V/0712/2013
Bürgerhaushalt Münster - Ergebnisse der Umfragen im Internet
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Berichtsvorlage
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V/0712/2013 DER OBERBÜRGERMEISTER Dezernat II Betrifft Bürgerhaushalt Münster - Ergebnisse der Umfragen im Internet Beratungsfolge 24.09.2013 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Bericht Bericht: Neben der schriftlichen Bürgerumfrage, die sich unter anderem mit dem Bürgerhaushalt beschäf- tigt hat (vgl. Vorlage V/06 77/2013), hat die Verwaltung in Abstimmung mit dem Beirat Bürge r- haushalt zwei zusätzliche Umfragen auf der Internetseite des Bürgerhaushalts durchgeführt. Die beiden Umfragen unterscheiden sich durch den gewählten Personenkreis, der mit den U m- fragen angesprochen werden sollte. Die erste Umfrage richtete sich gezielt an die Personen, die bereits an den zurückliegenden Bürgerhaushaltsverfahren in Münster teilgenommen und sich dazu auf der Internetseite des Bürgerhaushalts registriert und für den Newsletter d es Bürge r- haushaltes angemeldet hatten (im Folgenden: „Umfrage für Registrierte“). Die zweite Umfrage richtete sich an alle Internetnutzer und wurde auf den städtischen Interne t- seiten und über eine Pressemitteilung beworben (im Folgenden: „Umfrage für alle“). Zielsetzung der ersten Umfrage war es, die Erwartungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einen Bürgerhaushalt zu klären und den Verbesserungsbedarf am Verfahren abzufragen. Auße r- dem sollten die Ergebnisse darüber Auskunft geben, ob und wo Verbesse rungsbedarf am Inter- netauftritt des Bürgerhaushalts gesehen wird. Schließlich sollte die Umfrage noch die Teilnahme- bereitschaft am nächsten Bürgerhaushaltsverfahren im kommenden Jahr offenlegen. Zielsetzung der zweiten Umfrage war es, neben Erkenntnissen zum Bürgerhaushalt auch Hi n- weise zum Informationsbedarf über den städtischen Haushalt zu erhalten. Außerdem sollten die Ergebnisse darüber Auskunft geben, wo sich die Befragten eine Beteiligung vorstellen können bzw. wo die Gründe für eine Nicht-Beteiligung liegen. Zielsetzung der beiden Umfragen war es darüber hinaus, den Bürgerhaushalt im „bürgerhau s- haltsfreien“ Jahr 2013 weiter bekannt zu machen. Kosten sind durch die beiden Umfragen nicht entstanden, da die Verwaltung ein kostenfrei zur Verfügung stehendes Umfragewerkzeug genutzt hat („Open Source“). Vorlagen-Nr.: V/0712/2013 Auskunft erteilt: Herr Möller Ruf: 492 70 22 E-Mail: MoellerFrank@stadt-muenster.de Datum: 11.09.2013 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0712/2013 Die Ergebnisse der beiden Umfragen sind nachfolgend dargestellt, zunächst die Ergebnisse der Umfrage für Registrierte, anschließend die Ergebnisse der Umfrage für alle. Vorab sei darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse selbstverständlich nicht repräsentativ sein können, da die Stichprobe hierfür zu klein ist. Trotz dieser fehlenden Repräsentativität sind die Ergebnisse j e- doch hilfreich bei der Weiterentwicklung des Bürgerhaushaltsverfahrens. Umfrage für Registrierte Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 13. bis 30. Juni 2013 durchgeführt. Dazu wurden die im Bürgerhaushaltsverfahren registrierten Personen per Newsletter über die Umfrage informiert und um Teilnahme gebeten. An der Umfrage haben sich 68 Persone n beteiligt. Die folgenden acht Fragen waren zu beantworten: 1. Wie haben Sie vom Bürgerhaushalt Münster gehört? 2. Was haben Sie vom Bürgerhaushalt erwartet? 3. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt? 4. Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf am Verfahren des Bürgerhaushaltes? 5. Wie haben Sie sich auf der Internetseite des Bürgerhaushaltes zurechtgefunden? 6. Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf am Internetauftritt des Bürgerhaushaltes? 7. Was halten Sie davon, dass es im Jahr 2013 keinen Bürgerhaushalt in Münster gibt? 8. Können Sie sich vorstellen, sich beim nächsten Bürgerhaushalt 2014 zu beteiligen? Die Ergebnisse der Umfrage sehen wie folgt aus: Mehrfachantworten waren bei Frage 1 möglich. Bei den Antworten auf die Frage 1 wird deu t- lich, dass die Mehrzahl der Befragten entweder über die Tagespresse / Rundfunk oder über die Internetseite / E-Mail der Stadt auf den Bürgerhaushalt aufmerksam geworden ist. Letzteres ist bei der befragten Zielgruppe – Internet affine Nutzer – unmittelbar nachvollziehbar. „Klass i- sche“ Werbematerialien wie B roschüren oder Plakate spielen dagegen bei dieser Zielgruppe praktisch keine Rolle. In der zusätzlichen Antwortmöglichkeit „Sonstiges“ konnten die Befragten darüber hinaus we i- tere Angaben machen. Davon haben 5 Personen Gebrauch gemacht und beispielsweise a uf die Internetseite der Münsterschen Zeitung oder die Internetseite von Ratsparteien verwiesen. 3 V/0712/2013 Mehrfachantworten waren bei Frage 2 möglich. Die Antworten auf Frage 2 machen deutlich, dass es bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern keine eindimensional e Erwartungshaltung gibt, sondern dass mit dem Bürgerhaushalt unterschiedlichste Erwartungen verbunden werden. Hieraus lässt sich der hohe Anspruch, der von den Beteiligten an ein solches Verfahren gestellt wird, ableiten. In der zusätzlichen Antwortmöglic hkeit „Sonstiges“ konnten die Befragten darüber hinaus we i- tere Angaben machen. Davon haben 6 Personen Gebrauch gemacht und beispielsweise a n- gegeben, dass die Umsetzung der Vorschläge deutlicher publik gemacht werden sollte oder dass die Auswirkungen des Bürgerhaushalts deutlicher vor Ort zu spüren sein sollten. 72 Prozent der Befragten geben bei der Frage 3 an, dass ihre Erwartungen an das Bürge r- haushaltsverfahren erfüllt oder zumindest teilweise erfüllt wurden. Angesichts des hohen A n- teils der Antwortmöglichkeit „teilweise“ mit fast 59 Prozent ist eine Ursachenforschung erforder- lich, die mit der nächsten Frage geleistet werden soll. 4 V/0712/2013 Verbesserungsbedarf am Bürgerhaushaltsverfahren sehen die Teilnehmerinnen und Teilne h- mer an mehreren Punkten (Mehrfachan tworten waren möglich): So können sich fast 13 Pr o- zent vorstellen, dass belanglose Vorschläge im Verfahren aussortiert werden. 12,5 Prozent se- hen eine intensivere Diskussion zwischen Bürgern und Politik bzw. Verwaltung als wichtig an, und 11 Prozent wünsch en sich mehr Informationen über die städtische Finanzlage. Die An t- worten insgesamt geben wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung des Verfahrens, an der der Beirat Bürgerhaushalt zurzeit zusammen mit der Verwaltung arbeitet. In der zusätzlichen Antwortm öglichkeit „Sonstiges“ konnten die Befragten darüber hinaus we i- tere Angaben machen. Davon haben 16 Personen Gebrauch gemacht und beispielsweise a n- gegeben, dass die Anzahl der abgegebenen Vorschläge pro Teilnehmer gedeckelt werden könnte oder dass es nicht um Eigeninteressen gehen soll te („mehr Geld für meinen Verein “), sondern um sinnvolle Vorschläge zur kostenneutralen Verbesserung der städtischen Angebote oder zur Kostensenkung. Erfreuliches Ergebnis der Frage 5 ist, dass sich über 89 Prozent der Befra gten gut oder übe r- wiegend gut auf der Internetseite des Bürgerhaushalts zurechtgefunden haben. Gleichwohl wird die Verwaltung an der weiteren Optimierung der Internetseite arbeiten. Dazu sollen die Hinweise der nächsten Frage dienen. 5 V/0712/2013 Bei Frage 6 waren w ieder Mehrfachantworten möglich. Zur Verbesserung des Internetauftritts wünschen sich die Teilnehmer an erster Stelle mehr Informationen zum städtischen Haushalt (24,3 Prozent) sowie verständlichere Stellungnahmen der Verwaltung (22,5 Prozent). In der zusätzlichen Antwortmöglichkeit „Sonstiges“ konnten die Befragten darüber hinaus we i- tere Angaben machen. Davon haben 12 Personen Gebrauch gemacht und beispielsweise a n- gegeben, die Navigation auf der Internetseite zu vereinfachen (Vorschläge hintereinander au f- rufen), die Auffindbarkeit bestimmter Punkte (z. B. Rechenschaftsberichte) zu verbessern und ganzjährig die Abgabe von Vorschlägen zu ermöglichen. Die Frage 7 sollte ein Meinungsbild der Teilnehmerinnen und Teilnehmer herstellen zum Zy k- lus des Bürgerhaushalts (vgl. hierzu auch Vorlage V/0709/2013). Fast 42 Prozent der Befra g- ten halten es für nicht richtig, dass in diesem Jahr kein Bürgerhaushalt durchgeführt wird. Es bestand außerdem die Möglichkeit, eine Begründung zur gewählten Antwortmöglichkeit a b- zugeben. Davon haben 19 Personen Gebrauch gemacht und beispielsweise angegeben, dass bei einem zweijährlichen Bürgerhaushalt auch über die Aufstellung eines Doppelhaushaltes nachgedacht oder das „bürgerhaushaltsfreie“ Jahr für Feedback und Verfahrensoptimierun g genutzt werden sollte. Andere haben einen Zweijahres-Rhythmus wegen der geringeren Betei- ligungsmöglichkeiten oder dem „Verpuffen“ von Vorschlägen kritisch gesehen. 6 V/0712/2013 Die Frage 8 war unterteilt in drei Unterkategorien: a) eigene Vorschläge machen / b ) Vorschlä- ge bewerten / c) Kommentare abgeben. Zunächst ist bei den Befragten insgesamt ein hohes Interesse an einer erneuten Teilnahme am nächsten Bürgerhaushaltsverfahren auszumachen. Mit über 90 Prozent können sich besonders Viele vorstellen, im nächste n Bürgerhaushalt Vor- schläge zu bewerten. Die Bewertungsmöglichkeit wird damit für das Verfahren als sehr wichtig angesehen. Die statistischen Angaben haben nicht alle der 68 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgefüllt. Gleichwohl wird deutlich, dass die ü berwiegende Mehrzahl der Befragten männlich ist. Bei der Frage nach der Staatsangehörigkeit haben alle Befragten deutsch angegeben. Letzteres ist ein Indikator dafür, dass ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger ebenso wie Menschen mit Migrationsvorgeschichte im Bürgerhaushalt bislang unterrepräsentiert sind. Abschließend ist noch die Verteilung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Altersklassen dargestellt: 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20-29-Jährige 30-39-Jährige 40-49-Jährige 50-59-Jährige 60-Jährige und älter Anzahl Teilnehmerinnen / Teilnehmer 7 V/0712/2013 Umfrage für alle Die Umfrage wurde im Zeitraum vom 1. bis 22. Juli durchgeführt. An der Umfrage haben sich 122 Personen beteiligt. Die folgenden sechs Fragen waren zu beantworten: 1. Fühlen Sie sich ausreichend über den Haushalt der Stadt Münster informiert? 2. Wenn Nein: Auf welchem Weg wünschen Sie sich mehr Informationen zum städtischen Haushalt? 3. Kennen Sie den Bürgerhaushalt der Stadt Münster? 4. Wenn Ja: Wie haben Sie vom Bürgerhaushalt gehört? 5. Können Sie sich vorstellen, sich beim nächsten Bürgerhaushalt 2014 zu beteiligen? 6. Falls Sie sich in 2014 nicht beteiligen wollen: Warum nicht? Die Ergebnisse der Umfrage sehen wie folgt aus: Die ersten beiden Fragen zielen noch nicht auf den Bürgerhaushalt, sondern auf den städt i- schen Haushalt ab. Die Antworten auf die Frage 1 verdeutlichen, dass die Befragten einen größeren Informationsbedarf über die städtische Finanzlage haben und sich mehr Informati o- nen hierzu wünschen. Bei Frage 2 waren Mehrfachantworten möglich. Ein Drittel der Befragten wünscht sich mehr In- formationen im Internet. Auch an dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass es sich bei d en Befragten um Internet affine Nutzer handeln dürfte. Insofern ist diese Antwort nicht überr a- schend. An zweiter Stelle mit 21,6 Prozent wird von den Befragten eine Haushaltsbroschüre oder ein Flyer zum städtischen Haushalt gewünscht, außerdem ein E -Mail-Newsletter (rund 19 Prozent) und mehr Berichte in der Tagespresse (rund 18 Prozent). Die Frage 3 ist identisch in der schriftlichen Bürgerumfrage (vgl. Vorlage V/0677/2013) gestellt worden. Wie bei der schriftlichen Umfrage kennt auch bei dieser Umfrage die Mehrheit der Be- 8 V/0712/2013 fragten den Bürgerhaushalt. Jedoch ist der Bekanntheitsgrad des Bürgerhaushalts bei den B e- fragten der Online-Umfrage ungleich höher: Über 80 Prozent geben hier an, den Bürgerhau s- halt zu kennen oder schon davon gehört zu haben. Bei der (r epräsentativen) schriftlichen Um- frage lag dieser Anteil bei 58 Prozent. Erklären lässt sich die Abweichung mit den unterschie d- lichen Zugangswegen: Um die Online -Umfrage auf der Internetseite des Bürgerhaushalts zu erreichen, muss man zunächst auf diese Umf rage aufmerksam gemacht werden (über die städtischen Internetseiten oder die dazu erstellte Pressemitteilung). Diese Erkenntnis deckt sich auch mit den Antworten auf die folgende Frage. Die Frage 4 ist identisch mit der ersten Frage der Umfrage für Regi strierte. Mehrfachantworten waren auch hier möglich. Mit großem Abstand stehen auch hier die Berichte in der Tagespre s- se / im Rundfunk (33,5 Prozent) sowie die Internetseite bzw. der E -Mail-Verteiler der Stadt (30 Prozent) an erster und zweiter Stelle der Antwortmöglichkeiten. In der zusätzlichen Antwortmöglichkeit „Sonstiges“ konnten die Befragten darüber hinaus we i- tere Angaben machen. Davon haben 7 Personen Gebrauch gemacht und beispielsweise a n- gegeben, über den Kurznachrichtendienst „Twitter“ oder über a ndere Bürgerhaushaltsverfah- ren vom Bürgerhaushalt Münster Kenntnis bekommen zu haben. 9 V/0712/2013 Die Frage 5 ist identisch mit der achten Frage der Umfrage für Registrierte. Auch hier kann sich die Mehrzahl der Befragten vorstellen sich am Bürgerhaushaltsverfahren im nächsten Jahr zu beteiligen. Drei Viertel der Befragten geben an, dass sie sich vorstellen können, Vorschläge zu bewerten. Damit ist auch bei dieser Umfrage die Bewertungsmöglichkeit mit Abstand die be- liebteste Beteiligungsform. Bei Frage 6 waren wieder Mehrfachantworten möglich. Fehlende Informationen sind der am häufigsten genannte Grund für eine voraussichtliche Nicht -Beteiligung am kommenden Bü r- gerhaushaltsverfahren, gefolgt von den fehlenden Erfolgsaussichten. Beide Punkte könnten über zukünftige Verfahrensverbesserungen zumindest abgeschwächt werden. Die statistischen Angaben haben auch hier nicht alle der 122 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgefüllt. Die gemachten Angaben sind ansonsten nahezu deckungsgleich mit der Umfrage für Registrierte. Abschließend ist noch die Verteilung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Altersklassen dargestellt: 10 V/0712/2013 0 5 10 15 20 25 30 35 20-29-Jährige 30-39-Jährige 40-49-Jährige 50-59-Jährige 60-Jährige und älter Anzahl Teilnehmerinnen / Teilnehmer Fazit Insgesamt liegt mit den Ergebnissen der beiden Online -Umfragen – neben den Ergebnissen der Bürgerumfrage 2013 – eine weitere Informat ionsquelle für die Gestaltung des Verfahrens zum Bürgerhaushalt 2014 vor. Schlussfolgerungen aus den Umfrageergebnisse n sind in den Disku s- sionen des Beirats Bürgerhaushalts und in den abschließenden politischen Beratungen zum Ver- fahren des Bürgerhaushalts zu ziehen. In Vertretung gez. Reinkemeier Stadtkämmerer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0712/2013
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 11.09.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37