AN/1539/2024
Dringlichkeitsantrag zur Mitteilung 3055/2024 Stadtteilbibliothek
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Gemeinsamer Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Fraktion, Linke und FDP
7327 Zeichen
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen SPD-Fraktion Lothar Müller / Die Linke Prof. Dr. Klaus Reinartz / FDP in der Bezirksvertretung Lindenthal Klettenberg Sülz Lindenthal Braunsfeld Müngersdorf Junkersdorf Marsdorf Weiden Lövenich Widdersdorf Frau Bezirksbürgermeisterin Cornelia Weitekamp Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Köln, 08.11.2024 Stellungnahme und Dringlichkeitsantrag zur Mitteilung 3055/2024 Stadtteilbibliothek Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, wir bitten Sie, folgenden Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Lindenthal am 12.11.2024 zu setzen: Die Bezirksvertretung Lindenthal nimmt Stellung zur Mitteilung der Stadtverwaltung und beschließt: Die Stadtverwaltung nimmt Verhandlungen mit dem VIKZ-Verband der Islamischen Kulturzentren e. V. auf, mit dem Ziel eine Stadtteilbibliothek einzurichten. Zugleich werden die zuständigen Ausschüsse des Rates gebeten, der Stadtteilbibliothek für den Kölner Westen zuzustimmen und die entsprechenden finanziellen Mittel in die Haushaltsplanung aufzunehmen. Begründung Die Dringlichkeit liegt vor, da am 14.11.2024 der Haushalt in den Rat der Stadt Köln eingebracht wird. Die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Lindenthal findet danach statt. Die Stadtverwaltung stellt in ihrer Mitteilung selber fest, „Der Kölner Westen ist seit der Schließung der Stadtteilbibliothek in Braunsfeld und der Ausweitung des Baugebietes in Widdersdorf unterversorgt. Es besteht dort unzweifelhaft ein Bedarf an Bibliotheksflächen.“ Seit der Schließung der Stadtteilbibliothek im Jahre 2000 ist es der Stadtverwaltung Köln nicht gelungen, einen Standort, eine geeignete Fläche oder ein geeignetes Gebäude zu finden. Über 20 Jahre gab es keine Bemühungen, um die Unterversorgung zu beseitigen. Die Anmahnung im Rahmen der Kulturentwicklungsplanung der Stadt Köln (S.159) brachte auch kein Ergebnis. Nun gibt es das einmalige Angebot des VIKZ – Verband der Islamischen Kulturzentren in Köln-Müngersdorf auf Anmietung von Räumen. Damit entfällt das (Kosten-) Risiko eine eigenen städtischen Baus. Zudem kann es einen gesicherten Zeitplan für die Eröffnung der Stadtbibliothek geben. Anders als beim Neubau oder einer Sanierung. Diese Chance für die Errichtung einer Stadtteilbibliothek ist für ein kleines Zeitfenster gegeben und sollte ergriffen werden. Zur negativen Bewertung des Standortes durch die Stadtverwaltung stellt die Bezirksvertretung Lindenthal fest: Der angebotene Standort für die Stadtteilbibliothek zeichnet sich durch folgende Vorteile aus: 1. Er liegt im „Sozialraum unteres Müngersdorf“ und die Stadtteilbibliothek erfüllt ihren sozialpolitischen Auftrag. Zudem erhalten wichtige Zielgruppen ein Angebot zum Lesen, Lernen und Ort für Veranstaltungen und Bildungsangebote. Außer dem Standort Bocklemünd/Mengenich liegt keine Stadtteilbibliothek so nah (fußläufig) an wesentlichen Zielgruppen. 2. Der Ort in einem Kulturzentrum bietet vielfältige Möglichkeiten der kulturellen Zusammenarbeit. Das Kulturzentrum selber ist ein Anziehungspunkt für eine Vielfalt von Menschen und der Synergieeffekt zu einer Stadtteilbibliothek ist einzigartig. Die bundesweite Ausstrahlung für Integration und Inklusion ist an diesem Standort gegeben. 3. Die Stadtteilbibliothek in Köln-Müngersdorf hat in nächster Nähe zahlreiche Einrichtungen, die die von der Verwaltung genannten Hauptzielgruppen einer Stadtteilbibliothek erreichen. - Das Angebot an Schulen aller Jahrgangsstufen in städtischer und freier Trägerschaft ist sehr hoch. - In räumlicher Nähe befinden sich mehrere größere Senioreneinrichtungen (Clarenbachwerk, Clarenbachstift in Braunsfeld und Müngersdorf) - In der sogenannten Weststadt gibt es Planungen für neue Wohngebiete (konkret u.a. Max- Becker-Areal, Am Gleisdreieck, Alsdorfer Straße, wie auch Gedanken für weitere Wohngebiete) sowie Schulen und Senioreneinrichtungen. Das VIKZ selber ist mit dem Angebot für studentisches Wohnen ein Wohnstandort. 4. Zur Anbindung des Standortes im Kölner Westen und im westlichen Raum Kölns mit ÖPNV und SPNV: 4.1. Der Standort ist hervorragend an die S-Bahn (S12, S19, demnächst S6 und S14) angebunden. Diese S-Bahn bindet die westlichen Vororte Lövenich/ Weiden sowie mit Umsteigen Widdersdorf im 10 Minuten Takt direkt mit dem Standort an. 4.2. Die von den westlichen Bezirksvertretungen Lindenthal, Ehrenfeld und Nippes beschlossene Stadtbahn auf den HGK-Gleisen („Klüttenbahn“) (im Rahmenplan Braunsfeld/Müngersorf/Ehrenfeld schon seit 2004 politisch beschlossen) bietet eine zusätzliche Anbindung des Standtortes für die Stadtteilbibliothek mit zwei Haltestellen: S- Bahn-Müngersdorf und Gleisdreieck). So wird Vogelsang und das in Entwicklung befindliche Coty-Gelände in Bickendorf bestens angebunden. 4.3. Die Buslinie 143 bindet die Stadtteilbibliothek direkt den Stadtteil Junkersdorf (und Marsdorf) sowie die Sporthochschule (Studierende, auch die in Wohnheimen lebenden) an. Eine Haltestelle kann vor dem VIKZ eingerichtet werden. 4.4. Die Buslinie 141 bindet Weiden-Nord und Lövenich an den Standort an. Die Haltestelle befindet sich 200m vom VIKZ entfernt. 4.5. Die Buslinie 140 bindet das südliche Braunsfeld, die Wohngebiete auf dem ehemaligen Güterbahnhof Melaten an das VIKZ an. Zudem wird ein großes nördliches Wohngebiet von Bickendorf und Ehrenfeld angebunden. 4.6. Die Buslinie 139 stellt mit ihrer Haltestelle S-Bahn Köln Müngersdorf eine Anbindung der großen Wohngebiete „Am alten Güterbahnhof Ehrenfeld“ her 4.7 Die Buslinie 144 verbindet Lövenich Nord – Müngersdorf Siedlung Egelspfad mit dem VIKZ (Haltestelle S-Bahn Köln Müngersdorf) In der Summe ergibt sich eine sehr gute – meist direkte – ÖPNV-Anbindung des Standortes der Stadtteilbibliothek in Köln-Müngersdorf an die „Bücherei-unterversorgten Gebiete“ im Kölner Westen. Es ist zudem ein Angebot an Versorgung mit Bücher für weitere Gebiete im Stadtbezirk Ehrenfeld, besonders den Neubaugebieten. 5. Im Rahmenplanungsgebiet sind zahlreiche, begrünte Achsen vorgesehen, die attraktiv für den Rad- und Fußverkehr sind. Damit wird der Standort Stadtteilbibliothek im VIKZ bestens angeschlossen. Eventuelle Verbesserungen können noch beschlossen werden. Auf der gesamten Stolberger Straße wird es der heutige Radfahrstreifen von Vitalisstraße bis Eupener Straße verlängert bis zur Oskar-Jäger-Straße. Die Stolberger Straße ist entgegen der Aussage der Stadtverwaltung in ihrer Mitteilung keine Ausfallstraße und auch nicht im Grundnetz des MIV eingeplant. 6. Die Anbindung von Widdersdorf ist mit dem Bus 148/149 und der S-Bahn gegeben. Zudem gibt es eine hervorragende Radverbindung von Widdersdorf nach Müngersdorf – und somit auch zum Standort des VIKZ: Auf der Aspel – Landschaftspark Belvedere – zukünftige Fahrradstraße Belvedere Straße – Belvederebrücke – Umweltstraße in Tritop-Gebiet und Fahrradspur auf der Josef-Lammerting-Allee. 7. Dank der vorhandenen Tiefgarage im VIKZ bietet der Standort der Stadtteilbibliothek sogar Stellplätze für den Autoverkehr an. Ute Ackermann Friedhelm Hilgers Fraktion Bündnis 90/Grüne SPD-Fraktion Lothar Müller / Linke Klaus Reinartz / FDP
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1539/2024
- Typ
- Antrag nach § 12 (Dringlichkeitsantrag)
- Datum
- 11.11.2024
- Erstellt
- 11.11.2024 10:14