A-R/0082/2017
Eine Stadtentwicklungsgesellschaft für Münster
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a-r-0082-2017-Eine Stadtentwicklungsgesellschaft für Münster
5013 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0082/2017
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Eine Stadtentwicklungsgesellschaft
für Münster
Ratsantrag
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Die Stadt Münster bereitet die Gründung einer eigenen Stadtentwicklungsgesellschaft vor.
Aufgabe der neuen Gesellschaft soll der Ankauf und die Entwicklung größerer neuer Wohnquar-
tiere mit mehr als 300 Wohneinheiten sein. Die Gesell schaft erwirbt die nötigen Flächen von
Dritten oder von der Stadt Münster und wird selbst im W ohnungsbau tätig. Dabei sollen insbe-
sondere bezahlbare Wohnungen entstehen, sowohl mit Pre isbindung als auch frei finanzierte.
Die Grundsätze der sozial gerechten Bodennutzung gelten. Vorbild für die neue Gesellschaft soll
die Rolle der LEG bei der Entwicklung von Gievenbeck-Südwest in den 1990er Jahren sein.
Ziel der neuen Gesellschaft ist die geschlossene und einheitliche Entwicklung größerer Stadt-
entwicklungsprojekte jenseits von Nachverdichtungsmaß nahmen und kleineren Entwicklungs-
vorhaben, die schwerpunktmäßig Aufgabe des bestehende n Unternehmens W+S sein sollen.
Aufgabe der neuen Gesellschaft soll nicht sein, ledi glich Bauträger zu werden, sondern sie soll
schwerpunktmäßig auch die dauerhafte Vermietung gewährl eisten und so in Münster einen
strukturellen Beitrag zur Dämpfung von Mieten leisten.
Die Stadt Münster stattet die neue Gesellschaft entw eder durch die Einbringung geeigneter Lie-
genschaften oder durch Kapitaleinlage mit dem nötigen Eigenkapital aus. Eine adäquate Eigen-
kapitalverzinsung ist für die Zukunft angestrebt, um damit weitere Entwicklungsvorhaben voran-
treiben zu können.
Die Stadt Münster strebt für diese Gesellschaft die Be teiligung anderer Kommunen oder von
Unternehmen an, die sich im Alleineigentum kommunale r Gesellschafter befinden. Mit der Ge-
sellschaft sollen so Entwicklungsvorhaben insbesonde re im stadtregionalen Kontext gemeinsam
geplant und entwickelt werden.
Begründung:
Am Münsterischen Wohnungsmarkt ist ein evidentes Marktversagen festzustellen – es entstehen
13.12.2017
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zwar neue Wohnungen in beträchtlicher Zahl, allerdings nur solche, die den ohnehin bestehen-
den massiven Preisdruck auf dem Wohnungsmarkt weiter be schleunigen. Vor diesem Hinter-
grund ist es erforderlich, einen Akteur zu schaffen, der auch mit der nötigen Masse an Woh-
nungsinvestitionen ein Gegengewicht darstellt und bezahlbare Wohnungen in Münster schafft.
Nach der unverantwortlichen Privatisierung der LEG durch d ie Regierung Rüttgers steht ein sol-
cher Partner überregional und auf Landesseite nicht meh r zur Verfügung. Deswegen kann eine
Stadtentwicklungsgesellschaft nur als kommunale Gese llschaft errichtet werden. Die Stadt
Münster muss selbst viel stärker als dies mit der W+S a lleine möglich ist, als Akteur am Woh-
nungsmarkt auftreten.
Ausschreibungen verschiedener Grundstücke haben gezeigt, dass Wohnungsgesellschaften ver-
schiedener anderer Kommunen in der näheren und weiteren U mgebung von Münster durchaus
großes Interesse an Investitionen in Münster haben. Hi erin liegt eine große Chance für unsere
Stadt: Durch ein regionales Zusammenwirken können nich t nur Stadtentwicklungsprozesse im
regionalen Kontext gemeinsam geplant und entwickelt werden, sondern auch für benachbarte
Kommunen Chancen geschaffen werden, am Boom und an der Entwicklung Münsters zu partizi-
pieren. Gleichzeitig findet die Stadt Münster verlässl iche, dem Sozialstaatsprinzip verpflichtete
Partner, mit denen eine bürgernahe und partizipativ orie ntierte Stadtentwicklung zum gemein-
samen Ziel wird. Zugleich kann die neue Gesellschaft Entwicklungsprozesse in Münster und der
Stadtregion koordinierend steuern.
Auch eine von der Ratsmehrheit beschlossene Neukonzep tion der WBI wird diese Aufgabe
großflächiger Stadtentwicklung nicht lösen können, da die WBI als Tochter der Stadtwerke allen-
falls kleinteilige markante Projekte entwickeln kann – für die hier vorgesehene Aufgabe braucht
es neue und schlagkräftige Instrumente. Auch die Sta dt Bremen arbeitet gerade an der Konzep-
tion einer Stadtentwicklungsgesellschaft. Auch für Mü nster macht ein solches Instrument Sinn.
Mit der Chance auf regionale und interkommunale Zusamm enarbeit ist das Instrument in der
Lage, tatsächlich Wohnungen in solcher Zahl zu entwi ckeln, dass auch ein Effekt am Woh-
nungsmarkt tatsächlich erkennbar wird.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Stephan Brinktrine Doris Feldmann
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäger
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Seyf ferth
Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson Robert von Ol berg
Maria Winkel
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Bahnhofstraße 9
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0082/2017
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 05.12.2017
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37