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V/0885/2015

Information zu Gender Budgeting

Vorlagen 28.10.2015

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Nächste Beratung: Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen, Sitzung am 26.11.2015, TOP 5.30

Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

10884 Zeichen

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DER OBERBÜRGERMEISTER 
Frauenbüro 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Information zu Gender Budgeting: 
Projektbeispiel: Gendergerechte Spielplätze 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
26.11.2015 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht 
 
 
Information zu Gender Budgeting  
 
Auftrag 
Der Auftrag, bei der Verteilung der städtischen  Ressourcen auch auf Chancengleichheit zu ac h-
ten, wurde durch Ratsbeschluss bereits 2007 erteilt. Mit Einführung der Europäischen Charta zur 
Gleichstellung von Männern und Frauen auf lokaler Ebene und den darauf basierenden Aktion s-
plänen ist Gender Budgeti ng jetzt umzusetzen. Erste Schritte in den vergangenen beiden Hau s-
haltsjahren haben gezeigt, dass sich dies für alle Beteiligten in Politik und Verwaltung als eine 
schwierige Aufgabe erweist.  
Für alle Beteiligten bedeutet dies einen Lernprozess, zu dem di e Frage „Was ist geschlechterge-
recht?“ ebenso gehört wie die systematische Erarbeitung sinnvoller Kennzahlen. Zudem muss 
der Blick für notwendige Daten und die Wirkung, die erzielt werden soll, geschärft werden. Die 
Stadtverwaltung setzt dabei auf „learnin g by doing“ und vermittelt in Zusammenarbeit mit einer 
Expertin für Gender Budgeting zunächst anhand von drei ausgewählten Produkten das notwe n-
dige Wissen. Weitere Produkte sollen folgen. Gleichzeitig wird gemeinsam mit den beteiligten 
Ämtern und mit exter ner Unterstützung eine „Gebrauchsanweisung zur Einführung des Gender 
Budgeting in Münster“ erstellt, die es den Ämtern erleichtert, die eigene Arbeit mit diesem Instr u-
ment um Gender-Budgeting-Aspekte zu ergänzen. Letztlich wird die „Gebrauchsanweisung“ auch 
ein hilfreiches Instrument für die Politik darstellen. 
Ziel ist es, dieses Instrument langfristig zu verinnerlichen und in der Haushaltssteuerung zu ve r-
ankern. Gender Budgeting trägt dazu bei, den eigenen Fachbereich und die damit verbundenen 
Ausgaben so zu steuern, dass die Mittel optimal eingesetzt werden und das bestmögliche Ergeb-
nis bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt.  
 
Begriffserläuterungen 
Das englische Wort „Gender“ steht für soziale, kulturelle und gesellschaftlich geprägte G e-
schlechterrollen von Frauen und Männern, die sozialisiert und veränderbar sind. Es geht also 
über den rein biologischen deutschen Begriff des Geschlechts Mann/Frau weit hinaus. „Budg e-
ting“ ist nichts anderes als Haushaltsführung.  
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0885/2015 
Auskunft erteilt: 
Frau Arndts-Haupt 
Herr Stoldt 
Frau von Hayn 
Ruf: 
492 17 00 
E-Mail: 
ArndtsHM@stadt-muenster.de 
Datum: 
16.11.2015 
Öffentliche Berichtsvorlage

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Gender Budgeting ist ein wichtiger Teil d es Gender Mainstreaming, einer Strategie zur Umse t-
zung der Gleichstellung von Frauen und Männern. Konkret bedeutet Gender Mainstreaming, das 
Ziel der Gleichstellung in allen Handlungsfeldern und bei allen Planungs - Entscheidungs- und 
Umsetzungsschritten („Mainstreaming“) zu berücksichtigen. In Münster wird in diesem Zusa m-
menhang auch von einer gesamtstädtischen Verantwortung für die Verwirklichung der Chance n-
gleichheit gesprochen.  
Hinter dem Prinzip Gender Mainstreaming steckt auch der Leitgedanke, dass Mä nner und Frau-
en keine jeweils einheitliche soziale Gruppe sind, also nicht alle Männer gleich und alle Frauen 
gleich sind, sondern in sehr unterschiedlicher Weise von politischen und administrativen En t-
scheidungen betroffen sein können.  
Gender Budgeting b asiert daher auch auf der Annahme, dass es keine geschlechtsneutrale 
Haushaltspolitik gibt und jeder öffentliche Haushalt geschlechtsspezifische Auswirkungen hat. 
Gender Budgeting bedeutet also, dass der kommunale Haushalt aus einer Geschlechterperspek-
tive heraus analysiert, geplant und verteilt oder auch konsolidiert wird und gilt als wirkungsvolles 
Instrument, um Geschlechtergerechtigkeit auch durch eine veränderte Haushaltsführung herz u-
stellen.  
 
Ziel 
Mit einer geschlechtergerechten Haushaltsführung werd en vorhandene Strukturen unter die 
Gender-Lupe genommen. Es geht dabei nicht um reine fünfzig zu fünfzig -Verteilung der Gelder 
zwischen Frauen und Männern, also Gleichmacherei. Mit allen am Prozess Beteiligten wird g e-
prüft, ob die Stadt (nicht nur) in Zeit en knapper Kassen ihre Mittel auch richtig und für die Richt i-
gen einsetzt. Dazu müssen Daten erhoben und analysiert, Fragen gestellt und beantwortet, En t-
scheidungen getroffen und Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen werden. Dadurch trägt 
Gender Budgeting auch dazu bei, die Effizienz und die Qualität der Prozesse innerhalb der Ve r-
waltung zu steigern und schafft mehr Transparenz über die Verwendung von Haushaltsmitteln. 
 
 
 
 
Übersicht Gender Budgeting in Münster:

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Produkt 130101 Grünanlagen 
Stammdaten 
Dezernat VI Amt 67 
Produktbereich 13 (Natur- und Landschaftspflege) 
Produktgruppe 1301 (Grün- und Freiflächen) 
Produkt 130101 (Grünanlagen) 
Haushaltsplan (HHPI) 2015: 
312 Spielplätze fürs gesamte Stadtgebiet – bis 2018 insgesamt 318 geplant 
Zielgruppe für Produkt 130101: Bürgerinnen und Bürger und alle Besucherinnen und Besucher der Stadt Münster 
Beteiligt an der Produktherstellung sind: 
-Bau und Unterhaltung (Amt 67) 
-Beteiligung (Amt 51, Kinderbüro) 
-Spielplatzpaten 
Vorhandene Ressourcen 
Im Jahr 2015: 47,1 ha für öffentliche Spielfläche – 3,82 € pro qm Pflegekosten 
Im Jahr 2015: ordentliche Aufwendungen für Produktbereich 13: 20.012.460€ 
Produktgruppe 1301: 13.427.850 € - Errichtung und Sanierung der Spielplätze: jährlich durchschnittlich: 600.000 € 
 
 
Gender Budgeting-Projekt „Spielplätze“ 
 
 Ausgangslage: 
Die Versorgung der Stadt mit Spielflächen und Bewegungsflächen erfolgt über den Leitplan 
Spielflächen als Bestandteil der GRÜNORDNUNG MÜNSTER. 
Der Bedarf wird auf Grundlage statistischer Daten und Progn osen stadtteil- und auch quartier s-
bezogen ermittelt, fortgeschrieben und vorhabenbezogen aktualisiert.  
Hinsichtlich der Erreichbarkeit und Ausdifferenzierung der Spielangebote erfolgt zudem eine 
Auswertung nach Altersgruppen. 
Eine Genderbezogene Auswertung erfolgt nicht. 
 
Im Vorlauf zu Ausbauplanungen wird eine Kinder - und Anwohnerbeteiligung durchgeführt, um 
Wünsche, Vorstellungen oder auch quartiersbezogene Besonderheiten zu erfragen und für die 
Planung berücksichtigen zu können. 
 
Als Grundsatz der Planung gilt, allen Besucherinnen und Besuchern gleichermaßen die Möglic h-
keit zur Entfaltung, Bewegung und Erholung zu geben. Dies beinhaltet auch die Anforderungen 
von Inklusion und seniorengerechten Besuchsmöglichkeiten.  
Eine genderspezifische Betrachtung ist in Münster bislang nicht erfolgt. Vielmehr wird das Ang e-
bot nach den prinzipiellen Bedürfnisräumen unterschiedlicher Bewegungsangebote wie zum Be i-
spiel Buddeln, Schaukeln, Balancieren und Ballspielen, aber auch Ruhe und Kommunikation g e-
staltet. 
 
Auch bei der Sanierung von Spielflächen erfolgt eine entsprechende Beteiligung der Kinder, B e-
treuerinnen und Betreuer und Eltern. Im Rahmen dieser Beteiligung werden auch Fragen zur 
Zufriedenheit mit der bestehenden Einrichtung ermittelt und Vorschläge für die Neu entwicklung 
erfragt. 
Bei der Bewertung der Sanierungsbedürftigkeit gehen durch das Kriterium soziale „Auffälligkeit“ 
auch Wohnumfeld und soziale Belange in die Betrachtung ein 
 
 Gendergerechtigkeit der Spielplätze in Münster 
Das Ziel ist eine bedürfnisorientierte Gestaltung von Spielbereichen für Mädchen und Jungen, um 
das Spielen im Freien attraktiver zu gestalten. Dadurch lässt sich auch der Tendenz der „Ve r-
häuslichung“, die bei Kindern jenseits des Grundschulalters allgemein beobachtet wird, entg e-
genwirken.  
 
Aus anderen Städten liegen zum Teil entsprechende Ergebnisse, Untersuchungsreihen, Prüfb ö-
gen usw. vor. Zum Beispiel in Berlin aus den Bezirken Lichtenberg und Spandau und den Stä d-
ten Mainz und München. 
 
Auf Grundlage dieser Bögen ließe sich eine Bewertung der Spielflächen in Münster vornehmen.

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Bezogen auf eine grundlegende, orts - und nutzerspezifische Betrachtung würde sich die Stadt 
Münster damit jedoch die Möglichkeit nehmen, die Personenkreise zu Worte kommen zu lassen, 
die die Spielplätze tatsächlich nutzen und besuchen. 
 
Daher hat sich das Fachamt das Ziel gesetzt, die Frage grundsätzlich anzugehen und die Th e-
matik in Zusammenarbeit mit der WWU – Institut für Geographie – aufzubereiten. 
Erste Vorabstimmungen hierzu sind bereits erfolgt. Seitens de s Instituts wurde großes Interesse 
bekundet. Jahreszeitlich bedingt könnte die Untersuchung im Sommersemester 2016 durchg e-
führt werden. Nach erster Einschätzung könnten ca. 40 bis 50 Spielplätze in die Untersuchung 
eingebunden werden. 
 
 
 Konzept 
Untersuchungen vor Ort an Hand aufbereiteter Prüf-, Frage- und Beobachtungsbögen 
(Die Erarbeitung der Untersuchungsunterlagen wird Bestandteil der Seminararbeit in Rückkop p-
lung mit dem Amt 67). 
 
Befragung der Nutzerinnen und Nutzer  
Genderdifferenziert nach Altersstufen gegliedert nach: 
- Zufriedenheit mit dem Angebot und der Ausstattung 
- Defizite 
- Mängel 
- Störfaktoren 
- Wünsche 
- Erreichbarkeit 
- Andere Alternativen, die auch genutzt werden  
- usw. 
 
Befragung der Betreuerinnen und Betreuer 
Genderdifferenziert nach Altersstufen gegliedert zu ähnlichen Fragen aber auch ggf. Wohnsitu a-
tion, Barrierefreiheit  usw. 
 
Beobachtungsprotokoll zu Spielabläufen 
- … wer spielt mit wem an welchen Geräten 
- … welche „Räume“ werden von wem genutzt 
- … welche Geräte / Räume werden nicht genutzt 
- … Störfaktoren / Fehlnutzungen 
 
Auswahl der zu untersuchenden Spielplätze: 
 
- A und B/C Bereiche 
- breites Spektrum unterschiedlicher Größen 
- Berücksichtigung von Spielplätzen mit besonderen Ausstattungen (Kletterwand, Bolzplatz, 
Beachvolleyball usw.) 
- Berücksichtigung der Stadtteile (Bezirksvertretungen) 
- Ggf. anstehende Sanierungsbedürftigkeit, um später mit Kinder und Anwohnerbeteil i-
gungsergebnissen abgleichen zu können 
- Besondere Lagen im Stadtgebiet (soziale Wohnumfeldverhältnisse) 
 
 
Auswertung / Rückkopplung zur Problemstellung Gendergerechtigkeit / Gender Budgeting 
 
Kinder- und Anwohnerbeteiligung 
In Ergänzung zu der Untersuchung durch das Institut für Geographie besteht die Überlegung, im 
Rahmen der ohnehin anstehenden Beteiligungsverfahren, die Kinder - und Anwohnerbeteiligung 
in einer Pilotphase genderdifferenziert durchzuführen.

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Ein Abgleich der Ergebnisse wäre dann wieder in die Gesamtbetrachtung einzubinden und au s-
zuwerten. 
 
Zeitplan 
- Ab Wintersemester 2015/16 Projekt mit der Uni Münster 
- Erhebung der Daten zu Spielplätzen 
 
 
 
gez.  
 
 
Lewe

Beratungsverlauf (1)

26.11.2015 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
TOP 5.30 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0885/2015
Typ
Vorlagen
Datum
28.10.2015
Erstellt
06.10.2020 14:37