V/0428/2015
Antrag A-R/0024/2015 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL und Herrn Ratsherrn Powroznik
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Beschlussvorlage
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V/0428/2015 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Grünflächen und Umweltschutz Betrifft Antrag A-R/0024/2015 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL und Herrn Ratsherrn Powroznik: „Kein Fracking auf Kosten der Kommunen, des Naturschutzes und der Energiewende Teilnahme an der Aktion „Frackingfreie Kommune" Beratungsfolge 09.06.2015 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 17.06.2015 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Stadt Münster erklärt sich zur „Frackingfreien Kommune“ und spricht sich gegen Fra- cking und für eine konsequente Umsetzung der Energiewende aus. 2. Der Antrag A-R/0024/2015 wird damit aufgegriffen. II. Finanzielle Auswirkungen: Es entstehen keine finanziellen Auswirkungen. Begründung: Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL und Herr Ratsherr Powroznik haben beantragt: „D ie Stadt Münster erklärt sich zur „Frackingfreien Kommune“ und spricht sich gegen Fracking und für eine konsequente Umsetzung der Energiewende aus.“ Der Rat hat den Antrag A-R/0024/2015 zur Entscheidung an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen. Die Verwaltung schlägt vor, dem Antrag zuzustimmen. Aus folgenden Gründen: Die Stadt Münster wird durch die Erklärung zur „Frackingfreien Kommune“ Teil eines Zusamme n- schlusses von Gemeinden, Städten und Landkreisen, die ihrem Protest g egen den Ein satz der Fracking-Technologie in Deutschland gemeinsam Ausdruck verleihen: so der Begründungstext aus dem o.g. Antrag. Die Aktion „Frackingfreie Kommune“ wurde ursprünglich vom Naturschutzbund (Nabu), dem Deutschen Naturschutzring (DNR), dem BUND und der Initiative „Power Shift“ initiiert, um gemeinsam ein Zeichen gegen Fracking zu setzen. Vorlagen-Nr.: V/0428/2015 Auskunft erteilt: Herr Muddemann Ruf: 492 67 79 E-Mail: Muddemann@stadt-muenster.de Datum: 18.05.2015 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0428/2015 Die Stadt Münster hat sich bereits mit der gemeinsamen Resolution des Regiona lrates Münster sowie der Resolution des Hauptausschusses des Deutschen Städtetags in 2012 ge gen Fracking ausgesprochen und damit grundsätzlich Stellung bezogen. Auch in den Stellungnahmen zu den zwischenzeitlich gestellten Anträgen zur Verlängerung der Aufsuchungserlaubnisse der Exxon Mobil und der RWTH Aachen in 2014 wurde diese Position deutlich. Die Verlängerung der Anträge wurde abgelehnt, solange die Voraussetzungen für eine umwelt - und ressourcenschonende G e- winnungs- und Fördertechnik nicht gewährleistet sind. Anfang April 2015 hat die Bundesregierung den Entwurf für ein Fracking-Gesetz beschlossen. Der Entwurf macht die umstrittene Technologie grundsätzlich möglich. Zwar soll diese nur unter stre n- gen Auflagen und zu Probezwecken durchgeführt werden - eine umfassende Regelung der u m- weltrechtlichen Problematik im Zusammenhang mit dem mögliche n Einsatz der Fracking - Technologie bleibt jedoch dringend geboten. An der grundsätzlichen Sichtweise der Stadt Münster hat sich dadurch nichts geändert. Daher ist es nur logisch und konsequent, wenn sich die Stadt Münster der obengenannten Initiat i- ve anschließt und sich zur „Frackingfreien Gemeinde“ erklärt. Hiermit kann auch ein Zeichen g e- setzt werden, dass die Ressourcen „Boden, Grundwasser und Trinkwasser“ im Stadtgebiet Mün s- ter und darüber hinaus geschützt werden sollen. I.V. gez. Thomas Paal Stadtrat Anlagen: Antrag A-R/0024/2015
Anlage a-r-0024-2015
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0024/2015 Ratsantrag: Kein Fracking auf Kosten der Kommunen, des Naturschutzes und der Energiewende Teilnahme an der Aktion "Frackingfreie Kommune" Der Rat möge beschließen: Beschlussvorschlag: Die Stadt Münster erklärt sich zur „Frackingfreien Kommune“ und spricht sich damit gegen Fracking und für eine konsequente Umsetzung der Energiewende aus. Begründung: Die Bundesregierung hat Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht, um die Förderung von Erdgas und Erdöl mittels Hydraulic Fracturing (Fracking) zu regulieren. Obwohl die Regierung den Gesetzesentwurf als „die strengsten Regeln, die es in dem Bereich jemal s gab“ bezeichnet, würde er de facto der extrem risikoreichen und teuren Fracking-Technologie in Deutschland den Weg bereiten: Probebohrungen wären mit Ausnahme einiger Schutzgebiete erlaubt, ab 2018 wäre eine wirtschaftliche Förderung abzusehen. Fracking ist eine Hochrisikotechnologie, die mit ni cht verantwortbaren Eingriffen in die Natur verbund en ist und die Lebensqualität stark beeinträchtigt, etwa durch • Verschmutzungen des Grund- und Trinkwassers durch verpresste Ab- wässer, • Bohr- und Transportunfälle, • Verseuchung der Böden durch Leckagen in den Rohrleitungssys- temen, • Flächenversiegelung, • erhöhtes LKW-Verkehrsaufkom- men und damit einhergehende Infrastrukturbelastung sowie • zunehmende Lärm- und Schad- stoffbelastungen an Förderplät- zen und Zufahrtswegen. Die Ausbeutung von Erdgaslager- stätten durch Fracking hat angesichts der nur sehr gering eingestuften Reserven und des Voranschreiten der Energiewende nur ein geringes ökonomisches Potential, birgt jedoch gewaltige Risiken. Auch im Müns- terland werden sogenannte unkon- ventionelle Erdgaslagerstätten in den Kreisen Steinfurt und Coesfeld vermutet, auf die sich das Augenmerk der Bergbauindustrie richtet. Sollte es d ort zu Probebohrungen oder gar zu einer Förderung im größeren Maßstab kommen, müssten somit auch Münsters Bürgerinnen und Bürger die Gefahren und Bündnis 90/Die Grünen/GAL Ratsfraktion Münster Windthorststr. 7 48143 Münster Fon: 0251 / 8 99 58 10 ratsfraktion@gruene-muenster.de www.gruene -muenster.de 28. April 2015 Folgekosten der Fracking-Technologie tragen. Breite Bevölkerungsschichten sowie breite Teile aller im Bundestag vertretenen Fraktionen lehnen das Verfahr en und den aktuellen Gesetzentwurf des Umweltministeriums daher ab. Die Stadt Münster wird durch die Erklärung zur „Frac kingfreien Kommune“ Teil eines Zusammenschlusses von Gemeinden, Städten und Landkreisen, die ihrem Protest gegen den Einsatz der Fracking-Technologie in Deutschland gemeinsam Ausdr uck verleihen, darunter viele Städte und Gemeinden im Münsterland. Sie trägt somit zur Sichtbarkeit der Initiative bei und erhöht den Druck auf die Bundesregierung, in ihrem Gesetzentwurf zum Fracking die Vorbehalte der Bürgerinnen und Bürger ausreichend zu berücksichtigen und den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen (Wasser, Böden, Flächen) vor einer nicht kalkulierbaren Risikotechnologie sicherzustellen. Beschlussbeispiele politischer Gremien des Münsterlandes und nördlichen Ruhrgebietes: Regionalrat Münster 19.3.2012 Resolution zur Ablehnung der Erdgas förde - rung Einstimmiger Bes chluss Telgte 18.9.2014 Die Stadt Telgte lehnt die Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen zu wissenschaftlichen Zwecken ab. Zu dem vorliegenden Antrag der RWTH Aachen auf Verlängerung der Erlaubnis zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen zu wissenschaftlichen Zwecken in dem Feld „CBM RWTH“ schließt sich die Stadt Telgte der ab- lehnenden Stellungnahme des Kreises Waren- dorf an die Bezirksregierung an. 31 Ja -Stimmen Dortmund 19.2.2015 Die Stadt Dortmund erklärt sich zur „Frackingfreien Kommune“ und spricht sich damit gegen umwelt- und gesundheitsge- fährdendes Fracking und für eine konsequente Umsetzung der Energiewende aus. Mit den Stimmen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und LINKEN Nordwalde 24.3.2015 Der Rat beschließt, die Interessenge mein - schaft IGG zu unterstützen und vor dem Rat- haus ein Schild mit dem Schriftzug „Fracking- freie Kommune“ aufzustellen. Ja: 24 , Nein: 1 , Enthaltun g: 0 Hamm 16.9.2014 Resolution gegen Fracking Ja: 55 , Nein: 2 , Enthaltung: 0 Haltern a m See 12.3.2015 Die Stadt Haltern am See erklärt sich zur „Frackingfreien Kommune“ und spricht sich damit gegen Fracking und für eine konse- quente Umsetzung der Energiewende aus. Die Stadt Haltern am See wird Teil eines Zusam- menschlusses von Gemeinden, Städten und Landkreisen, die ihrem Protest gegen den Ein- satz der Fracking-Technologie in Deutschland als „Frackingfreie Kommune“ gemeinsam Aus- druck verleihen. Einstimmiger Beschluss Marl 19.2.2015 Beschluss: Marl wird zur „Fracking freien Ge - meinde“ erklärt. Der Rat beschließt bei 3 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen gez. Susanne Dähne und Fraktion sowie Ratsherr Pascal Powroznik
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Windthorststraße 7
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Details
- Aktenzeichen
- V/0428/2015
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 19.05.2015
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37