V/0885/2015
Information zu Gender Budgeting
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Berichtsvorlage
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Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. DER OBERBÜRGERMEISTER Frauenbüro Betrifft Information zu Gender Budgeting: Projektbeispiel: Gendergerechte Spielplätze Beratungsfolge 26.11.2015 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht Information zu Gender Budgeting Auftrag Der Auftrag, bei der Verteilung der städtischen Ressourcen auch auf Chancengleichheit zu ac h- ten, wurde durch Ratsbeschluss bereits 2007 erteilt. Mit Einführung der Europäischen Charta zur Gleichstellung von Männern und Frauen auf lokaler Ebene und den darauf basierenden Aktion s- plänen ist Gender Budgeti ng jetzt umzusetzen. Erste Schritte in den vergangenen beiden Hau s- haltsjahren haben gezeigt, dass sich dies für alle Beteiligten in Politik und Verwaltung als eine schwierige Aufgabe erweist. Für alle Beteiligten bedeutet dies einen Lernprozess, zu dem di e Frage „Was ist geschlechterge- recht?“ ebenso gehört wie die systematische Erarbeitung sinnvoller Kennzahlen. Zudem muss der Blick für notwendige Daten und die Wirkung, die erzielt werden soll, geschärft werden. Die Stadtverwaltung setzt dabei auf „learnin g by doing“ und vermittelt in Zusammenarbeit mit einer Expertin für Gender Budgeting zunächst anhand von drei ausgewählten Produkten das notwe n- dige Wissen. Weitere Produkte sollen folgen. Gleichzeitig wird gemeinsam mit den beteiligten Ämtern und mit exter ner Unterstützung eine „Gebrauchsanweisung zur Einführung des Gender Budgeting in Münster“ erstellt, die es den Ämtern erleichtert, die eigene Arbeit mit diesem Instr u- ment um Gender-Budgeting-Aspekte zu ergänzen. Letztlich wird die „Gebrauchsanweisung“ auch ein hilfreiches Instrument für die Politik darstellen. Ziel ist es, dieses Instrument langfristig zu verinnerlichen und in der Haushaltssteuerung zu ve r- ankern. Gender Budgeting trägt dazu bei, den eigenen Fachbereich und die damit verbundenen Ausgaben so zu steuern, dass die Mittel optimal eingesetzt werden und das bestmögliche Ergeb- nis bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt. Begriffserläuterungen Das englische Wort „Gender“ steht für soziale, kulturelle und gesellschaftlich geprägte G e- schlechterrollen von Frauen und Männern, die sozialisiert und veränderbar sind. Es geht also über den rein biologischen deutschen Begriff des Geschlechts Mann/Frau weit hinaus. „Budg e- ting“ ist nichts anderes als Haushaltsführung. Vorlagen-Nr.: V/0885/2015 Auskunft erteilt: Frau Arndts-Haupt Herr Stoldt Frau von Hayn Ruf: 492 17 00 E-Mail: ArndtsHM@stadt-muenster.de Datum: 16.11.2015 Öffentliche Berichtsvorlage 2 Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. Gender Budgeting ist ein wichtiger Teil d es Gender Mainstreaming, einer Strategie zur Umse t- zung der Gleichstellung von Frauen und Männern. Konkret bedeutet Gender Mainstreaming, das Ziel der Gleichstellung in allen Handlungsfeldern und bei allen Planungs - Entscheidungs- und Umsetzungsschritten („Mainstreaming“) zu berücksichtigen. In Münster wird in diesem Zusa m- menhang auch von einer gesamtstädtischen Verantwortung für die Verwirklichung der Chance n- gleichheit gesprochen. Hinter dem Prinzip Gender Mainstreaming steckt auch der Leitgedanke, dass Mä nner und Frau- en keine jeweils einheitliche soziale Gruppe sind, also nicht alle Männer gleich und alle Frauen gleich sind, sondern in sehr unterschiedlicher Weise von politischen und administrativen En t- scheidungen betroffen sein können. Gender Budgeting b asiert daher auch auf der Annahme, dass es keine geschlechtsneutrale Haushaltspolitik gibt und jeder öffentliche Haushalt geschlechtsspezifische Auswirkungen hat. Gender Budgeting bedeutet also, dass der kommunale Haushalt aus einer Geschlechterperspek- tive heraus analysiert, geplant und verteilt oder auch konsolidiert wird und gilt als wirkungsvolles Instrument, um Geschlechtergerechtigkeit auch durch eine veränderte Haushaltsführung herz u- stellen. Ziel Mit einer geschlechtergerechten Haushaltsführung werd en vorhandene Strukturen unter die Gender-Lupe genommen. Es geht dabei nicht um reine fünfzig zu fünfzig -Verteilung der Gelder zwischen Frauen und Männern, also Gleichmacherei. Mit allen am Prozess Beteiligten wird g e- prüft, ob die Stadt (nicht nur) in Zeit en knapper Kassen ihre Mittel auch richtig und für die Richt i- gen einsetzt. Dazu müssen Daten erhoben und analysiert, Fragen gestellt und beantwortet, En t- scheidungen getroffen und Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen werden. Dadurch trägt Gender Budgeting auch dazu bei, die Effizienz und die Qualität der Prozesse innerhalb der Ve r- waltung zu steigern und schafft mehr Transparenz über die Verwendung von Haushaltsmitteln. Übersicht Gender Budgeting in Münster: 3 Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. Produkt 130101 Grünanlagen Stammdaten Dezernat VI Amt 67 Produktbereich 13 (Natur- und Landschaftspflege) Produktgruppe 1301 (Grün- und Freiflächen) Produkt 130101 (Grünanlagen) Haushaltsplan (HHPI) 2015: 312 Spielplätze fürs gesamte Stadtgebiet – bis 2018 insgesamt 318 geplant Zielgruppe für Produkt 130101: Bürgerinnen und Bürger und alle Besucherinnen und Besucher der Stadt Münster Beteiligt an der Produktherstellung sind: -Bau und Unterhaltung (Amt 67) -Beteiligung (Amt 51, Kinderbüro) -Spielplatzpaten Vorhandene Ressourcen Im Jahr 2015: 47,1 ha für öffentliche Spielfläche – 3,82 € pro qm Pflegekosten Im Jahr 2015: ordentliche Aufwendungen für Produktbereich 13: 20.012.460€ Produktgruppe 1301: 13.427.850 € - Errichtung und Sanierung der Spielplätze: jährlich durchschnittlich: 600.000 € Gender Budgeting-Projekt „Spielplätze“ Ausgangslage: Die Versorgung der Stadt mit Spielflächen und Bewegungsflächen erfolgt über den Leitplan Spielflächen als Bestandteil der GRÜNORDNUNG MÜNSTER. Der Bedarf wird auf Grundlage statistischer Daten und Progn osen stadtteil- und auch quartier s- bezogen ermittelt, fortgeschrieben und vorhabenbezogen aktualisiert. Hinsichtlich der Erreichbarkeit und Ausdifferenzierung der Spielangebote erfolgt zudem eine Auswertung nach Altersgruppen. Eine Genderbezogene Auswertung erfolgt nicht. Im Vorlauf zu Ausbauplanungen wird eine Kinder - und Anwohnerbeteiligung durchgeführt, um Wünsche, Vorstellungen oder auch quartiersbezogene Besonderheiten zu erfragen und für die Planung berücksichtigen zu können. Als Grundsatz der Planung gilt, allen Besucherinnen und Besuchern gleichermaßen die Möglic h- keit zur Entfaltung, Bewegung und Erholung zu geben. Dies beinhaltet auch die Anforderungen von Inklusion und seniorengerechten Besuchsmöglichkeiten. Eine genderspezifische Betrachtung ist in Münster bislang nicht erfolgt. Vielmehr wird das Ang e- bot nach den prinzipiellen Bedürfnisräumen unterschiedlicher Bewegungsangebote wie zum Be i- spiel Buddeln, Schaukeln, Balancieren und Ballspielen, aber auch Ruhe und Kommunikation g e- staltet. Auch bei der Sanierung von Spielflächen erfolgt eine entsprechende Beteiligung der Kinder, B e- treuerinnen und Betreuer und Eltern. Im Rahmen dieser Beteiligung werden auch Fragen zur Zufriedenheit mit der bestehenden Einrichtung ermittelt und Vorschläge für die Neu entwicklung erfragt. Bei der Bewertung der Sanierungsbedürftigkeit gehen durch das Kriterium soziale „Auffälligkeit“ auch Wohnumfeld und soziale Belange in die Betrachtung ein Gendergerechtigkeit der Spielplätze in Münster Das Ziel ist eine bedürfnisorientierte Gestaltung von Spielbereichen für Mädchen und Jungen, um das Spielen im Freien attraktiver zu gestalten. Dadurch lässt sich auch der Tendenz der „Ve r- häuslichung“, die bei Kindern jenseits des Grundschulalters allgemein beobachtet wird, entg e- genwirken. Aus anderen Städten liegen zum Teil entsprechende Ergebnisse, Untersuchungsreihen, Prüfb ö- gen usw. vor. Zum Beispiel in Berlin aus den Bezirken Lichtenberg und Spandau und den Stä d- ten Mainz und München. Auf Grundlage dieser Bögen ließe sich eine Bewertung der Spielflächen in Münster vornehmen. 4 Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. Bezogen auf eine grundlegende, orts - und nutzerspezifische Betrachtung würde sich die Stadt Münster damit jedoch die Möglichkeit nehmen, die Personenkreise zu Worte kommen zu lassen, die die Spielplätze tatsächlich nutzen und besuchen. Daher hat sich das Fachamt das Ziel gesetzt, die Frage grundsätzlich anzugehen und die Th e- matik in Zusammenarbeit mit der WWU – Institut für Geographie – aufzubereiten. Erste Vorabstimmungen hierzu sind bereits erfolgt. Seitens de s Instituts wurde großes Interesse bekundet. Jahreszeitlich bedingt könnte die Untersuchung im Sommersemester 2016 durchg e- führt werden. Nach erster Einschätzung könnten ca. 40 bis 50 Spielplätze in die Untersuchung eingebunden werden. Konzept Untersuchungen vor Ort an Hand aufbereiteter Prüf-, Frage- und Beobachtungsbögen (Die Erarbeitung der Untersuchungsunterlagen wird Bestandteil der Seminararbeit in Rückkop p- lung mit dem Amt 67). Befragung der Nutzerinnen und Nutzer Genderdifferenziert nach Altersstufen gegliedert nach: - Zufriedenheit mit dem Angebot und der Ausstattung - Defizite - Mängel - Störfaktoren - Wünsche - Erreichbarkeit - Andere Alternativen, die auch genutzt werden - usw. Befragung der Betreuerinnen und Betreuer Genderdifferenziert nach Altersstufen gegliedert zu ähnlichen Fragen aber auch ggf. Wohnsitu a- tion, Barrierefreiheit usw. Beobachtungsprotokoll zu Spielabläufen - … wer spielt mit wem an welchen Geräten - … welche „Räume“ werden von wem genutzt - … welche Geräte / Räume werden nicht genutzt - … Störfaktoren / Fehlnutzungen Auswahl der zu untersuchenden Spielplätze: - A und B/C Bereiche - breites Spektrum unterschiedlicher Größen - Berücksichtigung von Spielplätzen mit besonderen Ausstattungen (Kletterwand, Bolzplatz, Beachvolleyball usw.) - Berücksichtigung der Stadtteile (Bezirksvertretungen) - Ggf. anstehende Sanierungsbedürftigkeit, um später mit Kinder und Anwohnerbeteil i- gungsergebnissen abgleichen zu können - Besondere Lagen im Stadtgebiet (soziale Wohnumfeldverhältnisse) Auswertung / Rückkopplung zur Problemstellung Gendergerechtigkeit / Gender Budgeting Kinder- und Anwohnerbeteiligung In Ergänzung zu der Untersuchung durch das Institut für Geographie besteht die Überlegung, im Rahmen der ohnehin anstehenden Beteiligungsverfahren, die Kinder - und Anwohnerbeteiligung in einer Pilotphase genderdifferenziert durchzuführen. 5 Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden. Ein Abgleich der Ergebnisse wäre dann wieder in die Gesamtbetrachtung einzubinden und au s- zuwerten. Zeitplan - Ab Wintersemester 2015/16 Projekt mit der Uni Münster - Erhebung der Daten zu Spielplätzen gez. Lewe
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0885/2015
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 28.10.2015
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37