A-R/0019/2010
Münsters Schullandschaft weiterentwickeln - ein Bildungsbericht für Münster Für einen neuen Anfang in der Schulentwicklungsplanung
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Originalantrag
8300 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0019/2010
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Antrag
26.01.10
Münsters Schullandschaft weiterentwickeln – ein Bil dungsbericht
für Münster
Für einen neuen Anfang in der Schulentwicklungsplanung
Die Stadt Münster ist wie alle Gemeinden laut Schul gesetz verpflichtet, zur
Sicherung eines gleichmäßigen und alle Schulformen und Schularten umfassenden
Bildungs- und Abschlussangebots für ihren Bereich e ine mit den Planungen
benachbarter Schulträger abgestimmte Schulentwicklungsplanung zu betreiben.
Dabei ist auf ein regional ausgewogenes, differenziertes Angebot zu achten.
Damit ist in etwa die Pflicht beschrieben und nicht die Kür.
Diese Pflicht ist in der in den Jahren 2006 und 200 7 vorgelegten
Schulentwicklungsplanung für die weiterführenden Schulen in Münster ist gescheitert
und entspricht nicht dem Grundgedanken einer erweit erten Schulträgerschaft in
Münster.
Es ist an der Zeit, einen Neuanfang bei der Schulen twicklungsplanung zu
umzusetzen und die Chance zu nutzen nicht allein ko stengünstige Lösungen zu
suchen, sondern auch eine Schullandschaft zu gestal ten, die modernen Ansprüchen
besser genügt. Die Eltern und die Schülerinnen und Schüler selbst brauchen ebenso
wie Münsters Schulen Klarheit über schulische Rahme nbedingungen und
Entwicklungsperspektiven – und dabei sollen nicht P läne zu einer Raumverteilung im
Mittelpunkt stehen, sondern das Ziel einer zukunfts orientierten Weiterentwicklung
von pädagogischen Qualitäten. Damit verbunden sind auch zeitgemäße moderne
Schulkonzepte, sofern dies von den Schulgemeinden s o mitgetragen wird. Vor
diesem Hintergrund ist auch eine Ergänzung der Viel falt innerhalb der Münsteraner
Schullandschaft zu erarbeiten.
Alle Beteiligten am Schulleben – Schülerinnen und S chüler, Lehrerinnen und Lehrer,
Eltern – können zu Recht erwarten, dass die bestmög liche Bildung Ziel der
kommunalen Schulpolitik ist und nicht nur eine Disk ussion über die Neuverteilung
vorhandener Ressourcen.
Ausgehend von diesem Ziel möge der Rat beschließen:
Die vom Rat der Stadt Münster 2007 beschlossene Sch ulentwicklungsplanung mit
ihrer „Probephase“ wird beendet und damit ein für alle erkennbarer Konkurrenzdruck
von den Schulen genommen.
Die Verwaltung wird beauftragt, einen umfassenden B ildungsbericht als
Voraussetzung einer neuen qualitativen Schulentwick lungsplanung für alle Schulen
in Münster zu erarbeiten, die die Weiterentwicklung smöglichkeiten der kommunalen
Schullandschaft bis zum Jahr 2016 beschreibt und di e kommunalpolitischen
Handlungs- und Steuerungsmöglichkeiten darstellt.
Die Planung soll sich an folgenden Grundsätzen orientieren:
• Münsters Schulen haben unterschiedliche pädagogisc he Schwerpunkte und
Profile. Der Bildungsbericht soll daher die untersc hiedlichen Konzepte und
pädagogischen Ansätze der einzelnen Schulen erheben und darstellen, damit
klar wird, welche Förderungsmöglichkeiten und welch e pädagogische Arbeit
welche Schule anbietet und wo ggf. Erweiterungen/Än derungen zu initiieren
sind. Sie soll darauf aufbauend erstrebenswerte wei tere Entwicklungen
aufzeigen.
• Münsters Schulen haben unterschiedliche Rahmenbedi ngungen, vor allem im
Hinblick auf ihren sozialräumlichen Hintergrund. De r Bildungsbericht soll
daher aufzeigen, welche Hilfen zur Integration, zur Unterstützung in
schwierigen Lebenslagen und zum Ausgleich bestehend er Benachteiligungen
von Schülerinnen und Schülern notwendig sind, welch e davon derzeit bereits
angeboten werden und welche für die Zukunft erforde rlich sind, um dem Ziel
der Chancengleichheit im Schulsystem gerecht zu werden.
• Münsters Schulen sind vielfältig in ihr Umfeld ein gebunden. Notwendig ist
daher ein verstärkter Ausbau der Multiprofessionali tät der pädagogischen
Arbeit. Der Bildungsbericht soll daher nicht nur in Bezug auf die Sozialräume
des Schulumfelds, sondern auch im Bereich der inhal tlichen Ausgestaltung
pädagogischer Angebote eng mit der Planung von Ange boten der Kinder- und
Jugendarbeit verzahnt werden, damit ein ganzheitlic her Ansatz von
pädagogischer Förderung möglich wird. Dabei ist dar auf zu achten, dass
Jugendhilfe und Schule gleichberechtigt ihre Anteil e in einen gemeinsamen
Entwicklungsprozess einbringen.
• Münsters Schulen wandeln sich, das starre Korsett der Halbtagsschule ist
aufgebrochen. Der Bildungsbericht soll daher darste llen, welche Angebote im
Bereich des Ganztags bisher ausgebaut sind und welc he in Zukunft
erforderlich sein werden, um dem Ziel eines pädagog isch qualifizierten
Ganztagsangebots gerecht zu werden.
• Münsters Schulen haben angesichts des demographisc hen Wandels
unterschiedliche Perspektiven. Der Bildungsbericht soll daher darstellen,
welche schulischen Angebote in Zukunft differenzier t nach einer kurz-, mittel-
und langfristigen Perspektive notwendig und weiterz uführen sind und wie das
Ziel einer wohnortnahen Versorgung mit differenzier ten Bildungsangeboten in
Zukunft sichergestellt werden kann. Diese Modernisi erung der Schulen
braucht Schulräume, Außenflächen und eine entsprech ende
Schulausstattung. Veränderungen sind sozialräumlich und schulscharf
aufzuzeigen.
• Die Schule in der Zukunft ist eine inklusive Schul e, die den Eltern ein
Wahlrecht einräumt, in welcher Schulform ihr Kind a ngemessen gefördert
werden kann. Darauf muss die Schullandschaft in Mün ster vorbereitet und
eingerichtet werden. Das Konzept der Inklusion steh t in engem
Zusammenhang mit der individuellen Förderung von Sc hülerinnen und
Schülern. Der Grad der Förderungsanstrengungen mag unterschiedlich sein.
Im Rahmen der Schulentwicklungsplanung sollen der H andlungsbedarf
dargestellt und verbindliche Strategien zur Umsetzung vorgeschlagen werden.
• Die Ergebnisse der Bildungskonferenz werden einbez ogen.
Bei der Ausarbeitung des Bildungsberichts wird die Verwaltung außerdem beauftragt,
in einem engen und vertrauensvollen Dialog mit Schü lerinnen und Schülern,
Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und dem Rat zusammenzuarbeiten.
Begründung:
Die Entwicklung der kommunalen Bildungslandschaften hat erheblich persönlich
Bedeutung für jede einzelne Schülerin und jeden Sch üler. Sie ist zudem auch aus
kommunalpolitischer Sicht von strategischer Bedeutu ng. Wohnortentscheidungen,
ebenso wie unternehmerische Standortentscheidungen werden auch unter dem
Gesichtspunkt einer attraktiven Bildungsinfrastrukt ur getroffen. Neben der
schulischen Qualität haben auch qualifizierte Betre uungsangebote zur besseren
Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit und vielfältige Bildungsangebote für
Kinder und Eltern und spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Eine herausragende Bildungslandschaft prägt eine Ko mmune in vielfältiger Weise
und gibt ihr ein Profil als anregender und gestaltu ngsoffener Lebensort. Eine in allen
Lebensphasen gut ausgebildete und sich kontinuierli ch bildende Bevölkerung ist die
beste Grundlage für eine lebendige Kommune, die die selbstbestimmte und
eigenverantwortliche Mitwirkung (Beteiligung, Identifikation etc.) aller braucht.
Schulentwicklungsplanung als Bildungsplanung versta nden ist daher mehr als
ökonomische Raumverteilung. Die 2006/07 begonnene S chulentwicklungsplanung
hat qualitative Aspekte nicht berücksichtigt. Zudem war der Versuch, die Planung vor
allem als einen Beschluss zur Schließung mehrerer S ysteme anzulegen, verfehlt.
Münster braucht eine Bildungsplanung, die sich eine Weiterentwicklung der
bestehenden Strukturen zum Ziel setzt, um zu einer Steigerung der pädagogischen
Qualität zu kommen. Dieses Ziel muss im Mittelpunkt aller Anstrengungen stehen.
Dazu gehört, dass die bestehenden Qualitäten und di e bestehende Vielfalt der
Schullandschaft zunächst systematisch erhoben wird, um ausgehend von diesen
Daten dann zu ermitteln, welche Entscheidungen notw endig sind, um Münsters
Schullandschaft weiterzuentwickeln. Dabei steht nic ht mehr die Verteilung von
Räumen im Mittelpunkt, sondern die umfassende Weite rentwicklung der schulischen
Bildung in Münster.
gez. Wolfgang Heuer gez. Hery Klas
Dr. Michael Jung Annette Kemper
und SPD-Fraktion und Fraktion Die Grünen
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0019/2010
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 27.01.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37