1958/2023
Anregung der Bezirksvertretung Innenstadt zur Ablehnung der Nutzung des Rheinparks als Fan Zone zur EM 2024
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Anlage 1 Auszug aus der Niederschrift der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt vom 25.05.2023
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Geschäftsführung Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) Frau Brohl Telefon: (0221) 221-91709 E-Mail: Andrea.brohl@stadt-koeln.de Datum: 22.08.2023 Auszug aus der Niederschrift der 20. Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt vom 25.05.2023 öffentlich 5.2.3 Ablehnung der Nutzung des Rheinparks als Fan Zone zur EM 2024, gem. Antrag Grüne, SPD, Die Linke, KlimaFreunde und Die Partei AN/0856/2023 Herr Fischer, B90/Die Grünen, nimmt Bezug zur Vorstellung des Konzeptes zur EM 2024 in der Sitzung am 09.03.2023 durch das Sportamt. Es gebe mehrere Orte, wo Fanaktivitäten stattfinden sollen, zumeist in der linksrheinischen Innenstadt, aber auch im Tanzbrunnen. Auch der Rheinpark sei als Ausdehnungsbereich für Fans zum Fuß- ballkicken geplant. Er befürchte, dass der Rheinpark dadurch schwersten Schaden nehmen könnte, dessen Behebung erheblichen Aufwand und es Jahre dauern könne, um den jetzigen Zustand wiederherzustellen. Der Rheinpark sei landschaftsarchitekto- nisch von höchstem Wert und Landschaftsschutzgebiet. Daher lehne er die Nutzung des Rheinparks im Sinne des Konzepts zur EM 2024 ab. Herr Timmer, Sportamt, hebt hervor, dass während der EM mehrere 10.000 Fans er- wartet würden. Diese und die Kölner Bevölkerung sollen die Atmosphäre und die Gastfreundschaft der Stadt Köln erfahren können. Um dies nicht an einem Punkt zu konzentrieren und möglichst zu entzerren, würden verschiedene Bereiche einbezo- gen, deren Angebote zueinander in einer funktionalen Beziehung stünden. Man wolle dort sein, wo sich die Fans bewegen und gesteuerte Angebote unterbreiten, die not- falls sofort wieder beseitigt werden könnten. Herr Lange, Sportamt, fasst zusammen, dass an Heumarkt und Tanzbrunnen mit gastronomischem Angebot während der gesamten EM 2024 Fußball geschaut werden könne. Darüber hinaus soll für den Zeitraum 14.06.-30.06.2024 in der Altstadt lokale Kunst- und Kultur und im Rheinpark Sport dar- bzw. angeboten werden. Hiermit soll der Jugend- und Breitensport gefördert werden. Der Wunsch auch mit Gästen aus ganz Europa zu kicken, sei von den Institutionen an die Stadt herangetreten worden. Geplant seien fünf Kleinspielfelder, die markiert, mit Toren und in manchen Bereichen mit Gittern als Banden versehen würden. Es sollen Turniere, Trainingseinheiten und Workshops für Kinder, Jugendliche Senior*innen, Schiedsrichter*innen, Freizeit- und Breitensportler*innen, Fans, Menschen mit Behinderung, Queere Community u.v.m. angeboten werden. Der Bereich werde durch eine Turnierleitung (Faltzelt ohne Bo- den), acht Mitmachaktionen und zwei Soocercourts (auf Asphalt) ergänzt. Alles sei fle- xibel und könne theoretisch quasi über Nacht abgebaut werden. Es sei ansonsten keine Gastronomie oder Toiletten geplant. Das Rheinparkcafé und der Beachclub als Anlage ansässige Gastronomien seien in der Lage das Angebot abzudecken. Sollte es einen zusätzlichen Bedarf geben, könne der Tanzbrunnen geöffnet werden und das gastro- nomische Angebot erweitert werden. Toiletten würden in ausreichender Zahl im Be- reich des Rheinparcafès, des Tanzbrunnen und des Beachclubs zur Verfügung ste- hen. Es sei keine musikalische Beschallung geplant, maximal eine Box für die Durch- sage zu den Turnieren. Zusätzliche Müllbehälter würden aufgestellt und bei Bedarf er- folge eine weitere Reinigung. Die Flächen sollen ab März vorbereitet werden, während der Turniere betreut und im Anschluss durch das Sportamt nachbereitet werden. Die Beete könnten auf Wunsch eingezäunt werden, der Einsatz eines Wachdienstes sei mindestens außerhalb der Öffnungszeiten, bei Bedarf auch darüber hinaus vorgese- hen. Herr Nüsser, FDP, hat an die WM 2006 größtenteils negative Erinnerungen bezüglich der Auswirkungen in der Altstadt und ist froh, dass Maßnahmen ergriffen würden, um dies zu Entzerren. Er fragt, ob an die vorhandenen Plätze auf der Poller Wiese ge- dacht wurde. Zu den Toiletten bittet er zu berücksichtigen, dass die vorgesehenen Planungen große Wege bedeuten und bittet zusätzliche Toiletten aufzustellen. Herr Timmer betont nochmals, dass die Grundlage des gesamten Konzeptes sei, dort zu sein, wo die Fans sind. Am Tanzbrunnen sei Public Viewing und am Jugendpark ein Zeltareal, wo Fans übernachten können, geplant. Zwischen diesen Zonen bis zur Altstadt werde es zwangsläufig Fußverkehr geben. Auf diesem Weg möchte man die Fans abholen und geordnete Angebote schaffen, anstatt sie eigene Spielräume kreie- ren zu lassen. Herr Lange ergänzt, dass zusätzliche Toiletten bei Bedarf kurzfristig zur Verfügung stehen würden. Die Sportangebote dort ermöglichen z.B. Siegerehrungen auf der Bühne des Tanzbrunnens und ziehen in dem Bereich vielleicht auch internationale Gäste an. Dieses besondere Flair sei an der Poller Wiese nicht mehr gegeben. Herr Schmitz, CDU, bedankt sich und schließt sich den Ausführungen von Herrn Nüs- ser an. Herr Cremer, SPD, betont, dass man gerne die Fußballfreunde aus anderen Ländern aus Anlass dieses besonderen Ereignisses begrüße, sie auch gebührend empfangen und einen entsprechenden Raum geben wolle. Der Rheinpark sei, wie auch die Alt- stadt, ein Juwel. Die Anwohner würden die Menschenmengen mittragen müssen. In der Theorie sei das Konzept richtig, die Realität werde sein, dass sich die Menschen über die Angebotsdauer hinaus im Rheinpark aufhalten und diesen möglicherweise nicht nur aus familiären Gründen besuchen. Zusätzliche Toiletten seien bei der Pla- nung dringend notwendig. Der Rheinpark sei die letzte Grünfläche in der Innenstadt, die noch familiär und nicht für Partys genutzt werde, was sich schnell ändern könne. Seine Sorgen habe die Fachverwaltung nicht entkräften können, daher unterstütze er weiterhin den Antrag. Herr Timmer weist auf ein großes Turnier vor einer Woche auf den Stadionvorwiesen hin, wo über 1.300 Mädchen und Frauen Fußball gespielt haben, heute erkenne man keine Spur des Geschehens mehr. Auch früher sei im Rheinpark Fußball gespielt wor- den. Im Rahmen der EM 2024 rede man über einen Zeitraum von 4 Wochen. Um Aus- wirkungen einzugrenzen, soll es ein kontrolliertes und beobachtetes Konzept geben. Irgendeine Sportanlage, die man öffne, werde die Fans nicht anziehen, da die Lauf- wege klar seien. Die Fans halten sich in der Innenstadt auf und gingen höchstens bei einem attraktiven Angebot zum Tanzbrunnen und vom Jugendpark über den Tanz- brunnen. Frau Wienke, Die Linke, entgegnet, dass das Turnier vor einer Woche nur an einem Tag stattgefunden habe. Sie spricht sich gegen eine Eventisierung und Überwachung aus. Spiele würden sich ergeben. Sie wünscht eine Verbesserung und Aufwertung der Plätze und Möglichkeiten für Spiele in der Stadt im Rahmen der EM 2024. Die Poller Wiesen oder der Kirmesplatz seien laufmäßig erreichbar. Sie bittet dies zu prüfen und davon abzusehen, die Grünflächen zu zerstören. Herr Fischer erklärt, dass die Ausführungen der Fachverwaltung keine neuen Erkennt- nisse gebracht hätten und die Bedenken nicht ausgeräumt werden konnten. Er be- grüßt den Vorschlag von Herrn Nüsser, die Poller Wiesen zu bespielen oder auch die Stadionvorwiesen. Herr Roters als Vorsitzender des Fördervereins des Rheinparks spreche sich ebenfalls strikt gegen die Pläne zur Nutzung des Rheinparks aus. Dr. Groth, Bürgergemeinschaft Altstadt, betont, dass sich die Bürgergemeinschaft frühzeitig mit einer großen Dokumentation bezüglich der EM-Planungen beschäftigt habe. Er kritisiert, dass die Altstädter nicht mitgenommen wurden. Das Verfahren sei vollkommen intransparent. Es würden gesetzliche Grundlagen wie Bebauungspläne, Landesimmisionsschutzgesetz, Wohnraumschutzsatzungen oder Landschaftsschutz- satzungen mit einer Nonchalance zur Seite geschoben, die einen atemlos mache. Man sei extrem gegen eine Eventisierung. Er spricht sich für einen sanften Fußball- tourismus aus, der nicht über den Alkohol und Bierbuden definiert werde. Er unter- stütze den vorliegenden Antrag und würde sich freuen, wenn die Platznutzungskon- zepte eingehalten würden. Herr Bezirksbürgermeister Hupke lobt den Einsatz von Herrn Timmer und Herrn Lange für den Sport und die Vereinsarbeit. Der Rheinpark sei das einzige Garten- baujuwel, was sich mit anderen Großstädten in Größe und Geschichte vergleichen lasse, er stehe unter Landschaftsschutz und Denkmalschutz. Dieses Konzept sei in anderen Ländern nicht denkbar. Durch Einladung von Stars könnten die Poller Wiesen auch Publikumsmagnet werden. Herr Nüsser unterstützt die Absicht der Entzerrung. Er erklärt, dass man im Gegen- satz zum angesprochenen Fußballfest auf den Stadionvorwiesen von einem anderen Zeitraum und anderen Besuchern rede. Die Menschen würden bewusst in den Ju- gendpark und Tanzbrunnen gezogen und nun damit begründet, dass der Rheinpark genutzt werden soll. Er sieht im Konzept erhebliches Verbesserungspotential. Beschluss: In der Sitzung vom 09.03.2023 stellte die Verwaltung der Bezirksvertretung Innenstadt das Konzept zur Fußball-EM 2024 vor. Dieses sieht neben Stationen in der Altstadt und im Tanzbrunnen auch die Nutzung des Rheinparks als Fan Zone vor. Aufgrund des unschätzbaren landschaftsarchitektonischen und ökologischen Wertes des Tanz- brunnens lehnt die Bezirksvertretung Innenstadt eine Nutzung des Rheinpark-Gelän- des im Rahmen der Planungen zur Fußball-EM 2024 ab. Sie bittet die Oberbürger- meisterin, die entsprechenden Planungen der Verwaltung unverzüglich zu stoppen und den Rat der Stadt Köln, dies durch einen entsprechenden Beschluss zu unterstüt- zen. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt bei Enthaltung der FDP.
Beschlussvorlage Rat
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Dezernat, Dienststelle I/02/02-1 Vorlagen-Nummer 1958/2023 Freigabedatum 28.08.2023 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Anregung der Bezirksvertretung Innenstadt zur Ablehnung der Nutzung des Rheinparks als Fan Zone zur EM 2024 Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat nimmt die Anregung der Bezirksvertretung Innenstadt aus ihrer Sitzung am 25.05.2023, TOP 5.2.3 (Anlage 1) zur Kenntnis. Alternative: Der Rat nimmt die Anregung der Bezirksvertretung Innenstadt aus ihrer Sitzung am 25.05.2023, TOP 5.2.3 (Anlage 1) zur Kenntnis, verweist die Angelegenheit zur Beratung in den Sportausschuss sowie den Ausschuss Klima, Umwelt und Grün und bittet die Verwaltung um Stellungnahme. Ausschuss für Klima, Umwelt und Grün 21.09.2023 Sportausschuss 28.09.2023 Rat 07.09.2023 26.10.2023 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Die Bezirksvertretung Innenstadt hat in ihrer Sitzung vom 25.05.2023 unter TOP 5.2.3 dem gemeinsamen Antrag von Grüne, SPD, Die Linke, Klimafreunde und Die Partei (AN/0856/2023) einstimmig bei Enthaltung der FDP zugestimmt: Beschluss: In der Sitzung vom 09.03.2023 stellte die Verwaltung der Bezirksvertretung Innenstadt das Konzept zur Fußball-EM 2024 vor. Dieses sieht neben Stationen in der Altstadt und im Tanzbrunnen auch die Nutzung des Rheinparks als Fan Zone vor. Aufgrund des unschätzbaren landschaftsarchitektonischen und ökologischen Wertes des Tanz- brunnens lehnt die Bezirksvertretung Innenstadt eine Nutzung des Rheinpark-Gelän- des im Rahmen der Planungen zur Fußball-EM 2024 ab. Sie bittet die Oberbürger- meisterin, die entsprechenden Planungen der Verwaltung unverzüglich zu stoppen und den Rat der Stadt Köln, dies durch einen entsprechenden Beschluss zu unterstützen. Ein Auszug aus der Niederschrift ist als Anlage beigefügt. Die Anregung der Bezirksvertretung Innenstadt wird gemäß § 38 Absatz 13 der Geschäftsord- nung des Rates und der Bezirksvertretungen der Stadt Köln dem Rat vorgelegt. Anlage: Auszug aus der Niederschrift der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt vom 25.05.2023
Anlage 2 Vorabauszug Rat 07.09.2023
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Geschäftsführung Rat Frau Lange Telefon: (0221) 221-22058 Fax: (0221) 221-26570 E-Mail: maria.lange@stadt-koeln.de Datum: 08.09.2023 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 27. Sitzung des Rates vom 07.09.2023 öffentlich 3.2.1 Anregung der Bezirksvertretung Innenstadt zur Ablehnung der Nutzung des Rheinparks als Fan Zone zur EM 2024 1958/2023 Änderungsantrag von RM Zimmermann (GUT Köln) AN/1572/2023 Beschluss über die ergänzte Alternative: Der Rat nimmt die Anregung der Bezirksvertretung Innenstadt aus ihrer Sitzung am 25.05.2023, TOP 5.2.3 (Anlage 1) zur Kenntnis, verweist die Angelegenheit mit dem Änderungsantrag von RM Zimmermann (GUT Köln), AN/1572/2023 aus der Sitzung des Rates vom 07.09.2023 zur Beratung in den Sportausschuss sowie den Ausschuss Klima, Umwelt und Grün und bittet die Verwaltung um Stellungnahme. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: verwiesen in nachfolgende Gremien (ohne Rücklauf)
Zur SitzungBeschluss: ohne Votum in nachfolgende Gremien
Zur SitzungBeschluss: endgültig abgelehnt
Zur SitzungOrte (1)
- Heumarkt
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Details
- Aktenzeichen
- 1958/2023
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 20.09.2023
- Erstellt
- 12.06.2023 14:51