AN/1210/2026
Änderungsantrag zu TOP 3.1 – „Museumsstadt Köln 2040 – Entwicklung einer integrierten Strategie für die Kölner Museumslandschaft“
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Gem. Änderungsantrag nach § 13 (Rat)
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Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Rat der Stadt Köln CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln FDP/KSG-Fraktion im Rat der Stadt Köln An den Vorsitzenden des Rates der Stadt Köln Herrn Oberbürgermeister Torsten Burmester Eingang beim Amt des Oberbürgermeisters: 02.07.2026 AN/1210/2026 Änderungs- bzw. Zusatzantrag gem. § 13 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 02.07.2026 Änderungsantrag zu TOP 3.1 – „Museumsstadt Köln 2040 – Entwicklung einer integrierten Strategie für die Kölner Museumslandschaft„ hier: Museumsstadt Köln 2030 – Erarbeitung einer integrierten Strategie zur Sicherung und Weiterentwicklung der Kölner Museumslandschaft Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, bitte setzen Sie folgenden Änderungsantrag auf die Tagesordnung der Sitzung des Rates am 02.07.2026: Beschluss: Die Verwaltung wird beauftragt, dezernatsübergreifend mit externer Beratung, z.B. durch den Museumsbund und unter Einbeziehung von „Best Practices“, eine „Museumsstrategie Köln 2030“ zu erarbeiten und dem Rat zur Beratung vorzulegen. Die Verwaltung legt dazu die Sachstände zur Umsetzung der bereits bestehenden Be- schlüsse vor, z.B. zur Digitalisierung der Häuser und zur Kulturbaulisten und baut auf diesen auf. Ziel ist die Entwicklung eines langfristigen strategischen Gesamtkonzepts für die Weiter- entwicklung der Kölner Museumslandschaft. Dabei soll sich die Strategie auf drei verschiedene Zeithorizonte beziehen und darüber hin- aus folgende Aspekte beinhalten: 1. Langfristige Maßnahmen Ziel des Prozesses ist die Entwicklung eines langfristigen strategischen Gesamtkon- zepts für die Weiterentwicklung der Kölner Museumslandschaft, um zukünftige politi- - 2 - sche Prioritätensetzungen vorzubereiten, mögliche Synergien, z.B. in Form eines ge- meinsamen Depots zu identifizieren und zu entwickeln, in welchen Bereichen eine stär- kere Zusammenarbeit die Leistungsfähigkeit der Kölner Museumslandschaft gestärkt und Ressourcen für die museale Kernarbeit freigesetzt werden können. Diese langfris- tig auszurichtende Strategie soll aufzeigen, wie sich die Kölner Museumslandschaft über 2030 hinaus entwickeln soll, wenn mit MiQua, Römisch-Germanischem Museum und dem Walraff-Richartz-Museum wichtige Landmarken der Kölner Museumsland- schaft wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Auf dem Weg dorthin bedarf es bereits kurzfristiger und mittelfristiger Maßnahmen. 2. Kurzfristige Maßnahmen Zunächst muss der Fokus auf kurzfristige Sofortmaßnahmen liegen, die zur schnellen Verbesserung der Situation in den Kölner Museen führen und sukzessive im Rahmen der strategischen Ziele umgesetzt werden. 3. Mittelfristige Maßnahmen Für einen mittelfristigen Zeitrahmen sollen Maßnahmen adressiert werden, die in den nächsten drei Jahren umgesetzt werden sollen. 4. Bau- und Substanzerhalt Des Weiteren soll die Strategie die Museumsbauten und deren Substanzerhalt in den Blick nehmen. Dazu gehören nicht nur Sanierungspläne und -projekte für die eigentlichen Museumsgebäude. Die zahllosen dezentralen Werkstätten und Depots sind genauso ein- zubeziehen, wie aktuell leerstehende Gebäude (z.B. Zeughaus und Studienhaus) und auch heute (nahezu) unbespielte Flächen wie das Ubiermonument oder das Hafentor. 5. Marketing Schließlich muss die Strategie aufzeigen, wie es mit einem dezidierten Stadt- und Kultur- marketing gelingen kann, unsere Museumslandschaft insgesamt, aber auch die einzel- nen Häuser und attraktiv bleiben, auch für ein überregionales und internationales Publi- kum. Es gilt eine Dachmarke „Kölner Museen“ zu etablieren, so wie es die Muse- umsstädte Frankfurt, München und Berlin schon lange praktizieren, um die überregionale Sichtbarkeit ihrer Museumsverbünde zu erhöhen. 6. Zielbilder Für alle vorgeschlagenen Maßnahmen sollen messbare Zielbilder definiert werden (kurz-, mittel- und langfristig) und Kennzahlen, mit denen sich der Fortschritt bei der Umsetzung nachvollziehen und bewerten lassen – z.B. bei der Besucherentwicklung, der Drittmitte- leinwerbung, dem Digitalisierungsgrad, den Angeboten für kulturelle Bildung, den Einnah- men, der Zahl der Kooperationsprojekte etc. - 3 - 7. Task-Force Dazu bedarf es der unverzüglichen Einrichtung einer Museums-Task-Force, in der das Kulturdezernat und die Museumsleitungen, sowie das Baudezernat vertreten sind und weitere erforderliche verwaltungsinterne und externe Experten. Eine wesentliche Aufgabe der Task Force muss darin liegen, Sofortmaßnahmen zu iden- tifizieren und einzuleiten, die den aktuellen Betrieb der Häuser sicherstellen und verbes- sern. So gilt es, ein Sofortprogramm zur Steigerung der Einnahmen aufzusetzen, das neben der Aktualisierung der Entgeltordnung auch mögliche Mehrerlöse durch Shops (Attraktivi- tät, Gewinnmargen, Sortiment), Vermietungen und externe Veranstaltungen, durch Spon- soring und Gastronomie adressiert. Darüber hinaus soll die Task-Force einen neu zu gestaltenden Verbund oder die Zusam- menlegung der beiden Historischen Museen RGM und KSM prüfen, wobei weiter Mög- lichkeiten der Kooperation an den Schnittstellen zu NS Dok und Miqua geprüft werden. 8. Innovative Konzepte und Dritte Orte Bei all dem sollen innovative Konzepte entstehen, die die Potentiale der Museen heben. Museen sollen als Dritte Orte etabliert werden. Sie sollen als Institutionen mit den Mög- lichkeiten, die ihre Gebäude bieten, Kooperationspartner für verschiedene Veranstal- tungspartner:innen werden. Die Kulturelle Bildung und der damit verknüpfte Museums- dienst sollen zukunftsfähig gemacht und gedacht werden und die wissenschaftliche Ar- beit nachhaltig aufgestellt werden. Dazu gehört insgesamt auch eine Ausrichtung an den Prinzipien der Nachhaltigkeit, so- wohl, was die Inhalte, aber auch was die ökologische Nachhaltigkeit von Veranstaltungen und Gebäuden angeht. Begründung: Die Kölner Museumslandschaft verfügt über ein herausragendes kulturelles Potenzial, steht jedoch gleichzeitig vor erheblichen strukturellen, finanziellen und organisatorischen Heraus- forderungen. Neben einer langfristigen strategischen Ausrichtung bedarf es daher kurzfristi- ger und konkret umsetzbarer Maßnahmen, um die Handlungsfähigkeit der Häuser zu stär- ken, die Attraktivität für Besucherinnen und Besucher zu erhöhen und zusätzliche Einnahme- potenziale zu erschließen. Die vorgeschlagenen Museumsstrategie verbindet kurzfristige Verbesserungen mit einer langfristigen Perspektive für die Entwicklung des Museumsstandorts Köln. Sie soll zugleich das große Potenzial der Kölner Museumslandschaft sichtbar machen und aufzeigen, welche Schritte erforderlich sind, um an die Erfolge vergangener Jahrzehnte anzuknüpfen und die Museen zukunftsfest aufzustellen. Die Einrichtung einer Museums-Task-Force ermöglicht dabei ein schnelles und koordiniertes Handeln. Gleichzeitig sollen mögliche Synergien zwi- schen den Museen systematisch geprüft und genutzt werden. - 4 - Durch die Festlegung messbarer Ziele und Kennzahlen wird die Umsetzung der Strategie transparent, nachvollziehbar und steuerbar. Damit wird eine Grundlage geschaffen, die Köl- ner Museumslandschaft nachhaltig zu stärken und ihre Bedeutung für die Stadtgesellschaft sowie für die nationale und internationale Wahrnehmung Kölns als Kulturstandort und Wis- senschaftsstandort sichtbar zu machen und auszubauen. Mit freundlichen Grüßen gez. Christiane Martin gez. Niklas Kienitz Grüne-Fraktionsvorsitzende CDU-Fraktionsgeschäftsführer gez. Ulrich Breite FDP/KSG-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- AN/1210/2026
- Typ
- Gem. Änderungsantrag (Rat)
- Datum
- 02.07.2026
- Erstellt
- 02.07.2026 11:53