2012/0211
Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an den Darmstädter Schwimm- und Wassersportclub 1912 e.V.
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
2012/0211
7492 Zeichen
Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 20.06.2012 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Hauptamt Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2012/0211 Magistratsbeschluss-Nr. Produkt-Nr.: 111070 Kostenstelle: 781-010-1000 Investitionsnummer: Kostenträger: 1110-71 Sachkonto: 7290100 Betreff: Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an den Darmstädter Schwimm- und Wassersportclub 1912 e.V. Vorlage vom: 19.06.2012 Beschlussvorschlag: Dem Darmstädter Schwimm- und Wassersportclub 1912 e. V. wird zum 100-jährigen Bestehen und in Anerkennung seiner Verdienste um den Sport die Silberne Verdienstplakette der Stadt Darmstadt verliehen. Anlagen: Datenschutzrelevante Anlage: - 2 - Folgekosten: Ja Nein Beschluss des Magistrats vom - 3 - Begründung zur Magistratsvorlage vom 19.06.2012 Unter dem Eindruck der 1912 stattfindenden Olympischen Spiele erlebte auch der deutsche Schwimmsport einen starken Aufschwung. So fand sich in Darmstadt nach der im Jahr 1911 erfolgten Eröffnung des Hallenbades eine Gruppe von Schwimmbegeisterten, vorwiegend Schüler aus Darmstädter Lehranstalten, zusammen, die mit Beginn der Badesaison 1912 im Woog einen Verein gründeten, den „Darmstädter Schwimmclub Jung-Deutschland“. Die Leitung übernahm Dr. Alexander Bopp, im Sommer zählte man schon 42 Mitglieder, 1913 ging man bereits – unter Beteiligung des Großherzogs und seiner Familie – mit einem Werbeschwimmfest an die Öffentlichkeit. Die Entwicklung ging rasch weiter, bald folgte der Anschluss an den Deutschen Schwimmverband. Was den Wassersport betraf, fanden sich schon vor dem 1. Weltkrieg Mitglieder des Clubs am Altrhein, die mit Studenten der TH Rudersport betrieben. Weitere Mitglieder des Clubs fanden sich dazu und übernahmen die vorhandenen Anlagen am Altrhein, die einst von der TH Darmstadt erstellt worden waren. Im Verlaufe des 1. Weltkriegs konnten nur wenige Mitglieder den Verein zusammenhalten, 1916 kam es zur Gründung einer Damenabteilung, die von Jahr zu Jahr steigende Erfolge verzeichnen konnte. 1920 bekam der Club die Durchführung der Deutschen Meisterschaften übertragen, zu diesem Anlass wurde im Woog von der Stadt eine sportgerechte 100-Meter-Bahn erstellt. Schon 1924 stellten sich mit den ersten beiden deutschen Meisterschaften von Friedel Berges über 400 m und 1500 m Kraul die ersten großen Erfolge ein, denen Berges 1926 und 1928 noch weitere folgen ließ. Fünf Jahre gehörte er zur Nationalmannschaft. Neben ihm war es Eduard Dingeldey, der im Seitenschwimmen (ein Stil, der schon seit langem nicht mehr geschwommen wird), Aufsehen erregende Rekorde erzielte. Neben diesen beiden wuchs eine Sportmannschaft heran, die in Süddeutschland in den Kraulstaffeln lange Zeit ungeschlagen blieb. Auch im Wasserball wurden große Erfolge erzielt, die dann auch 1928 und 1929 dem Verein den Titel eines „Süddeutschen Wasserballmeisters“ einbrachten. 1926 war die Zahl der aktiven Schwimmerinnen und Schwimmer derart herangewachsen, dass ein hauptamtlicher Trainer eingestellt wurde. 1934 kam es zur Gründung des Reichsbundes für Leibesübungen mit dem Ziel, Sportverbände und Turnerschaft unter einen Hut zu bringen, was 1936 zur Auflösung mehrerer Darmstädter Sportvereine und Überführung in den Großverein „Darmstädter Turn- und Sportgemeinde 1846“ führte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lagen nicht nur die Stadt, sondern auch die Sportstätten, das Hallenbad und die Woogstribüne in Trümmern. Der alte „Club“ sammelte sich zunächst um die „Ruderabteilung“ am Altrhein, mühsam entwickelte sich ein „Stammtisch“. In dieser Zeit wurde mit dem befreundeten SV 98 eine Übergangslösung gefunden, in dem dieser sich bereit erklärte, eine Schwimm- und Wassersportabteilung zu gründen, genutzt wurde das Schwimmbad in Pfungstadt. Ein Gründungsgremium und eine begeisterte Schar aus dem Schwimm- und Wassersportlager schafften dann auch die Voraussetzungen zu der am 11. März 1949 erfolgten Wiedergründung des Clubs unter dem Namen „Darmstädter Schwimm- und Wassersportclub 1912“. Zum Vorsitzenden des Gesamtclubs wurde Ludwig Fasler gewählt. Der Schwimmbetrieb lief bereits im Sommer 1949 voll an mit Bezirksmeisterschaften im Woog, Hessischen Wasserballmeisterschaften in Michelstadt etc. Im August zählte der Club bereits 440 Mitglieder, davon 310 in der Schwimmabteilung. Um den Wiederaufbau des Hallenbades zu beschleunigen, fand sich nach kurzem Aufruf die Großzahl der Darmstädter Schwimmer zusammen, um in wochenlangem Einsatz bei der Enttrümmerung des Bades mitzuwirken, so dass es am 1. Oktober 1950 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Das Jubiläumsjahr 1952 begann viel versprechend, im April wurden im Hallenbad die 3. Deutschen Jugendprüfungswettkämpfe mit 76 Vereinen am Start durchgeführt. - 4 - Bald wurde auch der Ruf nach einem eigenen Clubheim immer dringlicher, das dann mit Unterstützung der Stadt am Woog gebaut wurde und 1955 bezogen werden konnte. Die Wassersportler bekamen im gleichen Jahr ein modernes Ruderbecken eingebaut. In den Folgejahren konnte der Club viele sportliche Erfolge erzielen, die Wassersportler belegten in den Jahren 1949 – 1960 bei Regatten viele erste Plätze. Im Schwimmsport war 1964 das bis dahin erfolgreichste Jahr seit Bestehen des Clubs, neben Gewinnen bei deutschen Meisterschaften wurden bei der Olympiade in Tokio mehrere Medaillen durch den Club gewonnen: Hans-Joachim Klein gewann die Bronzemedaille in 100 Meter Freistil sowie drei Silbermedaillen in den Staffelwettbewerben und Uwe Jacobsen gewann die Silbermedaille in der Freistilstaffel. Auch 1968 wurde durch Heike Hustede mit der Lagenstaffel die Bronzemedaille geholt. Die Erfolgsgeschichte setzte sich fort, 1978 konnte der Verein neun Aktive in DSV-Kadern verzeichnen und war drittgrößter von neun DSV-Stützpunkten. Ende 1984 wurde eine Triathlongruppe gegründet, später wurde der Club noch um eine Volleyball- Abteilung erweitert. Einer der größten Erfolge im Triathlon dürfte der Weltrekord durch Lothar Leder gewesen sein, dem es gelang, 1996 als erster Mensch unter der magischen 8-Stundenmarke beim Ironman in Roth zu bleiben. Auch die 1999 begonnene gezielte Nachwuchsförderung des Vereins gestaltete sich überaus erfolgreich. Darüber hinaus konnte der DSW 1912 auch im Behindertensport Erfolge feiern. Nicht zuletzt auf Grund seiner großen sportlichen Erfolge hat der DSW 1912 in der Vergangenheit den Namen unserer Stadt nach außen getragen, der Verein erfreut sich großer Beliebtheit, was sich auch an den Mitgliederzahlen (ca. 1700) ablesen lässt. Auch die aktive und vorbildliche Kinder- und Jugendarbeit des Vereins, die bereits mehrfach vom Deutschen Schwimmverband ausgezeichnet wurde, verdient Anerkennung. Dieser Einsatz und die Ziele und Grundsätze des Vereins sollten durch die Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt gewürdigt werden. Darmstadt, 19.06.2012 100 gö Dezernat I Jochen Partsch Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2012/0211
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 19.06.2012
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00