Mandari Insight

V/0169/2025

Projekt Marischa: Tätigkeitsbericht 2022 - 2024

Vorlagen 29.04.2025

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung, Sitzung am 11.06.2025, TOP 19

Anlage 1_Projekt Marischa: Tätigkeitsbericht 2022 - 2024

· application/pdf

Ansehen

Anlage A

· application/pdf

Ansehen

Berichtsvorlage

· application/pdf

Ansehen

Anlage 1_Projekt Marischa: Tätigkeitsbericht 2022 - 2024

35985 Zeichen

1 
Anlage 1 - Projekt Marischa: Tätigkeitsbericht 2022 - 2024 
 
 
 
1. Einleitung 
 
Der Bericht bezieht sich auf den Zeitraum Anfang 2022 – Ende 2024. Das Projekt Marischa wurde 2013 
von Studierenden gegründet, die ein Angebot für Menschen in der Sexarbeit im Bereich der Straßen-
prostitution in der Siemensstraße schaffen wollten, um die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbe-
dingungen, eine gezielte Gesundheitsfürsorge, die Implementierung verlässlicher Ansprechpersonen 
sowie die Unterstützung bei Ausstiegswünschen zu gewährleisten. Um das ehrenamtliche Engagement 
und die Angebote durch eine fachliche Sozialarbeit zu professionalisieren, werden seit 2016 Fördermit-
tel vom Rat der Stadt Münster für das Projekt bewilligt. 
 
Streetwork: 2016 wurden zunächst für zwei Jahre Mittel für eine hauptamtliche Stelle (0,5 Vollzeitäqui-
valente (VZÄ), angesiedelt im Gesundheits- und Veterinäramt) beschlossen. Diese Förderung wurde 
2017 um weitere drei, 2021 um weitere vier und ab 2025 um weitere zwei Jahre verlängert, derzeit also 
bis Ende 2027. Damit kann die Streetwork seit nunmehr neun Jahren professionell gewährleistet wer-
den und mündet nicht selten in Einzeltreffen und längeren Beratungsprozessen. Mittlerweile hat sich 
die öffentliche Sexarbeit auch auf das Bahnhofsumfeld ausgeweitet, weshalb hier nun zusätzlich An-
gebote platziert werden (s. Kap. 2). 
 
Aufsuchende Arbeit in Bordellen: Daneben wurde ab Oktober 2022 eine weitere hauptamtliche Stelle 
(0,5 VZÄ, Sozialarbeit)  implementiert, die sich auf das Aufsuchen bekannter Prostitutionsstätten wie 
Bordellen, Clubs und Appartements konzentriert. Durch die kontinuierliche Kontaktaufnahme erfolgen 
hier zunehmend häufiger Besuche der Etablissements sowie Beratungen außerhalb dieser (s. Kap. 3). 
 
Digitale Streetwork: Da insb. seit der Corona-Pandemie und hinsichtlich der fortschreitenden gesell-
schaftlichen Digitalisierung auch Sexarbeitende verstärkt über das Internet agieren, wird seit März 2025 
eine weitere halbe Stelle gefördert, die sich auf das digitale Aufsuchen konzentriert, um auch diejenigen 
zu erreichen, die weder in den Etablissements noch auf der Straße anzutreffen sind. Dies betrifft u.a. 
trans* und männliche Sexarbeitende  sowie Personen im Escort und kann darüber hinaus auch ver-
deckte Zwangslagen und andere illegale Tätigkeiten flankieren (s. Kap. 5). Da diese Stelle jedoch erst 
kürzlich eingerichtet wurde und dementsprechend noch keine Daten vorliegen, bezieht sich der Bericht 
im Folgenden maßgeblich auf die bereits etablierten Bereiche der Streetwork und aufsuchenden Arbeit 
in den Etablissements. 
 
Mitarbeitende: Aktuell arbeiten zwei hauptamtliche Sozialarbeiterinnen für das Projekt, von denen sich 
eine auf die Streetwork und nun auch das digitale Aufsuchen  konzentriert, während die andere Mitar-
beiterin die lokalen Stätten im Fokus hat. Da sich beide jedoch gegenseitig vertreten, sind sie mit den 
Arbeitsroutinen und Klient*innen der jeweils anderen Mitarbeiterin vertraut. Darüber hinaus arbeiten sie 
gemeinsam an weiteren Schwerpunkten im Projekt, wie dem Ausbau des Netzwerks, der Öffentlich-
keitsarbeit sowie der Koordination des ehrenamtlichen Teams (s. Kapitel 6-8). Letzteres ist wie be-
schrieben historisch gewachsen und hat durch seine Unterstützung auch heute noch einen großen 
Stellenwert im Projekt. Zum Team zählen derzeit 15 Studierende und Arbeitnehmende diverser Fach-
richtungen, womit multidisziplinäre Perspektiven und Kompetenzen vorliegen, von denen das Projekt 
und die Adressierten profitieren. Ferner hat sich aus diesem Kreis in 2020 ein Förderverein gegründet, 
der die Spendenakquise sowie die Verwaltung der Gelder maßgeblich übernimmt. 
 
Interessensvertretung und Zielgruppe: Das Projekt Marischa stellt die einzige Interessensvertretung 
für Sexarbeitende im Stadtgebiet dar. Die Zielgruppe ist äußerst heterogen und umfasst grundsätzlich 
alle Menschen, die in Münster sexuelle Dienstleistungen anbieten – unabhängig von Geschlecht, Her-
kunft oder sozialem Status, sei es als Escort, auf der Straße, in Bordellen oder digital. Auf die nunmehr 
12-jährige Erfahrung des Projekts rekurriert, sprechen die Angebote sowohl autonome und teilweise 
politisierte Sexarbeitende an, als auch diejenigen, die unter wirtschaftlichen Zwängen die Tätigkeit auf-
genommen haben, um damit bessere Lebensbedingungen zu schaffen . Letztere stellen dabei den

2 
 
Großteil der Klient*innen dar, die in den meisten Fällen auch eine Zuwanderungsgeschichte (insb. aus 
Osteuropa) mitbringen. Weiter kann es im Bereich der Sexarbeit auch zu Zwangslagen kommen, die 
keine legale Form der sexuellen Dienstleistung darstellen, sondern unter den Straftatbestand des Men-
schenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung  fallen. Auch in solchen Situationen bietet das 
Projekt Unterstützung vor allem in Form von Kriseninterventionen und Vermittlungen an. 
Die Grundhaltung ist dabei akzeptierend, lebenswelt - und klient*innenorientiert, mit dem Ziel, die Le-
bens- und Arbeitssituationen der Betreffenden zu verbessern und die Chancenungleichheit, Diskrimi-
nierung sowie Stigmatisierung abzubauen. Durch einen offenen und vorurteilsfreien  Umgang, sollen 
nachhaltige Veränderungen und Verbesserungen umgesetzt werden, ohne dabei bestimmte Zwangs-
lagen zu vernachlässigen. 
 
2. Streetwork 
 
Vorbemerkung: Aufgrund eines Personalwechsels Ende 2023 und einer damit einhergehenden Anpas-
sung der Statistik , existiert ein Unterschied in der Datenerfassung und –aufbereitung zwischen den 
Jahren 2022/2023 und dem Jahr 2024.  
 
In den letzten Jahren konnte die aufsuchende Arbeit auf  der Siemensstraße durch das wachsende 
ehrenamtliche Team immer weiter ausgebaut werden, sodass sie nun viermal monatlich (davon einmal 
am Wochenende) i.d.R. von 21 Uhr bis 23 Uhr durchgeführt wird. Etabliert hat sich dabei das Mitbringen 
heißen Kaffees, das Verteilen von Kondomen und Hygienetüchern sowie Mitbringsel in Form von Hand-
wärmern, Make-Up oder Kleidung. Die Anzahl an Angetroffenen variiert je nach Jahreszeit  und liegt 
aktuell bei ca. bis zu sieben Personen. Jedoch ist die Anzahl an Straßensexarbeitenden derzeit rück-
läufig, was sich u.a. durch das Berufsverbot in der Corona-Pandemie, andere Arbeitsorte und die Digi-
talisierung der Sexarbeit erklären lässt (weitere Informationen siehe Kapitel 5). 
 
Die Sexarbeiterinnen auf der Siemensstraße sind alle weiblich gelesen und stammen vornehmlich aus 
Bulgarien. Regelmäßig wird das Team daher von einer Sprach- und Kulturmittlerin begleitet, denn ob-
wohl viele Adressierte über solide Deutschkenntnisse verfügen, sind z.B. bei der Vermittlung rechtlicher 
Rahmenbedingungen oftmals Grenzen zu erkennen und das Risiko für Missverständnisse damit erhöht. 
 
2.1. Beratungen auf der Siemensstraße 
 
Im Berichtszeitraum  wurde die Sie-
mensstraße insgesamt 110 Male an-
gefahren. Dabei fanden 475 Kontakte 
zu 74 unterschiedlichen Personen 
statt, von denen 49 unbekannt waren 
und damit zu den Erstkontakten zählen 
(Grafik 1). Zum Vergleich: von Anfang 
2017 bis Mitte 2021 waren es 520 Kon-
takte; allerdings in insgesamt 4,5 Jah-
ren, womit in den letzten drei Jahren 
ein deutlicher Anstieg an Kontaktauf-
nahmen zu verzeichnen ist (im Schnitt 
von 115 zu 158 Kontakten jährlich). 
Diese sind vornehmlich vom Bezie-
hungsaufbau oder -erhalt und themen-
spezifischen Kurzberatungen charak-
terisiert. Wiederkehrende Gesprächs-
inhalte stellen insb. persönliche Anlie-
gen, wie z.B. familiäre Angelegenheiten, gefolgt von Gesprächen über Kund*innen oder Arbeitsbedin-
gungen (z.B. Kälte in den Wintermonaten oder da s Risiko der straßenbasierten Sexarbeit) dar. Aber 
auch Informationen zu anderen (sozialen) Organisationen werden weitergegeben sowie Fragen nach 
dem Prostituiertenschutzgesetz  (ProstSchutzG) besprochen, gefolgt von Gesprächen über Verhü-

3 
 
tungsmethoden (Grafik 2). Gewalterfahrungen, unsicherer Wohnraum, die finanzielle Situation und ge-
sundheitliche Beschwerden sind ebenfalls häufige Themen, werden jedoch erst seit 2024 durch eine 
angepasste Statistik explizit erfasst, sodass sie in Grafik 2 unterrepräsentiert erscheinen. Grafik 3 dient 
daher zum Vergleich: 
 
 
 
 
Mit der bevorstehenden Eröffnung der Hygienestation auf der Siemensstraße im April 25 können noch 
weitere Angebote insb. mit Blick auf hygienische Arbeitsbedingungen und die Gesundheitsfürsorge ge-
macht werden. Diese bietet ein WC, Waschmöglichkeiten, einen Schrank (z.B. für Wechselkleidung) 
und wird in Zusammenarbeit mit den Adressierten sauber gehalten, während der Förderverein „Projekt 
Marischa“ die Hygieneutensilien und Reinigungsmittel durch Spendengelder finanziert. 
 
 
2.2. Folgeberatungen und Begleitungen durch die Streetwork 
 
Durch die Kontaktaufnahmen auf der Straße 
wurde in daraus resultierenden Folgeterminen 
in den Jahren 2022 und 2023 rund 700 Mal zu 
bestimmten Themen beraten (Grafik 4 ). Den 
größten Teil machen dabei psychosoziale Bera-
tungen aus, z.B. zu herausfordernden Erlebnis-
sen, gefolgt von Gesprächsinhalten zur medizi-
nischen Versorgung, unter die u.a. der Kranken-
versicherungsschutz oder gesundheitliche Fra-
gen fallen. Weiter wurde zu Behörden, wie Poli-
zei, Sozialamt oder dem Amt für Kinder, Ju-
gendliche und Familien beraten sowie über so-
ziale Organisationen in Münster (z.B. Eu-
ropa.Brücke) und überregionale Einrichtungen 
(u.a. Frauenhäuser) informiert. Die Beratungen 
finden entweder in den Räumlichkeiten des Pro-
jekts im Gesundheits - und Veterinäramt  oder 
aufgrund niedrigschwelliger Zugänge im Sozial-
raum der Adressierten statt. 
Hinweis: Prozentualer Anteil an allen Themen in den 475 Kontakten mit 74 Personen

4 
 
 
Seit der Anpassung der Statistik in 2024 
lässt sich zudem feststellen, wie viele unter-
schiedliche Personen in die Beratung ka-
men: In 2024 wurden v on insgesamt 23 
Adressierten der straßenbasierten Sexarbeit 
67 Folgeberatungen in Anspruch genom-
men, von denen sich wiederum 18 in länge-
ren Beratungen und 49 in sog. Kurzzeitbera-
tungen realisierten (Grafik 5). Letztere wer-
den aufgrund der steigenden Nachfrage seit 
2024 ebenfalls explizit erfasst. Dabei han-
delt es sich um relativ kurze Telefon- und/o-
der Chatberatung en, bei denen schnelle 
Fragen geklärt, Termine ausgemac ht oder 
über den aktuellen Stand informiert wird.At-
traktiv ist diese Beratungsform  für die Ziel-
gruppe vor allem aufgrund ihres niedrigschwelligen Charakters, der hohen Anonymität sowie Praktika-
bilität hinsichtlich des Aufwands. Außerdem lassen sich oftmals schon viele Themen bei der wöchent-
lichen Streetwork persönlich besprechen. 
Die Anliegen in den Einzelfallberatungen (Dauer i.d.R. 1,5 Std.) ähneln denen auf der Streetwork, kön-
nen aber bei einem persönlichen Treffen viel intensiver besprochen werden.  Auch hier werden vor-
nehmlich mit dem ProstSchutzG in Verbindung stehende Fragen, gesundheitliche Anliegen, Verhü-
tungsmöglichkeiten, finanzielle Notlagen, unsicherer Wohnraum, berufliche Alternativen, Jobcenterleis-
tungen und Zugänge zur Sozial-, Pflege- und Krankenversicherung thematisiert. Durch einen länger 
andauernden Personalwechsel war die Anzahl der Einzelfallberatungen zwischenzeitlich rückläufig, ist 
seit Mitte 2024 aber wieder ansteigend. 
Darüber hinaus fanden im Berichtszeitraum insgesamt 288 Begleitungen von Menschen aus der öffent-
lichen Sexarbeit zu Organisationen wie Frauen helfen Frauen e.V., Malteser oder Übernachtungsstel-
len statt. Viele Begleitungen betrafen zudem Behördengänge z.B. zur Polizei, dem Jobcenter oder So-
zialamt sowie die medizinische Versorgung, durch das Aufsuchen gynäkologischer oder hausärztlicher 
Praxen.  
 
2.3. Konsumorientierte Sexarbeit im Bahnhofsumfeld 
 
In der Vergangenheit traten zunehmend Anwohnende und ansässige Organisationen im Bahnhofsum-
feld an das Proj ekt heran, die von sexuellen Dienstleistungen insb. am Bremer Platz oder den bahn-
hofsnahen Parkhäusern berichteten. Vornehmlich stehen hier die Beschaffungsprostitution bzw. kon-
sumorientierte Sexarbeit und damit eine andere und besonders tabuisierte Form im Vordergrund. Seit 
Ende 2024 wird deshalb kooperativ mit den dort bereits etablierten Organisationen Indro e.V. und dem 
Gertrudenhaus (SKF) zusammengearbeitet, um den Betreffenden die Angebote des Projekts regelmä-
ßig näher zu bringen und einen sensiblen, niedrigschwelligen Kontakt herzustellen, ohne sie womöglich 
zu outen oder zu verschrecken. Dabei steht nicht der Drogenkonsum im Vordergrund, sondern mit der 
Beschaffungsprostitution in Verbindung stehende Themen, wie die sexuelle Gesundheit, Schutz und 
Sicherheit oder mögliche belastende Erfahrungen. In 2024 fand in beiden Einrichtungen bereits ein 
erstes Treffen statt, bei denen mit insgesamt acht Adressierten Kontakt aufgenommen werden konnte. 
  
Anders als auf der Siemensstraße, ist eine exakte Anzahl an Betreffenden im Bahnhofsumfeld derzeit 
noch schwer auszumachen, da anzunehmen ist, dass sich ein Großteil möglicherweise aus Angst vor 
Repressionen, Scham oder drängenderer Themen aufgrund bestimmter Lebensumstände nicht offen-
bart. Untermauert wird diese Annahme durch den Austausch mit anderen Organisationen, neben dem 
Indro und dem Gertrudenhaus z.B. der Polizei, denen dazu bestimmte Informationen vorliegen. Daher 
bleibt die Präsenz des Projekts in der Öffentlichkeit, auf der Straße sowie im Bahnhofsumfeld durch die 
Streetwork und Kooperation mit den dort ansässigen Organisationen ein notwendiges Mittel, um die 
Angebote zu platzieren und Kontakte zu den Betreffenden knüpfen bzw. b estehende intensivieren zu 
können.

5 
 
3. Aufsuchende Arbeit in Bordellen, Clubs und Appartements 
 
Seit Oktober 2022 wird mittels einer halben Stelle neben der straßenbasierten auch die lokale Sexarbeit 
in Clubs, Bordellen und Appartements fokussiert. Der Zugang zu den meisten Etablissements und den 
dort tätigen Sexarbeiter*innen erwies sich nach anfänglicher Zurückhaltung dank kontinuierlicher, ein-
fühlsamer und diskreter Beziehungsarbeit als erfolgreich. So entstand recht schnell eine Offenheit für 
die Angebote, womit der Zugang zu den Prostitutionsstätten niedrigschwelliger wurde und die Besuche 
sukzessive angehoben werden konnten (Grafik 6).  
 
 
Während des jeweils rund 1 - 2 Std. andauernden Aufenthalts, werden vor Ort Räumlichkeiten für die 
Einzelberatungen zur Verfügung gestellt. Begleitet wird die hauptamtliche Mitarbeiterin dabei von eh-
renamtlichen Teammitgliedern und bei Bedarf einer Dolmetscherin und auch hier hat sich das Mitbrin-
gen von Kondomen, Hygieneartikeln oder Süßigkeiten etabliert. Die Adressierten in den Etablissements 
bilden derweil eine diverse re Gruppe ab, als die der straßenbasierten Sexarbeit er*innen in Münster. 
Neben Personen, die aus Bulgarien stammen, werden auch Menschen aus Rumänien, Ungarn, China, 
Thailand, Spanien, der Türkei oder Deutschland angetroffen. Die meisten Adressierten sind auch hier 
weiblich gelesen, wobei in den Appartements vereinzelnd auch trans* Personen angetroffen werden.  
Während zu den meisten Prostitutionsstätten ein guter Zugang besteht, sind ak tuell noch zwei der im 
Internet offen beworbenen Adressen nur schwer oder gar nicht zugänglich. Hier wird entweder kein 
Bedarf gesehen oder, im Falle eines einzelnen Appartements mit Terminbuchung, niemand angetrof-
fen. Ferner stellt sich auch die Lage in einem Appartementhaus trotz Zugangs als undurchsichtig her-
aus: Die hohe Fluktuation unter den Sexarbeitenden erschwert den Aufbau nachhaltiger Beziehungen. 
Indes wird durch eine stetige Internet-Recherche nach weiteren Adressen gesucht, an denen sexuelle 
Dienstleistungen angeboten werden. Einige davon wurden bereits angefahren, konnten bisher jedoch 
nicht erfolgreich adressiert werden. 
 
 
3.1. Beratung in den Etablissements 
 
Von Oktober 2022 bis Ende 2024 fanden insgesamt 210 Kontakte in Form von Gesprächen und Kurz-
zeitberatungen am Arbeitsort mit 71 verschiedenen Personen statt. Anliegen sind auch hier das Prost-
SchutzG und die damit verbundenen Rechte und Pflichten, gesundheitliche Fragen bzw. Beschwerden, 
Sozial-, Pflege- und Krankenversicherungen oder mit der Steuerabgabe in Verbindung stehende Fra-
gen. Indes geht es im Vergleich zur straßenbasierten Sexarbeit in den lokalen Stätten weniger um 
Kriseninterventionen durch z.B. Gewalterfahrungen oder risikoreiche  und schlechte Arbeitsbedingun-
gen, wenn diese auch nicht völlig ausbleiben (siehe Kapitel 3.2). 
6:

6 
 
3.2. Folgeberatung und Begleitung durch das Aufsuchen der Etablissements 
 
In den Jahren 2023 und 2024 
wandten sich  insgesamt 29 
Personen, die in der lokalen 
Sexarbeit tätig sind, mit dem 
Wunsch nach einer Einzel-
beratung an das Projekt. Der 
überwiegende Teil  wurde 
durch die aufsuchende Ar-
beit auf die  Angebote auf-
merksam, während einige 
durch ihre Kolleg*innen da-
rauf hingewiesen wurden. So 
fanden bereits 73 Beratun-
gen, aufgeteilt in 58 längere 
Einzelfallberatungen (jeweils 
ca. 1,5 Std.) und 15 Kurzzeit-
beratungen am Telefon oder 
im Chat statt. Weitere 21 Mal wurden Adressierte zu Behörden, medizinischen Einrichtungen oder so-
zialen Organisationen begleitet (Grafik 7).  
 
Im Vergleich zur straßenbasierten Sexarbeit geht es bei den Gesprächen in den Etablissements weni-
ger um akute Krisen, wie Gewalterfahrungen oder Mittellosigkeit. Dies kann u.a. auf den vergleichs-
weise besseren Verdienst in den lokalen Stätten oder aber auf das Setting zurückgeführt werden: die 
Gespräche finden, wenn auch unter vier Augen, vor Ort in den Arbeitsstätten statt  und dürften sich 
daher nie ganz privat anfühlen. Zudem besteht ein gewisser Zeitdruck, da die Betreffenden z.B. ihren 
nächsten Termin erwarten. So entstand bereits einige Male der Eindruck, dass bestimmte Themen , 
z.B. die Arbeitsbedingungen, umschifft werden, obwohl sie ein Anliegen darstellen. Im Vergleich dazu, 
wird in den Beratungen außerhalb der Etablissements meist offener kommuniziert, sodass hier immer 
wieder auch die Bedingungen in den Bordellen und Clubs angesprochen werden: Beispielhaft berich-
tete eine Person von einem Bordell, in dem keine für die Steuererklärung nötigen Rechnungen ausge-
stellt werden; einer anderen wurde spontan der Zugang zur Arbeitsstätte verwehrt, woraufhin sie mit-
tellos und – durch die Bereitstellung einer Unterkunft durch den Betreiber – auch wohnungslos wurde. 
Andere berichten von überhöhten Raummieten oder Kondompreisen und zwei weitere von der Anwei-
sung, mit Kund*innen Alkohol zu konsumieren. Daneben erhielt das Projekt bereits drei anonyme Hin-
weise auf ähnliche Vorkommnisse. In solchen Fällen, werden Betreffende psychosozial sowie zu ihren 
Rechten beraten. Auch wird angeboten, gemeinsam gegen die Missstände vorzugehen, z.B. durch eine 
begleitete Kontaktaufnahme zum Ordnungsamt oder der Polizei. Da dies jedoch in den meisten Fällen 
abgelehnt wird, werden die Betreffenden zum Krisenmanagement und ggf. zu Um- oder Ausstiegsmög-
lichkeiten beraten. 
 
  
 
3.3. Zwischenresümee 
 
Resümierend lässt sich auch im Bereich der lokalen Sexarbeit feststellen, dass die Angebote des Pro-
jekts immer bekannter werden, sodass vermehrt selbstständige Kontaktaufnahmen seitens der Adres-
sierten stattfinden. Daneben wenden sich auch immer häufiger unbekannte, autonome Sexarbeitende 
an das Projekt. Damit sind Personen gemeint, die durch die aufsuchende Arbeit in den Clubs nicht 
erreicht werden, da sie z.B. als Escort oder Domina eher reisend oder in Privatwohnungen und Studios 
tätig sind sowie Studierende, die sich mit gelegentlichen sexuellen Dienstleistungen etwas dazuverdie-
nen. Hier bestehen die Anliegen häufig aus Fragen nach dem ProstSchutzG, ihren Rechten und Pflich-
ten, sicheren Arbeitsbedingungen, der Anmeldung beim Finanzamt, beruflichen Alternativen oder Re-
flektionen der Tätigkeit.

7 
 
4. Weitere Schwerpunkte 
 
4.1. Testungen auf sexuell übertragbare Erkrankungen (STI-Testungen) 
 
Da viele Adressierte, ob auf der Straße oder in den  lokalen Stätten, häufig von gesundheitlichen Be-
schwerden in Verbindung mit ihrer sexuellen Gesundheit berichten und durch ihre Tätigkeit oftmals ein 
generelles Interesse daran besteht, bietet das Projekt in Kooperation mit  der STI-Beratung des Ge-
sundheits- und Veterinäramtes, kostenlose und anonyme Testungen auf sexuell übertragbare Erkran-
kungen an. Durch angeleitete, selbst vorgenommene Abstriche kann auf Chlamydien und Gonokokken 
und mittels Trockenblutanalysen auf HIV, Syphilis und Hepatitis C getestet werden. Weiter können die 
Adressierten sich bei einer ärztlichen Kollegin im Gesundheits - und Veterinäramt auf HPV testen las-
sen, wobei dies ggf. durch den Förderverein finanziert wird. In den Bordellen, Clubs und Appartements 
fungierten die STI-Testungen insb. zu Beginn der aufsuchenden Arbeit als Türöffner und werden auch 
heute noch g ut angenommen. So konnten in den 2,25 Jahren bereits 148 Testungen vorgenommen 
werden. Seit Dezember 2024 werden diese nun auch während der Streetwork auf der Siemensstraße 
angeboten und können mit der bevorstehenden Eröffnung der Hygienestation bald noch professionali-
sierter durchgeführt werden. Und auch bei der Arbeit im Bahnhofsumfeld gibt es das Angebot der STI-
Testungen. Bei positiven Befunden können durch die ärztliche Kollegin Medikamente verschrieben 
und/oder bei Bedarf eine Begleitung zu Schwerpunktpraxen angeboten werden.  
Da das Projekt an das Gesundheits - und Veterinäramtes angesiedelt ist und die Räumlichkeiten mit 
der Stelle geteilt werden, die für die Ausstellung der Arbeitsbescheinigungen für Sexarbeitende nach 
ProstschutzG zuständig ist, kann mit dem Testangebot erfahrungsgemäß zunächst ein gewisses Miss-
trauen einhergehen, z.B. durch die Sorge, bei positiven Befunden Repressalien zu erfahren. Hier zeigt 
sich, dass ein vorheriger Vertrauensaufbau, die Zusicherung von Anonymität, transparente Informati-
onsgespräche und der niedrigschwellige Zugang im Sozialraum der Betreffenden ohne Terminabspra-
chen oder lange Wege  dazu beitragen, ein mögliches Misstrauen abzubauen, sodass sich die Inan-
spruchnahme der Tests bereits bei vielen etabliert hat. 
 
4.2. Schwangerschaftskonflikte 
 
Eine wiederkehrende Thematik stellen insb. ungewollte Schwangerschaften dar. Das Projekt begleitete 
im Berichtszeitraum insgesamt 13 Frauen mehrere Tage bis Wochen bei einem Schwangerschaftskon-
flikt. Diese machen oftmals eine enge Unterstützung, Planung und Nachbereitung der damit einherge-
henden Termine und Erlebnisse erforderlich. Der Prozess eines Abbruchs geht für die Betreffenden 
allein organisatorisch oft mit großen Hürden einher, da sie häufig nicht über die erforderlichen Kennt-
nisse verfügen und viele Termine in einer bestimmten Reihenfolge in einem rechtlich geregelten Zeit-
fenster innerhalb einer herausfordernden Versorgungslage stattfinden müssen. Indes stehen den Be-
treffenden häufig nicht genügend monetäre Mittel für einen induzierten Abort zur Verfügung. Dies sorgt 
dafür, dass neben der Organisation und Durchführung des Abbruchs  und damit einhergehender psy-
chischer sowie körperlicher Belastungen, zusätzlich Anträge zur Kostenübernahme bei Krankenkassen 
gestellt werden müssen. Geschieht dies nicht, konnte bereits beobachtet werden, dass Betreffende für 
den Schwangerschaftsabbruch in ein anderes Land reisen und ihn dort unter risikoreichen Bedingun-
gen durchführen lassen. In diesem Zusammenhang berät das Projekt auch zu diversen Verhütungs-
methoden. Etabliert hat sich aufgrund der Praktikabilität vor allem das Einsetzen einer Spirale, was 
jedoch mit hohen Kosten verbunden ist und deshalb bei Bedarf vom Förderverein finanziell unterstützt 
wird.  
 
4.3. Ausstiegsberatung und Zwangslagen 
 
Insgesamt wandten sich seit 2022  sieben Personen mit einem Ausstiegswunsch an das Projekt. Oft-
mals realisiert sich dieser auf Wunsch in einem sukzessiven Prozess, indem neben der Sexarbeit zu-
nächst eine weitere Tätigkeit aufgenommen wird. Unterstützt wird hier u.a. bei der Suche nach berufli-
chen Alternativen, Sprachkursen oder dem Erstellen von Bewerbungsunterlagen. Ferner wurden zwei 
sog. Blitz-Ausstiege begleitet. Dabei geht es um eine direkte, spontane und kurzfristige Unterstützung 
in Form von Informationen und Vermittlungen zu anderen Beratungsstellen außerhalb Münsters sowie

8 
 
der Organisation der Reisen dorthin. Weiter ging es in 2023 um eine deutliche Zwangslage, die eben-
falls eine umgehende Unterstützung erforderte. Im Konkreten vertraute sich eine Person bei der aufsu-
chenden Arbeit auf der Siemensstraße dem Projekt an und berichtete von Gewalt, Zwang und Erpres-
sung, während zusätzlich ein Kleinkind involviert war. Im Folgenden wurde akut und kontextsensibel 
sehr eng mit der Polizei, dem Amt für Kinder, Jugendliche und Familien , der Frauenhausberatungs-
stelle, einer Schutzeinrichtung sowie dem Koordinierungskreis gegen Menschenhandel zusammenge-
arbeitet, wodurch der Fall letztlich erfolgreich abgeschlossen werden konnte. 
Es ist davon auszugehen, dass bestimmte Zwangslagen und illegale Strukturen nach wie vor verdeckt 
bleiben. So erhält das Projekt immer wieder Informationen über z.B. minderjährige Personen , die se-
xuelle Dienstleistungen anbieten oder über verdeckte Tätigkeiten in unbekannten Appartements oder 
anderen T reffpunkten, die augenscheinlich von Profiteur*innen im Hintergrund organisiert werden. 
Wenn es risikofrei möglich ist, werden die entsprechenden Orte aufgesucht oder – falls Kontaktdaten 
vorliegen – die Personen in Zwangslagen auf anderem Wege angesprochen.  
 
 
5. Ausblick: Digitale Streetwork 
 
Wie bereits in Kapitel 2 zu Beginn erwähnt, ist die Anzahl an Sexarbeitenden auf der Siemensstraße 
rückläufig. Dies lässt sich laut Berichten anderer Beratungsstellen auch in anderen Städten beobach-
ten. Zum einen wird hier ein Zusammenhang zum Arbeitsverbot in der Corona-Pandemie gesehen, 
durch das einige Personen ihren Job gewechselt und/oder zurück in ihr Heimatland gegangen  sind. 
Viel wahrscheinlicher ist aber, dass die Tätigkeit trotz des Verbots weiter ausgeübt wurde, jedoch an 
anderen Orten stattfand, um sich den Kontrollen der Ordnungsbehörden zu entziehen; z.B. in Privat-
wohnungen, die nur schwer zu erreichen sind . Dies wurde in der Pandemie weiter professionalisiert 
(u.a. durch Angebote und Kundenakquise im Netz), sodass die „herkömmliche“ Straßensexarbeit heute 
nicht mehr zeitgemäß erscheint. Weiter lässt sich nach internen Recherchen festhalten, dass in Müns-
ter etwa 50 Personen der mann-männlichen Sexarbeit („gay for pay“) nachgehen. Da auch diese vor-
nehmlich aus dem digitalen Raum agieren, sind auch sie nicht über die aufsuchende Arbeit zu errei-
chen. Genauso wie andere Personen, die autonom arbeiten, wie z.B. Studierende, die sich übergangs-
weise etwas dazu verdienen wollen. Diese Digitalisierung der Sexarbeit geht in der Konsequenz auch 
mit einem erhöhten Risiko für Zwangslagen einher, da weder Ordnungsbehörden noch soziale Organi-
sationen die Betreffenden zuverlässig erreichen. Aus diesem Grund wurde im letzten Jahr eine weitere 
Förderung beantragt und bewilligt ( 0,5 VZÄ seit März 25), um mittels neuer Strategien einen Zugang 
zu diesem Personenkreis zu erhalten. Die sog. digital streetwork setzt genau da an, wo sich der Großteil 
der Betreffenden bewegt und stellt damit das Pendant zur herkömmlichen aufsuchenden Arbeit auf der 
Straße und in den Bordellen dar. Geplant sind hier u.a. SMS-Aktionen1, digitale Sprechstunden und die 
Präsenz auf einschlägigen Plattformen für sexuelle Dienstleistungen. 
 
6. Koordination des Ehrenamts  
 
Das ehrenamtliche Engagement markierte in  
2013 den Startpunkt des Projekts und ist  noch 
heute unabdingbar, um die vielfältigen Angebote 
aufrechtzuerhalten und den Beda rfen der Ziel-
gruppe situations- und kontextbezogen begeg-
nen zu können.  Die Zusammenarbeit zwischen 
dem Haupt- und Ehrenamt geht dabei Hand in 
Hand, sowohl bei der direkten Arbeit mit den 
Adressierten (grün) als auch in der  Öffentlich-
keitsarbeit (blau), der Netzwerkarbeit (rosa) und 
den Hintergrundaufgaben (gelb). So unterstützt 
das Team Aktionen wie die Winterhilfen, Kleider-
basare oder das Verteilen von Blumen zum Int. 
(International) Sexworker Day und übernimmt 
                                                
1 Versendung von Kurznachrichten auf die Smartphones der Sexarbeitenden

9 
 
die Besorgung von Gutscheinen sowie die Spendenabholung bei der Tafel Coesfeld . Ferner zeigt es 
Präsenz bei der Netzwerkarbeit mit anderen Organisationen. 
 
Aktuell engagieren sich 15 Personen, darunter Sozialarbeitende, Jurist*innen sowie Studierende unter-
schiedlicher Fachrichtungen. Darüber hinaus melden sich immer wieder neue Interessierte; eine große 
Fluktuation ist dabei jedoch nicht zu beobachten, sodass die Ehrenamtlichen bei den Adressierten gut 
bekannt sind und ein Vertrauensverhältnis aufbauen konnten. Während das ehrenamtliche Engage-
ment in weiten Teilen eine große Entlastung darstellt, geht die Leitung und Betreuung dessen auch mit 
Aufwand einher. Um die Gruppe zu koordinieren, die Angebote zu planen und zu reflektieren sowie den 
nötigen Wissenstransfer zu gewährleisten, werden monatlich gemeinsame Arbeitskreise und regelmä-
ßig themenspezifische Team- und Fachprojekte durchgeführt. Daneben müssen neue Ehrenamtliche 
eingearbeitet und der digitale Workspace koordiniert werden. Entsteht Gesprächsbedarf, z.B. durch 
herausfordernde Situationen im Rahmen der aufsuchenden Arbeit, dienen die hauptamtlichen Mitar-
beitenden als Ansprechpersonen für eine Reflexion.
 
 
7. Kooperationen und Netzwerkarbeit 
 
Mitentscheidend für die erfolgreiche Arbeit des Projekts sind verlässliche Kontakte und Kooperationen. 
Die Zusammenarbeit mit anderen Stellen hat demnach seit Beginn eine hohe Bedeutung und wurde im 
Berichtszeitraum intensiviert und weiter ausgebaut. So engagiert sich das Projekt regional in mehreren 
Arbeitskreisen, ist in Bündnissen aktiv, pflegt den Austausch mit Behörden, medizinischen Einrichtun-
gen sowie (sozialen) Organisationen und begleitet Adressierte zu speziellen Stellen. Auch überregional 
arbeitet Projekt Marischa mit anderen Fachberatungsstellen zusammen, ist seit 2023 Teil der Landes-
arbeitsgemeinschaft „Recht“ der Landeskoordinierungsstelle Sexarbeit und Prostitution  in NRW und 
seit 2024 Mitglied im bundesweiten Bündnis  der Fachberatungsstellen für Sexarbeiter*innen. Ferner 
implementiert das Projekt derzeit den „Runden Tisch Sexarbeit und (Zwangs-)Prostitution“ in Münster, 
bei dem verschiedene Akteur*innen zu einem Austausch eingeladen werden, um die Lage im Stadtge-
biet zu beleuchten, Synergien zu nutzen, die Bedarfe der Zielgruppe zu analysieren sowie die Angebote 
strukturiert erfassen und ggf. verbessern zu können.Darüber hinaus engagieren sich die Projektmitglie-
der auch in Wissenschaft und Forschung, was enge Verbindungen zur Fachhochschule und Universität 
Münster fördert und zur Gewinnung neuer Ehrenamtlicher beiträgt.  Auch konnten dur ch Projekt Ma-
rischa mehrere Sexarbeitende bei der vom kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen durch-
geführten Evaluation des ProstSchutzG als Befragte gewonnen werden.  Ferner wurde in 2024 die 
Homelesszählung der Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ unterstützt.
 
Arbeitskreise regional Organisationen regional Behörden 
AK „Gegen Gewalt an Frauen und 
Mädchen“ – Amt für Gleichstellung; 
 
AK „Unionsbürger*innen“ – Bischof-
Hermann-Stiftung; 
 
AK „Aufsuchende Arbeit Münster“ – 
alle Streetworker*innen Münsters 
Diakonie Wohnhilfen; Aidshilfe Müns-
ter; Gertrudenhaus u. Übernach-
tungsstelle SKF e.V.; Indro e.V.; Dro-
genberatung Stadt Münster; Bahn-
hofsmission; Draußen e.V.; Clea-
ringsstelle Klar für Gesundheit; EU-
ROPA.BRÜCKE.MÜNSTER; GEBA; 
Malteser; Gynäkologie Fresnostr.; pro 
familia; Donum Vitae; Frauenhausbe-
ratungsstelle; PariSozial, Dach überm 
Kopf e.V., Frauennotruf Münster e.V.; 
… 
Gesundheits- und Veteri-
näramt 
Ordnungsamt 
Amt für Gleichstellung 
Sozialamt (Quartiersmanage-
ment Bremer Platz) 
Finanzamt 
Jobcenter 
Polizei (KK13) 
Amt für Kinder, Jugendliche 
und Familien 
FH Münster; Uni Münster 
Arbeitskreise überregional Organisationen überregional Bündnisarbeit 
LAG Recht – Landeskoordinierungs-
stelle Sexarbeit und Prostitution NRW 
(Beratungsstellen für Sexarbeitende 
und Mitarbeitende des ProstSchutzG) 
Coesfelder Tafel; Beratungsstelle 
Tamar; KOK: Bdw. Koordinierungs-
kreis gegen Menschenhandel e.V.; 
Aidshilfe NRW (mann -männlich 
Sexarbeit), Fachberatungsstellen 
Bündnis für sexuelle Selbst-
bestimmung Münster; 
Bdw. Bündnis der Fachbera-
tungsstellen für Sexarbei-
tende (bufas e.V.) 
Tabelle Übersicht Kooperationen und Netzwerke

10 
 
 
8.  Öffentlichkeitsarbeit  
 
Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Themen Sexarbeit und Prostitution und speziell für die 
Situation der Sexarbeitenden in Münster, ist ein wichtiges Anliegen im Projekt, um die Stigmatisierung, 
Diskriminierung und Tabuisierung abzubauen und eine sachliche  und diplomatische Herangehens-
weise zu ermöglichen, durch die eine Offenheit für die Themen angestrebt wird. 
Neben einer Anpassung des Logos und der Erstellung von Informationsmaterial im modernen Design, 
wurde die Website überarbeitet und der Instagramkanal intensiver bespielt, indem z.B. zu relevanten 
Gedenktagen themenspezifische Posts erstellt und kollaborativ mit anderen Beratung sstellen zusam-
mengearbeitet wurde. In der Folge  hat sich die Anzahl an Follower*innen in den letzten zwei Jahren 
verdoppelt. Insbesondere in 2023 konnten weitere Vorhaben umgesetzt werden, während in 2024 der 
länger andauernde Personalwechsel berücksichtigt werden musste.  
 
 
Jahr Pressearbeit Aktionen & Veranstaltungen Teilnahme  
2022 📰 Pressemitteilung zum Int. 
Tag gegen Gewalt an Sexarbei-
tenden 
 
📄 Flyer-Aktion zum Int. Tag gegen Ge-
walt an Sexarbeitenden 💃One Billion Rising –  
Tanzdemo 
2023 📰 Pressemitteilungen: 
– Int. Frauentag 
– Int. Sexworker Day 
– Winterhilfe 
🎤 Interviews: 
Kirche+Leben: Aufsuchende Ar-
beit in Bordellen 
– Radio Q: Gewalt in der Sexar-
beit 
– draußen e.V.: Projekt-Hinter-
gründe (PDF) 
📍 Info-Stand zum Int. Sexworker Day 
(Hbf. Münster) 
🎶 Solidaritätskonzert zum 10-jährigen 
Jubiläum (Hafenbecken Münster) 
📄 Flyer-Aktion (Int. Tag gegen Gewalt an 
Sexarbeitenden) 
🗣️ Vortrag Nayiri Arslanian: „Menschen-
handel und Zwangskontexte im Libanon“ 
(in Kooperation mit FH & Bistum Müns-
ter) 
 
💃One Billion Rising – 
Tanzdemo 
 
📚 Human Library 
(Stadtbibliothek Mün-
ster) 
2024 
 
 
 
 
 
 
 
🗨️ Stellungnahme zum 
CDU/CSU-Antrag: „Menschen-
unwürdige Zustände in der 
Prostitution beenden – Sexkauf 
bestrafen“  
🎤Interview mit Kirche+Leben: 
Ehrenamt bei Projekt Marischa 
🗣️ Vortrag & Austausch: „Kaffee, Kon-
dome und ein offenes Ohr für Sexarbei-
tende“ (frauenpolitisches Frühjahr des 
Amtes für Gleichstellung) 
📄 Flyer-Aktion (Int. Tag gegen Gewalt an 
Sexarbeitenden) 
 
💃One Billion Rising – 
Tanzdemo 
🎉 Jubiläums-Freiwilli-
gen-Tag; Gesund-
heitshaus Münster 
 
 
 
9. Resümee 
 
Resümierend bleibt festzuhalten, dass sich Projekt Marischa seit seiner Gründung vor zwölf Jahren 
stetig weiterentwickelt hat und immer mehr Menschen aus der sexuellen Dienstleistungsbranche in 
Münster erreicht, die mit nicht unerheblichen Anliegen, Bedarfen und Herausforderungen konfrontiert 
sind. Durch die solide, fachliche und engagierte Arbeit des Projekts, können die Betreffenden ange-
messen, vorurteilsfrei und respektvoll unterstützt werden. Dabei geht es neben der gesundheitlichen 
Prävention immer auch um geschlechtsspezifische Fragen, die Integration in die Gesellschaft, prekäre 
Lebenslagen, Fragen nach sozialer Gerechtigkeit , Diskriminierungssensibilität und Gleichstellungsar-
beit.  
Tabelle Übersicht Öffentlichkeitsarbeit                        Hinweis: Bei unterstrichenen Texten ist der Link hinterlegt

Anlage A

1742 Zeichen

Anlage A zur V/0169/2025 
Kurzüberblick 
Tätigkeitsbericht Projekt Marischa 2022-2024 
Aufsuchende Arbeit, Beratung und Begleitung für Menschen im sexuellen Dienstleistungssektor 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Die Hauptziele des Projekts sind 
 Gesunderhaltung und -förderung 
 Integration in die Gesellschaft 
 Hilfe zur Selbsthilfe, Empowerment und Autonomiegewinn 
 Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen  
 Abbau von Diskriminierung und Stigmatisierung 
 Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit 
 Kooperation zwischen Haupt- und Ehrenamt 
 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: 0701 Gesundheitsdienste 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja x Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja x Nein   
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2025 enthalten? x Ja  Nein  teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan 2025 enthalten?  Ja x Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? x Ja  Nein   
Bereits veranschlagt? x Ja  Nein   
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist  vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
x vollständig 
freiwillig 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen  
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
 Das Projekt unterstützt die Integration von Zugewanderten und arbeitet mit ihnen daran, 
ihre persönliche und berufliche Situation zu verbessern sowie ihre Integration zu fördern. 
 Der überwiegende Teil der Adressierten ist weiblich, womit die Gleichstellung der Ge-
schlechter, insb. der Abbau von Chancenungleichheit aufgrund des Geschlechts, relevan-
te Aspekte im Projekt darstellen. 
 Einige Adressierte sind trans*Personen, die ebenfalls spezifische Diskriminierungserfah-
rungen machen können.

Berichtsvorlage

11057 Zeichen

Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. 
V/0169/2025 
 
 
Öffentliche Berichtsvorlage 
Betrifft 
 
Projekt Marischa: Tätigkeitsbericht 2022 - 2024 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   03.06.2025 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 
   11.06.2025 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und  
Arbeitsförderung 
Bericht 
 
 
Bericht: 
 
Im Folgenden wird eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse gegeben. Für alle weiteren 
Details des Berichts wird auf Anlage 1 verwiesen.  Der Bericht bezieht sich auf den Zeitraum Anfang 
2022 – Ende 2024.  
 
1. Einleitung 
Projekt Marischa wurde 2013 von Studierenden gegründet, die ein Angebot für Menschen in der 
Sexarbeit im Bereich der Straßenprostitution in der Siemensstraße schaffen wollten, um die Verbes-
serung der Lebens - und Arbeitsbedingungen, eine gezielte Gesundheitsfürsorge, die Implementie-
rung verlässlicher Ansprechpersonen sowie die Unterstützung bei Ausstiegswünschen zu gewährleis-
ten. Um das ehrenam tliche Engagement und die Angebote durch eine fachliche Sozialarbeit zu pro-
fessionalisieren, werden seit 2016 Fördermittel vom Rat der Stadt Münster für das Projekt bewilligt; 
Zunächst galten diese der Streetwork, seit 2022 wird auch die aufsuchende Arbeit  in den Prostituti-
onsstätten und seit März 2025 die digitale Beratungsarbeit gefördert (jew eils 0,5 Vollzeitäquivalente, 
angesiedelt im Gesundheits- und Veterinäramt). Die Mittel sind derzeit bis Ende 2027 bewilligt. 
 
2. Streetwork 
Die aufsuchende Arbeit auf der Siemensstraße wird seit nunmehr neun Jahren  professionell und 
Hand in Hand mit dem 15-köpfigen ehrenamtlichen Team einmal wöchentlich gewährleistet. So wurde 
die Siemensstraße im Berichtszeitraum insgesamt 110 Male angefahren. Dabei fanden 475 Kontakte 
zu 74 unterschiedlichen Personen statt, von denen 49 unbekannt waren und damit zu den Erstkontak-
ten zählen. Die Kurzzeitberatungen auf der Straße sind dabei vornehmlich vom Beziehungsaufbau - 
oder erhalt und themenspezifischen Kurzberatungen charakterisiert. Intensiver kann in daraus resul-
tierenden Folgeberatungen gearbeitet werden, die entweder in den Räumlichkeiten des Projekts im 
Gesundheits- und Veterinäramt oder aufgrund niedrigschwelliger Zugänge im Sozialraum der Adres-
sierten stattfinden. So konnte i n den Jahren 2022 und 2023 rund 700 Mal zu bestimmten Themen 
beraten werden (u.a. rechtliche Fragen, herausfordernde Erlebnisse, gesundheitliche Fragen, Kran-
kenversicherungsschutz, Arbeitsbedingungen, Behörden, berufliche Alternativen, Wohnraum und 
Gesundheits- und 
Veterinäramt 
 
05.05.2025  
 
Ihr/e Ansprechpartner/in:  
Frau Susanne Kock 
 
Telefon: 492-4670  
KockS@stadt-muenster.de

- 2 - 
Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. 
andere Organisationen). Seit der Anpassung der Statistik in 2024 lässt sich zudem feststellen, wie 
viele unterschiedliche Personen in die Beratung kamen: In 2024 wurden von insgesamt 23 Adressier-
ten der straßenbasierten Sexarbeit 67 Folgeberatungen in Anspruch genommen, von denen sich wie-
derum 18 in längeren Beratungen und 49 in sog. Kurzzeitberatungen in Form von Telefonaten oder 
Chats realisierten, die aufgrund ihres niedrigschwelligen Charakters, der hohen Anonymität sowie 
Praktikabilität für die Adressierten immer attraktiver werden. Darüber hinaus fanden im Berichtszeit-
raum insgesamt 288 Begleitungen von Menschen aus der öffentlichen Sexarbeit zu anderen Organi-
sationen statt (Behörden, medizinische Versorgung, soziale Einrichtungen). Mit der bevorstehenden 
Eröffnung der Hygienestation auf der Siemensstraße im April 2025 können noch weitere Angebote 
insb. mit Blick auf hygienische Arbeitsbedingungen und Gesundheitsfürsorge direkt am Arbeitsort der 
Adressierten vorgehalten werden. 
Mittlerweile hat sich die öffentliche Sexarbeit auch auf das Bahnhofsumfeld ausgeweitet, weshalb hier 
nun zusätzlich Angebote platziert werden. Vornehmlich stehen hier die Beschaffungsprostitution bzw. 
konsumorientierte Sexarbeit und damit eine andere und besonders tabuisierte Form der Tätigkeit im 
Vordergrund. In Kooperation mit den dort bereits etablierten Organisationen Indro e.V. und dem Ger-
trudenhaus (SKF) konnte in 2024 bei einem ersten Treffen mit insgesamt acht Adressierten Kontakt 
aufgenommen werden.  
 
3. Aufsuchende Arbeit in Bordellen, Clubs und Appartements 
Seit Oktober 2022 werden neben der Streetwork auch bekannte Prostitutionsstätten in Münster auf-
gesucht. Durch eine kontinuierliche und sensible Kontaktaufnahme konnten die Besuche zu den 
meisten der Etablissements sukzessive angehoben werden. Von Oktober 2022 bis Ende 2024 fanden 
so insgesamt 210 Kontakte in Form von Gesprächen und Kurzzeitberatungen am Arbeitsort mit 71 
verschiedenen Personen statt. Anliegen sind auch hier das ProstSchutzG und die damit verbundenen 
Rechte und Pflichten, gesundheitliche Fragen bzw. Beschwerden, Sozial-, Pflege- und Krankenversi-
cherungen oder die mit der Steuerabgabe in Verbindung stehende Fragen. Insgesamt 29 Personen 
wünschten sich im Anschluss an die Besuche weitere Beratungsprozesse. So fanden bereits 73 Bera-
tungen, aufgeteilt in 58 längere Einzelfallberatungen (jeweils ca. 1,5 Std.) und 15 Kurzzeitberatungen 
am Telefon oder im Chat statt. Anders als bei der aufsuchenden Arbeit werden hier auch immer wie-
der die Arbeitsbedingungen und berufliche Alternativen thematisiert. Weitere 21 Mal wurden Adres-
sierte zu Behörden, medizinischen Einrichtungen oder sozialen Organisationen begleitet. 
Immer häufiger wenden sich auch unbekannte, autonome Sexarbeitende an das Projekt; Personen, 
die durch die aufsuchende Arbeit in den Clubs nicht erreicht werden, da sie z.B. als Escort oder Do-
mina eher reisend oder in Privatwohnungen tätig sind sowie Studierende, die sich mit gelegentlichen 
sexuellen Dienstleistungen etwas dazuverdienen. Gleichsam können bis heute noch nicht alle Prosti-
tutionsstätten erfolgreich aufgesucht werden, da z.B. nicht zu allen Arbeitsorten in Münster (insb. Ap-
partements oder Privatwohnungen) Informationen vorliegen.  
 
4. Weitere Schwerpunktthemen 
 
Testungen auf sexuell übertragbare Erkrankungen  (STI-Testungen): Neben den wiederkehrenden 
Themen (Gesundheit, Wohnraum, Arbeitsbedingungen, ProstSchutzG) wird den Adressierten regel-
mäßig das Angebot von Testungen auf sexuell übertragbare Erkrankungen (STI-Testungen) gemacht. 
In den Bordellen, Clubs und Appartements fungierten diese insb. zu Beginn der aufsuchenden Arbeit 
als Türöffner und werden auch heute noch gut angenommen. So konnten in den 2,25 Jahren bereits 
148 Testungen vorgenommen werden. Seit Dezember 2024 werden diese nun auch während der 
Streetwork auf der Siemensstraße angeboten und können mit der bevorstehenden Eröffnung der Hy-
gienestation bald noch professionalisierter durchgeführt werden. Und auch bei der Arbeit im Bahn-
hofsumfeld gibt es das Angebot der STI -Testungen. Bei positiven Befunden können durch die ärztli-
che Kollegin Medikamente verschrieben und/oder bei Bedarf eine Begleitung zu Schwerpunktpraxen 
angeboten werden.  
 
Schwangerschaftskonflikte: Eine wiederkehrende Thematik stellen insb. ungewollte Schwangerschaf-
ten dar. Das Projekt begleitete im Berichtszeitraum insgesamt 13 Frauen mehrere Tage bis Wochen 
bei einem Schwangerschaftskonflikt. Diese machen oftmals eine enge Unterstützung, Planung und 
Nachbereitung der damit einhergehenden Termine und Erlebnisse erforderlich.

- 3 - 
Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. 
 
Ausstiegsberatung und Zwangslagen: Insgesamt wandten sich seit 2022 sieben Personen mit einem 
Ausstiegswunsch an das Projekt. Oftmals realisiert sich dieser auf Wunsch in einem sukzessiven 
Prozess. Unterstützt wird hier u.a. bei der Suche nach beruflichen Alternat iven, Sprachkursen oder 
dem Erstellen von Bewerbungsunterlagen. Ferner wurden zwei sog. Blitz -Ausstiege begleitet. Dabei 
geht es um eine direkte, spontane und kurzfristige Unterstützung in Form von Informationen und 
Vermittlungen zu anderen Beratungsstellen außerhalb Münsters sowie der Organisation der Reisen 
dorthin. Weiter ging es in 2023 um eine deutliche Zwangslage, die ebenfalls eine umgehende Unter-
stützung erforderte. Im Konkreten vertraute sich eine Person bei der aufsuchenden Arbeit auf der 
Siemensstraße dem Projekt an und berichtete von Gewalt, Zwang und Erpressung, während zusätz-
lich ein Kleinkind involviert war. Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei, dem Amt für Kin-
der, Jugendliche und Familien , der Frauenhausberatungsstelle, einer Schutz einrichtung sowie dem 
Koordinierungskreis gegen Menschenhandel, konnte der Fall letztlich erfolgreich abgeschlossen wer-
den.  
 
5. Ausblick: Digitale Streetwork 
Da insb. seit der Corona-Pandemie und hinsichtlich der fortschreitenden gesellschaftlichen Digitalisie-
rung auch Sexarbeitende verstärkt über das Internet agieren, wird sich seit März 2025 zusätzlich auf 
das digitale Aufsuchen konzentriert, um auch diejenigen zu erreichen, die weder in den Etablisse-
ments noch auf der Straße anzutreffen sind. Dies betrifft  u.a. trans* und männliche Sexarbeitende 
sowie Personen im Escort und kann darüber hinaus auch verdeckte Zwangslagen oder illegale Tätig-
keiten flankieren. Da diese Stelle jedoch erst kürzlich eingerichtet wurde, liegen hier aktuell noch kei-
ne verlässlichen Daten vor. 
 
6.- 8. Ehrenamt, Kooperation und Netzwerkarbeit sowie Öffentlichkeitsarbeit 
Neben der direkten Arbeit mit den Adressierten, wird durch regelmäßige Arbeitskreise und Teampro-
jekte das ehrenamtliche Team koordiniert, betreut und angeleitet. Dieses unterstützt das Projekt 
maßgeblich bei der aufsuchenden Arbeit sowie bei Hintergrundaufgaben und der Netzwerkarbeit. 
Letztere ist mitentscheidend für den Erfolg des Projekts und wird daher seit jeher weiter ausgebaut; 
regional sowie überregional. Daneben liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit, um 
eine Sensibilität für die Themen Sexarbeit und Prostitution und speziell für die Situation der Sexarbei-
tenden in Münster zu fördern und die Stigmatisierung, Diskriminierung und Tabuisier ung durch eine 
sachliche und diplomatische Herangehensweise abzubauen. 
 
9. Resümee 
Resümierend bleibt festzuhalten, dass sich das Projekt Marischa seit seiner Gründung vor zwölf Jah-
ren stetig weiterentwickelt hat und immer mehr Menschen aus der sexuellen Dienstleistungsbranche 
in Münster erreicht, die mit nicht unerheblichen Anliegen, Bedarfen und Herausforderungen konfron-
tiert sind. Durch die solide, fachliche und engagierte Arbeit des Projekts, können die Betreffenden 
angemessen, vorurteilsfrei und respektvoll unterstützt werden. Dabei geht es neben der gesundheitli-
chen Prävention immer auch um geschlechtsspezifische Fragen, die Integration in die Gesellschaft, 
prekäre Lebenslagen, Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, Diskriminierungssensibilität und Gleichstel-
lungsarbeit. 
 
 
In Vertretung 
 
gez. 
 
Cornelia Wilkens  
Stadträtin 
 
 
Anlagen: 
Anlage A 
Anlage 1 Projekt Marischa:Tätigkeitsbericht 2022 - 2024

Beratungsverlauf (2)

03.06.2025 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 12 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
11.06.2025 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung
TOP 19 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Siemensstraße
  • Bremer Platz

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0169/2025
Typ
Vorlagen
Datum
29.04.2025
Erstellt
26.03.2025 09:46