1736/2019
Anfrage der Ratsgruppe GUT in der Ratssitzung am 21.05.2019, hier: Urbanes Grün im Klimawandel
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Beantwortung einer Anfrage (Rat)
5348 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/67/671 Vorlagen-Nummer 1736/2019 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Rat > Kenntnis genommen und verwiesen in den Ausschuss für Umwelt und Grün 21.05.2019 Ausschuss für Umwelt und Grün 27.06.2019 Anfrage der Ratsgruppe GUT in der Ratssitzung am 21.05.2019 hier: Urbanes Grün im Klimawandel - AN/0693/2019 Anfrage: Der Bericht (1229/2019) über „Folgen der Sturm- und Trockenheitsereignisse 2018/19 für den Kölner Baum- und Waldbestand“ des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen stellt ein recht ernüch- terndes Bild über den Zustand unserer Kölner Bäume und Wälder dar. Eine lang anhaltende Dürre, aber auch Stürme setzten den Bäumen schwer zu. Dazu kommen noch weitere Schäden in Folge von Krankheiten die sich begünstigt durch die sich verändernden klimatischen Bedingungen schnell weiter ausbreiten. Dies führt auf Friedhöfen, in Grünanlagen und in städtischen Wäldern zu Verlusten von hunderten, wenn nicht tausenden Bäumen. In unserer Anfrage wollen wir den Fokus auf Kölns Straßenbäume lenken. Der Bericht zählt bislang 35 „Ausfälle“ von Straßenbäumen in direkter Folge von Hitze und Trockenheit, dazu kommen noch 67 „Totalverluste“ allein durch Sturm Eberhard. Im Bericht ist auf Seite 2 auch zu lesen: „Im weiteren Verlauf des Blattaustriebes werden ggf. weitere abgestorbene Bäume zu verzeichnen sein.“ In vielen Straßen und Stadtteilen werden mehr Grün und mehr Bäume gewünscht. Sie verschönern nicht nur das Stadtbild, Straßenbäume tragen in hohem Umfang zur Verbesserung des Mikroklimas bei: Sie filtern Staub und spenden frische Luft und Schatten. Daher sollten uns, neben Anpassungen an den Klimawandel durch die Wahl geeigneterer Straßenbäume, der Erhalt und die Pflege unserer bestehenden Bäume besonders am Herzen liegen. Vor diesem Hintergrund stellen sich uns folgende Fragen: 1. Wie viele weitere Straßenbäume wurden nach Erscheinen des Berichtes in Folge von Dürre als abgestorben verzeichnet? 2. Wie kann Kölns Bevölkerung beim Bewässern der Straßenbäume während einer Tro- ckenheit sinnvoll helfen? 3. Wie können Rheinenergie, StEB und die Feuerwehr bei der Bewässerung helfen (etwa durch die Verfügungsstellung von Hydranten/Standrohren)? 4. Welche Bemühungen unternimmt die Stadt Köln Regenwasser in Zisternen zu sammeln um es für eine Bewässerung nutzen zu können? 5. Wie beurteilt die Verwaltung die Idee alle geeigneten Standorte für Straßenbäume in ei- ner Karte darzustellen, um diese Standorte anschließend zu bepflanzen? 2 Antwort der Verwaltung: Zu 1.: Zurzeit sind insgesamt 50 Straßenbäume erfasst, deren Absterben unmittelbar mit der Trocken- periode im letzten Jahr in Verbindung gebracht werden kann. Zu 2.: Bei der Beurteilung der aktiven Bewässerung von straßenbegleitenden Bäumen bzw. Bäumen im öffentlichen Stadtraum ist grundsätzlich zwischen dem Umgang mit dem Baumbestand und dem Umgang mit Neupflanzungen zu unterscheiden. Bäume, die schon vieler Jahre oder Jahrzehnte an einem Standort gewachsen sind, haben sich den Untergrund mit ihren Wurzeln erschlossen. Wo genau die Wurzeln verlaufen oder in welche Tiefen sie vordringen, ist nicht vorhersehbar und hängt von den individuellen Untergrundverhältnissen ab. In früheren Zeiten gesetzte und teils sehr kleine und / oder verdichtete Baumscheiben verhindern häufig das Vordringen des Wassers in den tiefen Untergrund. Das Wasser verbleibt in den oberflächennahen Schichten und kommt dem Baum letztlich nicht zu Gute. Eine Bewässerung durch Bürger*innen ist hier nur einge- schränkt sinnvoll. Neugepflanzte Bäume werden in den ersten drei Jahren nach Pflanzung grundsätzlich durch die beauftragten Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen gewässert und gepflegt. Eine Bewässe- rung durch Bürger*innen ist in dieser "Erstpflegezeit" nicht erforderlich. Möglichkeiten der Unterstützung engagierter Bürger*innen in der Bewässerung von Straßenbäu- men sieht die Verwaltung derzeit vor allem bei jüngeren Bäumen nach der Erstpflegezeit. Zu 3.: Im letzten Jahr hat die RheinEnergie AG insgesamt 24 Standrohre kostenlos (ohne Zähler) für Bürger*innen zur Verfügung gestellt. Die Feuerwehr hat lange Zeit die Bewässerung von Bäumen unterstützt. Vornehmlich wurden Bäume auf Extremstandorten gewässert (Tiefgarage, Trog, etc.). Die Verwaltung stimmt gerade mit RheinEnergie AG und Feuerwehr eine mögliche Unter- stützung für eine kommende Trockenperioden ab. Zu 4.: Die Stadtentwässerungsbetriebe haben eine Broschüre „Wassersensibel planen und bauen in Köln“ herausgegeben, in der Maßnahmen zum Schutz vor Starkregenereignissen und zur Zu- rückhaltung von Wasser aufgeführt werden. Zurzeit werden an zwei Plätzen in Porz/Eil über ein mit EFRE-Mitteln gefördertes Projekt diese Maßnahmen exemplarisch im öffentlichen Raum um- gesetzt. Zu 5.: Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen untersucht sukzessive alle neun Bezirke nach potenziellen Standorten für die Neupflanzung von Straßenbäumen. Der Bezirk Nippes und der Stadtteil Mülheim sind abgeschlossen. Die Bezirksvertretung Ehrenfeld hat Mitte Mai die Pflan- zung von insgesamt 194 neuen Bäumen beschlossen. Zurzeit wird der Stadtbezirk Innenstadt un- tersucht.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1736/2019
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Rat bzw. HA)
- Datum
- 22.05.2019
- Erstellt
- 16.05.2019 08:43