2019/0077
Sachstand der Schulsozialarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
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Punkt 4: Sachstand der Schulsozialarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt (V-Nr. 2019/0077) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.
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Jugendamt Darmstadt, 22.02.2019 Kinder und Jugendförderung 51/4 JB Nst.: 3969 Projektplan Weiterentwicklung Schulsozialarbeit Ziel Konzepte Schulsozialarbeit, Sachberichte und Rahmenkonzept sichten und abgleichen Ende 2018 erledigt Arbeitsschwerpunkte identifizieren und clustern Ende 2018 erledigt Bedarfe ermitteln, Abgleich mit anderen Angeboten Jugendhilfe, Angebotsermittlung in Sozialräumen/Stadtteilen Ende 2018 erledigt Vorstellung Ergebnisse Träger Schulsozialarbeit Ende 2018 erledigt Definition Grundverständnis Schulsozialarbeit Sommer 2019 Konzepttag 22.03. Definition Erläuterung rechtliche Grundlagen Sommer 2019 Definition Ziele, Methoden und Arbeitsansätze Sommer 2019 Konzepttag 07.05. Definition Anforderungen an das Personal Sommer 2019 Definition Anforderungen an das Struktur und Kooperation Sommer 2019 TZ (3) Kooperationsverträge Schule – Träger Ende 2019 TZ (4) Leistungsvereinbarung Träger – Stadt Ende 2019 TZ (5) Controlling Konzept Sommer 2020 Testphase Erfassung Bis Sommerferien 2018 erledigt Auswertung Testphase September 2018 erledigt Einführung in neue Datenerhebung September/Oktober 2018 erledigt Umstellung auf neue Datenerhebung Ab Herbst 2018 erledigt Überarbeitung Berichtswesen Schuljahr 2018/19 in Arbeit Einführung neues Berichtswesen ab Schuljahr 2019/2020 in Arbeit TZ (6) Berichtswesen/Datenerhebung - ist bereits erfolgt TZ (2) Erstellung Basiskonzept – Gemeinsame Entwicklung stadtweites Portfolio Schulsozialarbeit Bis wann Status Fortschreibung Rahmenkonzept Schulsozialarbeit TZ (1) Arbeitsschwerpunkte und Ziele ermitteln
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Punkt 5: Sachstand der Schulsozialarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
(V-Nr. 2019/0077)
Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.
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Punkt 25: Sachstand der Schulsozialarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt - Kenntnisnahme - (V-Nr. 2019/0077) Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
2019/0077
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
05.04.2019
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnete nversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Jugendamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2019/0077
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 363100
Kostenstelle: 051-004-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3631-10 Sachkonto: 7128740
Betreff: Sachstand der Schulsozialarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 04.04.2019
Beschlussvorschlag :
Der Bericht zum Sachstand der sozialraumorientierten Schulsozialarbeit in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Projektplan Weiterentwicklung
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 04.04.2019:
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat im Jahr 2010 das Rahmenkonzept zur
sozialraumorientierten Schulsozialarbeit verabschiedet und die Schulsozialarbeit in drei
Ausbaustufen flächendeckend in Darmstadt eingeführt. Seit dem Schuljahr 2012/13 ist jede
Schulform von der Grundschule über die weiterführenden Schulen bis hin zu den beruflichen
Schulen sukzessive mit Personalressourcen ausgestattet worden.
Aktuell wird Schulsozialarbeit sozialraumorientiert an 17 Grundschulen, fünf Gesamtschulen,
einer Haupt- und Realschule, sieben Gymnasien, vier Förderschulen und sechs Berufsschulen
umgesetzt. Die Aufgabe in den jeweiligen Sozialräumen und an den beruflichen Schulen wurde
an anerkannte, freie Träger der Jugendhilfe übertragen. Für die fachliche und administrative
Begleitung hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt eine Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit
im Jugendamt Darmstadt, Abteilung Kinder- und Jugendförderung eingerichtet.
Die Finanzierung wird durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt sichergestellt.
Schulsozialarbeit ist eine wichtige präventive Pflichtleistung der Jugendhilfe. Den rechtlichen
Rahmen bilden die §§11 und 13 SGB VIII (Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit). Die
Wissenschaftsstadt Darmstadt bekennt sich zu ihrer öffentlichen Gesamtverantwortung
allen Kindern und Jugendlichen eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung und dem
gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Das kommunalpolitische Ziel ist die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit und
Chancengleichheit sowie die Verringerung von Armut und Ausgrenzung.
Dabei stehen nicht die Bildungs- und Lehrpläne im Mittelpunkt, sondern der individuelle
Bildungs- und Entwicklungsprozess von Kindern und Jugendlichen.
Schulsozialarbeit ist ein komplexes sozialpädagogisches Angebot der Jugendhilfe im
Sozialraum und am Ort Schule, das in verschiedenen Feldern verankert ist.
Wichtige Säulen der Schulsozialarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind
Sozialraumorientierung, Prävention und Partizipation. Das Angebot reicht von
Einzelfallberatung, über Sozialkompetenztraining, Vermittlung außerschulischer Hilfen, bis hin
zu Projektarbeit.
Im Folgenden wird, exemplarisch anhand je eines Beispiels aus den Sozialräumen, die
Wirksamkeit von Schulsozialarbeit dargestellt.
Wirksamkeitsbericht Schulsozialarbeit – Schwerpunktsetzung in den Sozialräumen1
Darmstadt Nord + Waldkolonie (Sozialkritischer Arbeitskreis Darmstadt e.V.)
„Schulsozialarbeit ist präventiv orientiert. Sie wird in erster Linie nicht nachgehend aktiv, wenn
bereits Not- bzw. Konfliktfälle eingetreten sind. Sie folgt der primären und sekundären Prävention,
zielt also auf stabile, fördernde Verhältnisse (Schulklima) und bietet vorbeugende Hilfen in
erfahrungsgemäß belastenden Situationen (z.B. Schulübergänge). Prävention bezieht ihre
Begründung aber nicht aus der Verhinderung von Krisen und Konflikten, sondern aus eigenem
Anspruch frühzeitig Kompetenzen bei jungen Menschen und Eltern zu fördern, die eine Gestaltung der
eigenen Lebensräume ermöglichen und Verwirklichungschancen eröffnen.“
(Auszug aus dem Rahmenkonzept Schulsozialarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2010)
1 Die Berichte zur Wirksamkeit von Schulsozialarbeit aus den Sozialräumen wurden unter Beteiligung der jeweiligen
Träger erstellt.
- 4 -
Im Berichtsjahr 2017/18
haben 2234 Kinder und
Jugendliche an 86 Angeboten
teilgenommen.
Von allen Angeboten haben
80% für Kinder im
Grundschulalter
stattgefunden.
62%
38%
Präventive
Gruppenangebote
Regelhaftes
Angebot
Anlassbezogenes
Angebot
Ihre Wirkung entfaltet die Schulsozialarbeit durch ein kontinuierliches, verlässliches und
voraussetzungsfreies Beziehungsangebot an alle jungen Menschen. Die Fachkräft e der
Schulsozialarbeit wirken als „relevante andere Erwachsene“ am Ort Schule, zu denen Vertrauen
aufgebaut werden kann. Kinder und Jugendliche nehmen wahr, dass die sozialpädagogischen
Fachkräfte eine andere Funktion und Rolle als Lehrer*innen haben. Schulsozialarbeit wirkt zu
allererst dadurch, dass die jungen Menschen ein erwachsenes Gegenüber am Ort Schule
haben, das nicht in die Handlungslogik der Schule eingebunden ist. Durch diese enge und
vertrauensvolle Beziehung kann eine positive Entwicklung angeregt werden.
Schulsozialarbeit mit ihrem ganzheitlichen Blick auf junge Menschen fördert einzelne junge
Menschen entsprechend ihres individuellen Bedarfes und unterstützt parallel dazu mit einem
präventiven Ansatz alle Schüler*innen. Dabei beschränkt sie sich nicht darauf, schulische
Defizite auszugleichen und schulische Konflikte zu lösen. Sie versteht sich als
sozialpädagogisches Angebot der Kinder- und Jugendhilfe mit einem offensiv präventiven
Verständnis. Schulsozialarbeit wird nicht erst dann tätig, wenn der Schulerfolg gefährdet ist
oder, wenn Not- oder Konfliktfälle auftreten. Sie zielt darauf ab, stabile, förderliche
Verhältnisse in Schulen zu gestalten.
In den Projekten und Förderangeboten lernen die Schüler*innen ihre Stärken und Schwächen
kennen, werden in ihrer Entfaltung gefördert und zum Anwenden neu erworbener Fähigkeiten
ermutigt, wodurch ihr Selbstbewusstsein und -vertrauen gestärkt wird. Die verschiedenen
Gruppenangebote lassen sich unterscheiden in
Soziale Kompetenzförderung
Themenspezifische Gruppen-(Klassen-)Angebote
Offene Treffs und Pausenangebote
Klassenrat/Mediation/Streitschlichter*innen
Ein Fokus liegt auf Gewaltprävention als die zentrale Präventionsstrategie gegen
Jugenddelinquenz. Zur Erreichung eines gewaltfreien Schulklimas müssen Schulsozialarbeit
und Schule, aber auch weitere Partner*innen aus dem Sozialraum eng verzahnt kooperieren.
Ein beispielhaftes Projekt hierzu ist PIT2 (Prävention im Team), welches seit vielen Jahren
erfolgreich an der Erich Kästner Schule IGS durchgeführt wird.
Die Kooperation unterschiedlicher Professionen verfolgt dabei folgende Ziele:
Teambildung aus Personen von Schule, Polizei und Jugendhilfe
Trainings für Schüler*innen
Impulse für die Personal-, Organisations- und Konzeptentwicklung
2 PiT-Hessen ist das Gewaltpräventionsprogramm der hessischen Landesregierung im „Netzwerk gegen Gewalt“.
Initiatoren sind das hessische Ministerium des Innern und für Sport, das hessische Kultusministerium und das
hessische Sozialministerium.
- 5 -
Innenstadt Nord (Verein Kinder und Jugendarbeit e. V.)
„Um eine wirkungsvolle Jugendhilfeleistung zu gewährleisten sind die Auswahl und Anwendung der
Methoden, Arbeitsansätze und Techniken ein entscheidendes Qualitätsmerkmal.
Die Schulsozialarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt folgt einer klaren Orientierung an der
jeweiligen Zielgruppe, die sich auch in der Auswahl der geeigneten Methodik niederschlägt.“
(Auszug aus dem Rahmenkonzept Schulsozialarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2010)
Im Sinne der Prävention und Sozialraumorientierung liegt ein Schwerpunkt der Arbeit im
Sozialraum Innenstadt Nord im Angebot des Sozialen Lernens. Das Konzept des Sozialen
Lernens im Kontext von Schulsozialarbeit soll zum einen Hilfestellungen und Anregungen bei
der Umsetzung von Sozialem Lernen in der Schule geben, zum anderen Möglichkeiten
aufzeigen, wie Prävention, Intervention und Kooperation im Schulalltag praktisch und
strukturell umgesetzt werden können. Die Angebote richten sich nicht nur an die Schüler*innen
sondern auch an die Schulgemeinschaft.
Im Sozialraum Innenstadt Nord wurde ein Leistungskatalog für die Angebote der
Schulsozialarbeit entwickelt, welcher bedarfsorientiert für Schüler*innen, Schulen und den
Sozialraum genutzt werden kann.
Die Angebote sind zielgruppengerecht und lebensweltorientiert konzipiert und ermöglichen
allen Kindern und Jugendlichen den niedrigschwelligen Zugang zur Schulsozialarbeit.
Beispielsweise durch die Kennenlernstunde in den ersten Klassen, die
Streitschlichter*innengruppe, die Sucht- und Drogenprävention, die Mentor*innenausbildung
u.v.m..
Im Berichtsjahr 2017/18 konnten 1253 Schüler*innen durch die Angebote des Sozialen
Lernens erreicht werden.
Soziales Lernen in Schulen setzt multiprofessionelle Zusammenarbeit voraus. Dazu werden in
den jährlichen Abstimmungsgesprächen mit den Schulen Methodik, Arbeitsansätze und
Bedarfe ermittelt und entsprechend angepasst.
Ein Beispiel für multiprofessionelle Zusammenarbeit ist die Präventionsrunde, ein fest
installiertes Gremium bestehend aus unterschiedlichen Fachkräften aus dem schulischen und
außerschulischen Bereich. Das Ziel der Präventionsrunde ist es, im Vorfeld vernetzt zusammen
zu arbeiten, um dem Kind und seiner Familie größtmögliche Entwicklungschancen in der
Schule und in seinem Lebensumfeld / Sozialraum zu bieten.
Innenstadt Süd (CJD Rhein-Main KOMM Beratungsstelle)
Ein wichtiger Aspekt der Schulsozialarbeit ist die Einzelfallberatung. Im Interesse der Kinder
und Jugendlichen sowie deren Eltern fungiert Schulsozialarbeit als Bindeglied zwischen
Jugendhilfe, Gemeinwesen und Schule.
Das Angebot wird weitreichend genutzt, im Berichtszeitraum 2017/18 wurden 570
Einzelfälle in 2037 Beratungsgesprächen durch den Träger der Schulsozialarbeit begleitet.
- 6 -
31%
6% 34%
13%
16%
Beratungsfälle je Schulform in %
Grundschule
Grundschule/Förderschule
Gymnasium
Haupt- und Realschule
Integrierte Gesamtschule
„Den Trägern der Schulsozialarbeit kommt im Rahmen des Kindesschutzes eine besondere Aufgabe
zu. Sie haben im Rahmen ihrer Tätigkeit die Möglichkeit Veränderungen im Verhalten der Kinder oder
auch konkrete Anzeichen von Kindeswohlgefährdung zu erkennen und somit frühzeitig die Eltern zu
beraten und zu unterstützen. Der Schutz des Kindeswohls ist als Bestandteil des Bildungs-,
Erziehungs- und Betreuungsauftrages zu sehen (§ 22 Abs. 3 SGB VIII).“
(Präambel, Kooperationsvereinbarung zwischen den Trägern Schulsozialarbeit mit der Städtischen Sozialdient der Stadt
Darmstadt)
- 7 -
Im Berichtsjahr 2017/18 hat der Träger der Schulsozialarbeit eine Evaluation der Fälle mit
Verdacht auf Kindeswohlgefährdung nach §8a SGB VIII vorgenommen. KOMM begleitete
2017/18 570 Kinder und Jugendliche im Sozialraum, davon bestand in 51 Fällen der Verdacht
auf Kindeswohlgefährdung.
Ein Ergebnis der Evaluation ist die Einführung von Schutzfaktoren im Kontext
Schulsozialarbeit. Diese können die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von
Kindeswohlgefährdung vermindern. Dazu gehören u.a.
eine hohe fachliche Sensibilität der Lehrkräfte und Schulleitungen machen schnelles
und konstruktives Eingreifen möglich
die niedrigschwellige Erreichbarkeit von Hilfen
kurze Wege (auch für betroffene Kinder)
die präventive Arbeit an den Schnittstellen Familie, Schule, Schulsozialarbeit und
Städtischer Sozialdienst
Das Fazit der Evaluation ist, dass die gut gewachsenen Kommunikations- und
Kooperationsstrukturen zwischen Schule, Städtischem Sozialdienst und Schulsozialarbeit sehr
wirksam sind im Umgang mit Verdachtsfällen von Kindeswohlgefährdung. Darüber hinaus zeigt
die Evaluation, dass Schulsozialarbeit für Kinder und Jugendliche eine vertrauensvolle
Ansprechpartnerin ist.
Darmstadt Süd (Mobile Praxis gem. GmbH)
„Die Wissenschaftsstadt Darmstadt begreift die Schulsozialarbeit als eigenständiges
Dienstleistungsangebot der Kinder- und Jugendhilfe am Ort Schule und im Sozialraum.“
(Auszug aus dem Rahmenkonzept Schulsozialarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2010)
Im Sozialraum Eberstadt ist die Schulsozialarbeit in vielfältiger und unterschiedlicher Weise
präsent. Dabei beteiligt sie sich bei vielen Aktivitäten, ist in der Netzwerkarbeit aktiv und
bietet eigene Angebote an.
Wichtige Faktoren für eine wirkungsvolle Schulsozialarbeit zeigen sich in der täglichen Arbeit
an der Basis. Eine hohe Präsenz und zeitliche Flexibilität, sowie die Anstrengungen fachlich
gute Arbeit zu leisten wird durch die konzeptionelle Weiterentwicklu ng der sozialräumlichen
Arbeit deutlich.
- 8 -
Die starke Ausrichtung der Schulsozialarbeit auf Kooperation bewegt sich in vorhandenen
Strukturen und leistet ein breites Spektrum an Maßnahmen im Rahmen der Jugendhilfe. Die
Weiterentwicklung der Arbeit steht im engen Zusammenwirken mit strukturellen und
konzeptionellen Veränderungen im Sozialraum als auch am Ort Schule.
Die erfolgreiche sozialraumorientierte Arbeit in Eberstadt macht sich an folgenden Beispielen
deutlich:
Die jährlichen Regionalkonferenzen brin gen auf Einladung der Schulsozialarbeit alle
Kooperationspartner*innen der Schulsozialarbeit zusammen. Hier werden
Informationen gegeben, aktuelle Themen erörtert, besondere Bedarfe benannt und
Schwerpunkte für die weitere Zu sammenarbeit festgelegt. Akteur *innen aus dem
Schul- und Bildungsbereich sowie Vertreter*innen weiterer Institutionen kommen
zusammen, lernen sich kennen und erweitern ihr Unterstützungsnetz.
Eine neuere Entwicklung ist, dass Eltern Unterstützung anfragen, auch wenn diese noch
keine oder nicht mehr schulpflichtige Kinder haben. Sie werden von befreundeten
Eltern oder Vertreter*innen aus Institutionen an Schulsozialarbeit verwiesen oder
nehmen aus eigener Initiative Kontakt auf. Der Zugang zu Schulsozialarbeit im
Sozialraum gelingt vor allem dann, wenn die Kooperation mit Schulsozialarbeit
unkompliziert erfolgt. Im Sinne des präventiven Handlungsansatzes sind
Unterstützungsanfragen von Eltern, deren Kinder noch keine Schule besuchen, als
Erfolg von Schulsozialarbeit zu bewerten.
Einen Schwerpunkt der Sozialraumarbeit sind gezielte und regelmäßige Angebote zur
Übergangsbegleitung. Diese Angebote haben sich etabliert und sind zu einem
Standbein der Schulsozialarbeit geworden. Sozialraumweite Aktivitäten, wie das „Sport -
und Spielfest“ in Eberstadt oder „Schätze vor der Haustür“ sind Beispiele.
Die Gestaltung der Kooperation im Sozialraum hat im Laufe der Jahre an Bedeutung und
Zuspruch gewonnen. Im Sozialraum Eberstadt wurde im Schuljahr 2015/16 eine Erfassung
und Bewertung der Kooperatione n durchgeführt, um die Qualität und Wirksamkeit von
Kooperationen beschreiben zu können.
Schulsozialarbeit übernimmt eine wichtige Brückenfunktion im Sozialraum und nimmt eine
wichtige Vermittlungs- und Scharnierfunktion zwischen Schule und Gemeinwesen wahr. Im
Interesse der Kinder und Jugendlichen trägt die Schulsozialarbeit zu einer Vernetzung
bestehender Angebote und Dienste bei. Schulsozialarbeit versteht sich als Bindeglied zwischen
Schule und Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und deren Familien. Im Ergebnis bestätigt
die Erhebung, dass ein gemeinsames kooperatives Vorgehen im Sozialraum von allen
Partner*innen geschätzt wird. Die zeitliche und organisatorische Investition steht einem
fachlichen, inhaltlichen Gewinn durch die Kooperation gegenüber.
Berufliche Schulen (Internationaler Bund gGmbH)
Die sechs Berufsschulen in Darmstadt sind im Sinne des Rahmenkonzeptes der
Schulsozialarbeit ein eigenständiger Sozialraum. Das Einzugsgebiet der Schüler*innen der
beruflichen Schulen ist der gesamte südh essische Raum, sodass nicht nur Jugendliche und
junge Erwachsene, die in Darmstadt wohnhaft sind, zu den Klient*innen der Schulsozialarbeit
gehören. Der Hauptfokus liegt jedoch auf den Schüler*innen mit Wohnsitz in Darmstadt.
Um das Angebot der Schulsozialarbeit bekannt zu machen , werden neben dem Besuch aller
neuen Klassen zum Beginn des Schuljahres im Berufsschulzentrum M itte (Martin-Behaim-
Schule und Peter-Behrens-Schule) regelhaft Beratungstage organisiert.
- 9 -
Ziel der Beratungstage ist es, zu mehr Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber
anzuregen, sowie Schüler*innen und Lehrer*innen niedrigschwellig in Kontakt mit Fach - und
Beratungsstellen aus der Region zu bringen. Solche Tage sind für die Schulsozialarbeit an
den beruflichen Schulen v on hoher Bedeutung, da die Zusammenarbeit mit externen
Fachstellen unabdingbar ist. Aufgrund der personellen Ressourcen von 2,25 Stellen für sechs
berufliche Schulen mit über 10.000 Schüler*innen 3, muss die Schulsozialarbeit in ständigem
Kontakt mit allen Akteur*innen der Region stehen, um Hilfesuchende an externe
Beratungsstellen vermitteln zu können.
An den Beratungstagen haben sowohl Schüler*innen als auch Lehrer*innen sowie Angestellte
die Möglichkeit, externe Anbieter *innen in den Bereichen Beratung und Gesundheit durch
zahlreiche Workshops, Infostände und Ausstellungen im Schulgebäude kennen zu lernen.
Das Angebot erstreckt sich von Ernährungsvorträgen über Sportangebote bis hin zu
Gesprächsrunden über Depression, häusliche Gewalt, Sucht und Drogen etc. Teilnehmende
Kooperationspartner *innen sind unter anderem die AIDS Hilfe, Projekt ANNA, Caritas,
Darmstädter Bündnis gegen Depression, Diakonie, Kinderschutzbund, Krankenkassen,
Mäander, profamilia, Vielbunt, Wildwasser - um nur einige zu nennen.
Die Umsetzung der sozialraumorientierten Schulsozialarbeit ist zu einem unverzichtbaren
Angebot in der Wissenschaftsstadt Darmstadt geworden. Durch die sozialräumliche und
lebensweltorientierte Ausrichtung ist das Handlungsfeld der Schulsozialarbeit eine
Bereicherung für das Arbeitsfeld der städtischen Jugendhilfe.
Darüber hinaus gelingt es Schulsozialarbeit die beiden Systeme Kinder - und Jugendhilfe und
Schule besser zu verzahnen. Folgerichtig ist nach neun Jahren Umsetzung die Reflexion und
konzeptionelle Weiterentwicklung des Angebots. Die Umsetzungsschritte sind in der im
Anhang beigefügten Zeitschiene differenziert dargestellt.
Darmstadt, 04.04.2019
Dezernat V
Barbara Akdeniz
Stadträtin
3 Berufsschulzentrum Nord 5612 Schüler*innen davon 23,8% aus dem Stadtgebiet Darmstadt und 45,6% aus dem
Landkreis Darmstadt-Dieburg
Berufsschulzentrum Mitte + AES 4803 Schüler*innen davon 21,9% aus dem Stadtgebiet Darmstadt und 37,4% aus
dem Landkreis Darmstadt-Dieburg
Daten für das Schuljahr 2017/18 nach Auskunft des städt. Schulamtes
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
05.04.2019
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Jugendamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
II 40
IV 20
V 51
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2019/0077
Magistratsbeschluss-Nr.
161
Internetfähig
Produkt-Nr.: 363100
Kostenstelle: 051-004-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3631-10 Sachkonto: 7128740
Betreff: Sachstand der Schulsozialarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 04.04.2019
Beschlussvorschlag:
Der Bericht zum Sachstand der sozialraumorientierten Schulsozialarbeit in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Projektplan Weiterentwicklung
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
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Beschluss des Magistrats vom 10.04.2019
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
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Begründung zur Magistratsvorlage vom 04.04.2019:
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat im Jahr 2010 das Rahmenkonzept zur
sozialraumorientierten Schulsozialarbeit verabschiedet und die Schulsozialarbeit in drei
Ausbaustufen flächendeckend in Darmstadt eingeführt. Seit dem Schuljahr 2012/13 ist jede
Schulform von der Grundschule über die weiterführenden Schulen bis hin zu den beruflichen
Schulen sukzessive mit Personalressourcen ausgestattet worden.
Aktuell wird Schulsozialarbeit sozialraumorientiert an 17 Grundschulen, fünf Gesamtschulen,
einer Haupt- und Realschule, sieben Gymnasien, vier Förderschulen und sechs Berufsschulen
umgesetzt. Die Aufgabe in den jeweiligen Sozialräumen und an den beruflichen Schulen wurde
an anerkannte, freie Träger der Jugendhilfe übertragen. Für die fachliche und administrative
Begleitung hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt eine Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit
im Jugendamt Darmstadt, Abteilung Kinder- und Jugendförderung eingerichtet.
Die Finanzierung wird durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt sichergestellt.
Schulsozialarbeit ist eine wichtige präventive Pflichtleistung der Jugendhilfe. Den rechtlichen
Rahmen bilden die §§11 und 13 SGB VIII (Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit). Die
Wissenschaftsstadt Darmstadt bekennt sich zu ihrer öffentlichen Gesamtverantwortung
allen Kindern und Jugendlichen eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung und dem
gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Das kommunalpolitische Ziel ist die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit und
Chancengleichheit sowie die Verringerung von Armut und Ausgrenzung.
Dabei stehen nicht die Bildungs- und Lehrpläne im Mittelpunkt, sondern der individuelle
Bildungs- und Entwicklungsprozess von Kindern und Jugendlichen.
Schulsozialarbeit ist ein komplexes sozialpädagogisches Angebot der Jugendhilfe im
Sozialraum und am Ort Schule, das in verschiedenen Feldern verankert ist.
Wichtige Säulen der Schulsozialarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind
Sozialraumorientierung, Prävention und Partizipation. Das Angebot reicht von
Einzelfallberatung, über Sozialkompetenztraining, Vermittlung außerschulischer Hilfen, bis hin
zu Projektarbeit.
Im Folgenden wird, exemplarisch anhand je eines Beispiels aus den Sozialräumen, die
Wirksamkeit von Schulsozialarbeit dargestellt.
Wirksamkeitsbericht Schulsozialarbeit – Schwerpunktsetzung in den Sozialräumen1
Darmstadt Nord + Waldkolonie (Sozialkritischer Arbeitskreis Darmstadt e.V.)
„Schulsozialarbeit ist präventiv orientiert. Sie wird in erster Linie nicht nachgehend aktiv, wenn bereits
Not- bzw. Konfliktfälle eingetreten sind. Sie folgt der primären und sekundären Prävention, zielt also
auf stabile, fördernde Verhältnisse (Schulklima) und bietet vorbeugende Hilfen in erfahrungsgemäß
belastenden Situationen (z.B. Schulübergänge). Prävention bezieht ihre Begründung aber nicht aus
der Verhinderung von Krisen und Konflikten, sondern aus eigenem Anspruch frühzeitig Kompetenzen
bei jungen Menschen und Eltern zu fördern, die eine Gestaltung der eigenen Lebensräume
ermöglichen und Verwirklichungschancen eröffnen.“
(Auszug aus dem Rahmenkonzept Schulsozialarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2010)
1 Die Berichte zur Wirksamkeit von Schulsozialarbeit aus den Sozialräumen wurden unter Beteiligung der jeweiligen
Träger erstellt.
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Im Berichtsjahr 2017/18
haben 2234 Kinder und
Jugendliche an 86 Angeboten
teilgenommen.
Von allen Angeboten haben
80% für Kinder im
Grundschulalter
stattgefunden.
62%
38%
Präventive
Gruppenangebote
Regelhaftes
Angebot
Anlassbezogenes
Angebot
Ihre Wirkung entfaltet die Schulsozialarbeit durch ein kontinuierliches, verlässliches und
voraussetzungsfreies Beziehungsangebot an alle jungen Menschen. Die Fachkräfte der
Schulsozialarbeit wirken als „relevante andere Erwachsene“ am Ort Schule, zu denen Vertrauen
aufgebaut werden kann. Kinder und Jugendliche nehmen wahr, dass die sozialpädagogischen
Fachkräfte eine andere Funktion und Rolle als Lehrer*innen haben. Schulsozialarbeit wirkt zu
allererst dadurch, dass die jungen Menschen ein erwachsenes Gegenüber am Ort Schule
haben, das nicht in die Handlungslogik der Schule eingebunden ist. Durch diese enge und
vertrauensvolle Beziehung kann eine positive Entwicklung angeregt werden.
Schulsozialarbeit mit ihrem ganzheitlichen Blick auf junge Menschen fördert einzelne junge
Menschen entsprechend ihres individuellen Bedarfes und unterstützt parallel dazu mit einem
präventiven Ansatz alle Schüler*innen. Dabei beschränkt sie sich nicht darauf, schulische
Defizite auszugleichen und schulische Konflikte zu lösen. Sie versteht sich als
sozialpädagogisches Angebot der Kinder- und Jugendhilfe mit einem offensiv präventiven
Verständnis. Schulsozialarbeit wird nicht erst dann tätig, wenn der Schulerfolg gefährdet ist
oder, wenn Not- oder Konfliktfälle auftreten. Sie zielt darauf ab, stabile, förderliche
Verhältnisse in Schulen zu gestalten.
In den Projekten und Förderangeboten lernen die Schüler*innen ihre Stärken und Schwächen
kennen, werden in ihrer Entfaltung gefördert und zum Anwenden neu erworbener Fähigkeiten
ermutigt, wodurch ihr Selbstbewusstsein und -vertrauen gestärkt wird. Die verschiedenen
Gruppenangebote lassen sich unterscheiden in
Soziale Kompetenzförderung
Themenspezifische Gruppen-(Klassen-)Angebote
Offene Treffs und Pausenangebote
Klassenrat/Mediation/Streitschlichter*innen
Ein Fokus liegt auf Gewaltprävention als die zentrale Präventionsstrategie gegen
Jugenddelinquenz. Zur Erreichung eines gewaltfreien Schulklimas müssen Schulsozialarbeit
und Schule, aber auch weitere Partner*innen aus dem Sozialraum eng verzahnt kooperieren.
Ein beispielhaftes Projekt hierzu ist PIT2 (Prävention im Team), welches seit vielen Jahren
erfolgreich an der Erich Kästner Schule IGS durchgeführt wird.
Die Kooperation unterschiedlicher Professionen verfolgt dabei folgende Ziele:
Teambildung aus Personen von Schule, Polizei und Jugendhilfe
2 PiT-Hessen ist das Gewaltpräventionsprogramm der hessischen Landesregierung im „Netzwerk gegen Gewalt“.
Initiatoren sind das hessische Ministerium des Innern und für Sport, das hessische Kultusministerium und das
hessische Sozialministerium.
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Trainings für Schüler*innen
Impulse für die Personal-, Organisations- und Konzeptentwicklung
Innenstadt Nord (Verein Kinder und Jugendarbeit e. V.)
„Um eine wirkungsvolle Jugendhilfeleistung zu gewährleisten sind die Auswahl und Anwendung der
Methoden, Arbeitsansätze und Techniken ein entscheidendes Qualitätsmerkmal.
Die Schulsozialarbeit in der Wissenschaftsstadt Darmstadt folgt einer klaren Orientierung an der
jeweiligen Zielgruppe, die sich auch in der Auswahl der geeigneten Methodik niederschlägt.“
(Auszug aus dem Rahmenkonzept Schulsozialarbeit der Wissenschaftsstad t Darmstadt 2010)
Im Sinne der Prävention und Sozialraumorientierung liegt ein Schwerpunkt der Arbeit im
Sozialraum Innenstadt Nord im Angebot des Sozialen Lernens. Das Konzept des Sozialen
Lernens im Kontext von Schulsozialarbeit soll zum einen Hilfestellungen und Anregungen bei
der Umsetzung von Sozialem Lernen in der Schule geben, zum anderen Möglichkeiten
aufzeigen, wie Prävention, Intervention und Kooperation im Schulalltag praktisch und
strukturell umgesetzt werden können. Die Angebote richten sich nicht nur an die Schüler*innen
sondern auch an die Schulgemeinschaft.
Im Sozialraum Innenstadt Nord wurde ein Leistungskatalog für die Angebote der
Schulsozialarbeit entwickelt, welcher bedarfsorientiert für Schüler*innen, Schulen und den
Sozialraum genutzt werden kann.
Die Angebote sind zielgruppengerecht und lebensweltorientiert konzipiert und ermöglichen
allen Kindern und Jugendlichen den niedrigschwelligen Zugang zur Schulsozialarbeit.
Beispielsweise durch die Kennenlernstunde in den ersten Klassen, die
Streitschlichter*innengruppe, die Sucht- und Drogenprävention, die Mentor*innenausbildung
u.v.m..
Im Berichtsjahr 2017/18 konnten 1253 Schüler*innen durch die Angebote des Sozialen
Lernens erreicht werden.
Soziales Lernen in Schulen setzt multiprofessionelle Zusammenarbeit voraus. Dazu werden in
den jährlichen Abstimmungsgesprächen mit den Schulen Methodik, Arbeitsansätze und
Bedarfe ermittelt und entsprechend angepasst.
Ein Beispiel für multiprofessionelle Zusammenarbeit ist die Präventionsrunde, ein fest
installiertes Gremium bestehend aus unterschiedlichen Fachkräften aus dem schulischen und
außerschulischen Bereich. Das Ziel der Präventionsrunde ist es, im Vorfeld vernetzt zusammen
zu arbeiten, um dem Kind und seiner Familie größtmögliche Entwicklungschancen in der
Schule und in seinem Lebensumfeld / Sozialraum zu bieten.
Innenstadt Süd (CJD Rhein-Main KOMM Beratungsstelle)
Ein wichtiger Aspekt der Schulsozialarbeit ist die Einzelfallberatung. Im Interesse der Kinder
und Jugendlichen sowie deren Eltern fungiert Schulsozialarbeit als Bindeglied zwischen
Jugendhilfe, Gemeinwesen und Schule.
Das Angebot wird weitreichend genutzt, im Berichtszeitraum 2017/18 wurden 570
Einzelfälle in 2037 Beratungsgesprächen durch den Träger der Schulsozialarbeit begleitet.
- 7 -
31%
6% 34%
13%
16%
Beratungsfälle je Schulform in %
Grundschule
Grundschule/Förderschule
Gymnasium
Haupt- und Realschule
Integrierte Gesamtschule
„Den Trägern der Schulsozialarbeit kommt im Rahmen des Kindesschutzes eine besondere Aufgabe
zu. Sie haben im Rahmen ihrer Tätigkeit die Möglichkeit Veränderungen im Verhalten der Kinder oder
auch konkrete Anzeichen von Kindeswohlgefährdung zu erkennen und somit frühzeitig die Eltern zu
beraten und zu unterstützen. Der Schutz des Kindeswohls ist als Bestandteil des Bildungs-,
Erziehungs- und Betreuungsauftrages zu sehen (§ 22 Abs. 3 SGB VIII).“
(Präambel, Kooperationsvereinbarung zwischen den Trägern Schulsozialarbeit mit der Städtischen Sozialdient der Stadt
Darmstadt)
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Im Berichtsjahr 2017/18 hat der Träger der Schulsozialarbeit eine Evaluation der Fälle mit
Verdacht auf Kindeswohlgefährdung nach §8a SGB VIII vorgenommen. KOMM begleitete
2017/18 570 Kinder und Jugendliche im Sozialraum, davon bestand in 51 Fällen der Verdacht
auf Kindeswohlgefährdung.
Ein Ergebnis der Evaluation ist die Einführung von Schutzfaktoren im Kontext
Schulsozialarbeit. Diese können die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von
Kindeswohlgefährdung vermindern. Dazu gehören u.a.
eine hohe fachliche Sensibilität der Lehrkräfte und Schulleitungen machen schnelles
und konstruktives Eingreifen möglich
die niedrigschwellige Erreichbarkeit von Hilfen
kurze Wege (auch für betroffene Kinder)
die präventive Arbeit an den Schnittstellen Familie, Schule, Schulsozialarbeit und
Städtischer Sozialdienst
Das Fazit der Evaluation ist, dass die gut gewachsenen Kommunikations- und
Kooperationsstrukturen zwischen Schule, Städtischem Sozialdienst und Schulsozialarbeit sehr
wirksam sind im Umgang mit Verdachtsfällen von Kindeswohlgefährdung. Darüber hinaus zeigt
die Evaluation, dass Schulsozialarbeit für Kinder und Jugendliche eine vertrauensvolle
Ansprechpartnerin ist.
Darmstadt Süd (Mobile Praxis gem. GmbH)
„Die Wissenschaftsstadt Darmstadt begreift die Schulsozialarbeit als eigenständiges
Dienstleistungsangebot der Kinder- und Jugendhilfe am Ort Schule und im Sozialraum.“
(Auszug aus dem Rahmenkonzept Schulsozialarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2010)
Im Sozialraum Eberstadt ist die Schulsozialarbeit in vielfältiger und unterschiedlicher Weise
präsent. Dabei beteiligt sie sich bei vielen Aktivitäten, ist in der Netzwerkarbeit aktiv und
bietet eigene Angebote an.
Wichtige Faktoren für eine wirkungsvol le Schulsozialarbeit zeigen sich in der täglichen Arbeit
an der Basis. Eine hohe Präsenz und zeitliche Flexibilität, sowie die Anstrengungen fachlich
gute Arbeit zu leisten wird durch die konzeptionelle Weiterentwicklung der sozialräumlichen
Arbeit deutlich.
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Die starke Ausrichtung der Schulsozialarbeit auf Kooperation bewegt sich in vorhandenen
Strukturen und leistet ein breites Spektrum an Maßnahmen im Rahmen der Jugendhilfe. Die
Weiterentwicklung der Arbeit steht im engen Zusammenwirken mit strukturellen und
konzeptionellen Veränderungen im Sozialraum als auch am Ort Schule.
Die erfolgreiche sozialraumorientierte Arbeit in Eberstadt macht sich an folgenden Beispielen
deutlich:
Die jährlichen Regionalkonferenzen bringen auf Einladung der Schulsozialarbei t alle
Kooperationspartner*innen der Schulsozialarbeit zusammen. Hier werden
Informationen gegeben, aktuelle Themen erörtert, besondere Bedarfe benannt und
Schwerpunkte für die weitere Zu sammenarbeit festgelegt. Akteur*innen aus dem
Schul- und Bildungsbereich sowie Vertreter*innen weiterer Institutionen kommen
zusammen, lernen sich kennen und erweitern ihr Unterstützungsnetz.
Eine neuere Entwicklung ist, dass Eltern Unterstützung anfragen, auch wenn diese noch
keine oder nicht mehr schulpflichtige Kinder haben. Sie werden von befreundeten
Eltern oder Vertreter*innen aus Institutionen an Schulsozialarbeit verwiesen oder
nehmen aus eigener Initiative Kontakt auf. Der Zugang zu Schulsozialarbeit im
Sozialraum gelingt vor allem dann, wenn die Kooperation mit Schulsozialarbeit
unkompliziert erfolgt. Im Sinne des präventiven Handlungsansatzes sind
Unterstützungsanfragen von Eltern, deren Kinder noch keine Schule besuchen, als
Erfolg von Schulsozialarbeit zu bewerten.
Einen Schwerpunkt der Sozialraumarbeit sind gezielte und regelmäßige Angebote zur
Übergangsbegleitung. Diese Angebote haben sich etabliert und sind zu einem
Standbein der Schulsozialarbeit geworden. Sozialraumweite Aktivitäten, wie das „Sport-
und Spielfest“ in Eberstadt oder „Schätze vor der Haustür“ sind Beispiele.
Die Gestaltung der Kooperation im Sozialraum hat im Laufe der Jahre an Bedeutung und
Zuspruch gewonnen. Im Sozialraum Eberstadt wurde im Schuljahr 2015/16 eine Erfassung
und Bewertung der Kooperationen durchgeführt, um die Qualität und Wi rksamkeit von
Kooperationen beschreiben zu können.
Schulsozialarbeit übernimmt eine wichtige Brückenfunktion im Sozialraum und nimmt eine
wichtige Vermittlungs- und Scharnierfunktion zwischen Schule und Gemeinwesen wahr. Im
Interesse der Kinder und Jugendlichen trägt die Schulsozialarbeit zu einer Vernetzung
bestehender Angebote und Dienste bei. Schulsozialarbeit versteht sich als Bindeglied zwischen
Schule und Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und deren Familien. Im Ergebnis bestätigt
die Erhebung, dass ein gemeinsames kooperatives Vorgehen im Sozialraum von allen
Partner*innen geschätzt wird. Die zeitliche und organisatorische Investition steht einem
fachlichen, inhaltlichen Gewinn durch die Kooperation gegenüber.
Berufliche Schulen (Internationaler Bund gGmbH)
Die sechs Berufsschulen in Darmstadt sind im Sinne des Rahmenkonzeptes der
Schulsozialarbeit ein eigenständiger Sozialraum. Das Einzugsgebiet der Schüler*innen der
beruflichen Schulen ist der gesamte südhessische Raum, sodass nicht nur Jugend liche und
junge Erwachsene, die in Darmstadt wohnhaft sind, zu den Klient*innen der Schulsozialarbeit
gehören. Der Hauptfokus liegt jedoch auf den Schüler*innen mit Wohnsitz in Darmstadt.
Um das Angebot der Schulsozialarbeit bekannt zu machen , werden neben dem Besuch aller
neuen Klassen zum Beginn des Schuljahres im Berufsschulzentrum M itte (Martin-Behaim-
Schule und Peter-Behrens-Schule) regelhaft Beratungstage organisiert.
Ziel der Beratungstage ist es, zu mehr Achtsamkeit sich selbst und anderen gegenüber
anzuregen, sowie Schüler*innen und Lehrer*innen niedrigschwellig in Kontakt mit Fach - und
Beratungsstellen aus der Region zu bringen. Solche Tage sind für die Schulsozialarbeit an
den beruflichen Schulen von hoher Bedeutung, da die Zusamm enarbeit mit externen
Fachstellen unabdingbar ist. Aufgrund der personellen Ressourcen von 2,25 Stellen für sechs
berufliche Schulen mit über 10.000 Schüler*innen 3, muss die Schulsozialarbeit in ständigem
Kontakt mit allen Akteur*innen der Region stehen, u m Hilfesuchende an externe
Beratungsstellen vermitteln zu können.
An den Beratungstagen haben sowohl Schüler*innen als auch Lehrer*innen sowie Angestellte
die Möglichkeit, externe Anbieter *innen in den Bereichen Beratung und Gesundheit durch
zahlreiche Workshops, Infostände und Ausstellungen im Schulgebäude kennen zu lernen.
Das Angebot erstreckt sich von Ernährungsvorträgen über Sportangebote bis hin zu
Gesprächsrunden über Depression, häusliche Gewalt, Sucht und Drogen etc. Teilnehmende
Kooperationspartner*innen sind unter anderem die AIDS Hilfe, Projekt ANNA, Caritas,
Darmstädter Bündnis gegen Depression, Diakonie, Kinderschutzbund, Krankenkassen,
Mäander, profamilia, Vielbunt, Wildwasser - um nur einige zu nennen.
Die Umsetzung der sozialraumorientie rten Schulsozialarbeit ist zu einem unverzichtbaren
Angebot in der Wissenschaftsstadt Darmstadt geworden. Durch die sozialräumliche und
lebensweltorientierte Ausrichtung ist das Handlungsfeld der Schulsozialarbeit eine
Bereicherung für das Arbeitsfeld der städtischen Jugendhilfe.
Darüber hinaus gelingt es Schulsozialarbeit die beiden Systeme Kinder - und Jugendhilfe und
Schule besser zu verzahnen. Folgerichtig ist nach neun Jahren Umsetzung die Reflexion und
konzeptionelle Weiterentwicklung des Angebots. D ie Umsetzungsschritte sind in der im
Anhang beigefügten Zeitschiene differenziert dargestellt.
Darmstadt, 04.04.2019
Dezernat V
Barbara Akdeniz
Stadträtin
3 Berufsschulzentrum Nord 5612 Schüler*innen davon 23,8% aus dem Stadtgebiet Darmstadt und 45,6% aus dem
Landkreis Darmstadt-Dieburg
Berufsschulzentrum Mitte + AES 4803 Schüler*innen davon 21,9% aus dem Stadtgebiet Darmstadt und 37,4% aus
dem Landkreis Darmstadt-Dieburg
Daten für das Schuljahr 2017/18 nach Auskunft des städt. Schulamtes
Beratungsverlauf (5)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2019/0077
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 04.04.2019
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00