Mitteilung zum Bericht zur Situation wohnungloser und von Wohnunglosigkeit bedrohter Frauen in der Stadt Köln- Jahresbericht 2017
Mitteilung Ausschuss 3849/2018 vom 27.11.2018
Stand: Am 06.12.2018 im Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Anlage 2 Wohnunglose Frauen 2017- Nationalität
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Gesamt Deutsche Nichtdeutsche ohne Angabe Gesamt Deutsche Nichtdeutsche ohne Angabe Nationalität 3959 2487 1472 0 812 402 128 282 Die Statsangehörigkeit wird erst ab 18 erhoben, daher weichen die Zahlen von den Gesamtzahlen der Wohnunglosen in Köln ab. Bei freien Trägern untergebrachte wohnunglose Personen Anlage 2 zum Bericht zur Situation wohnungloser und von Wohnunglosigkeit bedrohter Frauen in Köln 2017 Statistische Daten: Nationalität Kommunal und ordnungsrechtlich untergebrachte wohnungslose Personen -
Bericht_2017_Endfassung_17.09.2018
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Die Oberbürgermeisterin Amt für Soziales und Senioren Dienstleistungszentrum ResoDienste Köln September 2018 Berichtsjahr 2017 Die Situation wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Frauen in der Stadt Köln Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung ................................ ................................ ................................ .......................... 1 2. Wohnungslosigkeit bei Frauen ................................ ................................ .......................... 2 2.1 Hintergründe der Wohnungslosigkeit bei Frauen................................ .......................... 2 2.2 Statistische Daten über Wohnungslosigkeit bei Frauen ................................ ................ 3 2.2.1 Struktur der Altersgruppen der wohnungslosen Frauen in NRW ............................... 3 2.2.2 Altersgruppen der kommunal und ordnungsrechtlich untergebrachten wohnungslosen Frauen ............................................................................................................... 4 2.2.3 Haushaltsstruktur der kommunal und ordnungsrechtlich untergebrachten Frauen . 4 2.2.4 Altersgruppen der wohnungslosen Frauen bei freien Trägern .................................... 5 2.2.5 Haushaltsstruktur der wohnungslosen Frauen bei den freien Trägern ...................... 5 2.3. Gesamtzahl der wohnungslosen Menschen lt. der Wohnungsnotfallberichtserstattung des Landes NRW/ Situation in Köln ................................ ................................ ................... 6 2.3.1 Darstellung der Gesamtzahl der kommunal und bei freien Trägern untergebrachten/betreuten Wohnungslosen ............................................................................ 6 2.3.2 Darstellung der kommunalrechtlichen Unterbringung oder bei freien Trägern ......... 7 2.3.3 Wohnungslose Frauen in Köln, die auf der Straße leben ............................................. 7 3. Frauenspezifische Gesichtspunkte in der Arbeit mit wohnungslosen Frauen ..................... 8 3.1 Wohnungslose Frauen mit Kindern oder schwangere wohnungslose Frauen .............. 8 3.2 Psychisch erkrankte wohnungslose Frauen ................................ ................................ . 9 3.4 Prostituiertenhilfe ................................ ................................ ................................ ........11 3.5 Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen mit Gewalt- oder häuslicher Gewalterfahrung ................................ ................................ .............................. 12 3.6 Von Gewalt betroffene Frauen in einem anonymen Frauenhaus ................................ .13 4. Wohnungslose Frauen mit Leistungsbezug nach dem SGB II und SGB XII ......................14 4.1 Wohnungslose Frauen mit Leistungsbezug nach SGB II ................................ .............15 4.2 Wohnungslose Frauen mit Leistungsbezug nach SGB XII ................................ ..........16 (Drittes und Viertes Kapitel) ................................ ................................ .............................. 16 5. Versorgung wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Frauen in Köln ..........17 5.1 Vermeidung von Wohnungslosigkeit – Prävention ................................ ......................17 5.2 Ordnungsbehördliche Unterbringung von wohnungslosen Frauen ................................ ..18 5.3 Streetwork ................................ ................................ ................................ ...................19 5.4 Das Kölner Hilfesystem für Wohnungslose nach § 67 SGB XII ................................ ...20 5.5 Weitere Angebote ................................ ................................ ................................ .......22 5.6 Angebotsverteilung der Hilfen im städtischen Raum ................................ ...................23 5.7 Auslastung und Annahme der Angebote durch Frauen ................................ ...............25 6. Arbeits- und Beschäftigungsangebote nach SGB II für wohnungslose Frauen .................26 7. Kooperationsmodell Dorint Hotel und der Obdachlosenhilfe „Die Brücke Berlin e.V.“ .......29 8. Angebote für psychisch und suchtkranke Wohnungslose ................................ .................30 9. Statistische Grundlagen ................................ ................................ ................................ ...31 10. Fazit ................................ ................................ ................................ ............................... 32 11. Ausblick ................................ ................................ ................................ ..........................33 12. Anhang ................................ ................................ ................................ ...........................34 1 1. Einleitung Das Sozialamt hat erstmalig 2015 einen Beri cht zur Situation wohnungsloser Frauen erstellt. Speziell den Blick auf wohnungslose Frauen, auf f rauenspezifische Bedarfe oder die Bedarfe von wohnungslosen Frauen mit Kindern zu richten, führt dazu, Angebote der Wohnungslosenhilfe insgesamt kritisch zu hinterfragen, ob diese für diese besondere Zielgruppe passend sind. Soweit Wohnungslosigkeit von Frauen andere Erscheinungsformen oder frauenspezifische Bedarfe aufweist, ist die Wohnungslosenhilfe aufgefordert, sich bedarfsgerecht auszurichten und die entsprechenden Angebote und Standards zu entwickeln. Dieser Bericht bietet eine Grundlage, das Hilfesystem für wohnungslose Frauen in Köln zu analysieren, die bestehenden Hilfsangebote zukunftsfähig anzupassen und neue Bedarfslagen zu erkennen. 2 2. Wohnungslosigkeit bei Frauen 2.1 Hintergründe der Wohnungslosigkeit bei Frauen Wohnungslosigkeit bei Frauen hat vielfältige Formen und muss anders betrachtet und bewertet werden, als bei wohnungslosen Männern. Neben den wohnungslosen Frauen, die auf der Straße leben, hält sich eine nicht unerhebliche Anzahl von Frauen in der verdeckten Wohnungslosigkeit auf. Hierbei leben sie bei Freunden/Freundinnen oder Partnern/ Partnerinnen, ohne einen eigenen Mietvertrag zu besitzen. Neben diese n Formen verdeckter Wohnungslosigkeit verbleiben Frauen häufig in gewaltgeprägten Beziehungen oder in f inanziellen Abhängigkeitsbeziehungen, wenn sie sich den Erhalt einer eigenständigen Wo hnung nicht zutrauen oder das Abgleiten in die Wohnungslosigkeit befürchten. Insbesondere aufgrund der schlechteren Einkommenssituation sind Frauen bei Trennungen häufiger von Wohnungslosigkeit bedroht, da sie aufgrund ihrer eigenen Einkommenssituation oder fehlender finanzieller Absicherung durch Unterhaltsansprüche die Wohnung nicht mehr finanzieren können. Bei Eintritt von Wohnungslosigkeit leiden Frauen verstärkt unter Scham- und Versagungsgefühlen. Ihre Wohnungslosigkeit verbergen Frauen oftmals, indem sie bei Freunden, Verwandten oder Bekanntschaften unterkommen. Häufig wechselnde unsichere Unterkünfte sind damit kennzeichnend für die Lebenslagen wohnungsloser Frauen.1 1 Siehe dazu auch Positionspapier der BAG Wohnungslosenhilfe „Frauen in Wohnungslosigkeit und Wohnungsnot, Stand Juni 2012 3 2.2 Statistische Daten über Wohnungslosigkeit bei Frauen Die konkrete Entwicklung der Wohnungslosigkeit bei Frauen kann nicht speziell für die Region Köln dargelegt werden. Vielmehr ist hierbei auf die Wohnungsnotfallberichterstattung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, Berichtsjahre 2015 - 2017, zurückzugreifen, die landesweit Statistikdaten über die Anzahl der Wohnungslosen, untergliedert nach Einzelpersonen, Haushalten sowie die Geschlechterverteilung und Altersstruktur, erfasst. Die Wohnungsnotfallstatistik NRW erfasst alle Menschen, die über keinen eigenen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen und durch die zuständigen Dienststellen (Wohnungsamt und Amt für Soziales und Senioren) oder in Angeboten der Tr äger der Wohnungslosenhilfe untergebracht sind. Aus dieser Statistik ergibt sich nicht die Anzahl der Menschen, die sich auf der Straße aufhalten bzw. auf der Straße schlafen. Um eine Entwicklung aufzeigen zu können, werden die Statistikdaten aus den Jahren 2015–2017 seit Beginn der Erstellung des Berichtes über wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohter Frauen in Köln dargestellt. 2.2.1 Struktur der Altersgruppen der wohnungslosen Frauen in NRW Von – bis; unter… Jahre Prozent Frauen 2015 Prozent Frauen 2016 Prozent Frauen 2017 unter 18 15,0 15,0 22,0 18 – 21 8,1 7,9 6,9 21 – 25 10,9 10,2 9,1 25 – 30 9,2 9,8 10,2 30 – 40 15,2 16,5 16,8 40 – 50 15,7 16,1 14,0 50 – 65 19,0 17,8 15,7 über 65 6,8 6,7 5,3 Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015-2017 in Nordrhein-Westfalen-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW 4 2.2.2 Altersgruppen der kommunal und ordnungsrechtlich untergebrachten wohnungslosen Frauen Von – bis; unter…Jahren Prozent Frauen 2015 Prozent Frauen 2016 Prozent Frauen 2017 unter 18 22,2 23,1 29,0 18 – 21 5,5 5,0 5,4 21 – 25 6,5 5,6 6,6 25 – 30 . 6,1 6,6 8,2 30 – 40 12,7 13,7 15,0 40 – 50 15,8 16,4 13,4 50 – 65 21,6 20,2 16,0 über 65 9,6 9,3 6,5 Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW 2.2.3 Haushaltsstruktur der kommunal und ordnungsrechtlich untergebrachten Frauen Haushaltsstruktur Prozent Frauen 2015 Prozent Frauen 2016 Prozent Frauen 2017 Alleinstehende 17,3 16,3 15,4 Alleinstehende mit Kind(er) 4,0 4,4 4,9 Paare mit Kinder ..6,8 7,2 10,6 Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW 5 2.2.4 Altersgruppen der wohnungslosen Frauen bei freien Trägern Von – bis; unter…Jahren Prozent Frauen 2015 Prozent Frauen 2016 Prozent Frauen 2017 unter 18 0,8 0,8 0,6 18 – 21 13,4 12,9 11,7 21 – 25 19,6 18,2 16,5 25 – 30 15,4 15,4 16,3 30 – 40 20,1 21,3 22,6 40 – 50 15,5 15,6 15,7 50 – 65 14,0 13,6 15,0 über 65 1,1 2,3 1,6 ohne Altersangaben 0,0 0,0 0,0 Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW 2.2.5 Haushaltsstruktur der wohnungslosen Frauen bei den freien Trägern Haushaltsstruktur Prozent Frauen 2015 Prozent Frauen 2016 Prozent Frauen 2017 Alleinstehende 80,3 78,1 81,5 Alleinstehende mit Kind(er) 7,6 8,4 8,7 In Partnerschaft lebend ohne Kind(er) 7,8 6,6 5,8 In Partnerschaft lebend mit Kind(er) 2,0 4,5 2,3 In sonstigen Mehrpersonenhaushalten lebend 2,3 2,4 1,8 Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW 6 2.2.6 Art der Unterkunft von wohnungslosen Frauen bei freien Trägern Art der Unterkunft Prozent Frauen 2015 Prozent Frauen 2016 Prozent Frauen 2017 Bei Bekannten 46,1 43,9 43,0 In der Facheinrichtung 16,6 20,7 19,5 Not-/Ersatzunterkunft 10,0 9,5 10,2 Familie/Partner 14,9 16,9 18,1 Sonstiges 4,6 2,9 2,7 Ohne Unterkunft 7,7 6,2 6,5 Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW 2.3. Gesamtzahl der wohnungslosen Menschen lt. der Wohnungsnotfallberichtserstattung des Landes NRW/ Situation in Köln Die Entwicklung der wohnungslosen und untergebrachten Menschen in Köln wird in der Wohnungsnotfallberichterstattung NRW über die Darstellung der Gesamtanzahl kommunal und ordnungsbehördlich oder bei freien Trägern untergebrachten Menschen dargestellt. 2.3.1 Darstellung der Gesamtzahl der kommunal und bei freien Trägern untergebrachten/betreuten Wohnungslosen Jahr Anzahl der untergebrachten/betreuten Personen 2017 6.037 2016 4.871 2015 4.683 Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW Erläuterung Bei den kommunal und ordnungsbehördlichen Unterbringungen handelt es sich um gewerbliche OBG- Unterkünfte, Obdachlosenheime oder ordnungsbehördliche Beschlagnahmungen. Bei den Trägern der Wohnungslosenhilfe handelt es sich um betreute Wohnprojekte, deren Zielsetzung es ist, soziale Schwierigkeiten zu beseitigen oder zu mildern, damit perspektivisch eine reguläre Unterbringung oder Wohnungsversorgung möglich ist. 7 2.3.2 Darstellung der kommunalrechtlichen Unterbringung oder bei freien Trägern Jahr Gesamt davon Kommunal nach OBG davon bei freien Trägern 2017 6.037 5.225 812 2016 4.871 4.054 817 2015 4.683 3.736 947 Quelle: Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung 2015 - 2017 in Nordrhein-Westfalen- Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW 2.3.3 Wohnungslose Frauen in Köln, die auf der Straße leben Es gibt keine validen Daten darüber, wie viele Menschen tatsächlich auf der Straße leben. Bisherige Schätzwerte beziehen sich auf wohnungslose Menschen, die grundsätzlich einen Sozialhilfeanspruch haben und weitgehend in der Wohnungslosenhilfe bekannt sind. In den letzten Jahren prägen d ie Folgen der Zuwanderung aus dem osteuropäischen Bereich zunehmend die Wahrnehmung im öffentlichen Raum. Viele dieser Menschen leben auf der Straße. Seit Mitte 2017 hat das Amt für Soziales für Senioren in Kooperation mit Trägern der Wohlfahrtspflege (Diakonie Michaelshoven e.V. und Benedikt Labre e.V.) und dem Landschaftsverband Rheinland die Angeb ote der Wohnungslosenhilfe durch Streetwork erweitert. Über die statistischen Erfassungen der Streetworker können Daten vorgelegt werden. Bei den nachfolgenden Zahlen ist anzumerken, dass diese bislang nur über einen Zeitraum von 6 Monaten (ab Mitte 2017) erhoben wurden. In der zweiten Jahreshälfte konnte zu 431 Menschen insgesamt ein Kontakt aufgenommen werden. Hiervon waren 286 Deutsche, 112 E U-Osteuropäer und 33 sonstiger Nationalität. Von den 431 Menschen waren 330 Männer und 101 Frauen. Von der Gesamtzahl machten 267 Menschen Platte , das heißt, sie leben auf der Straße. Unter Berücksichtigung des kurzen Zeitraumes der Datenerhebung seit Projektstart kann diese Zahl jedoch nicht als Basis von Hochrechnungen genommen werden. Hier sind die weiteren Ergebni sse des Streetworks abzuwarten. Die Dunkelziffer von wohnungslosen Frauen muss deutlich höher als bei wohnungslosen Männern angenommen werden , da viele Frauen ihre Wohnungslosigkeit verschweigen oder ungesicherte Wohnverhältnisse, z.B. durch Einzug bei einem neuen Partner, eingehen. 8 3. Frauenspezifische Gesichtspunkte in der Arbeit mit wohnungslosen Frauen 3.1 Wohnungslose Frauen mit Kindern oder schwangere wohnungslose Frauen Wohnungslose Müt ter haben wohnungslose Kinder oder leben mit ihren Kindern in der besonderen Lebenslage Wohnungsnot, und damit in unsicheren Wohnverhältnissen. Bezogen auf die Gesamtgruppe der im Jahr 2017 in Deutschland wohnungslosen Personen schätzt die BAGW die Zahl der Kinder und m inderjährigen Jugendlichen auf 8 % (32 .000). Diese Zahlen beziehen sich vor allem auf Kinder und Jugendliche, die gemeinsam mit ihren wohnungslosen Eltern leben. Zu Kindern in prekären Wohnverhältnissen oder alleinlebenden Kindern ohne feste Unterkunft gibt es keine gesicherten Zahlen. Welche Folgen hat Wohnungslosigkeit für Kinder? Unangemessene Wohnverhältnisse , Zwangsräumungen und Wohnungslosigkeit haben gravierende negative Auswirkungen auf das Aufwachsen, die Entwicklung, die Bildungschancen, die Gesundheit und das persönliche Sicherheitse mpfinden von Kindern. Auch die „verdeckte Wohnungslosigkeit“, in die sich Frauen mit ihren Kindern immer wieder begeben, beeinträchtigt die gesunde Entwicklung von Kindern. Laut vorliegenden Studien in den Niederlanden wirken sich besonders die Zwangsräumungen verheerend auf Kinder aus (Depressionen, Angstzustände). Mit Eintritt der Wohnungslosigkeit gehen schulische Leistungen signifikant zurück. Kinder, die zeitweise getrennt von ihren Eltern untergebracht werden, haben ein doppelt so hohes Risiko, als Er wachsene erneut wohnungslos zu werden, wie Kinder, die keine Trennung erlebt haben. In der Arbeit mit wohnungslosen Frauen ist es dabei zwingend erforderlich , neben den klassischen Themen der Hilfen gem. § 67 SGB XII Schwerpunkte zu bearbeiten, die eng mit der Situation von alleinerziehenden Müttern oder mit der Situation von Schwangeren verknüpft sind. 9 3.2 Psychisch erkrankte wohnungslose Frauen In den Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe zeigt sich seit Jahren über alle Altersgruppen hinweg ein steigender Anteil von Frauen mit massiven psychischen Auffälligkeiten/ Erkrankungen. Die Erfahrungen in den Kölner Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe für Frauen decken sich mit den Erkenntnissen verschiedener Studien, wie der sogenannten SEEWOLF - Studie, die 2014 veröffentlicht wurde. Bestehende s omatische und psychische Erkrankungen verschlimmern sich durch das Leben auf der Straße oder in unsicheren Wohnverhältnissen . Häufig sind sie Auslöser für Wohnungslosigkeit, weil es den Frauen aufgrund der Erkrank ung nicht mehr möglich ist, ihre Wohnung, Arbeit und ein soziales Umfeld zu erhalten. In anderen Fällen löst das Leben in der Wohnungslosigkeit oder in einer unsicheren Wohn - und Lebenssituation psychische Auffälligkeiten/ Erkrankungen aus bzw. verstärkt diese. Bei einem Teil der Frauen, die in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Köln betreut werden, liegen Diagnosen vor, in anderen Fällen kann aufgrund der Auffälligkeiten nur ei ne Erkrankung vermutet werden. Fehlende Krankhe itseinsicht, geringe eigene Ressourcen, ein fehlendes soziales und familiäres Stützsystem, selbst gewählte Isolation oder gesellschaftliche Segregation erschweren es den Frauen, Hilfe anzunehmen. Viele von ihnen empfinden Aufenthalte in Krankhäusern, Sucht kliniken oder Psychiatrien als Zwangsmaßnahmen, was die Annahme weiterer Hilfen zusätzlich erschwert und neben der Unstetigkeit des Lebens auf der Straße auch ein Grund für eine unzureichende medizinische Versorgung der bestehenden psychischen Erkrankungen bzw. Suchterkrankungen ist. 10 3.3 Ältere oder vorgealterte wohnungslose Frauen Dezidierte Angaben über Alters - und Haushaltsstruktur von wohnungslosen Frauen liegen auf lokaler Ebene in Köln nicht durchgängig vor . Ebenfalls liegen der Stadt Köln keine Daten im Bereich der Angebote der Träger der Wohnungslosenhilfe vor, da diese Daten unmittelbar online von den Trägern an das Land NRW übermittelt werden. Von daher werden die vom Land NRW erhobenen Angaben über Geschlecht und Alter als Aufgangspunkt der Bewertung zugrunde gelegt , in der Annahme, das s diese Angaben im Wesentlichen den lokalen Verhältnissen in Köln entsprechen. In der Gesamtstatistik ist bezüglich der Altersstruktur der Frauen ab 50 Jahren und über 60 Jahren seit 2015 ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen. (siehe Punkt. 2.2.1). Auch die Anzahl der kommunal untergebrachten wohnungslosen Menschen insgesamt ist in der Altersgruppe 50 – 60 Jahre n und über 60 Jahren rückläufig. In beiden Fällen ist ein überdurchschnittlicher Rückgang in 2017 gegenüber 2016 festzustellen. Aus dieser Entwicklung lässt sich allerdings nicht die Aussage herleiten, da ss es weniger ältere wohnungslose Menschen/Frauen gi bt. Insbesondere die Datenerhebung in 2017 zeigt, das landesweit eine Steigerung von 28,9 % der Wohnungsnotfälle gegenüber dem Vorjahr festzustellen ist. Dieser überdurchschnittliche Anstieg der Wohnungsnotfälle ist zu einem großen Anteil auf die Anerkennungen im Bereich der Asylanträge bei der Gruppe der unter 18 - jährigen zurückzuführen. Die Verringerung des Prozentanteiles der älteren Wohnungslosen an der Gesamtzahl muss also im Zusammenhang mit dem deutlichen Anstieg der unter 18 jährigen Wohnungslosen gesehen werden. Bei der Landesstatik der durch die Träger der Wohnungslosenhilfe untergebrachten/betreuten Wohn ungslosen ist bei der Zielgruppe der wohnungslosen Frauen von 50 – 60 Jahren ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Bei den über 60 - jährigen ist gegenüber 2016 ein Rückgang festzustellen. Tendenziell kann angenommen werden, dass der Anteil der vorgealterten und älteren wohnungslosen Frauen zumindest gleichbleibend ist und hieraus folgend für diese Zielgruppe besondere Angebote der Wohnungslosenhilfe vorgehalten werden müssen. Vorgealterte, ältere und alte Frauen zeigen z.T. psychische Auffälligkeiten/Erkrankungen, dementielle Veränderungen, vor allem aber körperliche Erkrankungen, die auf das lange Leben in unsicheren Wohnverhältnissen, auf Substanzenkonsum, auf das Alter selbst oder eine Kombination aus allen Indikationen zurückzuführen sind. 11 Die Zukunftsperspektive älterer Frauen ist häufig unklar. Teilweise verhindern unrealistische Vorstellungen oder die fehlende Annahmebereitschaft altersgerechter Alternativen eine notwendige Anschlussversorgung. Angesichts des Alters und der Erkrankungen der Klientinnen verändern sich die Hilfeansätze und -prozesse. Als ein mög liches Angebot wird daher der Aufbau von kleineren Wohngruppen/ -projekten gesehen, in denen neben einer Grundversorgung von sozialen Hilfen pflegerische und/ oder hauswirtschaftliche Hilfen angeboten werden können. 3.4 Prostituiertenhilfe Wohnungslose od er von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen, die in der Prostitution arbeiten oder die Arbeit in der Prostitution in Erwägung ziehen , werden durch die Prostituiertenhilfe des SkF e.V. und durch die Angebote des Gesundheitsamtes der Stadt Köln erreicht. Der S kF e.V. stellt durch die sozialarbeiterische Arbeit auf dem Gelände an der Geestemünder Straße an 365 Tagen im Jahr die niedrigschwellige Betreuung und Krisenintervention sicher. Jede Frau, die neu auf dem Gelände angetroffen wird, erhält eine Erstberatung und das Angebot der Klärung bestehender Problemlagen und der Weitervermittlung ins Hilfesystem. Durch die aufsuchende Arbeit der Prostitui ertenberatungsstelle „Rahab“ des SkF e.V. erhalten Frauen, die auf den Straßenstrichen im Kölner Stadtgebiet, in Clubs, Bordellen oder anderen Prostitutionsstätten arbeiten, Kontakt zum Hilfesystem und alle notwendigen Informationen, die sie für die Arbeit und den möglichen Ausstieg benötige n. Gerade mit der aufsuchenden Arbeit im Kölner Süden und der regelmäßigen Präsenz in der Großsiedlung „Am Kölnberg“ in Meschenich werden Frauen mit Mehrfachproblematiken erreicht. Die offene Sprechstunde von „Rahab“ wird in der Regel von Frauen aufgesuch t, die bereits den Ausstieg aus der Prostitution planen und dazu über einen längeren Zeitraum Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung der meist komplexen Problemlagen benötigen. Der SkF e.V., das Gesundheitsamt der Stadt Köln und andere Träger wie z.B . agisra e.V., arbeiten in Köln in der Beratung von Prostituierten in enger Abstimmung mit der Polizei und dem Ordnungsamt und verfolgen dabei einen präventiven statt repressiven Ansatz. 12 3.5 Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen mit Gewalt- oder häuslicher Gewalterfahrung Gewalt bzw. häusliche Gewalt, ausgeübt durch die Familie, Partner/Partnerin oder durch Bekannte spielt im Leben von wohnungslosen oder von Wohnungslosigkeit bedrohten Frauen eine wesentliche und vielschichtige Rolle. Frauen, die wiederholte und massive Gewalt erleben oder schon in der Herkunftsfamilie erlebt haben, verfügen selten über eigene Ressourcen, die notwendig sind, sich angemessen zu wehren oder sich im sozialen Umfeld oder bei Institutionen Hilfe zu holen. Sie leben oft lange in Gewaltbeziehungen und entwickeln Überlebensstrategien, die ihnen zum Teil nur vermeintliche und kurzfristige Erleichterung verschaffen. So suchen Frauen Auswege mithilfe von Betäubung (Alkohol, Drogen, Medikamente), extremer Anpassung oder von Flucht in eine neue Beziehung etc. Nicht selten entwickeln Frauen psychische Auffälligkeiten oder Erkrankungen. Wenn Frauen wohnungslos sind, ist die Gefahr, Opfer zu werden, besonders groß. Frauen halten dann oft langjährige Gewalt durch Partner aus, bei denen sie unterschlüpfen können, um zumindest einen gewissen Schutz vor Übergriffen fremder Männern auf der Straße zu erhalten. Um diesen Gewaltkreislauf zu durchbrechen, müssen alle Frauen nach dem Erleben von häuslicher Gewalt intensiv unterstützt werden. Insbesondere auch die Frauen, die nicht in der Lage sind, den „normalen Weg“ über die Unterbringung in einem Frauenhaus oder mithilfe eines Antrages einer Schutzanordnung oder Wohnungszuweisung zu gehen. In Köln gibt es zwei Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt. Linksrheinisch in der Trägerschaft des SkF e.V., rechtsrheinisch in der Trägerschaft des Diakonie Michaelshoven e.V. 13 3.6 Von Gewalt betroffene Frauen in einem anonymen Frauenhaus Flüchten Frauen und Frauen mit ihren Kindern aus gewaltgeprägten Beziehungen/Haushalten, können sie in einem Frauenhaus aufgenommen werden. Schwerpunkt der Arbeit in einem Frauenhaus ist es, Frauen, die mit ihren Kindern vor Gewalt in Ehe, Partnerschaft und Familie flüchten, Schutz, Unterkunft und sozialpädagogische Unterstützung und Beratung zur Verfügung zu stellen. In Köln existieren insgesamt zwei autonome Frauenhäuser, die jeweils 10 Frauen und ihren Kindern Schutz und Aufnahme ermöglichen. Die Frauenhäuser werden betrieben vom Verein „Frauen helfen Frauen e.V.“. Frauenhäuser sind kein Hilfeangebot für wohnungslose Frauen, die auf der Straße lebend Gewaltanwendungen Dritter ausgesetzt sind. Die autonomen Frauenhäuser nehmen ausschließlich Frauen aus bestehenden Haushalten/Wohnungen auf. Mit dem Entschluss, die gewaltgeprägte Beziehung zu beenden und in ein Frauenhaus zu gehen, tritt faktisch eine drohende Wohnungslosigkeit ein. Soweit die Frau nicht mehr in den vorherigen Haushalt zurückkehrt, ist sie wohnungslos und sucht nach dem Aufenthalt in einem Frauenhaus eine eigene Wohnung. Die Vermittlung der Frauen/und deren Kinder in Angebote der Wohnungslosenhilfe oder in ordnungsbehördliche Angebote erfolgt dann, wenn der weitere Verbleib in einem anonymen Frauenhaus aufgrund der persönlichen oder gesundheitlichen Gründe nicht weiter möglich ist (z.B. Vorliegen einer psychischen Erkrankung, Suchtmittelabusus) oder durch den Verbleib der Frau im Frauenhaus die Anonymität des Frauenhauses gefährdet ist. 14 4. Wo hnungslose Frauen mit Leistun gsbezug nach dem SGB II und SGB XII Mit Inkrafttreten des SGB II zum 01.01.2005 wurde im Amt für Soziales und Senioren das Dienstleistungszentrum ResoDienste Köln gegründet. Hierbei werden, gebündelt an einem Ort, alle Leistun gen für Wohnungslose, auch für wohnungslose Frauen, eingeleitet oder erbracht. Mit Inkrafttreten des SGB II wurde das Amt für Soziales und Senioren durch das Jobcenter Köln mit der Wahrnehmung der Aufgaben nach dem SGB II für wohnungslose Menschen in Köln beauftragt. Durch die Zentralisierung aller Hilfen für Wohnungslose können Aussagen für die Situation arbeitssuchender wohnungsl oser Menschen getroffen werden. Bei den frauenspezifischen Angeboten , wie z.B. Seniora, Respekt oder auch der Betreuung von Frauenhausfällen wird die Bearbeitung der Hilfefälle durch eine weibliche Sachbearbeitung beim Dienstleistungszentrum ResoDienste Köln durchgeführt. Die Aufschlüsselung nach Geschlecht, Alter und Migrationshintergrund wird nachfolgend für die Jahre 2015 - 2017 dargelegt. 15 4.1 Wohnungslose Frauen mit Leistungsbezug nach SGB II Alter Gesamt weiblich % Anteil weiblich 2015 2016 2017 2015 2016 2017 2015 2016 2017 < 25 Jahre 171 147 162 53 ..43 46 31 % 29 % 28 % < 40 Jahre 662 635 592 149 137 129 22 % 22 % 22 % < 50 Jahre 397 368 370 62 ..57 61 16 % 15 % 16 % 50< 65 Jahre 359 338 345 59 ..58 57 16 % 17 % 17 % Gesamt 1.589 1.488 1.469 323 295 293 20 % 20 % 20 % Nationalität Gesamt weiblich % Anteil weiblich 2015 2016 2017 2015 2016 2017 2015 2016 2017 Deutsch 1.156 1.109 1.127 211 208 220 18 % 19 % 20 % Nicht Deutsch 433 379 342 112 87 73 26 % 23 % 21 % Alleinerziehende Frauen 2015 2016 2017 Mit einem Kind < 3 Jahren 14 11 7 16 4.2 Wohnungslose Frauen mit Leistungsbezug nach SGB XII (Drittes und Viertes Kapitel) Insgesamt 350 Personen erhalten Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherungsleistungen im Alter oder bei dauerhafter voller Erwerbsunfähigkeit nach dem SGB XII. Hiervon sind 110 weiblich (31,4 %). Altersstruktur Anzahl Frauen 2015 2016 2017 < 25 Jahren 3 ..8 8 < 40 Jahren 17 28 33 < 50 Jahren 12 13 21 < 65 Jahren 24 30 37 Ab 65 Jahren 15 0 11 Nationalität Anzahl Frauen 2015 2016 2017 Deutsch 56 64 88 Nicht Deutsch 15 15 22 17 5. Versorgung wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Frauen in Köln Die Ansprache, Beratung und Versorgung wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Frauen ist eine zentrale Aufgabe des Amtes für Soziales und Senioren. Aufgrund der besonderen Problemlagen und der hohen fachlichen Anforderungen im Umgang mit dieser Personengruppe sind alle Angebote in der Abteilung Fachstelle Wohn en, wirtschaftliche Hilfen und Dienstl eistungszentrum ResoDienste Köln im Amt für Soziales und Senioren zentralisiert. Bereits seit Beginn der 1990er Jahre wurden die Hilfen für wohnungslose Frauen umfassend ausgeweitet. In Köln stehen seitdem die kontinuierliche Innovation von Projekten sowie die Ausdifferenzierung nach besonderen Bedarfen bei den Frauen im Vordergrund. 5.1 Vermeidung von Wohnungslosigkeit – Prävention Unter Berücksichtigung der seit Jahren angespannten Situation der Wohnraumversorgung, insbesondere im Segment der bezahlbaren Wohnungen für Alleinstehende, kommt der Präventionsarbeit elementare Bedeutung zu. Das Amt für Soziales und Senioren, Fachstelle W ohnen, verfolgt dabei für die Prävention von Wohnungsverlust einen lokalen Ansatz. Bei den Personengruppen der alleinstehenden und alleinerziehenden Frauen wird besonders darauf geachtet , einen sich abzeichnenden Wohnungsverlust frühestmöglich zu vermeiden. Im Bedarfsfall werden durch ein lokales Beratungsangebot und aufsuchende Hilfe , Probleme identifiziert , di e die Wohnsituation gefährden, Leistungsansprüche geprüft und die Antragsstellung unterstützt. 18 5.2 Ordnungsbehördliche Unterbringung von wohnungslosen Frauen Bei Eintritt der Wohnungslosigkeit suchen Frauen in aller Regel nicht die Regelangebote der ordnungsbehördlichen Unterbringung auf, weil die meisten gewerblichen Einfachstunterkünfte für die Belegung beider Geschlechter genutzt werde n und die Frauen Angst vor Übergriffen und Belästigungen haben. Zum Stichtag 31.07.2017 bestanden insgesamt 946 Unterbringungsmöglichkeiten (Betten) in Angeboten der ordnungsbehördlichen Unterbringung (ohne Sondereinrichtungen wie Internationaler Bund e.V.- Pallenbergstr. Und Rather Str. , Deutsches Rotes Kreuz -Hotel Plus). Diese waren zum Stichtag mit 140 Frauen und alleinstehenden Fraue n mit Kindern belegt (20,6 %). Daneben bestehen noch 41 Plätze in Notaufnahmen. Hier kann aufgrund der hohen Fluktuation keine Nutzungsquote von Frauen ausgewiesen werden. Ebenfalls unberücksichtigt bleibt das Angebot der humanitären Winterhilfe. Die Nutzung und Auslastung der Winterhilfeangebote erfolgt in einem separaten Bericht. Zur Verbesserung der Notunterbringung hat die Fachstelle Wohnen spezielle Unterbringungseinrichtungen geschaffen, die für Frauen und für Frauen mit ihren Kindern eine zusätzliche Unterstützung bei der Reintegration in den Wohnungsmarkt bieten. Dabei handelt es sich um ein neues Angebot in Köln-Neubrück der Diakonie Michaelshoven e.V., das über 18 Plätze für alleinerziehende Frauen und auch Familien verfügt. Weiterhin hat die Fachstelle Wohnen des Amtes für Soziales und Senioren in Kooperation mit dem SkF Köln e.V. eine speziell für wohnungslose Frauen geeignete, ordnungsbehördliche Unterkunft in Lindenthal mit 25 Plätzen geschaffen. Hier wird den Bedarfen von Frauen Rechnung getragen und Unterstützung gewährt. Aufgenommen werden hier volljährige und vorwiegend mietvertragsfähige alleinstehende Frauen ohne Kinder, die akut in Wohnungslosigkeit geraten oder bereits seit längerer Zeit wohnungslos sind. Die Aufnahme der Frauen erfolgt auch mit ihren Tieren. Die Zuweisun g erfolgt zeitlich befristet. Die Betreuung wird durch den SkF e.V. sichergestellt. Neben diesen neuen Angeboten steht auch das bereits langjährige Angebot für Frauen und deren Kindern in der Einrichtung Pallenbergstr. des I nternationalen Bundes e.V. zur Verfügung. Alle Angebote im Rahmen der ordnungsbehördlichen Unterbringung werden durch das Amt für Soziales und Senioren, Fachstelle Wohnen belegt. 19 5.3 Streetwork Im Arbeitsfeld der aufsuchenden Arbeit /Streetwork ist eine Stelle mit weiblichem Personal besetzt. Dadurch kann gewährleistet werden, dass wohnungslose Frauen durch eine Streetworkerin angesprochen werden, um hierdurch einen leichteren Zugang zu den Frauen zu erhalten. Es finden Beratungs- und Informationsgespräche auf der Straße statt. Dabei werden d en Frauen Gesprächs - und Unterstützungsangebote aufgezeigt oder die Frauen erhalten Kontaktdaten , um zu einem späteren Zeitpunkt von dem Angebot Gebrauch machen zu können. Durch die spontane Kontaktaufnahme gelingt es oft leichter, eine erste Beziehung zu knüpfen, um einen anschließenden Zugang zu einer Einrichtung zu ermöglichen. Ziel ist es, Schwellenängste abzubauen, zu informieren und so z.B. das Aufsuchen der niederschwelligen Hilfsangebote für wohnungslose Frauen zu erleichtern. In speziell für Frauen ausgerichteten Angeboten können Frauen sich eher stabilisieren und eventuell Hilfe annehmen. Voraussetzung für die Bildung einer Vertrauensbasis ist die Freiwilligkeit der Angebotsannahme. Die Streetworkerin will damit gerade auch jene Frauen ansprechen, die von sich aus keine Hilfsmöglichkeiten mehr aufsuchen, diese jedoch dringend benötigen. Oftmals aus Scham versuchen Frauen, noch länger als Männer, ihre Situation zu verheimlichen oder aber sie leben in (gewalttäti gen) Abhängigkeitsverhältnissen. Zudem gehen mit Wohnungslosigkeit auch noch häufig weitere Problematiken einher, wie Verschuldung, Krankheit, Drogen- oder Alkoholsucht. Die Auswertung des Streetworks von Juli 2017 bis Januar 2018 zeigt, dass der Anteil der Frauen, die auf der Straße angetroffen werden, im Vergleich zu Männern , niedriger ist. Die Geschlechterverteilung in den 431 Einzelkontakten der Streetworkerinnen steht im Verhältnis von 76,6 % Männer zu 23,4 % Frauen. Auffallend ist, dass sich unter den Frauen ein großer Anteil betroffener Frauen befindet, die psychische Auffälligkeiten aufweisen und aufgrund ihrer psychischen Erkrankung entweder keine Kontaktaufnahme zulassen oder nicht erreichbar sind. Zudem fallen diese Frauen in einigen Fällen augenscheinlich durch Verwahrlosung auf. 20 5.4 Das Kölner Hilfesystem für Wohnungslose nach § 67 SGB XII Das Amt für Soziales und Senioren bietet für wohnungslose Frauen in Kooperation mit Trägern der Wohlfahrtspflege und dem Landschaftsver band Rheinland als überörtlichen Sozialhilfeträger ein umfangreiches und differenziertes Hilfesystem an. Nachfolgend wird das Hilfesystem mit dem Schwerpunkt für wohnungslose Frauen dargestellt. Eine umfangreiche Auflistung aller Angebote ist dem Bericht als Anlage beigefügt Fachberatungsstellen Das Dienstleistungszentrum ResoDienste Köln bezuschusst in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland insgesamt drei Fachberatungsstellen für die Beratung und Unterstützung von wohnungslosen oder von Wohnungslosigkeit bedrohten Frauen . Die Fachberatungsstellen werden durch den Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF e.V.) und die Diakonie Michaelshoven e.V. angeboten. Notschlafstellen Bei diesen Angeboten handelt es sich nicht um ordnungsbehördliche Notschlafstellen, sondern um zielgruppenorientierte und pädagogisch betreute Notschlafstellen. Der Aufenthalt in den Notschlafstellen ist in aller Regel nur während der frühen Abendstunden und der Nachstunden möglich. In den Notschlafstellen werden Verpflegung und andere Versorgungsangebote (Duschen, Wäsche waschen, Spritzentausch) angeboten. Für wohnungslose Frauen stehen in Köln 19 Schlafplätze zur Verf ügung. Diese werd en vom SkF e.V., der Diakonie Michaelshoven e.V. und den Vinzentinerinnen angeboten. In der Notschlafstelle Diakonie Michaelshoven e.V. besteht ein Aufenthalt über 24 Stunden mit Clearingfunktion und der Möglichkeit einer Weitervermittlung Ambulante Hilfen Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen können als Einzelfallhilfe sozialarbeiterische Unterstützung und Begleitung erhalten. Im Rahmen der Einzelfallhilfe bieten speziell die Träger SkF e.V., Diakonie Michaelshov en e.V., die Vinzentinerinnen sowie agisra e.V. frauenspezifische Unterstützung an. Neben diesen Angeboten stehen Frauen auch die geschlechtergemischten Angebote der Ambulanten Hilfen anderer Träger zur Verfügung. 21 Ambulant Hilfe in Trägerwohnraum Zielgruppenorientierte Wohnangebote sind auf die speziellen Bedarfe von Zielgruppen zugeschnittene Unterbringungsangebote, in denen persönliche Unterstützungsleistungen als ambulante Hilfe für einen zeitlich begrenzten Zeitraum gewährt werden. Spezielle Angebote für wohnungslose Frauen bestehen bei folgenden Trägern: SkF e.V. Vinzentinerinnen Diakonie Michaelshoven e.V. Diakonisches Werk Darüber hinaus bestehen betreute Wohnangebote bei anderen Trägern der Wohlfahrtspflege, die von Männern und Frauen genutzt werden können. Stationäre Hilfen Für wohnungslose Frauen, die einen umfassenden Hilfebedarf haben und ein stationäres Angebot benötigen, bietet der Landschaftsverband Rheinland als überörtlicher Sozialhilfeträger in Kooperation mit d er Diakonie Michaelshoven ein stationäres Angebot (Elisabeth-Fry-Haus) an. 22 5.5 Weitere Angebote Neben den oben genannten Angeboten existieren weitere frau enspezifische Beratungsstellen, die andere Beratungsschwerpunkte haben, aber deren Beratungsarbeit sich auch auf die Wohnraumsicherung auswirkt. Beispielhaft und nicht abschließend sind hier genannt: • Zwei Interventionsstellen bei häuslicher Gewalt (Diakonie Michaelshoven e.V. und SkF e.V.) • Spezialisierte frauenspezifische Beratungsstellen wie z.B. agisra e.V., Frauen lernen Leben e.V. u.a. 23 5.6 Angebotsverteilung der Hilfen im städtischen Raum Im Rahmen des zielgruppenorientierten Ausbaues des Hilfesystems wurde besonderer Wert auf die dezentrale Verteilung der Angebotsstruktur gelegt: Betreute Wohnformen Beratungsstellen Notschlafstellen Stationäre Hilfen Altstadt-Süd Deutz Dünnwald Ehrenfeld Humbold Innenstadt Kalk Lindenthal Mülheim Meschenich Neustadt- Süd Neustadt- Nord Nippes Porz- Zündorf Porz- Wahn Raderthal Rath Weidenpesch Zollstock Angebote nur für Frauen Angebote für Frauen und Männer Im Bereich der Notschlafstellen ist auf eine zentrale Lage und gute Erreichbarkeit zu achten. Dies führte jedoch zu einer in der Innenstadt dominierenden Angebotslage. Daher werden die Angebote seitdem nicht mehr konzentriert in der Innenstadt angeboten. 24 25 5.7 Auslastung und Annahme der Angebote durch Frauen Notschlafstellen und ordnungsbehördliche Unterbringungen in gewerblichen Einfachstunterkünften, in denen beide Geschlechter untergebracht sind, werden von Frauen deutlich weniger angenommen. In diesen Einrichtungen befürchten Frauen physische und psychische Gewaltausübung durch Männer. Hingegen haben Notschlafstellen für Frauen, wie zum Beispiel das Elisabeth -Fry-Haus der Diakonie Michaelshoven e.V. oder das Comeback des SkF e.V. eine hohe Akzeptanz bei den Frauen. Auch die frauenspezifischen Beratungsstellen zeigen hinsichtlich der Kontaktzahlen, dass diese Angebote intensiver angenommen werde n, als Angebote, die sich an beide Geschlechter richten. Die hohe Akzeptanz von frauenspezifischen Angeboten spiegelt auch die Forderung der BAG Wohnungslosenhilfe wider 2, die auf ein frauengerechtes und an den spezifischen weiblichen Lebensumständen orientiertes Hilfesystem besteht. Im Bereich der Hilfen nach § 67 SGB XII zur Überwindung der besonderen sozialen Schwierigkeiten wird bereits seit vielen Jahren ein frauenspezialisiertes Hilfesystem angeboten und hat sich durch die besondere Nachfrage etabliert. 2 Positionspapier der BAGW vom Fachausschuss Frauen von Juni 2013 26 6. Arbeits- und Beschäftigungsangebote nach SGB II für wohnungslose Frauen Wohnungslose Frauen haben bei Vorliegen der Erwerbsfähigkeit über drei Stunden arbeitstäglich grundsätzlich Ansprüche nach dem SGB II. Wohnungslosigkeit ist auf das Vorliegen multipler Problemlagen zurückzuführen. In diesen Fällen ist eine unmittelbare Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt ohne vorangehende Fördermaßnahmen in aller Regel ausgeschlossen. Daher werden für Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen im Bereich der kommunalen Eingliederungsmaßnahmen nach § 16 a SGB II Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen angeboten. Ein konkretes Arbeitsangebot allein für wohnungslose Frauen ist nicht sinnvoll. Bestehende Wohnungslosigkeit ist eine Rahmenbedingung, die die Vermittlung in Arbeit erschwert, deren Ursache in persönlichen und sozialen Schwi erigkeiten besteht, die im Rahmen von Arbeitsangeboten berücksichtigt werden müssen. Für Frauen mit bestehenden persönlichen und sozialen Schwierigkeiten stehen nachfolgende Angebote zur Verfügung. Der Wendepunkt Die Frauenberatung sstelle mit Standorten i n Kalk und Mülheim der Diakonie Michaelshoven e.V. bietet Unterstützung , insbesondere auch für Frauen mit Zuwanderungs- und/ oder Fluchtgeschichte und von Gewalt betroffene Frauen . Die Gespräche werden bei Bedarf durch muttersprachliche Beraterinnen und mi t Hilfe von Sprachmittlerinnen geführt. Problemstellungen aus den Bereichen Wohnung, Verschuldung, Trennung, Gewalt sowie Familie werden bearbeitet. Casa Blanca Casa Blanca ist eine Arbeitsgelegenheit für Frauen mit insges amt 30 Teilnahmeplätzen. Das Beschäftigungsprojekt wird vom SkF e.V. angeboten. Die dort beschäftigten Frauen weisen in aller Regel schwere Vermittlungshemmnisse auf und bedürfen zur Heranführung an eine Erwerbsintegration erheblicher psychosozialer Unterstützung. 27 Strickleiter I und Strickleiter II Beide Angebote sind Projekte des SkF e.V. Köln. Strickleiter I richtet sich an Opfer häuslicher Gewalt, bei denen die Folgen der zum Teil über Jahre erlebten Gewalt zur Ausprägung von psychosozialen Vermittlungshemmnissen geführt bzw. beste hende Vermittlungshemmnisse verstärkt haben. Das Angebot funktioniert als Lotse hinein in das Hilfesystem, Strickleiter I stellt im Rahmen des Case Managements sicher, dass die Opfer (und deren Kinder) die notwendigen und möglichen Hilfen erhalten. Die Strickleiter I steht weiblichen wie männlichen Opfern häuslicher Gewalt offen, wird zu nahezu 100% von Frauen genutzt. 85% der Betroffenen leben mit mehreren Kindern zusammen. H äufig leiden sie unter psychischen oder somatischen Erkrankungen, viele leben in ungesicherten Wohnverhältnissen oder unter drohendem Wohnungsverlust. Strickleiter II ist ein Angebot für Frauen mit massiven Problemlagen, die einer Arbeits - oder Beschäftigungsaufnahme entgegenstehen. Die Hilfen von Strickleiter II reichen von der Existenzsicherung, der Sicherung der Wohnung und der psychischen und somatischen Gesundheit der Klientinnen bis hin zur Stabilisierung in der ersten Phase bei der Aufnahme einer Maßnahme, einer Aus- oder Weiterbildung oder einer Beschäftigung. FrauenLeben e.V. Die Frauenberatungsstelle des gemeinnützigen Trägervereins FrauenLeben e.V. bietet Beratung, Krisen - und Orientierungsgespräche, themenbezogene Gruppen, Beratung für Angehörige sowie Vortrags - und Themenabende. Zu den Arbeitsschwerpunkten gehören gestörtes Essverhalten (Magersucht, Bulimie, Binge Eating und Adipositas), Unterstützung bei Gewalterfahrung (häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, Stalking u.a.), Probleme in der Familie und Partnerschaft, Trennung/ Scheidung, psychische Erkrankungen , wie Depressionen, Ängste, u.a. berufsbezogene Problemlagen, Arbeitslosigkeit und deren psychosoziale Folgen, Selbstwertprobleme u.v.m. Arbeit sofort Hinter diesem Projekt stehen der SKM e.V., der SkF e.V. und der Internationale Bund. Das Projekt richtet sich an SGB II leistungsberechtigte Personen , die wohnungslos sind, die weder in Beschäftigungsangebote noch in Integrationsjobs zu vermitteln sind. Ziel des Projektes ist die Heranführung an Arbeit oder die Beschäftigung durch die Bereitstellung eines niederschwelligen Tätigkeitsangebots. 28 JobLotsen Reso Die JobLotsen Re so, ein Angebot des Beruflichen Trainingszentrum Köln e.V., begleiten wohnungslose Menschen. Die Lotsen arbeiten in erster Linie aufsuchend. Sie sind räumlich unmittelbar an das Dienstleistungszentrum ResoDienste angegliedert, so das ein unmittelbarer Kontakt zum Lotsen hergestellt werden kann. Mit ihrer Unterstützung sollen bestehende Vermittlungshemmnisse erkannt und Lösungsmöglichkeiten gefunden werden, die schrittweise umgesetzt werden können. Die Begleitung der Kunden zu Angeboten, Behörden, zu Ärzten und in Therapie nimmt den Klienten Unsicherheit und Scheu und stärkt das Selbsthilfepotenzial des Einzelnen. Weitere Stabilisierung und das Entwickeln von Eigenbemühungen sind Ergebnisse aus zahlreichen Motivationsgesprächen. Gulliver und Lore Die Arbeitsprojekte des Kölner Arbeitslosenzentrums KALZ e.V. richten sich an Menschen, die meist ohne festen Wohnsitz sind und unter multiplen Problemlagen leiden wie Sucht, Schulden, physische und psychische Einschränkungen. Die „Überlebensstation Gulliver“ ist eine Anlaufstelle für Obdachlose und fungiert als Kommunikationszentrum. Das „Lobby- Restaurant LORE “ bietet ein Mittagessen an. Die Kunden arbeiten im Rahmen eines Stufenmodells in den Beschäftigungsfeldern Reinigung, Hauswirtschaft, Gastronomie und im kaufmän nischen Bereich. Ziel ist die Übernahme der Kunden in ein befristetes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, das in den allgemeinen Arbeitsmarkt münden soll. Zweiradwerkstatt 180° Die Zweiradwerkstatt 180° wird in Kooperation zwischen de r Aidshilfe Köln e.V. und dem Internationalen Bund als Arbeitsprojekt geführt. Das Projekt richtet sich an die Zielgruppe der akut Drogengebrauchenden ab 18 Jahren, die ihren Wohnort oder ihren ständigen Aufenthalt in Köln haben und Arbeitslosengeld II bez iehen. Die Zweiradwerkstatt 180° ist ein regulärer, bei der Handwerkskammer eingetragener Zweiradbetrieb, der bewusst als offene Werkstatt mit Kundenkontakt konzipiert ist. Die Zielgruppe besteht aus schwerst - und akut drogenabhängigen Menschen, die durch handwerkliche Tätigkeiten und sozialpädagogische Begleitung stabilisiert werden sollen, so dass eine Beschäftigung erreicht werden kann. Das Projekt 180° ist hierbei das derzeit einzige Beschäftigungs - und Qua lifizierungsangebot mit dem Ansatz der akzeptierenden Drogenarbeit. Das Arbeitsfeld einer Zweirad - bzw. Fahrradwerkstatt bietet der Zielgruppe die Möglichkeit, ihre Arbeits - und Leistungsfähigkeit zu erproben und zu verbessern sowie berufsbezogene Interessen und Fähigkeiten herausarbeiten zu können. 29 7. Kooperationsmodell Dorint Hotel und der Obdachlosenhilfe „Die Brücke Berlin e.V.“ Hier ein ganz besonderes Beschäftigungsprojekt für wohnungslose Menschen . Der Arbeitsmarkt ist für viele Wohnungslos e auf direktem Wege schwer erreichbar. Wohnungslose sind im Wettbewerb mit anderen Arbeitslosen nahezu chancenlos! Initiiert über den Verein „Obdachlosenhilfe Die Brücke e.V.“ , kam erstmalig 2012 ein Kooperationsprojekt mit dem Dorint Hotel zustande. Das D orint Hotel bietet über den Einstieg einer geringfügigen Beschäftigung die Möglichkeit, schrittweise den Einstieg ins Berufsleben zu testen und mögliche Anschlussperspektiven (z.B. versicherungspflichtige Beschäftigung oder Ausbildung) zu überprüfen. Einige Wohnungslose haben in den vorangegangenen Jahren über dieses Beschäftigungsprojekt bereits eine Chance erhalten. Für 2017 ergeben sich folgende relevante Daten bzgl. Änderungen/ Neueinstellungen im Projekt: Im Juni 2017 konnte ein Wohnungsloser in Teilzeit vermittelt werden. Aufgrund bestehender gesundheitlicher Einschränkungen wu rde das Arbeitsverhältnis in 12/ 2017 in einen Aushilfsjob umgewandelt. Erfreulicherweise konnte demgegenüber in 08 /2017 eine Teilzeitbeschäftigung in Vollzeit umgewandelt werden. Ein seit 2014 bestehendes Arbeitsverhältnis im Rahmen eines Minijobs besteht auch in 2017 unverändert fort. 30 8. Angebote für psychisch und suchtkranke Wohnungslose Für psychische und suchtkranke Wohnungslose stellt das Gesundheitsamt nachfolgende Angebote zur Verfügung . Diese kooperieren bei wohnungslosen Frauen insbesondere mit den frauenspezifischen Angeboten und Trägern. Mobiler Medizinischer Dienst (MMD) Der MMD des Gesundheitsamtes bietet Sprechstunden in sozialen Einrichtungen der Drogen-, Wo hnungslosen- und Jugendhilfe an. Hier arbeiten Ärztinnen, Ärzte und Krankenschwestern, die den Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben, eine angemessene medizinische Grundversorgung sichern, die nicht über eine ambulante ärztliche Versorgung durch einen niedergelassenen Arzt/Ärztin erbracht wird. Frauen machen langjährig ca. 20% der vom MMD betreuten Patienten aus. B.O.J.E Die „B.O.J.E.“ – (Beratung und Orientierung für Jugendliche und junge Erwachsene) ist ein umgebauter Linienbu s, der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Kölner Bahnhofsmilieu als niedrigschwellige Kontakt - und Anlaufstelle zur Verfügung steht. Das Angebot leistet das Gesundheitsamt in Kooperation mit AUF ACHSE / KJSH e.V. und mit Unterstützung durch das Amt für Soziales und Senioren. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bieten vor Ort vertrauliche Beratungen zu allen relevanten Themen an und vermitteln und begleiten in weiterführende Hilfs- und Unterstützungsangebote. Das „Aufsuchende Suchtclearing“ (ASC) Das ASC im Gesundheitsamt ist ein aufsuchendes Angebot. Die Aufgabe ist es, die bisher fehlende Anbindung der Klient/ -innen zwischen dem Hilfesystem und dem Ordnungsbereich von Polizei und Ordnungsamt herzustellen. Als Bindeglied zwischen diesen Bereichen leitet es Klient/-Innen, für die Ordnungsmaßnahmen drohen oder die von Ordnungsmaßnahmen bereits erfasst sind, zur Vermeidung oder zur Flankierung von repressiv orientierten Vorgehensweisen in direkter Zusammenarbeit mit den Ordnungsinstanzen zum Hilfesystem über. Vor diesem Hintergrund vermittelt das ASC des Gesundheitsamtes im Rahmen des Streetwork auch obdachlose, von Wohnungslosigkeit bedrohte oder inhaftierte suchtkranke Frauen in das bestehende Kölner Suchthilfesystem. Das Angebot des ASC wird von den betroffenen Frauen in der Regel gut angenommen. 31 9. Statistische Grundlagen Um die Entwicklung der Wohnungslosigkeit auf Bundes, - Landes oder auf kommunaler Ebene darstellen zu können, wurde auf folgende statistische Erhebungen oder Erfahrungen zurückgegriffen: • Integrierte Wohnungsnotfallberichterstattung NRW-Kurzanalyse 2015 -2017 • Berichtswesen Fachstelle Wohnen des Amtes für Soziales und Senioren • Berichtswesen des Dienstleistungszentrums ResoDienste Köln des Amtes für Soziales und Senioren • Berichtswesen Jobcenter 32 10. Fazit Wohnungslose Frauen benötigen spezifische Hilfen, denn bei ihnen geht es darum, Kreisläufe von Abhängigkeit und Gewalt zu durchbrechen. Häufig steht ihr Wohnungsverlust im Zusammenhang mit Gewalterfahrungen in Partnerschaft und Familie oder mit Beziehungskonflikten. Auch strukturelle Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt führen oft zu einer wirtschaftlichen Abhängigkeit und erhöhen das Armutsrisiko. Frauen bemühen sich meist über lange Zeiträume, ihre Wohnungslosigkeit verdeckt zu halten und wenden sich erst sehr spät an das öffentliche Hilfesy stem. Häufiger als Männer sind wohnungslose Frauen von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen betroffen und verhalten sich psychisch auffällig. Wohnungslose Frauen sind auf der Straße zudem nicht nur von Gewalt, sondern auch von sexueller Belästigung besonders bedroht. Angebote in der Wohnungslosenhilfe müssen daher gezielt die Bedürfnisse wohnungsloser Frauen in den Blick nehmen , um deren besonderen B edarfen gerecht zu werden. Sie müssen so konzipiert sein, dass sie die besonderen Lebenssituationen dieser Frauen berücksichtigen. Aufgrund der steigenden Zahlen von Wohnungslosen, insbesondere wohnungsloser Frauen und der zunehmenden Wohnraumverknappung, muss der Wohnungserhalt und die Wohnraumversorgung von Frauen verstärkt in den Fokus der Wohnungslosenhilfe genommen werden. Dieser Herausforderung muss mit neuen und innovativen Ideen der Wohn ungslosenhilfe begegnet werden. Die zunehmende Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und die steigenden Mietpreise führen vermehrt zu akuter Wohnungsnot. Das bedeutet insbesondere für Frauen einen oft jah relangen Verbleib in den Hilfsangeboten der Wohnungslosenhilfe, ohne Aussicht auf einen selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Wohnraum. 33 11. Ausblick Für die Folgejahre plant die Diakonie Michaelshoven e.V. in Kooperation mit dem Amt für Soziales und Senioren der Stadt Köln auf dem Gelände „Sürther Feld“ in Köln - Sürth den Neubau von Wohneinheiten. Die Planungen beinhalten den Bau von Kleinappartements und Wohngemeinschaften als ambulantes Wohnen für ältere und/oder pflegebedürftige wohnungslose Frauen und Männer. Neben den sozialen Unterstützungsleistungen können notwendige Hilfen im Rahmen der Eingliederungshilfe, Hilfe zur Pflege oder hauswirtschaftliche Versorgung durch die Diakonie Mich aelshoven e.V. auf dem Gesamtkomplex der Liegenschaft als komplementäre Leistungen angeboten werden. Im Rahmen des Aktionsprogrammes „Hilfen in Wohnungsnotfällen – Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Wohnungslosigkeit“ stellt das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes NRW für die Initiierung neuer Ansätze zur Vermeidung und Behebung von Wohnungslosigkeit Fördergelder zur Verfügung. Die Träger SkF e.V., SKM e.V. und das Diakonische Werk haben hierzu einen Projektentwurf erarbeitet. Bei dem beabsichtigten Projekt „Viadukt“-Brücke zur Wohnung- wird eine aktive Wohnraumakquise für die Vermittlung von Wohnraum für wohnungslose Menschen durchgeführt werden. Dieser Projektantrag wurde im Dezember 2017 vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales bewilligt. Insgesamt wurden für das Projekt zwei Immobilienkaufleute und eine Fachkraft der Sozialarbeit bewilligt. Erste aussagekräftige Ergebnisse können im Berichtsjahr 2018 erfolgen. 34 12. Anhang Übersicht über die Beratungs - und Unterbringungsangebote für wohnungslose Frauen des Amtes für Soziales und Senioren in Kooperation mit den Trägern der Wohlfahrtspflege: Träger Diakonie Michaelshoven e.V. Angebot Ambulante Begleitung für Frauen nach § 67 SGB XII Zielgruppe Frauen in besonderen sozialen Schwierigkeiten im eigenen Wohnraum Platzanzahl Adresse Albert-Schweizer-Str. 2, 50968 Köln Telefonnummer 0221-99 56-43 00 und 0173-906 26 67 E-Mail AmBe@diakonie-michaelshoven.de Homepage www.diakonie-michaelshoven.de Kurzer Jahresbericht 2017 Anstieg von Klientinnen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und Alleinerziehenden. Schwerpunkt: Wohnungserhalt! (vermittelnde Gespräche mit Vermietern, Einbeziehung Mieterverein, Unterstützung bei Möbelbeschaffung, Klärung finanzieller Belange); Überschuldung. Träger Diakonie Michaelshoven e.V. Angebot Elisabeth-Fry-Haus- Stationäre Hilfe für Frauen nach § 67 SGB XII Zielgruppe Frauen in besonderen sozialen Schwierigkeiten. Platzanzahl 29 Plätze Adresse Elisabeth-Fry- Haus, Albert-Schweizer-Str. 2, 50968 Köln Telefonnummer 0221-99 56-43 00 E-Mail efh@diakonie-michaelshoven.de Homepage www.diakonie-michaelshoven.de Kurzer Jahresbericht 2017 Weiterhin verstärkt psychische Belastungen und Erkrankungen und / oder Suchtprobleme; mangelnde Wohnperspektive auf Grund von Wohnraumverknappung; Verschuldung; enge Kooperation mit JVA; Auseinandersetzung mit Thema: Transgender. 35 Träger Diakonie Michaelshoven e.V. Angebot Notaufnahme Zielgruppe Frauen, auch mit Kindern in akuten psychosozialen Notsituationen und ohne Unterkunft nach § 67 SGB XII Platzanzahl 8 Plätze Adresse Elisabeth-Fry- Haus, Albert-Schweizer-Str. 2, 50968 Köln Telefonnummer 0221-99 56-43 00 E-Mail aufnahme-efh@diakonie-michaelshoven.de Homepage www.diakonie-michaelshoven.de Kurzer Jahresbericht 2017 Information und bei entsprechend formuliertem Bedarf Weitervermittlung in weiterführende Hilfen; viele Frauen in sehr schlechter psychischer und/oder physischer Verfassung mit deutlich hohem Hilfebedarf. Dier Dauer der anhaltenden Wohnungslosigkeit stieg in 2017 erneut deutlich an. Träger Diakonie Michaelshoven e.V. Angebot Wohngruppe für Mütter mit Kindern nach § 67 SGB XII Zielgruppe Frauen mit Kindern in besonderen sozialen Schwierigkeiten Platzanzahl 6 Plätze für Frauen mit ihren Kindern Adresse Diakonie Michaelshoven e.V., Die Sozialen Hilfen, Außenwohngruppe für Frauen und Kinder Loorweg 202, 51143 Porz-Zündorf Telefonnummer 0221-99 56-4403 E-Mail awg-loorweg@diakonie-michaelshoven.de Homepage www.diakonie-michaelshoven.de Kurzer Jahresbericht 2017 Vertiefung und Erweiterung des professionellen Netzwerkes am neuen Standort Porz; Absicherung der wirtschaftlichen Situation der alleinerziehenden Mütter mit ihren Kindern - hoher Unterstützungsbedarf im Umgang mit Behörden, Klärung von Betreuungssituationen, fehlende Kita- Plätze, fehlende Kapazitäten von Hebammen und die schwierige Wohnraumsituation sind wichtige Themen im Betreuungsprozess. 36 Träger Diakonie Michaelshoven e.V. Angebot Der Wendepunkt- Fachberatungsstelle nach § 67 SGB XII Zielgruppe Frauen in besonderen sozialen Schwierigkeiten Platzanzahl Adresse Kalker Hauptstr. 247-273, 51103 Köln und Bergisch-Gladbacher Str. 71, 51063 Köln Telefonnummer 0221-99 56-4444 E-Mail wendepunkt@diakonie-michaelshoven.de Homepage www.diakonie-michaelshoven.de Kurzer Jahresbericht 2017 In der Fachberatung gemäß § 67 SGB XII „ Wendepunkt“ wurden in 2017 vor allem die Themen prekäre Wohnsituationen für Frauen und Kinder, psychische Krisen und gesundheitliche Probleme und die Folgen von Gewalt behandelt. Die Anzahl der Beratungsfälle sind deutlich gestiegen, eine Erhöhung der Beratungskapazitäten wird angestrebt. Näheres dazu finden Sie in unserem ausführlichen Jahresbericht 2017. 37 Träger Diakonisches Werk Köln Angebot Diakoniehaus Salierring - Ambulant Betreutes Wohnen nach § 67 SGB XII in Wohngemeinschaften für Frauen und Männer- Angebot: Wohngemeinschaft für Frauen Zielgruppe Wohnungslose Frauen, bei denen besondere Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten verbunden sind. Keine Aufnahme von Personen mit akuten psychischen Erkrankungen sowie im akuten Suchtprozess. Platzanzahl 3 Plätze Adresse Salierring 19,050677 Köln - Die Wohngemeinschaft befindet sich in Köln- Rath Telefonnummer 0221-0221-276970-17 (ASP: Sonja Walbert) E-Mail sonja.walbert@diakonie-koeln.de Homepage http://www.diakonie-koeln.de/angebote/wohnungslose/diakoniehaus- salierring/ambulant-betreutes-wohnen/ Kurzer Jahresbericht 2017 Im Jahr 2017 nutzten insgesamt fünf Frauen das betreute Wohnangebot der Frauen- Wohngemeinschaft. Gleichzeitig war zu Beginn des Jahres auffällig, dass vergleichsweise viele Frauen nach Wohnplätzen fragten. Jedoch bevorzugten die Frauen auch im Jahr 2017 eher einen Wohnplatz in einer gemischtgeschlechtlichen Wohngemeinschaft, sofern sie eine Wahlmöglichkeit hatten. Bereits im Frühjahr ließen die Anfragen von Frauen deutlich nach, so dass es bis zum Jahresende immer schwieriger wurde, die Frauen- WG zu belegen. Eine Dame flüchtete im Herbst, nach nur zwei Wochen, ohne Angabe von Gründen aus der Wohngemeinschaft. Die Frauen, die das Angebot im Jahr 2017 nutzten, waren zwischen 28 und 60 Jahre alt. Zwei Damen verließen das Angebot, um eine Wohnung zu beziehen und zwei weitere nutzten über das Jahr 2017 hinaus das betreute Wohnangebot. Im Jahr 2017 scheiterten Aufnahmen von Frauen wiederholt am Drogenscreening, trotz der mehrfachen Hinweise, dass Menschen im akuten Suchtprozess nicht aufgenommen werden können. 38 Träger HiK- Heimatlos in Köln e.V. Angebot Notfallhilfe, Selbsthilfegruppe, Einzelfallhilfe, Patenschaften Zielgruppe Wohnungs- und obdachlose Frauen Platzanzahl Zwei Gruppen mit max. zehn Teilnehmerinnen Adresse Topsstr. 10a, 51063 Köln Telefonnummer 0221-82 82 20 63 E-Mail hik-heimatlos@gmx.de Homepage www.hik-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2017 In 2017 wurde das Angebot (Einzelfallhilfe und Notfallhilf) zunehmend nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern in Anspruch genommen. Fast jeder zweite Betroffene konnte an den SKM e.V. weitervermittelt werden, um dort eine Beratung zu erhalten. Es fanden wöchentliche Selbsthilfegruppen mit ca. 10 Teilnehmerinnen statt. 39 Träger Internationaler Bund- IB West gGmbH Angebot Wohnheim für Frauen Zielgruppe Volljährige, wohnungslose Frauen mit und ohne Kindern Platzanzahl Bis zu 28 Frauen mit 14 Kindern Adresse Pallenbergstr. 24, 50737 Köln Telefonnummer 0221- 74 68 41 E-Mail Frauenwohnheim-koeln@internationaler-bund.de Homepage www.internationaler-bund.de Kurzer Jahresbericht 2017 Im Berichtszeitraum wurden 34 Frauen mit 26 Kindern betreut, dabei blieb die Anzahl der Frauen mit Säuglingen und Kleinkindern weiterhin hoch. Weiterhin leben viele Frauen mit Migrationshintergrund im Wohnheim. Zunehmend muss die Beratung in Fremdsprachen (englisch, französisch, spanisch) erfolgen. Die mangelnden Deutschkenntnisse machen auch zahlreiche Begleitungen zu Ämtern nötig. Bewohnerversammlungen sind durch die nötigen parallelen Übersetzungen schwierig zu führen. Häufig mussten für EU- Bürgerinnen mit Kindern Jobs gefunden werden sowie parallel Kinderbetreuungsmöglichkeiten für die Arbeitszeit, da die Frauen keine Sozialleistungen mehr erhielten. Leider konnten im Berichtszeitraum wieder nur wenige Frauen in eigenen Wohnraum vermittelt werden. Es gab wohnfähige Frauen, die ausziehen könnten, wenn es geeignete, bezahlbare Wohnungen gäbe. Viele Frauen sind sehr frustriert, da sich eine Anschlussversorgung so lange hinzieht. 40 Träger Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Angebot Aufbruch- Ambulante Begleitung wohnungsloser Frauen nach § 67 SGB XII Zielgruppe Wohnungslose Frauen Platzanzahl Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln Telefonnummer 0221-12 69 50 E-Mail aufbruch@skf-koeln.de Homepage www.skf-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2016 Im Jahr 2017 wurden insgesamt 53 Frauen durch „Aufbruch“ begleitet und betreut. Träger Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Angebot Bewo 67- Ambulante Hilfen zum selbstständigen Wohnen für Frauen nach § 67 SGB XII Zielgruppe Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen Platzanzahl Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln Telefonnummer 0221-12 69 50 E-Mail bewo@skf-koeln.de Homepage www.skf-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2017 Im Jahr 2017 wurden insgesamt 21 Frauen durch BeWo 67 beraten und längerfristig begleitet. 2017 gab es 24 Neuanfragen von Frauen, die in das Betreute Wohnen aufgenommen werden wollten. Bei 10 Frauen kam es über diese erste Anfrage hinaus zu keinem weiteren Kontakt. 14 Frauen konnten sich auf ein ausführliches Erst- und Klärungsgespräch einlassen, worauf sich 11 Frauen für eine Unterstützung durch das Betreute Wohnen entschieden. Davon wurden vier Frauen im „Haus Mer“ und eine Frau in der „WG Georgstraße“ aufgenommen. Eine Frau lebte zum Zeitpunkt der Aufnahme in „Bewo § 67“ in eigenem Wohnraum und wurden dort durch Hausbesuche begleitet. In drei Fällen musste die Aufnahme abgelehnt werden weil eine massive psychische Erkrankung bzw. eine Suchterkrankung der Aufnahme entgegen stand. Zwei Bewerberinnen haben sich nach dem Erstgespräch nicht mehr gemeldet. 41 Träger Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Angebot Comeback- Notschlafstelle Zielgruppe Wohnungslose Frauen, Tiere erlaubt Platzanzahl 9 Plätze Adresse Mauritiussteinweg 77, 50676 Köln Telefonnummer 0221-12 69 5-210 E-Mail comeback@skf-koeln.de Homepage www.skf-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2017 Im Comeback gab es im Jahr 2017 bei 167 Besucherinnen 3.279 Übernachtungen. Im Rahmen der Winterhilfe wurde das Platzangebot um zwei Plätze aufgestockt. Im Rahmen der Winterhilfe wurden 162 Übernachtungen angenommen. Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Angebot Café Auszeit I Kontakt- und Beratungsstelle nach § 67 SGB XII Zielgruppe Wohnungslose Frauen und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen Platzanzahl Adresse Mauritiussteinweg 77, 50676 Köln Telefonnummer 0221-12 69 5-310 E-Mail cafe-auszeit@skf-koeln.de Homepage www.skf-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2017 2017 besuchten 533 Frauen das „Café Auszeit“, darunter nutzten 395 Frauen das Angebot erstmals. Die Zahl der persönlichen und telefonischen Beratungskontakte lag bei 5.495. 42 Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Angebot Café Auszeit II (neue Adresse ab 2018) Kontakt- und Beratungsstelle nach § 67 SGB XII Zielgruppe Wohnungslose Frauen und von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen Platzanzahl Adresse Neue Adresse ab 2018: An der Fuhr 3, 50997 Köln Telefonnummer 02232 -14 82 92 E-Mail cafe-auszeit2@skf-koeln.de Homepage www.skf-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2017 2017 besuchten 220 Frauen das „Café Auszeit Schäl Sick“, darunter nutzten 106 Frauen das Angebot erstmals. Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Angebot „Krieler Dom“ Zielgruppe Betreute Notunterbringung, in die Frauen zur Vermeidung von Obdachlosigkeit nach §§ 14 und 17 OBG aufgenommen werden Platzanzahl 25 Adresse Gleueler Straße 262-268 50931 Köln Telefonnummer Tel. 0151-67332281 E-Mail krielerdom@skf-koeln.de Homepage www.skf-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2017 Im Krieler Dom, einer betreuten Notunterkunft für wohnungslose Frauen, finden bis zu 25 Frauen Sicherheit, Geborgenheit, Ruhe und Zeit, um sich neu zu orientieren. Dabei macht es keinen Unterschied, ob sie akut obdachlos geworden sind oder schon länger in unsicheren Wohnverhältnissen oder auf der Straße leben. Allen Bewohnerinnen stehen ein eigenes Zimmer, Gemeinschafts - und Wirtschaftsräume zur Verfügung, um das eigene Leben und die alltägliche Versorgung möglichst unabhängig zu gestalten. Haustiere werden selbstverständlich mit aufgenommen. Die Belegung erfolgt über die Fachstelle Wohnen beim Amt für Soziales und Senioren der Stadt Köln. 43 Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Angebot Strickleiter I- Psychosoziale Betreuung von Opfern häuslicher Gewalt nach § 16 Abs. 2 SGB II Zielgruppe Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer und ist darauf ausgelegt, Opfer häuslicher Gewalt mit Vermittlungshemmnissen durch ein individuelles und flexibles Hilf esetting zu stabilisieren und bei der Bearbeitung der psychosozialen Problemlagen zu unterstützen. Die Zuweisung erfolgt über die Job Center. Platzanzahl Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln Telefonnummer 0221- 12 69 50 E-Mail strickleiterI@skf-koeln.de Homepage www.skf-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2017 Im Jahr 2017 gab es 47 (Vorjahr: 39) neue Zuweisungen durch die Integrationskräfte. Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Angebot Strickleiter II- Psychosoziale Betreuung von Frauen mit Vermittlungshemmnissen nach §16 Abs. 2 SGB Zielgruppe Frauen mit Vermittlungshemmnissen, zugewiesen über das Job Center Platzanzahl Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln Telefonnummer 0221- 12 69 50 E-Mail strickleiterII@skf-koeln.de Homepage www.skf-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2017 Im Jahr 2017 gab es 31 (Vorjahr: 27) neue Zuweisungen durch die Integrationskräfte. 44 Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Angebot Quartier 67- Wohnangebot Zielgruppe Ältere, wohnungslose und wohnfähige Frauen Platzanzahl 3 Plätze Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln Telefonnummer 0221- 12 69 50 E-Mail seniora@skf-koeln.de Homepage www.skf-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2017 Im Jahr 2017 wohnten 3 Frauen in ihren eigenen Appartements im Quartier 67. Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Angebot Respekt- Ambulante Begleitung wohnungsloser Frauen nach § 67 SGB XII Zielgruppe Wohnungslose Frauen, die psychisch auffällig/ krank und nicht krankheitseinsichtig sind. Platzanzahl Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln Telefonnummer 0221- 12 69 50 E-Mail respekt@skf-koeln.de Homepage www.skf-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2017 Im Jahr 2017 wurden 21 Frauen durch „Respekt“ begleitet und betreut. 45 Träger Sozialdienst katholischer Frauen e. V. Angebot Seniora- Ambulante Begleitung und betreutes Wohnen von wohnungslosen Seniorinnen sowie Frauen die vor der Zeit alt geworden sind gem. 67 SGB XII Zielgruppe Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte ältere oder vorgealterte Frauen , die zudem psychisch auffällig/krank und in der Regel nicht krankheitseinsichtig sind. Platzanzahl Adresse Mauritiussteinweg 77-79, 50676 Köln Telefonnummer 0221- 12 69 50 E-Mail seniora@skf-koeln.de Homepage www.skf-koeln.de Kurzer Jahresbericht 2017 Im Jahr 2017 wurden insgesamt acht Frauen durch „Seniora“ begleitet. Davon wurde eine neue Klientin im Jahr 2017 durch Seniora vermittelt. 46 Träger Vinzentinerinnen Angebot Haus Rosalie Betreutes Wohnen und Notaufnahme Zielgruppe Frauen und Mütter mit Kindern in akuter Notlage gem. § 67 SGB XII Platzanzahl 7 Plätze im Betreuten Wohnen; 3 Plätze Notaufnahme Adresse Gocher Str. 45, 50733 Köln Telefonnummer 0221- 97 30 88 88 E-Mail haus-rosalie@vinzentinerinnen.de Homepage www.vinzentinerinnen.de Kurzer Jahresbericht 2017 Im Berichtszeitraum 2017 wurden insgesamt 26 Klientinnen betreut (Notunterkunft: 16 Frauen, Betreutes Wohnen: 10 Frauen). Im Betreuten Wohnen gab es weniger Fluktuation; es gab fünf Neuaufnahmen und vier Auszüge; insgesamt wurden zehn Klientinnen betreut. Die Klientinnen waren zwischen 27 und 62 Jahre alt; die Aufenthaltsdauer in unserer Einrichtung lag in der Regel zwischen zwei und 22 Monaten (im Durchschnitt 11 Monate). Die Wohnungssuche mit den Klientinnen verläuft häufig erfolglos. Bei persönlichen Vorsprachen in Wohnungsgesellschaften wird zumeist mitgeteilt, dass es absehbar keine freien („öffentlich geförderten“) Wohnungen für Personen mit WBS gäbe. Die Bewerbung bei Wohnungsnageboten bei privaten Vermietern erweist sich ebenfalls als sehr schwierig; Für die Klientinnen ist dies eine sehr dramatische Situation, die auch eine große psychische Belastung darstellt. -
Anlage 1 Wohnunglose Frauen 2017-Gesamtzahl und Alter
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Kommunal/ OBG u. freie Träger gesamt für Köln: Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen ohne Altersangabe Gesamtzahl 6037 5225 2689 2536 812 629 165 18 Alter unter 18 1266 1266 629 637 0 0 0 18-21 303 288 144 144 15 9 6 21-25 385 324 169 155 61 42 19 25-30 439 343 190 153 96 75 21 30-40 844 672 366 306 172 126 46 40-50 944 790 417 373 154 126 28 50-65 1282 1063 550 513 219 181 38 65 und mehr 556 479 224 255 77 70 7 Diese Daten werden ab 2018 durch das MAGS NRW zur Verfügung gestellt. Kommunal und ordnungsrechtlich untergebrachte wohnunglose Personen Derzeit liegen noch nicht alle Daten über die Haushaltsstruktur und - größe für wohnunglose Personen vor. Anlage 1 zum Bericht zur Situation wohnungloser und von Wohnunglosigkeit bedrohter Frauen in Köln 2017 Statistische Daten: Gesamtzahl und Alter Bei freien Trägern untergebrachte wohnunglose Personen -
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/502/7 Vorlagen-Nummer 27.11.2018 3849/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 06.12.2018 Mitteilung zum Bericht zur Situation wohnungloser und von Wohnunglosigkeit bedrohter Frauen in der Stadt Köln- Jahresbericht 2017 Der Bericht zur Situation wohnungsloser und von Wohnungslosigkeit bedrohter Frauen in der Stadt Köln wurde für das Jahr 2017 aktualisiert. Der Bericht enthält eine kompakte Darstellung der Umstände und Hintergründe zu weiblicher Woh- nungslosigkeit und benennt frauentypische, familiäre, persönliche, gesundheitliche oder auch alters- bezogene Lebenslagen von Frauen, die wohnungslos sind oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Im Berichtsjahr 2017 wurden zusätzlich die Themen weibliche Prostitution und häusliche Gewalt auf- genommen. Die statistischen Daten, die in den vergangenen Jahren für das Berichtswesen verwendet wurden, basierten auf der Wohnungsnotfallberichterstattung NRW. Die Daten der kommunal und ordnungsbe- hördlich untergebrachten Menschen, sowie die von Trägern der freien Wohnungslosenhilfe betreuten Menschen fließen in diese Landesstatistik ein, werden aber für die Stadt Köln nur in der Gesamtzahl ausgewiesen. Spezifische Daten für Köln hinsichtlich Haushaltsstruktur und Altersstruktur konnten bisher nur für die kommunal und ordnungsbehördlich untergebrachten Menschen erfasst werden. Die spezifischen Da- ten von den Trägern der Wohnungslosenhilfe lagen der Verwaltung bisher nicht vor, so dass für das Berichtsjahr 2017 keine umfassende Darstellung der Daten auf lokaler Ebene in dem Bericht 2017 erfolgen konnte. Das MAGS NRW hat sich aktuell bereiterklärt, die jährlichen Zahlen für Köln der kommu- nal/ordnungsbehördlich untergebrachten Menschen sowie die von den Trägern der Wohnungslosen- hilfe betreuten Menschen zur Verfügung zu stellen. Daher sind die spezifizierten Daten aus 2017 für Köln sind als Anlagen diesem Bericht beigefügt wor- den. Der nächste Bericht 2018 wird zusätzlich zu den Landeszahlen auch als Vergleich die gesamten loka- len Angaben für Köln enthalten. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf
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06.12.2018
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 12.7, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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