2016/0320
Darmstädter Bürgerhaushalt 2016 - Vorschlag #30: Bürgerticket für alle Darmstädter - Vorschlag #136: Kurzstreckenticket für Busse und Bahnen
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2016/0320
6011 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
01.09.2016
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat IV
Dezernat V
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2016/0320
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Darmstädter Bürgerhaushalt 2016
- Vorschlag #30: Bürgerticket für alle Darmstädter
- Vorschlag #136: Kurzstreckenticket für Busse und Bahnen
Vorlage vom: 11.08.2016
Beschlussvorschlag :
Der Bericht wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 11.08.2016
Für den Darmstädter Bürgerhaushalt 2016 wurden folgende Vorschläge aus der Bürgerschaft
eingebracht:
#Vorschlag 30 – Bürgerticket für alle Darmstädter
Ein Bürgerticket ist eine RMV-Jahreskarte für den Bereich Darmstadt, die jeder Bürger bekommt. Sie
würde finanziert durch eine Umlage, d.h. jeder Darmstädter zahlt einen geringen Betrag (z.B. 1 EUR
pro Tag). Das System funktioniert beim Semesterticket sehr gut (dort alle rdings für den gesamten
RMV). Das Bürgerticket wäre also "nur" eine Ausweitung des Semeste rtickets. Ein Bürgerticket hätte
viele Vorteile: - Geringere Kosten für die Nutzung des ÖPNV. - Verringerung der Hemmschwelle, mit
dem ÖPNV zu fahren. - Veränderung des ModalSplit hin zu höherer ÖPNV-Nutzung. - Wahrscheinlich
weniger Autoverkehr. - Dadurch weniger CO2-Emissionen und Verbesserung der Luftqualität. - Die
Stickoxid-Grenzwerte werden möglicherweise zukünftig eingehalten. Dann wäre die Stadt nicht mehr
gezwungen, Fahrverbote oder eine Maut einzuführen. Der Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim
hat vor kurzem in Darmstadt einen Vortrag zum Bürgerticket gehalten. Man kann den Vortrag hier bei
Radio Darmstadt nachhören (60 Min):
http://www.radiodarmstadt.de/fileadmin/user_upload/mediapool/Mediathek/RadaR_Knackpunkt_
2016-02-16.mp3 Artikel der Frankfurter Rundschau dazu: http://www.fr-online.de/frankfurt/oepnv--
flatrate-fuer-bus-und-bahn-,1472798,30993716.html Zum Thema "EU-Vertragsverletzungsverfahren
zu Stickoxid-Grenzwertüberschreitungen" gibt es hier einen Blogbeitrag: http://www.verkehrswende-
darmstadt.de/zuviel-stickoxid-vertragsverletzungsverfahren-laeuft/
Der Vorschlag erhielt:
in der Online-Abstimmung: 70 Ja-Stimmen und 27 Nein-Stimmen
in der Vor-Ort-Abstimmung: 14 Ja-Stimmen und 0 Nein-Stimmen
#Vorschlag 136 – Kurzstreckenticket für Busse und Bahnen
Ich möchte den vielfältigen Ideen zum OPNV/Bürgerticket einen weiteren hinzufügen und schlage die
Einführung eines Kurzstreckentickets (z.B. für 1,50 € für max. 4 Haltestellen) vor. Die Vertreter/innen
der Stadt Darmstadt mögen dies in die entsprechenden Gremien des RMV einbringen. Ich bin davon
überzeugt, dass damit mehr Menschen motiviert würden, den ÖPNV zu nutzen (Mehreinnahmen!)
und die Fahrt in die Stadt aus dem erweiterten Innenstadtbereich mit dem PKW und die Nutzung
eines Parkhauses, sich finanziell nicht mehr "lohnen" würde. Warum soll denn z.B. die Fahrt vom
Herweg zur Schulstraße genauso teuer sein wie vom Böllenfalltor zum Hauptbahnhof?
Der Vorschlag erhielt:
in der Online-Abstimmung: 73 Ja-Stimmen und 18 Nein-Stimmen
in der Vor-Ort-Abstimmung: 14 Ja-Stimmen und 0 Nein-Stimmen
Die Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs in Deutschland ist ein komplexes,
wichtiges wie auch kompliziertes Thema. Verschiedenste Fördermöglichkeiten stehen
nebeneinander, zahlreiche Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen haben je nach
Bundesland unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten und -wege geschaffen, die nicht
mehr vollkommen miteinander vergleichbar sind.
Zentrale Finanzierungsinstrumente wie das Gemeindeverkehrs finanzierungsgesetz (GVFG)
laufen in den kommenden Jahren ohne adäquaten Ersatz aus oder müssen in ihrer Höhe und
Struktur neu verhandelt werden.
Ziel des Magistrats ist es, die Teilhabemöglichkeiten für die Darmstädter Bürgerinnen und
Bürger auszuweiten. Und Mobilität ist ein wesentlicher Faktor von Teilhabe.
Aus diesem Grund beabsichtigt die Wissenschaftsstadt Darmstadt die Prüfung eines
Fahrpreiskonzeptes nach dem sog. „Wiener Modell“. Seit 2012 hat man in Wien die
Möglichkeit eine Jahreskarte für 365 Euro (bei einmaliger Zahlung) zu erwerben, was genau
einem Euro pro Tag entspricht. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird eine
Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die konkrete Aussagen zu den finanziellen Auswirken
(u. a. für die Heag mobilo), zu den Konsequenzen aus steigenden Fahrgastzahlen (u. a.
Investitionsbedarf für neue Bahnen, Busse und für neue Strecken) sowie eine Bewertung zur
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Umsetzbarkeit unter dem rechtlichen Rahmen DADINA / RMV enthalten soll. Alternativ soll die
Möglichkeit für die Einführung eines Sozialtickets (für Personen mit Teilhabekarte) sowie eines
Kurzstreckentickets untersucht werden.
Aktuell wird eine Arbeitsgruppe konstituiert, die im September 2016 ihre Arbeit aufnehmen
wird. Sie wird sich mit den im Koalitions vertrag dargestellten Varianten zur
Fahrpreisreduzi erung fachlich fundiert auseinandersetzen und eine Lösung finden. In dieser
Arbeitsgruppe wird u.a. das Bündnis für soziale Gerechtigkeit eingebunden. Dies erfolgt
unter Federführung des Dezern ates III und V.
Darmstadt, 11.08.2016
Dezernat I Dezernat IV Dezernat III
i.V.
Jochen Partsch André Schellenberg Barbara Akdeniz
Oberbürgermeister Stadtkämmerer Stadträtin
Beratungsverlauf (4)
Orte (1)
- Schulstraße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2016/0320
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 11.08.2016
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00