2013/0167
ÖPNV-Erschließung Campus TU-Lichtwiese
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2013/0167
9555 Zeichen
Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 24.05.2013 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat III Dezernat IV an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Straßenverkehrs- und Tiefbauamt Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2013/0167 Magistratsbeschluss-Nr. Produkt-Nr.: 5470-10 Kostenstelle: 066-190-1000 Investitionsnummer: 09066-6101 Kostenträger: Stadt Darmstadt Sachkonto: Betreff: ÖPNV-Erschließung Campus TU-Lichtwiese Vorlage vom: 15.05.2013 Beschlussvorschlag: 1. Die Machbarkeitsstudie des ZIV für eine Straßenbahn zur TU-Lichtwiese (Anlage) wird zur Kenntnis genommen. 2. Es wird zugestimmt, den Mitfall II (Führung über den Lichtwiesenweg) weiter zu verfolgen und umzusetzen. Der kommunale Eigenanteil für die Investitionskosten in Höhe von € 2,87 Mio. wird entsprechend dem Planungs- und Bauablauf zur Verfügung gestellt. Der Betriebskostenzuschuss in Höhe von € 654.000 pro Jahr wird ab der Inbetriebnahme voraussichtlich im Dezember 2017 auf einer neuen Kostenstelle bereitgestellt. 3. Die Verwaltung wird beauftragt, zusammen mit der HEAG mobilo die erforderlichen Planunterlagen (Nutzen-Kosten-Untersuchung, GVFG-Antrag, Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren) vorzubereiten. Für die nächsten erforderlichen Planungsschritte (Nutzen-Kosten-Untersuchung und Artenschutzgutachten) sind im Jahr 2013 Planungsmittel in Höhe von € 85.000 bereitgestellt. - 2 - Anlagen: Machbarkeitsstudie ÖPNV-Untersuchung Erschließung Campus TU-Lichtwiese Datenschutzrelevante Anlage: Folgekosten: Ja Nein Beschluss des Magistrats vom - 3 - Begründung zur Magistratsvorlage vom 15.05.2013: Zu 1.: Im August 2011 wurde von der DADINA in Zusammenarbeit mit der Stadt Darmstadt der Planungsauftrag für eine Machbarkeitsstudie zur verbesserten ÖPNV-Anbindung der TU-Lichtwiese und für den Korridor Darmstadt – Roßdorf – Groß-Zimmern an das Büro ZIV vergeben. Die Untersuchungen sollten zusammen bearbeitet werden, da auch kombinierte Varianten über die TU- Lichtwiese in Richtung Roßdorf denkbar waren. Im Laufe der Untersuchung stellte sich dann heraus, dass dies – insbesondere aus naturschutzrechtlichen Gründen – nicht realisierbar ist. Deshalb wurden die beiden Projekte getrennt weiter bearbeitet. Zur besseren ÖPNV-Anbindung des Campus TU-Lichtwiese wurden verschiedene Varianten einer Straßenbahnführung betrachtet. In die nähere Auswahl kamen dann zwei Varianten, die im Gutachten als Mitfall I (Führung wie die heutige Buslinie K) und als Mitfall II (Abzweig an der Haltestelle Hochschulstadion zur TU-Lichtwiese) bezeichnet werden. Die beiden Mitfälle wurden genauer untersucht u. a. hinsichtlich der baulichen Machbarkeit, der Investitions- und Betriebskosten, der Einbindung in das vorhandene Netz und der Nachfragewirkungen. Aus den Ergebnissen konnten dann im Vergleich mit dem sog. „Ohnefall“ (zukünftiges Verkehrsangebot ohne das geplante Investitionsprojekt) überschlägige Nutzen- Kostenfaktoren (NKU-Faktoren) berechnet werden. Ein NKU-Faktor größer als + 1,0 ist Voraussetzung für die Förderung der Investitionskosten des Projektes durch das Land Hessen. Für den Mitfall I wurde ein überschlägiger NKU-Faktor von – 1,02 und für den Mitfall II von + 1,62 ermittelt. Dieses Ergebnis resultiert u. a. aus den geringeren Investitionskosten des Mitfalls II und der deutlich schwächeren Nachfragewirkung des Mitfalls I. Die geringere Nachfrage bei Mitfall I hängt u. a. damit zusammen, dass die Fahrgastkapazität auf der heutigen Strecke der Buslinie K durch den Einsatz von Straßenbahnen zwar zunimmt, die Fahrtenhäufigkeit gegenüber dem Ohnefall aber abnimmt. Zu 2.: Aufgrund der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie wird der Mitfall II zur Weiterplanung und zur Umsetzung empfohlen, da der überschlägige NKU-Faktor mit 1,62 deutlich über 1,0 liegt, und deshalb ein deutlicher verkehrlicher Nutzen und eine Förderung durch das Land Hessen (GVFG-Mittel) zu erwarten ist. Beim Mitfall II zweigt die neue Straßenbahn an der Haltestelle „Hochschulstadion“ von der bestehenden Straßenbahnstrecke zum Böllenfalltor ab und wird nördlich des Lichtwiesenwegs zum Campus Lichtwiese geführt. Nördlich des Architekturgebäudes und der Mensa und südlich der Bauingenieurgebäude verläuft die Trasse bis zu der Freifläche nördlich des neuen Hörsaal- und Medienzentrums. Eine Führung auf den heutigen Straßen um das Hörsaal- und Medienzentrum herum musste aus Gründen der elektromagnetischen Unverträglichkeit von sensiblen Messgeräten in TU-Instituten im südlichen Bereich des Campus Lichtwiese aufgegeben werden. Stattdessen soll die erforderliche Wendeschleife auf der Freifläche nördlich des neuen Hörsaal- und Medienzentrums angeordnet werden. Die Straßenbahn-Neubaustrecke beträgt beim Mitfall II ca. 1.330 Meter und ist bautechnisch relativ einfach herzustellen. Die Baukosten betragen für den Mitfall II ca. € 8,32 Mio. incl. Planungskosten (Stand 2013 gemäß Machbarkeitsstudie). Da erfahrungsgemäß nicht alle Baukosten förderfähig sind und auch Planungskosten nicht gefördert werden, wird bei einem möglichen Fördersatz von 80% der förderfähigen Kosten von Fördermitteln in Höhe von insgesamt € 5,45 Mio. ausgegangen. Damit - 4 - verbleibt ein kommunaler Eigenanteil in Höhe von € 2,87 Mio., der von der Stadt Darmstadt zu finanzieren wäre. Das entspricht dem Erfahrungswert, wonach ca. 1/3 der Baukosten von den Kommunen zu tragen sind. Zur Bedienung der Neubaustrecke wird die Linie 2 vom Hauptbahnhof aus nicht mehr zum Böllenfalltor geführt, sondern zur TU-Lichtwiese. Dies ist machbar, da die Busanschlüsse am Böllenfalltor auf die Linie 9 und nicht auf die Linie 2 abgestimmt sind. Die neue Linie 2 wird dann montags bis freitags im 15 - bzw. 7,5 - Minutentakt zwischen 5 und 21 Uhr verkehren. Der verdichtete 7,5 - Minutentakt soll an Vorlesungstagen der TU Darmstadt sowie an Schultagen zwischen 7 und 18 Uhr angeboten werden. Ansonsten ist der 15 - Minutentakt ausreichend. Die Betriebskosten können nicht aus der Machbarkeitsstudie übernommen werden, da bei der Berechnung der überschlägigen NKU-Faktoren Durchschnittswerte einfließen. Maßgeblich sind deshalb die tatsächlich entstehenden Kosten bei der HEAG mobilo bzw. HEAG mobiTram, welche die Straßenbahnen betreibt. Auf Basis der in der Machbarkeitsstudie verwendeten Eckwerte entstehen bei der HEAG mobilo bei Umsetzung des Mitfalls II zusätzliche Kosten in Höhe von € 974.000 (Stand 2012). Hierin sind auch zwei zusätzliche Straßenbahnfahrzeuge enthalten. In den nächsten Planungsphasen können weitere Optimierungsmöglichkeiten des Betriebskonzeptes geprüft werden. Die zu erwartenden Fahrgeldeinnahmen sind den Betriebskosten gegenzurechnen. Hierbei handelt es sich einerseits um vorhandene Fahrgeldeinnahmen, die zukünftig der Straßenbahnlinie 2 (HEAG mobilo) anstatt der Buslinie K (HEAG mobiBus) zuzuordnen sind, und andererseits um zusätzliche Einnahmen durch neue Fahrgäste. Die zusätzlichen Einnahmen der Straßenbahnlinie 2 durch die Führung zur TU-Lichtwiese werden auf Grundlage der Fahrgastzahlen der Machbarkeitsstudie mit € 320.000/Jahr von DADINA abgeschätzt. Damit verbleibt ein Betrag von € 654.000/Jahr, der von der Stadt Darmstadt ab der Inbetriebnahme der neuen Strecke zu finanzieren ist. Da die Linie K nach Inbetriebnahme der neuen Straßenbahnlinie nur noch im 15-Minutentakt verkehren wird, können die bestehenden Mehrbestellungen auf der Linie K (Verstärkerfahrten) bzw. KU bei der HEAG mobiBus abbestellt werden. Dadurch entstehen für die Stadt Darmstadt Einsparungen beim Etat der DADINA in Höhe von ca. € 200.000/Jahr, sodass insgesamt für die Stadt Darmstadt ein Betrag von € 454.000 zu finanzieren wäre. Bei der HEAG mobiBus ist ab Inbetriebnahme der Straßenbahnlinie mit Mindereinnahmen in Höhe von € 230.000/Jahr zu rechnen. Zu 3.: Da in der Machbarkeitsstudie nur überschlägige NKU-Faktoren berechnet wurden, ist als nächster Planungsschritt eine Nutzen-Kosten-Untersuchung nach dem Verfahren der Standardisierten Bewertung durchzuführen. Hierfür wird ein Kostenrahmen von € 75.000 angesetzt. Weiterhin ist ein Artenschutzgutachten von € 10.000 zu erstellen. Anschließend können die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren und der Förderantrag erarbeitet werden. Vorteilhaft beim Planfeststellungsverfahren ist die Tatsache, dass von der Trasse nur wenige Grundstückseigentümer tangiert sind. Deshalb kann für das Planfeststel-lungsverfahren mit einer Dauer von einem Jahr gerechnet werden. Vor dem Einreichen eines Förderantrages muss das Projekt zunächst formlos für das GVFG- Programm angemeldet werden. Dies kann unmittelbar nach Beschlussfassung durch die Gremien der Stadt Darmstadt erfolgen. Die Einreichung des Förderantrages muss bis zum 1.6. eines Jahres erfolgen, um frühestens im Folgejahr einen Förderbescheid zu erhalten. Eine Inbetriebnahme der neuen Strecke wird zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2017 angestrebt. - 5 - Darmstadt, den 15.05.2013 III-66/ÖPNV-Ma-aß Nst. 2093 Dezernat III Dezernat IV Brigitte Lindscheid André Schellenberg Stadträtin Stadtkämmerer
anlage 4
108062 Zeichen
Dokumentation
ÖPNV-Untersuchung
Erschließung Campus TU-Lichtwiese
S
TAND: 08.05.2013
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese
I
IMPRESSUM
Auftraggeber
DADINA Darmstadt- Dieburger Nahverkehrsorganisation
bahnGALERIE
Europaplatz 1
64293 Darmstadt
Auftragnehmer
Bearbeitung
ZIV - Zentrum für integrierte Verkehrssysteme GmbH
Robert-Bosch-Straße 7
64293 Darmstadt
Dr.-Ing. Wolfgang Kittler
Dr.-Ing. Annette Birgelen
In Zusammenarbeit mit Habermehl & Follmann Ingenieurgesellschaft mbH, Rodgau
Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, Frankfurt
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese
II
INHALT
1 ANLASS UND ZIELSETZUNG 1
1.1 Anlass 1
1.2 Ziel der Untersuchung und Vorgehensweise 2
2 GRUNDLAGENERMITTLUNG 4
2.1 Relevante Unterlagen und Daten 4
2.2 ÖPNV-Angebot zur Erschließung des Campus TU-Lichtwiese 4
2.3 Fahrgastzahlen 6
2.4 Zukünftige Planungen 6
2.5 Fazit 6
3 BEWERTUNGSSYSTEM ZUR BEURTEILUNG DER LÖSUNGSVARIANTEN 8
3.1 Vorgehensweise 8
3.2 Erläuterung der Zielkriterien 9
3.2.1 Kosten 9
3.2.2 Einbettung in bestehendes Liniennetz 10
3.2.3 Bauliche Machbarkeit 10
3.2.4 Betriebliche Machbarkeit 10
3.2.5 Bedienungsqualität 10
3.2.6 Beförderungsqualität 11
3.2.7 Fahrgastnachfrage 12
3.2.8 Umfeldverträglichkeit 12
3.2.9 Akzeptanz / Durchsetzbarkeit 12
4 VORAUSWAHL VON LÖSUNGSVARIANTEN 14
4.1 Variante 1 15
4.2 Variante 2 17
4.3 Variante 3 19
4.4 Vorzeitig ausgeschlossene Varianten 21
4.4.1 Variante Heinrichstraße 21
4.4.2 Variante Böllenfalltor / Böllenfalltorweg 21
4.4.3 Verlängerung bis zum Haltepunkt TU-Lichtwiese 22
4.4.4 "Große" Umfahrung im Zentrum des Campus Lichtwiese 22
4.4.5 Endpunkt / Wendeschleife zwischen L3|01 (Architektur) und L4|01 (Mensa) 22
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese
III
4.5 Auswahl von Varianten für die detaillierte Ausarbeitung 23
5 AUSARBEITUNG AUSGEWÄHLTER VARIANTEN 24
5.1 Trassierung im Zentrum des Campus Lichtwiese 24
5.2 Methodik der Nachfrageermittlung 28
5.2.1 Abgrenzung des Untersuchungsraumes 28
5.2.2 Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage 29
5.3 Mitfall I 30
5.3.1 Netz- und Fahrplanplanung 30
5.3.2 Lage von Haltestellen und Verknüpfungspunkten 33
5.3.3 Fahrzeitenprofile 34
5.3.4 Investitionskosten und Betriebskosten 35
5.3.5 Technische Machbarkeit der Trassierung 36
5.3.6 Potenzielle Konflikte mit umweltschutzrechtlichen Regelungen 37
5.3.7 Nachfragewirkungen 37
5.4 Mitfall II 39
5.4.1 Netz- und Fahrplanplanung 39
5.4.2 Fahrzeitenprofile 41
5.4.3 Lage von Haltestellen und Verknüpfungspunkten 42
5.4.4 Investitionskosten und Betriebskosten 43
5.4.5 Technische Machbarkeit der Trassierung 44
5.4.6 Potenzielle Konflikte mit umweltschutzrechtlichen Regelungen 44
5.4.7 Nachfragewirkungen 45
5.5 Ohnefall 46
5.5.1 Netz- und Fahrplanplanung 46
5.5.2 Fahrzeitprofile 47
5.5.3 Lage von Haltestellen und Verknüpfungspunkten 48
5.5.4 Investitionskosten und Betriebskosten 48
5.5.5 Technische Machbarkeit der Trassierung 48
5.5.6 Potenzielle Konflikte mit umweltschutzrechtlichen Regelungen 48
5.5.7 Nachfragewirkungen 48
6 VARIANTENBEURTEILUNG UND EMPFEHLUNG 50
6.1 Vergleichende Beurteilung 50
6.2 Überschlägige Nutzen-Kosten-Indikatoren 52
6.3 Empfehlung 54
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese
IV
BILDER
Bild 1 Projektbeteiligte 3
Bild 2 Aktuelles ÖPNV-Angebot TU-Lichtwiese 4
Bild 3 Bewertungssystem zur Beurteilung der Lösungsvarianten 9
Bild 4 Linienweg der Variante 1 (ab Roßdörfer Platz) 15
Bild 5 Variante 1: Zusammenfassende Bewertung 16
Bild 6 Linienweg der Variante 2 17
Bild 7 Variante 2: Zusammenfassende Bewertung 18
Bild 8 Linienweg der Variante 3 19
Bild 9 Variante 3: Zusammenfassende Bewertung 20
Bild 10 Vorzugslösung für die Trassierung im Zentrum des Campus Lichtwiese (hier Mitfall II) 26
Bild 11 Netzplanung Mitfall I 31
Bild 12 Querschnittbezogene ÖPNV-Nachfrage im Mitfall I 38
Bild 13 Netzplanung Mitfall II 39
Bild 14 Querschnittbezogene ÖPNV-Nachfrage im Mitfall II 45
Bild 15 Netzplanung Ohnefall 46
Bild 16 Querschnittbezogene ÖPNV-Nachfrage im Ohnefall 49
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese
V
TABELLEN
Tabelle 1 Relevantes ÖPNV-Angebot für die Erschließung des Campus TU-Lichtwiese 5
Tabelle 2 Einsteiger / Aussteiger an Haltestellen im Bereich Campus Lichtwiese nach Linien 6
Tabelle 3 Mitfall I: Rahmenfahrplan und Kapazitäten 33
Tabelle 4 Mitfall I: Fahrtzeitenprofil (Fahrtrichtung Hauptbahnhof - TU-Lichtwiese/Mensa) 34
Tabelle 5 Mitfall I: Fahrtzeitenprofil (Fahrtrichtung TU-Lichtwiese/Mensa - Hauptbahnhof) 35
Tabelle 6 Mitfall I: Nachfragewirkungen 38
Tabelle 7 Mitfall II: Rahmenfahrplan und Kapazitäten der Straßenbahn 40
Tabelle 8 Mitfall II: Rahmenfahrplan und Kapazitäten der Bus-Linie K 41
Tabelle 9 Mitfall II: Fahrtzeitenprofil (Fahrtrichtung Hauptbahnhof - TU-Lichtwiese/Mensa) 42
Tabelle 10 Mitfall II: Fahrtzeitenprofil (Fahrtrichtung TU-Lichtwiese/Mensa - Hauptbahnhof) 42
Tabelle 11 Mitfall II: Nachfragewirkungen 46
Tabelle 12 Ohnefall: Rahmenfahrplan und Kapazitäten der Bus-Linie K 47
Tabelle 13 Vergleichende Beurteilung der Mitfälle I und II gegenüber dem Ohnefall 51
Tabelle 14 Überschlägiger Nutzen-Kosten-Indikator für die Mitfälle I und II 53
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese
VI
ANLAGEN
1 ÖPNV-ANGEBOT (STATUS QUO): STECKBRIEFE DER
RELEVANTEN ÖV-LINIEN
2 BEWERTUNGEN VON TRASSIERUNGSVARIANTEN
3 GROBKOSTENSCHÄTZUNGEN INFRASTRUKTUR
3-1 MITFALL I
3-2 MITFALL II
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese
VII
QUELLEN
DADINA (2010)
Dr.-Ing. Volker Blees - Verkehrslösungen, plan:mobil und Habermehl+Follmann
Ingenieurgesellschaft im Auftrag der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation
(DADINA): Nahverkehrsplan (NVP) 2011 – 2016 des Landkreises Darmstadt-Dieburg und
der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
BOStrab (1987 / 2007)
Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung vom 11. Dezember 1987 (BGBl. I S. 2648), die
zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 8. November 2007 (BGBl. I S. 2569) geändert
worden ist.
ITP, VWI (2006)
ITP Intraplan Consult GmbH und VWI Verkehrswissenschaftliches Institut Stuttgart GmbH:
Standardisierte Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen des ÖPNV und
Folgekostenrechnung, Version 2006. Erstellt im Auftrag des Bundesministers für Verkehr,
Bau und Stadtentwicklung. München, Stuttgart, 2006.
VDV (2001)
VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen): Verkehrserschließung und
Verkehrsangebot im ÖPNV. VDV-Schriften Heft 4, Köln, 6/2001.
VDV (1996)
VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen): Beschreibung der Beförderungsqualität
im Busverkehr (VDV Schriften). Köln, 1996.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlass und Zielsetzung
1
1 Anlass und Zielsetzung
1.1 Anlass
Anlass für die Untersuchung ist die Verbesserung der Erschließung de s Campus
TU-Lichtwiese der Technischen Universität Darmstadt (TU Darmstadt) durch den
ÖPNV.
Diese wurde zunächst im Kontext mit einer Überprüfung der Bedienung des
Korridors Darmstadt – Roßdorf – Groß-Zimmern betrachtet, da sich die beiden
Untersuchungsräume überschneiden und integrierte Lösungen denkbar erschi enen.
Im Laufe der Bearbeitung hat sich jedoch herausgestellt, dass eine integrierte
Lösung für eine vertiefte Untersuchung sachlich und organisatorisch nicht
empfohlen werden konnte. Daher wurde die weitere Bearbeitung der beiden
Untersuchungsräume voneinander entkoppelt, und es wurden separate
Dokumentationen erstellt.
Die TU Darmstadt erwartet kurzfristig einen starken Anstieg der Studierendenzahlen
an den Standorten Lichtwiese und Botanischer Gart en von ca. 6. 500 Studierenden
im WS 2012/13 auf etwa 10.000 Studierende im WS 2013/2014, vor allem durch die
Eröffnung des neuen Hörsaal- und Medienzentrums ab dem SS 2013. Anschließend
wird eine leicht rückläufige Tendenz in Richtung 8.000 - 8.500 Studierende bis zum
Jahr 2020 prognostiziert. Dies bedeutet aber immer noch einen deutlichen Anstieg
der Studierenzahlen auf der Lichtwiese und am Botanischen Garten gegenüber dem
Status Quo.
Bei den Beschäftigten rechnet die TU Darmstadt mit einer jährlichen Zunahme von
etwa 3% für die beiden Standorte Lichtwiese und Botanischer Garten von ca. 2.200
im WS 2012/13 auf rund 2.700 im Jahr 2020. Von einem sprunghaften Anstieg mit
Eröffnung des Hörsaal- und Medienzentrums ist nicht auszugehen, da dort nur eine
Zusammenführung von vorhandenen Arbeitsplätzen am Standort Lichtwiese
vorgesehen ist. Für die ÖPNV -Nachfrage relevant ist auch die Einführung eines
Jobtickets für die Beschäftigten der TU Darm stadt am 01.05.2013 und die geplante
Einführung einer Parkraumbewirtschaftung am 01.10.2013.
Es ist daher davon auszugehen, dass die Nachfrage im ÖPNV am Campus TU-
Lichtwiese gegenüber dem Status Quo weiter ansteigt und dass es trotz der neu
geschaffenen Zusatzangebote zu weiteren Kapazitätsengpässen kommen wird.
Zudem ist bereits das heutige ÖPNV-Angebot aus verkehrlicher Sicht
verbesserungswürdig. So kann die Bus-Linie K schon heute aufgrund ihrer starken
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlass und Zielsetzung
2
Auslastung durch Angehörige der TU Darmstadt ihre Erschließungsfunktion für das
Woogsviertel nicht mehr in der gewünschten Qualität wahrnehmen. Zudem kommt
es wegen der zahlreichen Busse zu hohen Belastungen von Trassen und zentralen
Haltestellen. Auch muss die Umweltverträglichkeit des derzeitigen Busang ebots
kritisch gesehen werden.
Aus diesen Gründen ist es erforderlich, auch die ÖPNV-Erschließung des Campus
TU-Lichtwiese grundlegend zu überplanen. Einen entsprechenden Beschluss hat
die Stadtverordnetenversammlung der Wissenschaftsstadt Darmstadt am 4. Februar
2010 gefasst. Im NVP 2011- 2016 (DADINA, 2010) ist hierfür als Maßnahme die
„Verbesserung der Anbindung des Campus TU -Lichtwiese einschließlich kurzfristig
realisierbarer Übergangsmaßnahmen“ genannt.
1.2 Ziel der Untersuchung und Vorgehensweise
Die Untersuchung ist als erste Stufe eines Planungs - und Realisierungsprozesses
zu sehen, an dessen Ende eine zukunftsfähige Lösung für eine verbesserte ÖPNV-
Erschließung des Campus TU-Lichtwiese stehen soll.
Ziel dieser Untersuchung ist es, eine qualifizierte Entscheidungsgrundlage für
weiterzuverfolgende Maßnahmen zu liefern (Machbarkeitsstudie). Dafür werden
grundsätzlich in Betracht kommende Lösungsvarianten im Sinne einer Vorprüfung
vergleichend untersucht und bewertet. Auf dieser Basis wird eine nachvollziehbare
und belastbare Empfehlung bezüglich sinnvoller Lösungsvarianten und für das
weitere Vorgehen gegeben. Für Varianten, die größere Infrastrukturmaßnahmen
voraussetzen (Straßenbahn), wird ein überschlägiger NKU-Faktor ermittelt, um die
Fördermöglichkeiten durch das Land Hessen abzuschätzen.
Die Bearbeitung für beide Untersuchungsräume (Campus TU -Lichtwiese und
Korridor Darmstadt – Roßdorf – Groß-Zimmern) erfolgte in enger Kooperation mit
allen relevanten Akteuren.
Für die laufende Abstimmung wurden ein Kernteam und eine Lenkungsgruppe
gebildet. Dem Kernteam gehör ten die DADINA, die Wissenschaftsstadt Darmstadt ,
die ZIV GmbH, die Schüßler -Plan Ingenieurgesellschaft mbH und die Habermehl &
Follmann Ingenieurgesellschaft mbH an. In der Lenkungsgruppe sind darüber
hinaus der Landkreis Darmstadt -Dieburg, die beteiligten Landkreiskommunen
Roßdorf und Groß -Zimmern, die HEAG mobilo sowie die TU Darmstadt
eingebunden. Für die erweiterte Koordination wurde eine Projektgruppe gebildet, die
neben der Lenkungsgruppe die Vertreter weiterer Behörden und Institutionen (z. B.
Stadtplanungsamt, Umweltamt und Grünflächenamt der Wissenschaftsstadt
Darmstadt, Kreisverwaltung Darmstadt -Dieburg, Regierungspräsidium Darmstadt
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlass und Zielsetzung
3
und Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement Darmstadt sowie Zentrale)
umfasst.
Bild 1 Projektbeteiligte
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Grundlagenermittlung
4
2 Grundlagenermittlung
2.1 Relevante Unterlagen und Daten
Für die vorliegende Machbarkeitsstudie wurden vor allem die folgenden Unterlagen
und Daten verwendet:
RMV-Fahrgastzahlen von 2010 (Auszug),
"Straßenbahn zur Lichtwiese, Darmstadt", Büro Krebs und Kiefer (KuK) im
Auftrag der HEAG mobilo, April 2009,
"Fahrgasterhebung der Linie K", Büro R + T, Januar 2011,
Nahverkehrsplan (NVP) 2011 – 2016 des Landkreises Darmstadt -Dieburg und
der Wissenschaftsstadt Darmstadt (DADINA, 2010)
Weiterhin wurde das heutige und das geplante ÖPNV -Angebot mit Straßenbahnen
und lokalen Busverkehren sowie dem regionalen Schienenverkehr ( Bahn-Linie 65
"Odenwaldbahn") zusammengestellt, soweit ein Zusammenhang mit diesem Pro jekt
besteht.
2.2 ÖPNV-Angebot zur Erschließung des Campus TU-Lichtwiese
Für die Untersuchung ist das in Bild 2 und Tabelle 1 dargestellte ÖPNV-Angebot
relevant.
Bild 2 Aktuelles ÖPNV-Angebot TU-Lichtwiese (gelb = Bus-Linie K, hellgrün = Straßenbahn-
Linie 9, dunkelgrün = Straßenbahn-Linie 2, blau = Bahn-Linie 65)
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Grundlagenermittlung
5
Linie Linienweg
Anzahl Fahrten / Tag
(Montag - Freitag)
von DA
Zentrum
nach DA
Zentrum
238 228
K Darmstadt Kleyerstraße – Hauptbahnhof –
Luisenplatz – Darmstadt TU-Lichtwiese/Mensa 99 92
2 Darmstadt Hauptbahnhof – Berliner Allee – Rhein-
/Neckarstraße – Luisenplatz – Schloß – Böllenfalltor 42 39
9
Griesheim Platz Bar-le-Duc – Maria-Goeppert-Straße
– Darmstadt Berliner Allee – Luisenplatz –
Böllenfalltor
75 76
65 Frankfurt Hbf / Darmstadt Hbf – Groß-Umstadt
Wiebelsbach – Erbach (– Eberbach) 21 20
Tabelle 1 Relevantes ÖPNV-Angebot für die Erschließung des Campus TU-Lichtwiese (Quelle:
Fahrpläne auf www.dadina.de, Stand 13.07.2012)
Wesentliches Element der Anbindung des Campus TU-Lichtwiese an die Innenstadt
Darmstadts und den Hauptbahnhof ist die Bus -Linie K . Zur Verstärkung der Bus -
Linie K wurde ab Oktober 2011 zunächst die Bus -Linie 5515/5516 aus Richtung
Worfelden, Erzhausen und Weiterstadt als Bus-Linie K montags bis freitags im
Vorlesungszeitraum, also von Anfang Oktober bis Mitte Febr uar sowie von Mitte
April bis Mitte Juli, halbstündlich von der Darmstädter Innenstadt bis zur Lichtwiese
verlängert. Mit Beginn des SS 2013 wurde die Bus -Linie 5515/5516 als eine neue
Bus-Linie KU (nur im Vorlesungszeitraum) über die Alexanderstraße, Pütz erstraße
und den Roßdörfer Platz mit 4 Fahrten/h und weiteren Verstärkerfahrten eingeführt.
Damit gibt es aktuell insgesamt bis zu zwölf Fahrten pro Stunde zwischen der
Darmstädter Innenstadt und den Standorten Lichtwiese und Botanischer Garten.
Zusätzlich wird für einen flexiblen Einsatz ein weiterer Bus vorgehalten.
Weiterhin ist der Campus mit den Straßenbahn -Linien 2 und 9 über die Haltestelle
Hochschulstadion erreichbar, allerdings verbunden mit einem Fußweg von ca. 600
m bis zum Architektur -Gebäude bz w. ca. 1.000 m bis zum neuen Hörsaal - und
Medienzentrum, weshalb dieses Angebot nur von untergeordneter Bedeutung für
die Erschließung des Campus TU-Lichtwiese ist.
Die Bahn- Linie 65 (Odenwaldbahn) stellt Direktverbindungen nach Darmstadt
Hauptbahnhof oder Frankfurt Hauptbahnhof, über Darmstadt Ostbahnhof und
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Grundlagenermittlung
6
Nordbahnhof bzw. in Gegenrichtung bis nach Erbach (Odenwald) oder Eberbach
her. Allerdings ist auch zum Haltepunkt der Odenwaldbahn ein Fußweg von ca.
500 m ab dem neuen Hörsaal- und Medienzentrum zurückzulegen.
2.3 Fahrgastzahlen
Die Fahrgastzahlen (Aussteiger / Einsteiger an Haltestellen nach Linien) der RMV -
Fahrgasterhebung 2010 zeigt Tabelle 2.
Linie Haltestelle
Aussteiger / Tag von
Darmstadt Zentrum
(Montag - Freitag)
Einsteiger / Tag nach
Darmstadt Zentrum
(Montag - Freitag)
K TU-Lichtwiese / Mensa 1.642 1.574
2 TU-Hochschulstadion 618 593
9 TU-Hochschulstadion 909 1.152
65 TU-Lichtwiese Bf 154 90
Tabelle 2 Einsteiger / Aussteiger an Haltestellen im Bereich Campus Lichtwiese nach Linien (Quelle:
Fahrpläne auf www.dadina.de, Stand 13.07.2012)
Es ist davon auszugehen, dass die aktuellen Fahrgastzahlen der Bus -Linie K vor
allem an Vorlesungstagen höher liegen als in Tabelle 2 angegeben. In einer
Fahrgastzählung im Oktober 2012 wurden im Zeitraum 6:00 bis 18:00 Uhr für die
Haltestelle TU -Lichtwiese/Mensa an einem Vorlesungstag 2.123 Aussteiger und
1.893 Einsteiger gezählt.
2.4 Zukünftige Planungen
Über das im Kapitel 2.2 beschriebene Angebot hinaus sind zunächst keine weiteren
Planungen für eine Verbesserung der Erschließung des Campus TU-Lichtwiese
vorgesehen.
2.5 Fazit
Die hohe und zeitlich konzentrierte Verkehrsnachfrage am Campus TU -Lichtwiese
wird heute im Wesentlichen durch die Bus -Linie K bedient . Deren Angebot stößt
jedoch an eine Kapazitätsgrenze, die auch durch neu geschaff ene Zusatzangebote
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Grundlagenermittlung
7
(Bus-Linie KU) nicht nachhaltig erweitert werden kann, so dass es auch künftig zu
weiteren Kapazitätsengpässen kommen wird.
Zusätzlich wird die Nachfrage im ÖPNV am Campus TU-Lichtwiese weiter
ansteigen. Eine Verdichtung im Busverkehr ist nur begrenzt möglich, da eine
deutliche Angebotsausweitung mit erheblichen Problemen verbunden wäre. Als
Gründe sind hier insbesondere die bereits heute sehr hohe ÖV -Belastung der
Trassen (u. a. Schulstraße - Schloß - Luisenplatz, Roßdörfer Str. ) sowie die
Auslastung der zentralen Haltestellen Luisenplatz und Willy-Brandt-Platz zu nennen.
Seitens des Regierungspräsidiums Darmstadt ( III 33.1, Genehmigungsbehörde für
den ÖPNV) wird zudem für diese Haltestellen eine Entlastung gefordert, die im Falle
des Willy-Brandt-Platzes auch ausdrücklich der Verbesserung der
Verkehrssicherheit dienen soll (Schreiben vom 18.08.2011 an die DADINA) . Nicht
zuletzt ist auch die Umweltverträglichkeit bei einer hohen Anzahl von Bussen
hinsichtlich der Lärm- und Luftschadstoffemissionen und des Klimaschutzes kritisch
zu bewerten.
Um die Erschließung des Campus TU -Lichtwiese entsprechend den Vorgaben des
NVP auch bei steigender Nachfrage nachhaltig sichern zu können, kann daher die
Bedienung durch eine Straßenbahn -Linie als schnelles, leistungsfähiges und
umweltfreundliches ÖPNV-System eine Lösung sein.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Bewertungssystem zur Beurteilung der Lösungsvarianten
8
3 Bewertungssystem zur Beurteilung der Lösungsvarianten
3.1 Vorgehensweise
Zur Beurteilung der Lösungsvarianten für eine Straßenbahn -Linie wurde eine
zweistufige Vorgehensweise gewählt und mit allen Projektbeteiligten abgestimmt.
In der ersten Stufe (Grobbewertung) werden die jeweils spezifischen Vor - und
Nachteile der Lösungsvarianten aufgezeigt und qualitativ (verbal -argumentativ)
bewertet. In der zweiten Stufe (detaillierte Bewertung) werden dann ausgewählte
Lösungsvarianten detaillierter ausgearbeitet und bewertet. Hierbei werden neben
qualitativen Bewertungen auch quantifizierte Messgrößen verwendet.
Für beide Stufen der Variantenbewertung wurde ein einheitliches, integriert es
Zielsystem entwickelt. Die Auswahl der Zielbereiche und der jeweils zugehörigen
Zielkriterien orientiert sich an den relevanten Empfehlungen des Verbandes
Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV , 2001 und VDV, 1996 ) bzw. an der
„Standardisierten Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen des öffentlichen
Personennahverkehrs“ (ITP / VWI, 2006) und deckt alle wesentlichen Aspekte einer
vergleichenden Bewertung der Lösungsvarianten ab.
Die Zielkriterien wurden bewusst so gewählt, dass eine schrittweise Konkretisierung
der Bewertung sowohl verbal -argumentativ (1. und 2. Stufe) als auch mit
quantifizierten Abschätzungen bzw. die Ermittlung überschlägiger NKU -Faktoren (2.
Stufe) möglich ist. Zielsetzungen und Zielwerte werden, soweit möglich und sinnvoll,
aus dem Nahv erkehrsplan 2011-2016 des Landkreises Darmstadt Dieburg und der
Wissenschaftsstadt Darmstadt (DADINA, 2010) abgeleitet.
Zur Bewertung selber wird eine fünfstufige Bewertungsskala (++, +, o - , --)
verwendet. Ergänzend werden durch eine systematische verbal e Beschreibung die
spezifischen Vor - und Nachteile der untersuchten Lösungsvarianten ausführlich
dargestellt, so dass ein hohes Maß an Transparenz der Bewertung gesichert ist.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Bewertungssystem zur Beurteilung der Lösungsvarianten
9
Bild 3 Bewertungssystem zur Beurteilung der Lösungsvarianten
3.2 Erläuterung der Zielkriterien
Im Folgenden werden die Zielkriterien kurz erläutert und die jeweils entsprechenden
Zielsetzungen des NVP 2011-2016 (DADINA, 2010) benannt.
3.2.1 Kosten
Folgenden Zielkriterien wurden bewertet:
Investitionskosten
Infrastruktur
Fahrzeuge
Betriebskosten
Der NVP fordert den effizienten Einsatz der finanziellen Mittel bzw. konsequenten
Einsatz von Investitionen zur Weiterentwicklung des ÖPNV nach den
Gesichtspunkten der verkehrlichen Wirksamkeit und des Nutzens im ÖPNV -
Gesamtsystem (S. 16, 18).
Zielbereich Grobbewertung
(1. Stufe)
Detaillierte Bewertung
(2. Stufe)
Kosten
- Investitionskosten
- Betriebskosten
qualitative
Abschätzungen
(verbal-
argumentativ)
detailliertere
qualitative
Abschätzungen
quantifizierte
Abschätzungen,
z. B.
•
Baukosten
• Betriebskosten
• Nachfrage-
wirkungen
überschlägige
NKU-Faktoren
Einbettung in bestehendes
Liniennetz
bauliche Machbarkeit
betriebliche Machbarkeit
Bedienungsqualität
- Erschließungsqualität
- Angebotsqualität
Beförderungsqualität
Fahrgastnachfrage
Umfeldverträglichkeit
Akzeptanz / Durchsetzbarkeit
++
+
o
-
--
++
+
o
-
--
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Bewertungssystem zur Beurteilung der Lösungsvarianten
10
3.2.2 Einbettung in bestehendes Liniennetz
Folgende Zielkriterien wurden bewertet:
Be-/ Entlastung von Strecken, Haltestellen
Verknüpfungsmöglichkeit im ÖV / P+R
Flexibilität / zukünftige Entwicklungen
Der NVP fordert die Verbesserung und den Ausbau der Umsteigeverknüpfungen
(S. 19) sowie die Vermeidung von Parallelverkehr (S. 28).
3.2.3 Bauliche Machbarkeit
Folgendes Zielkriterium wurde bewertet:
Trassierungsmöglichkeiten / bauliche Zwangspunkte
Entsprechend der Charakteristik als Rahmenplan gibt es zu konkreten baulichen
Aspekten im NVP keine einschlägigen Aussagen.
3.2.4 Betriebliche Machbarkeit
Folgende Zielkriterien wurden bewertet:
unabhängige Trassenführung bzw. Vorrang-Signalisierung
betrieblich kritische Strecken / Knoten (Konflikte ÖV-MIV, ÖV-ÖV)
Der NVP fordert die konsequente Weiterführung der Planungen und Maßnahmen
zur Beschleunigung des ÖPNV (Busspuren, ÖPNV -Vorrangschaltung), sowie der
Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit und der Betriebsstabilität (S. 19).
3.2.5 Bedienungsqualität
Bei der Bedienungsqualität wurde nach der Erschließungsqualität und der
Angebotsqualität unterschieden.
Erschließungsqualität
Folgendes Zielkriterium wurde bewertet:
fußläufiger Haltestelleneinzugsbereich
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Bewertungssystem zur Beurteilung der Lösungsvarianten
11
Richtwerte für den Haltestelleneinzugsbereich (Luftlinienentfern ung) für Bus und
Straßenbahn sind laut NVP (S. 23):
Stadt Darmstadt sowie Kernstädte der Mittelzentren: 300 m (bei 10- Minuten-
Takt max. 400 m)
übrige Bereiche: 500 m
Angebotsqualität
Folgende Zielkriterien wurden bewertet:
zeitliche Verfügbarkeit (Bedienungshäufigkeit, Regelmäßigkeit der Bedienung,
Betriebszeiten)
Platzangebot
Die Bedienungsstandards nach NVP sind (S. 25 f.):
DA-Zentrum - Lichtwiese:
15-Min-Takt: Mo-Fr 5:00 - 21:00 Uhr, Sa 5:30 - 20:00 Uhr
30-Min-Takt: Mo-Fr 21:00 - 0:30 Uhr, Sa 20:00 - 0:30 Uhr, So 7:00 - 0:30 Uhr
3.2.6 Beförderungsqualität
Folgende Zielkriterien wurden bewertet:
Reisezeit
Umsteigehäufigkeit
Dem NVP können folgende Vorgaben zur Beförderungsqualität entnommen werden:
Reisezeitverhältnis ÖPNV/MIV max. 1,5 (S. 27)
DA-Zentrum - Lichtwiese bzw. Ostbf: umsteigefreie Verbindungen (S. 27)
mind. 90 % aller Fahrten 2016 pünktlich (S. 28)
max. Übergangszeiten Hauptumsteigerelationen (mehr als 200 Umsteiger pro
Relation in beide Richtungen) (S. 29):
Bus/Strab - SPNV: 10 Min.
Bus - Bus, Bus - Strab, Strab - Strab: 5 Min.
möglichst direkte Anschlüsse bzw. geringe Wartezeiten,
Anschlusssicherung bei Taktfolgen ab 30 Minuten, Zuschlag von max.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Bewertungssystem zur Beurteilung der Lösungsvarianten
12
5 Min. bei Fahrplanunsicherheit (S. 28)
gezielte Verbesserung der Nutzbarkeit des ÖPNV für Mobilitätseingeschränkte
(S. 19)
3.2.7 Fahrgastnachfrage
Folgendes Zielkriterium wurde bewertet:
Nachfrageentwicklung
3.2.8 Umfeldverträglichkeit
Folgende Zielkriterien wurden bewertet:
Stadt- und Landschaftsbild
Bündelung/Trennwirkung
Umweltfaktoren (Lärm- und Luftschadstoffemissionen, Klimaschutz)
Der NVP enthält zur Umfeldverträglichkeit die folgenden Aussagen:
Reduktion der Schadstoffbelastung durch den MIV, schrittweise und
wirtschaftlich angemessene Verminderung der Lärm - und Schadstoff -
Emissionen durch den ÖPNV: Verringerung Feinstaubausstoß, konstante CO 2-
Emissionen bzw. mittelfristig Verringerung der CO 2-Emissionen, keine
Erhöhung der Gesamtbilanz aller Emissionen einer Gemeinde durch
Netzveränderungen und daraus resultierende Än derungen der
Verkehrsnachfrage (S. 18)
Prüfung des Ausbaus höherwertigerer Verkehrssysteme (Expressbus,
Straßenbahn) in Relationen mit hoher Nachfrage und hohem Potenzial (S. 20)
3.2.9 Akzeptanz / Durchsetzbarkeit
In diesem Zielbereich werden auch teilweise weitergehende Zielkriterien
zusammengeführt, die einen Bezug zur Akzeptanz / Durchsetzbarkeit haben.
Folgende Zielkriterien wurden bewertet:
planerische Vorgaben,
politische Beschlüsse,
rechtliche Machbarkeit (rechtliche Vorgaben zu Umweltschutz, …),
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Bewertungssystem zur Beurteilung der Lösungsvarianten
13
Finanzierung (Förderfähigkeit, …).
Zur Akzeptanz / Durchsetzbarkeit gibt es im NVP keine unmittelbaren Aussagen.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Vorauswahl von Lösungsvarianten
14
4 Vorauswahl von Lösungsvarianten
Auf Basis bisheriger Planungsüberlegungen sowie eigener Überlegungen im
Kernteam und in der Lenkungsgruppe wurden in einer Vorauswahl grundsätzlich
mögliche Lösungsvarianten für die Trassierung einer neuen Straßenbahn-Linie
definiert.
Die Bandbreite mög licher Lösungen wird schematisch dargestell t und es werden
ihre Vor- und Nachteile in einer strukturierten, verbal-argumentativen Bewertung auf
Grundlage der Zielbereiche und Zielkriterien (vgl. Kap. 3) aufgezeigt . Die
Investitionskosten und die Betriebskosten werden qualitativ abgeschätzt.
Auf dieser Basis wurden dann ausgewählte Trassierungsvarianten vertiefend
ausgearbeitet (Kapitel 5 ). Die Trassierung im Zentrum des Campus Lic htwiese
musste wegen zu erwartender Beeinträchtigungen sensibler Geräte in der
vertiefenden Ausarbeitung gegenüber den in diesem Kapitel dargestellten Varianten
geändert werden, so dass statt einer Umfahrung des neuen Hörsaal - und
Medienzentrums (HMZ) aus gutachterlicher Sicht im Rahmen dieser
Machbarkeitsstudie eine Wendeschleife nördlich des Hörsaal- und Medienzentrums
in Abstimmung mit der DADINA, der Stadt Darmstadt, der HEAG mobilo und der TU
Darmstadt empfohlen wird (Kapitel 5.1).
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Vorauswahl von Lösungsvarianten
15
4.1 Variante 1
Hbf Willy-Brandt-Platz Luisenplatz Schloß Roßdörfer Platz Roßdörfer
Straße Breslauer Platz Petersenstraße TU-Lichtwiese / Mensa
Bild 4 Linienweg der Variante 1 (ab Roßdörfer Platz)
Der Linienweg der Variante 1 entspricht dem Linienweg der Bus-Linie K zwischen
Hauptbahnhof und der Endhaltestelle TU-Lichtwiese / Mensa, allerdings mit
Umfahrung des zentralen Bereichs des Campus Lichtwiese im Uhrzeigersinn (in
Gegenrichtung zur aktuellen Führung der Bus -Linie K) und Anordnung der
Straßenbahnhaltestelle (wie Bus-Linie K) auf der östlichen Straßenseite unmittelbar
am neuen Hörsaal- und Medienzentrum mit einer optimalen Erschließungswirkung
für den Campus Lichtwiese und kurzen Wegen zum HMZ und zur Mensa. Es ist ein
Trassenneubau zwischen dem Roßdörfer Platz und der Endhaltestelle TU -
Lichtwiese / Mensa erforderlich.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Vorauswahl von Lösungsvarianten
16
Bild 5 Variante 1: Zusammenfassende Bewertung
Die Variante 1 wird als Mitfall I in Kapitel 5 vertieft untersucht.
Weitere Erläuterungen und die Bewertung der Variante 1 können Anlage 2
entnommen werden.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Vorauswahl von Lösungsvarianten
17
4.2 Variante 2
Hbf Rheinstraße Luisenplatz Schloß Roßdörfer Platz Nieder-
Ramstädter-Straße Lichtwiesenweg TU-Lichtwiese / Mensa
Bild 6 Linienweg der Variante 2 (ab Roßdörfer Platz, gestrichelt = Bestand)
Der Linienweg der Variante 2 entspricht dem Linienweg der Straßenbahn- Linie 2
zwischen Hauptbahnhof und der Haltestelle TU Hochschulstadion mit Weiterführung
über den Lichtwiesenweg bis ins Zentrum des Campus Lichtwiese, mit Umfahrung
des zentralen Bereichs im Uhrzeigersinn und einer Haltestelle unmittelbar am dem
HMZ analog zur Variante 1. Es ist ein Trassenneubau ab der Haltestelle
Hochschulstadion bis zur Endhaltestelle TU-Lichtwiese / Mensa erforderlich.
Die Führung nördlich des Architekturgebäudes wird von der TU Darmstadt als
Vorzugslösung betrachtet. Eine Führung südlich des Gebäudes wird aber auch als
möglich angesehen (gegebenenfalls ist wegen eines tangierten Privatgrundstücks
eine Lösung herbeizuführen).
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Vorauswahl von Lösungsvarianten
18
Bild 7 Variante 2: Zusammenfassende Bewertung
Die Variante 2 (mit Führung nördlich des Architekturgebäudes) wird als Mitfall
II in Kapitel 5 vertieft untersucht.
Weitere Erläuterungen und die Bewertung der Variante 2 können Anlage 2
entnommen werden.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Vorauswahl von Lösungsvarianten
19
4.3 Variante 3
Hbf Rheinstraße Luisenplatz Schloß Ostbahnhof B 26 (Westlage)
Breslauer Platz Petersenstraße TU-Lichtwiese / Mensa
Bild 8 Linienweg der Variante 3 (ab Schloß; gestrichelt: Variante c nach Roßdorf / Groß-Zimmern)
Der Linienweg der Variante 3 führt ab dem Hauptbahnhof über die Rheinstraße, die
Haltestellen Luisenplatz und Schloß und weiter über die auf der Landgraf -Georg-
Straße zu reaktivierenden Gleise bis zum Ostbahnhof. Ab dem Ostbahnhof verläuft
die Trasse als Neubau zwischen der B26 (Westlage) und den Sportstätten der TSG
1846, weiter zwischen Botanischem Garten und Woogsviertel bis zum Breslauer
Platz und anschließend über die Petersenstraße bis ins Zentrum des Campus
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Vorauswahl von Lösungsvarianten
20
Lichtwiese, mit Umfahrung des zentralen Ber eichs im Uhrzeigersinn und einer
Haltestelle unmittelbar am dem HMZ analog zu den Varianten 1 und 2.
Diese Variante ist nur sinnvoll in Kombination mit Variante c nach Roßdorf/Groß-
Zimmern (siehe Dokumentation der ÖPNV -Untersuchung für den Korridor
Darmstadt - Roßdorf - Groß-Zimmern).
Bild 9 Variante 3: Zusammenfassende Bewertung
Die Variante 3 wird insbesondere wegen der Bedenken bezüglich der
Umfeldverträglichkeit und der Akzeptanz / Durchsetzbarkeit (erhebliche
Eingriffe in die Funktion des Sportgeländes der TSG 1846, in den Botanischen
Garten sowie in den Grünzug am Woog) sowie wegen der sehr hohen
Investitionskosten nicht weiterverfolgt
. Zudem ist wegen der dichten Taktfolge
in der HVZ die Überlagerung der Streckenäste TU -Lichtwiese und Roßdorf /
Groß-Zimmern bei der Kombination mit der Variante c im Bereich Landgraf -
Georg-Straße als betrieblich problematisch einzustufen.
Weitere Erläuterungen und die Bewertung der Variante 3 können Anlage 2
entnommen werden.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Vorauswahl von Lösungsvarianten
21
4.4 Vorzeitig ausgeschlossene Varianten
4.4.1 Variante Heinrichstraße
Hbf Willy-Brandt-Platz Luisenplatz Schloß Roßdörfer Platz
Heinrichstraße Breslauer Platz Petersenstraße TU-Lichtwiese / Mensa
Laut Erläuterungsbericht "Straßenbahn zur Lichtwiese, Darmstadt" des Büros Krebs
und Kiefer aus dem Jahr 2009 würde sich die Verkehrskapazität der Heinrichstraße
durch die Integration der Straßenbahn beträchtlich reduzieren. Eine Führung der
Straßenbahn durch die Heinrichstraße sei daher nur möglich, wenn als
Alternativroute die Nord-Ost-Umgehung zur Entlastung der Heinrichstraße beitragen
würde. Zudem wäre aufgrund der Verkehrsbelastung der Heinrichstraße (20.000
Fahrzeuge / 24 h im Querschnitt, Schwerverkehrsanteil 6%) die Führung der
Straßenbahn auf einem eigenen Gleiskörper anzustreben. Ein eigener Gl eiskörper
im westlichen Abschnitt sei aber nur zu realisieren, wenn die Verkehrswege jeweils
in ihren Mindestbreiten hergestellt würden, verbunden mit Eingriffen in
Privatgrundstücke an besonderen Zwangspunkten und für Fahrleitungsmasten.
Diese Variante wird daher als problematisch gesehen und aus städtebaulichen und
betrieblichen Gründen vorzeitig von der weiteren Untersuchung ausgeschlossen.
4.4.2 Variante Böllenfalltor / Böllenfalltorweg
Hbf
Rheinstraße Luisenplatz Schloß Roßdörfer Platz Nieder-
Ramstädter-Straße Böllenfalltor Böllenfalltorweg TU-Lichtwiese / Mensa
Die Führung über den Böllenfalltorweg ist wegen der elektromagnetischen
Unverträglichkeit der im Neubaus des NMR- und Laborzentrums ( südlich der
Gebäude des Fachbereichs Chemie unmit telbar am Böllenfalltorweg ) betriebenen
sensiblen Geräte mit der Straßenbahn (vgl. Kap. 5.1) nicht möglich. Zudem sind die
Investitionskosten aufgrund der vergleic hsweise deutlich längeren Trasse (ohne
zusätzliche Erschließungswirkung) erheblich höher, und die Fahrtzeiten zwischen
Stadtmitte und dem Campus Lichtwiese sind entsprechend wesentlich länger.
Aus diesen Gründen wurde diese Variante vorzeitig von der weiteren Untersuchung
ausgeschlossen.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Vorauswahl von Lösungsvarianten
22
4.4.3 Verlängerung bis zum Haltepunkt TU-Lichtwiese
… TU-Lichtwiese / Mensa Haltepunkt TU-Lichtwiese
Mit einer Verlängerung einer neuen Straßenbahnverbindung über die Mensa hinaus
bis zum Haltepunkt Lichtwiese der Odenw aldbahn (Linie 65) würde ein weiterer
Verknüpfungspunkt (neben Ostbahnhof, Nordbahnhof, Hauptbahnhof) der
Odenwaldbahn mit den innerstädtischen ÖV -Linien entstehen. Zudem würde die
Straßenbahn eine Zubringer -/Abbringer-Funktion vom Campus zum / vom
Haltepunkt TU-Lichtwiese übernehmen.
Als wesentliche Potenziale für eine Verknüpfung der Odenwaldbahn mit den
innerstädtischen ÖV-Linien werden aber die Verkehrsströme in Richtung Innenstadt
gesehen, für die jedoch eine Verknüpfung am Ostbahnhof aufgrund der kürz eren
Fahrtzeiten attraktiver ist . Das Fahrgastpotenzial für diese Variante wird daher als
sehr gering eingeschätzt. Hinzu kommt, dass eine Wendeanlage mit einem
erheblichen Flächenverbrauch im Bereich des Haltepunkts TU -Lichtwiese Bf
erforderlich wäre, bei dem es sich um ein wichtiges Naherholungsgebiet
(Landschaftsschutzgebiet) handelt.
Aus diesen Gründen wurde diese Variante vorzeitig von der weiteren Untersuchung
ausgeschlossen.
4.4.4 "Große" Umfahrung im Zentrum des Campus Lichtwiese
Alternativ zur "kleinen" Umfahrung (entsprechend Bus-Linie K ) des zentralen
Bereichs wurde eine "große" Umfahrung mit Führung der Straßenbahn westlich der
Mensa und des alten Bauingenieurgebäudes und anschließender Umfahrung des
neuen Hörsaal- und Medienzentrums (gegen der Uhrzeigersinn) betrachtet.
Diese Alternative wurde aber vorzeitig verworfen, da trotz größerer Trassenlänge
keine zusätzliche Erschließungswirkung erzielt wird und außerdem bauliche
Erweiterungsmöglichkeiten der TU eingeschränkt würden.
4.4.5 Endpunkt / Wendeschleife zwischen L3|01 (Architektur) und L4|01 (Mensa)
Alternativ zur "kleinen" Umfahrung des zentralen Bereichs wurde außerdem ein
Endpunkt (mit Wendeschleife) zwischen den Gebäuden L3|01 (Architektur) und
L4|01 (Mensa) für die Variante 2 (Straßenbahn über den Lichtwiesenweg) diskutiert.
Gegenüber einer Haltestelle unmittelbar am HMZ würden dann jedoch g rößere
Bereiche des Campus Lichtwiese (im Osten) nicht innerhalb des 300 m -
Einzugsbereichs der Straßenbahn- Haltestelle liegen (schlechtere Erschließungs -
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Vorauswahl von Lösungsvarianten
23
wirkung). Die fußläufige Erreichbarkeit der Haltestelle wirkt sich unmittelbar auf die
Nachfrage der Straßenbahn und damit auf den für eine Förderfähigkeit der
Infrastrukturmaßnahme durch das Land Hessen nachzuweisenden NKU-Faktor aus.
Das Medienzentrum als aufkom men stärkstes Ziel sollte zudem in unmittelbarer
Nähe der Haltestelle liegen. Dies wurde auch in der Rahmenplanung für den
Standort Lichtwiese vom November 2012 in Abstimmung mit der Stadt Darmstadt so
festgelegt.
Nicht zuletzt wären die Haltestellen der Straßenbahn und der Bus -Linie K räumlich
voneinander getrennt, was betrieblich (Infrastruktur für das Fahrpersonal) und
verkehrlich (Umsteigen Straßenbahn / Bus) nachteilig ist.
Aufgrund der genannten Argumente wurde diese Alternative nicht weiterverfolgt.
4.5 Auswahl von Varianten für die detaillierte Ausarbeitung
Wie in Kapitel 4 dargestellt werden die Varianten 1 und 2 im Kapitel 5 vertieft
untersucht.
Mit Blick auf die grobe Abschätzung von NKU -Faktoren werden die Varianten
entsprechend der für die NKU üblichen Nomenklatur im Weiteren als „Mitfälle“
bezeichnet:
Mitfall I = Variante 1
Mitfall II = Variante 2
Ohnefall (Vergleichsfall) für die Erschließung des Campus TU-Lichtwiese ist die
Erschließung durch die Bus-Linie K auf demselben Linienweg wie im Status Quo ,
aber mit zwei zusätzlichen Fahrten in den Spitzenzeiten (12 Fahrten/h bzw. 5-
Minuten-Takt). Auf diese Weise wird die angebotene Kapazität im Vergleich zum
Status Quo (Fahrplan 2011/12) erhöht.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
24
5 Ausarbeitung ausgewählter Varianten
Die ausgewählten Lösungsvariant en werden hinsichtlich der folgenden Aspekte
detaillierter ausgearbeitet:
Netz- und grobe Fahrplanplanung.
Lage von Haltestellen und Verknüpfungspunkten.
Fahrzeitenprofile.
Darüber hinaus wurden folgende Aspekte vertieft betrachtet:
Investitionskosten (Grobkostenschätzung) und Betriebskosten.
Technische Machbarkeit der Trassierung (Trassenbreite, Radien, Steigungen) .
Auf vorliegenden Machbarkeitsuntersuchungen wird aufgebaut.
Potenzielle Konflikte mit umweltschutzrechtlichen Regelungen. Diese wurden in
enger Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Darmstadt als Obere
Naturschutzbehörde ermittelt.
Nachfragewirkungen. Diese wurden durch die Habermehl & Follmann
Ingenieurgesellschaft mbH ermittelt.
Die Ausarbeitung wurde in der Tiefe vorgenommen, die für di e Ermittlung eines
überschlägigen NKU -Faktors erforderlich ist. Eine Gesamtnetzbetrachtung (z. B.
hinsichtlich der Linien- und Umlaufoptimierung für nicht veränderte (Teil) -Strecken)
wurde in Abstimmung mit dem Auftraggeber nicht vorgenommen.
Außerdem war es erforderlich, eine detailliertere Planung der Trassierung im
Zentrum des Campus Lichtwiese vorzunehmen. Ziel war es, über die technische
Machbarkeit der Trassierung hinaus die Verträglichkeit der Straßenbahn mit
sensiblen Geräten und auch die grundsätzl iche Akzeptanz der empfohlenen
Trassierung bereits im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie möglichst sicher zu
stellen (hierzu Kapitel 5.1).
5.1 Trassierung im Zentrum des Campus Lichtwiese
Für die Ausarbeitung der ausgewählten Varianten war zu beachten, dass es auf
dem Campus Lichtwiese zahlreiche sensible wissenschaftliche Geräte gibt, deren
Funktionsfähigkeit durch die Straßenbahn sowohl aufgrund des elekt ro-
magnetischen Feldes als auch der Erschütterungen beeinträchtigt werden könnte.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
25
Zur Ermittlung potentieller Konflikte und für die Entwicklung von Lösungs -
möglichkeiten wurde daher eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der HEAG mobilo
mit Beteiligung der betroffenen Fachbereiche bzw. Institute der TU Darmstadt und
externen Gutachtern (Elektromagnetische Verträglichkeit: Prof. Dr. -Ing. Ralf Vick ,
Universität Magdeburg, Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und EMV ;
Erschütterungen: Ingenieurbüro I. B. U. / Hr. Lenz, Essen) im Rahmen dieser
Machbarkeitsstudie initiiert.
Ergebnis der Gutachten war, dass die Trassierung im Zentrum des Campus
Lichtwiese zur Sicherstellung der elektromagnetischen Verträglichkeit gegenüber
den in der Vorauswahl betrachteten V arianten dahingehend geändert werden
musste, dass die Straßenbahn in einem ausreichenden Abstand von den sensiblen
Geräten in den Gebäuden L2|01 bis L2|06 geführt wird. Dies kann nur durch eine
Führung der Straßenbahn zwischen der Mensa (L4|01) und dem neuen Gebäude
des Fachbereichs Bauingenieurwesen (L5|06) im Mitfall II bzw. eine Wendeschleife
nördlich des neuen Hörsaal - und Medienzentrums (L4|02) in den Mitfällen I und II
erreicht werden, um die Vorgabe einer Endhaltestelle in unmittelbarer Nähe zur
Mensa und zum Hörsaal- und Medienzentrum zu erfüllen.
Die in Bild 10 dargestellt Trassierung (hier für den Mitfall II) wird folglich aus
Sicht der Gutachter als Vorzugslösung für die weitere Planung in Abstimmung
mit der DADINA, der Stadt Darmstadt, der HEAG mobilo und der TU Darmstadt
empfohlen. Inwieweit weitere Optimierungsmöglichkeiten der Trassierung
bestehen, sollte im Rahmen der weiteren Planung untersucht werden. Auch
sind die Führung und die Verkehrssicherheit der starken Fußgänger - und
Radfahrerströme auf dem Campus Lichtwiese im Rahmen der weiteren
Planung vertieft zu untersuchen und durch geeignete Maßnahmen zu
optimieren.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
26
Bild 10 Vorzugslösung für die Trassierung im Zentrum des Campus Lichtwiese (hier Mitfall II)
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
27
Für den Nachweis der Machbarkeit dieser Lösung waren insbesondere die
folgenden Aspekte relevant:
Sensible Geräte des Fachbereichs Bauingenieurwesens
Die in der Nähe befindlichen sensiblen Geräte des Fachbereichs
Bauingenieurwesens werden nach den vorliegenden Gutachten hinsichtlich ihrer
elektromagnetischen Verträglichkeit nicht beeinträchtigt. Eine Beeinträchtigung
durch Erschütterungen wird vermieden, wenn ein Masse-Feder-System für
einen begrenzten Streckenabschnitt aufgebaut wird. Diese grundsätzlich
realisierbare Lösung ist im Rahmen der weiteren Planung zu vertiefen.
Alle Fachbereiche bzw. Institute mit sensiblen Geräten sollten auch in eine sich
gegebenenfalls anschließende Planung einbezogen werden, um die
Verträglichkeit dieser Geräte mit der Straßenb ahn und die Akzeptanz der
Planung sicher zu stellen.
Platzbedarf der Wendeschleife
Um die Wendeschleife in den erforderlichen Mindestabmessungen realisieren zu
können, ist die Petersenstraße nördlich der Wendeschleife gemäß
Vorzugslösung um ca. 10 m in Richtung Norden zu verlegen.
Verkleinerung des Anlieferungshofs der Mensa und Verlegung der Zufahrt
Der Anlieferungshof der Mensa muss bei einem zweigleisigen Ausbau gemäß
Vorzugslösung um ca. 4,5 m nordseits verkleinert werden. Es wurde daher mit
Rangierversuchen vor Ort und durch eine softwaregestützte Simulation in
Abstimmung mit dem Studentenwerk und der TU Darmstadt nachgewiesen,
dass große Lkw mit bis zu 12 m Länge bei einer entsprechenden Verkleinerung
weiterhin die Rampen für die Anlieferung angefahren werden können.
Nicht möglich bei einer Verkleinerung des Anlieferungshofs wäre aber das
Anfahren der im westlichen Bereich stehenden EAD -Container am aktuellen
Standort. In Absprache mit dem EAD und dem Studentenwerk (Vor-Ort-Termin
am 22.02.2013) wäre dies aber entweder durch den Einsatz kleinerer Container
und ggf. kleinerer Fahrzeuge (bei einer häufigeren Leerung) oder durch eine
Verlegung des Standorts mit Verlängerung der Rampe und Änderung der
Ausrichtung der Container lösbar.
Weiterhin ist die Zufahrt zum Anlieferungshof in Richtung Süden zu verlegen.
Dadurch ist sogar eine Verbesserung der fahrgeometrischen Gestaltung der
Zufahrt gegenüber der aktuellen Situation möglich (diese ist auch aufgrund der
derzeit unbefriedigenden Si tuation ausdrücklich vom Studentenwerk
gewünscht). Gegebenenfalls ist aber der in diesem Bereich unterirdisch
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
28
vorhandene Fettabscheider zu verlegen bzw. an anderer Stelle neu zu errichten.
Da aber ohnehin eine Erneuerung des Fettabscheiders aus Altersgründen nach
Aussage des Studentenwerks Darmstadt erforderlich ist, sollten die
entstehenden erheblichen Kosten auch nur zum Teil der Straßenbahn
angelastet werden.
5.2 Methodik der Nachfrageermittlung
5.2.1 Abgrenzung des Untersuchungsraumes
Für die Machbarkeitsstudie i st der Untersuchungsraum in einen engeren und
erweiterten Teil unterteilt worden. Dadurch ist eine Differenzierung der lokalen und
regionalen Verkehre gegeben. Der engere Teil umfasst die Kernstadt von Darmstadt
mit den angerenzenden Stadtteilen Arheilgen, Eberstadt, Kranichstein und
Wixhausen.
Der daran anschließende erweiterte Untersuchungsraum umfasst alle Ziele, die
verkehrlich auf den engeren Untersuchungsraum ausgerichtet sind und gleichzeitig
untersuchungsrelevante Fahrgastpotenziale erwarten lassen. Unter diesem
Gesichtspunkt sind die Siedlungsbänder in Richtung Frankfurt am Main, Offenbach,
Mainz, Wiesbaden westlich entlang der Rheinline bis Mannheim/ Heidelberg und
östlich des Odenwalds entlang der Maingrenze bis Hanau von besonderer
Bedeutung.
Somit sind alle relevanten Verkehrsbeziehungen in Darmstadt als auch in den
Gemeinden um Darmstadt, die über das HEAG -Liniennetz hinausgehen, wie z. B.
Regionalbuslinien in die Landkreise als auch Fernverkehre von und zum HBF
Darmstadt, berücksichtigt und die Einbeziehung aller untersuchungsrelevanten
Fahrgastpotenziale, die mit dem Planungsvorhaben gewonnen werden können, ist
gewährleistet.
Der gesamte Untersuchungsraum umfasst insgesamt 834 Verkehrszellen. Die
Gliederung des Untersuchungsraumes nach Verkehrs zellen basiert auf der
Einteilung der Verkehrsdatenbasis Rhein/Main (VDRM) mit einer feinteiligen
Gliederung der Stadt Darmstadt im Bereich der TU-Lichtwiese. Die Abgrenzung des
Untersuchungsraumes sowie die Zelleinteilung wurden mit allen relevanten
Akteuren abgestimmt.
Auf diese Verkehrszelleneinteilung beziehen sich auch die nachfolgend
beschriebenen MIV- und ÖV-Kenngrößen.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
29
5.2.2 Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage
Grundlagen der Potenzialermittlung
Die Potenzialermittlung nach dem Verfahren der Standardisierten Bewertung beruht
auf dem Mitfall -Ohnefall-Prinzip. Danach werden für die Beurteilung des
Planungsvorhabens diejenigen Veränderungen ermittelt, die durch die Realisierung
der zu prüfenden Maßnahme (Mitfall, d. h. Planungsfall mit Investitionsvorhaben)
gegenüber der Situation ohne Realisierung der Maßnahme (Ohnefall, d. h.
Planungsfall ohne Investitionsvorhaben) hervorgerufen werden.
Das Verfahrensschema zur Bestimmung der Auswirkungen des Planungsvorhabens
auf die zukünftige Wegewahl und Verkehrsnachfrage im relevanten Straßennetz (IV)
und ÖV-Liniennetz umfasst die folgenden Arbeitsschritte:
Bestandsaufnahme der Verkehrsnachfrage Ist -Zustand 2010. Als Grundlage
wurde hier die RMV-Zählung von 2010 herangezogen.
Verkehrsnachfrage - Prognose 2020. Neuberechnung der Verkehrsnachfrage
auf den Prognosehorizont 2020 basierend auf den Strukturdatenveränderungen
(Studierenden-, Bevölkerungs - und Beschäftigtenentwicklung u. a. an der TU -
Lichtwiese) bis zum Jahr 2020 mit dem Programm VISUM der PTV AG mit tels
Verkehrserzeugungsalgorithmus VISEVA.
Für die Prognose 2020 lagen Zahlen der TU -Darmstadt mit Beschäftigten -
entwicklung und Studentenzahlen vor.
Verkehrsangebot
Grundlage für die Berechnung der verlagerten und induzierten Verkehre sind die
Veränderungen des Verkehrsangebotes im Ohnefall gegenüber dem Ist -Zustand
bzw. der Mitfälle gegenüber dem Ohnefall. Das Verkehrsangebot unterscheidet sich
im Wesentlichen durch die unterschiedlichen Linienrouten der ÖV -Verkehrssysteme
sowie in der Anzahl der Fahrten bzw. der Taktdichte des Verkehrssystems Bus bzw.
Straßenbahn. Die Datengrundlage hierauf bezieht sich auf Prognosefahrpläne der
für das Verkehrsmodell relevanten ÖV -Angebote Anhand des unterschiedlichen
Verkehrsangebotes wurden die Kenngrößen der Verkehrsnachfrage errechnet.
Verkehrsnachfrage
Ausgangsbasis für die Ermittlung der Verkehrsnachfrage im Ist -Zustand ist das aus
vorhandenen Nachfragedaten hergeleitete Verkehrsaufkommen im MIV und ÖPNV
auf den für diese Untersuchung relevanten Verkehrsbeziehung en. Als
Nachfragedaten standen zur Verfügung:
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
30
Verkehrsdatenbasis Rhein/Main (VDRM)
RMV-Zählung von 2010 mit Quell -/ Ziel -Haltestellennachfragedaten und
Kantenbelastungen für alle untersuchungsrelevanten SPNV -, Straßenbahn- und
Buslinien.
Für den engeren Untersuchungsraum Darmstadt liegen die Bezirkszellen in ihrer
Ursprungsform in ausreichender Bezirksgröße vor. Um für den
Untersuchungsbereich der TU -Lichtwiese eine feinteiligere Differenzierung der
Verkehrsnachfrage bzw. Quell- und Zielverkehre zu bekommen, wurde zunächst der
Bezirk, in der das Untersuchungsbiet TU -Lichtwiese liegt, nach Vorgabe von
Hessen Mobil gesplittet und verfeinert.
Die Verkehrsnachfrage im MIV und ÖV in den untersuchungsrelevanten
Verkehrsrelationen wurde auf der Grundlage der VDRM zusammengestellt und der
ÖV-Anteil anhand der RMV-Zählergebnisse von 2010 auf Plausibilität überprüft.
Die Verkehrsnachfrage im Ohnefall sowie in den Mitfällen I und II auf den Bus - und
Straßenbahnlinien sowie den SPNV-Verbindungen wurde auf Grundlage
der Strukturdatenveränderungen im Untersuchungsraum
des Liniennetzes im Prognosefall 2020
und des veränderten Nahverkehrsangebotes im Ohnefall bzw. im Mitfall I bzw. II
ermittelt.
5.3 Mitfall I
5.3.1 Netz- und Fahrplanplanung
Netzplanung
Die Netzplanung für den Mitfall I ist in Bild 11 dargestellt. Die Bus-Linie K wird im
Abschnitt Hauptbahnhof - Lichtwiese durch die Straßenbahn ersetzt. Im
verbleibenden Abschnitt zwischen Kleyerstraße und Hauptbahnhof bleibt die Bus -
Linie K erhalten. Eine Optimierung des verbleibenden Abschnitts der Bus -Linie K
wurde im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie in Abstimmung mit dem Auftraggeber
nicht vorgenommen und bleibt einer Gesamtnetzbetrachtung vorbehalten.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
31
Bild 11 Netzplanung Mitfall I (gelb = Bus-Linie K, hellgrün = Strab-Linie 9, dunkelgrün = Strab-Linie 2,
rot = "neue" Strab-Linie; graue Fläche: 300 m-Einzugsradius der Haltestelle)
Es ist ein Trassenneubau für die Straßenbahn ab dem Roßdörfer Platz bis zur
Endhaltestelle TU -Lichtwiese/Mensa mit einer Gesamtlänge von 2, 05 km
erforderlich (Bild 12).
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
32
Bild 12 Neubaustrecke Mitfall I
Fahrplanplanung
Folgender Rahmenfahrplan wurde für die Straßenbahn im Mitfall I festgelegt. Es
wurde von einem Platzangebot von durchschnittlich 214 Plätzen je Fahrt
(Straßenbahnen ST 14 mit Beiwagen SB 9 bei der Hälfte aller Fahrten)
ausgegangen.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
33
Betriebstage Betriebszeiten
Taktzeiten 65%-Kapazität pro h je
Richtung1
V, S F V, S F
Montag - Freitag 05:00 - 07:00 15 Min. 556
07:00 - 18:00 7,5 Min. 15 Min. 1.112 556
18:00 - 21:00 15 Min. 556
21:00 - 00:30 30 Min. 278
Samstag 05:30 - 20:00 15 Min. 556
20:00 - 00:30 30 Min. 278
Sonntag 07:00 - 12:00 30 Min. 278
12:00 - 19:00 15 Min. 556
19:00 - 00:30 30 Min. 278
Tabelle 3 Mitfall I: Rahmenfahrplan und Kapazitäten (V = Vorlesungszeit, S = Schultage, F =
Schulferien und vorlesungsfreie Zeit)
Der Fahrplan der Bus-Linie K im Abschnitt Kleyerstraße - Hauptbahnhof sowie die
Fahrpläne der sonstigen Bus- und Straßenbahn-Linien wurden nicht verändert.
5.3.2 Lage von Haltestellen und Verknüpfungspunkten
Die Lage der Haltestellen und der Verknüpfungspunkte entspricht der Bus -Linie K
im Status Quo zwischen Hauptbahnhof und der Haltestelle TU -Lichtwiese/Mensa
(siehe Bild 11).
Die Haltestelle Roßdörfer Platz der Straßen bahn ist allerdings in Richtung
Stadtmitte in der Roßdörfer Straße anzuordnen, gegenüber der bestehenden
Haltestelle der Bus-Linie K.
Die Haltestelle TU-Lichtwiese/Mensa ist im Bereich der Wendeschleife nördlich des
Hörsaal- und Medienzentrums vorgesehen (vgl. Kapitel 5.1) .
1 65% der Platzkapazität gem. Standardisierter Bewertung (ITP / VWI, 2006)
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
34
5.3.3 Fahrzeitenprofile
Da aufgrund der straßenräumlichen Gegebenheiten nicht zu erwarten ist, dass die
Straßenbahn gegenüber dem aktuellen Busangebot beschleunigt werden kann, wird
das Fahrtzeitenprofil für die Straßenbahn-Linie "Lichtwiese" (neu) von der Bus-Linie
K gemäß Fahrplan 2011/12 übernommen.
von nach Fahrtzeit
[Min]
Fahrzeit
kumuliert
[Min]
DA Hbf Feldbergstraße 0:01 0:01
Feldbergstraße Kasinostraße 0:02 0:03
Kasinostraße Klinikum 0:01 0:04
Klinikum Willy-Brandt-Platz 0:01 0:05
Willy-Brandt-Platz Luisenplatz 0:02 0:07
Luisenplatz Schloß 0:02 0:09
Schloß Schulstraße 0:01 0:10
Schulstraße Roßdörfer Platz 0:01 0:11
Roßdörfer Platz Beckstraße 0:02 0:13
Beckstraße Heidenreichstraße 0:01 0:14
Heidenreichstraße Bot. Garten/Vivarium 0:01 0:15
Bot. Garten/Vivarium TU-Lichtwiese/Mensa 0:03 0:18
Tabelle 4 Mitfall I: Fahrtzeitenprofil (Fahrtrichtung Hauptbahnhof - TU-Lichtwiese/Mensa)
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
35
von nach Fahrtzeit
[Min]
Fahrzeit
kumuliert
[Min]
TU-Lichtwiese/Mensa Bot. Garten/Vivarium 0:03 0:03
Bot. Garten/Vivarium Heidenreichstraße 0:01 0:04
Heidenreichstraße Beckstraße 0:01 0:05
Beckstraße Roßdörfer Platz 0:02 0:07
Roßdörfer Platz Schulstraße 0:02 0:09
Schulstraße Schloß 0:01 0:10
Schloß Luisenplatz 0:02 0:12
Luisenplatz Willy-Brandt-Platz 0:02 0:14
Willy-Brandt-Platz Klinikum 0:01 0:15
Klinikum Kasinostraße 0:01 0:16
Kasinostraße Feldbergstraße 0:01 0:17
Feldbergstraße DA Hbf 0:03 0:20
Tabelle 5 Mitfall I: Fahrtzeitenprofil (Fahrtrichtung TU-Lichtwiese/Mensa - Hauptbahnhof)
5.3.4 Investitionskosten und Betriebskosten
Investitionskosten
Die Investitionskosten für die 2,05 km lange Trasse wurden auf 21,44 Mio. EUR
(10.500 EUR / m) Baukosten bzw. 23, 58 Mio. EUR inkl. 10% für Planung und
Vorbereitung (Zuschlag gem. Standardisierter Bewertung) grob geschätzt (siehe
Anlage 3-1).
Die linienreine Ermittlung des Fahrzeugbedarfs (ohne Reserve) hat einen
theoretischen Bedarf von sechs Fahrzeugen für die neue Straßenbahn- Linie
ergeben. Der linienreine Fahrzeugbedarf für die Bus-Linie K reduziert sich auf zwei
Fahrzeuge (z. Vgl.: i m Ohnefall zwölf Fahrzeuge). In der Praxis kann sich aber bei
der Betriebsplanung durch das ausführende Verkehrsunternehmen ein
abweichender Fahrzeugbedarf ergeben.
Überschlägigen ist von einem Kostenansatz von 2,1 Mio. Euro für einen Triebwagen
ST 14 und 1,0 Mio. EUR für einen Beiwagen SB 9 (Annahme: 50% der Fahrten),
sowie 0,23 Mio. EUR für einen Standard -Linienbus (Annahme: 50% der Fahrten)
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
36
und 0,32 Mio. EUR für einen Gelenk -Linienbus (Annahme: 50% der Fahrten)
ergeben sich Investitionskosten von 15,6 M io. EUR für die neuen
Straßenbahnfahrzeuge. Dem stehen theoretische Einsparungen in Höhe von 2,75
Mio. EUR für den geringeren Fahrzeugbedarf der Bus -Linie K im Vergleich zum
Ohnefall gegenüber. Allerdings sind die deutlich unterschiedlichen Nutzungsdauern
von 30 Jahren für Straßenbahn- Fahrzeuge und zwölf Jahren für Busse gemäß
Standardisierter Bewertung (ITP / VWI, 2006) zu berücksichtigen.
Betriebskosten
Die Betriebskosten lassen sich überschlägig auf Grundlage der Fahrplan- km
abschätzen:
neue Straßenbahn "Lichtwiese": ca. 310.000 Fahrplan-km/Jahr
Bus-Linie K: ca. 70.000 Fahrplan-km/Jahr
(Straßenbahn-Linie 2: ca. 80.000 Fahrplan-km/Jahr)
Bei einem überschlägigen , üblichen Kostenansatz von 5 EUR/Fahrplan- km
Straßenbahn und 3 EUR/Fahrplan-km Bus ergeben sich jährliche Betriebskosten für
die neue Straßenbahn "Lichtwiese", die Straßenbahn-Linie 2 und die Bus-Linie K
von 2,16 Mio. EUR.
5.3.5 Technische Machbarkeit der Trassierung
Der Mitfall I ist hinsichtlich der Trassenbreiten, Radien und Steigungen technisch
machbar.
Der Abschnitt Roßdörfer Platz - Beckstraße sollte als Vorzugslösung laut dem
Gutachten "Straßenbahn zur Lichtw iese, Darmstadt" (KuK ) als zweigleisige Trasse
im Mischverkehr mit dem MIV ausgebaut werden.
Auf einer Länge von rund 390 m mit teilweise nur 10,5 m Breite des Straßenraums
zwischen den Gebäuden gilt derzeit eine Einbahnstraßenregelung. Für den MIV ist
im Gutachten die Beibehaltung der Einbahnstraßenregelung vorgesehen und die
Ausweisung des nördlichen Gleises als Sperrfläche für den MIV. Eine ei ngleisige
Lösung mit einem eigenen Gleiskörper kann nicht als Vorzugslösung gesehen
werden, da der Gleiskörper wegen der Grundstückzufahrten häufig unterbrochen
würde. Außerdem bestünden weitere Nachteile bezüglich der betrieblichen
Sicherheit und der Fahr tzeit. Zudem würden keine zusätzlichen Freiräume im
Straßenquerschnitt geschaffen werden, da wegen des Straßenbahngegenverkehrs
in Richtung Stadtzentrum die Gleise auf der Nordseite liegen müssten. Ein Parken
am Straßenrand ist bei einer Führung der Straßenbahn in diesem Abschnitt nicht
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
37
mehr möglich. Es fällt damit eine erhebliche Anzahl an Stellplätzen weg, was mit
deutlichen Akzeptanzproblemen bei den Anwohnern und den anliegenden
Einzelhändlern verbunden sein dürfte. Die technische Machbarkeit ist aber
gegeben.
5.3.6 Potenzielle Konflikte mit umweltschutzrechtlichen Regelungen
Konflikte mit umweltschutzrechtlichen Regelungen sind nach Aussage der
Naturschutzbehörden (Umweltamt Stadt Darmstadt, RP Darmstadt) nicht zu
erwarten.
Laut Oberer Naturschutzbehörde (RP Darmstadt) ist jedoch auch für innerstädtische
Trassen ein Artenschutzgutachten zu erstellen, allerdings mit einer reduzierten
Untersuchungsintensität.
5.3.7 Nachfragewirkungen
Folgende Mehrfahrgäste ohne induzierte Verkehre an der TU-Lichtwiese gegenüber
dem Status Quo von 2010 (ca. 3400 Ein- und Aussteiger) wurden ermittelt:
Ohnefall: +70 Mehrfahrgäste
Mitfall I: +117 Mehrfahrgäste
Bild 12 zeigt die querschnittbezogene ÖPNV-Nachfrage im Mitfall I.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
38
Bild 13 Querschnittbezogene ÖPNV-Nachfrage im Mitfall I
Folgende Nachfragewirkungen gegenüber dem Ohnefall wurden für die
Abschätzung des NKU-Faktors (Kapitel 6.2) ermittelt:
Verkehrsleistungen
MIV
(Pers.-km/Werktag)
Fahrzeitdifferenzen
ÖV
(h/Jahr)
Saldo
Mitfall I - Ohnefall - 1.452 + 3.853
Tabelle 6 Mitfall I: Nachfragewirkungen
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
39
5.4 Mitfall II
5.4.1 Netz- und Fahrplanplanung
Netzplanung
Die Netzplanung für den Mitfall II ist in Bild 12 dargestellt. Die bestehende
Straßenbahn-Linie 2 wird dahingehend modifiziert, dass diese künftig zwischen
Hochschulstadion und TU -Lichtwiese/Mensa verkehrt und nicht mehr im Abschnitt
Hochschulstadion - Böllenfalltor. Sonstige Anpassungen im Netz wurden nicht
vorgenommen.
Die Anbindung Stadt – Landkreis verschlechtert sich dadurch nicht wesentlich, da
die heutige Straßenbahn- Linie 2 am Böllenfalltor keine abgestimmten Umsteige -
zeiten mit den Bus-Linien O, NB und N hat. Diese sind auf die Straßenbahn- Linie 9
ausgerichtet. Wichtig ist es aber, die Pünktlichkeit der Linien NE, O, N und R zu
sichern. Das Platzangebot (65%-Kapazität pro h je Richtung) der Straßenbahn-Linie
9 (Annahme: ST 14 + SB 9 mit 259 Plätzen) liegt bei einem 15-Minuten-Takt bei 673
Plätzen und ist ausreichend für die dort vorhandene maximale Kantenbelastung in
der Spitzenstunde (7- 8 Uhr) zwischen den Haltestellen Böllenfalltor und
Steinberg/Stadion von 317 Fahrgästen laut RMV-Fahrgasterhebung 2010.
Bild 14 Netzplanung Mitfall II (gelb = Bus-Linie K, hellgrün = Strab-Linie 9, grün = "neue" Strab-Linie 2;
graue Fläche: 300 m-Einzugsradius der Haltestelle)
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
40
Es ist ein Trassenneubau für die Straßenbahn ab der Haltestelle Hochschulstation
bis zur Endhaltestelle TU -Lichtwiese/Mensa mit einer Gesamtlänge von 1,33 km
erforderlich (Bild 15).
Bild 15 Neubaustrecke Mitfall II
Fahrplanplanung
Folgender Rahmenfahrplan wurde für die Straßenbahn im Mitfall II festgelegt. Es
wurde von einem Platzangebot von durchschnittlich 214 Plätzen je Fahrt
(Straßenbahnen ST 14 mit Beiwagen SB 9 bei der Hälfte aller Fahrten)
ausgegangen.
Betriebstage Betriebszeiten
Taktzeiten 65%-Kapazität pro h je
Richtung2
S + V S + V
Montag - Freitag 05:00 - 07:00 15 Min. 556
07:00 - 18:00 7,5 Min. 1.112
18:00 - 21:00 15 Min. 556
Tabelle 7 Mitfall II: Rahmenfahrplan und Kapazitäten der Straßenbahn (V = Vorlesungszeit, S =
Schultage)
2 65% der Platzkapazität gem. Standardisierter Bewertung (ITP / VWI, 2006)
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
41
Der Fahrplan der Bus-Linie K wird auf den Standard gem. NVP reduziert. Es wurde
von einem Platzangebot von 126 Plätzen je Fahrt ( 50% Standard-Linienbus, 50%
Gelenk-Bus) ausgegangen.
Betriebstage Betriebszeiten Taktzeiten 65%-Kapazität pro h je
Richtung3
Montag - Freitag 05:00 - 21:00 15 Min. 327
21:00 - 00:30 30 Min. 163
Samstag 05:30 - 20:00 15 Min. 327
20:00 - 00:30 30 Min. 163
Sonntag 07:00 - 12:00 30 Min. 163
12:00 - 19:00 15 Min. 327
19:00 - 00:30 30 Min. 163
Tabelle 8 Mitfall II: Rahmenfahrplan und Kapazitäten der Bus-Linie K
Die Fahrpläne der sonstigen Bus- und Straßenbahn-Linien werden nicht verändert.
5.4.2 Fahrzeitenprofile
Das Fahrtzeitenprofil wurde im Abschnitt Hauptbahnhof - TU Hochschulstadion von
der Straßenbahn-Linie 2 gemäß Fahrplan 2011/12 übernommen. Für den Neubau-
Abschnitt Hochschulstadion - TU-Lichtwiese / Mensa wurde für eine
Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h und unter Berücksichtigung von Anfahr - und
Bremsvorgängen eine Fahrtzeit von 2 Minuten ermittelt.
Die Fahrtzeit zwischen der Hal testelle TU -Lichtwiese/Mensa und dem Roßdörfer
Platz ist im Mitfall II mit 5 Minuten um 2 Minuten kürzer als mit der Straßenbahn i m
Mitfall I.
3 65% der Platzkapazität gem. Standardisierter Bewertung (ITP / VWI, 2006)
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
42
von nach Fahrtzeit
[Min]
Fahrzeit
kumuliert
[Min]
DA Hbf Berliner Allee 0:02 0:02
Berliner Allee Rhein-/Neckarstraße 0:01 0:03
Rhein-/Neckarstraße Luisenplatz 0:03 0:06
Luisenplatz Schloß 0:02 0:08
Schloß Schulstraße 0:02 0:10
Schulstraße Roßdörfer Platz 0:01 0:11
Roßdörfer Platz Herdweg 0:02 0:13
Herdweg Hochschulstadion 0:01 0:14
Hochschulstadion TU-Lichtwiese/Mensa 0:02 0:16
Tabelle 9 Mitfall II: Fahrtzeitenprofil (Fahrtrichtung Hauptbahnhof - TU-Lichtwiese/Mensa)
von nach Fahrtzeit
[Min]
Fahrzeit
kumuliert
[Min]
TU-Lichtwiese/Mensa Hochschulstadion 0:02 0:02
Hochschulstadion Herdweg 0:02 0:04
Herdweg Roßdörfer Platz 0:01 0:05
Roßdörfer Platz Schulstraße 0:02 0:07
Schulstraße Schloß 0:02 0:09
Schloß Luisenplatz 0:02 0:11
Luisenplatz Rhein-/Neckar-Straße 0:02 0:13
Rhein-/Neckar-Straße Berliner Allee 0:02 0:15
Berliner Allee Hbf 0:02 0:17
Tabelle 10 Mitfall II: Fahrtzeitenprofil (Fahrtrichtung TU-Lichtwiese/Mensa - Hauptbahnhof)
5.4.3 Lage von Haltestellen und Verknüpfungspunkten
Die Lage der Haltestellen und der Verknüpfungspunkte entspricht der Straßenbahn-
Linie 2 im Status Quo zwischen Hauptbahnhof und Hochschulstation mit einer
zusätzlichen Haltestelle TU-Lichtwiese/Mensa (siehe Bild 12).
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
43
Eine abgestimmte Planung für die Lage der Haltestelle TU -Lichtwiese/Mensa zeigt
Kapitel 5.1. Die Haltestelle der Straßenbahn ist im Bereich der Wendeschleife
nördlich des Hörsaal - und Medienzentrums vorgesehen, die Haltestelle der Bus -
Linie K aufgrund der geplanten Änderung der Fahrtrichtung im zentralen Bereich (im
Uhrzeigersinn) auf der Seite des Eingangs zum Hörsaal- und Medienzentrum.
5.4.4 Investitionskosten und Betriebskosten
Investitionskosten
Die Investitionskosten für die 1, 33 km lange Trasse wurden auf 7,56 Mio. EUR
(5.685 EUR / m) Baukosten bzw. 8,32 Mio. EUR inkl. 10% für Planung und Vorbe-
reitung (Zuschlag gem. Standardisierter Bewertung) grob geschätzt (siehe Anlage 3-
2).
Die linienreine Ermittlung des Fahrzeugbedarfs (ohne Reserve) hat einen
theoretischen Bedarf von fünf Fahrzeugen für die Straßenbahn-Linie 2 ergeben (z.
Vgl.: im Ohnefall drei Fahrzeuge) . Der linienreine Fahrzeugbedarf für die Bus -Linie
K reduziert sich hingegen auf vier Fahrzeuge (z. Vgl.: im Ohnefall zwölf Fahrzeuge).
Praktisch kann sich aber bei der Betriebsplanung durch das ausführende
Verkehrsunternehmen ein abweichender Fahrzeugbedarf ergeben.
Mit den in Kapitel 5.3.4 genannten überschlägigen Kostenansätzen für
Straßenbahn-Fahrzeuge und Busse ergeben sich Investitionskosten von 5,2 Mio.
EUR für die Straßenbahn-Linie 2, denen theoretische Einsparungen in Höhe von 2,2
Mio. EUR für den geringeren Fahrzeugbedarf der Bus -Linie K im Vergleich zum
Ohnefall gegenüber stehen.
Betriebskosten
Die Betriebskosten lassen sich überschlägig auf Grundlage der Fahrplan- km
abschätzen:
Straßenbahn-Linie 2: ca. 240.000 Fahrplan-km/Jahr
Bus-Linie K: ca. 310.000 Fahrplan-km/Jahr
Bei einem überschlägigen , üblichen Kostenansatz von 5 EUR/Fahrplan- km
Straßenbahn und 3 EUR/Fahrplan-km Bus ergeben sich jährliche Betriebskosten für
die Straßenbahn-Linie 2 und die Bus-Linie K von 2,13 Mio. EUR.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
44
5.4.5 Technische Machbarkeit der Trassierung
Der Mitfall II ist hinsichtlich der Trassenbreit en, Radien und Steigungen technisch
machbar.
Es ist weitgehend ein 2- gleisiger Ausbau der neuen Trasse vorgesehen, um eine
höhere betriebliche Flexibilität und Stabilität zu sichern. Die Trasse sollte nördlich
des Lichtwiesenwegs verlaufen. Gegen eine Führ ung im Straßenraum des
Lichtwiesenwegs sprechen folgende Gründe:
erhebliche betriebliche Störung durch ein- und ausparkende Kfz, Fußgänger und
Radfahrer
erhebliche Gefährdung des MIV und der Fußgänger - und Radfahrer durch die
Straßenbahn
unzureichende Stat ik aufgrund der unter der Straße verlaufenden
Versorgungsleitungen
Die konkrete Gestaltung des Lichtwiesenwegs wurde nicht im Rahmen dieser
Machbarkeitsstudie betrachtet, sondern ist Bestandteil der Feinplanung.
In einem Abstimmungsgespräch mit dem Förder geber Hessen mobil wurde der
Nachweis der betrieblichen Notwendigkeit eines weitgehend 2-gleisigen Ausbaus im
Rahmen einer ggf. anschließenden Nutzen- Kosten-Untersuchung bzw. in einer
Voruntersuchung zu dieser gefordert (z. B. durch den Vergleich mit einer
weitgehend 1-gleisigen Variante).
5.4.6 Potenzielle Konflikte mit umweltschutzrechtlichen Regelungen
Konflikte mit umweltschutzrechtlichen Regelungen sind nach Aussage der
Naturschutzbehörden (Umweltamt Stadt Darmstadt, RP Darmstadt) nicht zu
erwarten.
Es wurde aber darauf hingewiesen, dass bei einer Integration der Straßenbahn im
Abschnitt Lichtwiesenweg hohe gestalterische Ansprüche an den Verkehrsraum und
die Freiflächen bestehen.
Laut Oberer Naturschutzbehörde (RP Darmstadt) ist auch für die innerstädti schen
Trassen ein Artenschutzgutachten zu erstellen, allerdings mit einer reduzierten
Untersuchungsintensität.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
45
5.4.7 Nachfragewirkungen
Die Mehrfahrgäste ohne induzierte Verkehre an der TU -Lichtwiese gegenüber dem
Status Quo von 2010 (ca. 3400 Ein- und Aussteiger) betragen:
Ohnefall: + 70 Mehrfahrgäste
Mitfall II: + 661 Mehrfahrgäste
Bild 14 zeigt die querschnittbezogene ÖPNV-Nachfrage im Mitfall II.
Bild 16 Querschnittbezogene ÖPNV-Nachfrage im Mitfall II
Folgende Nachfragewirkungen gegenüber dem Ohnefall wurden für die
Abschätzung des NKU-Faktors (Kapitel 6.2) ermittelt:
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
46
Verkehrsleistungen
MIV
(Pers.-km/Werktag)
Fahrzeitdifferenzen
ÖV
(h/Jahr)
Saldo
Mitfall I - Ohnefall -7.169 -8.802
Tabelle 11 Mitfall II: Nachfragewirkungen
5.5 Ohnefall
5.5.1 Netz- und Fahrplanplanung
Netzplanung
Die Netzplanung für den Ohnefall ist in Bild 15 dargestellt. Veränderungen
gegenüber dem Status Quo wurden nicht vorgenommen.
Bild 17 Netzplanung Ohnefall (gelb = Bus-Linie K, hellgrün = Strab-Linie 9, grün = Strab-Linie 2; graue
Fläche: 300 m-Einzugsradius der Haltestelle)
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
47
Fahrplanplanung
Als Fahrplan für die Bus -Linie K ist die Standardbedienung gem. NVP 2011- 2016
(DADINA, 2010) mit einer erheblichen Verdichtung (5 Min.-Takt) an
Vorlesungstagen im Zeitraum 7:00 bis 18:00 Uhr vorgesehen. Es wurde von einem
Platzangebot von 126 Plätzen je Fahrt (50% Standard- Linienbus, 50% Gelenk-Bus)
ausgegangen.
Betriebstage Betriebszeiten
Taktzeiten
Platzangebot
65%-Kapazität pro h je
Richtung4
V F V F
Montag - Freitag 05:00 - 07:00 15 Min. 327
07:00 - 18:00 5 Min. 15 Min. 982 327
18:00 - 21:00 15 Min. 327
21:00 - 00:30 30 Min. 163
Samstag 05:30 - 20:00 15 Min. 327
20:00 - 00:30 30 Min. 163
Sonntag 07:00 - 12:00 30 Min. 163
12:00 - 19:00 15 Min. 327
19:00 - 00:30 30 Min. 163
Tabelle 12 Ohnefall: Rahmenfahrplan und Kapazitäten der Bus-Linie K (V = Vorlesungszeit, F =
vorlesungsfreie Zeit)
5.5.2 Fahrzeitprofile
Das Fahrtzeitenprofil der Bus -Linie K für den Ohnefall wurde von der Bus -Linie K
gemäß Fahrplan 2011/12 übernommen, mit einem Zuschlag von 1 min aufgrund der
hohen Verspätungsanfälligkeit der heutigen Bus-Linie K zwischen den Haltestellen
Roßdörfer Platz und Beckstraße . Die im Status Quo auftretende
Verspätungsanfälligkeit wird verursacht durch zeitweise sehr hohe
Verkehrsbelastungen am Knotenpunkt Roßdörfer Straße.
4 65% der Platzkapazität gem. Standardisierter Bewertung
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
48
5.5.3 Lage von Haltestellen und Verknüpfungspunkten
Die Lagen der Haltestellen und Verknüpfungspunkte wurden im Ohnefall gegenüber
dem Status Quo (Fahrplanjahr 2011/12) nicht verändert.
5.5.4 Investitionskosten und Betriebskosten
Investitionskosten
Es fallen keine Investitionskosten für die Infrastruktur an.
Die linienreine Ermittlung des Fahrzeugbedarfs (ohne Reserve) hat einen
theoretischen Bedarf von zwölf Fahrzeugen für die Bus-Linie K ergeben. Praktisch
kann sich aber bei der Betriebsplanung durch das ausführende
Verkehrsunternehmen ein abweichender Fahrzeugbedarf ergeben.
Betriebskosten
Die Betriebskosten lassen sich überschlägig auf Grundlage der Fahrplan- km
abschätzen:
Straßenbahn-Linie 2: ca. 80.000 Fahrplan-km/Jahr
Bus-Linie K: ca. 470.000 Fahrplan-km/Jahr
Bei einem überschlägigen , üblichen Kostenansatz von 5 EUR/Fahrplan- km
Straßenbahn und 3 EUR/Fahrplan-km Bus ergeben sich jährliche Betriebskosten für
die Straßenbahn-Linie 2 und die Bus-Linie K von 1,81 Mio. EUR.
5.5.5 Technische Machbarkeit der Trassierung
Nicht relevant, da im Ohnefall kein Trassenneubau vorgesehen ist.
5.5.6 Potenzielle Konflikte mit umweltschutzrechtlichen Regelungen
Nicht relevant, da es keine infrastrukturellen Veränderungen im Vergleich z um
Status Quo gibt.
5.5.7 Nachfragewirkungen
Die Mehrfahrgäste ohne induzierte Verkehre an der TU -Lichtwiese gegenüber dem
Status Quo von 2010 (ca. 3400 Ein- und Aussteiger) betragen:
Ohnefall: + 70 Mehrfahrgäste
Bild 16 zeigt die querschnittbezogene ÖPNV-Nachfrage im Ohnefall.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Ausarbeitung ausgewählter Varianten
49
Bild 18 Querschnittbezogene ÖPNV-Nachfrage im Ohnefall
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Variantenbeurteilung und Empfehlung
50
6 Variantenbeurteilung und Empfehlung
Die ausgearbeiteten Lösungsvarianten werden auf der Grundlage der definierten
Ziele und Zielkriterien (vgl. Kap. 3) einer vergleichenden Beurteilung in Kapitel 6.1
unterzogen. Außerdem wurden für die Bewertung NKU -Faktoren in Kapitel 6.2
überschlägig ermittelt, u m die Förderfähigkeit durch das Land Hessen abschätzen
zu können. Basierend auf der vergleichenden Beurteilung und den überschlägigen
NKU-Faktoren wird in Kapitel 6.3 eine nachvollziehbare und belastbare Empfehlung
gegeben.
6.1 Vergleichende Beurteilung
Tabelle 13 zeigt in einer Zusammenfassung die vergleichende Beurteilung für di e
Mitfälle I und II gegenüber dem Ohnefall basierend auf den in den Kapiteln 4 und 5
erläuterten Ergebnissen der Variantenuntersuchung.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Variantenbeurteilung und Empfehlung
51
Kriterien Mitfall I Mitfall II
Investitionskosten
- - -
Infrastruktur: 23,58 Mio. EUR
Fahrzeuge: + 15,6 Mio. EUR (neue
Straßenbahn-Linie), - 2,75 Mio. EUR
(Bus-Linie K)
(jeweils ggü. Ohnefall; Nutzungsdauern:
Straßenbahn-Fz 30 Jahre, Busse 12
Jahre)
Infrastruktur: 8,32 Mio. EUR
Fahrzeuge: + 5,2 Mio. EUR
(Straßenbahn-Linie 2), - 2,2 Mio. EUR
(Bus-Linie K)
(jeweils ggü. Ohnefall; Nutzungsdauern:
Straßenbahn-Fz 30 Jahre, Busse 12
Jahre)
Betriebskosten
- -
+ ca. 0,35 Mio. EUR / Jahr
(ggü. Ohnefall)
Straßenbahn:
• neue Straßenbahn "Lichtwiese": ca.
310.000 Fahrplan-km/Jahr
• Straßenbahn-Linie 2: ca. 80.000
Fahrplan-km/Jahr (wie Status Quo)
Bus:
• Bus-Linie K: ca. 70.000 Fahrplan-
km/Jahr
+ ca. 0,32 Mio. EUR / Jahr
(ggü. Ohnefall)
Straßenbahn:
• Straßenbahn-Linie 2: ca. 240.000
Fahrplan-km/Jahr
Bus:
• Bus-Linie K: ca. 310.000 Fahrplan-
km/Jahr
Einbettung in beste-
hendes Liniennetz + o
Bauliche Machbarkeit - o
Betriebliche
Machbarkeit - +
Erschließungsqualität o o
Angebotsqualität + ++
Beförderungsqualität + ++
Fahrgastnachfrage
o +
Verkehrsleistungen:
• MIV: - 1.452 Pers.-km/Werktag
Reisezeitdifferenzen:
• ÖV: + 3.853 h/Jahr
(jeweils ggü. Ohnefall)
Verkehrsleistungen:
• MIV: - 7.169 Pers.-km/Werktag
Reisezeitdifferenzen:
• ÖV: -8.802 h/Jahr
(jeweils ggü. Ohnefall)
Umfeldverträglichkeit - o
Akzeptanz /
Durchsetzbarkeit - o
Tabelle 13 Vergleichende Beurteilung der Mitfälle I und II gegenüber dem Ohnefall
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Variantenbeurteilung und Empfehlung
52
6.2 Überschlägige Nutzen-Kosten-Indikatoren
Bei der Standardisierten Bewertung (ITP / VWI, 2006) wird für die quantifizierbaren
Teilindikatoren ein Nutzen-Kosten-Indikator (E1) gebildet.
Für diese Machbarkeitsstudie wurden in A bstimmung mit dem Auftraggeber die
Nutzen-Kosten-Indikatoren für die Mitfälle I und II überschlägig ermittelt. Ziel war es,
mit hinreichender Sicherheit abschätzen zu können, ob ein NKU -Faktor größer 1
erreichbar scheint.
Die überschlägig ermittelten NKU-Faktoren werden bei einer genauen NKU nicht
unverändert bleiben. Zum einen können eine Änderung der Angebotskonzeption
und dadurch bedingt der Nachfragewirkungen sowie der geplanten Infrastruktur
(Investitionskosten, ggf. Fahrtzeiten) den NKU -Faktor beeinf lussen. Zum anderen
wurden das Berechnungsverfahren und die Ermittlung der Eingangsgrößen
vereinfacht sowie weniger relevante Teilindikatoren (Reisezeitdifferenzen für
Schüler, Geräuschbelastung) vernachlässigt. Die Veränderungen können sich
sowohl als Verbesserung als auch als Verschlechterung des NKU -Faktors
auswirken.
Die in Kapitel 6.3 formulierte Empfehlung kann aber als gesichert gelten, sofern
keine erheblich en Änderungen gegenüber den hier zugrunde gelegten
Eingangsgrößen vorgenommen werden.
Folgende Teilindikatoren w urden entsprechend der Standardisierten Bewertung
überschlägig ermittelt:
ÖV-Reisezeitdifferenz. Es werden nur die Reisezeitdifferenzen für Erwachsene
betrachtet. Aufgrund des geringen Anteils von Schülerfahrten von 0,7% wurden
diese für die überschlägige Ermittlung des Nutzen- Kosten-Indikators
vernachlässigt.
Saldo der Pkw-Betriebskosten
Kapitaldienst für die ortsfeste Infrastruktur des ÖV im Ohnefall
Saldo der ÖV -Gesamtkosten ohne Kapitaldienst für die ortsfeste Infrastruktur
des ÖV im Mitfall
Unterhaltungskosten Fahrweg
Kapitaldienst Fahrzeuge
laufleistungsabhängige Unterhaltungskosten Fahrzeuge
zeitabhängige Unterhaltungskosten Fahrzeuge
Personalkosten
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Variantenbeurteilung und Empfehlung
53
Energiekosten
Saldo der Unfallschäden
Saldo der CO2-Emissionen
Saldo der Emissionskosten für sonstige Schadstoffe
Kapitaldienst für die ortsfeste Infrastruktur des ÖV im Mitfall
Die Salden der sonstigen Schadstoffe sowie der Geräuschbelastun g wurden nicht
berücksichtigt, da diese das Ergebnis nicht wesentlich beeinflussen.
Das Ergebnis ist in Tabelle 14 zusammengestellt.
Nutzen-Kosten-Indikator
Mitfall I
(in T € /Jahr)
Mitfall II
(in T € /Jahr)
Reisezeitdifferenzen im ÖV (abgemindert)
(nur Erwachsene) -28,898 66,016
Saldo der Pkw-Betriebskosten 97,942 483,907
Kapitaldienst für die ortsfeste Infrastruktur des ÖV im
Ohnefall 0 0
Saldo der ÖV-Gesamtkosten ohne Kapitaldienst für
die ortsfeste Infrastruktur des ÖV im Mitfall -883,912 -143,956
Saldo der Unfallschäden -69,894 61,774
Saldo der CO2-Emissionen -78,602 42,751
Saldo der Emissionskosten für sonstige Schadstoffe 21,151 18,019
Summe der monetär bewerteten Einzelnutzen-
Salden = Nutzen in T€/Jahr -942,213 528,511
Kapitaldienst für die ortsfeste Infrastruktur des ÖV im
Mitfall = Kosten in T€/Jahr
923,751 325,841
Differenz der Nutzen und Kosten in T€/Jahr -1.865,965 202,671
Nutzen-Kosten-Verhältnis - 1,02 1,62
Tabelle 14 Überschlägiger Nutzen-Kosten-Indikator für die Mitfälle I und II
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Variantenbeurteilung und Empfehlung
54
6.3 Empfehlung
Angesichts der nachgewiesenen Verbesserung der ÖPNV-Erschließung des
Campus Lichtwiese und dem günstigen Verhältnis des Nutzens zu den Kosten mit
einem überschlägig ermittelten NKU -Faktor von 1,62 stellt die Straßenbahn-Linie 2
über den Lichtwiesenweg bis zu einer Haltestelle TU -Lichtwiese/Mensa eine
verkehrlich sinnvolle Maßnahme dar.
Von folgendem Zeitplan ist bei zügiger Fortführung der Planung für den Mitfall II
auszugehen:
Projektschritte
2013/II
2014/I
2014/II
2015/I
2015/II
2016/I
2016/II
2017/I
Artenschutzgutachten
NKU
Genehmigungsunterlagen
Planfeststellungsverfahren
Finanzierungsantrag
Ausführungsplanung
Bauausführung
Es ist von einem Realisierungszeitraum von ca. 4 Jahren bis zur Inbetriebnahme zu
rechnen. Eine Inbetriebnahme ist demnach zum Fahrplanwechsel im Dez. 2017
erreichbar.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
55
ANLAGE 1
ÖPNV-Angebot (Status Quo):
Steckbriefe der relevanten ÖV-Linien
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
56
Steckbrief Bus-Linie K
Steckbrief Bus-Linie K
Linienweg Darmstadt Kleyerstraße – Hauptbahnhof –Luisenplatz –
Darmstadt TU-Lichtwiese/Mensa
Betriebszeitraum
Mo - Fr Sa So
von DA nach DA von DA von DA nach DA von DA
05:09 -
00:26
05:47 -
00:14
05:17 -
00:26
05:37 -
00:14
05:45 -
00:26
06:02 -
00:14
Anzahl Fahrten
Mo - Fr Sa So
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
99 92 66 64 51 50
Mo - Fr, 7-8 Uhr Mo - Fr, 13-14 Uhr Mo - Fr, 17-18 Uhr
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
7 5 6 10 6 9
Fahrgastnachfrage
(Quelle: RMV-
Fahrgastzahlen 2010)
Mo - Fr Sa So
Aussteiger /
Einsteiger
TU-Lichtwiese /
Mensa (von / nach
DA Zentrum)
Ausst. Einst. Ausst. Einst. Ausst. Einst.
1.642 1.574 234 301 75 127
Kantenbelastung
TU-Lichtwiese /
Mensa - Breslauer
Platz
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
1.642 1.574 234 301 75 127
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
57
Steckbrief Linie 9
Steckbrief Linie 9
Linienweg Griesheim Platz Bar-le-Duc – Maria-Goeppert-Straße –
Darmstadt Berliner Allee – Luisenplatz – Böllenfalltor
Betriebszeitraum
Mo - Fr Sa So
von DA nach DA von DA von DA nach DA von DA
03:53 -
00:21
04:35 -
01:05
03:53 -
02:21
04:35 -
03:05
04:54 -
00:21
05:37 -
00:55
Anzahl Fahrten
Mo - Fr Sa So
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
75 76 71 72 55 59
Mo - Fr, 7-8 Uhr Mo - Fr, 13-14 Uhr Mo - Fr, 17-18 Uhr
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
4 4 4 4 4 4
Fahrgastnachfrage
(Quelle: RMV-
Fahrgastzahlen 2010)
Mo - Fr Sa So
Aussteiger /
Einsteiger
Hochschulstadion
(von / nach DA
Zentrum)
Ausst. Einst. Ausst. Einst. Ausst. Einst.
909 1.152 562 593 510 385
Kantenbelastung
Hochschulstadion -
Herdweg
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
2.324 3.599 2.014 2.246 1.274 1.000
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
58
Steckbrief Linie 2
Steckbrief Linie 2
Linienweg Darmstadt Hauptbahnhof – Berliner Allee – Rhein-
/Neckarstraße – Luisenplatz – Schloß – Böllenfalltor
Betriebszeitraum
Mo - Fr Sa So
von DA nach DA von DA von DA nach DA von DA
04:38 -
17:54
05:48 -
01:22 - - - -
Anzahl Fahrten
Mo - Fr Sa So
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
42 39 - - - -
Mo - Fr, 7-8 Uhr Mo - Fr, 13-14 Uhr Mo - Fr, 17-18 Uhr
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
4 4 4 4 4 3
Fahrgastnachfrage
(Quelle: RMV-
Fahrgastzahlen 2010)
Mo - Fr Sa So
Aussteiger /
Einsteiger
Hochschulstadion
(von / nach DA
Zentrum)
Ausst. Einst. Ausst. Einst. Ausst. Einst.
618 593 - - - -
Kantenbelastung
Hochschulstadion -
Herdweg
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
1.421 920 - - - -
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
59
Steckbrief Linie 65 (Odenwaldbahn)
Steckbrief Linie 65 (Odenwaldbahn)
Linienweg Frankfurt Hbf / Darmstadt Hbf – Groß-Umstadt Wiebelsbach –
Erbach (– Eberbach)
Betriebszeitraum
Mo - Fr Sa So
von DA nach DA von DA von DA nach DA von DA
06:01 -
00:47
04:57 -
22:06
07:37 -
00:47
06:07 -
22:38
08:37 -
00:47
07:07 -
22:38
Anzahl Fahrten
Mo - Fr Sa So
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
21 20 17 15 16 13
Mo - Fr, 7-8 Uhr Mo - Fr, 13-14 Uhr Mo - Fr, 17-18 Uhr
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
1 2 1 1 2 1
Fahrgastnachfrage
(Quelle: RMV-
Fahrgastzahlen 2010)
Mo - Fr Sa So
Aussteiger /
Einsteiger
TU-Lichtwiese Bf
(von / nach DA
Zentrum)
Ausst. Einst. Ausst. Einst. Ausst. Einst.
154 90 29 8 25 27
Kantenbelastung
TU-Lichtwiese Bf -
Ostbf
von DA nach DA von DA nach DA von DA nach DA
2.384 1.562 1.016 859 736 1.039
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
60
ANLAGE 2
Bewertungen von Trassierungsvarianten
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
61
Variante 1 (Mitfall I): Hbf - Willy-Brandt-Platz - Luisenplatz - Schloss
- Roßdörfer Platz - Roßdörfer Str. - Petersenstraße
Zielbereich "Kosten"
Investitionskosten
(Infrastruktur /
Fahrzeuge)
Infrastruktur:
Die Investitionskosten für die 2,05 km lange Trasse wurden auf
21,44 Mio. EUR (10.500 EUR / m) Baukosten bzw. 23,58 Mio.
EUR inkl. 10% für Planung und Vorbereitung (Zuschlag gem.
Standardisierter Bewertung) grob geschätzt.
- Äußere Erschließung Lichtwiese: ab Roßdörfer Platz Neubau
2-gleisig, 4 Haltestellen (wie Bus-Linie K).
- Innere Erschließung Lichtwiese: Neubau 2-gleisig,
Wendeschleife nördlich des Hörsaal- und Medienzentrums, 1
Haltestelle.
Fahrzeuge:
- Fz Strab (neu): linienrein 6 Fz (statt 0 im Ohnefall) (--)
- Fz Bus-Linie K: linienrein 2 Fz (statt 12 im Ohnefall) (++)
- -
Betriebskosten
Zusätzliche Betriebskosten "Strab neu" (--).
Reduzierung Betriebskosten Bus-Linie K (++).
Die Betriebskosten lassen sich überschlägig auf Grundlage der
Fahrplan-km abschätzen:
- Straßenbahn "Lichtwiese": 310.000 km
- Bus-Linie K: 70.000 km
- Straßenbahn-Linie 2: 80.000 km
Es ergeben sich hierfür jährliche Betriebskosten von ca. 2,16
Mio. EUR (5 EUR/Strab-km, 3 EUR/Bus-km).
-
Zielbereich "Einbettung in bestehendes Liniennetz"
Be-/ Entlastung von
Strecken, Haltestellen
Strecken:
- Entlastung Strecke Bus-Linie K.
- Zusatzbelastung Strecke "Strab neu" / Strab 9 / Strab 2 bis
Roßdörfer Platz.
Auf den Strecken kommt es wegen der geringeren Anzahl an
Fahrzeugen in den Spitzenzeiten grundsätzlich zu
Entlastungen, da die Bus-Linie K mit bis zu 12 Fahrten/h
+
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
62
(Status Quo / Ohnefall) durch die Straßenbahn mit bis zu 8
Fahrten/h ersetzt wird - bis auf den Abschnitt Roßdörfer Platz -
Beckstraße wegen des Zwei-Richtungsverkehrs (vgl. hierzu
"bauliche Machbarkeit").
Die zwischen Hauptbahnhof und TU-Lichtwiese/Mensa
gelegenen Knotenpunkte werden entsprechend grundsätzlich
entlastet.
Im Mitfall I wird am Knotenpunkt Roßdörfer Platz allerdings die
Führung der Straßenbahn gegenüber der Bus-Linie K
geändert. Die Straßenbahnen belasten in Fahrtrichtung
Stadtmitte den Knotenpunkt über die östliche Zufahrt
(Roßdörfer Straße, zuvor Einrichtungsverkehr) und nicht mehr
über die südliche Zufahrt (kommend aus der Kiesstraße). Als
grobe Abschätzung kann aber davon ausgegangen werden,
dass die veränderte Belastung des Knotenpunkts keine
erhebliche Verschlechterung der Verkehrsqualität bewirken
dürfte, da sich die Gesamtanzahl der abzuwickelnden
Fahrzeuge in den Spitzenzeiten auch an diesem Knotenpunkt
reduziert.
Haltestellen:
Hauptbahnhof: Entlastung Platz 2 und 4 (bis zu - 8 Busse/h),
zusätzliche Belastung Platz 3 (bis zu + 8 Strab/h). Dieser
Engpass erfordert betriebliche Optimierungen und / oder
bauliche Veränderungen (z. B. Verlängerung Haltestelle).
- Willy-Brandt-Platz: Entlastung (bis zu - 12 Busse/h der Bus-
Linie K, + 8 Strab/h der "Strab neu").
- Luisenplatz: Entlastung Platz 2 und 3 (bis zu - 12 Busse/h der
Bus-Linie K, + 8 Strab/h der "Strab neu").
Die sonstigen Haltestellen werden entsprechend grundsätzlich
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
63
bezüglich der Anzahl der Fahrzeuge entlastet.
Dort, wo es getrennte Haltepositionen für Busse und
Straßenbahnen gibt, tritt eine entsprechende Verlagerung auf.
Dies gilt für die Haltestellen Schloß und Hauptbahnhof. Nach
einer überschlägigen Prüfung der betrieblichen Machbarkeit ist
in Abstimmung mit der HEAG mobilo für diese Haltestellen
aber davon auszugehen, dass ggf. auftretende
Kapazitätsengpässe durch betriebliche und bauliche
Anpassungen mit vertretbarem Aufwand lösbar sind.
Verknüpfungsmöglichkeit
im ÖV / P+R Wie Status Quo.
Flexibilität / zukünftige
Entwicklungen
Erweiterungsmöglichkeit der Kapazität bei weiteren
Nachfragesteigerungen.
Zielbereich "Bauliche Machbarkeit"
Trassierungs-
möglichkeiten / bauliche
Zwangspunkte
Streckenabschnitt Roßdörfer Platz - Beckstraße:
- 2-streifige Führung im Mischverkehr wg. Engpass (nur 10,5 m
Gesamtbreite Straßenraum) zw. Roßdörfer Platz - Beckstr..
- Mögliche Konflikte mit Gegenverkehr (Einbahnstraße), daher
nördl. Fahrspur als Sperrfläche.
- Ab Heidenreichstr. eigener Bahnkörper möglich.
- Parken am Straßenrand für Anwohner v. a. zw. Roßdörfer
Platz - Beckstr. nicht mehr möglich.
- Petersenstraße Führung mittig oder westlich davon
unproblematisch.
Variante 1 / Mitfall I ist hinsichtlich der Trassenbreiten, Radien
und Steigungen technisch machbar.
-
Zielbereich "Betriebliche Machbarkeit"
unabhängige
Trassenführung bzw.
Vorrang-Signalisierung
Keine unabhängige Führung Roßdörfer Platz - Heidenreichstr.,
Vorrang-Signalisierung dort nicht oder nur eingeschränkt
realisierbar.
Unabhängige Führung Heidenreichstraße - Breslauer Platz
möglich.
Keine unabhängige Trassenführung Breslauer Platz -
Wendeschleife nördl. HMZ.
Sonst wie Status Quo (Nutzung Bestandsnetz).
-
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
64
betrieblich kritische
Strecken / Knoten
(Konflikte ÖV-MIV, ÖV-
ÖV)
keine
Zielbereich "Bedienungsqualität im Untersuchungsraum"
Erschließungsqualität:
fußläufiger Haltestellen-
einzugsbereich
Kein Unterschied zum Status Quo (keine relevanten
Änderungen der Haltestellen).
Haltestelle "Lichtwiese" wie aktuelle Bus-Linie K (ca. 90% der
bebauten Fläche im 300 m-Radius).
o
Angebotsqualität:
zeitliche Verfügbarkeit
(Bedienungshäufigkeit,
Regelmäßigkeit der
Bedienung,
Betriebszeiten) /
Platzangebot
Zeitweise geringfügig schlechtere zeitliche Erschließung als
Status Quo / Ohnefall (bei Ersatz Bus-Linie K, da weniger
Fahrten/h).
Platzangebot besser durch Kapazitätserweiterung.
+
Zielbereich "Beförderungsqualität"
Reisezeit / Umsteige-
häufigkeit
Keine wesentlichen Änderungen der Reisezeiten für die
relevanten Fahrtbeziehungen.
+ Pünktlichkeit /
Zuverlässigkeit
Geringfügige Verbesserung der Pünktlichkeit / Zuverlässigkeit
(unabhängige Führung nur ggf. und in Teilstrecken möglich).
Beförderungskomfort Beförderungskomfort Strab besser als Bus.
Zielbereich "Fahrgastnachfrage"
Nachfrageentwicklung Geringfügige Nachfragesteigerung. o
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
65
Zielbereich "Umfeldverträglichkeit"
Stadt- und
Landschaftsbild
Roßdörfer Straße: Beeinträchtigung des Straßenbildes durch
neue Oberleitungen.
Optimierung im Zentrum des Campus Lichtwiese im Rahmen
der Feinplanung wegen der besonderen gestalterischen und
städtebaulichen Anforderungen erforderlich..
- Bündelung/Trennwirkung Geringfügige Trennwirkung durch Gleise auf Roßdörfer Straße.
Umweltfaktoren (Lärm-
und Luftschad-
stoffemissionen,
Klimaschutz)
Stärkere Lärmbelastung v. a. im Abschnitt Roßdörfer Platz -
Beckstr. (Strab im 2- statt 1-Richtungs-Verkehr).
Systembedingt Rückgang Luftschadstoffemissionen, Beitrag
zum Klimaschutz.
Zielbereich "Akzeptanz / Durchsetzbarkeit"
planerische Vorgaben /
politische Beschlüsse /
rechtliche Machbarkeit
(Umweltschutz, …) /
Finanzierung
(Förderfähigkeit, …)
Akzeptanz durch Anwohner Roßdörfer Str. fraglich (erhebliche
Belastung durch Lärm, Wegfall Stellplätze im Straßenraum).
Keine Konflikte mit sensiblen Geräten der TU (bei
Wendeschleife nördl. HMZ).
Konflikte mit umweltschutzrechtlichen Regelungen sind nach
Aussage der Naturschutzbehörden (Umweltamt Stadt
Darmstadt, RP Darmstadt) nicht zu erwarten.
Laut Oberer Naturschutzbehörde (RP Darmstadt) ist jedoch
auch für innerstädtische Trassen ein Artenschutzgutachten zu
erstellen, allerdings mit einer reduzierten
Untersuchungsintensität.
Förderfähigkeit Abschnitt Roßdörfer Platz - Heidenreichstr.
abhängig von Möglichkeit der Vorrang-Signalisierung.
-
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
66
Variante 2 (Mitfall II): Hbf - Luisenplatz - Schloss - Roßdörfer Platz -
Lichtwiesenweg - Lichtwiese
Zielbereich "Kosten"
Investitionskosten
(Infrastruktur /
Fahrzeuge)
Infrastruktur:
Die Investitionskosten für die 1,33 km lange Trasse wurden auf
7,56 Mio. EUR (5.685 EUR / m) Baukosten bzw. 8,32 Mio.
EUR inkl. 10% für Planung und Vorbereitung (Zuschlag gem.
Standardisierter Bewertung) grob geschätzt.
- Äußere Erschließung Lichtwiese: ab Hst. TU-
Hochschulstadion Neubau 2-gleisig (1-gleisig im Rahmen der
NKU zusätzlich zu prüfen), 1 Haltestelle, Verlegung Stellplätze
und Fuß-Radweg Lichtwiesenweg + hochwertige Gestaltung
erforderlich.
- Innere Erschließung Lichtwiese: Neubau 2-gleisig
(Notwendigkeit 2-gleisiger Ausbau im Rahmen einer
anschließenden NKU bzw. Voruntersuchung zur NKU zu
erbringen), Wendeschleife nördlich des Hörsaal- und
Medienzentrums, 1 Haltestelle. Erhöhte Investitionskosten für
ein Masse-Feder-System wegen der sensiblen Geräte des
Fachbereichs Bauingenieurwesen.
Fahrzeuge:
- Fz Strab 2 (neu): linienrein 5 Fz (statt 3 im Ohnefall) (-)
- Fz Bus-Linie K: linienrein 4 Fz (statt 12 im Ohnefall) (+).
-
Betriebskosten
Zunahme Betriebskosten Strab 2 (neu) (-).
Reduzierung Betriebskosten Bus-Linie K (+).
Die Betriebskosten lassen sich überschlägig auf Grundlage der
Fahrplan-km abschätzen:
- Bus-Linie K: 310.000 km
- Straßenbahn-Linie 2: 240.000 km
Es ergeben sich hierfür jährliche Betriebskosten von ca. 2,13
Mio. EUR (5 EUR/Strab-km, 3 EUR/Bus-km).
-
Zielbereich "Einbettung in bestehendes Liniennetz"
Be-/ Entlastung von
Strecken, Haltestellen
Strecken:
Entlastung Strecke Bus-Linie K.
o
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
67
Belastung Strecke Strab 2 (neu).
Auf den Strecken kommt es in den Abschnitten Roßdörfer
Platz - Lichtwiese und Luisenplatz - Willy-Brandt-Platz -
Hauptbahnhof zu deutlichen Entlastungen durch die geringere
Anzahl an Fahrzeugen der Bus-Linie K in den Spitzenzeiten
(zeitweise nur 4 statt 12 Fahrten/h). Der Abschnitt Roßdörfer
Platz - Luisenplatz wird um bis zu 4 Fahrten/h entlastet
(Überlagerung Strab-Linie 2 (neu) und Bus-Linie K; 4
zusätzliche Straßenbahnen, 8 Busse weniger). In den
Abschnitten Roßdörfer Platz - Hochschulstadion und
Luisenplatz - Rhein-Neckar-Straße - Hauptbahnhof kommt es
hingegen zu einer zusätzlichen Belastung der Strecke von bis
zu 4 Fahrten/h. Gem. HEAG mobilo ist die Leistungsfähigkeit
der Strecken aber hierfür jeweils gegeben.
Der Knotenpunkt Roßdörfer Platz wird zum einen entlastet
durch weniger Fahrten der Bus-Linie K (4 statt 12
Fahrten/Spitzen-h je Fahrtrichtung), zum anderen zusätzlich
belastet durch die Erhöhung der Fahrtenzahl der Linie 2 (von 4
auf 8 Fahrten/Spitzen-h je Fahrtrichtung). Insgesamt kommt es
zu einer geringfügigen Entlastung, gemessen an der Anzahl
der ÖV-Fahrten.
Am Knotenpunkt Lichtwiesenweg / Nieder-Ramstädter-Straße
mit derzeit 8 Straßenbahnen je Spitzen-h und Richtung (Linien
2 und 9) ist künftig mit 12 Straßenbahnen je Spitzen-h und
Richtung zu rechnen. 8 Straßenbahnen je Spitzen-h und
Richtung werden den Knotenpunkt in Richtung bzw. kommend
aus dem Lichtwiesenweg befahren und benötigen eine eigene
(Bedarfs-)Phase, in der allerdings auch den Linksabbiegern
aus Süden bzw. den Rechtseinbiegern aus Westen gleichzeitig
freigegeben werden kann. Eine solche zusätzliche
(Bedarfs-)phase ist bei einem 7,5 Minuten-Takt in den
Spitzen-h etwa alle 3,75 min erforderlich, d. h. z. B. bei einer
Umlaufzeit des Knotenpunkts von 90 s in etwa jedem 2. oder 3.
Umlauf. Im Gegenzug wird die Anzahl der (Bedarfs-)Phasen
für die restlichen 4 Straßenbahnen je Spitzen-h und Richtung
vom bzw. zum Böllenfalltor halbiert (zuvor 8 Straßenbahnen).
Als grobe Abschätzung kann daher davon ausgegangen
werden, dass diese zusätzliche Belastung des Knotenpunkts
keine erhebliche Verschlechterung der Verkehrsqualität
bewirken dürfte.
Der Wegfall der Bedienung des Streckenabschnitts der Linie 2
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
68
Böllenfalltor-Lichtwiese ist angesichts der Fahrgastzahlen aus
der RMV-Fahrgasterhebung 2010 und nach Abstimmung mit
der HEAG mobilo unkritisch. Wichtig ist in diesem
Zusammenhang aber eine hohe Pünktlichkeit der Buslinien aus
Richtung Mühltal (Sicherung Anschluss an Linie 9), z. B. durch
eine ÖV-Beschleunigung auf der B 449.
Haltestellen:
Hauptbahnhof: Entlastung Platz 2 und 4 (bis zu - 8 Busse/h),
zusätzliche Belastung Platz 3 (bis zu + 4 Strab/h). Dieser
Engpass ist lt. HEAG mobilo lösbar durch betriebliche
Optimierungen und / oder bauliche Veränderungen (z. B.
Verlängerung Halterstelle).
Willy-Brandt-Platz: deutliche Entlastung (bis zu - 8 Busse/h der
Bus-Linie K).
Luisenplatz: Entlastung Platz 2 und 3 (bis zu - 8 Busse/h),
zusätzliche Belastung Platz 1 und 6 (bis zu + 4 Strab/h). Diese
zusätzliche Belastung ist lt. HEAG mobilo unkritisch.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
69
An den sonstigen Haltestellen kommt es in den Abschnitten
Roßdörfer Platz - Lichtwiese und Luisenplatz - Willy-Brandt-
Platz - Hauptbahnhof zu deutlichen Entlastungen durch die
geringere Anzahl an Fahrzeugen der Bus-Linie K in den
Spitzenzeiten (zeitweise nur 4 statt 12 Fahrten/h). Der
Abschnitt Roßdörfer Platz - Luisenplatz wird um bis zu 4
Fahrten/h entlastet (Überlagerung Strab-Linie 2 (neu) und Bus-
Linie K: 4 zusätzliche Straßenbahnen, 8 Busse weniger). In
den Abschnitten Roßdörfer Platz - Hochschulstadion und
Luisenplatz - Rhein-Neckar-Straße - Hauptbahnhof kommt es
hingegen zu einer zusätzlichen Belastung der Haltestellen von
bis zu 4 Fahrten/h. Gem. HEAG mobilo ist die
Leistungsfähigkeit der Haltestellen aber hierfür jeweils
gegeben.
Verknüpfungmöglichkeit
im ÖV / P+R Wie Status Quo.
Flexibilität / zukünftige
Entwicklungen
Erweiterungsmöglichkeit der Kapazität bei weiteren
Nachfragesteigerungen.
Zielbereich "Bauliche Machbarkeit"
Trassierungs-
möglichkeiten / bauliche
Zwangspunkte
Lichtwiesenweg eigener Bahnkörper möglich.
Verlegung Stellplätze und Fuß-Radweg Lichtwiesenweg, evtl.
Eingriff in Baumbestand erforderlich.
Variante 2 / Mitfall II ist hinsichtlich der Trassenbreiten, Radien
und Steigungen technisch machbar.
o
Zielbereich "Betriebliche Machbarkeit"
unabhängige
Trassenführung bzw.
Vorrang-Signalisierung
Unabhängige Führung zwischen Hochschulstadion und
Haltestelle "Lichtwiese".
Sonst wie Status Quo (Nutzung Bestandsnetz).
+ betrieblich kritische
Strecken / Knoten
(Konflikte ÖV-MIV, ÖV-
ÖV)
Leistungsfähigkeiten Knotenpunkte im Abschnitt Hauptbahnhof
bis Luisenplatz sowie Roßdörfer Platz - Hochschulstadion
durch 4 zusätzliche Strab/h negativ betroffen, voraussichtlich
aber unkritisch.
Leistungsfähigkeit baulich geänderter KP Nieder-Ramstädter
Str./ Lichtwiesenweg voraussichtlich unkritisch (vorbehaltlich
detaillierter Untersuchung).
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
70
Zielbereich "Bedienungsqualität im Untersuchungsraum"
Erschließungsqualität:
fußläufiger Haltestellen-
einzugsbereich
Kein Unterschied zum Status Quo (keine relevanten
Änderungen der Haltestellen).
Haltestelle "Lichtwiese" wie Bus-Linie K (ca. 90% der bebauten
Fläche im 300 m-Radius).
(Jedoch bessere Erschließung Nieder-Ramstädter-Straße ab
Roßdörfer Platz (für Lichtwiese).)
o
Angebotsqualität:
zeitliche Verfügbarkeit
(Bedienungshäufigkeit,
Regelmäßigkeit der
Bedienung,
Betriebszeiten) /
Platzangebot
Bessere zeitliche Erschließung der Lichtwiese als Status Quo
(durch Bus-Linie K UND Strab).
Im Woogsviertel zeitweise schlechtere zeitliche Erschließung
als Status Quo / Ohnefall, aber Angebot gem. Standard NVP.
Platzangebot besser durch Kapazitätserweiterung.
++
Zielbereich "Beförderungsqualität"
Reisezeit / Umsteige-
häufigkeit
Verkürzung der Reisezeiten für die relevanten
Fahrtbeziehungen (ca. 1-2 min im Vgl. zur Bus-Linie K).
++ Pünktlichkeit /
Zuverlässigkeit
Deutliche Verbesserung der Pünktlichkeit / Zuverlässigkeit
(unabhängige Führung).
Beförderungskomfort Beförderungskomfort Strab besser als Bus.
Zielbereich "Fahrgastnachfrage"
Nachfrageentwicklung Deutliche Nachfragesteigerung. +
Zielbereich "Umfeldverträglichkeit"
Stadt- und
Landschaftsbild
Deutlicher baulicher Eingriff in Lichtwiesenweg durch
Trassenführung.(hoher Anspruch an Umfeldgestaltung).
Optimierung im Bereich Lichtwiese und im Zentrum des
Campus Lichtwiese im Rahmen der Feinplanung wegen der
besonderen gestalterischen und städtebaulichen
Anforderungen erforderlich.
o
Bündelung/Trennwirkung Trennwirkung durch Gleiskörper auf Lichtwiesenweg.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
71
Umweltfaktoren (Lärm-
und Luftschad-
stoffemissionen,
Klimaschutz)
Verdichtung auf vorhandener Trasse (z. T. Rasen) erhöht
Lärmbelastung nur geringfügig.
Reduzierung Beeinträchtigung Roßdörfer Straße durch
Entlastung Bus-Linie K.
Systembedingt Rückgang Luftschadstoffemissionen, Beitrag
zum Klimaschutz.
Zielbereich "Akzeptanz / Durchsetzbarkeit"
planerische Vorgaben /
politische Beschlüsse /
rechtliche Machbarkeit
(Umweltschutz, …) /
Finanzierung
(Förderfähigkeit, …)
Verlegung Stellplätze und Fuß-Radweg Lichtwiesenweg
möglich, hohe Anforderungen an die Gestaltung des
Lichtwiesenweg.
Konflikte mit sensiblen Geräten der TU durch entsprechende
Vorkehrungen im unmittelbaren Umfeld der Geräte lösbar.
Fachgutachten (beauftragt durch die HEAG mobilo) liegt hierzu
vor.
Konflikte mit umweltschutzrechtlichen Regelungen sind nach
Aussage der Naturschutzbehörden (Umweltamt Stadt
Darmstadt, RP Darmstadt) nicht zu erwarten.
Laut Oberer Naturschutzbehörde (RP Darmstadt) ist jedoch
auch für innerstädtische Trassen ein Artenschutzgutachten zu
erstellen, allerdings mit einer reduzierten
Untersuchungsintensität.
o
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
72
Variante 3: Hbf - Luisenplatz- Schloss - Ostbahnhof -
Petersenstraße
Zielbereich "Kosten"
Investitionskosten
(Infrastruktur /
Fahrzeuge)
Äußere Erschließung Lichtwiese:
- Infrastruktur: ab Schloß ca. 2,7 km Neubau 2-gleisig, 5
Haltestellen.
- Fahrzeuge: Anschaffung Fz Strab "neu" (--), Reduzierung Fz
Bus-Linie K (+) und L-Bus (+).
Innere Erschließung Lichtwiese:
- Infrastruktur: Ca. 0,6 km Neubau 2-gleisig, Wendeschleife
nördlich des Hörsaal- und Medienzentrums, 1 Haltestelle.
- -
Betriebskosten
Zusätzlich Betriebskosten Strab "neu" (--).
Reduzierung Betriebskosten Bus-Linie K (+)
Reduzierung Betriebskosten Bus-Linie L (+).
-
Zielbereich "Einbettung in bestehendes Liniennetz"
Be-/ Entlastung von
Strecken, Haltestellen
Landgraf-Georg-Straße: Be- oder Entlastung abhängig von
Anpassungen der Busse aus dem östl. Landkreis.
Abschnitt Luisenplatz - Rhein-Neckar-Straße - Hauptbahnhof:
zusätzliche Belastung (+ Strab)
Strecke Bus-Linie K: Entlastung.
Hauptbahnhof: keine Gesamt-Entlastung (- Bus-Linie K, +
Strab).
Willy-Brandt-Platz: Entlastung (- Bus-Linie K, - Bus-Linie L).
Luisenplatz: keine Gesamt-Entlastung (- Bus-Linie K, - Bus-
Linie L, + Strab).
o
Verknüpfungsmöglichkeit
im ÖV / P+R Anschluss Woogsviertel an SPNV (über Ostbf).
Flexibilität / zukünftige
Entwicklungen
Kaum Erweiterungsmöglichkeit der Kapazität bei weiteren
Nachfragesteigerungen (wg. Engpass Landgraf-Georg-Straße
und ggf. hoher (betrieblich problematischer) Auslastung der
Strecke bei integrierter Erschließung Lichtwiese / Roßdorf /
Groß-Zimmern).
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
73
Zielbereich "Bauliche Machbarkeit"
Trassierungs-
möglichkeiten / bauliche
Zwangspunkte
Engpass (Straßenraum) Landgraf-Georg-Straße (Annahme:
teilweise. 3-streifig, kein durchgehend eigener Bahnkörper).
Bauliche Maßnahmen am Sportgelände TSG 1846 (und
Verlegung Kunstrasenplatz) oder Verschiebung B 26
erforderlich.
-
Zielbereich "Betriebliche Machbarkeit"
unabhängige
Trassenführung bzw.
Vorrang-Signalisierung
Keine durchgehend unabhängige Führung auf Landgraf-
Georg-Straße (-> hohe Verkehrsbelastungen!), aber ggf.
Vorrang-Signalisierung möglich.
Unabhängige Führung Ostbf - Breslauer Platz.
Keine unabhängige Trassenführung Breslauer Platz -
Wendeschleife nördl. HMZ.
Sonst wie Status Quo (Nutzung Bestandsnetz).
-
betrieblich kritische
Strecken / Knoten
(Konflikte ÖV-MIV, ÖV-
ÖV)
- KP Mercksplatz/Landgraf-Georg-Str.: Be- oder Entlastung
abhängig von Anpassungen der Busse aus dem östl.
Landkreis.
- KP Fiedlerweg/Landgraf-Georg-Str.: Be- oder Entlastung
abhängig von Anpassungen der Busse aus dem östl.
Landkreis, aber ggf. Abzweig vor KP auf südl. Seite.
Bei integrierter Erschließung Lichtwiese / Roßdorf / Groß-
Zimmern zwar Entlastung der Landgraf Georg-Str. von Bussen,
aber starke zusätzliche Belastung durch Strab.
Zielbereich "Bedienungsqualität im Untersuchungsraum"
Erschließungsqualität:
fußläufiger Haltestellen-
einzugsbereich
Kein Unterschied zum Status Quo.
Haltestelle "Lichtwiese" wie Bus-Linie K (ca. 90% der bebauten
Fläche im 300 m-Radius).
o
Angebotsqualität:
zeitliche Verfügbarkeit
(Bedienungshäufigkeit,
Regelmäßigkeit der
Bedienung,
Betriebszeiten) /
Platzangebot
Bessere zeitliche Erschließung als Status Quo (durch Bus-Linie
K UND Strab).
Platzangebot besser durch Kapazitätserweiterung.
++
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
74
Zielbereich "Beförderungsqualität"
Reisezeit / Umsteige-
häufigkeit
Keine wesentlichen Änderungen der Reisezeiten für die
relevanten Fahrtbeziehungen, außer TU-Bereich S 3 /
Landgraf-Georg-Straße <-> Lichtwiese sowie Woogsviertel <->
Ostbf (Verbesserung Reisezeit / Umsteigehäufigkeit). +
Pünktlichkeit /
Zuverlässigkeit
Geringfügige Verbesserung der Pünktlichkeit / Zuverlässigkeit
(unabhängige Führung nur ggf. und in Teilstrecken möglich).
Beförderungskomfort Beförderungskomfort Strab besser als Bus.
Zielbereich "Fahrgastnachfrage"
Nachfrageentwicklung
Nachfragesteigerung durch Anschluss Woogsviertel an SPNV
(Ostbf) zu erwarten, bessere Verknüpfung mit TU-Bereich S 3
(Campus Innenstadt) / Landgraf-Georg-Straße, kürzere
Reisezeit, höheren Beförderungskomfort und
Kapazitätserweiterung.
+
Zielbereich "Umfeldverträglichkeit"
Stadt- und
Landschaftsbild
Erhebliche städtebauliche Belastung Wohngebiet östl.
Woogsviertel sowie westl. Botanischer Garten.
Beeinträchtigung Sportgelände TSG 1846 (oder Verschiebung
B 26), neuer Lärmschutz zw. Sportgelände und Trasse / B 26
erforderlich.
- -
Bündelung/Trennwirkung
Geringfügige Trennwirkung im Bereich Ostbf (Fuß- und
Radwegebeziehungen zw. Woog und Ostbf).
Zerschneidung Grünzug Darmbach-Woog
(landschaftsplanerische Belange) sowie Fuß- und
Radwegebeziehungen.
Umweltfaktoren (Lärm-
und Luftschad-
stoffemissionen,
Klimaschutz)
Lärmbelastung Landgraf-Georg-Str. (Krankenhaus).
Lärmbelastung Wohngebiet östl. Woogsviertel / westl. Botan.
Garten.
Reduzierung Beeinträchtigung Roßdörfer Straße durch
Entlastung Bus-Linie K.
Systembedingt Rückgang Luftschadstoffemissionen, Beitrag
zum Klimaschutz.
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
75
Zielbereich "Akzeptanz / Durchsetzbarkeit"
planerische Vorgaben /
politische Beschlüsse /
rechtliche Machbarkeit
(Umweltschutz, …) /
Finanzierung
(Förderfähigkeit, …)
Erhebliche Akzeptanzprobleme (Anwohner / TU /
landesplanerische Belange / Sportverein) im Bereich
Woogsviertel / Botan. Garten / Gelände TSG 1846.
Es ist ein Artenschutzgutachten zu erstellen.
Keine Konflikte mit sensiblen Geräten der TU (bei
Wendeschleife nördl. HMZ).
Erschließung Lichtwiese einerseits abhängig von Trasse
Roßdorf / Groß-Zimmern (nur sinnvoll in Kombination mit der
Variante c nach Roßdorf / Groß-Zimmern), andererseits dann
hohe Belastung bei gleichzeitiger Bedienung Lichtwiese und
Roßdorf / Groß-Zimmern im Abschnitt Schloss <-> Breslauer
Platz.
Förderfähigkeit Abschnitt Landgraf-Georg-Straße abhängig von
Möglichkeit der Vorrang-Signalisierung.
- -
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
76
ANLAGE 3
Grobkostenschätzungen Infrastruktur
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
77
Mitfall I
Anlage 3-1
ÖPNV-Untersuchung Lichtwiese Anlagen
78
Mitfall II
Anlage 3-2
Beratungsverlauf (4)
Orte (25)
- Robert-Bosch-Straße 7
- Berliner Allee 0
- Maria-Goeppert-Straße
- Alexanderstraße
- Schulstraße 0
- Roßdörfer Straße
- Rheinstraße
- Heinrichstraße 21
- Kleyerstraße
- Kasinostraße 0
- Heidenreichstraße 0
- Beckstraße 0
- Feldbergstraße 0
- Kiesstraße
- Nieder-Ramstädter Straße
- Landgraf-Georg-Straße
- Europaplatz 1
- Böllenfalltorweg 21
- Luisenplatz 0
- Breslauer Platz
- Lichtwiesenweg
- Herdweg 0
- Fiedlerweg
- Am Botanischen Garten
- Neckarstraße 0
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2013/0167
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 15.05.2013
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00