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A-R/0019/2010

Münsters Schullandschaft weiterentwickeln - ein Bildungsbericht für Münster Für einen neuen Anfang in der Schulentwicklungsplanung

Antrag an den Rat 27.01.2010

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 03.02.2010, TOP 19.19

Originalantrag

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Originalantrag

8300 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0019/2010 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster 
 
 
                                 
  
Antrag  
 
26.01.10 
 
Münsters Schullandschaft weiterentwickeln – ein Bil dungsbericht 
für Münster 
Für einen neuen Anfang in der Schulentwicklungsplanung 
 
 
Die Stadt Münster ist wie alle Gemeinden laut Schul gesetz verpflichtet, zur 
Sicherung eines gleichmäßigen und alle Schulformen und Schularten umfassenden 
Bildungs- und Abschlussangebots für ihren Bereich e ine mit den Planungen 
benachbarter Schulträger abgestimmte Schulentwicklungsplanung zu betreiben. 
Dabei ist auf ein regional ausgewogenes, differenziertes Angebot zu achten. 
Damit ist in etwa die Pflicht beschrieben und nicht die Kür. 
 
Diese Pflicht ist in der in den Jahren 2006 und 200 7 vorgelegten 
Schulentwicklungsplanung für die weiterführenden Schulen in Münster ist gescheitert 
und entspricht nicht dem Grundgedanken einer erweit erten Schulträgerschaft in 
Münster. 
 
Es ist an der Zeit, einen Neuanfang bei der Schulen twicklungsplanung zu 
umzusetzen und die Chance zu nutzen nicht allein ko stengünstige Lösungen zu 
suchen, sondern auch eine Schullandschaft zu gestal ten, die modernen Ansprüchen 
besser genügt. Die Eltern und die Schülerinnen und Schüler selbst brauchen ebenso 
wie Münsters Schulen Klarheit über schulische Rahme nbedingungen und 
Entwicklungsperspektiven – und dabei sollen nicht P läne zu einer Raumverteilung im 
Mittelpunkt stehen, sondern das Ziel einer zukunfts orientierten Weiterentwicklung 
von pädagogischen Qualitäten. Damit verbunden sind auch zeitgemäße moderne 
Schulkonzepte, sofern dies von den Schulgemeinden s o mitgetragen wird. Vor 
diesem Hintergrund ist auch eine Ergänzung der Viel falt innerhalb der Münsteraner 
Schullandschaft zu erarbeiten.  
Alle Beteiligten am Schulleben – Schülerinnen und S chüler, Lehrerinnen und Lehrer, 
Eltern – können zu Recht erwarten, dass die bestmög liche Bildung Ziel der 
kommunalen Schulpolitik ist und nicht nur eine Disk ussion über die Neuverteilung 
vorhandener Ressourcen.  
 
Ausgehend von diesem Ziel möge der Rat beschließen: 
 
Die vom Rat der Stadt Münster 2007 beschlossene Sch ulentwicklungsplanung mit 
ihrer „Probephase“ wird beendet und damit ein für alle erkennbarer Konkurrenzdruck 
von den Schulen genommen. 
 
Die Verwaltung wird beauftragt, einen umfassenden B ildungsbericht als 
Voraussetzung einer neuen qualitativen Schulentwick lungsplanung für alle Schulen

in Münster zu erarbeiten, die die Weiterentwicklung smöglichkeiten der kommunalen 
Schullandschaft bis zum Jahr 2016 beschreibt und di e kommunalpolitischen 
Handlungs- und Steuerungsmöglichkeiten darstellt. 
 
Die Planung soll sich an folgenden Grundsätzen orientieren: 
 
• Münsters Schulen haben unterschiedliche pädagogisc he Schwerpunkte und 
Profile. Der Bildungsbericht soll daher die untersc hiedlichen Konzepte und 
pädagogischen Ansätze der einzelnen Schulen erheben  und darstellen, damit 
klar wird, welche Förderungsmöglichkeiten und welch e pädagogische Arbeit 
welche Schule anbietet und wo ggf. Erweiterungen/Än derungen zu initiieren 
sind. Sie soll darauf aufbauend erstrebenswerte wei tere Entwicklungen 
aufzeigen.  
• Münsters Schulen haben unterschiedliche Rahmenbedi ngungen, vor allem im 
Hinblick auf ihren sozialräumlichen Hintergrund. De r Bildungsbericht soll 
daher aufzeigen, welche Hilfen zur Integration, zur  Unterstützung in 
schwierigen Lebenslagen und zum Ausgleich bestehend er Benachteiligungen 
von Schülerinnen und Schülern notwendig sind, welch e davon derzeit bereits 
angeboten werden und welche für die Zukunft erforde rlich sind, um dem Ziel 
der Chancengleichheit im Schulsystem gerecht zu werden. 
• Münsters Schulen sind vielfältig in ihr Umfeld ein gebunden. Notwendig ist 
daher ein verstärkter Ausbau der Multiprofessionali tät der pädagogischen 
Arbeit. Der Bildungsbericht soll daher nicht nur in  Bezug auf die Sozialräume 
des Schulumfelds, sondern auch im Bereich der inhal tlichen Ausgestaltung 
pädagogischer Angebote eng mit der Planung von Ange boten der Kinder- und 
Jugendarbeit verzahnt werden, damit ein ganzheitlic her Ansatz von 
pädagogischer Förderung möglich wird. Dabei ist dar auf zu achten, dass 
Jugendhilfe und Schule gleichberechtigt ihre Anteil e in einen gemeinsamen 
Entwicklungsprozess einbringen. 
• Münsters Schulen wandeln sich, das starre Korsett der Halbtagsschule ist 
aufgebrochen. Der Bildungsbericht soll daher darste llen, welche Angebote im 
Bereich des Ganztags bisher ausgebaut sind und welc he in Zukunft 
erforderlich sein werden, um dem Ziel eines pädagog isch qualifizierten 
Ganztagsangebots gerecht zu werden. 
• Münsters Schulen haben angesichts des demographisc hen Wandels 
unterschiedliche Perspektiven. Der Bildungsbericht soll daher darstellen, 
welche schulischen Angebote in Zukunft differenzier t nach einer kurz-, mittel- 
und langfristigen Perspektive notwendig und weiterz uführen sind und wie das 
Ziel einer wohnortnahen Versorgung mit differenzier ten Bildungsangeboten in 
Zukunft sichergestellt werden kann. Diese Modernisi erung der Schulen 
braucht Schulräume, Außenflächen und eine entsprech ende 
Schulausstattung. Veränderungen sind sozialräumlich  und schulscharf 
aufzuzeigen. 
• Die Schule in der Zukunft ist eine inklusive Schul e, die den Eltern ein 
Wahlrecht einräumt, in welcher Schulform ihr Kind a ngemessen gefördert 
werden kann. Darauf muss die Schullandschaft in Mün ster vorbereitet und 
eingerichtet werden. Das Konzept der Inklusion steh t in engem 
Zusammenhang mit der individuellen Förderung von Sc hülerinnen und 
Schülern. Der Grad der Förderungsanstrengungen mag unterschiedlich sein. 
Im Rahmen der Schulentwicklungsplanung sollen der H andlungsbedarf 
dargestellt und verbindliche Strategien zur Umsetzung vorgeschlagen werden. 
• Die Ergebnisse der Bildungskonferenz werden einbez ogen.

Bei der Ausarbeitung des Bildungsberichts wird die Verwaltung außerdem beauftragt, 
in einem engen und vertrauensvollen Dialog mit Schü lerinnen und Schülern, 
Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und dem Rat zusammenzuarbeiten. 
 
Begründung: 
 
Die Entwicklung der kommunalen Bildungslandschaften  hat erheblich persönlich 
Bedeutung für jede einzelne Schülerin und jeden Sch üler. Sie ist zudem auch aus 
kommunalpolitischer Sicht von strategischer Bedeutu ng. Wohnortentscheidungen, 
ebenso wie unternehmerische Standortentscheidungen werden auch unter dem 
Gesichtspunkt einer attraktiven Bildungsinfrastrukt ur getroffen. Neben der 
schulischen Qualität haben auch qualifizierte Betre uungsangebote zur besseren 
Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit und  vielfältige Bildungsangebote für 
Kinder und Eltern und spielen dabei eine entscheidende Rolle.  
Eine herausragende Bildungslandschaft prägt eine Ko mmune in vielfältiger Weise 
und gibt ihr ein Profil als anregender und gestaltu ngsoffener Lebensort. Eine in allen 
Lebensphasen gut ausgebildete und sich kontinuierli ch bildende Bevölkerung ist die 
beste Grundlage für eine lebendige Kommune, die die  selbstbestimmte und 
eigenverantwortliche Mitwirkung (Beteiligung, Identifikation etc.) aller braucht. 
 
Schulentwicklungsplanung als Bildungsplanung versta nden ist daher mehr als 
ökonomische Raumverteilung. Die 2006/07 begonnene S chulentwicklungsplanung 
hat qualitative Aspekte nicht berücksichtigt. Zudem war der Versuch, die Planung vor 
allem als einen Beschluss zur Schließung mehrerer S ysteme anzulegen, verfehlt. 
Münster braucht eine Bildungsplanung, die sich eine  Weiterentwicklung der 
bestehenden Strukturen zum Ziel setzt, um zu einer Steigerung der pädagogischen 
Qualität zu kommen. Dieses Ziel muss im Mittelpunkt  aller Anstrengungen stehen. 
Dazu gehört, dass die bestehenden Qualitäten und di e bestehende Vielfalt der 
Schullandschaft zunächst systematisch erhoben wird,  um ausgehend von diesen 
Daten dann zu ermitteln, welche Entscheidungen notw endig sind, um Münsters 
Schullandschaft weiterzuentwickeln. Dabei steht nic ht mehr die Verteilung von 
Räumen im Mittelpunkt, sondern die umfassende Weite rentwicklung der schulischen 
Bildung in Münster. 
 
 
gez.  Wolfgang Heuer      gez.  Hery Klas 
 Dr. Michael Jung      Annette Kemper   
und SPD-Fraktion      und Fraktion Die Grünen

Beratungsverlauf (1)

03.02.2010 Rat
TOP 19.19 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0019/2010
Typ
Antrag an den Rat
Datum
27.01.2010
Erstellt
06.10.2020 14:37