2012/0261
Planung von Fahrradstraßen für Darmstadt
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2012/0261
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 22.08.2012 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Straßenverkehrs- und Tiefbauamt Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2012/0261 Magistratsbeschluss-Nr. Produkt-Nr.: Kostenstelle: 066-100-1000 Investitionsnummer: 08066-6091 Kostenträger: Sachkonto: Betreff: Planung von Fahrradstraßen für Darmstadt Vorlage vom: 27.07.2012 Beschlussvorschlag: 1. Der Sachstand zum Planungs- und Beteiligungsprozess zu den Fahrradstraßen wird zur Kenntnis genommen. 2. Die Planungen zu den Fahrradstraßen sind weiter zu betreiben und die Bürgerbeteiligung nach dem bisherigen Verfahren weiterzuführen. Anlagen: Datenschutzrelevante Anlage: Folgekosten: Ja Nein - 2 - Beschluss des Magistrats vom - 3 - Begründung zur Magistratsvorlage vom 27.07.2012 Planungsprozess 2010 und 2011 Am Runden Tisch Radverkehr wurde Ende 2010 vereinbart, sich intensiv mit den Möglichkeiten von Fahrradstraßen zur Förderung des Radverkehrs zu befassen und hierzu ein begleitender Sondertermin Fahrradstraßen ins Leben gerufen, der sich nur mit diesem Thema befasst. Der Runde Tisch Radverkehr – Sondertermin Fahrradstraßen hat an inzwischen 11 Terminen zwischen November 2010 und Juni 2012 getagt. Teilnehmende sind: Vertreter der Fraktionen, ADFC, ADAC, Lokale Agenda 21, Senioreninitiative 55plus, Bürgerinitiative ONO, Interessensgemeinschaft „Pro Rad Arheilgen“, Polizeipräsidium, Straßenverkehrsbehörde, Straßenverkehrs- und Tiefbauamt. Die Tagesordnungen der ersten 8 Termine wurden in den Magistratsvorlagen 2012/0004 (Runder Tisch Radverkehr - Arbeitsbericht 2011) und 2011/0045 (Runder Tisch Radverkehr- Arbeitsbericht 2010) zur Kenntnis gegeben. Es wurden mit den Teilnehmern des Runden Tischs geeignete Straßenzüge ausgewählt, bewertet, priorisiert und die ersten sechs Fahrradstraßen zur Planung und Umsetzung ausgewählt: • Pankratiusstraße (Kantplatz bis Rhönring) • Wilhelminenstraße (Hügelstraße bis Klappacher Straße) • Schreberweg (Martin-Luther-King-Ring bis Maulbeerallee) • Heinrich-Fuhr-Straße (Heidenreichstraße bis Breslauer Platz) • Im Harras– Rabenaustraße (Staudingerstraße bis Robert-Bosch-Straße) • Greinstraße – Im Erlich (Glockengartenweg bis Gehmerweg) Die ersten beiden Arbeitsschritte (Analyse und Konzept) für alle 6 Straßenzüge wurden Ende 2011 abgeschlossen. Es hatte sich bei der Bearbeitung schnell herausgestellt, dass neben Beschilderung und Markierung der Fahrradstraße auch Handlungsbedarf zur Verbesserung der Randbedingungen für den Radverkehr besteht. Wichtige Punkte der Konzepte waren daher: • Einbindung in das vorhandene Radverkehrsnetz / Routenführung / Wegweisung • Anschlüsse an weiterführende Strecken / Querung von Hauptverkehrsstraßen/ Führung des Radverkehrs in den anschließenden Knotenpunkten • Zustand der Fahrbahn-Oberflächen • Vorfahrtregelungen / Beschilderung • Markierung der Fahrradstraße und der Anschlusspunkte • Minimierung von Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmern (Kraftfahrzeugfahrer / Fußgänger) / Raumbedarf im Begegnungsfall • Unterschiedliche Ansprüche von verschiedenen Radfahrergruppen an Sicherheit und Geschwindigkeit Planungsprozess 2012 Im ersten Halbjahr 2012 standen die Öffentlichkeitsarbeit, der Planungsablauf bis zur Umsetzung und die Weiterbearbeitung der ersten Fahrradstraßenentwürfe im Mittelpunkt. Des Weiteren wurden zu Beginn der Fahrradsaison 2012 Verkehrserhebungen durchgeführt und weitere Untersuchungen beauftragt, z.B. zur Machbarkeit von Veränderungen zugunsten des Radverkehrs an Ampelanlagen. - 4 - Öffentlichkeitsarbeit Am 25. April 2012 fand eine erste Informationsveranstaltung für die breite Öffentlichkeit statt, bei der informiert wurde über: • Bedeutung von Fahrradstraßen (von denen es bisher in Darmstadt noch keine gibt) für die Förderung des Radverkehrs, • verkehrsrechtliche Regelungen in Fahrradstraßen, • die Arbeit des Runden Tischs, • die Fahrradstraßen der ersten Prioritätsstufe und den Zeitplan zur Umsetzung und • die geplante Form und den Ablauf der Bürgerbeteiligung in den jeweiligen Stadtteilen. Zeitnah dazu wurden im Internetauftritt der Wissenschaftsstadt Darmstadt die Seiten „Fahrradstraßen“ freigeschaltet (http://www.darmstadt.de/leben-in-darmstadt/mobilitaet-und-verkehr/ fuss-und- rad/fahrradstrassen-fuer-darmstadt/index.htm), auf der diese Informationen nachzulesen sind und die sukzessive mit weiteren Inhalten, je nach Planungsfortschritt, gefüllt werden. Ein Faltblatt mit den wichtigsten Informationen zu Fahrradstraßen steht ebenfalls zur Verfügung. Zeitablauf 1. Prioritätsstufe Bei der Festlegung der Umsetzungsreihenfolge wurde der unterschiedliche Aufwand bei der Umsetzung bzw. noch ausstehende weitere vorbereitende Untersuchungen, Abstimmungen mit anderen Planungen oder Zusammenarbeit mit anderen Fachämtern berücksichtigt. Sie orientiert sich außer an diesen Sachzwängen an dem Prinzip, innerstädtische Strecken mit höherem Radverkehrsaufkommen zuerst anzugehen. Fahrradstraße Bürgerbeteiligung Abschluss Planung Ausführung Wilhelminenstraße Heinrich-Fuhr-Straße 23. Mai 2012 20. Juni 2012 Herbst 2012 Frühjahr 2013 Pankratiusstraße Greinstraße – Im Erlich 21. Sept. 2012 08. Nov. 2012 Frühjahr 2013 Herbst 2013 Schreberweg Im Harras – Rabenaustraße Frühjahr 2013 Herbst 2013 Frühjahr 2014 Verkehrszählungen Ende April sowie zwischen Ende Mai und Mitte Juni 2012 wurden Verkehrszählungen an allen 6 geplanten Fahrradstraßen durchgeführt: pro Straßenzug mindestens eine Ganztageszählung mit Videobeobachtung am einem repräsentativen Werktag, sowie an mehreren ausgewählten weiteren Knotenpunkten ergänzende Zählungen zu verschiedenen Zeitpunkten zum Freizeit-, Samstagsmorgenseinkauf-, Schüler- und Studentenverkehr. Die Auswertungen werden bis Ende August 2012 abgeschlossen. Die Videobeobachtungen liefern außerdem wichtige Hinweise zu Verhaltensweisen und Routenwahl des Radverkehrs und zu Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmenden. Als erstes Ergebnis ist festzustellen, dass auf den innenstadtnahen Strecken Wilhelminenstraße, Pankratiusstraße und Heinrich-Fuhr-Straße der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist; er beträgt hier in einigen Abschnitten das 2-4fache des Kraftfahrzeugverkehrs. Für die Wilhelminenstraße liegen Vergleichszahlen aus den Jahren 1996 und 2006 vor, hier hat sich die - 5 - Vermutung bestätigt, dass auch in Darmstadt der bundesweite Trend der letzten Jahre zu deutlichen Steigerungen im Radverkehrsanteil zu beobachten ist. Bürgerbeteiligung zu den einzelnen Fahrradstraßen Für die ersten zwei geplanten Fahrradstraßen Wilhelminenstraße und Heinrich-Fuhr-Straße haben die Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung bereits stattgefunden. Den Besuchern der Veranstaltungen wurden Analyse, Konzept, Vorplanung und für ausgewählte Teilbereiche auch die Entwurfsplanung vorgestellt. Die Reaktionen waren überwiegend positiv, viele Befürchtungen der Anwohner bzgl. Erreichbarkeit ihrer Grundstücke konnten zerstreut werden. Bei den lebhaften Diskussionen gab es neben einzelnen Kritikpunkten eine Fülle von konstruktiven Fragen und Anregungen seitens der Bürger. Die wichtigsten Punkte aus dem Bürger-Feedback waren: Wilhelminenstraße • Prüfung von Einbahnstraßenregelungen in der Annastraße und Riedeselstraße/ Weyprechtstraße zur weiteren Kfz-Entlastung der geplanten Fahrradstraße bzw. zur Unterbindung von Schleichverkehr • Prüfung von anderen Parkplatzanordnungen in der südlichen Wilhelminenstraße, um den Begegnungsfall Kfz / Fahrrad sicherer zu gestalten • Prüfen von durchgehenden Markierungen der Fahrradstraße • Verbessern von Sichtverhältnisse zwischen Grundstücksausfahrten und Fahrbahn • Prüfen von Freigabe oder Verbot von Gehweg-Radfahren (für Menschen über 10 Jahre) • Diskussion der Radverkehrsführung auf der Ost- oder der Westseite des Wilhelminenplatzes • Forderung nach einer Radverbindung in die Fußgängerzone sowie einer Radumfahrung der Fußgängerzone Heinrich-Fuhr-Straße • Prüfung einer Einbahnstraßenregelung im westlichen Teil der Heinrich-Fuhr-Straße • Forderung nach einer Weiterführung der Radroute / der Fahrradstraße in Richtung Innenstadt ab Trainingsbad • Verbesserung der Verkehrs- und Parkregelungen bei Sportveranstaltungen und Badebetrieb • Forderung nach Unterbinden von Gehweg-Radfahren (für Menschen über 10 Jahre) • Forderung nach einem Ausbau der Wegeverbindung (Schulweg) zwischen Edelsteinviertel und Woogsviertel einschließlich Verbesserungen am Bahnübergang Die Anregungen werden derzeit geprüft und einige davon werden voraussichtlich Eingang in die Fahrradstraßen-Planung oder in separate Planungen finden. - 6 - Weitere Vorgehensweise Entsprechend dem o.g. Zeitplan werden Bürgerbeteiligungen auch zu den anderen 4 geplanten Fahrradstraßen durchgeführt und die jeweiligen dort formulierten Anregungen auf Umsetzbarkeit geprüft. Die überarbeiteten Fahrradstraßen-Planungen werden mit Kostenberechnungen zeitnah nach der jeweiligen Bürgerbeteiligung in weiteren Magistratsvorlagen zur Beschlussfassung über die Einrichtung der einzelnen Fahrradstraßen eingebracht. Darmstadt, 27.07.2012 III-66/2L-Ry-Si Nst. 2716 Die Dezernentin III Brigitte Lindscheid Stadträtin
Beratungsverlauf (5)
Orte (23)
- Pankratiusstraße
- Wilhelminenstraße
- Hügelstraße
- Klappacher Straße
- Maulbeerallee
- Heinrich-Fuhr-Straße 23
- Heidenreichstraße
- Rabenaustraße
- Staudingerstraße
- Robert-Bosch-Straße
- Greinstraße
- Weyprechtstraße
- Kantplatz
- Rhönring
- Schreberweg
- Martin-Luther-King-Ring
- Breslauer Platz
- Glockengartenweg
- Gehmerweg
- Riedeselstraße
- Im Harras
- Im Erlich 21
- Annastraße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2012/0261
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 27.07.2012
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00