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AN/1183/2022

Mikroplastik in der Biotonne

FDP/KSG Anfrage nach § 4 09.06.2022

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Nächste Beratung: Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln, Sitzung am 25.08.2022, TOP 1.1

FDP Anfrage nach § 4

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FDP Anfrage nach § 4

4251 Zeichen

www.FDP-Koeln.de 
 
An die Oberbürgermeisterin 
Frau Henriette Reker 
 
An die Vorsitzende des 
Ausschusses Klima, Umwelt und Grün 
Frau Denise Abè 
 
 
 
 
Rathaus · 50667 Köln  
Fon 0221. 221-23830 
Fax 0221. 221-23833 
fdp-fraktion@stadt-koeln.de 
www.fdp-koeln.de 
 
 
 
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 09.06.2022 
AN/1183/2022 
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln 25.08.2022 
 
Mikroplastik in der Biotonne 
Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, 
sehr geehrte Frau Vorsitzende, 
 
die FDP-Fraktion bittet Sie darum, folgende Anfrage auf die Tagesordnung der kommenden 
Sitzung des Betriebsausschuss für den Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln am 25.08.22 
zu setzen. 
 
Köln ist auf dem Weg zur Zero-Waste-Stadt. Dies soll in Köln durch die Aufwertung von Bio-
müll zu hochwertigem Kompost erreicht werden, dem die Menschen vertrauen. 
 
Aus Kölner Bioabfällen entsteht Kompost – mit RAL-Gütesicherung ein wertvoller Dünger für 
Pflanzen, auch wenn sich der Wert nicht im Preis wiederfindet. Eine Studie von Prof. C. La-
forsch (Universität Bayreuth) fand 2018 in einer zertifizierten Kompostieranlage 20-24 Kunst-
stoffpartikel (vor allem PE und PS) mit Größen von 1-5 mm pro Kilogramm. Im Gegensatz 
zur RAL Gütesicherung wurden bei diesen Untersuchungen Plastikpartikel bis hinunter zu 
0,5 mm erfasst und einzeln IR-spektrophotometrisch identifiziert1. Eine Masterarbeit an der 
Hochschule Rhein-Main kam auf durchschnittlich 56 Partikel pro kg Trockensubstanz2. Das 
sind bei der Annahme von einem durchschnittlichen Durchmesser von 3 mm nur 10-15 
g/Tonne. Dies wären ca. 25% des RAL-Grenzwertes.  
 
Aufgrund von Durchschnittswerten der Gütesicherung bei Komposten und Gärresten liegen 
gemäß UBA Kunststoffeinträge aus der Bioabfallverwertung im Bereich von ca. 1000 und 
3.400 Tonnen pro Jahr3, das sind ca. 125-425 Gramm pro Tonne. Der NABU nennt 1235 
                                                 
1 https://analyticalscience.wiley.com/do/10.1002/gitfach.18246/full/ 
2 https://www.hlnug.de/themen/abfall/bioabfall/themen/mikroplastik-und-fremdstoffe-in-komposten; 
https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/abfall/bioabfall/MikroplastikKompost/Masterarbeit_fertig.pdf 
3 https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/190515_uba_fb_kunststoffe_bf.pdf 
FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

- 2 - 
www.FDP-Koeln.de 
Tonnen Kunststoffeintrag in die Umwelt über Kompost und Gärreste4. Gemäß §4 BioAbfVO 
sind 5 kg/Tonne an Störstoffen (Glas, Kunststoff, Metall) zulässig, eine Untersuchung spezi-
ell auf Kunststoffe sieht die Verordnung nicht vor. 
 
1) Inwieweit gibt es in Köln Messwerte zu Mikroplastik im Kompost der KVK und sofern 
es Daten gibt, inwieweit sind diese signifikant? 
 
2) Es gibt wenig gesicherte Daten zur Gesundheitsschädlichkeit von Mikroplastik und 
viele Vermutungen. Inwieweit hält die Verwaltung die Gefahr einer Kontamination des 
Kölner RAL-Kompostes mit Mikroplastik für relevant für Mensch und Natur? 
 
3) Die Messungen der Universität Bayreuth wurden mit einem einfachen Infrarotspekt-
rometer durchgeführt. Inwieweit gibt es im Bereich der Stadt Köln oder ihrer Tochter-
gesellschaften Ausrüstung, um Mikroplastik nachzuweisen? 
 
4) Inwieweit gibt es Daten oder begründete Meinungen zum Zusammenhang von Sozi-
alstruktur, Freiwilligkeit und Qualität des bei der Kölner Kompostieranlage angeliefer-
ten Biowertstoffes und welche Initiativen gibt es in Köln, durch Aufklärung und Um-
weltbildung die Qualität des bei der Kompostierung angelieferten Materials zu ver-
bessern? 
 
5) Inwieweit besteht die Möglichkeit, durch Investition in Sortiertechnik die Qualität des 
KVK-Kompostes in Hinblick auf Mikroplastik zu verbessern, insbesondere für den 
Fall, dass die Qualität des angelieferten Materials durch Aufhebung der Freiwilligkeit 
schlechter würde? 
 
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
 
Gez. Ulrich Breite     gez. Dr. Rolf Albach 
Fraktionsgeschäftsführer    Umweltpolitischer Sprecher 
 
 
 
 
 
 
 
                                                 
4 https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/ressourcenschonung/kunststoffe -und-bioplastik/29998.html

Beratungsverlauf (1)

25.08.2022 Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln
TOP 1.1 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Sache ist erledigt

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
AN/1183/2022
Typ
FDP/KSG Anfrage nach § 4
Datum
09.06.2022
Erstellt
03.06.2022 12:56