1234/2026
Beantwortung der schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion (AN/0199/2026) betreffend „Wohnungslose Frauen und Kinder in Köln – aktuelle Zahlen, Versorgungslage"
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle V/50/507 Vorlagen-Nummer 08.05.2026 1234/2026 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 11.05.2026 Beantwortung der schriftlichen Anfrage der SPD-Fraktion (AN/0199/2026) betreffend „Wohnungslose Frauen und Kinder in Köln – aktuelle Zahlen, Versorgungslage" Die Fragen beantwortet die Verwaltung wie folgt: 1. Wie hat sich die Zahl der obdachlosen Frauen seit 2023 in Köln entwickelt? (Bitte Angaben zu den neuesten Schätzungen über die Zahl der sogenannten Sofaschlä- ferinnen und Frauen, die auf der Straße übernachten.) Der Verwaltung liegen lediglich die Befragungsergebnisse der GISS zum Bericht über die Lebenslage obdachloser und wohnungsloser Menschen in Köln (1253/2024) vor (Tabelle 47). In dieser werden 387 Straßenobdachlose in Köln angege- ben, ohne Zuordnung eines Geschlechts sowie 378 verdeckt obdachlose Personen, ebenfalls ohne geschlechtsspezifische Konkretisierung. Aktuellere Zahlen liegen nicht vor. Zu verdeckter Wohnungslosigkeit in Köln können keine Angaben gemacht werden, da de- ren Besonderheit darin liegt, im Dunkelfeld zu bleiben. Alle bisher bundesweit unternom- menen Versuche durch die Forschung, dazu Erkenntnisse zu gewinnen, blieben bislang erfolglos. 2. Wie viele Frauen und Kinder unter 18 Jahren sind ordnungsbehördlich in Köln wo und seit wann (wie lange) untergebracht? (Bitte aufschlüsseln nach Übergangs- wohnheimen/-wohnungen (Unterkünften), Sozialhäusern, Frauenhäusern, Plätzen in Hotels, Notunterkünften sowie „Housing-First“-Plätzen, siehe Antworten Vorla- gen-Nr.: 0115/2024 und Voralgen-Nr.: 2853/2022.) Übergangswohnheime/ Unterkünfte/ Sozialhäuser In Unterkünften des Amtes für Wohnungswesen (Übergangswohnheime/Wohnungen und Sozialhäuser) sind 598 Frauen und 294 Kinder ordnungsrechtlich notuntergebracht. Beherbergungsbetriebe Aktuell sind 392 Frauen und 372 Kinder in Beherbergungsbetrieben ordnungsrechtlich notuntergebracht. Die Beherbergungsbetriebe mit insgesamt 1.960 Betten sind über das gesamte Kölner Stadtgebiet verteilt. Die Dauer der Unterbringung liegt durchschnittlich bei mehr als 2 Jahren. Davon sind 20 Frauen und 2 Kinder in einem reinen Frauenhotel und weitere 152 Frauen und 101 Kinder in Familienhotels untergebracht. Alle anderen Frauen und Kinder sind in gemischtgeschlechtlichen Hotels untergebracht. Alle Familien werden stets gemeinsam untergebracht. Darunter sind vereinzelt auch noch volljährige 2 Kinder, die weiterhin im Familienverbund leben möchten. Zielgruppenobjekte/ Wohngruppen Darüber hinaus sind aktuell rund 60 Frauen und 28 Kinder in speziellen Objekten für diese Zielgruppe untergebracht, die durch Träger der Wohnungslosenhilfe sozialarbeite- risch betreut werden. Darunter sind drei Zielgruppenobjekte für Familien, eines für woh- nungslose Frauen, eines für Systemsprengerinnen und eines für langjährig straßenob- dachlose Frauen mit erheblichen gesundheitlichen oder sozialen Problemen. Notaufnahme Darüber hinaus gibt es eine eigene Notaufnahme der Fachstelle Wohnen des Amtes für Soziales, Arbeit und Senioren für Frauen und Familien mit insgesamt 17 Plätzen. Sammelunterkünfte Auch in den Sammelunterkünften der Fachstelle Wohnen zur Gefahrenabwehr (Winter- hilfe in der Ostmerheimer Str. 220 und für EU-Zuwanderer in der Vorgebirgsstr. 22) sind bedarfsdeckend Unterbringungsangebote für Frauen vorhanden. 12 Betten im Frauen- trakt der Winterhilfe und ca. 20 Betten im Frauentrakt der Vorgebirgsstraße. Die Unter- bringung erfolgt in abgeschlossenen Bereichen der Sammelunterkünfte unter Betreuung von weiblichen Sicherheitskräften. Die Unterbringung von Familien ist dort nicht vorgese- hen. Housing First Im Rahmen von Housing First Köln konnten seit Beginn der Maßnahme am 01.06.2020 von insgesamt 52 abgeschlossenen Mietverträgen 18 obdachlose Frauen (35 % gerun- det) einen regulären Mietvertrag abschließen (Stichtag 31.12.2025). Clearingwohnen Als Alternative zur sonst notwendigen, ordnungsrechtlichen Unterbringung dieser Ziel- gruppe in gewerblichen Objekten (Einfachhotels) der Fachstelle Wohnen des Amtes für Soziales, Arbeit und Senioren und zur Entlastung der Kölner Frauenhäuser sichert das Clearingwohnen für den ersten Moment eine (Not)Aufnahme für vorranging von häusli- cher Gewalt betroffene Kölner Frauen mit und ohne Kind(er). Die Unterbringung erfolgt in einem Haus mit sechs abgeschlossenen, voll ausgestatteten Apartments mit eigenem Sa- nitär und eigener Küche, so dass maximal 6 Frauen mit ihren Kindern aufgenommen wer- den können. Die Dauer der Unterbringung liegt bei rund 80 % der untergebrachten Menschen bei mehr als 2 Jahren. 3. Mit der Fachstelle Wohnen bemüht sich das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren in vielen Fällen erfolgreich, drohenden Wohnraumverlust zu verhindern. Welche spezifischen Maßnahmen ergreift die Stadt Köln, um zu verhindern, dass Frauen wohnungslos werden? Alle präventiv genutzten Instrumente zur Abwendung von drohendem Wohnraumverlust nach Bekanntwerden einer wirksamen Kündigung werden in identischer Form und Um- fang für alle Wohnungslosen, unabhängig vom Geschlecht oder Familienstand angebo- ten. Es gibt keine speziellen Maßnahmen der Fachstelle Wohnen zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit von Frauen. 4. In der Antwort auf die Anfrage AN/1213/2022 wurde festgestellt, dass frauenspezifi- sche Notschlafstellen mit bis zu 96 % ausgelastet waren. Wie stellt sich die Auslas- tung frauenspezifischer Angebote aktuell dar, und welche zusätzlichen frauenspe- zifischen Kapazitäten wurden seit 2023 geschaffen? Haus Zero Mit Haus Zero wurden in 2024 zusätzliche frauenspezifische Kapazitäten geschaffen. Bei 3 dem Angebot handelt es sich um eine ordnungsrechtliche 24/7 Notaufnahme mit einem Übernachtungsangebot und Tagesaufenthalt, welches vom Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Köln betrieben und mit einem multiprofessionellen Team niederschwellig be- treut wird. Haus Zero hat acht Zimmer zur ausschließlichen Einzelnutzung. Zielgruppe sind langjährig bekannte obdachlose alleinstehende wohnungsmarktferne Frauen mit schwerwiegenden psychischen Problemen, zum Teil mit einer Suchtproblematik, grenz- verletzend und mit hoher Gewaltbereitschaft, sowie erheblichen Problemen, Absprachen und Regeln einzuhalten. Diese Frauen finden in allen bestehenden Unterkunftsformen aufgrund ihres Verhaltens keine Aufnahme mehr und übernachten daher und wegen mangelnder Alternative, abwechselnd auf der Straße oder bei Bekannten in verdeckter Obdachlosigkeit oder in den Notschlafstellen. Die Frauen können Haus Zero grundsätz- lich unbefristet nutzen und behalten den dort zugewiesenen Schlafplatz, auch wenn sie mehrere Tage abgängig sind. Haus Zero ist zu 100 % ausgelastet (Stichtag 31.12.2025). Die Unterbringungsplätze für Frauen in der Sammelunterkunft für die Winterhilfe (Ostmer- heimer Str. 220) waren in der Winterhilfesaison 2024/ 2025 zeitweilig überlastet, da der abgeschlossene Frauentrakt nicht räumlich ausgeweitet werden konnte. Diese Situation wiederholte sich zwar in der Winterhilfesaison 2025/ 2026 nicht, aber trotzdem wurde der Frauenbereich in der neu angemieteten Sammelunterkunft für die kommende Winterhil- fesaison 2026/ 2027 in der Emdener Str. 68 vorsorglich auf 20 Betten ausgeweitet. 5. Welche Angebote zur Unterstützung und Beratung gibt es zurzeit in den zur Unter- bringung genutzten Hotels und Notunterkünften für Frauen, und welche Angebote gibt es für die Kinder? (Bitte Stellen und Art der Hilfestellungen angeben.) In den gewerblichen Beherbergungsbetrieben wird zur Unterstützung der dort unterge- brachten Wohnungslosen ein Sozialdienst (sog. Hotelscouts) angeboten, der jedoch für alle ordnungsrechtlich notuntergebrachten Menschen tätig ist und nicht ausschließlich für Frauen oder Familien. Die in dem Sozialdienst eingesetzten Sozialarbeiterinnen eines Trägers der Wohnungslosenhilfe kennen jedoch die frauen- und familienspezifischen Be- darfe und Angebote des Kölner Hilfesystems (z.B. Angebote der Jugendhilfe, Suchthilfe oder Wohnungslosenhilfe) und verweisen an die bedarfsdeckenden Angebote. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: vertagt
Zur SitzungOrte (4)
- Ostmerheimer Straße 220
- Emdener Straße 68
- Straße 22
- Straße 6
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Details
- Aktenzeichen
- 1234/2026
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 08.05.2026
- Erstellt
- 24.04.2026 11:43