2017/0039
Klimabericht 2015 der Darmstädter Stadtwirtschaft
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2017/0039
2736 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
10.02.2017
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Rechtsamt –
Stadtwirtschafts -
koordination
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2017/0039
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Klimabericht 2015 der Darmstädter Stadtwirtschaft
Vorlage vom: 09.02.2017
Beschlussvorschlag :
Der Klimabericht der Darmstädter Stadtwirtschaft wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: HEAG_Klimabericht_2015
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistra ts vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.02.2017
Der vorliegende, für das Berichtsjahr 2014 und 2015 fortgeschriebene Klimabericht ist eine
der in der Stadtverordnetenversammlung am 10. Oktober 2013 beschlossenen Maßnahmen
des Klimaschutzkonzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Dieser wurde von der HEAG
Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) in
Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt und den wesentlichen Unternehmen
der Darmstädter Stadtwirtschaft erstellt.
Ziel dieses Berichts ist, die Treibhausgasemissionen der Unternehmen zu quantifizieren und
das Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsengagement der wesentlichen Unternehmen der
Darmstädter Stadtwirtschaft gebündelt darzustellen.
Mit den im Bericht definierten Leitlinien orientiert sich dieser an den Vorgaben des Deutschen
Nachhaltigkeitskodex (DNK). Durch die Unterzeichnung der freiwilligen Selbstverpflichtung der
Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft entsprechen diese den qualitativen Eckpunkten
des DNK.
Ziel dieser Leitlinien ist, die Treibhausgasemissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft zu
reduzieren, die regionale Wertschöpfung zu steigern und das gesellschaftliche Engagement zu
sichern. Daher wurden verschiedene Emissionsquellen der Unternehmen der Darmstädter
Stadtwirtschaft analysiert.
Die Umsetzung von Maßnahmen sollen regelmäßig geprüft werden. Daher wird der
Klimabericht auch in Zukunft fortgeschrieben, um das Nachhaltigkeitsmanagement der
Stadtwirtschaft den Bürgerinnen und Bürgern vorzustellen.
Darmstadt, den 09.02.2017
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
Anlage
anlage 1
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Klimabericht der Darmstädter Stadtwirtschaft Berichtsjahr 2015 Den Klimabericht und mehr zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit unter klimabericht.heag.de Vorwort der Wissenschaftsstadt Darmstadt Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, wir freuen uns, dass Sie sich für den Klimabericht der Darmstädter Stadtwirtschaft interessieren. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist nicht nur ein attraktiver Ort zum Wohnen und Arbeiten, von Grünflächen um- geben und von kultureller Vielfalt und Weltoffenheit geprägt. Sondern sie unterstützt auch die Biodiversität in Darmstadt, fördert den Klima- und Umweltschutz und setzt sich für nachhaltiges Wirtschaften ein. Erfolgreicher Klima- und Umweltschutz braucht viele Mitwirkende auf ver- schiedenen Handlungsebenen sowie definierte Qualitätsstandards. Viele Un- ternehmen haben erkannt, dass soziales, ökologisches und ökonomisches Wirtschaften Hand in Hand gehen muss. Natürliche Ressourcen einzusparen ist wirtschaftlich effizient und trägt gleichzeitig zum Klima- und Umwelt- schutz bei. Das gilt auch für unsere Unternehmen der Stadtwirtschaft. Der Ihnen vorliegende, für das Berichtsjahr 2014 und 2015 fortgeschrie- bene, Klimabericht ist eine der in der Stadtverordnetenversammlung am 10. Oktober 2013 beschlossenen Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Dieses Konzept wurde durch das Ins- titut Wohnen und Umwelt, mit einer breiten Beteiligung der Bürgerschaft und unter Einbezug von Darmstädter Unternehmen, Forschungs- und Wissenschaftsinstitutionen, Verbänden und sonstigen Akteuren der Stadt- gesellschaft erarbeitet. Ziel dieses Berichts ist, das Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsengage- ment der wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft gebündelt darzustellen und die Emissionen zu quantifizieren. Als Daten- grundlage dienen hierbei die Verbrauchswerte für die Jahre 2014 und 2015. Neben den Zahlen, Daten und Fakten zum Energie- und Ressourcenein- satz der Darmstädter Stadtwirtschaft lege ich Ihnen im Besonderen die Good-Practice Beispiele ans Herz. Die Verbundenheit der Darmstädter Stadtwirtschaft mit der Region zeigt sich durch die Förderung junger Un- ternehmen, die Unterstützung des gesellschaftlichen Engagements und die Stärkung der Wertschöpfung vor Ort. Mit diesem Bericht unterstreichen wir, dass Umwelt- und Klimaschutz ein fester Bestandteil der Kultur der Wissenschaftsstadt Darmstadt und ihrer Unternehmen sind. Wir wünschen uns, dass wir mit dem Klimabe- richt unserer Stadtgesellschaft mit gutem Beispiel voran gehen und den privatwirtschaftlichen Unternehmen einen Anstoß geben, noch sorgsamer und sparsamer mit unseren Ressourcen umzugehen. Bei Fragen können Sie jederzeit gerne auf uns zukommen. Mit freundlichen Grüßen Jochen Partsch Barbara Akdeniz Oberbürgermeister der Stadträtin der Wissenschaftsstadt Darmstadt Wissenschaftsstadt Darmstadt 2 3 Liebe Darmstädterinnen, liebe Darmstädter, die HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) will, gemeinsam mit den Unternehmen der Darmstäd- ter Stadtwirtschaft, Wegweiser einer zukunftsfähigen Daseinsvorsorge sein. Sowohl privatrechtliche als auch kommunale Unternehmen verankern eine nachhaltige und klimabewusste Unternehmenskultur bei ihren Mitar- beiterinnen und Mitarbeitern. Denn die Stakeholder der Unternehmen er- warten mehr als gute Qualität zu einem angemessenen Preis. Sie erwar- ten eine nachhaltige Unternehmensführung, die in der Region verwurzelt ist und aktiv für den Klimaschutz eintritt. Vor diesem Hintergrund hat sich die HEAG, gemeinsam mit den Unter- nehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft, verpflichtet, transparent über das Engagement für den Klimaschutz, die Gesellschaft und eine nachhal- tige Unternehmensführung zu berichten. Mit der Veröffentlichung des zweiten Klimaberichts werden der Status- Quo dieses Engagements in der Darmstädter Stadtwirtschaft zusammen- gefasst und die CO 2-Emissionen der wesentlichen, kommunalen Unter- nehmen für die Jahre 2014 und 2015 veröffentlicht. Die HEAG und die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft för- dern eine nachhaltige Entwicklung. So bringt sich die ENTEGA AG aktiv in die Umsetzung der Energiewende ein. Dazu hat sie ein ambitioniertes Investitionsprogramm zum Ausbau der erneuerbaren Energien aufgelegt und umgesetzt. Die bauverein AG und der Eigenbetrieb Immobilienmana- gement der Wissenschaftsstadt Darmstadt investieren kontinuierlich in die energetische Sanierung ihrer Immobilien und leisten einen wichtigen Beitrag zur CO 2-Reduktion in der Darmstädter Stadtwirtschaft. Die HEAG mobilo GmbH betreibt ihre Straßenbahnen ausschließlich mit Ökostrom der ENTEGA AG, stellt die Busflotte sukzessive auf Elektroantrieb um und reduziert damit die CO 2-Emissionen in Darmstadt und Umgebung. Das klare Bekenntnis der Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft zur regionalen Nähe und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihre Stadtwirtschaft bildet die Basis für eine nachhaltige Daseinsvorsor- ge. Wir möchten uns daher bei allen Beteiligten bedanken, die bei der Erstellung des Klimaberichts mitgewirkt haben. Haben Sie weitere Vorschläge, wie wir das Nachhaltigkeitsengagement im Stadtkonzern ausbauen können, dann nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Mit freundlichen Grüßen HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend Dr. Markus Hoschek Vorwort des HEAG-Vorstands Inhaltsverzeichnis Vorwort der Wissenschaftsstadt Darmstadt ......................................... 2 Vorwort des HEAG-Vorstands ............................................................... 3 Inhaltsverzeichnis ................................................................................ 4 Abbildungsverzeichnis ......................................................................... 5 Einleitung ............................................................................................ 6 Maßstab für nachhaltiges Wirtschaften – Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex ..................................................... 8 Die Darmstädter Stadtwirtschaft – Gemeinsam für Klimaschutz und nachhaltige Unternehmensführung ........................... 9 Über diesen Bericht – Der Weg zum Klimabericht ............................. 11 W Unternehmensporträt der Darmstädter Stadtwirtschaft .............................................. 11 W Berichtsumfang und -grenzen ..................................................................................... 12 Zahlen, Daten, Fakten – Emissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft ... 14 W Emissionsquelle Treibstoff ......................................................................................... 16 W Emissionsquelle stationäre Verbrennung ..................................................................... 19 W Emissionsquelle Stromverbrauch ................................................................................ 21 W Emissionsquelle Fernwärmenutzung ........................................................................... 23 W Wasserverbrauch ........................................................................................................ 25 W Zusammenfassung ..................................................................................................... 26 Public Value – Mehrwert für Darmstadt ............................................. 28 W Lokale und regionale Wertschöpfung .......................................................................... 30 W Gesellschaftliches Engagement ................................................................................... 32 W Einbezug der Öffentlichkeit ......................................................................................... 34 W Förderung der Gründungsregion ................................................................................. 36 Anhang .............................................................................................. 38 W Umrechnungsfaktoren ................................................................................................ 38 4 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Geschäftsfelder der Darmstädter Stadtwirtschaft ............................. 11 Abbildung 2: In den Klimabericht einbezogene Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft ............................................................. 12 Abbildung 3: Firmenfahrzeuge ............................................................................... 17 Abbildung 4: Treibstoffverbrauch ........................................................................... 17 Abbildung 5: CO2-Emissionen nach Fahrzeug- und Treibstoffart ............................ 18 Abbildung 6: Energieverbrauch durch stationäre Verbrennung und induzierte CO2-Emissionen ........................................................ 20 Abbildung 7: Stromverbrauch .................................................................................21 Abbildung 8: Energieverbrauch durch Fernwärmenutzung und induzierte CO2-Emissionen ........................................................ 24 Abbildung 9: Wasserverbrauch .............................................................................. 25 Abbildung 10: CO2-Emissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft ............................ 26 Abbildung 11: Lokale und regionale Wertschöpfung ................................................ 31 5 Einleitung Der Schutz des Klimas und die Eindäm- mung des Klimawandels sind neben der Anpassung an bereits nicht mehr abwend- bare Klimawandelfolgen zu den größten Herausforderungen der Gegenwart ge- worden. Inzwischen haben die meisten Länder die völkerrechtlich verbindliche Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen von 1992 unterzeichnet, mit de- ren Hilfe eine weitere gefährliche Störung des Klimasystems verhindert werden soll. In ihrer Folge wurde und wird vor allem über Reduktionsziele von Treibhausgas- emissionen (THG-Emissionen) verhandelt, die im Kyoto-Protokoll verzeichnet sind. Dieses trat offiziell am 16. Februar 2005 in Kraft und enthält Regelungen bis zum Jahr 2012. Im Post-Kyoto-Prozess wurde über ein Nachfolgeregime für den anschlie- ßenden Zeitraum verhandelt. Ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg konnte durch die UN-Klimakonferenz im Dezember 2015 in Paris erreicht werden. Auch auf nationaler und regionaler Ebene werden Maßnahmen zum Klimaschutz er- arbeitet und Nachhaltigkeitsthemen veran- kert. So hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, den CO 2-Ausstoß in Deutsch- land bis 2050 im Vergleich zu 1990 um mindestens 80 Prozent zu reduzieren. Zudem soll bis 2022 der Ausstieg aus der Atomkraft vollzogen werden. Die Hessische Landesregierung hat 2008 die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen ins Leben gerufen. Ihr Ziel: die gute Lebens- qualität, die vielfältige Landschaft und die hohe Wirtschaftskraft Hessens auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Dafür entwickeln Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft in einem gemeinsamen Dialog innovative Lösungen. So hat die Landesregierung be- schlossen, dass die Emissionen der Treib- 6 hausgase bis zum Jahr 2050 mindestens um 90 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden. Mit dem Beschluss des Leitbildes der klimaneutralen Stadt hat sich die Wissen- schaftsstadt Darmstadt den nationalen und regionalen Reduktionszielen ange- schlossen. Auch die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft tragen Verantwortung für den Klimaschutz und eine nachhaltige Entwicklung in der Region und darüber hinaus. Zur Koordination und Abstimmung des Nachhaltigkeitsengagements in der Stadtwirtschaft treffen sich regelmäßig die Nachhaltigkeitsbeauftragten der Unter- nehmen. Vor diesem Hintergrund beschreibt der vorliegende Klimabericht die Maßnahmen, Ergebnisse und Stoßrichtungen, welche die Stadtwirtschaft in Bezug auf die Reduktion von CO 2-Emissionen, nachhaltige Unter- nehmensführung und die Stärkung der Wertschöpfung in der Region verfolgt. Der Klimabericht soll interessierten Leserinnen und Lesern einen Einblick in das Nachhal- tigkeitsengagement der Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft geben. Der vorliegende Bericht ist die Fortschrei- bung des ersten Klima berichts der Darm- städter Stadtwirtschaft. In Zukunft soll der Klimabericht weiterhin regelmäßig von der HEAG, in Zusammenarbeit mit der Wissen- schaftsstadt Darmstadt und den Unter- nehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft, erstellt werden, um das Nachhaltigkeitsen- gagement der Stadtwirtschaft zu dokumen- tieren. Der Bericht umfasst fünf Kapitel. Eingelei - tet wird der Klimabericht mit der Einord - 7 nung des vorliegenden Berichts in die Struktur des Deutschen Nachhaltig - keitskodex. Im zweiten Kapitel erfolgt eine Selbstverpflichtung der Darmstäd - ter Stadtwirtschaft „Klimabündnis der Darmstädter Stadtwirtschaft – Leitlinien für eine klimabewusste und nachhaltige Unternehmensführung“. Das dritte Kapitel gibt einen Überblick über die einbezoge - nen Unternehmen, die berücksichtigten Emissionsquellen sowie den Berichtsum - fang. Das vierte Kapitel weist die CO 2- Emissionen der Darmstädter Stadtwirt - schaft aus und formuliert Maßnahmen, um diese Emissionen langfristig zu redu - zieren. will die Bundesregierung den CO 2-Ausstoß in Deutschland bis zum Jahr 2050 im Vergleich zu 1990 reduzieren. Um80% 1990 2050 Reduzierung des CO 2-Ausstoßes CO2 Das letzte Kapitel ist dem Themenbereich „Public Value“ gewidmet. Dazu gehören unter anderem die Steigerung der lokalen und regionalen Wertschöpfung, das gesell- schaftliche Engagement der Unternehmen, der Einbezug der Öffentlichkeit sowie die Förderung junger Unternehmen. Ergänzt wird der Bericht um „Good-Practice- Beispiele“ aus der Stadtwirtschaft. Einzelne Unternehmen der Stadtwirtschaft veröffentlichen zudem eigenständige CSR- bzw. Nachhaltigkeitsberichte, die über die Inhalte des Klimaberichts der Darmstädter Stadtwirtschaft hinausgehen. Maßstab für nachhaltiges Wirtschaften – Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK), der vom Rat für nachhaltige Entwicklung1 erarbeitet wurde, bietet einen Rahmen für die Berichterstattung zu nichtfinanziellen Nachhaltigkeitsleistungen, der von Orga- nisationen und Unternehmen jeder Größe und Rechtsform genutzt werden kann. Der DNK macht Nachhaltigkeitsleistungen sichtbar, mit einer höheren Verbindlichkeit transparent und besser vergleichbar. Er ver- breitert damit die Basis für die Bewertung von Nachhaltigkeit und beschreibt Mindest- anforderungen für Unternehmen. Um den DNK zu erfüllen, erstellen Anwen- der eine Entsprechenserklärung. Diese ist in die folgenden vier Kapitel mit insgesamt zwanzig DNK-Kriterien gegliedert: 2 W Strategie W Prozessmanagement W Umwelt W Gesellschaft Ergänzt wird die Entsprechenserklärung um nichtfinanzielle Leistungsindikatoren. Der vorliegende Klimabericht der Darm- städter Stadtwirtschaft erfüllt bereits zu Teilen die DNK-Kriterien. Im Besonderen auf das Kapitel „Umwelt“ mit den Krite- rien „Inanspruchnahme natürlicher Res- sourcen“, „Ressourcenmanagement“ und „klimarelevante Emissionen“ wird im Rah- men dieser Klimaberichterstattung Bezug genommen. Folgende im DNK genannten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren werden im Klimabericht ausgewiesen: 1 Dem Rat für nachhaltige Entwicklung gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Der Rat entwickelt Beiträge für die Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, benennt konkrete Handlungsfelder und Projekte und verfolgt die Aufgabe, Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen. 2 http://www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de/fileadmin/ user_upload/dnk/dok/leitfaden/DNK_Leitfaden.pdf 8 W G4-EN3: Energieverbrauch innerhalb der Organisation W G4-EN8: Gesamtwasserentnahme W G4-EN15: Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1) W G4-EN16: Indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 2) Für den nächsten Klimabericht der Darm- städter Stadtwirtschaft ist die weitere Ergänzung der Berichterstattung um die DNK-Kriterien sowie die nicht finanziellen Leistungsfaktoren geplant. Über die Angaben im Klimabericht der Darmstädter Stadtwirtschaft hinaus haben bisher vier Unternehmen der Stadtwirt- schaft dem Deutschen Nachhaltigkeits- kodex entsprochen: W bauverein AG W ENTEGA AG W ENTEGA Energie GmbH W HEAG Freiwillige Selbstverpflichtung Der globale Klimawandel ist eine gesamt- gesellschaftliche Aufgabe, und auf kommu- naler Ebene sind die Herausforderungen für ein gemeinsames Handeln groß. Dazu haben sich die wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft auf das „Klimabündnis der Darmstädter Stadtwirt- schaft – Leitlinien für eine klimabewusste und nachhaltige Unternehmensführung“ verständigt. Die Leitlinien orientieren sich an den Vorgaben des Deutschen Nachhaltigkeits- kodex. In diesem Sinne entsprechen die unterzeichnenden Unternehmen, ohne die Abgabe einer formalen Entsprechenserklä- rung, auch den qualitativen Eckpunkten des Deutschen Nachhaltigkeitskodex. Ziel dieser Leitlinien ist, die Treibhaus- gasemissionen der Darmstädter Stadt- wirtschaft zu reduzieren, die regionale Wertschöpfung zu steigern und das gesell- schaftliche Engagement beizubehalten. Um diese Ziele zu erreichen, wird der Klima bericht der Darmstädter Stadtwirt- schaft regelmäßig erstellt und die Um- setzung folgender Maßnahmen von den Unternehmen geprüft: W Reduktion der Treibhausgasemissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft durch: 9 – die Identifizierung und Hebung von weiteren Effizienzverbesserungspoten- zialen in den betrieblichen Abläufen – die Fortführung der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden – den Ausbau der Elektromobilität – die Förderung des Fahrradverkehrs W Steigerung der Wertschöpfung in der Region durch: – die Nutzung von Vergabekriterien für eine nachhaltige regionale Beschaffung – die Intensivierung der Möglichkeiten zur Kooperation mit dem lokalen Handwerk unter Beachtung des Verga- berechts – die Stärkung von regionalen Kooperati- onen der Stadtwirtschaft W Beibehaltung des gesellschaftlichen En- gagements durch: – Spenden und Sponsoring in den Berei- chen Soziales, Kunst, Musik, Bildung, Geschichte und Sport W Beibehaltung der aktiven Informations- politik der Darmstädter Stadtwirtschaft durch: – den Einbezug der Öffentlichkeit in die Entwicklung der Stadtwirtschaft W Förderung der Gründungskultur in der Wissenschaftsstadt Darmstadt durch die Stadtwirtschaft 11 Unternehmen unterzeichnen die freiwillige Selbstverpflichtung Die Darmstädter Stadtwirtschaft – Gemeinsam für den Klimaschutz und eine nachhaltige Unternehmensführung 10 Als Unterzeichner/-innen der freiwilligen Selbstverpflichtung orientieren wir uns an diesen Leitlinien und streben gemeinsam mit der Stadtwirtschaft deren Umsetzung an. Ziel ist eine klimabewusste und nach- haltige Stadtwirtschaft. Für die Unternehmen: Die Darmstädter Stadtwirtschaft – Gemeinsam für Klimaschutz und nachhaltige Unternehmensführung Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend Dr. Markus Hoschek Dr. Marie-Luise Wolff-Hertwig Albrecht Förster Andreas Niedermaier Matthias Kalbfuss Michael Dirmeier Armin NiedenthalSibylle Wegerich Sabine Kleindiek Lars Wöhler Anja Herdel Prof. Dr. Steffen Gramminger Clemens Maurer Joachim LisowskiNorbert Werner Engelbert Müth Wolfram Cuntz Abb. 1: Geschäftsfelder der Darmstädter Stadtwirtschaft Energie & Wasser Telekommunikation & IT Immobilien Mobilität Kultur & Freizeit Gesundheit & Soziales Entsorgung & Abwasser Beteiligungsmanagement Die Darmstädter Stadtwirtschaft bietet mehr als 8.000 Menschen einen Arbeits- platz und erwirtschaftete in 2015 eine Gesamtleistung von 2.168 Mio. Euro bei einer Bilanzsumme von 4.493 Mio. Euro. Nähere Informationen entnehmen Sie dem Darmstädter Beteiligungsbericht 3. Die HEAG Holding AG – Beteiligungsma- nagement der Wissenschaftsstadt Darm- stadt (HEAG) befindet sich vollständig in kommu naler Hand: 94,99 Prozent der An - teile hält die Wissenschaftsstadt Darmstadt und 5,01 Prozent die Stadt- und Kreisspar - kasse Darmstadt. Sie versteht sich als aktives Beteiligungs- management, unterstützt die rund 150 Beteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt und verankert vor allem bei den circa 100 Mehrheitsbeteiligungen die städtischen Ziele. Somit ist die HEAG der zentrale und maßgebliche Berater der Wissenschaftsstadt Darmstadt in allen wirtschaftlichen Angelegenheiten der Stadt- wirtschaft. Sie entwickelt die Geschäftsfel- der der Stadtwirtschaft strategisch weiter. Eine nachhaltige Unternehmenspolitik und die Steigerung der Wertschöpfung in der Region sind Grundlage der strategischen Ausrichtung. Unternehmensporträt der Darmstädter Stadtwirtschaft Über diesen Bericht – Der Weg zum Klimabericht 11 3 http://www.heag.de/site/stadtwirtschaft,beteiligungsbericht Immobilien Energie & Wasser Gesundheit & Soziales Entsorgung & Abwasser Kultur & Freizeit Beteiligungsmanagement Mobilität Telekommunikation & IT Einbezogene Unternehmen Der Klimabericht der Darmstädter Stadtwirt- schaft berücksichtigt die wesentlichen Betei- ligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Als wesentliche Beteiligung gilt grundsätzlich eine Beteiligung, an der die Wissenschafts- stadt Darmstadt mittelbar oder unmittelbar eine Anteilsquote von mehr als 50 Prozent hält. Unabhängig von der Anteilsquote wird auch das Gesundheitsamt der Stadt Darm- stadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg in die Berichterstattung einbezogen. Für die Berichterstattung der CO 2-Emissionen und der gesellschaftlich relevanten Aspekte sowie Kennzahlen gilt grundsätzlich, dass diese, ohne Berücksichtigung des mittelbaren und unmittelbaren Anteilsbesitzes der Wis- senschaftsstadt Darmstadt, zu 100 Prozent abgebildet werden. Eine Ausnahme bilden Be- teiligungen an Kraftwerksgesellschaften. Diese werden immer (sowohl im Fall einer Mehr- als auch einer Minderheitsbeteiligung) entspre- chend der Höhe der Beteiligung einbezogen. Bei der bauverein AG werden nur die Emis- sionen der Hauptverwaltung und bei der Berichtsumfang und -grenzen Über diesen Bericht – Der Weg zum Klimabericht Abb. 2: In den Klimabericht einbezogene Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft und Zuordnung zu den Geschäftsfeldern Klinikum Darmstadt GmbH nur die Emissi- onen der Standorte Darmstadt-Mitte sowie Eberstadt erfasst. Die Emissionen des Eigen- betriebs Immobilienmanagement der Wissen- schaftsstadt Darmstadt umfassen auch den Verbrauch von Schulen, Kindertagesstätten und -gärten, Jugendzentren, gemeinnützigen Gebäuden, Sportstätten, Friedhöfen und wei- teren Gebäuden im städtischen Besitz. Eventuelle Abweichungen von den vorgenann- ten Definitionen des Berichtsumfangs sind im Text kenntlich gemacht. Eine Aufstellung des mittelbaren und unmittelbaren Anteilsbesitzes kann dem Beteiligungsbericht der Wissen- schaftsstadt Darmstadt entnommen werden. Berichtsansatz Der Klimabericht der Darmstädter Stadt- wirtschaft erfasst die direkten (Scope 1) und indirekten Treibhausgasemissionen (THG- Emissionen) der Unternehmen durch die Be- reitstellung von Energie (Scope 2). Scope 1 umfasst alle THG-Emissionen, die direkt in den Unternehmen anfallen und somit deren direktem Einfluss unterliegen. Das sind z. B. 12 W ENTEGA AG W Beteiligungen der ENTEGA AG W Klinikum Darmstadt GmbHW Zweckverband Verwaltungsverband für das Gesundheitsamt der Stadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg W Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen W Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) W bauverein AG W Eigenbetrieb Immobilienmanagement (IDA)W Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KGW Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkte (Bürgerhäuser) W Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH W Zoo Vivarium (EAD) W Eigenbetrieb Bürgerhäuser und Märkte (Märkte) W HEAG Holding AG – Beteiligungs - management der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) W Sparkasse Darmstadt W HEAG mobilo GmbHW Beteiligungen der HEAG mobilo GmbH W ENTEGA Medianet GmbHW Beteiligungen der ENTEGA Medianet GmbHW COUNT+CARE GmbH & Co. KG THG-Emissionen aus der Verbrennung durch stationäre (z. B. Heizkessel) oder mobile Quel- len (z. B. unternehmenseigener Fuhrpark). Scope 2 umfasst alle indirekten THG-Emissio- nen, die durch die Bereitstellung von Energie außerhalb der Organisation durch ein Ener- gieversorgungsunternehmen entstehen. Dazu gehören Strom, Fernwärme und Fernkälte. Berichtsprofil Der vorliegende Bericht bezieht sich auf die Geschäftsjahre 2014 und 2015. Das Geschäftsjahr 2016 wurde nicht berück- sichtigt, da die Verbrauchswerte für 2016 noch nicht vollständig ermittelt werden konnten. Die Entwicklung der Gesamt- emissionen wird für den Zeitraum von 2012 bis 2015 dargestellt. Dies ist der zweite Klimabericht der Darm- städter Stadtwirtschaft. Ansprechpartner für den Klimabericht der Darmstädter Stadt- wirtschaft sind Herr Daniel Pfeffer (daniel.pfeffer@heag.de), HEAG-Beteiligungs- management, sowie Herrn Lion Roßbach (lion.rossbach@darmstadt.de). Datenerhebung und Darstellung von Informationen Die Erhebung der Daten für den Klimabericht der Darmstädter Stadtwirtschaft erfolgte über direkte Ansprache der einbezogenen Unter- nehmen. In einem Auftaktworkshop wurden gemeinsam mit den Unternehmen die Struk- tur des Klimaberichts, die einzubeziehenden Unternehmen sowie die zu berichtenden Emissionsquellen abgestimmt. Für die Datenerfassung wurden folgende Emissionsquellen identifiziert: W Treibstoffverbrauch W Energieverbrauch durch stationäre Ver- brennung W Stromverbrauch W Fernwärmenutzung Die Erfassung der Emissionsdaten erfolgte un- ternehmensintern über ein seitens der HEAG zur Verfügung gestelltes Excel-Formular. Die Umrechnung der den Emissionen zugrun- de liegenden Aktivitätsdaten in Treibhausgas- emissionen (THG-Emissionen) erfolgt auf Basis der in Anlage 1 beigefügten Umrech- nungstabelle in CO 2-äquivalente Emissionen4. In der Folge wird bei den ausgewiesenen CO2- Emissionen immer das CO2-Äquivalent (CO2e) verstanden. Darüber hinaus wurden noch folgende Daten erhoben: W Anzahl Fahrzeuge im Fuhrpark W Ökostromquote W Gesamtwasserentnahme W Lokale und regionale Wertschöpfung W Gesellschaftliches Engagement W Einbezug der Öffentlichkeit W Förderung der Gründungsregion Im Anschluss an die Datenerhebung und die Auswertung der übermittelten Informationen durch die HEAG wurden die Ergebnisse den Unternehmen vorgestellt und über die Form der Darstellung der Informationen im Rahmen des Klimaberichts abgestimmt. Die Ergebnisse der Datenauswertung werden sowohl textlich als auch grafisch dargestellt. Die CO 2-Emissionen werden in Summe und nach Emissionsquellen sowie teilweise nach Unternehmen bzw. Energieträgern ausgewiesen. 4 Das Treibhausgaspotenzial (THP) ist das massebezogene Äquivalent der Treibhauswirkung von Treibhausgasen, be- zogen auf das festgelegte Leitgas CO2. Es wird als CO2-Äqui- valent angegeben (CO2e, e steht für engl. equivalent). In den CO2-Äquivalenten sind die wesentlichen treibhauswirk- samen Gase wie Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Distickstoffoxid (N2O/Lachgas) in ihrer Treibhauswirkung zusammengefasst. 13 Zahlen, Daten, Fakten 14 Emissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft Zahlen, Daten, Fakten Zahlen, Daten, Fakten 15 16 Insgesamt sind auf die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft 1.373 Fir- menfahrzeuge (im Wesentlichen Nutzfahr - zeuge) mit Verbrennungskraftmaschine (Vj.: 1.401) zugelassen. Damit sank die Zahl um 28 Fahrzeuge (–2 %). 63 Prozent der Firmenfahrzeuge befinden sich im Fuhrpark der ENTEGA AG. Einen weiteren signifikanten Anteil am Fuhr- park der Stadtwirtschaft haben der EAD (15,4 %) und die HEAG mobilo GmbH (12,8 %). Bei der ENTEGA AG wird der Fuhrpark durch Fahrzeuge im Geschäftsfeld Netze dominiert (Montagefahrzeuge, LKW, selbstfahrende Arbeitsmaschinen etc.). Die Fahrzeuge des EAD werden zur Müllent- sorgung, Straßenreinigung, Kanalreinigung und Essensversorgung im Darmstädter Stadtgebiet eingesetzt. Bei den Fahrzeugen der HEAG mobilo GmbH handelt es sich zu einem Großteil um Busse für den Linien- bzw. Reisebusverkehr sowie um Montage- und Reparaturfahrzeuge. Bis 2025 will die HEAG mobilo GmbH die Buslinien F , H, K, L und R mit Elektrobussen betreiben. Um die Erfordernisse der betrieblichen Praxis im Vorfeld zu ermitteln, hat die HEAG mobilo GmbH, mit Unterstüt- zung der Hessen-Agentur, eine Machbarkeitsstudie initiiert. Um diese Ergebnisse zu verifizieren wird, mit Fördermittel des BMVI, der Einsatz von zwei Elektrobussen (12 und 18 Meter) ab Herbst 2017 vorbereitet. Die Busse sollen dann 2018 im Stadtgebiet Darmstadt und im Kreis Darmstadt-Dieburg getestet werden. Ziel ist es, ab 2019 nur noch elektrisch betriebene Busse für Stadt und Landkreis zu beschaffen. Zum Großteil sind die Fahrzeuge dieselbe- trieben. Der Treibstoffverbrauch 5 betrug in 2015 insgesamt 5,06 Mio. Liter. Im Ver- gleich zum Vorjahr sank der Treibstoffver- brauch um ca. 217 Tsd. Liter. Gut 60 % des Verbrauchs entfällt dabei auf den Linienbusverkehr des ÖPNV , der durch die HEAG mobilo GmbH angeboten wird. Ergänzt wird der Fuhrpark der Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft um Elek - trofahrzeuge. Insgesamt sind in der Darm- städter Stadtwirtschaft 19 Elektrofahrzeuge unterwegs. Neben den Elektrofahrzeugen der ENTEGA AG (drei Nutzfahrzeuge und sieben PKW zur Erprobung von Elektromobilität im gewerblichen Bereich) setzen auch der EAD und das Klinikum Darmstadt Elek trofahrzeuge ein. 2 Elektrobusse im Praxistest Zahlen, Daten, Fakten Emissionsquelle Treibstoff 5 1 kg Erdgas = 1,5 Liter Benzin 17 Abb. 3.1 – Firmenfahrzeuge der Darmstädter Stadtwirtschaft 20142015 92 113 606 590 84 125 600 564 Busse Nutzfahrzeuge (LKW, Transporter) Personenwagen Weitere Busse Nutzfahrzeuge (LKW, Transporter) Personenwagen Weitere – 2 % insgesamt 1.401 insgesamt 1.373 Personenwagen Weitere Diesel Benzin Erdgas Gesamt 3 Abb. 3.2 – Treibstoffverbrauch nach Fahrzeugart in 2015 (in Tsd. Liter) BusseNutzfahrzeuge 2.972134 40 682 508 1.399 90 96 1.213 5,06 Mio. Liter Gesamtverbrauch – ca. 217 Tsd. Liter 2,2 % Weitere 53,2 % HEAG mobilo 2,1 % Weitere 59,2 % HEAG mobilo Abb. 4 – Treibstoffverbrauch nach Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft 20152014 15,1 % EAD 29,5 % ENTEGA 17,5 % EAD 21,2 % ENTEGA 18 Für den Treibstoffverbrauch des Fuhrparks der Darmstädter Stadtwirtschaft ergeben sich Emissionen von 12.874 Tonnen CO 2 in 2015 (Vj.: –554 t). Durch die weitere kontinuierliche Ersatzbe- schaffung von energieeffizienteren Fahrzeu- gen sollen die THG-Emissionen langfristig reduziert werden. So sollen neue Montage- fahrzeuge nach Möglichkeit mit Erdgas oder Abb. 5.1 – CO 2-Emissionen in Tonnen nach Fahrzeugart 20142015 1.071 7.214 3.403 1.741 9 7.678 3.508 1.679 Busse Weitere Nutzfahrzeuge Personen- wagen Weitere Elektroantrieb ausgestattet und die Nutz- fahrzeugflotte regelmäßig auf Erneuerungs- bedarf hin überprüft werden. Im Bereich des ÖPNV soll die Einführung von Elektro- bussen weiter vorangetrieben werden. Der Anteil an Elektrofahrzeugen am Fuhrparkbe- stand soll kontinuierlich ausgebaut werden. Personen- wagen Busse – 4,13 % insgesamt 13.428 insgesamt 12.874 2014 2015 12.682 482 264 13.428 Diesel Benzin Erdgas Gesamt 12.133 236 505 12.874 Abb. 5.2 – CO2-Emissionen in Tonnen nach Treibstoffart – 4,13 % Zahlen, Daten, Fakten Nutzfahrzeuge 19 Der Energieverbrauch6 durch Energieerzeu- gung vor Ort (stationäre Verbrennung) be- trägt in 2015 in der Darmstädter Stadtwirt- schaft 422.808 MWh. Dominiert wird der Energieverbrauch von den Erzeugungsan- lagen der ENTEGA AG, im Besonderen von der Beteiligung am Gaskraftwerk Irsching, auf die in 2015 allein ca. 35 Prozent des Erdgasverbrauchs der ENTEGA AG zurück- gehen. Im Vergleich zu 2014 ist der Energie- verbrauch um 20 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg liegt im Wesentlichen in der höhe- Ressourcenschonende Nachhaltigkeit durch ausgefeilte Gebäudetechnik Dem darmstadtium wurde Nachhaltigkeit durch architektonische Raffinessen in die Wiege gelegt. Die Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt, Fachbereich „Architektur, Entwerfen und Energieeffizientes Bauen“, war richtungsweisend bei der Entwicklung und Entste- hung des Energiekonzepts. Das darmstadtium wird überwiegend durch interne Wärme- quellen beheizt, wichtiger Bestandteil ist der Biomasse-Heizkessel. Als Brennstoff dienen Holzhackschnitzel aus der Region, sodass auch der CO 2-Ausstoß des Transports die Umwelt nicht unnötig belastet. Die Dachflächen sind mit über 400 Solarmodulen ausgestattet. Die Photovoltaikanlage hat eine Leistungskapazität von 72 kW – rund 70.000 Kilowattstunden pro Jahr. Das vermeidet circa 33 Tonnen CO 2-Ausstoß pro Jahr. Und damit es andererseits im Sommer nicht zu warm wird, sind die Fassaden aus Spezialglas. Die Calla, die trichterförmige Blüte aus Glas und Stahl im Atrium, wird gleich zweifach ressourcenschonend genutzt – zur Regenwassersammlung und zum Ansaugen der Luft. Daraus resultieren Wärmerückgewinnung aus der Abluft, Kühlung der Zuluft durch Ver- dunstung des gesammelten Regenwassers und dessen Nutzung für die sanitären Einrich- tungen sowie die Berieselung der Grünanlagen. Auch in den Verwaltungs- und Veranstal- tungsräumen wurde bei Bau und Einrichtung auf Nachhaltigkeit geachtet. Als Material für den Fußboden wurde Bambusparkett ausgewählt, denn dabei handelt es sich nicht nur um einen stabilen, sondern zudem um einen schnell nachwachsenden Rohstoff. Nachhaltigkeit par excellence! 70.000 Kilowattstunden ren Auslastung des Gaskraftwerks Irsching begründet. Im Vergleich zu 2012 wurden die CO 2-Emissionen insgesamt um 57 Prozent reduziert. Dies liegt im Besonderen in der nahezu vollständigen, unternehmensüber- greifenden Umstellung auf klimaneutrales Erdgas, nach Berücksichtigung der damit verbundenen Kompensationsmaßnahmen, begründet. Emissionsquelle stationäre Verbrennung 6 siehe Umrechnungsfaktoren im Anhang +20 % 20 2014 2015 +20 % 81.919 33.219 315.751 71.765 35.292 Biogas WeitereErdgas 2014 2015 Abb. 6 – Energieverbrauch in MWh durch stationäre Verbrennung (links) und induzierte CO2-Emissionen in Tonnen (rechts) Zahlen, Daten, Fakten Ohne Berücksichtigung des Verbrauchs durch stationäre Verbrennung in der Pro- duktion ist der Energieverbrauch um 10 Prozent gesunken. Hauptenergieträger bei der stationären Verbrennung ist Erdgas. Weitere Energieträger für die stationäre Verbrennung sind unter anderem leichtes Heizöl und Biogas. Hauptverbraucher ist aufgrund des Einsatzes von fossilen Energieträgern in Erzeugungs- anlagen die ENTEGA AG, gefolgt von der Klinikum Darmstadt GmbH, die klimaneut- rales Erdgas zur umweltfreundlichen Ener- gieversorgung mittels Blockheizkraftwerken (Standort Stadtmitte) nutzt, und dem Eigen- betrieb IDA. Durch die stationäre Verbrennung entste- hen CO 2-Emissionen von insgesamt 49.362 Tonnen (ohne Berücksichtigung der induzierten Emissionen durch die stationäre Verbrennung in der Produktion: 479 Tonnen). Um die CO 2-Emissionen mittel- bis lang- fristig zu reduzieren, sollen weitere Effi- zienzverbesserungsmöglichkeiten in den betrieblichen Abläufen geprüft werden. Darüber hinaus sind die Energiekonzepte der Unternehmen sowie die Möglichkeit der Umstellung von fossilen auf regenerative Energieträger regelmäßig zu überprüfen. 352.097 422.808 236.959 Gesamt 34.989 49.362 46.62932.263 2.707 2.717 18 16 Die Darmstädter Stadtwirtschaft bezieht ihren Strom nahezu ausschließlich von der ENTEGA Energie GmbH. Insgesamt beläuft sich der Stromverbrauch der wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirt- schaft auf 72.570 MWh, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang des Stromverbrauchs von 2,6 Prozent. Die Unternehmen be- ziehen nahezu ausschließlich Ökostrom. Daher fallen, unter Berücksichtigung des Betrachtungswinkels (Fokussierung auf Scope 1 und 2), keine CO 2-Emissionen an. Der Stromverbrauch nach Unternehmen stellt sich wie folgt dar: 100% Ökostrom 21 Abb. 7 – Stromverbrauch in MWh 2014 2015 3.304 31.876 4.910 Um den Stromverbrauch mittel- bis lang- fristig weiter zu reduzieren, sollen zusätz- liche Energieeinsparmöglichkeiten zum Beispiel im Bereich IT oder Gebäudetech- nik geprüft werden. Darüber hinaus sollten die Hauptstromverbraucher in den Unter- nehmen identifiziert und energieeffizient modernisiert werden. Emissionsquelle Stromverbrauch 8.588 9.199 14.693 72.570 3.209 34.012 5.534 7.164 8.784 15.816 74.519 ■ ENTEGA ■ HEAG mobilo ■ IDA ■ Klinikum Darmstadt ■ Sparkasse Darmstadt ■ Weitere – 2,6 % 44 Mio. Zahlen, Daten, Fakten 22 900 Die HEAG mobilo GmbH befördert mit ihren Bussen und Straßenbahnen jährlich ca. 44 Mio. Fahrgäste. Diese legen dabei ca. 162 Mio. Kilometer zurück und leisten damit einen maß- geblichen Beitrag zum Klimaschutz in Darmstadt und der Region. Denn im Vergleich emittieren Nutzer des ÖPNV ca. 50 Prozent weniger CO 2 als Autofahrer. Insgesamt werden damit durch die Nutzer des ÖPNV ca. 10.000 Tonnen CO 2 eingespart. Das entspricht den jährlichen CO2-Emissi- onen von ca. 900 Personen. Fahrgäste pro Jahr 50 % 23 Von den wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft sind acht Unternehmen ganz oder teilweise an das kommunale Fernwärmenetz angeschlossen: W Darmstadt Marketing GmbH W Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) W Eigenbetrieb Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (IDA) W Eigenbetrieb Kulturinstitute der Wissen- schaftsstadt Darmstadt W ENTEGA AG und Tochtergesellschaften W Klinikum Darmstadt GmbH W Sparkasse Darmstadt W Wissenschafts- und Kongresszentrum Darmstadt GmbH & Co. KG (WKD) Der Energieverbrauch durch Fernwärme- nutzung der Darmstädter Stadtwirtschaft Emissionsquelle Fernwärmenutzung beläuft sich auf insgesamt 31.105 MWh in 2015. Im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 15 Prozent. Der Energiever- brauch durch Fernwärmenutzung korreliert in hohem Maße mit der durchschnittlichen Außentemperatur. Je kälter der Winter, umso höher der Bedarf an Energie und damit auch die CO 2-Emissionen. Um den Energieverbrauch bzw. die in- duzierten CO2-Emissionen mittel- bis langfristig zu reduzieren, sollen weitere Effizienzverbesserungsmöglichkeiten in den betrieblichen Abläufen geprüft werden. Darüber hinaus sollte von Unternehmens- seite eine Prioritätenliste in Bezug auf die weitere energetische Sanierung von Be- standsgebäuden aufgestellt werden. Die Abnahmemenge der Darmstädter Stadtwirtschaft verteilt sich wie folgt: Umweltfreundliche Fernwärme Fernwärme in den Darmstädter Satzungsgebieten zeich- net sich durch ihre Umweltfreundlichkeit aus. So wird für Arheilgen/Kranichstein und Eberstadt ein Wärmeanteil von ca. 40 Prozent in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit Biomethan erzeugt. Das Biomethan stammt hierfür überwiegend aus Biogasanlagen der ENTEGA AG. Die Primärenergiefaktoren der Fernwärme liegen bei 0,47 in Eberstadt und 0,63 in Arheilgen/Kranichstein. Somit wird für die Wärmeerzeugung nur ungefähr die Hälfte der Primärenergie im Vergleich zu einem fossil betriebenen Heizwerk benötigt. Gleiches gilt für die CO 2- Emissionen. Im Fernwärmenetz Darmstadt-Nord wird hauptsächlich die Abwärme aus dem Müllheizkraftwerk genutzt. Hier liegt der Primärenergiefaktor im Bereich von 0. Zudem erfüllt die ENTEGA AG in allen Satzungsgebieten die Anforderungen des EEWärmeG an Fernwärme als Ersatzmaßnahme. 50 % weniger Primär - energie und CO 2 24 Abb. 8.1 – Energieverbrauch in MWh durch Fernwärmenutzung 2014 2015 + 15 %27.032 2.334 3.023 14.817 6.859 31.105 2.586 4.376 16.869 7.274 2014 6.045 t 2015 6.955 t + 15 % ■ IDA ■ ENTEGA ■ Klinikum Darmstadt ■ Weitere Abb. 8.2 – Durch Fernwärmenutzung induzierte CO2-Emissionen in Tonnen 334.616 m 3 Zahlen, Daten, Fakten 25 334.616 m 3 Neben den vorgenannten Emissionsquel- len ist auch der Wasserverbrauch eine Kennzahl der Klimaberichterstattung. Die Unternehmen der Stadtwirtschaft ver- brauchen insgesamt 334.616 m 3 Wasser (Vj.: 283.827 m3). Die Verteilung des Gesamtwasserverbrauchs in der Stadtwirt- schaft stellt sich wie folgt dar: Wasserverbrauch Abb. 9 – Gesamtwasserverbrauch in m3 2014 2015 24.537 64.384 79.639 94.964 ■ IDA ■ Klinikum Darmstadt ■ ENTEGA ■ EAD ■ Weitere Wasserverbrauch 20.218 283.742 29.057 61.907 86.474 134.450 22.728 334.616 +18 % 26 Im Rahmen des Klimaberichts wurden fol- gende Emissionsquellen der Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft analysiert: W Treibstoffverbrauch Fuhrpark W Stationäre Verbrennung W Stromverbrauch W Fernwärmenutzung Ergänzt wird die Aufstellung um die Netz- verluste der ENTEGA AG, die durch die Verteilung von Fernwärme und Strom an die Verbraucher anfallen. Insgesamt emittierte die Darmstädter Stadtwirtschaft 61.191 Tonnen CO 2 ohne die Berücksichtigung der Netzverluste und 122.538 Tonnen CO 2 unter Berücksichti- gung dieser. Die Verteilung auf die Emis- sionsquellen stellt sich wie folgt dar: 7 Zusammenfassung Zahlen, Daten, Fakten Abb. 10.1 – CO2-Emissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft in Tonnen mit Netzverlusten ■ Netzverluste ■ Fernwärme ■ Stationäre Verbrennung ■ Treibstoff 20122013 10.5047.073 154.286 11.531 insgesamt 183.394 t 63.557 7.655 105.172 11.247 insgesamt 187.630 t + 2 % 20142015 59.338 6.045 34.989 13.428 insgesamt 113.800 t 53.347 6.955 49.362 12.874 insgesamt 122.538 t + 7 % – 39 % 27 Unter Berücksichtigung der Netzverluste sind die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2014 um 7 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu 2012 sind die Emissionen um 33,2 Pro- zent gesunken. Ohne Berücksichtigung der Netzverluste sind die Emissionen in 2015 um 26 Pro- zent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Durch die nahezu vollständige Umstellung auf klimaneutrales Erdgas sind die Emissi- onen nach Berücksichtigung der damit ver- bundenen Kompensationsmaßnahmen im Vergleich zu 2012 um 60 Prozent gesunken. Um die CO 2-Emissionen der Unternehmen der Stadtwirtschaft mittel- bis langfristig zu reduzieren, sollen die kontinuierliche Ersatzbeschaffung von energieeffizienteren Fahrzeugen und die Erhöhung des Anteils an Elektrofahrzeugen im Fuhrpark sowie die För- derung des Fahrradverkehrs geprüft werden. Darüber hinaus sollen in den betrieblichen Abläufen mögliche weitere Effizienzver- besserungsmöglichkeiten identifiziert und umgesetzt werden. Durch die kontinuierli- che Umstellung von fossilen auf regenera- tive Energieträger und die Analyse weiterer Energieeinsparmöglichkeiten zum Beispiel im Bereich IT oder Gebäudetechnik sollen die C0 2-Emissionen weiter gesenkt werden. 7 Abweichungen bei den Zahlen für 2012 und 2013 ergeben sich aufgrund von Korrekturmeldungen seitens der Unter- nehmen. ■ Fernwärme ■ Stationäre Verbrennung ■ Treibstoff 20122013 insgesamt 172.890 t insgesamt 124.073 t – 28 % Abb. 10.2 – CO2-Emissionen der Darmstädter Stadtwirtschaft in Tonnen ohne Netzverluste 20142015 insgesamt 54.462 t insgesamt 69.191 t +26 % – 56 % 7.655 105.172 11.247 7.073 154.286 11.531 6.045 34.989 13.428 6.955 49.362 12.874 Public Value Mehrwert für Darmstadt Public Value 28 Public Value 29 Public Value 30 Für die Erfüllung von öffentlichen Aufga- ben und für die kommunale und regionale Entwicklung besitzt die Stadtwirtschaft eine hohe gesellschaftspolitische und stra- tegische Bedeutung. Die Stakeholder der kommunalen Unternehmen stellen neben Kapital- und Humanressourcen, Infor- mationen und Wissen, Vorleistungen und Naturkapital auch Vertrauen zur Verfügung. Gerade die Ressource Vertrauen ist es, die im Fokus des Public Value steht. Als wesentliche Werttreiber für den Pub- lic Value können neben der ökologischen Nachhaltigkeit, die bereits im vorangegan- genen Kapitel beschrieben wurde, folgende weitere Komponenten genannt werden: W lokale und regionale Wertschöpfung W gesellschaftliches Engagement W Einbezug der Öffentlichkeit W Förderung der Gründungsregion In den folgenden Kapiteln werden diese Werttreiber beschrieben und, wenn mög- lich, quantifiziert. Lokale und regionale Wertschöpfung Für die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Region haben die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft eine besonde- re Bedeutung. Um den Nutzen für die loka- le und regionale Wirtschaft zu beschreiben und zu messen, wurde im Rahmen des 31 Klimaberichts auch die lokale und regiona- le Wertschöpfung8,9 unter Berücksichtigung folgender Positionen berechnet: W Personalaufwand (exkl. Lohnsteuer) W Aufwendungen für bezogene Leistungen W Sonstige betriebliche Aufwendungen W Investitionen in Sachanlagen W Steuern – Kapitalertragsteuer – Gewerbesteuer – Lohnsteuer – Umsatzsteuer W Dividende In Bezug auf die Steuerarten wurden für die Wertschöpfung unterschiedliche Anteile an der Gesamtposition berücksichtigt. 10 Bei den weiteren Positionen wurden die lokalen und regionalen Anteile an der Gesamtposi- tion unternehmensspezifisch ermittelt. Für die Darmstädter Stadtwirtschaft er- gibt sich durch Aggregation der Daten eine Wertschöpfung von 859.956 TEUR für 2015. Werttreiber für die lokale und regio- nale Wertschöpfung ist im Besonderen der Personalaufwand (u. a. Löhne und Gehälter). Dieser trägt knapp 50 Prozent zur Wert- schöpfung bei. In Bezug auf die gesamte lokale und regionale Wertschöpfung der Darmstädter Stadtwirtschaft steuert die ENTEGA AG mit 25,1 Prozent den größten Anteil bei. Gefolgt von der Klinikum Darmstadt GmbH (20,1 %), der HEAG mobilo (20,1 %), der bauverein AG (18,1 %), dem Eigenbetrieb IDA (6,6 %), und dem EAD (4,9 %). Auf die weiteren Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft entfallen 5,1 Prozent der lokalen und regionalen Wertschöpfung. Für die Erhöhung der Wertschöpfung ist, unter Beachtung des Vergaberechts, der Anteil an Auftragsvergaben an die lokale und regionale Wirtschaft weiter auszubauen sowie Investitionen in der Region gegenüber Investitionen außerhalb der Region zu bevor- zugen. Neben zusätzlichen Aufträgen und gegebenenfalls dem Wechsel von Lieferan- ten kann dies auch durch die Ansiedlung von Niederlassungen der Lieferanten in der Region erfolgen. Auch durch die Neueinstel- lung von Personal ist eine Steigerung der Wertschöpfung möglich (bei entsprechender betrieblicher Notwendigkeit). Ausgelagerte Unternehmensaufgaben sollten vor diesem Hintergrund geprüft werden. Abb. 11 – Lokale und regionale Wertschöpfung nach Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft 18 Zur Berechnung der Wertschöpfung wird als Region fol- gendes Gebiet definiert: Die Region wird westlich begrenzt durch den Rhein, nördlich durch den Main, südlich durch den Neckar und im Osten durch die hessische Landesgren- ze. Darüber hinaus werden die Städte Frankfurt, Mainz, Wiesbaden und Aschaffenburg ebenfalls als Teil der Region im Sinne dieser Definition verstanden. 19 definiert als regionaler Cashflow 10 Kapitalertragsteuer: 12 %; Gewerbesteuer: 80 %; Lohnsteuer: 15 %; Umsatzsteuer: 2 % 5 % Weitere 25 % ENTEGA 5 % EAD 20 % Klinikum 7 % Kultur 18 % bauverein 20 % HEAG mobilo 8,6Mio. Euro Public Value Als gesellschaftliches Engagement wird im Sinne des Public Value das unternehme- rische Engagement für das Gemeinwohl verstanden. Die wesentlichen Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft engagie- ren sich regional durch Sponsoring und Spenden in den Bereichen Soziales, Kunst, Musik, Bildung, Geschichte und Sport. Neben den Zuwendungen wirkt das gesell- schaftliche Engagement der Darmstädter Stadtwirtschaft auch durch dafür errich- tete Organisationseinheiten, wie z. B. die ENTEGA Stiftung oder das ENTEGA NATURpur Institut. Ein weiterer gesellschaftlicher Beitrag liegt im Engagement für junge Menschen durch das Angebot von Ausbildungsplätzen. Die wesentlichen Unternehmen der Darmstäd- ter Stadtwirtschaft boten in 2015 in Sum- me 345 Ausbildungsplätze an. Gesellschaftliches Engagement 32 Auch das Angebot von Praktika, von Plät- zen im Rahmen dualer Studiengänge sowie die Unterstützung der Beschäftigten bezo- gen auf deren Weiterbildung und Gesund- heitsförderung gilt als gesellschaftliches Engagement. Begrünung im Fritz-Dächert-Weg Die bauverein AG unterstützt regelmäßig Projekte, die der Umwelt und dem Klimaschutz zugutekom- men. 2015 ließ das Unternehmen gemeinsam mit der Naturschutzorganisation BUND umfangreiche Begrü- nungsmaßnahmen im Fritz-Dächert-Weg durchführen. Ziel war es, durch die Anpflanzung von Sträuchern und (Obst-)Bäumen zur Artenvielfalt beizutragen (Biodiver- sität) und gleichzeitig die Wohnqualität zu verbessern. Darüber hinaus beteiligt sich das Unternehmen an Energiesparprojekten und führt energetische Sanierun- gen in großem Umfang durch. Über 8,6Mio. Euro 33 beträgt das Volumen an Spenden und Sponsoring der Darmstädter Stadtwirtschaft ENTEGA Stiftung Die ENTEGA Stiftung ist eine gemeinnützige rechtsfähige Stiftung bürgerli- chen Rechts mit Sitz in Darmstadt. Ihr Zweck ist die Förderung gemeinnüt- zigen bürgerschaftlichen Engagements, vor allem in der Region Rhein-Main- Neckar. Die ENTEGA Stiftung möchte einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Lebens- welt leisten. Dazu zählt insbesondere der dauerhafte, nachhaltige Schutz der Umwelt unter dem Gesichtspunkt der Erzeugung erneuerbarer Energie, der Energieeffizienz sowie entsprechender innovativer Energietechnik und Energieanwendung. Vor diesem Hintergrund hat es sich die ENTEGA Stiftung zur Aufgabe gemacht, Wissenschaft und Forschung im Hinblick auf den Umwelt- und Klimaschutz zu fördern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung des gemeinnützigen bürgerschaftlichen Engagements, welches das Zusam- menleben bereichert und identitätsstiftend für die Region ist. Dazu zählen Projekte und Veranstaltungen von Vereinen, Institutionen und Einrichtungen im Bereich der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, Kunst und Kultur, Sport, Bildung und Erziehung sowie die Förderung des Wohlfahrtswesens. Public Value 34 Mit dem Begriff des Public Value wird auch der Einbezug der Öffentlichkeit durch eine aktive Informationspolitik und Teilhabe an der Entwicklung des Unternehmens verbun- den. Dabei erstreckt sich der Begriff der Öffentlichkeit nicht nur auf die Kundinnen und Kunden der Unternehmen, sondern auch auf die mittelbaren Eigentümer des Unternehmens und damit bei kommuna- len Unternehmen auf die Bürgerinnen und Bürger. Die wesentlichen Unternehmen der Darm- städter Stadtwirtschaft nutzen u. a. folgen- de Medien zum Einbezug der Öffentlichkeit: W CSR- bzw. Nachhaltigkeitsberichterstat- tung, z. B. bauverein, ENTEGA, HEAG W Darmstädter Beteiligungsbericht W Kundenbeirat, z. B. bauverein, ENTEGA, HEAG mobilo, Klinikum W Stakeholderbeirat, z. B. ENTEGA W Stakeholderbefragung, z. B. bauverein, ENTEGA, HEAG mobilo W Mieterbefragung, z. B. bauverein W Beratungsangebote, z. B. ENTEGA (Energieberatung) W Bürgerbeteiligung, z.B. bauverein, ENTEGA W Veranstaltungen, z. B. Tag der Stadtwirt- schaft, HEAG-Symposium, Vortragsreihe „Energie für die Zukunft“ des ENTEGA NATURpur Instituts, EAD-Umwelt- und Fa- milientag, Werksgeländebesichtigungen, Tag der offenen Tür W Soziale Netzwerke W Fallstudien und Wettbewerbe, z.B. Darmstädter Impuls W Fahrsicherheitstraining der HEAG mobilo für Schülerinnen und Schüler sowie Seni- orinnen und Senioren Einbezug der Öffentlichkeit Darüber hinaus wird auch das Engagement von Beschäftigten im Rahmen von ge- meinnützigen gesellschaftlichen Aufgaben gefördert. Dies umfasst z. B. Vereinsarbeit, Bildungsaufgaben, soziale Projekte, kultu- relle Aktivitäten und politische Mandate. Dabei verdeutlicht die Wahrnehmung von Ehrenämtern durch Mitglieder der Orga- nisation die enge Bindung des Unterneh- mens mit der Region. Ergänzt wird der Einbezug der Öffentlich- keit seitens der Unternehmen der Darm- städter Stadtwirtschaft durch die Koopera- tion und die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und Institutionen in der Region. Die Unternehmen der Darmstädter Stadt- wirtschaft unterhalten u. a. Kooperationen (auch im Rahmen von Praktika oder Exkur- sionen) mit: W Technische Universität Darmstadt W Hochschule Darmstadt W Evangelische Hochschule Darmstadt W Forschungseinrichtungen (z. B. Fraunhofer) W Kulturinstitutionen (z. B. Staatstheater, Hessisches Landesmuseum) W Verbände (z. B. Industrie- und Handels- kammer Frankfurt am Main, Handwerks- kammer Rhein-Main) W Bürgerstiftungen W Organisationen der Zivilgesellschaft (z. B. CBF-Darmstadt e.V .) 35 Umwelt- und Familientag Einmal im Jahr präsentiert sich der EAD bei einem Umwelt- und Familientag. 2016 wurden bei der von den Darmstädter Bürgerinnen und Bürgern sehr gut besuch- ten Veranstaltung im Rahmen eines abwechslungsrei- chen Programms Elektro-PKW und E-Bikes aus dem eigenen Fuhrpark zum Thema nachhaltige Stadtmobilität vorgestellt. Ausgesuchte Live-Aktionen der Informati- onskampagne zur Bioabfalltrennung, beispielsweise die „Mülllinchen“-Handpuppenshow, zeigten den Gästen zudem, wie die optimale Entsorgung und Verwertung von Küchenabfällen funktioniert, um damit ökologische Ressourcenschonung, wertvolle Kompostherstellung und stabile Gebühren zu gewährleisten. Eine Quantifizierung der Effekte aus dem Einbezug der Öffentlichkeit ist nicht mög- lich. Dieser dient aber einer lokalen und regionalen Kundenbindung. Das Ziel der Darmstädter Stadtwirtschaft ist es, die Öffentlichkeit durch eine aktive Informationspolitik und Teilhabe an der Entwicklung der Unternehmen weiterhin einzubinden. Dazu wurde für die Bürgerin- nen und Bürger eine Informationsbroschü- re über die Produkte und Dienstleistungen der Darmstädter Stadtwirtschaft veröffent- licht. Ergänzt wird dieses Angebot um ein Internetportal: www.darmstadtimherzen.de Neugründungen aus regionalen Hochschu- len bzw. Ausgründungen aus der Unter- nehmensgruppe tragen zur regionalen Beschäftigung und Wertschöpfung bei. Darüber hinaus kann die Stadtwirtschaft auch durch die Förderung junger und nach- haltiger Unternehmen einen Beitrag zur Standortentwicklung leisten. Die Darmstädter Stadtwirtschaft hat für Unternehmensgründerinnen und -gründer sowie junge Unternehmen, die Anknüp- fungspunkte zu den Geschäftsfeldern der Stadtwirtschaft haben, u. a. folgende Angebote: W Rechts- sowie Marketing- und Kommuni- kationsberatung in Kooperation mit Darmstädter Unternehmen W Vorträge für Gründerinnen und Gründer W Beteiligung bzw. Ausrichtung von Ideen-/ Gründerwettbewerben W Beratung als Mentor von Gründerinnen und Gründern W Mitwirkung in Gründernetzwerken, z. B. HIGHEST der Technischen Universität Darmstadt W Schaffung des Zugangs zu Netzwerken in der Stadtwirtschaft über die HEAG W Kontaktpflege zu Gründungsförderern, insbesondere zur kommunalen Wirt- schaftsförderung und IHK W Bereitstellung von Räumlichkeiten, techni- scher Infrastruktur und weiteren Sachleis- tungen in der Stadtwirtschaft Im Rahmen der Gründungsförderung un- terstützt die HEAG das Gründungsnetzwerk HIGHEST (Home of Innovation, GrowtH, EntrepreneurShip and Technology Manage- ment) der Technischen Universität Darm- stadt (TUD). Damit werden einerseits die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der TUD, andererseits die Innovationskraft der Darmstädter Stadtwirtschaft gefördert. Förderung der Gründungsregion 36 Darüber hinaus hat die HEAG im Rahmen ihres Engagements ein Onlineangebot ge- schaffen, das Gründungsinteressierten bei Fragen zur Ideenentwicklung und Business- planung, Konzeption, Realisierung oder Früh entwicklung eines jungen Unterneh- mens weiterhilft. Außerdem bieten die Unternehmen der Darmstädter Stadtwirtschaft Praktika für Studentinnen und Studenten, die Betreu- ung von Abschlussarbeiten und weitere Kooperationen bei regionalen Forschungs- projekten an. So fördert z. B. das ENTEGA NATURpur Institut die Stiftungsprofessur für Angewandte Geothermie an der Techni- schen Universität Darmstadt. Ziel der Darmstädter Stadtwirtschaft ist, die Gründungsregion Darmstadt zu stär- ken. Dies kann sowohl durch die finanzielle bzw. gesellschaftsrechtliche Beteiligung an jungen Unternehmen oder die Unter- stützung (finanziell oder durch Know-how) von entsprechenden Gründernetzwerken erfolgen. Ein besonderer Fokus soll auf der Förder ung von jungen Unternehmen liegen, die nachhaltige Produkte und Dienstleis- tungen anbieten oder durch deren Produk- te und Dienstleistungen die Nachhaltigkeit in Stadt und Region gefördert wird. Public Value 37 Mit dem HEAG Gründercoaching und Mentoring unterstützt die HEAG Grün- derinnen und Gründer und stärkt die Gründungskultur in Darmstadt und der Region. Im Rahmen einer Kooperation mit dem HIGHEST-Gründungszentrum der TU Darmstadt stellt die HEAG inte- ressierten Gründerinnen und Gründern einen Zugang zum Netzwerk der Darm- städter Stadtwirtschaft zur Verfügung. Darüber hinaus hat die HEAG auf ihrer Homepage (www.heag.de) weitere Infor- mationen zum Thema Unternehmens- gründung gesammelt. Für interessierte Gründerinnen und Gründer besteht auch die Möglichkeit, direkt mit der HEAG Kontakt aufzunehmen und einen Termin für ein persönliches Beratungs- gespräch zu vereinbaren. Ziel eines solchen Beratungsgesprächs kann u. a. die Plausibilisierung des Businessplans aus unternehmerischer Sicht oder die Unterstützung in wirtschaftlichen oder rechtlichen Fragen sein. 38 Klimabericht DEFRA- Faktor11 Einheit Scope Position Einheit Energieverbrauch durch stationäre Verbrennung Leichtes Heizöl kWh 0,24657 kg CO2e/kWh Scope 1 Benzin kWh 0,23299 kg CO2e/kWh Scope 1 Diesel kWh 0,24435 kg CO2e/kWh Scope 1 Flüssiggas kWh 0,21468 kg CO2e/kWh Scope 1 Erdgas kWh 0,18445 kg CO2e/kWh Scope 1 Schweres Heizöl kWh 0,26798 kg CO2e/kWh Scope 1 Erdgaskonzentrat kWh 0,18445 kg CO2e/kWh Scope 1 Biodiesel kWh 0,6 kg CO2e/GJ Scope 1 Biogas kWh 0,00022 kg CO2e/kWh Scope 1 Klärgas kWh 0,11471 kg CO2e/GJ Scope 1 Holz und Holzschnitzel kWh 0,0132 kg CO2e/kWh Scope 1 Pellets kWh 0,0132 kg CO2e/kWh Scope 1 Treibstoffverbrauch Diesel l 2,5839 kg CO2e/l Scope 1 Benzin l 2,1944 kg CO2e/l Scope 1 Flüssiggas kg 2942,640519 kg CO2e/t Scope 1 Erdgas kg 2726,05077 kg CO2e/t Scope 1 Biodiesel l 0,01976 kg CO2e/l Scope 1 Strom12 kWh 522 g CO2/kWh Scope 2 Sonstige Stromverbrauch (Graustrom)12 kWh 522 g CO2/kWh Scope 2 Stromverbrauch (Ökostrom) kWh 0 g CO2/kWh Scope 2 Fernwärme kWh 0,223608 kg CO2e/kWh Scope 2 11 DEFRA – Department for Environment Food & Rural Affair – UK 12 Angaben zum Stromverbrauch basieren auf den Annahmen des bundesdeutschen Strommix Umrechnungsfaktoren Anhang 39 Impressum Herausgeber HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) Im Carree 1, 64283 Darmstadt Der Klimabericht der Darmstädter Stadtwirt- schaft für das Berichtsjahr 2015 ist CO 2-neu- tral auf Recyclingpapier gedruckt, ermöglicht durch die ENTEGA. HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) Im Carree 1 64283 Darmstadt www.heag.de Wissenschaftsstadt Darmstadt Luisenplatz 5 A 64283 Darmstadt www.darmstadt.de
Beratungsverlauf (4)
Orte (3)
- Fritz-Dächert-Weg
- Im Carree 1
- Luisenplatz 5a
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2017/0039
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 09.02.2017
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00