3849/2018
Mitteilung zum Bericht zur Situation wohnungloser und von Wohnunglosigkeit bedrohter Frauen in der Stadt Köln- Jahresbericht 2017
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Anlage 2 Wohnunglose Frauen 2017- Nationalität
516 Zeichen
Gesamt Deutsche Nichtdeutsche ohne Angabe Gesamt Deutsche Nichtdeutsche ohne Angabe Nationalität 3959 2487 1472 0 812 402 128 282 Die Statsangehörigkeit wird erst ab 18 erhoben, daher weichen die Zahlen von den Gesamtzahlen der Wohnunglosen in Köln ab. Bei freien Trägern untergebrachte wohnunglose Personen Anlage 2 zum Bericht zur Situation wohnungloser und von Wohnunglosigkeit bedrohter Frauen in Köln 2017 Statistische Daten: Nationalität Kommunal und ordnungsrechtlich untergebrachte wohnungslose Personen
Anlage 1 Wohnunglose Frauen 2017-Gesamtzahl und Alter
872 Zeichen
Kommunal/ OBG u. freie Träger gesamt für Köln: Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen ohne Altersangabe Gesamtzahl 6037 5225 2689 2536 812 629 165 18 Alter unter 18 1266 1266 629 637 0 0 0 18-21 303 288 144 144 15 9 6 21-25 385 324 169 155 61 42 19 25-30 439 343 190 153 96 75 21 30-40 844 672 366 306 172 126 46 40-50 944 790 417 373 154 126 28 50-65 1282 1063 550 513 219 181 38 65 und mehr 556 479 224 255 77 70 7 Diese Daten werden ab 2018 durch das MAGS NRW zur Verfügung gestellt. Kommunal und ordnungsrechtlich untergebrachte wohnunglose Personen Derzeit liegen noch nicht alle Daten über die Haushaltsstruktur und - größe für wohnunglose Personen vor. Anlage 1 zum Bericht zur Situation wohnungloser und von Wohnunglosigkeit bedrohter Frauen in Köln 2017 Statistische Daten: Gesamtzahl und Alter Bei freien Trägern untergebrachte wohnunglose Personen
Bericht_2017_Endfassung_17.09.2018
72006 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Amt für Soziales und Senioren
Dienstleistungszentrum ResoDienste Köln
September 2018
Berichtsjahr 2017
Die Situation wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit
bedrohter Frauen in der Stadt Köln
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ................................ ................................ ................................ .......................... 1
2. Wohnungslosigkeit bei Frauen ................................ ................................ .......................... 2
2.1 Hintergründe der Wohnungslosigkeit bei Frauen................................ .......................... 2
2.2 Statistische Daten über Wohnungslosigkeit bei Frauen ................................ ................ 3
2.2.1 Struktur der Altersgruppen der wohnungslosen Frauen in NRW ............................... 3
2.2.2 Altersgruppen der kommunal und ordnungsrechtlich untergebrachten
wohnungslosen Frauen ............................................................................................................... 4
2.2.3 Haushaltsstruktur der kommunal und ordnungsrechtlich untergebrachten Frauen . 4
2.2.4 Altersgruppen der wohnungslosen Frauen bei freien Trägern .................................... 5
2.2.5 Haushaltsstruktur der wohnungslosen Frauen bei den freien Trägern ...................... 5
2.3. Gesamtzahl der wohnungslosen Menschen lt. der Wohnungsnotfallberichtserstattung
des Landes NRW/ Situation in Köln ................................ ................................ ................... 6
2.3.1 Darstellung der Gesamtzahl der kommunal und bei freien Trägern
untergebrachten/betreuten Wohnungslosen ............................................................................ 6
2.3.2 Darstellung der kommunalrechtlichen Unterbringung oder bei freien Trägern ......... 7
2.3.3 Wohnungslose Frauen in Köln, die auf der Straße leben ............................................. 7
3. Frauenspezifische Gesichtspunkte in der Arbeit mit wohnungslosen Frauen ..................... 8
3.1 Wohnungslose Frauen mit Kindern oder schwangere wohnungslose Frauen .............. 8
3.2 Psychisch erkrankte wohnungslose Frauen ................................ ................................ . 9
3.4 Prostituiertenhilfe ................................ ................................ ................................ ........11
3.5 Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen mit Gewalt- oder
häuslicher Gewalterfahrung ................................ ................................ .............................. 12
3.6 Von Gewalt betroffene Frauen in einem anonymen Frauenhaus ................................ .13
4. Wohnungslose Frauen mit Leistungsbezug nach dem SGB II und SGB XII ......................14
4.1 Wohnungslose Frauen mit Leistungsbezug nach SGB II ................................ .............15
4.2 Wohnungslose Frauen mit Leistungsbezug nach SGB XII ................................ ..........16
(Drittes und Viertes Kapitel) ................................ ................................ .............................. 16
5. Versorgung wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Frauen in Köln ..........17
5.1 Vermeidung von Wohnungslosigkeit – Prävention ................................ ......................17
5.2 Ordnungsbehördliche Unterbringung von wohnungslosen Frauen ................................ ..18
5.3 Streetwork ................................ ................................ ................................ ...................19
5.4 Das Kölner Hilfesystem für Wohnungslose nach § 67 SGB XII ................................ ...20
5.5 Weitere Angebote ................................ ................................ ................................ .......22
5.6 Angebotsverteilung der Hilfen im städtischen Raum ................................ ...................23
5.7 Auslastung und Annahme der Angebote durch Frauen ................................ ...............25
6. Arbeits- und Beschäftigungsangebote nach SGB II für wohnungslose Frauen .................26
7. Kooperationsmodell Dorint Hotel und der Obdachlosenhilfe „Die Brücke Berlin e.V.“ .......29
8. Angebote für psychisch und suchtkranke Wohnungslose ................................ .................30
9. Statistische Grundlagen ................................ ................................ ................................ ...31
10. Fazit ................................ ................................ ................................ ............................... 32
11. Ausblick ................................ ................................ ................................ ..........................33
12. Anhang ................................ ................................ ................................ ...........................34
1
1. Einleitung
Das Sozialamt hat erstmalig 2015 einen Beri cht zur Situation wohnungsloser Frauen
erstellt. Speziell den Blick auf wohnungslose Frauen, auf f rauenspezifische Bedarfe oder
die Bedarfe von wohnungslosen Frauen mit Kindern zu richten, führt dazu, Angebote der
Wohnungslosenhilfe insgesamt kritisch zu hinterfragen, ob diese für diese besondere
Zielgruppe passend sind.
Soweit Wohnungslosigkeit von Frauen andere Erscheinungsformen oder frauenspezifische
Bedarfe aufweist, ist die Wohnungslosenhilfe aufgefordert, sich bedarfsgerecht
auszurichten und die entsprechenden Angebote und Standards zu entwickeln.
Dieser Bericht bietet eine Grundlage, das Hilfesystem für wohnungslose Frauen in Köln zu
analysieren, die bestehenden Hilfsangebote zukunftsfähig anzupassen und neue
Bedarfslagen zu erkennen.
2
2. Wohnungslosigkeit bei Frauen
2.1 Hintergründe der Wohnungslosigkeit bei Frauen
Wohnungslosigkeit bei Frauen hat vielfältige Formen und muss anders betrachtet und
bewertet werden, als bei wohnungslosen Männern. Neben den wohnungslosen Frauen, die
auf der Straße leben, hält sich eine nicht unerhebliche Anzahl von Frauen in der verdeckten
Wohnungslosigkeit auf. Hierbei leben sie bei Freunden/Freundinnen oder Partnern/
Partnerinnen, ohne einen eigenen Mietvertrag zu besitzen. Neben diese n Formen
verdeckter Wohnungslosigkeit verbleiben Frauen häufig in gewaltgeprägten Beziehungen
oder in f inanziellen Abhängigkeitsbeziehungen, wenn sie sich den Erhalt einer
eigenständigen Wo hnung nicht zutrauen oder das Abgleiten in die Wohnungslosigkeit
befürchten.
Insbesondere aufgrund der schlechteren Einkommenssituation sind Frauen bei Trennungen
häufiger von Wohnungslosigkeit bedroht, da sie aufgrund ihrer eigenen
Einkommenssituation oder fehlender finanzieller Absicherung durch Unterhaltsansprüche
die Wohnung nicht mehr finanzieren können.
Bei Eintritt von Wohnungslosigkeit leiden Frauen verstärkt unter Scham- und
Versagungsgefühlen. Ihre Wohnungslosigkeit verbergen Frauen oftmals, indem sie bei
Freunden, Verwandten oder Bekanntschaften unterkommen. Häufig wechselnde unsichere
Unterkünfte sind damit kennzeichnend für die Lebenslagen wohnungsloser Frauen.1
1 Siehe dazu auch Positionspapier der BAG Wohnungslosenhilfe „Frauen in Wohnungslosigkeit und
Wohnungsnot, Stand Juni 2012
3
2.2 Statistische Daten über Wohnungslosigkeit bei Frauen
Die konkrete Entwicklung der Wohnungslosigkeit bei Frauen kann nicht speziell für die
Region Köln dargelegt werden. Vielmehr ist hierbei auf die
Wohnungsnotfallberichterstattung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des
Landes NRW, Berichtsjahre 2015 - 2017, zurückzugreifen, die landesweit Statistikdaten
über die Anzahl der Wohnungslosen, untergliedert nach Einzelpersonen, Haushalten sowie
die Geschlechterverteilung und Altersstruktur, erfasst.
Die Wohnungsnotfallstatistik NRW erfasst alle Menschen, die über keinen eigenen
mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen und durch die zuständigen Dienststellen
(Wohnungsamt und Amt für Soziales und Senioren) oder in Angeboten der Tr äger der
Wohnungslosenhilfe untergebracht sind. Aus dieser Statistik ergibt sich nicht die Anzahl der
Menschen, die sich auf der Straße aufhalten bzw. auf der Straße schlafen.
Um eine Entwicklung aufzeigen zu können, werden die Statistikdaten aus den Jahren
2015–2017 seit Beginn der Erstellung des Berichtes über wohnungslose und von
Wohnungslosigkeit bedrohter Frauen in Köln dargestellt.
2.2.1 Struktur der Altersgruppen der wohnungslosen Frauen in NRW
Von – bis;
unter… Jahre
Prozent Frauen
2015
Prozent Frauen
2016
Prozent Frauen
2017
unter 18 15,0 15,0 22,0
18 – 21 8,1 7,9 6,9
21 – 25 10,9 10,2 9,1
25 – 30 9,2 9,8 10,2
30 – 40 15,2 16,5 16,8
40 – 50 15,7 16,1 14,0
50 – 65 19,0 17,8 15,7
über 65 6,8 6,7 5,3
Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015-2017 in Nordrhein-Westfalen-Ministerium für Arbeit, Gesundheit
und Soziales des Landes NRW
4
2.2.2 Altersgruppen der kommunal und ordnungsrechtlich untergebrachten
wohnungslosen Frauen
Von – bis;
unter…Jahren
Prozent Frauen
2015
Prozent Frauen
2016
Prozent Frauen
2017
unter 18 22,2 23,1 29,0
18 – 21 5,5 5,0 5,4
21 – 25 6,5 5,6 6,6
25 – 30 . 6,1 6,6 8,2
30 – 40 12,7 13,7 15,0
40 – 50 15,8 16,4 13,4
50 – 65 21,6 20,2 16,0
über 65 9,6 9,3 6,5
Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit
und Soziales des Landes NRW
2.2.3 Haushaltsstruktur der kommunal und ordnungsrechtlich
untergebrachten Frauen
Haushaltsstruktur
Prozent Frauen
2015
Prozent Frauen
2016
Prozent Frauen
2017
Alleinstehende 17,3 16,3 15,4
Alleinstehende mit Kind(er) 4,0 4,4 4,9
Paare mit Kinder ..6,8 7,2 10,6
Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen Ministerium für Arbeit, Gesundheit
und Soziales des Landes NRW
5
2.2.4 Altersgruppen der wohnungslosen Frauen bei freien Trägern
Von – bis;
unter…Jahren
Prozent Frauen
2015
Prozent Frauen
2016
Prozent Frauen
2017
unter 18 0,8 0,8 0,6
18 – 21 13,4 12,9 11,7
21 – 25 19,6 18,2 16,5
25 – 30 15,4 15,4 16,3
30 – 40 20,1 21,3 22,6
40 – 50 15,5 15,6 15,7
50 – 65 14,0 13,6 15,0
über 65 1,1 2,3 1,6
ohne Altersangaben 0,0 0,0 0,0
Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit
und Soziales des Landes NRW
2.2.5 Haushaltsstruktur der wohnungslosen Frauen bei den freien Trägern
Haushaltsstruktur
Prozent Frauen
2015
Prozent Frauen
2016
Prozent Frauen
2017
Alleinstehende 80,3 78,1 81,5
Alleinstehende mit Kind(er) 7,6 8,4 8,7
In Partnerschaft lebend
ohne Kind(er)
7,8 6,6 5,8
In Partnerschaft lebend mit
Kind(er)
2,0 4,5 2,3
In sonstigen
Mehrpersonenhaushalten
lebend
2,3 2,4 1,8
Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit
und Soziales des Landes NRW
6
2.2.6 Art der Unterkunft von wohnungslosen Frauen bei freien Trägern
Art der Unterkunft Prozent Frauen
2015
Prozent Frauen
2016
Prozent Frauen
2017
Bei Bekannten 46,1 43,9 43,0
In der Facheinrichtung 16,6 20,7 19,5
Not-/Ersatzunterkunft 10,0 9,5 10,2
Familie/Partner 14,9 16,9 18,1
Sonstiges 4,6 2,9 2,7
Ohne Unterkunft 7,7 6,2 6,5
Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit
und Soziales des Landes NRW
2.3. Gesamtzahl der wohnungslosen Menschen lt. der
Wohnungsnotfallberichtserstattung des Landes NRW/ Situation in Köln
Die Entwicklung der wohnungslosen und untergebrachten Menschen in Köln wird in der
Wohnungsnotfallberichterstattung NRW über die Darstellung der Gesamtanzahl kommunal
und ordnungsbehördlich oder bei freien Trägern untergebrachten Menschen dargestellt.
2.3.1 Darstellung der Gesamtzahl der kommunal und bei freien Trägern
untergebrachten/betreuten Wohnungslosen
Jahr Anzahl der untergebrachten/betreuten
Personen
2017 6.037
2016 4.871
2015 4.683
Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit
und Soziales des Landes NRW
Erläuterung Bei den kommunal und ordnungsbehördlichen Unterbringungen handelt es sich um gewerbliche OBG-
Unterkünfte, Obdachlosenheime oder ordnungsbehördliche Beschlagnahmungen.
Bei den Trägern der Wohnungslosenhilfe handelt es sich um betreute Wohnprojekte, deren Zielsetzung
es ist, soziale Schwierigkeiten zu beseitigen oder zu mildern, damit perspektivisch eine reguläre
Unterbringung oder Wohnungsversorgung möglich ist.
7
2.3.2 Darstellung der kommunalrechtlichen Unterbringung oder bei freien
Trägern
Jahr Gesamt davon Kommunal
nach OBG
davon bei freien
Trägern
2017 6.037 5.225 812
2016 4.871 4.054 817
2015 4.683 3.736 947
Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit
und Soziales des Landes NRW
2.3.3 Wohnungslose Frauen in Köln, die auf der Straße leben
Es gibt keine validen Daten darüber, wie viele Menschen tatsächlich auf der Straße leben.
Bisherige Schätzwerte beziehen sich auf wohnungslose Menschen, die grundsätzlich einen
Sozialhilfeanspruch haben und weitgehend in der Wohnungslosenhilfe bekannt sind.
In den letzten Jahren prägen d ie Folgen der Zuwanderung aus dem osteuropäischen
Bereich zunehmend die Wahrnehmung im öffentlichen Raum. Viele dieser Menschen leben
auf der Straße.
Seit Mitte 2017 hat das Amt für Soziales für Senioren in Kooperation mit Trägern der
Wohlfahrtspflege (Diakonie Michaelshoven e.V. und Benedikt Labre e.V.) und dem
Landschaftsverband Rheinland die Angeb ote der Wohnungslosenhilfe durch Streetwork
erweitert. Über die statistischen Erfassungen der Streetworker können Daten vorgelegt
werden. Bei den nachfolgenden Zahlen ist anzumerken, dass diese bislang nur über einen
Zeitraum von 6 Monaten (ab Mitte 2017) erhoben wurden.
In der zweiten Jahreshälfte konnte zu 431 Menschen insgesamt ein Kontakt aufgenommen
werden. Hiervon waren 286 Deutsche, 112 E U-Osteuropäer und 33 sonstiger Nationalität.
Von den 431 Menschen waren 330 Männer und 101 Frauen. Von der Gesamtzahl machten
267 Menschen Platte , das heißt, sie leben auf der Straße. Unter Berücksichtigung des
kurzen Zeitraumes der Datenerhebung seit Projektstart kann diese Zahl jedoch nicht als
Basis von Hochrechnungen genommen werden. Hier sind die weiteren Ergebni sse des
Streetworks abzuwarten.
Die Dunkelziffer von wohnungslosen Frauen muss deutlich höher als bei wohnungslosen
Männern angenommen werden , da viele Frauen ihre Wohnungslosigkeit verschweigen
oder ungesicherte Wohnverhältnisse, z.B. durch Einzug bei einem neuen Partner,
eingehen.
8
3. Frauenspezifische Gesichtspunkte in der Arbeit mit
wohnungslosen Frauen
3.1 Wohnungslose Frauen mit Kindern oder schwangere wohnungslose
Frauen
Wohnungslose Müt ter haben wohnungslose Kinder oder leben mit ihren Kindern in der
besonderen Lebenslage Wohnungsnot, und damit in unsicheren Wohnverhältnissen.
Bezogen auf die Gesamtgruppe der im Jahr 2017 in Deutschland wohnungslosen Personen
schätzt die BAGW die Zahl der Kinder und m inderjährigen Jugendlichen auf 8 % (32 .000).
Diese Zahlen beziehen sich vor allem auf Kinder und Jugendliche, die gemeinsam mit ihren
wohnungslosen Eltern leben. Zu Kindern in prekären Wohnverhältnissen oder
alleinlebenden Kindern ohne feste Unterkunft gibt es keine gesicherten Zahlen.
Welche Folgen hat Wohnungslosigkeit für Kinder?
Unangemessene Wohnverhältnisse , Zwangsräumungen und Wohnungslosigkeit haben
gravierende negative Auswirkungen auf das Aufwachsen, die Entwicklung, die
Bildungschancen, die Gesundheit und das persönliche Sicherheitse mpfinden von Kindern.
Auch die „verdeckte Wohnungslosigkeit“, in die sich Frauen mit ihren Kindern immer wieder
begeben, beeinträchtigt die gesunde Entwicklung von Kindern.
Laut vorliegenden Studien in den Niederlanden wirken sich besonders die
Zwangsräumungen verheerend auf Kinder aus (Depressionen, Angstzustände). Mit Eintritt
der Wohnungslosigkeit gehen schulische Leistungen signifikant zurück. Kinder, die
zeitweise getrennt von ihren Eltern untergebracht werden, haben ein doppelt so hohes
Risiko, als Er wachsene erneut wohnungslos zu werden, wie Kinder, die keine Trennung
erlebt haben.
In der Arbeit mit wohnungslosen Frauen ist es dabei zwingend erforderlich , neben den
klassischen Themen der Hilfen gem. § 67 SGB XII Schwerpunkte zu bearbeiten, die eng
mit der Situation von alleinerziehenden Müttern oder mit der Situation von Schwangeren
verknüpft sind.
9
3.2 Psychisch erkrankte wohnungslose Frauen
In den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe zeigt sich seit Jahren über alle Altersgruppen
hinweg ein steigender Anteil von Frauen mit massiven psychischen Auffälligkeiten/
Erkrankungen.
Die Erfahrungen in den Kölner Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe für Frauen decken
sich mit den Erkenntnissen verschiedener Studien, wie der sogenannten SEEWOLF -
Studie, die 2014 veröffentlicht wurde.
Bestehende s omatische und psychische Erkrankungen verschlimmern sich durch das
Leben auf der Straße oder in unsicheren Wohnverhältnissen . Häufig sind sie Auslöser für
Wohnungslosigkeit, weil es den Frauen aufgrund der Erkrank ung nicht mehr möglich ist,
ihre Wohnung, Arbeit und ein soziales Umfeld zu erhalten.
In anderen Fällen löst das Leben in der Wohnungslosigkeit oder in einer unsicheren Wohn -
und Lebenssituation psychische Auffälligkeiten/ Erkrankungen aus bzw. verstärkt diese.
Bei einem Teil der Frauen, die in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Köln betreut
werden, liegen Diagnosen vor, in anderen Fällen kann aufgrund der Auffälligkeiten nur ei ne
Erkrankung vermutet werden.
Fehlende Krankhe itseinsicht, geringe eigene Ressourcen, ein fehlendes soziales und
familiäres Stützsystem, selbst gewählte Isolation oder gesellschaftliche Segregation
erschweren es den Frauen, Hilfe anzunehmen.
Viele von ihnen empfinden Aufenthalte in Krankhäusern, Sucht kliniken oder Psychiatrien
als Zwangsmaßnahmen, was die Annahme weiterer Hilfen zusätzlich erschwert und neben
der Unstetigkeit des Lebens auf der Straße auch ein Grund für eine unzureichende
medizinische Versorgung der bestehenden psychischen Erkrankungen bzw.
Suchterkrankungen ist.
10
3.3 Ältere oder vorgealterte wohnungslose Frauen
Dezidierte Angaben über Alters - und Haushaltsstruktur von wohnungslosen Frauen liegen
auf lokaler Ebene in Köln nicht durchgängig vor . Ebenfalls liegen der Stadt Köln keine
Daten im Bereich der Angebote der Träger der Wohnungslosenhilfe vor, da diese Daten
unmittelbar online von den Trägern an das Land NRW übermittelt werden.
Von daher werden die vom Land NRW erhobenen Angaben über Geschlecht und Alter als
Aufgangspunkt der Bewertung zugrunde gelegt , in der Annahme, das s diese Angaben im
Wesentlichen den lokalen Verhältnissen in Köln entsprechen.
In der Gesamtstatistik ist bezüglich der Altersstruktur der Frauen ab 50 Jahren und über 60
Jahren seit 2015 ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen. (siehe Punkt. 2.2.1). Auch
die Anzahl der kommunal untergebrachten wohnungslosen Menschen insgesamt ist in der
Altersgruppe 50 – 60 Jahre n und über 60 Jahren rückläufig. In beiden Fällen ist ein
überdurchschnittlicher Rückgang in 2017 gegenüber 2016 festzustellen.
Aus dieser Entwicklung lässt sich allerdings nicht die Aussage herleiten, da ss es weniger
ältere wohnungslose Menschen/Frauen gi bt. Insbesondere die Datenerhebung in 2017
zeigt, das landesweit eine Steigerung von 28,9 % der Wohnungsnotfälle gegenüber dem
Vorjahr festzustellen ist. Dieser überdurchschnittliche Anstieg der Wohnungsnotfälle ist zu
einem großen Anteil auf die Anerkennungen im Bereich der Asylanträge bei der Gruppe der
unter 18 - jährigen zurückzuführen. Die Verringerung des Prozentanteiles der älteren
Wohnungslosen an der Gesamtzahl muss also im Zusammenhang mit dem deutlichen
Anstieg der unter 18 jährigen Wohnungslosen gesehen werden.
Bei der Landesstatik der durch die Träger der Wohnungslosenhilfe
untergebrachten/betreuten Wohn ungslosen ist bei der Zielgruppe der wohnungslosen
Frauen von 50 – 60 Jahren ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Bei den über 60 - jährigen
ist gegenüber 2016 ein Rückgang festzustellen.
Tendenziell kann angenommen werden, dass der Anteil der vorgealterten und älteren
wohnungslosen Frauen zumindest gleichbleibend ist und hieraus folgend für diese
Zielgruppe besondere Angebote der Wohnungslosenhilfe vorgehalten werden müssen.
Vorgealterte, ältere und alte Frauen zeigen z.T. psychische Auffälligkeiten/Erkrankungen,
dementielle Veränderungen, vor allem aber körperliche Erkrankungen, die auf das lange
Leben in unsicheren Wohnverhältnissen, auf Substanzenkonsum, auf das Alter selbst oder
eine Kombination aus allen Indikationen zurückzuführen sind.
11
Die Zukunftsperspektive älterer Frauen ist häufig unklar. Teilweise verhindern
unrealistische Vorstellungen oder die fehlende Annahmebereitschaft altersgerechter
Alternativen eine notwendige Anschlussversorgung. Angesichts des Alters und der
Erkrankungen der Klientinnen verändern sich die Hilfeansätze und -prozesse.
Als ein mög liches Angebot wird daher der Aufbau von kleineren Wohngruppen/ -projekten
gesehen, in denen neben einer Grundversorgung von sozialen Hilfen pflegerische und/
oder hauswirtschaftliche Hilfen angeboten werden können.
3.4 Prostituiertenhilfe
Wohnungslose od er von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen, die in der Prostitution
arbeiten oder die Arbeit in der Prostitution in Erwägung ziehen , werden durch die
Prostituiertenhilfe des SkF e.V. und durch die Angebote des Gesundheitsamtes der Stadt
Köln erreicht.
Der S kF e.V. stellt durch die sozialarbeiterische Arbeit auf dem Gelände an der
Geestemünder Straße an 365 Tagen im Jahr die niedrigschwellige Betreuung und
Krisenintervention sicher. Jede Frau, die neu auf dem Gelände angetroffen wird, erhält eine
Erstberatung und das Angebot der Klärung bestehender Problemlagen und der
Weitervermittlung ins Hilfesystem.
Durch die aufsuchende Arbeit der Prostitui ertenberatungsstelle „Rahab“ des SkF e.V.
erhalten Frauen, die auf den Straßenstrichen im Kölner Stadtgebiet, in Clubs, Bordellen
oder anderen Prostitutionsstätten arbeiten, Kontakt zum Hilfesystem und alle notwendigen
Informationen, die sie für die Arbeit und den möglichen Ausstieg benötige n. Gerade mit der
aufsuchenden Arbeit im Kölner Süden und der regelmäßigen Präsenz in der Großsiedlung
„Am Kölnberg“ in Meschenich werden Frauen mit Mehrfachproblematiken erreicht.
Die offene Sprechstunde von „Rahab“ wird in der Regel von Frauen aufgesuch t, die bereits
den Ausstieg aus der Prostitution planen und dazu über einen längeren Zeitraum Hilfe und
Unterstützung bei der Bewältigung der meist komplexen Problemlagen benötigen.
Der SkF e.V., das Gesundheitsamt der Stadt Köln und andere Träger wie z.B . agisra e.V.,
arbeiten in Köln in der Beratung von Prostituierten in enger Abstimmung mit der Polizei und
dem Ordnungsamt und verfolgen dabei einen präventiven statt repressiven Ansatz.
12
3.5 Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen mit
Gewalt- oder häuslicher Gewalterfahrung
Gewalt bzw. häusliche Gewalt, ausgeübt durch die Familie, Partner/Partnerin oder durch
Bekannte spielt im Leben von wohnungslosen oder von Wohnungslosigkeit bedrohten
Frauen eine wesentliche und vielschichtige Rolle.
Frauen, die wiederholte und massive Gewalt erleben oder schon in der Herkunftsfamilie
erlebt haben, verfügen selten über eigene Ressourcen, die notwendig sind, sich
angemessen zu wehren oder sich im sozialen Umfeld oder bei Institutionen Hilfe zu holen.
Sie leben oft lange in Gewaltbeziehungen und entwickeln Überlebensstrategien, die ihnen
zum Teil nur vermeintliche und kurzfristige Erleichterung verschaffen. So suchen Frauen
Auswege mithilfe von Betäubung (Alkohol, Drogen, Medikamente), extremer Anpassung
oder von Flucht in eine neue Beziehung etc. Nicht selten entwickeln Frauen psychische
Auffälligkeiten oder Erkrankungen.
Wenn Frauen wohnungslos sind, ist die Gefahr, Opfer zu werden, besonders groß. Frauen
halten dann oft langjährige Gewalt durch Partner aus, bei denen sie unterschlüpfen können,
um zumindest einen gewissen Schutz vor Übergriffen fremder Männern auf der Straße zu
erhalten.
Um diesen Gewaltkreislauf zu durchbrechen, müssen alle Frauen nach dem Erleben von
häuslicher Gewalt intensiv unterstützt werden. Insbesondere auch die Frauen, die nicht in
der Lage sind, den „normalen Weg“ über die Unterbringung in einem Frauenhaus oder
mithilfe eines Antrages einer Schutzanordnung oder Wohnungszuweisung zu gehen.
In Köln gibt es zwei Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt.
Linksrheinisch in der Trägerschaft des SkF e.V., rechtsrheinisch in der Trägerschaft des
Diakonie Michaelshoven e.V.
13
3.6 Von Gewalt betroffene Frauen in einem anonymen Frauenhaus
Flüchten Frauen und Frauen mit ihren Kindern aus gewaltgeprägten
Beziehungen/Haushalten, können sie in einem Frauenhaus aufgenommen werden.
Schwerpunkt der Arbeit in einem Frauenhaus ist es, Frauen, die mit ihren Kindern vor
Gewalt in Ehe, Partnerschaft und Familie flüchten, Schutz, Unterkunft und
sozialpädagogische Unterstützung und Beratung zur Verfügung zu stellen.
In Köln existieren insgesamt zwei autonome Frauenhäuser, die jeweils 10 Frauen und ihren
Kindern Schutz und Aufnahme ermöglichen. Die Frauenhäuser werden betrieben vom
Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“.
Frauenhäuser sind kein Hilfeangebot für wohnungslose Frauen, die auf der Straße lebend
Gewaltanwendungen Dritter ausgesetzt sind. Die autonomen Frauenhäuser nehmen
ausschließlich Frauen aus bestehenden Haushalten/Wohnungen auf.
Mit dem Entschluss, die gewaltgeprägte Beziehung zu beenden und in ein Frauenhaus zu
gehen, tritt faktisch eine drohende Wohnungslosigkeit ein. Soweit die Frau nicht mehr in
den vorherigen Haushalt zurückkehrt, ist sie wohnungslos und sucht nach dem Aufenthalt
in einem Frauenhaus eine eigene Wohnung.
Die Vermittlung der Frauen/und deren Kinder in Angebote der Wohnungslosenhilfe oder in
ordnungsbehördliche Angebote erfolgt dann, wenn der weitere Verbleib in einem anonymen
Frauenhaus aufgrund der persönlichen oder gesundheitlichen Gründe nicht weiter möglich
ist (z.B. Vorliegen einer psychischen Erkrankung, Suchtmittelabusus) oder durch den
Verbleib der Frau im Frauenhaus die Anonymität des Frauenhauses gefährdet ist.
14
4. Wo hnungslose Frauen mit Leistun gsbezug nach dem SGB II
und SGB XII
Mit Inkrafttreten des SGB II zum 01.01.2005 wurde im Amt für Soziales und Senioren das
Dienstleistungszentrum ResoDienste Köln gegründet. Hierbei werden, gebündelt an einem
Ort, alle Leistun gen für Wohnungslose, auch für wohnungslose Frauen, eingeleitet oder
erbracht. Mit Inkrafttreten des SGB II wurde das Amt für Soziales und Senioren durch das
Jobcenter Köln mit der Wahrnehmung der Aufgaben nach dem SGB II für wohnungslose
Menschen in Köln beauftragt. Durch die Zentralisierung aller Hilfen für Wohnungslose
können Aussagen für die Situation arbeitssuchender wohnungsl oser Menschen getroffen
werden.
Bei den frauenspezifischen Angeboten , wie z.B. Seniora, Respekt oder auch der
Betreuung von Frauenhausfällen wird die Bearbeitung der Hilfefälle durch eine weibliche
Sachbearbeitung beim Dienstleistungszentrum ResoDienste Köln durchgeführt.
Die Aufschlüsselung nach Geschlecht, Alter und Migrationshintergrund wird nachfolgend
für die Jahre 2015 - 2017 dargelegt.
15
4.1 Wohnungslose Frauen mit Leistungsbezug nach SGB II
Alter Gesamt weiblich % Anteil weiblich
2015 2016 2017 2015 2016 2017 2015 2016 2017
< 25 Jahre 171 147 162 53 ..43 46 31 % 29 % 28 %
< 40 Jahre 662 635 592 149 137 129 22 % 22 % 22 %
< 50 Jahre 397 368 370 62 ..57 61 16 % 15 % 16 %
50< 65 Jahre 359 338 345 59 ..58 57 16 % 17 % 17 %
Gesamt 1.589 1.488 1.469 323 295 293 20 % 20 % 20 %
Nationalität Gesamt weiblich % Anteil weiblich
2015 2016 2017 2015 2016 2017 2015 2016 2017
Deutsch 1.156 1.109 1.127 211 208 220 18 % 19 % 20 %
Nicht
Deutsch
433 379 342 112 87 73 26 % 23 % 21 %
Alleinerziehende Frauen 2015 2016 2017
Mit einem Kind < 3 Jahren 14 11 7
16
4.2 Wohnungslose Frauen mit Leistungsbezug nach SGB XII
(Drittes und Viertes Kapitel)
Insgesamt 350 Personen erhalten Hilfe zum Lebensunterhalt oder
Grundsicherungsleistungen im Alter oder bei dauerhafter voller Erwerbsunfähigkeit nach
dem SGB XII. Hiervon sind 110 weiblich (31,4 %).
Altersstruktur Anzahl Frauen
2015 2016 2017
< 25 Jahren 3 ..8 8
< 40 Jahren 17 28 33
< 50 Jahren 12 13 21
< 65 Jahren 24 30 37
Ab 65 Jahren 15 0 11
Nationalität Anzahl Frauen
2015 2016 2017
Deutsch 56 64 88
Nicht Deutsch 15 15 22
17
5. Versorgung wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit
bedrohter Frauen in Köln
Die Ansprache, Beratung und Versorgung wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit
bedrohter Frauen ist eine zentrale Aufgabe des Amtes für Soziales und Senioren. Aufgrund
der besonderen Problemlagen und der hohen fachlichen Anforderungen im Umgang mit
dieser Personengruppe sind alle Angebote in der Abteilung Fachstelle Wohn en,
wirtschaftliche Hilfen und Dienstl eistungszentrum ResoDienste Köln im Amt für Soziales
und Senioren zentralisiert.
Bereits seit Beginn der 1990er Jahre wurden die Hilfen für wohnungslose Frauen
umfassend ausgeweitet. In Köln stehen seitdem die kontinuierliche Innovation von
Projekten sowie die Ausdifferenzierung nach besonderen Bedarfen bei den Frauen im
Vordergrund.
5.1 Vermeidung von Wohnungslosigkeit – Prävention
Unter Berücksichtigung der seit Jahren angespannten Situation der Wohnraumversorgung,
insbesondere im Segment der bezahlbaren Wohnungen für Alleinstehende, kommt der
Präventionsarbeit elementare Bedeutung zu.
Das Amt für Soziales und Senioren, Fachstelle W ohnen, verfolgt dabei für die Prävention
von Wohnungsverlust einen lokalen Ansatz. Bei den Personengruppen der alleinstehenden
und alleinerziehenden Frauen wird besonders darauf geachtet , einen sich abzeichnenden
Wohnungsverlust frühestmöglich zu vermeiden. Im Bedarfsfall werden durch ein lokales
Beratungsangebot und aufsuchende Hilfe , Probleme identifiziert , di e die Wohnsituation
gefährden, Leistungsansprüche geprüft und die Antragsstellung unterstützt.
18
5.2 Ordnungsbehördliche Unterbringung von wohnungslosen Frauen
Bei Eintritt der Wohnungslosigkeit suchen Frauen in aller Regel nicht die Regelangebote
der ordnungsbehördlichen Unterbringung auf, weil die meisten gewerblichen
Einfachstunterkünfte für die Belegung beider Geschlechter genutzt werde n und die Frauen
Angst vor Übergriffen und Belästigungen haben.
Zum Stichtag 31.07.2017 bestanden insgesamt 946 Unterbringungsmöglichkeiten (Betten)
in Angeboten der ordnungsbehördlichen Unterbringung (ohne Sondereinrichtungen wie
Internationaler Bund e.V.- Pallenbergstr. Und Rather Str. , Deutsches Rotes Kreuz -Hotel
Plus). Diese waren zum Stichtag mit 140 Frauen und alleinstehenden Fraue n mit Kindern
belegt (20,6 %). Daneben bestehen noch 41 Plätze in Notaufnahmen. Hier kann aufgrund
der hohen Fluktuation keine Nutzungsquote von Frauen ausgewiesen werden.
Ebenfalls unberücksichtigt bleibt das Angebot der humanitären Winterhilfe. Die Nutzung
und Auslastung der Winterhilfeangebote erfolgt in einem separaten Bericht.
Zur Verbesserung der Notunterbringung hat die Fachstelle Wohnen spezielle
Unterbringungseinrichtungen geschaffen, die für Frauen und für Frauen mit ihren Kindern
eine zusätzliche Unterstützung bei der Reintegration in den Wohnungsmarkt bieten.
Dabei handelt es sich um ein neues Angebot in Köln-Neubrück der Diakonie
Michaelshoven e.V., das über 18 Plätze für alleinerziehende Frauen und auch Familien
verfügt.
Weiterhin hat die Fachstelle Wohnen des Amtes für Soziales und Senioren in Kooperation
mit dem SkF Köln e.V. eine speziell für wohnungslose Frauen geeignete,
ordnungsbehördliche Unterkunft in Lindenthal mit 25 Plätzen geschaffen. Hier wird den
Bedarfen von Frauen Rechnung getragen und Unterstützung gewährt.
Aufgenommen werden hier volljährige und vorwiegend mietvertragsfähige alleinstehende
Frauen ohne Kinder, die akut in Wohnungslosigkeit geraten oder bereits seit längerer Zeit
wohnungslos sind. Die Aufnahme der Frauen erfolgt auch mit ihren Tieren. Die Zuweisun g
erfolgt zeitlich befristet. Die Betreuung wird durch den SkF e.V. sichergestellt.
Neben diesen neuen Angeboten steht auch das bereits langjährige Angebot für Frauen und
deren Kindern in der Einrichtung Pallenbergstr. des I nternationalen Bundes e.V. zur
Verfügung.
Alle Angebote im Rahmen der ordnungsbehördlichen Unterbringung werden durch das Amt
für Soziales und Senioren, Fachstelle Wohnen belegt.
19
5.3 Streetwork
Im Arbeitsfeld der aufsuchenden Arbeit /Streetwork ist eine Stelle mit weiblichem Personal
besetzt. Dadurch kann gewährleistet werden, dass wohnungslose Frauen durch eine
Streetworkerin angesprochen werden, um hierdurch einen leichteren Zugang zu den
Frauen zu erhalten. Es finden Beratungs- und Informationsgespräche auf der Straße statt.
Dabei werden d en Frauen Gesprächs - und Unterstützungsangebote aufgezeigt oder die
Frauen erhalten Kontaktdaten , um zu einem späteren Zeitpunkt von dem Angebot
Gebrauch machen zu können. Durch die spontane Kontaktaufnahme gelingt es oft leichter,
eine erste Beziehung zu knüpfen, um einen anschließenden Zugang zu einer Einrichtung
zu ermöglichen. Ziel ist es, Schwellenängste abzubauen, zu informieren und so z.B. das
Aufsuchen der niederschwelligen Hilfsangebote für wohnungslose Frauen zu erleichtern. In
speziell für Frauen ausgerichteten Angeboten können Frauen sich eher stabilisieren und
eventuell Hilfe annehmen. Voraussetzung für die Bildung einer Vertrauensbasis ist die
Freiwilligkeit der Angebotsannahme.
Die Streetworkerin will damit gerade auch jene Frauen ansprechen, die von sich aus keine
Hilfsmöglichkeiten mehr aufsuchen, diese jedoch dringend benötigen. Oftmals aus Scham
versuchen Frauen, noch länger als Männer, ihre Situation zu verheimlichen oder aber sie
leben in (gewalttäti gen) Abhängigkeitsverhältnissen. Zudem gehen mit Wohnungslosigkeit
auch noch häufig weitere Problematiken einher, wie Verschuldung, Krankheit, Drogen- oder
Alkoholsucht.
Die Auswertung des Streetworks von Juli 2017 bis Januar 2018 zeigt, dass der Anteil der
Frauen, die auf der Straße angetroffen werden, im Vergleich zu Männern , niedriger ist. Die
Geschlechterverteilung in den 431 Einzelkontakten der Streetworkerinnen steht im
Verhältnis von 76,6 % Männer zu 23,4 % Frauen.
Auffallend ist, dass sich unter den Frauen ein großer Anteil betroffener Frauen befindet, die
psychische Auffälligkeiten aufweisen und aufgrund ihrer psychischen Erkrankung entweder
keine Kontaktaufnahme zulassen oder nicht erreichbar sind. Zudem fallen diese Frauen in
einigen Fällen augenscheinlich durch Verwahrlosung auf.
20
5.4 Das Kölner Hilfesystem für Wohnungslose nach § 67 SGB XII
Das Amt für Soziales und Senioren bietet für wohnungslose Frauen in Kooperation mit
Trägern der Wohlfahrtspflege und dem Landschaftsver band Rheinland als überörtlichen
Sozialhilfeträger ein umfangreiches und differenziertes Hilfesystem an.
Nachfolgend wird das Hilfesystem mit dem Schwerpunkt für wohnungslose Frauen
dargestellt. Eine umfangreiche Auflistung aller Angebote ist dem Bericht als Anlage
beigefügt
Fachberatungsstellen
Das Dienstleistungszentrum ResoDienste Köln bezuschusst in Kooperation mit dem
Landschaftsverband Rheinland insgesamt drei Fachberatungsstellen für die Beratung und
Unterstützung von wohnungslosen oder von Wohnungslosigkeit bedrohten Frauen . Die
Fachberatungsstellen werden durch den Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF e.V.)
und die Diakonie Michaelshoven e.V. angeboten.
Notschlafstellen
Bei diesen Angeboten handelt es sich nicht um ordnungsbehördliche Notschlafstellen,
sondern um zielgruppenorientierte und pädagogisch betreute Notschlafstellen. Der
Aufenthalt in den Notschlafstellen ist in aller Regel nur während der frühen Abendstunden
und der Nachstunden möglich. In den Notschlafstellen werden Verpflegung und andere
Versorgungsangebote (Duschen, Wäsche waschen, Spritzentausch) angeboten.
Für wohnungslose Frauen stehen in Köln 19 Schlafplätze zur Verf ügung. Diese werd en
vom SkF e.V., der Diakonie Michaelshoven e.V. und den Vinzentinerinnen angeboten.
In der Notschlafstelle Diakonie Michaelshoven e.V. besteht ein Aufenthalt über 24 Stunden
mit Clearingfunktion und der Möglichkeit einer Weitervermittlung
Ambulante Hilfen
Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen können als Einzelfallhilfe
sozialarbeiterische Unterstützung und Begleitung erhalten. Im Rahmen der Einzelfallhilfe
bieten speziell die Träger SkF e.V., Diakonie Michaelshov en e.V., die Vinzentinerinnen
sowie agisra e.V. frauenspezifische Unterstützung an.
Neben diesen Angeboten stehen Frauen auch die geschlechtergemischten Angebote der
Ambulanten Hilfen anderer Träger zur Verfügung.
21
Ambulant Hilfe in Trägerwohnraum
Zielgruppenorientierte Wohnangebote sind auf die speziellen Bedarfe von Zielgruppen
zugeschnittene Unterbringungsangebote, in denen persönliche Unterstützungsleistungen
als ambulante Hilfe für einen zeitlich begrenzten Zeitraum gewährt werden.
Spezielle Angebote für wohnungslose Frauen bestehen bei folgenden Trägern:
SkF e.V.
Vinzentinerinnen
Diakonie Michaelshoven e.V.
Diakonisches Werk
Darüber hinaus bestehen betreute Wohnangebote bei anderen Trägern der
Wohlfahrtspflege, die von Männern und Frauen genutzt werden können.
Stationäre Hilfen
Für wohnungslose Frauen, die einen umfassenden Hilfebedarf haben und ein stationäres
Angebot benötigen, bietet der Landschaftsverband Rheinland als überörtlicher
Sozialhilfeträger in Kooperation mit d er Diakonie Michaelshoven ein stationäres Angebot
(Elisabeth-Fry-Haus) an.
22
5.5 Weitere Angebote
Neben den oben genannten Angeboten existieren weitere frau enspezifische
Beratungsstellen, die andere Beratungsschwerpunkte haben, aber deren Beratungsarbeit
sich auch auf die Wohnraumsicherung auswirkt. Beispielhaft und nicht abschließend sind
hier genannt:
• Zwei Interventionsstellen bei häuslicher Gewalt (Diakonie Michaelshoven e.V. und
SkF e.V.)
• Spezialisierte frauenspezifische Beratungsstellen wie z.B. agisra e.V., Frauen lernen
Leben e.V. u.a.
23
5.6 Angebotsverteilung der Hilfen im städtischen Raum
Im Rahmen des zielgruppenorientierten Ausbaues des Hilfesystems wurde besonderer
Wert auf die dezentrale Verteilung der Angebotsstruktur gelegt:
Betreute
Wohnformen Beratungsstellen Notschlafstellen Stationäre
Hilfen
Altstadt-Süd
Deutz
Dünnwald
Ehrenfeld
Humbold
Innenstadt
Kalk
Lindenthal
Mülheim
Meschenich
Neustadt-
Süd
Neustadt-
Nord
Nippes
Porz-
Zündorf
Porz- Wahn
Raderthal
Rath
Weidenpesch
Zollstock
Angebote nur für Frauen
Angebote für Frauen und Männer
Im Bereich der Notschlafstellen ist auf eine zentrale Lage und gute Erreichbarkeit zu
achten. Dies führte jedoch zu einer in der Innenstadt dominierenden Angebotslage.
Daher werden die Angebote seitdem nicht mehr konzentriert in der Innenstadt angeboten.
24
25
5.7 Auslastung und Annahme der Angebote durch Frauen
Notschlafstellen und ordnungsbehördliche Unterbringungen in gewerblichen
Einfachstunterkünften, in denen beide Geschlechter untergebracht sind, werden von
Frauen deutlich weniger angenommen. In diesen Einrichtungen befürchten Frauen
physische und psychische Gewaltausübung durch Männer.
Hingegen haben Notschlafstellen für Frauen, wie zum Beispiel das Elisabeth -Fry-Haus der
Diakonie Michaelshoven e.V. oder das Comeback des SkF e.V. eine hohe Akzeptanz bei
den Frauen. Auch die frauenspezifischen Beratungsstellen zeigen hinsichtlich der
Kontaktzahlen, dass diese Angebote intensiver angenommen werde n, als Angebote, die
sich an beide Geschlechter richten.
Die hohe Akzeptanz von frauenspezifischen Angeboten spiegelt auch die Forderung der
BAG Wohnungslosenhilfe wider 2, die auf ein frauengerechtes und an den spezifischen
weiblichen Lebensumständen orientiertes Hilfesystem besteht.
Im Bereich der Hilfen nach § 67 SGB XII zur Überwindung der besonderen sozialen
Schwierigkeiten wird bereits seit vielen Jahren ein frauenspezialisiertes Hilfesystem
angeboten und hat sich durch die besondere Nachfrage etabliert.
2 Positionspapier der BAGW vom Fachausschuss Frauen von Juni 2013
26
6. Arbeits- und Beschäftigungsangebote nach SGB II für
wohnungslose Frauen
Wohnungslose Frauen haben bei Vorliegen der Erwerbsfähigkeit über drei Stunden
arbeitstäglich grundsätzlich Ansprüche nach dem SGB II. Wohnungslosigkeit ist auf das
Vorliegen multipler Problemlagen zurückzuführen. In diesen Fällen ist eine unmittelbare
Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt ohne vorangehende Fördermaßnahmen in aller
Regel ausgeschlossen. Daher werden für Menschen mit multiplen
Vermittlungshemmnissen im Bereich der kommunalen Eingliederungsmaßnahmen nach
§ 16 a SGB II Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen angeboten.
Ein konkretes Arbeitsangebot allein für wohnungslose Frauen ist nicht sinnvoll. Bestehende
Wohnungslosigkeit ist eine Rahmenbedingung, die die Vermittlung in Arbeit erschwert,
deren Ursache in persönlichen und sozialen Schwi erigkeiten besteht, die im Rahmen von
Arbeitsangeboten berücksichtigt werden müssen. Für Frauen mit bestehenden
persönlichen und sozialen Schwierigkeiten stehen nachfolgende Angebote zur Verfügung.
Der Wendepunkt
Die Frauenberatung sstelle mit Standorten i n Kalk und Mülheim der Diakonie
Michaelshoven e.V. bietet Unterstützung , insbesondere auch für Frauen mit
Zuwanderungs- und/ oder Fluchtgeschichte und von Gewalt betroffene Frauen . Die
Gespräche werden bei Bedarf durch muttersprachliche Beraterinnen und mi t Hilfe von
Sprachmittlerinnen geführt.
Problemstellungen aus den Bereichen Wohnung, Verschuldung, Trennung, Gewalt sowie
Familie werden bearbeitet.
Casa Blanca
Casa Blanca ist eine Arbeitsgelegenheit für Frauen mit insges amt 30 Teilnahmeplätzen.
Das Beschäftigungsprojekt wird vom SkF e.V. angeboten.
Die dort beschäftigten Frauen weisen in aller Regel schwere Vermittlungshemmnisse auf
und bedürfen zur Heranführung an eine Erwerbsintegration erheblicher psychosozialer
Unterstützung.
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Strickleiter I und Strickleiter II
Beide Angebote sind Projekte des SkF e.V. Köln. Strickleiter I richtet sich an Opfer
häuslicher Gewalt, bei denen die Folgen der zum Teil über Jahre erlebten Gewalt zur
Ausprägung von psychosozialen Vermittlungshemmnissen geführt bzw. beste hende
Vermittlungshemmnisse verstärkt haben.
Das Angebot funktioniert als Lotse hinein in das Hilfesystem, Strickleiter I stellt im Rahmen
des Case Managements sicher, dass die Opfer (und deren Kinder) die notwendigen und
möglichen Hilfen erhalten.
Die Strickleiter I steht weiblichen wie männlichen Opfern häuslicher Gewalt offen, wird zu
nahezu 100% von Frauen genutzt. 85% der Betroffenen leben mit mehreren Kindern
zusammen. H äufig leiden sie unter psychischen oder somatischen Erkrankungen, viele
leben in ungesicherten Wohnverhältnissen oder unter drohendem Wohnungsverlust.
Strickleiter II ist ein Angebot für Frauen mit massiven Problemlagen, die einer Arbeits - oder
Beschäftigungsaufnahme entgegenstehen. Die Hilfen von Strickleiter II reichen von der
Existenzsicherung, der Sicherung der Wohnung und der psychischen und somatischen
Gesundheit der Klientinnen bis hin zur Stabilisierung in der ersten Phase bei der Aufnahme
einer Maßnahme, einer Aus- oder Weiterbildung oder einer Beschäftigung.
FrauenLeben e.V.
Die Frauenberatungsstelle des gemeinnützigen Trägervereins FrauenLeben e.V. bietet
Beratung, Krisen - und Orientierungsgespräche, themenbezogene Gruppen, Beratung für
Angehörige sowie Vortrags - und Themenabende. Zu den Arbeitsschwerpunkten gehören
gestörtes Essverhalten (Magersucht, Bulimie, Binge Eating und Adipositas), Unterstützung
bei Gewalterfahrung (häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, Stalking u.a.), Probleme in
der Familie und Partnerschaft, Trennung/ Scheidung, psychische Erkrankungen , wie
Depressionen, Ängste, u.a. berufsbezogene Problemlagen, Arbeitslosigkeit und deren
psychosoziale Folgen, Selbstwertprobleme u.v.m.
Arbeit sofort
Hinter diesem Projekt stehen der SKM e.V., der SkF e.V. und der Internationale Bund. Das
Projekt richtet sich an SGB II leistungsberechtigte Personen , die wohnungslos sind, die
weder in Beschäftigungsangebote noch in Integrationsjobs zu vermitteln sind. Ziel des
Projektes ist die Heranführung an Arbeit oder die Beschäftigung durch die Bereitstellung
eines niederschwelligen Tätigkeitsangebots.
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JobLotsen Reso
Die JobLotsen Re so, ein Angebot des Beruflichen Trainingszentrum Köln e.V., begleiten
wohnungslose Menschen. Die Lotsen arbeiten in erster Linie aufsuchend. Sie sind räumlich
unmittelbar an das Dienstleistungszentrum ResoDienste angegliedert, so das ein
unmittelbarer Kontakt zum Lotsen hergestellt werden kann. Mit ihrer Unterstützung sollen
bestehende Vermittlungshemmnisse erkannt und Lösungsmöglichkeiten gefunden werden,
die schrittweise umgesetzt werden können. Die Begleitung der Kunden zu Angeboten,
Behörden, zu Ärzten und in Therapie nimmt den Klienten Unsicherheit und Scheu und
stärkt das Selbsthilfepotenzial des Einzelnen. Weitere Stabilisierung und das Entwickeln
von Eigenbemühungen sind Ergebnisse aus zahlreichen Motivationsgesprächen.
Gulliver und Lore
Die Arbeitsprojekte des Kölner Arbeitslosenzentrums KALZ e.V. richten sich an Menschen,
die meist ohne festen Wohnsitz sind und unter multiplen Problemlagen leiden wie Sucht,
Schulden, physische und psychische Einschränkungen. Die „Überlebensstation Gulliver“ ist
eine Anlaufstelle für Obdachlose und fungiert als Kommunikationszentrum. Das „Lobby-
Restaurant LORE “ bietet ein Mittagessen an. Die Kunden arbeiten im Rahmen eines
Stufenmodells in den Beschäftigungsfeldern Reinigung, Hauswirtschaft, Gastronomie und
im kaufmän nischen Bereich. Ziel ist die Übernahme der Kunden in ein befristetes
sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, das in den allgemeinen
Arbeitsmarkt münden soll.
Zweiradwerkstatt 180°
Die Zweiradwerkstatt 180° wird in Kooperation zwischen de r Aidshilfe Köln e.V. und dem
Internationalen Bund als Arbeitsprojekt geführt. Das Projekt richtet sich an die Zielgruppe
der akut Drogengebrauchenden ab 18 Jahren, die ihren Wohnort oder ihren ständigen
Aufenthalt in Köln haben und Arbeitslosengeld II bez iehen. Die Zweiradwerkstatt 180° ist
ein regulärer, bei der Handwerkskammer eingetragener Zweiradbetrieb, der bewusst als
offene Werkstatt mit Kundenkontakt konzipiert ist.
Die Zielgruppe besteht aus schwerst - und akut drogenabhängigen Menschen, die durch
handwerkliche Tätigkeiten und sozialpädagogische Begleitung stabilisiert werden sollen, so
dass eine Beschäftigung erreicht werden kann. Das Projekt 180° ist hierbei das derzeit
einzige Beschäftigungs - und Qua lifizierungsangebot mit dem Ansatz der akzeptierenden
Drogenarbeit. Das Arbeitsfeld einer Zweirad - bzw. Fahrradwerkstatt bietet der Zielgruppe
die Möglichkeit, ihre Arbeits - und Leistungsfähigkeit zu erproben und zu verbessern sowie
berufsbezogene Interessen und Fähigkeiten herausarbeiten zu können.
29
7. Kooperationsmodell Dorint Hotel und der Obdachlosenhilfe „Die
Brücke Berlin e.V.“
Hier ein ganz besonderes Beschäftigungsprojekt für wohnungslose Menschen . Der
Arbeitsmarkt ist für viele Wohnungslos e auf direktem Wege schwer erreichbar.
Wohnungslose sind im Wettbewerb mit anderen Arbeitslosen nahezu chancenlos!
Initiiert über den Verein „Obdachlosenhilfe Die Brücke e.V.“ , kam erstmalig 2012 ein
Kooperationsprojekt mit dem Dorint Hotel zustande. Das D orint Hotel bietet über den
Einstieg einer geringfügigen Beschäftigung die Möglichkeit, schrittweise den Einstieg ins
Berufsleben zu testen und mögliche Anschlussperspektiven (z.B. versicherungspflichtige
Beschäftigung oder Ausbildung) zu überprüfen.
Einige Wohnungslose haben in den vorangegangenen Jahren über dieses
Beschäftigungsprojekt bereits eine Chance erhalten.
Für 2017 ergeben sich folgende relevante Daten bzgl. Änderungen/ Neueinstellungen im
Projekt:
Im Juni 2017 konnte ein Wohnungsloser in Teilzeit vermittelt werden. Aufgrund
bestehender gesundheitlicher Einschränkungen wu rde das Arbeitsverhältnis in 12/ 2017 in
einen Aushilfsjob umgewandelt.
Erfreulicherweise konnte demgegenüber in 08 /2017 eine Teilzeitbeschäftigung in Vollzeit
umgewandelt werden.
Ein seit 2014 bestehendes Arbeitsverhältnis im Rahmen eines Minijobs besteht auch in
2017 unverändert fort.
30
8. Angebote für psychisch und suchtkranke Wohnungslose
Für psychische und suchtkranke Wohnungslose stellt das Gesundheitsamt nachfolgende
Angebote zur Verfügung . Diese kooperieren bei wohnungslosen Frauen insbesondere mit
den frauenspezifischen Angeboten und Trägern.
Mobiler Medizinischer Dienst (MMD)
Der MMD des Gesundheitsamtes bietet Sprechstunden in sozialen Einrichtungen der
Drogen-, Wo hnungslosen- und Jugendhilfe an. Hier arbeiten Ärztinnen, Ärzte und
Krankenschwestern, die den Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben,
eine angemessene medizinische Grundversorgung sichern, die nicht über eine ambulante
ärztliche Versorgung durch einen niedergelassenen Arzt/Ärztin erbracht wird.
Frauen machen langjährig ca. 20% der vom MMD betreuten Patienten aus.
B.O.J.E
Die „B.O.J.E.“ – (Beratung und Orientierung für Jugendliche und junge Erwachsene) ist ein
umgebauter Linienbu s, der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Kölner
Bahnhofsmilieu als niedrigschwellige Kontakt - und Anlaufstelle zur Verfügung steht. Das
Angebot leistet das Gesundheitsamt in Kooperation mit AUF ACHSE / KJSH e.V. und mit
Unterstützung durch das Amt für Soziales und Senioren.
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bieten vor Ort vertrauliche Beratungen zu allen
relevanten Themen an und vermitteln und begleiten in weiterführende Hilfs- und
Unterstützungsangebote.
Das „Aufsuchende Suchtclearing“ (ASC)
Das ASC im Gesundheitsamt ist ein aufsuchendes Angebot. Die Aufgabe ist es, die bisher
fehlende Anbindung der Klient/ -innen zwischen dem Hilfesystem und dem
Ordnungsbereich von Polizei und Ordnungsamt herzustellen. Als Bindeglied zwischen
diesen Bereichen leitet es Klient/-Innen, für die Ordnungsmaßnahmen drohen oder die von
Ordnungsmaßnahmen bereits erfasst sind, zur Vermeidung oder zur Flankierung von
repressiv orientierten Vorgehensweisen in direkter Zusammenarbeit mit den
Ordnungsinstanzen zum Hilfesystem über. Vor diesem Hintergrund vermittelt das ASC des
Gesundheitsamtes im Rahmen des Streetwork auch obdachlose, von Wohnungslosigkeit
bedrohte oder inhaftierte suchtkranke Frauen in das bestehende Kölner Suchthilfesystem.
Das Angebot des ASC wird von den betroffenen Frauen in der Regel gut angenommen.
31
9. Statistische Grundlagen
Um die Entwicklung der Wohnungslosigkeit auf Bundes, - Landes oder auf kommunaler
Ebene darstellen zu können, wurde auf folgende statistische Erhebungen oder Erfahrungen
zurückgegriffen:
• Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung NRW-Kurzanalyse 2015 -2017
• Berichtswesen Fachstelle Wohnen des Amtes für Soziales und Senioren
• Berichtswesen des Dienstleistungszentrums ResoDienste Köln des Amtes für Soziales
und Senioren
• Berichtswesen Jobcenter
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10. Fazit
Wohnungslose Frauen benötigen spezifische Hilfen, denn bei ihnen geht es darum,
Kreisläufe von Abhängigkeit und Gewalt zu durchbrechen. Häufig steht ihr
Wohnungsverlust im Zusammenhang mit Gewalterfahrungen in Partnerschaft und Familie
oder mit Beziehungskonflikten. Auch strukturelle Benachteiligungen von Frauen auf dem
Arbeitsmarkt führen oft zu einer wirtschaftlichen Abhängigkeit und erhöhen das
Armutsrisiko.
Frauen bemühen sich meist über lange Zeiträume, ihre Wohnungslosigkeit verdeckt zu
halten und wenden sich erst sehr spät an das öffentliche Hilfesy stem. Häufiger als Männer
sind wohnungslose Frauen von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen
betroffen und verhalten sich psychisch auffällig. Wohnungslose Frauen sind auf der Straße
zudem nicht nur von Gewalt, sondern auch von sexueller Belästigung besonders bedroht.
Angebote in der Wohnungslosenhilfe müssen daher gezielt die Bedürfnisse wohnungsloser
Frauen in den Blick nehmen , um deren besonderen B edarfen gerecht zu werden. Sie
müssen so konzipiert sein, dass sie die besonderen Lebenssituationen dieser Frauen
berücksichtigen.
Aufgrund der steigenden Zahlen von Wohnungslosen, insbesondere wohnungsloser
Frauen und der zunehmenden Wohnraumverknappung, muss der Wohnungserhalt und die
Wohnraumversorgung von Frauen verstärkt in den Fokus der Wohnungslosenhilfe
genommen werden.
Dieser Herausforderung muss mit neuen und innovativen Ideen der Wohn ungslosenhilfe
begegnet werden. Die zunehmende Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und die
steigenden Mietpreise führen vermehrt zu akuter Wohnungsnot. Das bedeutet
insbesondere für Frauen einen oft jah relangen Verbleib in den Hilfsangeboten der
Wohnungslosenhilfe, ohne Aussicht auf einen selbstbestimmten und eigenverantwortlichen
Wohnraum.
33
11. Ausblick
Für die Folgejahre plant die Diakonie Michaelshoven e.V. in Kooperation mit dem Amt
für Soziales und Senioren der Stadt Köln auf dem Gelände „Sürther Feld“ in Köln - Sürth
den Neubau von Wohneinheiten. Die Planungen beinhalten den Bau von
Kleinappartements und Wohngemeinschaften als ambulantes Wohnen für ältere
und/oder pflegebedürftige wohnungslose Frauen und Männer. Neben den sozialen
Unterstützungsleistungen können notwendige Hilfen im Rahmen der Eingliederungshilfe,
Hilfe zur Pflege oder hauswirtschaftliche Versorgung durch die Diakonie Mich aelshoven
e.V. auf dem Gesamtkomplex der Liegenschaft als komplementäre Leistungen
angeboten werden.
Im Rahmen des Aktionsprogrammes „Hilfen in Wohnungsnotfällen – Maßnahmen zur
Prävention und Bekämpfung von Wohnungslosigkeit“ stellt das Ministerium für Arbeit,
Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes NRW für die Initiierung neuer Ansätze zur
Vermeidung und Behebung von Wohnungslosigkeit Fördergelder zur Verfügung.
Die Träger SkF e.V., SKM e.V. und das Diakonische Werk haben hierzu einen
Projektentwurf erarbeitet. Bei dem beabsichtigten Projekt „Viadukt“-Brücke zur
Wohnung- wird eine aktive Wohnraumakquise für die Vermittlung von Wohnraum für
wohnungslose Menschen durchgeführt werden. Dieser Projektantrag wurde im
Dezember 2017 vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales bewilligt.
Insgesamt wurden für das Projekt zwei Immobilienkaufleute und eine Fachkraft der
Sozialarbeit bewilligt.
Erste aussagekräftige Ergebnisse können im Berichtsjahr 2018 erfolgen.
34
12. Anhang
Übersicht über die Beratungs - und Unterbringungsangebote für wohnungslose Frauen des
Amtes für Soziales und Senioren in Kooperation mit den Trägern der Wohlfahrtspflege:
Träger Diakonie Michaelshoven e.V.
Angebot Ambulante Begleitung für Frauen nach § 67 SGB XII
Zielgruppe Frauen in besonderen sozialen Schwierigkeiten im eigenen
Wohnraum
Platzanzahl
Adresse Albert-Schweizer-Str. 2, 50968 Köln
Telefonnummer 0221-99 56-43 00 und 0173-906 26 67
E-Mail AmBe@diakonie-michaelshoven.de
Homepage www.diakonie-michaelshoven.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Anstieg von Klientinnen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und
Alleinerziehenden. Schwerpunkt: Wohnungserhalt! (vermittelnde
Gespräche mit Vermietern, Einbeziehung Mieterverein, Unterstützung
bei Möbelbeschaffung, Klärung finanzieller Belange); Überschuldung.
Träger Diakonie Michaelshoven e.V.
Angebot
Elisabeth-Fry-Haus-
Stationäre Hilfe für Frauen nach § 67 SGB XII
Zielgruppe Frauen in besonderen sozialen Schwierigkeiten.
Platzanzahl 29 Plätze
Adresse Elisabeth-Fry- Haus, Albert-Schweizer-Str. 2, 50968 Köln
Telefonnummer 0221-99 56-43 00
E-Mail efh@diakonie-michaelshoven.de
Homepage www.diakonie-michaelshoven.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Weiterhin verstärkt psychische Belastungen und Erkrankungen und /
oder Suchtprobleme; mangelnde Wohnperspektive auf Grund von
Wohnraumverknappung; Verschuldung; enge Kooperation mit JVA;
Auseinandersetzung mit Thema: Transgender.
35
Träger Diakonie Michaelshoven e.V.
Angebot Notaufnahme
Zielgruppe Frauen, auch mit Kindern in akuten psychosozialen Notsituationen
und ohne Unterkunft nach § 67 SGB XII
Platzanzahl 8 Plätze
Adresse Elisabeth-Fry- Haus, Albert-Schweizer-Str. 2, 50968 Köln
Telefonnummer 0221-99 56-43 00
E-Mail aufnahme-efh@diakonie-michaelshoven.de
Homepage www.diakonie-michaelshoven.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Information und bei entsprechend formuliertem Bedarf
Weitervermittlung in weiterführende Hilfen; viele Frauen in sehr
schlechter psychischer und/oder physischer Verfassung mit deutlich
hohem Hilfebedarf.
Dier Dauer der anhaltenden Wohnungslosigkeit stieg in 2017 erneut
deutlich an.
Träger Diakonie Michaelshoven e.V.
Angebot Wohngruppe für Mütter mit Kindern nach § 67 SGB XII
Zielgruppe Frauen mit Kindern in besonderen sozialen Schwierigkeiten
Platzanzahl 6 Plätze für Frauen mit ihren Kindern
Adresse Diakonie Michaelshoven e.V., Die Sozialen Hilfen, Außenwohngruppe
für Frauen und Kinder
Loorweg 202, 51143 Porz-Zündorf
Telefonnummer 0221-99 56-4403
E-Mail awg-loorweg@diakonie-michaelshoven.de
Homepage www.diakonie-michaelshoven.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Vertiefung und Erweiterung des professionellen Netzwerkes am
neuen Standort Porz; Absicherung der wirtschaftlichen Situation der
alleinerziehenden Mütter mit ihren Kindern - hoher
Unterstützungsbedarf im Umgang mit Behörden, Klärung von
Betreuungssituationen, fehlende Kita- Plätze, fehlende Kapazitäten
von Hebammen und die schwierige Wohnraumsituation sind wichtige
Themen im Betreuungsprozess.
36
Träger Diakonie Michaelshoven e.V.
Angebot Der Wendepunkt-
Fachberatungsstelle nach § 67 SGB XII
Zielgruppe Frauen in besonderen sozialen Schwierigkeiten
Platzanzahl
Adresse
Kalker Hauptstr. 247-273, 51103 Köln und
Bergisch-Gladbacher Str. 71, 51063 Köln
Telefonnummer 0221-99 56-4444
E-Mail wendepunkt@diakonie-michaelshoven.de
Homepage www.diakonie-michaelshoven.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
In der Fachberatung gemäß § 67 SGB XII „ Wendepunkt“ wurden in
2017 vor allem die Themen prekäre Wohnsituationen für Frauen und
Kinder, psychische Krisen und gesundheitliche Probleme und die
Folgen von Gewalt behandelt. Die Anzahl der Beratungsfälle sind
deutlich gestiegen, eine Erhöhung der Beratungskapazitäten wird
angestrebt. Näheres dazu finden Sie in unserem ausführlichen
Jahresbericht 2017.
37
Träger Diakonisches Werk Köln
Angebot Diakoniehaus Salierring - Ambulant Betreutes Wohnen nach § 67
SGB XII in Wohngemeinschaften für Frauen und Männer-
Angebot: Wohngemeinschaft für Frauen
Zielgruppe Wohnungslose Frauen, bei denen besondere Lebensverhältnisse mit
sozialen Schwierigkeiten verbunden sind. Keine Aufnahme von
Personen mit akuten psychischen Erkrankungen sowie im akuten
Suchtprozess.
Platzanzahl 3 Plätze
Adresse Salierring 19,050677 Köln - Die Wohngemeinschaft befindet sich in
Köln- Rath
Telefonnummer 0221-0221-276970-17 (ASP: Sonja Walbert)
E-Mail sonja.walbert@diakonie-koeln.de
Homepage http://www.diakonie-koeln.de/angebote/wohnungslose/diakoniehaus-
salierring/ambulant-betreutes-wohnen/
Kurzer
Jahresbericht
2017
Im Jahr 2017 nutzten insgesamt fünf Frauen das betreute
Wohnangebot der Frauen- Wohngemeinschaft. Gleichzeitig war zu
Beginn des Jahres auffällig, dass vergleichsweise viele Frauen nach
Wohnplätzen fragten. Jedoch bevorzugten die Frauen auch im Jahr
2017 eher einen Wohnplatz in einer gemischtgeschlechtlichen
Wohngemeinschaft, sofern sie eine Wahlmöglichkeit hatten. Bereits
im Frühjahr ließen die Anfragen von Frauen deutlich nach, so dass es
bis zum Jahresende immer schwieriger wurde, die Frauen- WG zu
belegen. Eine Dame flüchtete im Herbst, nach nur zwei Wochen,
ohne Angabe von Gründen aus der Wohngemeinschaft. Die Frauen,
die das Angebot im Jahr 2017 nutzten, waren zwischen 28 und 60
Jahre alt. Zwei Damen verließen das Angebot, um eine Wohnung zu
beziehen und zwei weitere nutzten über das Jahr 2017 hinaus das
betreute Wohnangebot. Im Jahr 2017 scheiterten Aufnahmen von
Frauen wiederholt am Drogenscreening, trotz der mehrfachen
Hinweise, dass Menschen im akuten Suchtprozess nicht
aufgenommen werden können.
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Träger HiK- Heimatlos in Köln e.V.
Angebot Notfallhilfe, Selbsthilfegruppe, Einzelfallhilfe, Patenschaften
Zielgruppe Wohnungs- und obdachlose Frauen
Platzanzahl Zwei Gruppen mit max. zehn Teilnehmerinnen
Adresse Topsstr. 10a, 51063 Köln
Telefonnummer 0221-82 82 20 63
E-Mail hik-heimatlos@gmx.de
Homepage www.hik-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
In 2017 wurde das Angebot (Einzelfallhilfe und Notfallhilf) zunehmend
nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern in Anspruch
genommen. Fast jeder zweite Betroffene konnte an den SKM e.V.
weitervermittelt werden, um dort eine Beratung zu erhalten. Es fanden
wöchentliche Selbsthilfegruppen mit ca. 10 Teilnehmerinnen statt.
39
Träger Internationaler Bund- IB West gGmbH
Angebot
Wohnheim für Frauen
Zielgruppe Volljährige, wohnungslose Frauen mit und ohne Kindern
Platzanzahl Bis zu 28 Frauen mit 14 Kindern
Adresse Pallenbergstr. 24, 50737 Köln
Telefonnummer 0221- 74 68 41
E-Mail Frauenwohnheim-koeln@internationaler-bund.de
Homepage www.internationaler-bund.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Im Berichtszeitraum wurden 34 Frauen mit 26 Kindern betreut, dabei
blieb die Anzahl der Frauen mit Säuglingen und Kleinkindern
weiterhin hoch.
Weiterhin leben viele Frauen mit Migrationshintergrund im Wohnheim.
Zunehmend muss die Beratung in Fremdsprachen (englisch,
französisch, spanisch) erfolgen. Die mangelnden Deutschkenntnisse
machen auch zahlreiche Begleitungen zu Ämtern nötig.
Bewohnerversammlungen sind durch die nötigen parallelen
Übersetzungen schwierig zu führen. Häufig mussten für EU-
Bürgerinnen mit Kindern Jobs gefunden werden sowie parallel
Kinderbetreuungsmöglichkeiten für die Arbeitszeit, da die Frauen
keine Sozialleistungen mehr erhielten.
Leider konnten im Berichtszeitraum wieder nur wenige Frauen in
eigenen Wohnraum vermittelt werden. Es gab wohnfähige Frauen, die
ausziehen könnten, wenn es geeignete, bezahlbare Wohnungen
gäbe. Viele Frauen sind sehr frustriert, da sich eine
Anschlussversorgung so lange hinzieht.
40
Träger Sozialdienst katholischer Frauen e.V.
Angebot Aufbruch-
Ambulante Begleitung wohnungsloser Frauen nach § 67 SGB XII
Zielgruppe Wohnungslose Frauen
Platzanzahl
Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln
Telefonnummer 0221-12 69 50
E-Mail aufbruch@skf-koeln.de
Homepage www.skf-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2016
Im Jahr 2017 wurden insgesamt 53 Frauen durch „Aufbruch“ begleitet
und betreut.
Träger Sozialdienst katholischer Frauen e.V.
Angebot Bewo 67-
Ambulante Hilfen zum selbstständigen Wohnen für Frauen nach § 67
SGB XII
Zielgruppe Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen
Platzanzahl
Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln
Telefonnummer 0221-12 69 50
E-Mail bewo@skf-koeln.de
Homepage www.skf-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Im Jahr 2017 wurden insgesamt 21 Frauen durch BeWo 67 beraten
und längerfristig begleitet.
2017 gab es 24 Neuanfragen von Frauen, die in das Betreute
Wohnen aufgenommen werden wollten. Bei 10 Frauen kam es über
diese erste Anfrage hinaus zu keinem weiteren Kontakt.
14 Frauen konnten sich auf ein ausführliches Erst- und
Klärungsgespräch einlassen, worauf sich 11 Frauen für eine
Unterstützung durch das Betreute Wohnen entschieden.
Davon wurden vier Frauen im „Haus Mer“ und eine Frau in der „WG
Georgstraße“ aufgenommen. Eine Frau lebte zum Zeitpunkt der
Aufnahme in „Bewo § 67“ in eigenem Wohnraum und wurden dort
durch Hausbesuche begleitet.
In drei Fällen musste die Aufnahme abgelehnt werden weil eine
massive psychische Erkrankung bzw. eine Suchterkrankung der
Aufnahme entgegen stand. Zwei Bewerberinnen haben sich nach
dem Erstgespräch nicht mehr gemeldet.
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Träger Sozialdienst katholischer Frauen e.V.
Angebot Comeback-
Notschlafstelle
Zielgruppe Wohnungslose Frauen, Tiere erlaubt
Platzanzahl 9 Plätze
Adresse Mauritiussteinweg 77, 50676 Köln
Telefonnummer 0221-12 69 5-210
E-Mail comeback@skf-koeln.de
Homepage www.skf-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Im Comeback gab es im Jahr 2017 bei 167 Besucherinnen 3.279
Übernachtungen. Im Rahmen der Winterhilfe wurde das Platzangebot
um zwei Plätze aufgestockt. Im Rahmen der Winterhilfe wurden 162
Übernachtungen angenommen.
Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V.
Angebot Café Auszeit I
Kontakt- und Beratungsstelle nach § 67 SGB XII
Zielgruppe Wohnungslose Frauen und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen
Platzanzahl
Adresse Mauritiussteinweg 77, 50676 Köln
Telefonnummer 0221-12 69 5-310
E-Mail cafe-auszeit@skf-koeln.de
Homepage www.skf-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
2017 besuchten 533 Frauen das „Café Auszeit“, darunter nutzten 395
Frauen das Angebot erstmals.
Die Zahl der persönlichen und telefonischen Beratungskontakte lag
bei 5.495.
42
Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V.
Angebot Café Auszeit II (neue Adresse ab 2018)
Kontakt- und Beratungsstelle nach § 67 SGB XII
Zielgruppe Wohnungslose Frauen und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen
Platzanzahl
Adresse Neue Adresse ab 2018:
An der Fuhr 3, 50997 Köln
Telefonnummer 02232 -14 82 92
E-Mail cafe-auszeit2@skf-koeln.de
Homepage www.skf-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
2017 besuchten 220 Frauen das „Café Auszeit Schäl Sick“, darunter
nutzten 106 Frauen das Angebot erstmals.
Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V.
Angebot „Krieler Dom“
Zielgruppe Betreute Notunterbringung, in die Frauen zur Vermeidung von
Obdachlosigkeit nach §§ 14 und 17 OBG aufgenommen werden
Platzanzahl 25
Adresse Gleueler Straße 262-268
50931 Köln
Telefonnummer Tel. 0151-67332281
E-Mail krielerdom@skf-koeln.de
Homepage www.skf-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Im Krieler Dom, einer betreuten Notunterkunft für wohnungslose
Frauen, finden bis zu 25 Frauen Sicherheit, Geborgenheit, Ruhe und
Zeit, um sich neu zu orientieren. Dabei macht es keinen Unterschied,
ob sie akut obdachlos geworden sind oder schon länger in unsicheren
Wohnverhältnissen oder auf der Straße leben.
Allen Bewohnerinnen stehen ein eigenes Zimmer, Gemeinschafts -
und Wirtschaftsräume zur Verfügung, um das eigene Leben und die
alltägliche Versorgung möglichst unabhängig zu gestalten. Haustiere
werden selbstverständlich mit aufgenommen.
Die Belegung erfolgt über die Fachstelle Wohnen beim Amt für
Soziales und Senioren der Stadt Köln.
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Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V.
Angebot Strickleiter I-
Psychosoziale Betreuung von Opfern häuslicher Gewalt
nach § 16 Abs. 2 SGB II
Zielgruppe
Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer und ist darauf
ausgelegt, Opfer häuslicher Gewalt mit Vermittlungshemmnissen
durch ein individuelles und flexibles Hilf esetting zu stabilisieren und
bei der Bearbeitung der psychosozialen Problemlagen zu
unterstützen. Die Zuweisung erfolgt über die Job Center.
Platzanzahl
Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln
Telefonnummer 0221- 12 69 50
E-Mail strickleiterI@skf-koeln.de
Homepage www.skf-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Im Jahr 2017 gab es 47 (Vorjahr: 39) neue Zuweisungen durch die
Integrationskräfte.
Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V.
Angebot Strickleiter II-
Psychosoziale Betreuung von Frauen mit Vermittlungshemmnissen
nach §16 Abs. 2 SGB
Zielgruppe
Frauen mit Vermittlungshemmnissen,
zugewiesen über das Job Center
Platzanzahl
Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln
Telefonnummer 0221- 12 69 50
E-Mail strickleiterII@skf-koeln.de
Homepage www.skf-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Im Jahr 2017 gab es 31 (Vorjahr: 27) neue Zuweisungen durch die
Integrationskräfte.
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Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V.
Angebot Quartier 67-
Wohnangebot
Zielgruppe Ältere, wohnungslose und wohnfähige Frauen
Platzanzahl 3 Plätze
Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln
Telefonnummer 0221- 12 69 50
E-Mail seniora@skf-koeln.de
Homepage www.skf-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Im Jahr 2017 wohnten 3 Frauen in ihren eigenen Appartements im
Quartier 67.
Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V.
Angebot Respekt-
Ambulante Begleitung wohnungsloser Frauen nach § 67 SGB XII
Zielgruppe Wohnungslose Frauen, die psychisch auffällig/ krank und nicht
krankheitseinsichtig sind.
Platzanzahl
Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln
Telefonnummer 0221- 12 69 50
E-Mail respekt@skf-koeln.de
Homepage www.skf-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Im Jahr 2017 wurden 21 Frauen durch „Respekt“ begleitet und
betreut.
45
Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V.
Angebot Seniora-
Ambulante Begleitung und betreutes Wohnen von wohnungslosen
Seniorinnen sowie Frauen die vor der Zeit alt geworden sind gem. 67
SGB XII
Zielgruppe Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte ältere oder
vorgealterte Frauen , die zudem psychisch auffällig/krank und in der
Regel nicht krankheitseinsichtig sind.
Platzanzahl
Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln
Telefonnummer 0221- 12 69 50
E-Mail seniora@skf-koeln.de
Homepage www.skf-koeln.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Im Jahr 2017 wurden insgesamt acht Frauen durch „Seniora“
begleitet. Davon wurde eine neue Klientin im Jahr 2017 durch
Seniora vermittelt.
46
Träger Vinzentinerinnen
Angebot
Haus Rosalie
Betreutes Wohnen und Notaufnahme
Zielgruppe Frauen und Mütter mit Kindern in akuter Notlage gem. § 67 SGB XII
Platzanzahl 7 Plätze im Betreuten Wohnen; 3 Plätze Notaufnahme
Adresse Gocher Str. 45, 50733 Köln
Telefonnummer 0221- 97 30 88 88
E-Mail haus-rosalie@vinzentinerinnen.de
Homepage www.vinzentinerinnen.de
Kurzer
Jahresbericht
2017
Im Berichtszeitraum 2017 wurden insgesamt 26 Klientinnen betreut
(Notunterkunft: 16 Frauen, Betreutes Wohnen: 10 Frauen).
Im Betreuten Wohnen gab es weniger Fluktuation; es gab fünf
Neuaufnahmen und vier Auszüge; insgesamt wurden zehn
Klientinnen betreut.
Die Klientinnen waren zwischen 27 und 62 Jahre alt; die
Aufenthaltsdauer in unserer Einrichtung lag in der Regel zwischen
zwei und 22 Monaten (im Durchschnitt 11 Monate).
Die Wohnungssuche mit den Klientinnen verläuft häufig erfolglos. Bei
persönlichen Vorsprachen in Wohnungsgesellschaften wird zumeist
mitgeteilt, dass es absehbar keine freien („öffentlich geförderten“)
Wohnungen für Personen mit WBS gäbe.
Die Bewerbung bei Wohnungsnageboten bei privaten Vermietern
erweist sich ebenfalls als sehr schwierig;
Für die Klientinnen ist dies eine sehr dramatische Situation, die auch
eine große psychische Belastung darstellt.
Mitteilung Ausschuss
2174 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/502/7 Vorlagen-Nummer 27.11.2018 3849/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 06.12.2018 Mitteilung zum Bericht zur Situation wohnungloser und von Wohnunglosigkeit bedrohter Frauen in der Stadt Köln- Jahresbericht 2017 Der Bericht zur Situation wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Frauen in der Stadt Köln wurde für das Jahr 2017 aktualisiert. Der Bericht enthält eine kompakte Darstellung der Umstände und Hintergründe zu weiblicher Woh- nungslosigkeit und benennt frauentypische, familiäre, persönliche, gesundheitliche oder auch alters- bezogene Lebenslagen von Frauen, die wohnungslos sind oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Im Berichtsjahr 2017 wurden zusätzlich die Themen weibliche Prostitution und häusliche Gewalt auf- genommen. Die statistischen Daten, die in den vergangenen Jahren für das Berichtswesen verwendet wurden, basierten auf der Wohnungsnotfallberichterstattung NRW. Die Daten der kommunal und ordnungsbe- hördlich untergebrachten Menschen, sowie die von Trägern der freien Wohnungslosenhilfe betreuten Menschen fließen in diese Landesstatistik ein, werden aber für die Stadt Köln nur in der Gesamtzahl ausgewiesen. Spezifische Daten für Köln hinsichtlich Haushaltsstruktur und Altersstruktur konnten bisher nur für die kommunal und ordnungsbehördlich untergebrachten Menschen erfasst werden. Die spezifischen Da- ten von den Trägern der Wohnungslosenhilfe lagen der Verwaltung bisher nicht vor, so dass für das Berichtsjahr 2017 keine umfassende Darstellung der Daten auf lokaler Ebene in dem Bericht 2017 erfolgen konnte. Das MAGS NRW hat sich aktuell bereiterklärt, die jährlichen Zahlen für Köln der kommu- nal/ordnungsbehördlich untergebrachten Menschen sowie die von den Trägern der Wohnungslosen- hilfe betreuten Menschen zur Verfügung zu stellen. Daher sind die spezifizierten Daten aus 2017 für Köln sind als Anlagen diesem Bericht beigefügt wor- den. Der nächste Bericht 2018 wird zusätzlich zu den Landeszahlen auch als Vergleich die gesamten loka- len Angaben für Köln enthalten. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3849/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 27.11.2018
- Erstellt
- 21.11.2018 10:09