die
Hauptschule, die Realschule bzw. das Gymnasium in Klasse 7 und wie ist die durch-
schnittliche Klassengröße an den entsprechenden Schulformen?
Wie sind die Abweichungen der durchschnittlichen Klassengröße vom Klassenfre-
quenzrichtwert und wie oft wurde der Klassenfrequenzhöchstwert jeweils erreicht?
Im SJ 2018/19 besuchten 7.846 Lernende die 7. Klasse einer weiterführenden Schule in städti-
scher Trägerschaft; darunter 736 eine Hauptschule, 1.929 eine Realschule, 1.808 eine Gesamt-
schule und 3.373 ein Gymnasium.
Im Durchschnitt bewegen sich die Klassengrößen aller Schulformen innerhalb der Bandbreiten;
der Richtwert wird bei den Schulformen „Realschule“ (27,2 zu 27) und „Gymnasium“ (27,4 zu 27)
überschritten. Zu den Werten im Einzelnen: Hauptschule: 23 Lernende/Klasse, Realschule 27,2
Lernende/Klasse, Gesamtschule: 27 Lernende/Klasse und Gymnasien: 27,4 Lernende/Klasse.
Somit nehmen die Klassenstärken an Haupt- und Realschulen im Vergleich mit den SJ 2016/17
trotz einer Erhöhung der Anzahl der Klassen (Haupt- und Realschule je Plus 7 Klassen) zu. An
Gymnasien nehmen die Klassenstärken leicht ab.
In 9% der 7. Klassen (dies entspricht 26 Klassen) wird der Höchstwert erreicht und in weiteren
20% der Klassen (dies entspricht 59 Klassen) wird der Höchstwert überschritten. Am häufigsten
wird der Höchstwert in den 7. Klassen der Gymnasien erreicht (11% bzw. in 14 Klassen). Am
häufigsten überschritten wird der Höchstwert von 7. Klassen der Gymnasien (28% bzw. in 35
Klassen) und von 7. Klassen der Realschulen (22% bzw. 15 Klassen).
Tab. 2: Lernende und Klassen der Jahrgangsstufe 7 im Schuljahr 2018/19 nach Schulform, Regelklassen
an städtischen Schulen
abs. in % abs. in %
Hauptschule 18, 24, 30 736 32 0 0% 1 3% 23,0
Realschule 1.851 68 6 9% 15 22% 27,2
Realschule am Rhein* 78 3 0 0% 0 0% 26,0
Gesamtschule 1.808 67 6 9% 8 12% 27,0
Gymnasium 3.373 123 14 11% 35 28% 27,4
Insgesamt 7.846 293 26 9% 59 20% 26,8
Klassenfrequenzen:
Mindest-,
Richt- und
Höchstwert
Anzahl
Lernende Klassen
Klassen, die den Höchstwert
überschreiten
25, 27, 29
Jg. 7 im SJ 2018/19
Lernende
pro Klasseerreichen
3
3. Wie sind die Gründe für die Zuwächse der Schülerzahlen insgesamt von Klasse 5 zu Klas-
se 7 zu erklären? Welche Gründe sind das?
4. Wie erklärt sich die ungleiche Verteilung des Zuwachses bei den genannten Schulformen?
5. Wie viele Schülerinnen und Schüler von Gymnasien wurden jeweils an die Realschulen
bzw. an die Hauptschulen abgeschult?
Wie viele Schülerinnen und Schüler von Realschulen wurden jeweils an die Haupt-schulen
abgeschult?
Die Fragen 3 bis 5 werden gemeinsam beantwortet: Eine umfassende Klärung der Frage, welche
Zu- und Abgänge nach Art und Umfang im Einzelnen für die o.g. Veränderungen der Bestands-
daten insgesamt und auf der Ebene der einzelnen Schulformen ursächlich sind, setzt eine
Längsschnittbetrachtung von entsprechend differenzierten Individualdaten voraus. Diese werden
aufgrund von politischen und datenschutzrechtlichen Bedenken in NRW nicht vorgehalten. Er-
satzweise können die im Rahmen der Landesstatistik erhobenen Merkmale Wiederholer*innen
und Schulformwechsler*innen herangezogen werden.
Für die Zunahme der Jahrgangsstärke an Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien insge-
samt sind in erster Linie Klassenwiederholungen sowie die Integration von zugewanderten Schü-
lern*innen in die Regelklassen v.a. der Haupt- und Realschulen (Direktintegration bzw. Wechsel
aus Sprachförderklassen) ursächlich. Zahlen zum Ausmaß von Direktintegration und Wechsel
aus Sprachförderklassen liegen nicht vor. Die Jahrgangsstärken auf der Ebene der einzelnen
Schulformen werden zusätzlich durch Schulformwechsel beeinflusst; hiervon betroffen sind ganz
überwiegend Haupt-, Realschulen und Gymnasien.
Der prozentuale Anstieg der Anzahl der Lernenden von der 5. bis zu 7. Klasse ist bei den Haupt-
schulen am stärksten ist (52% bzw. Plus 251 Lernende). An Realschulen steigt die Schülerzahl
um 16% bzw. um Plus 266 Lernende an und an Gymnasien sinkt die Schülerzahl um 6% bzw.
um Minus 198 Lernende. An Gesamtschulen bleiben die Zahlen nahezu konstant.
Einen großen Einfluss auf die Veränderung der Jahrgangsstärken nehmen Schulformwechsel
und Wiederholung der 6. oder 7. Klasse. Zu den Daten im Einzelnen:
Die saldierte Zahl der Schulformwechsel, die ganz überwiegend beim Übergang in die 7. Klasse
vollzogen werden, reduziert die Zahl der Lernenden an Gymnasien (34 Zugänge, 290 Abgänge)
und erhöht die Zahl der Lernenden an Real- (300 Zugänge, 134 Abgänge) und Hauptschulen
(140 Zugänge und 16 Abgänge) (siehe Tab. 3). In den vergangenen Jahren war der Anteil der
Lernenden, die zum Wechsel in die 7. Klasse ein Gymnasium oder eine Realschule verlassen, in
etwa gleich hoch2.
Die Reduktion der Schülerzahl an Gymnasien durch Schulformwechsel wird nur leicht durch Ler-
nende kompensiert, die die 6. oder 7. Klasse an einem Gymnasium wiederholen (3,4% der
Siebtklässler bzw. 114 Lernende). Demgegenüber ist deren Anteil an Haupt- (6,1% der Siebt-
klässler bzw. 45 Lernende) und Realschulen (9,1% der Siebtklässler bzw. 176 Lernende) deutlich
höher und erhöht die Zunahme der Jahrgangsstärken, die aus Schulformwechseln resultieren,
weiter.
Die Verringerung der Jahrgangsstärke (Jg. 7) an Gymnasien führt zu einem deutlichen Rückgang
von Gymnasialklassen, die den Höchstwert überschreiten (von 55% auf 28% aller 7. Klassen der
Jahrgangsstufe 7, siehe Tab. 1 und 2). Dementsprechend sinkt auch insgesamt der Anteil der 7.
Klassen, die den Höchstwert überschreiten, von 28% auf 20%.
2 Die Summe der Zugänge ist ungleich der Summe der Abgänge, weil nicht alle Ausp rägungen des Merkmals
„Herkunftsschulform“ dargestellt wurden; unberücksichtigt sind Wechsel von anderen Schulformen (Waldor f-
schule, Förderschule) sowie Lernende aus dem Ausland.
4
Gleichzeitig nehmen Anzahl und Anteil der Realschulklassen, die den Höchstwert überschreiten,
von 4 Klassen auf 15 Klassen bzw. von 6% auf 22% zu. Die vergleichsweise hohe Schülerzahl-
zunahme an Hauptschulen vollzieht sich aufgrund der sehr geringen Klassenstärken in den unte-
ren Jahrgängen fast ausnahmslos innerhalb der Bandbreiten. Auch aufgrund der Erfahrung mit
dem Zuwachs durch Schulformwechsler*innen während und zum Ende der Erprobungsstufe bil-
den die Hauptschulen bereits im 5. Schuljahr mehrere kleinere statt weniger größere Klassen. So
können pädagogisch schwierige Klassenteilungen spätestens zum 7. Schuljahr in ihrer Anzahl
begrenzt werden.
An Gesamtschulen bleiben Jahrgangsstärken und Klassengrößen im Durchschnitt nahezu un-
verändert; Wiederholung und Schulformwechsel spielen an dieser Schulform nahezu keine Rolle.
Tab. 3: Vergleich der Jahrgangsstufen 5 (SJ 16/17) und 7 (SJ 18/19); Wiederholung und Schulfor m-
wechsel, Regelklassen an städtischen S chulen
abs. % abs. in % des
7. Jg. abs. in % des
7. Jg. abs. in % des
5. Jg.
Hauptschule 485 736 251 52% 45 6,1% 140 19,0% 16 3,3%
Realschule 1.663 1.929 266 16% 176 9,1% 300 15,6% 134 8,1%
Gesamtschule 1.803 1.808 5 0% < 5 17 0,9% 10 0,6%
Gymnasium 3.571 3.373 -198 -6% 114 3,4% 34 1,0% 290 8,1%
Insgesamt 7.522 7.846 324 4% 335 4,3% 491 6,3% 450 6,0%
z.B. Wiederholung z.B. Schulformwechsel
- Zugänge -
z.B. Schulformwechsel
- Abgänge -
Veränderungen im Übergang zur 6. Jg. (SJ 17/18) und 7. Jg. (SJ 18/19)
Jg. 5 im
SJ 16/17
Jg. 7 im
SJ 18/19
Differenz
Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3306/2019
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 30.09.2019
- Erstellt
- 19.09.2019 14:00