Regionales Übergangsmanagement in der Region Bonn / Rhein-Sieg – Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf NRW (KAoA)“ – Bericht zur Umsetzung, Stand Dezember 2019
Mitteilungsvorlage 191191 vom 20.01.2020
Stand: Am 10.03.2020 im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie zur Kenntnis genommen.
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Mitteilungsvorlage öffentlich 191191 —— Regionales Übergangsmanagement in der Region Bonn / Rhein-Sieg – Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf NRW (KAoA)“ – Bericht zur Umsetzung, Stand Dezember 2019 Beratungsfolge Schulausschuss 04.02.2020 Kenntnisnahme Ausschuss für Wirtschaft und Arbeitsförderung 26.02.2020 Kenntnisnahme Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 10.03.2020 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Stadt Bonn nimmt seit dem Jahr 2012 am Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf NRW (KAoA)“ teil. Darin wird die seit dem Jahr 2008 erfolgreich etablierte Zusammenarbeit mit dem Rhein-Sieg-Kreis im Themenfeld „Regionales Übergangsmanagement Bonn/Rhein-Sieg“ fortgesetzt und intensiviert. Das regionale Netzwerk pflegt in seinen beiden Arbeitsebenen in Strategiegruppe und Regionalem Steuerungsgremium eine zielorientierte und über mehr als 10 Jahre stabile, gewachsene vertrauensvolle Zusammenarbeit. Für die Landesinitiative KAoA liegt eine Finanzierungszusage des Landes im bisherigen Umfang bis 31.12.2020 sowie die Absichtserklärung zur Weiterfinanzierung für 2021 vor. Anlage/n 1 Bericht über Landesvorhaben KAoA (öffentlich) Federführung: 40 Schulamt Dezernat: Dez. V Seite 1 von 12 Bericht zur Umsetzung der Landesinitiative KAoA in der Bundesstadt Bonn Stand: Dezember 2019 Seite 2 von 12 Regionales Bildungsbüro Kommunale Koordinierung KAoA Seite 1 von 10 1. Grundstruktur des Landesprogramms Aufbauend auf dem im Jahr 2008 zwischen der Stadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis sowie bedeuten- den Akteuren der Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung1 geschlossenen Vertrag zum „Regionalen Übergangsmanagement Schule-Beruf“ hat sich die Stadt Bonn zusammen mit dem Rhein-Sieg-Kreis im Jahr 2012 der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ angeschlossen. Die Umsetzung des landesweiten, verbindlichen Übergangssystems erfolgt in vier Handlungsfeldern: Ausbau und Systematisierung der Beruflichen Orientierung an Schulen Systematisierung des Übergangs von der Schule in den Beruf und/oder das Studium Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung Kommunale Koordinierung des Übergangssystems Schule-Beruf Ziel ist es, mithilfe einer systematischen und geschlechtersensiblen Beruflichen Orientierung, Jugend- liche darin zu unterstützen, reflektierte Berufs- und Studienwahlentscheidungen zu treffen und rea- listische Ausbildungsperspektiven zu entwickeln. Dazu wurden sogenannte Standardelemente der Beruflichen Orientierung entwickelt, die seit dem Schuljahr 2013/2014 beginnend ab der Klasse 8 von allen städtischen weiterführenden Schulen umgesetzt werden. Teilnehmende Schulen Seit dem Schuljahr 2016/2017 nehmen alle öffentlichen allgemeinbildenden Schulen verpflichtend am Landesvorhaben teil. Schulen in privater Trägerschaft können sich dem Programm auf Antrag anschließen. Zu den derzeit 36 teilnehmenden Schulen zählen alle 28 städtischen allgemeinbildenden Schulen, vier Berufskollegs sowie drei Schulen in privater Trägerschaft und eine Schule in der Träger- schaft des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Da Schulen in privater Trägerschaft nicht zur Teilnahme verpflichtet werden können, wird trotz einer insgesamt breiten Beteiligung ein relativ großer Teil insbesondere der Bonner Gymnasialschülerinnen und -schülern nicht erreicht: Sieben von neun privaten Gymnasien nehmen nicht an KAoA teil. Steuerungsstruktur Die bereits im Rahmen des „Regionalen Übergangsmanagements Schule-Beruf“ geschaffene Institu- tionenübergreifende Verantwortungsgemeinschaft der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises wird mit der Umsetzung der Landesinitiative weiter ausgebaut. Kernelement ist das zweimal jährlich ta- gende Regionale Steuerungsgremium sowie eine daraus gebildete kleinere Strategiegruppe. Kontinu- ierliche Abstimmungskontakte auf den Arbeits- und Leitungsebenen garantieren eine im regionalen Konsens stattfindende Umsetzung von KAoA. Seit Juni 2018 ist die Stabstelle Integration im Steue- rungsgremium vertreten und seit 2019 nehmen auch die KAoA Regionalkoordinatoren teil. Eine Übersicht aller beteiligten Institutionen ist dem Bericht beigefügt. 1 IHK Bonn/Rhein-Sieg, Handwerkskammer zu Köln, Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, Jobcenter Bonn, Jobcenter Rhein- Sieg, Deutscher Gewerkschaftsbund Seite 3 von 12 Regionales Bildungsbüro Kommunale Koordinierung KAoA Seite 2 von 10 2. Standardelemente der Beruflichen Orientierung Potenzialanalyse Die Potenzialanalyse ist der erste Baustein im schulischen Prozess der Beruflichen Orientierung. Sie ist ein eintägiges stärken- und handlungsorientiertes Testverfahren in der Klasse 8, das schulische Basiskompetenzen sowie methodische, personale und soziale Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schü- lerinnen und Schüler im Hinblick auf die Lebens- und Arbeitswelt ermittelt. Seit Beginn des Schuljah- res 2018/2019 haben Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem Förderbedarf die Möglichkeit, an einem zweitägigen Testverfahren teilzunehmen. Um die Qualität der Potenzialanalysen sicherzustel- len, wird jeweils zum Ende jedes Schuljahres neben der flächendeckenden Evaluation von Seiten des Landes ein regionales Auswertungsgespräch mit den beteiligten Bildungsträgern und Vertretern aller Schulformen geführt. Im laufenden Schuljahr nehmen in Bonn rund 2750 Schülerinnen und Schüler teil. Die Potenzialanalyse wird zu 100% aus Landesmitteln mit Unterstützung aus dem Europäischen Sozi- alfonds finanziert. Im Rahmen eines zentralen Vergabeverfahrens durch die Landes- Gewerbeförderungsstelle des NRW Handwerks e.V. (LGH) wurden für die Schuljahre 2019/2020 bis 2022/2023 zwei regionale Bildungsträger mit der Durchführung der Potenzialanalysen an Bonner Schulen beauftragt. Berufsfelderkundungen Aufbauend auf den Ergebnissen der Potenzialanalyse erhalten die Schülerinnen und Schüler der Klas- se 8 die Möglichkeit, im Rahmen von drei ganztägigen Betrieblichen Berufsfelderkundungen in Unter- nehmen oder bei öffentlichen Arbeitgebern drei Berufsfelder praxisnah kennenzulernen, um eine realistische Vorstellung von den Anforderungen im Betriebspraktikum, in der Ausbildung und im Be- rufsleben zu entwickeln. Zur Vermittlung der Berufsfelderkundungsplätze wurde ein regionales Bu- chungsportal für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis entwickelt, welches im Schuljahr 2018/2019 insge- samt 645 Unternehmen und Institutionen sowie 2.180 Schülerinnen und Schüler registrierte: https://berufsorientierung-bonn-rhein-sieg.ontavio.de/login.php. Seite 4 von 12 Regionales Bildungsbüro Kommunale Koordinierung KAoA Seite 3 von 10 Die Stadt Bonn hat im Schuljahr 2018/2019 Berufsfelderkundungsplätze in sechs verschiedenen Aus- bildungsberufen angeboten. Die betrieblichen Angebote werden durch eintägige Trägergestützte Berufsfelderkundungen in Werk- stätten überbetrieblicher Berufsbildungsstätten ergänzt. Im Schuljahr 2018/2019 wurden in der Re- gion Bonn/Rhein-Sieg acht verschiedene Kurse in sechs Berufsfeldern angeboten. 153 Schülerinnen und Schüler haben daran teilgenommen. Betriebspraktika Über ein in der Regel zwei bis dreiwöchiges verbindlich durchgeführtes Betriebspraktikum in der Klasse 9 oder 10 lernen die Schülerinnen und Schüler die Berufswelt über einen längeren Zeitraum anhand von definierten Aufgaben unmittelbar kennen. Neben den Vermittlungsangeboten der Kam- mern werden Praktikumsplätze auch über das Regionale Berufsfelderkundungsportal angeboten. Praxiskurse Schülerinnen und Schüler, die sich in einem Berufsfeld zusätzlich praktisch erproben möchten, kön- nen in der Jahrgangsstufe 9 und 10 an Praxiskursen teilnehmen. Diese Praxiskurse vermitteln vertie- fende Einblicke in einzelne Berufsfelder bzw. berufliche Tätigkeiten. Sie finden in Gruppen von 8-15 Schülerinnen und Schülern bei ausgewählten Bildungsträgern statt. Im Schuljahr 2018/2019 wurden in der Region elf verschiedene Kurse in acht Berufsfeldern angeboten. 171 Schülerinnen und Schüler haben an den Kursen teilgenommen. Langzeitpraktikum Ergänzend zum Betriebspraktikum und zu den Praxiskursen bietet das Langzeitpraktikum ausgewähl- ten Schülerinnen und Schüler im letzten Pflichtschuljahr die Möglichkeit, bei fachli- chem und individuellem Unterstützungsbedarf einen direkten Übergang von der Schule in eine Aus- bildung zu erreichen. In Form eines freiwilligen Praxistages pro Woche erhalten die Schülerinnen und Schüler tiefgehende Einblicke in ein Berufsfeld und die Chance, einen guten Kontakt zu einem Ausbil- dungsbetrieb zu knüpfen. Das Langzeitpraktikum wird derzeit an einer Hauptschule, einer Gesamt- schule und zwei Förderschulen umgesetzt. Studienorientierung Durch die Berufliche Orientierung in der Sekundarstufe II lernen die Schülerinnen und Schüler mit dem Ziel der Hochschulreife, akademische berufliche Tätigkeiten sowie die dafür notwendigen bzw. möglichen Studienfächer exemplarisch und praxisnah kennen. Seit September 2018 stellt das Land in einem Online Portal, dem „Sek II-Tool“, umfangreiche Workshop-Materialien für die schulische Be- rufliche Orientierung zur Verfügung. Zu den weiteren Angeboten zählen Informationsveranstaltun- gen und außerschulische Lernangebote der Hochschulen, Kooperationen von Schulen und Hochschu- len zu bestimmten Fachthemen, Beratungsangebote der Studienberatungsstellen der Hochschulen und der Arbeitsagenturen sowie die Bereitstellung von Online-Self-Assessment-Tools. Seite 5 von 12 Regionales Bildungsbüro Kommunale Koordinierung KAoA Seite 4 von 10 Hierzu gehören beispielsweise der Studycheck der NRW Hochschulen sowie das Selbsterkun- dungstool der Agentur für Arbeit. Die Hochschulen der Region sind Mitglieder des Regionalen Steuerungsgremiums und damit kontinu- ierlich an der Weiterentwicklung und Umsetzung des Standardelements beteiligt. Die im Schuljahr 2017/2018 erstmals erschienene Broschüre mit allen regionalen Angeboten zur Be- ruflichen Orientierung für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II wurde sehr gut angenom- men. Zu Beginn des aktuellen Schuljahres wurden 3.100 Exemplare einer dritten, aktualisierten Auf- lage bedarfsorientiert an Gymnasien, Gesamtschulen und Berufskollegs verteilt. Beratung an Schulen, Portfolioinstrument „Berufswahlpass NRW“ In Beratungsgesprächen der Agentur für Arbeit werden die Schülerinnen und Schüler in Zusammen- arbeit mit Lehrkräften und Fachkräften der Schulsozialarbeit spätestens ab der Klasse 9 systematisch im Prozess ihrer Beruflichen Orientierung unterstützt. Für allgemeinbildende Schulen werden dar- über hinaus mindestens zwei berufsorientierende Veranstaltungen verbindlich angeboten. Im ersten Schulhalbjahr 2018/2019 fand ein regionaler Qualitätszirkel zum Thema „Schulische Bera- tung in der Berufsorientierung“ statt. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Rollen- und Aufgabenvertei- lung der unterschiedlichen Beratungskräfte an Schulen. Hierzu ist in der zweiten Hälfte des Schuljah- res 2019/2020 geplant, einen Reader zur schulischen Beratung zur Verfügung zu stellen, der einer praxisnahen Orientierung für Lehrkräfte ab der achten Klasse dient und als digitales Dokument auf www.bo-brs.de bereitgestellt werden soll. Begleitend wird für alle Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 8 ein Portfolioinstrument eingeführt. Die Stadt Bonn hat sich für die einheitliche Verwendung des Berufswahlpasses NRW entschieden. Das Portfolioinstrument bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, den Weg ihrer Beruflichen Orientierung zu dokumentieren und zu reflektieren, Informationen zusammenzustellen und damit ihre berufliche Orientierung zunehmend selbstverantwortlich zu gestalten. Für Schülerinnen und Schüler mit entsprechendem Bedarf steht der Berufswahlpass auch in leichter Sprache zur Verfü- gung. Durch die Teilnahme an der Potenzialanalyse wird die Herausgabe des Berufswahlpasses NRW über Landesmittel voll finanziert. Koordinierte Übergangsgestaltung/Anschlussvereinbarung, Übergangsbegleitung Die koordinierte Übergangsgestaltung ist ein Prozess, bei dem die Jugendlichen ihre bis dahin vorlie- genden Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Beruflichen Orientierung bilanzieren. In einer An- schlussvereinbarung zwischen den Jugendlichen, Lehrkräften, der Berufsberatung und ggf. weiteren Partnern (z.B. Jugendhilfe) werden die individuellen Entscheidungen und weiteren Schritte der Ju- gendlichen dokumentiert, die zu der angestrebten, tragfähigen Beruflichen Perspektive führen sollen. Die Anschlussvereinbarung soll erstmals in der Vorabgangsklasse ausgefüllt (i.d.R. Jg. 9/2. HJ) und bis zum Übergang in eine Ausbildung oder in ein Studium fortgeschrieben werden. Seit dem Schuljahr 2017/2018 steht das Formular der Anschlussvereinbarung auch in Leichter Sprache zur Verfügung. Seite 6 von 12 Regionales Bildungsbüro Kommunale Koordinierung KAoA Seite 5 von 10 Zu Beginn des 10. Schulbesuchsjahres stehen der Kommunalen Koordinierung kumulierte Daten auf Basis der Anschlussvereinbarungen in einer anonymisierten Übersicht im Eckdaten-Online-Portal (EckO) zur Verfügung. Sie sollen künftig als Grundlage für die Steuerung ziel- und passgenauer Angebote im Übergangsbe- reich dienen. Für den Sekundarbereich II sind die Eintragungen in das EckO-Portal seit dem Schuljahr 2019/2020 nicht mehr verbindlich. Jugendlichen, die einer besonderen Übergangsbegleitung bedürfen, stehen in Bonn unterschiedliche Angebote zur Verfügung: Projekt „Förderung der Ausbildungsreife“ der Beratungsstelle für Jugendberufshilfe des Am- tes für Kinder, Jugend und Familie in Kooperation mit dem Schulamt an sieben Schulen Berufseinstiegsbegleitung in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Angebote der Schulsozialarbeit Angebote des Integrationsfachdienstes Bonn/Rhein-Sieg sowie der Intra gGmbH Ehrenamtliche Patenmodelle, z.B. Senior Experten Service Bonn Elternarbeit Um Eltern für ihre unterstützende Rolle bei einer stärkenorientierten Beruflichen Orientierung zu sensibilisieren und für eine aktive Mitarbeit zu gewinnen, werden sie frühzeitig und systematisch in den Prozess einbezogen. Beginnend mit dem Elterninformationsabend im Rahmen der Potenzialana- lysen sollen Eltern ab der Jahrgangsstufe 8 regelmäßig über die Angebote im Bereich der Beruflichen Orientierung informiert werden und die Gelegenheit erhalten, an individuellen Beratungsangeboten teilzunehmen (z.B. Auswertungsgespräche Potenzialanalyse, Ausfüllen der Anschlussvereinbarungen, Berufsberatung der Agentur für Arbeit an der Schule). Zudem besteht eine Zusammenarbeit zwischen der Kommunalen Koordinierung und der Bonner Stadtschulpflegschaft. Seit Juni 2018 haben Eltern die Möglichkeit, sich auf einer eigens für Eltern eingerichteten Seite der regionalen Homepage für Berufliche Orientierung (www.bo-brs.de) über das vielfältige regionale Angebot zu informieren. Qualitätsentwicklung, Erfahrungstransfer und Qualifizierung Für die Koordinatorinnen und Koordinatoren für berufliche Orientierung der Schulen werden regel- mäßig schulformbezogene Arbeitskreise sowie themenbezogene Informations- und Austauschveran- staltungen angeboten. Die Organisation und Durchführung erfolgt teilweise durch die Kommunale Koordinierung, teilweise durch die Schulen selbst. Unterstützt wird die Arbeit der Koordinatorinnen und Koordinatoren für Berufliche Orientierung durch einen von der Kommunalen Koordinierung Bonn entwickelten Leitfaden mit Handlungsemp- fehlungen. Zudem findet jährlich seit 2018 eine Informationsveranstaltung zu KAoA für Klassenlehrerinnen und -lehrer der 8. Klassen statt um diese stärker einzubinden. Seite 7 von 12 Regionales Bildungsbüro Kommunale Koordinierung KAoA Seite 6 von 10 Fachliche Qualifizierungen der Koordinatorinnen und Koordinatoren für berufliche Orientierung wer- den regelmäßig von den Kompetenzteams Bonn und Rhein-Sieg-Kreis durchgeführt. Die von den Kommunalen Koordinierungen Bonn und Rhein-Sieg-Kreis gemeinsam entwickelte und gepflegte Homepage bietet allen Beteiligten eine Übersicht sowie aktuelle Informationen zu den Berufsorientierungsangeboten der Region: www.bo-brs.de . Die Homepage wird laufend weiterent- wickelt. 3. Kooperationen Schule-Wirtschaft Im Sinne einer praxisorientierten Beruflichen Orientierung und einer Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung werden die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Schulen und Wirtschaft durch verschiedene Angebote und Veranstaltungsformate gefördert. Im ersten Schulhalbjahr 2019/2020 gab es hierzu drei besondere Veranstaltungen: In der 2. Langen Nacht der Industrie boten zehn lokale Unternehmen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen umfassenden Einblick in die Betriebsstruktur sowie einen Informationsaustausch zu den Ausbildungsmög- lichkeiten der jeweiligen Unternehmen. Erstmalig fand im Hilton Hotel Bonn die Berufsorientierungsmesse Nacht der Hotellerie statt. Zwanzig Vertreter und Vertreterinnen aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe ermöglichten rund 250 interessierten Besucherinnen und Besuchern in interaktiven Workshops die Mög- lichkeit, sich selbst an alltäglichen Aufgaben des Hotel- und Gaststättengewerbes zu versu- chen. Ebenfalls zum ersten Mal fand die Nacht der Technik Bonn/Rhein-Sieg mit insgesamt 32 teil- nehmenden Technikunternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und öffentlichen Institutio- nen aus der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis statt. Unternehmensführungen, fachliche Vorträge sowie Selbsterkundungsprojekte und Informationen zu den Voraussetzungen und Möglichkeiten der verschiedenen Ausbildungsberufe bildeten den zentralen Kern dieser Ver- anstaltung. Die Formate sollen regelmäßig wiederholt werden. Federführend organisiert durch die Kammern (IHK und HWK) findet ca. vier Mal jährlich der Arbeits- kreis Schule-Wirtschaft statt. Lokale Unternehmen erhalten hier die Gelegenheit, sich interessierten Lehrkräften vorzustellen und auf die Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten in ihrem Unter- nehmen hinzuweisen. Als Ausbildungsbotschafter vermitteln die Kammern Auszubildende im zweiten oder dritten Lehrjahr an Schulen um Schülerinnen und Schülern auf Augenhöhe einen Einblick in die duale Ausbildung vermitteln. Seite 8 von 12 Regionales Bildungsbüro Kommunale Koordinierung KAoA Seite 7 von 10 Die beruflichen Bildungslotsen werden seit diesem Schuljahr von der HWK und IHK als ergänzende Beratungskräfte an den Schulen eingesetzt und informieren Schülerinnen und Schüler über unter- schiedlichste Ausbildungsberufe in Handwerk sowie Industrie und Handel. Zudem können die als Ausbildungsbotschafter eingesetzten Auszubildenden für ihre Präsentationen in den Schulen von den beruflichen Bildungslotsen vorbereitet werden. Das Programm KURS (Kooperationsnetz Unternehmen der Region und Schulen), eine Initiative der Bezirksregierung Köln und der Kammern (IHK und HWK), vermittelt und begleitet Lernpartnerschaf- ten zwischen Unternehmen und Schulen. Seit dem Schuljahr 2017/2018 ist die Kommunale Koordinierung Bonn Partner im Regionalen Ausbil- dungskonsens. 4. Berufswahlsiegel Seit dem Jahr 2011 würdigen die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und die IHK Bonn/Rhein-Sieg mit dem Berufswahlsiegel jährlich die besonderen Anstrengungen der Schulen, ihre Schüler/innen inten- siv auf ihren individuellen Start in die Ausbildung oder auf das Studium vorzubereiten. Insgesamt wurden bisher 25 Schulen aller Schulformen in der Region Bonn/Rhein-Sieg mit dem Siegel ausge- zeichnet bzw. rezertifiziert. Aktuell verfügen 20 Schulen über ein gültiges Siegel. Das Berufswahlsie- gel ergänzt das Landesprogramm KAoA. Die Bewertungen und die Zuerkennung des Berufswahlsiegels obliegen einer Jury, die mit Vertrete- rinnen und Vertretern aus Verwaltung, Schulaufsicht, Wirtschaft und Schulen besetzt ist. Im Zertifizierungsverfahren des Schuljahres 2019/20 ist nur eine Bewerbung für eine Rezertifizierung eingegangen. An der Informationsveranstaltung im September hatten mehr als 10 interessierte Schu- len teilgenommen. Bereits im Juli 2019 hat ein Strategiegespräch zur Zertifizierung mit dem BWS mit beteiligten Organi- sationen und Juroren stattgefunden. Dabei wurde resümiert, dass voraussichtlich weiterhin mit Zu- rückhaltung bei den Schulen zu rechnen sein wird. Gründe dafür dürften bei der verpflichtenden Einführung von KAoA zu finden sein, wodurch die „Messlatte“ für die Zertifizierung erkennbar höher gelegt wurde. Die Beteiligten kamen überein, die „Marke“ beizubehalten und zu stärken, indem die Siegel-Schulen stärker in den Fokus gerückt werden: z.B. durch Nennung auf der BO-Homepage, Ver- netzung untereinander, Berücksichtigung bei der Suche nach „Piloten“ im KAoA-Prozess und beson- dere Veranstaltungen, die nur für Siegel-Schulen angeboten werden könnten. 5. Querschnittsaufgabe Inklusion Die Angebote im Rahmen der Landesinitiative KAoA richten sich grundsätzlich an alle Schülerinnen und Schüler. Bei der Umsetzung der Standardelemente (z.B. der Potenzialanalyse) werden die be- sonderen Bedürfnisse der verschiedenen Schülergruppen stets berücksichtigt. Mit trägergestützten Berufsfelderkundungen und Praxiskursen sowie Angeboten der Übergangsbegleitung erhalten Schü- lerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf eine zusätzliche Begleitung im Prozess ihrer Berufli- chen Orientierung. Seite 9 von 12 Regionales Bildungsbüro Kommunale Koordinierung KAoA Seite 8 von 10 Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf in den Förderschwerpunkten Geistige Entwick- lung, Körperliche Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen sowie Sprache erhalten eine sys- tematische Berufliche Orientierung durch das Programm KAoA-STAR („Schule trifft Arbeitswelt“) des Integrationsfachdienstes (IFD). STAR ist Teil der Landesinitiative KAoA und in seinem Aufbau an den Standardelementen orientiert. Neben Schülerinnen und Schülern der Förderschulen profitieren auch Schülerinnen und Schüler im Gemeinsamen Lernen von den STAR-Angeboten. Um Eltern von Schüle- rinnen und Schülern im Gemeinsamen Lernen bei der Entscheidung, an welchem Programm ihr Kind teilnehmen soll, zu unterstützen, wird seit 2018 jährlich eine Informationsveranstaltung angeboten. In Zusammenarbeit mit verschiedenen regionalen Akteuren (u.a. den Inklusionsbeauftragten der Kammern und dem Netzwerk Bonn-Rhein-Sieg-FAIRBINDET), bemühen sich die Kommunalen Koordi- nierungen um die Gewinnung „Inklusiver Unternehmen“, welche bereit wären, Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf betriebliche Berufsfelderkundungen zu ermöglichen. 6. Querschnittsaufgabe Integration, „KAoA kompakt“ Die Zusammenarbeit mit Akteuren aus dem Bereich Integration ist weiterhin ein fester Bestandteil der Landesinitiative. Insbesondere die Stabsstelle Integration mit dem Kommunalen Integrations- zentrum der Stadt Bonn ist in die Umsetzung eingebunden. Für Schülerinnen und Schüler, die eine Internationale Förderklasse (IFK) an einem Berufskolleg besu- chen sowie für Schülerinnen und Schüler der Klasse 10, die bisher keine Erstberufsorientierung erhal- ten haben, wird „KAoA-kompakt“ als eine Zusammenführung zentraler Bausteine des Landespro- gramms umgesetzt. Die Standardelemente Potenzialanalyse (zweitägig), Berufsfelderkundung und Praxiskurs werden dabei innerhalb eines Schuljahres zusammen von einem Träger durchgeführt. Im Schuljahr 2018/2019 nahmen in Bonn 58 Schülerinnen und Schüler von drei Berufskollegs, zwei Hauptschulen, einer Realschule und einer Gesamtschule an KAoA kompakt teil. Es ist ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren festzustellen. 7. Kommunale Koordinierung KAoA Die Kommunale Koordinierung steht mit allen für das Übergangssystem relevanten Akteuren in en- gem Austausch und wird ihnen gegenüber initiativ, damit Zielsetzungen und Absprachen bezüglich der Transparenz und Zusammenarbeit zwischen den Partnern getroffen, Schnittstellen verbessert und Entwicklungsprozesse angestoßen werden. Gemeinsam mit den Partnern verabredet sie, wie und durch wen die Umsetzung sowie die Qualitätsentwicklung und -sicherung der vereinbarten Pro- zesse nachgehalten werden. Die Zuständigkeiten der Partner bleiben dabei bestehen. Seite 10 von 12 Regionales Bildungsbüro Kommunale Koordinierung KAoA Seite 9 von 10 8. Zusammenarbeit Schule - Jugendberufshilfe Bereits seit Beginn der regionalen Kooperation zum Übergang Schule-Beruf besteht eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit von Schulamt/Regionales Bildungsbüro und Beratungsstelle für Ju- gendberufshilfe der Stadt Bonn. Ausgangspunkt dafür war insbesondere die Teilnahme Bonns an dem damaligen Landesprogramm „EinTopf“, das von Beginn an mit dem regionalen Zusatz „Förde- rung der Ausbildungsreife“ umgesetzt wurde. Das Konzept zur Durchführung von „Förderung der Ausbildungsreife“ entstand in enger Kooperation von Regionalem Bildungsbüro und Jugendberufshilfe. Das Projekt richtet sich an Schülerinnen und Schüler von Haupt- und Gesamtschulen, die auf eine verstärkte persönliche Betreuung im Über- gangsprozess Schule-Beruf angewiesen sind. Es wird derzeit an vier Hauptschulen und drei Gesamt- schulen, sowie an den vier Berufskollegs von der Beratungsstelle für Jugendberufshilfe koordiniert und durchgeführt. Im Schuljahr 2018/2019 wurden insgesamt 223 Schülerinnen und Schüler in den Klassen 8 bis 10 und weitere 70 Schülerinnen und Schüler nach Schulentlassung betreut. 23 von insgesamt 65 betreuten Schülerinnen und Schülern, die im Sommer 2019 aus der Schule entlassen wurden, erhielten einen Ausbildungsplatz, weitere 33 Schülerinnen und Schüler werden künftig eine Fachklasse am Berufskol- leg besuchen. 9. Finanzielle Förderung Die vier Stellen der in „KAoA“ tätigen Mitarbeitenden werden als Pauschale pro Stelle inkl. Sachkos- ten vom Land NRW (unter Nutzung des Europäischen Sozialfonds) zu 50% finanziert; die andere Hälf- te der Finanzierung obliegt der Stadt Bonn. Diese umfasst zwei Vollzeitstellen. Wegen der engen Vernetzung von Koordination zur Umsetzung der KAoA Standardelemente nach den Vorgaben des Landes NRW durch das Regionale Bildungsbüro und gleichzeitiger Durchführung des Projektes „Förderung der Ausbildungsreife“ durch die Jugendberufshilfe stellt das Amt für Kinder, Jugend und Familie 1,5 Fachkräftestellen für die Gegenfinanzierung zur Verfügung (siehe Projekt „Förderung der Ausbildungsreife“). Eine Förderzusage des Landes bis 31.12.2020 liegt vor. Eine Fortführung der Lan- desinitiative KAoA ist seitens des Landes bis zum 31.12.2021 geplant. Anlage Übersicht der Mitglieder des Regionalen Steuerungsgremiums und der Strategiegruppe KAoA Seite 11 von 12 Regionales Bildungsbüro Kommunale Koordinierung KAoA Seite 10 von 10 Anlage zum Bericht zur Umsetzung der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ (KAoA) in der Bundesstadt Bonn Mitglieder des Regionalen Steuerungsgremiums (Dezember 2019) Mitglieder Steuerungsgremium KAoA Mitglieder Strategiegruppe KAoA Stadt Bonn Schulamt Bonn Schulamt Bonn Wirtschaftsförderung Bonn Amt für Kinder, Jugend und Familie Bonn Stabsstelle Integration der Stadt Bonn Regionalkoordinator KAoA Bonn (Karl-Simrock-Hauptschule) Friedrich-List-Berufskolleg, Bonn Rhein-Sieg-Kreis Amt für Schule und Bildungskoordinierung Rhein-Sieg-Kreis Amt für Schule und Bildungskoordinierung Rhein-Sieg-Kreis Wirtschaftsförderung Rhein-Sieg-Kreis Kreisjugendamt Rhein-Sieg-Kreis Kommunales Integrationszentrum Rhein-Sieg-Kreis Stadt Rheinbach Regionalkoordinator KAoA Rhein-Sieg-Kreis (IGS Bonn-Beuel) Förderschule in der Geisbach, Hennef Anno-Gymnasium, Siegburg Carl-Reuther-Berufskolleg, Hennef Kammern/DGB/Regionalagentur Handwerkskammer zu Köln Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg Steuerberaterkammer Köln Landwirtschaftskammer NRW Zahnärztekammer NRW Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg DGB Region Köln-Bonn DGB Köln-Bonn Agentur für Arbeit Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg Jobcenter Rhein-Sieg-Kreis Jobcenter Bonn Hochschulen Hochschule Bonn/Rhein-Sieg Universität Bonn Bezirksregierung Köln, Obere Schulaufsicht Bezirksregierung Köln, Obere Schulaufsicht Schulamt für Bonn und Rhein-Sieg-Kreis Schulamt für Bonn und Rhein-Sieg-Kreis Seite 12 von 12
Beratungsverlauf
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26.02.2020
Ausschuss für Wirtschaft und Arbeitsförderung
TOP 9.3, Kenntnisnahme. Ergebnis: zur Kenntnis genommen -
10.03.2020 zuletzt
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie
TOP 9.1, Kenntnisnahme. Ergebnis: zur Kenntnis genommen
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