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2016/0061

Verleihung der Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt Darmstadt an Frau Annegret Soltau

Magistratsvorlage 16.02.2016

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2016/0061

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
22.02.2016 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
 
 
Amt: Dezernat I 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magis trat 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2016/0061 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 111070 
Kostenstelle:  711-001-1002 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  1110-71 Sachkonto: 7290100 
 
Betreff: Verleihung der Johann -Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt Darmstadt an  
Frau Annegret Soltau  
 
Vorlage vom: 16.02.2016  
 
Beschlussvorschlag : 
 
Frau Annegret Soltau wird in Anerkennung ihre r künstlerischen Leistung die Johann-Heinrich-
Merck-Ehrung der Stadt Darmstadt verliehen.  
 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vo m 16.02.2016  
 
Frau Soltau wurde am 16.Januar 1946 in Lüneburg geboren. Ihre Ausbildung absolvierte sie 
als Malerin und Grafikerin an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und der Akademie 
der bildenden Künste Wien (1967–1972) bei Hans Thiemann, Kurt Kranz, David Hockney und 
Rudolf Hausner. 1972 war sie Mitglied der  Meisterklasse der Akademie der bildenden Künste    
Wien, 1973 Stipendiatin des DAAD in Mailand/Italien. Seit 1973 lebt sie mit ihrer Familie in 
Darmstadt. 
1974 hatte Frau Soltau ihre erste Einzelausstellung in Darmstadt mit Radierungen und 
Zeichnungen 1971 – 1974, es folgten 1975 erste Fotoübernähungen, 1976 erste 
Fotoradierungen und 1977 erste Fotovernähungen. In diesen Werken zog sie erstmals 
körperliche Prozesse in ihre Bilder mit ein. Dabei ist ihr exemplarisches Medium der Körper, 
besonders der eigene, ohne exhibitionistisch zu sein. Mit ihren Fotovernähungen arbeitete sie 
mit fotografischem Material von Körpern auch an der Veränderung des Frauenbildes mit und 
trug auf diese Weise auch den Appell der 1970er Jahre, dass das Private auch politisch ist, 
weiter. 
Im Jahr 1982 nahm Frau Soltau ein Werkstipendium des Kunstfonds e. V. Bonn auf, es folgte 
1984 ein Stipendium an der Villa Massimo in Rom, an das sich 1986/87 ein Aufenthalt in der 
Villa Massimo anschloss. 1986 war sie Preisträgerin des Wettbewerbs “Kunst im Öffentlichen 
Raum” des Zentralkrankenhauses in Bremen. Weiterhin bekleidete Frau Soltau in den Jahren 
1989 und 1990 ein Arbeitsstipendium des Kunstfonds e. V. Bonn.  
Im Jahr 2000 wurde Frau Soltau für ihre eigenwilligen Bildwerke mit dem Wilhelm-Loth-Preis 
der Stadt ausgezeichnet. Ihr Werk wurde 2006 mit der Ausstellung „Annegret Soltau – ich 
selbst“ auf der Mathildenhöhe gewürdigt.  
Weitere Auszeichnungen waren 1999 der vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und 
Kunst verliehene Maria Sibylla Merian-Preis für Bildende Künstlerinnen in Hessen und 2011 
der Marielies-Hess-Kunstpreis.  
Seit 1977 ist Frau Soltau Mitglied der Darmstädter Sezession. Außerdem gehört sie seit 1984 
dem Deutschen Künstlerbund Berlin und seit 1988 der Deutschen Fotografischen Akademie in 
Leiningen an. Darüber hinaus hatte sie viele Lehraufträge sowie Workshops an vielen 
renommierten Hochschulen und Universitäten in Deutschland 
Frau Soltau ist international als die „Darmstädter-Performance-Künstlerin“ bekannt und 
präsentiert ihre Kunst in Ausstellungen auf der ganzen Welt. Ihre Werke wurden z. B. im Jahr 
2015 auf Ausstellungen in Boston, Frankfurt, Hamburg, Poznan (Polen), Karlsruhe, Krakau, 
Santa Monica, Monschau, Linz, Stuttgart und München gezeigt. Darüber hinaus sind ihre 
Werke in zahlreichen öffentlichen und privaten Kunstsammlungen weltweit wie z. B. bei der 
Deutschen Bank in Frankfurt oder im Museum des 20. Jahrhunderts in Wien vertreten. Ihr 
Werk umfasst auch viele Video-Arbeiten,  Dokumentationen und Publikationen, darüber hinaus 
hat Frau Soltau auch an vielen Radio- und Fernsehsendungen teilgenommen.  
Frau Soltau zählt zu den bedeutendsten deutschen Gegenwartskünstlerinnen, die sich mit 
großer Beharrlichkeit in Form von Grafik, Performance und bildgenerierenden Mitteln mit der 
eigenen Persönlichkeit auseinandersetzt und dabei auch Grenzen überschreitet.

- 4 - 
In ihren sinnlich greifbaren Fotoübernähungen und -vernähungen entstanden sowohl Arbeiten  
von kompromissloser Offenheit, die auffordern, mahnen und  zugleich schmerzen können. 
Andere wiederum strahlen durch ihr feines Gespinst aus Fäden, das sich auf der Rückseite der 
Blätter als sozusagen zweites Gesicht der künstlerischen Arbeiten zeigt, Heiterkeit und 
Leichtigkeit aus. Auch wenn im Fokus ihrer Arbeit zu Beginn vor allem sie selbst steht, umfasst 
ihre Arbeit die Geschichte des Menschen insgesamt. Ihre Themen scheinen ebenso archaisch 
wie außergewöhnlich aktuell: Das Bild des Körpers, Gewalt, Schwangerschaft und Geburt, 
Generationenfolgen und die Suche nach den eigenen Wurzeln.  
 
Frau Soltau hat sich seit mehr als vierzig Jahren als Künstlerin im In- und Ausland einen 
Namen gemacht. Ihr umfassendes Lebenswerk, das von einem eigenständigen, phantasievollen 
Geist ganz im Sinne Johann Heinrich Mercks zeugt, sollte durch die Verleihung der Johann-
Heinrich-Merck-Ehrung der Wissenschaftsstadt Darmstadt gewürdigt werden. 
 
 
Darmstadt, 16.02.2016  
711 gö 
 
 
Dezernat I 
 
 
 
 
Jochen Partsch  
Oberbürgermeister

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Details

Vorlagen-Nr.
2016/0061
Typ
Magistratsvorlage
Datum
16.02.2016
Erstellt
29.09.2026 00:00