2023/0267
Vorlage Handlungsempfehlung zum Übergang Schule - Beruf
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
2023/0267
7169 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
23.08.2023
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnete nversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat II
Amt: Schulamt
OBW bei abschl. Be-
schlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2023/0267
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Vorlage Handlungsempfehlung zum Übergang Schule - Beruf
Vorlage vom: 09.08.2023
Beschlussvorschlag :
Die Handlungsempfehlungen zum Übergang Schule – Beruf werden zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Handlungsempfehlungen Schule -Beruf
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.08.2023
Zu Beginn des Jahres 2019 wurde der 1. Bildungsbericht der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2018
– Bildung im Lebensverlauf: Frühes Kindesalter bis zum Einstieg in den Beruf vorgelegt. Er lieferte
einen ersten datenbasierten Überblick über die Bildungslandschaft der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und führte dabei Daten aus unterschiedlichen Quellen erstmals unter dem Fokus
Bildung zusammen. Der Bildungsbericht endet mit einem Ausblick auf Handlungsbedarfe und
weist hierbei ganz unterschiedliche Themenfelder aus. Der Bildungsbericht selbst enthält be-
wusst noch keine Handlungsempfehlungen, da diese gemeinsam mit den Fachexpert*innen (in-
nerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung) partizipativ entwickelt werden sollten.
Begonnen wurde dieser Prozess mit einer Auftaktveranstaltung im April 2019 in der L ichten-
bergschule, zu der gleichermaßen verwaltungsinterne und verwaltungsexterne Akteure aus dem
Bereich Bildung und angrenzenden Bereichen, Vertreter*innen aus der Politik sowie Bürger*in-
nen eingeladen waren. Sie hatten dort Gelegenheit, ihre Einschätzung zur Bildungssituation –
sowohl im formalen als auch im non-formalen Bildungsbereich – in Darmstadt entlang der Le-
bensphasen einzubringen.
Die gebündelten Ergebnisse aus Bildungsbericht und Auftaktveranstaltung wurden zu drei Ar-
beitspaketen entlang der Lebensphasen zusammengefasst:
• Übergang Kita – Grundschule
• Übergang Grundschule – weiterführende Schule
• Übergang Schule – Beruf
Arbeitspaket I: Übergang Kita – Grundschule
Die Handlungsempfehlungen zum ersten Arbeitspaket Übergang Kita – Grundschule wurden im
Herbst 2020 vorgelegt. Dabei standen die Schwerpunktthemen Sprache, Inklusion und Betreu-
ung von Grundschulkindern im Fokus. Im Zuge ihrer Erarbeitung war eine Vielzahl von verwal-
tungsinternen und verwaltungsexternen Akteuren beteiligt – über die AG Bildung, durch Exper-
ten*inneninterviews sowie durch schriftliche und mündliche Stellungnahmen.
Im Rahmen der Umsetzung der Empfehlungen konnten konkrete Produkte – wie der Flyer Kin-
der inklusiv einschulen – erarbeitet werden und die amts- und institutionsübergreifende Zusam-
menarbeit gestärkt werden – beispielsweise im Bereich Sprache oder Inklusion. Zudem erfolgt
eine regelhafte Überprüfung der Aktualität der Handlungsempfehlungen sowie der Möglichkei-
ten zur weiteren Umsetzung.
Arbeitspaket II: Übergang Grundschule – weiterführende Schule
Im Februar 2022 wurden die Handlungsempfehlungen zum Übergang Grundschule – weiterfüh-
rende Schule vorgelegt, die ebenfalls partizipativ erarbeitet wurden. Schwerpunktthemen wa-
ren das Bildungs- und Teilhabepaket sowie die beiden innerschulischen Übergänge Grund-
schule – weiterführende Schule bzw. Übergang Sekundarstufe I – Sekundarstufe II.
Umgesetzt werden konnten in diesem Bereich vor allem Maßnahmen aus dem Themenschwer-
punkt Bildungs- und Teilhabepaket, beispielsweise die Durchführung von Informationsveran-
staltungen an Schulen sowie die erneute Informationsbereitstellung an Kitas und Schulen.
. . .
- 4 -
Arbeitspaket III: Übergang Schule – Beruf
Die Handlungsempfehlungen zum Übergang Schule – Beruf bilden das dritte und letzte der ur-
sprünglich formulierten Arbeitspakete. Neben der Einbindung von Förderschulen, Staatlichem
Schulamt, Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen wurden hier insbe-
sondere auch die OloV-Steuerungsgruppe bei der Erarbeitung beteiligt.
Die Schwerpunktthemen waren junge Menschen ohne gesicherte Anschlussperspektive, Inklu-
sion am Übergang Schule – Beruf sowie Abbrüche. Die Handlungsempfehlungen zum Übergang
Schule – Beruf sind wie folgt gegliedert:
• Präambel
• Zusammenfassung Ziele
• Einbettung in den Gesamtprozess
• Einführung zum Themenfeld Übergang Schule – Beruf
• Bestehende Strategien und Netzwerke zum Übergang Schule – Beruf in Darmstadt
• Querschnittsziele
• Handlungsempfehlungen Junge Menschen ohne gesicherte Anschlussperspektive
• Handlungsempfehlungen Inklusion am Übergang Schule – Beruf
• Handlungsempfehlungen Abbrüche
• Literatur
Das Herzstück des Dokuments bilden die Handlungsempfehlungen zu den drei Themenschwer -
punkten. Sie gliedern sich dabei in 14 Ziele, 15 Teilziele und 41 Maßnahmen. Darüber hinaus
erfolgt eine Einbettung in den Gesamtprozess sowie eine thematische Einführung zum Über-
gang Schule – Beruf, in dem die Bedeutung dieses Übergangs erläutert wird. Daneben wird in
einem gesonderten Kapitel auf die bestehenden Strategien und Netzwerke zum Übergang
Schule – Beruf in Darmstadt eingegangen. Wie bereits bei vorhergehenden Handlungsempfeh-
lungen werden Bezüge zu den Querschnittszielen der Wissenschaftsstadt Darmstadt herge-
stellt.
Ausblick
Das vorliegende Dokument zum Übergang Schule – Beruf schließt an die bereits zuvor veröf-
fentlichten Handlungsempfehlungen zum Übergang Kita – Grundschule und Übergang Grund-
schule – weiterführende Schule an und kann als dritter Baustein des Aktionsplans Bildung v er-
standen werden. Dieser soll als Gesamtdokument veröffentlicht werden und in einer Veranstal-
tung mit Fachleuten und der interessierten Öffentlichkeit diskutiert werden. Der Aktionsplan
Bildung ist dennoch kein abgeschlossenes Papier, sondern wird in seiner Umsetzung begleitet,
diskutiert und dokumentiert.
Darmstadt, 09.08.2023
Dezernat I Dezernat II Dezernat V
Hanno Benz Barbara Akdeniz Holger Klötzner
Oberbürgermeister Bürgermeisterin Stadtrat
anlage 3
194 Zeichen
Punkt 10: Vorlage Handlungsempfehlung zum Übergang Schule - Beruf (V-Nr. 2023/0226) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss für Bildung, Schule und Digitalisierung nimmt von der Vorlage Kenntnis.
anlage 4
152 Zeichen
Punkt 15: Vorlage Handlungsempfehlung zum Übergang Schule - Beruf (V-Nr. 2023/0267) Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
anlage 1
72919 Zeichen
Handlungsempfehlungen
zum
Übergang Schule – Beruf
Junge Menschen ohne gesicherte Anschlussperspektive
Inklusion am Übergang Schule – Beruf
Abbrüche
Mai 2023
2
Herausgeberin
Wissenschaftsstadt Darmstadt Wissenschaftsstadt Darmstadt
Schulamt Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung
Abteilung Statistik und Stadtforschung
Mina-Rees-Straße 12 Im Carree 1
64295 Darmstadt 64283 Darmstadt
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Jugendamt
Abteilung Kinder - und Jugendförderung
Frankfurter Straße 71
64293 Darmstadt
schulamt@darmstadt.de kijufoe@darmstadt.de
bildungsmanagement@darmstadt.de jugendberufshilfe@darmstadt.de
statistik@darmstadt.de
3
Inhalt
Präambel ................................ ................................ ................................ .......................... 4
Zusammenfassung Ziele ................................ ................................ ................................ .... 6
Einbettung in den Gesamtprozess ................................ ................................ ...................... 9
Einführung zum Themenfeld Übergang Schule – Beruf ................................ ..................... 10
Bestehende Strategien und Netzwerke zum Übergang Schule – Beruf in Darmstadt ........... 12
Querschnittsziele ................................ ................................ ................................ ............. 14
Handlungsempfehlungen Junge Menschen ohne gesicherte Anschlussperspektive .............. 16
Handlungsempfehlungen Inklusion am Übergang Schule – Beruf ................................ ....... 19
Handlungsempfehlungen Abbrüche ................................ ................................ .................. 25
Literatur ................................ ................................ ................................ .......................... 30
4
Präambel
Nach der Veröffentlichung des 1. Bildungsberichts der Wissenschaftsstadt Darmstadt erteil-
ten die im Herbst 2019 zuständigen Dezernent*innen den Auftrag, auf Grundlage ausgewähl-
ter Befunde des Bildungsberichts Handlungsempfehlungen in drei Arbeitspakten entlang der
Lebensphasen zu entwickeln. Im Sommer 2020 wurden als Ergebnisse für das erste Hand-
lungsfeld Empfehlungen zum Überg ang Kita – Grundschule vorgelegt, 1 Anfang 2022 folgten
Empfehlungen für das zweite Handlungsfeld Übergang Grundsch ule – weiterführende
Schule.2 Ein Teil der bislang empfohlenen Maßnahmen wurde bereits umgesetzt, die Umset-
zung weiterer Maßnahmen wird vorbereitet oder ist bereits gestartet.
Der Übergang Schule – Beruf stellt ein Handlungsfeld mit einer Vielzahl von Be teiligten dar.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat an verschiedenen Stellen Berührungspunkte zum
Übergang Schule – Beruf mit jeweils unterschiedlichen Einflussmöglichkeiten.
Die Jugendberufshilfe als Teil der Abteilung Kinder - und Jugendförderung im Juge ndamt
führt Angebote der beruflichen Orientierung zusammen und unterstützt Jugendliche beim
Übergang. Eine wichtige Rolle spielen dabei die hessenweite Strategie zur Optimierung der
lokalen Vermittlungsarbeit am Übergang Schule – Beruf (OloV), die Jugendbe rufsagentur
Darmstadt (JBA), die mobile Jugendberufshilfe sowie das ESF -Programm JUSTiQ 3 bzw.
JUSTBEst4. Bei OloV liegt der Schwerpunkt auf eine Abstimmung und Koordination der viel-
fältigen Angebote am Übergang Schule – Beruf. Die hierzu eingerichtete Ol oV-Steuerungs-
gruppe setzt sich zusammen aus Vertreter*innen der Agentur für Arbeit, des Jobcenters, der
Kammern IHK und HWK und des Staatlichen Schulamts sowie der OloV -Koordination und der
kommunalen Koordination Jugendberufshilfe und JUSTiQ bzw. JUST BEst.
Die Jugendberufsagentur Darmstadt ist ein gemeinsames Angebot der Agentur für Arbeit,
des Jobcenters und der Wissenschaftsstadt Darmstadt (Jugendamt) und steht unter dem ge-
meinsamen Motto „Kein Jugendlicher geht verloren“. Die Jugendberufsagentur bietet Jugend-
lichen und jungen Erwachsenen Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungs - bzw. Arbeits-
platz, unabhängig davon, welche Institution eigentlich für sie zuständig ist. Die mobile Ju-
gendberufshilfe unterstützt hier durch Präsenz im Sozialraum in den Juge ndeinrichtungen.
Das ESF-Modellprojekt JUSTiQ förderte mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und
der Wissenschaftsstadt Darmstadt Projekte zur schulischen und beruflichen Integration von
jungen Menschen im Alter von 12 bis einschließlich 26 Jahren . Ziel des Darmstädter Projekts
war es, junge Menschen, die von den Angeboten der allgemeinen und beruflichen Bildung
oder Grundsicherung für Arbeitssuchende und/oder Arbeits förderung nicht mehr erreicht
wurden, auf die (Wieder -) Aufnahme von schulischer/b eruflicher Bildung, berufsvorbereiten-
den Maßnahmen und Arbeit vorzubereiten.
Seit September 2022 setzt die Wissenschaftsstadt Darmstadt das ESF Projekt JUST BEst
um. Zielgruppe sind junge Menschen zw ischen 14 und 26 Jahren . Die Koordination des Pro-
gramms ist wieder in der Jugendberufshilfe angesiedelt. Ziel des Angebots ist es, junge Men-
schen mithilfe sozialpädagogischer Unterstützung individuell und rechtskreisübergreifend bei
der Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit und selbständigen L ebensführung zu begleiten .
1 Wissenschaftsstadt Darmstadt (2020): Handlungsempfehlungen Übergang Kita – Grundschule. (https://www.darm-
stadt.de/leben-in-darmstadt/bildung/bildung-integriert).
2 Wissenschaftsstadt Darmstadt (2022): Handlungsempfehlungen Übergang Grundschule - weiterführende Schule.
(https://www.darmstadt.de/leben-in-darmstadt/bildung/bildung-integriert).
3 JUSTiQ = Jugend stärken im Quartier, Laufzeit: 01.01.2019 – 30.06.2022.
4 JUST BEst= Jugend stärken: Brücken in die Eigenständigkeit, Laufzeit: 01.09.2022 – 31.12.2027.
5
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist zudem Schulträger von sechs öffentlichen beruflichen
Schulen im Stadtgebiet und damit formal für die äußeren Schulangelegenheiten – u.a. die
Bereitstellung angemessener Räume im Rahmen der Ber ufsschulentwicklungsplanung – zu-
ständig. Neben den beruflichen Schulen trägt sie auch Verantwortung für die für den Über-
gang Schule – Beruf ebenfalls relevanten weiterführenden Schulen (1 H+R -Schule, 3 IGS, 2
KGS, 7 Gymnasien). 5 Sie agiert in ihrer Rolle als Schulträger nicht nur verwaltend, sondern
gestaltend und steht in engem Austausch zum für die inneren Schulangelegenheiten zustän-
digen Staatlichen Schulamt für den Landkreis Darmstadt -Dieburg und die Stadt Darmstadt.
Im Rahmen der vorliegenden Handlungsempfehlungen wurden verschiedene Aspekte des
Übergangs von der Schule in den Beruf in den Blick genommen. Eine wichtige Zielgruppe
sind junge Menschen ohne gesicherte Anschlussperspektive nach dem Verlassen der Schule,
da diese danach nur schwer erreicht werden können. Ein gesonderter Blick richtet sich auch
auf die Frage, wie Inklusion am Übergang Schule – Beruf gelingen kann. Den dritten Themen-
schwerpunkt bildet das Thema Abbrüche, hier werden sowohl Studien - als auch Ausbildungs-
abbrüche betrachtet. Bei der Erstellung der Handlungsempfehlungen wurde die Fachexper-
tise unterschiedlicher Akteur*innen aus der Stadtverwaltung und Stadtwirtschaft , dem Staat-
lichen Schulamt, den Förderschulen sowie der OloV -Steuerungsgruppe einbezogen. Die Di s-
kussion der Entwürfe diente der Festigung und Vereinheitlichung der Maßnahmen und Ziele,
um ein fachlich abgestimmtes Gesamtpaket konkreter Handlungsempfehlungen vorzulegen.
Die betrachteten Schwerpunktthemen sind nicht grundsätzlich neu, sondern werden in unter-
schiedlicher Intensität an verschiedenen Stellen in der Stadtverwaltung und anderen Instituti-
onen bereits bearbeitet. Die vorliegenden Handlungsempfehlungen sind somit nicht als Kon-
kurrenz, sondern Ergänzung zu der bestehenden Arbeit zu verstehen. Die Themensetzung
und Datenbasierung sowie die Einbindung unterschiedlicher externer Akteur*innen bieten die
Möglichkeit einer Perspektiverweiterung. Die amts - und dezernatsübergreifende Arbeit von
Bildungsmanage ment, Bildungsmonitoring und OloV-Koordination dient hierbei als Unterstüt-
zungsleistung für die handelnden Akteur*innen . Die vorliegenden Ergebnisse können somit
gleichermaßen in bestehende Prozesse eingebunden werden als auch weitere Prozesse an-
stoßen.
5 Die Schulträgerschaft erstreckt sich auch über 19 Grundschulen sowie Abendgymnasium und Abendrealschule. Diese
Schulformen sind für das hier betrachtete Themenfeld jedoch weniger relevant.
6
Zusammenfassung Ziele
Junge Menschen ohne g esicherte Anschlussperspektive
Ziele
Darmstädter Schüler*innen verlassen die Schule mit gesicherter Anschlussperspektive.
Schüler*innen ohne Anschlussperspektive werden identifiziert und erhalten entsprechende
Angebote.
Teilziele
Eltern sind in die Beratung und Information zum Übergan g Schule – Beruf frühzeitig ein bezo-
gen.
Schüler*innen und Eltern werden von Informat ionen zum Übergang in den Beruf – insbeson-
dere in das duale Ausbildungssystem – erreicht. Bereitgestellte Informationen zum Übergang
Schule – Beruf sind für alle Schüler*innen und Eltern verständlich.
Junge Menschen wissen, an wen sie sich auch nach dem Verlassen der Schule mit Fragen
zum Berufseinstieg wenden können.
Jugendlichen ohne gesicherte Anschlussperspektive werden frühzeitig i dentifiziert und an
entsprechende Unterstützungs - und Beratungsstellen vermittelt.
Inklusion am Übergang Schule – Beruf
Ziele
Unterstützungs - und Beratungsmaßnahmen im Übergang Schule – Beruf sind inklusiv.
Der Anteil der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die in Ausbildung auf
dem 1. Arbeitsmarkt übergehen, wird gesteigert.
Schüler*innen mit besonderem Unterstützungsbedarf erhalten qualifizierte individuelle Be-
gleitung und Unterstützung im Prozess der beruflichen Orientier ung.6
Teilziele
Alle am Übergang Sc hule – Beruf beteiligten Akteur*innen sind mit Inklusion befasst und ent-
sprechend über Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten informiert.
Bereitgestellte Informationen zum Übergang Schule – Beruf sind für alle Schüle r*innen und
Eltern verständlich und umfassen Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten für Schüler*in-
nen mit und ohne Behinderung.
Berufliche Schulen und Unternehmen werden bei der Ausbildung von Schüler*innen mit son-
derpädagogischem Förderbedarf unterstüt zt.
Die Zusammenarbeit von Förderschulen, beruflichen Schulen und dem Eigenbetrieb
Darmstädter Werkstätten wird ausgebaut.
6 Ausschnitt aus dem 5. Schwerpunkt der regionalen OloV-Strategie 2020-2022, S.13.
7
Angebote der Berufsorientierung sind so angelegt, dass Schüler*innen mit unterschiedlichen
Voraussetzungen davon gleichermaßen erre icht werden. Dies umfasst sowohl hohe Praxisan-
teile als auch Langfristigkeit der Maßnahmen.
Die Sichtbarkeit der Vielfalt von Auszubildenden und Arbeitnehmer*innen wird erhöht. Der
Stadtwirtschaft kommt dabei eine besondere Rolle zu.
Abbrüche
Ziele
Frühzeitige Identifikation von Risikogruppen: in Zusammenarbeit mit Schulen und Bildungs-
einrichtungen werden Risikogruppen identifiziert, die ein erhöhtes Abbruchrisiko haben, und
gezielte Maßnahmen ergriffen, um sie zu unterstützen.
Jugendliche, die eine Ausbi ldung abbrechen, erhalten eine für sie passende Anschlussper-
spektive.
Der Anteil der Abbrüche in den einzelnen Bildungsgängen an beruflichen Schulen wird ge-
senkt.
Die Ursachen für Ausbildungsabbrüche werden regelmäßig analysiert , mit der OloV -Steuer-
runde der Wissenschaftsstadt Darmstadt jährlich reflektiert und entsprechende Maßnahmen
entwickelt und fortgeführt, um ihnen entgegenzuwirken. 7
Die allgemeinbildenden Schulen in der Region gewährleisten qualitativ gute Berufliche Orien-
tierung in Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit und Dritten. 8
Stärkung von Netzwerken und Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen, Arbeitgebern
und anderen relevanten Organisationen, um die Integration von Jugendlichen in den Arbeits-
markt zu fördern und eine enge Zusammenarbeit zwischen Bildungs - und Arbeitssektor zu
gewährleisten.
Jungen Menschen, die ein Studium abbrechen, wird eine Anschlussperspektive aufgezeigt.
Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der dualen Ausbildung.
Es wird Transparenz über d ie Chancen und Möglichkeiten des Bildungssystems und der dua-
len Ausbildung sowie über die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildungsab-
schlüsse hergestellt. 9
Darmstädter Hochschulen sind in die städtischen Netzwerkaktivitäten zum Übergang Sch ule
– Beruf eingebunden.
Teilziele
Studienzweifler*innen und Ausbildungszweifler*innen werden von Beratungsangeboten früh-
zeitig erreicht und erhalten somit neue Perspektiven. Die Entscheidungsfindung wird dadurch
beschleunigt.
7 Dies wird im Rahmen von QuABB und OloV bereits umgesetzt, nichtsdestotrotz bleib die Zielsetzung aktuell.
8 4.Schwerpunkt der regionalen OloV-Strategie 2020-2022, S.10 ff.
9 3. Schwerpunkt der regionalen OloV-Strategie 2020-2022, S.8 f.
8
Der Erfahrungsaustausch zwisc hen lokalen Arbeitgebern, Schulen Bildungsträgern und ande-
ren relevanten Organisationen am Übergang Schule – Beruf wird intensiviert. So sollen Mat-
chingprozesse optimiert und die Attraktivität und Qualität der Ausbildung gesichert werden.
Abbrüche werden nicht als Scheitern, sondern als Neuorientierung verstanden. Abbrechende
bekommen alternative Berufs - und Ausbildungswege aufgezeigt.
Die Vernetzung der Akteur*innen am Übergang Schule – Beruf mit den Darmstädter Hoch-
schulen wird ausgebaut.
Jugendlichen mi t erhöhten Abbruchsrisiko werden frühzeitig identifiziert und an entspre-
chende Unterstützungs - und Beratungsstellen vermittelt.
9
Einbettung in den Gesamtprozess
Der Übergang von der Schule in den Beruf bildet eine zentrale und viel betrachtete Weichen-
stellung für die Bildungs - und Erwerbsbiographie junger Menschen. Die Wissenschaftsstadt
Darmstadt trägt ihm im Rahmen unterschiedlicher Konzepte und Strategien bereit s Rech-
nung:10
Im Rahmen der Bildungsberichterstattung der Wissenschaftsstadt Darmstadt werden auf Ba-
sis des 1. Bildungsberichts der Wissenschaftsstadt Darmstadt Handlungsempfehlungen in
drei Arbeitspakten – Übergang Kita – Grundschule, Übergang Grundschule – weiterführende
Schule, Übergang Schule – Beruf – erarbeitet. Wie in den Magistratsvorlagen 11 zu den bereits
vorgelegten Handlungsempfehlungen beschrieben, bilden alle drei Papiere Bausteine eines
Aktionsplans Bildung. Der Aktionsplan Bildung versteht sich dabei nicht als bloße Aneinan-
derreihung der einzelnen Arbeitspakte und als abgeschlossenes Papier, sondern als sich wei-
terentwickelndes Ge samtgebilde. Die bisher vorgelegten Handlungsempfehlungen sind mit
ihrer Fertigstellung nicht ‚abgeschl ossen‘, sondern werden regelmäßig betrachtet und er-
gänzt. Darüber hinaus wird der Umsetzungsstand der Maßnahmen regelhaft dokumentiert,
eine Beobachtung der Entwicklung in den einzelnen Handlungsfeldern erfolgt über die Daten-
fortschreibung zum Bildungsberi cht.
Ein weiterer Aspekt, den es nach Abschluss des Aktionsplans genauer zu beleuchten gilt, sind
die Wechselwirkungen zwischen den in den einzelnen Arbeitspaketen beleuchteten Schwer-
punkthemen auf andere Lebensphasen. Ein Beispiel hierfür ist das Schwer punktthema Spra-
che. Im Einschulungsprozess festgestellte Sprachdefizite erschweren den Einstieg in das for-
male Bildungssystem. Je nachdem, wie gut diese durch flankierende Sprachfördermaßnah-
men ausgeglichen werden können, haben sie möglicherweise auch eine n Einfluss auf die
Schulwahl am Ende der Grundschulzeit. Ein anderer Aspekt ist der Themenschwerpunkt In-
klusion zunächst im schulischen Bereich, später mit einem spezifischen Blick auf den Über-
gang in den Beruf bzw. sich nachschulisch anschließende Entwick lungspotentiale.
10 Vgl. Abschnitt Bestehende Strategien und Netzwerke zum Übergang Schule – Beruf in Darmstadt, S.12.
11 MagV 2020/0223 bzw. MagV 2022/0069.
10
Einführung zum Themenfeld Übergang Schule – Beruf
Ausgangspunkt
Mit dem Ende der Schulzeit beginnt für junge Menschen ein aufregender neuer Lebensab-
schnitt. Dabei ist die Entscheidung, welcher beruflicher Weg eingeschlagen wird, we itrei-
chend und stellt nicht selten eine große Herausforderung dar. Neben der Auswahl aus unzäh-
ligen beruflichen Bildungswegen werden die jungen Bewerber*innen auch mit den Anforde-
rungen eines dynamischen Ausbildungs - und Arbeitsmarktes konfrontiert. Nicht allen Jugend-
lichen gelingt es, diesen Übergang eigenständig und erfolgreich zu meistern. An dieser Stelle
bedarf es einer ausreichenden Unterstützung und Beratung, damit Schüler*innen eine gesi-
cherte Anschlussperspektive erhalten und spätere Abbrüche vermi eden werden können. Hier
spielen Eltern eine bedeutende Rolle, aber auch Lehrkräfte und andere Akteur*innen, die am
Übergang Schule -Beruf aktiv sind, können unterstützen. Ziel ist es, insbesondere benachtei-
ligte Jugendliche in der Entwicklung einer berufli chen Perspektive zu unterstützen und sie
auf dem Weg dorthin zu begleiten.
Um zu gewährleisten, dass allen jungen Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt der
Weg in Ausbildung, Studium oder Beschäftigung gut gelingt, ist eine niederschwellige, lü-
ckenlose und gut verzahnte Angebotsstruktur zur beruflichen Orientierung, Beratung, Unter-
stützung und Begleitung vorzuhalten. Durch eine e nge Vernetzung und strategische Zusam-
menarbeit aller im Feld handelnden Akteur*innen soll dies in der Wissenschaftsstadt Darm-
stadt sichergestellt werden.
Die Handlungsempfehlungen dieses Berichtes zum Übergang Schule –Beruf beziehen sich
auf drei Themenschwerpunkte, die für die Überga ngsgestaltung besondere Bedeutung haben.
Junge Menschen ohne gesicherte Anschlussperspektive
Im Fokus der Empfehlungen stehen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die nach
Ende der Schulzeit über keine gesicherte Anschlussperspektive verfügen. Ohne ge eignete Un-
terstützungsmaßnahmen droht diese Zielgruppe im Übergang Schule – Beruf verloren zu ge-
hen.
Inklusion am Übergang Schule – Beruf
Es muss sichergestellt sein, dass die Angebote und Maßnahmen im Übergang Schule – Beruf
allen Jugendlichen und junge n Erwachsenen der Stadt zu Gute kommen. Es gilt dabei indivi-
duelle Bedarfe zu berücksichtigen und eine inklusive Teilhabe zu ermöglichen.
Abbrüche
Um die berufliche Integration junger Menschen zu gewährleisten, ist das erfolgreiche Errei-
chen von berufli chen Bildungsabschlüssen eine Voraussetzung. Ziel ist es, auf die Vermei-
dung von Abbrüchen hinzuwirken.
Übergreifendes Ziel
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt möchte sicherstellen, dass alle Jugendlichen und jungen
Erwachsenen in der Stadt so gefördert werden, dass sie ein Leben in sozialer und wirtschaft-
licher Selbständigkeit führen können und eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt
erfolgen kann.
11
Ausblick
Für die im Folgenden formulierten Ziele wird kein konkreter Zeithorizont definiert. Es erfolgt
eine regelmäßige datenbasierte Überprüfung der Entwicklung in den Handlungsfeldern , zu
denen Daten vorlie gen sowie eine Dokumentation der Umsetzungsschritte. Es wird empfoh-
len, sich gemei nsam mit den relevanten Akteur*innen aus Staatlichem Schulamt, Schulen
und weiteren Akteur*innen auf gemeinsame Ziele für die betrachteten Schwerpunktthemen
zu verständigen und diese fest zuschreiben.
12
Bestehende Strategien und Netzwerk e zum Übergang Schule – Beruf in
Darmstadt
Damit allen jungen Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt der Übergang von der
Schule in eine berufliche Zukunft erfolgreich gelingen kann, ist der Austausch und eine stra-
tegische Zusammenarbeit aller im Feld relevanten, lokalen Akteur*innen erforderlich. Dies
ermöglicht eine enge Abstimmung und Verzahnung der Maßnahmen, so dass eine bedarfsge-
rechte und lückenlose Angebotsstruktur für Jugendliche und junge Erwachsene gesichert wer-
den kann. Der enge Austausch im Netzwerk vermeidet Parallelstrukturen und ermöglich t es,
Herausforderungen im Handlungsfeld multiprofessionell zu begegnen. Anhand gemeinsam
gesteckter Ziele kann das Handlungsfeld Übergang Schule – Beruf nachhaltig und nah an den
Bedarfen der Zielgruppe weiterentwickelt werden . Im Gegensatz zu den zuvor b etrachteten
Übergängen von der Kita in die Grundschule sowie von der Grundschule in die weiterführende
Schule wird der Übergang von der Schule in den Beruf von der Wissenschaftsstadt Darmstadt
schon seit längerer Zeit intensiv strategisch begleitet.
Hessenweite Strategie OloV
Im Rahmen ihrer Beteiligung an der hessenweiten Strategie OloV („Optimierung der lokalen
Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf“) fördert die Wissenschaftsstadt Darmstadt
den Austausch und die strategische Zusammenarbeit vor O rt.
Vertreter*innen des lokalen Ausbildungs - und Arbeitsmarktes sowie weitere Akteur*innen, die
in der Region den Übergang Schule – Beruf mitgestalten, vereinbaren in der OloV -Steuer-
runde auf der Basis hessenweiter OloV -Qualitätsstandards gemeinsame Ziele und Maßnah-
men für den Übergang Schule – Beruf und begleiten d eren Umsetzung. Koordiniert werden
der Austausch und die strategische Zusammenarbeit von der regionalen OloV -Koordination
im Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die regionale Strategie u nd Zielvereinba-
rung wird stetig weiterentwickelt.
Rechtskreisübergreifendes Angebot der Jugendberufsagentur
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der kommunalen Vernetzung und Kooperation im Bereich
des Übergangs Schule – Beruf ist die Jugendberufsagentur de r Wissenschaftsstadt Darm-
stadt, der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Darmstadt. Im Fokus der Einrichtung steht
die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit aller drei Kooperationspartnerinnen (also SGB
II, SGB III und SGB VIII). Durch einen eng abgesti mmten Beratungs - und Vermittlungspro-
zess sollen Jugendliche und junge Erwachsene eine niederschwellige und lückenlose Bera-
tung erhalten und schnell und gezielt in Ausbildung vermittelt werden.
Netzwerke der Jugendberufshilfe
Die Vernetzung der Akteur*inn en und die Verzahnung der Angebote und Maßnahmen im
Handlungsfeld Übergang Schule – Beruf werden durch weitere Formate der Koordinierungs-
stelle Jugendberufshilfe im Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt unterstützt. Bei-
spiele hierfür sind eine enge Zu sammenarbeit mit den Trägern der Jugend berufshilfe im Rah-
men des §78 SGB VIII , der Austausch mit dem Staatlichen Schulamt , um Lehrkräfte zu infor-
mieren und Anschlussperspektiven für Schüler*innen zu sichern oder der „Runde Tisch Aus-
bildung“, in dessen Rahm en der Austausch um ausbildende Betriebe erweitert wird.
Die Ergebnisse aus diesen Netzwerken werden als Impulse in die OloV -Steuerrunde zurückge-
spiegelt und in der Weiterentwicklung der regionalen Strategie mitgedacht.
13
Ausbildungs- und Arbeitsmarktst rategie
Die kommunale Strategie formuliert Ziele und Handlungsschritte zur Förderung von auf dem
Ausbildungs- und Arbeitsmarkt benachteiligter Menschen. Zentrale Bestandteile der Strategie
sind die kommunale Jugendberufshilfe inklusive der oben beschriebenen OIoV -Strategie so-
wie das Entgegenwirken struktureller Geschlechterungleichheit , um somit die Potentiale von
Mädchen und Frauen zu nutzen und ihre Chancen auf dem Ausbildungs - und Arbeitsmarkt zu
verbessern. Kernpunkte dabei sind eine eigenständige Existenzsicherung und die Ermögli-
chung einer adäquaten Verbindung von Erwerbs - und Fürsorgearbeit.
Zur Realisierung der Strategieziele werden ESF -, Bundes- und Landesmittel eingesetzt oder
durch Kofinanzierung Förderprogramme in Darmstadt ermöglicht. Schwerpunkt hier bildet
die Hessische Arbeitsmarktförderung. Damit werden Themen, die durch die Landespolitik ge-
setzt werden, mit der kommunalen Strategie verkn üpft. Die Erarbeitung und Umsetzung der
Strategie erfolgt im Rahmen der Koordinierungsstelle Beschäftigungsförderung der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt in Zusammenarbeit mit relevanten Akteur*innen.
14
Querschnittsziele
Ausgangspunkt
Die im Folgenden behan delten Schwerpunktthemen generieren sich aus den Ergebnissen des
1. Bildungsberichts der Wissenschaftsstadt Darmstadt . Entsprechend fokussieren sie die Be-
reiche, für die im Bildungsbericht datenbasiert Ungleichheiten und Handlungsbedarfe fest ge-
stellt wurden. Für den hier behandelten Übergang von der Schule in den Beruf sowie Abbrü-
che im Rahmen der Ausbildung betraf dies vornehmlich den Migrationshintergrund /die nicht-
deutsche Familiensprache , aber auch Unterschiede mit Blick auf das Geschlecht. Für die be-
ruflichen Schulen liegen im Rahmen des 1.Bildu ngsberichts keine Daten zu Menschen mit
Behinderung bzw. Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf vor . Der Themen-
schwerpunkt junge Menschen ohne gesicherte Anschlussperspektive generiert sich aus einem
kommunalen Bedarf.
Unabhängig von den spezifischen Themen unterliegen auch die Überlegungen im Bereich Bil-
dung generellen Zielsetzungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Hierbei lassen sich als
wichtige Querschnittsthemen identifizieren: Integration und interkulturelle Öffnung, Inklu-
sion, Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechtersensibilität. Im Folgenden werden beste-
hende Zielsetzungen der Stadt in diesen Querschnittsthemen mit dem Fokus Bildung darge-
stellt.
Die Begriffe „Inklusion“ und „Integration“ sind Teil kontroverser politischer Debatten (einen ersten
Überblick gibt beispielsweise ein Factsheet des Caritasverbandes 2018). Im Folgenden wird mit
„Integration“ auf Bestrebungen zu mehr Teilhabe im Arbeitsfeld Migration Bezug genommen, m it
„Inklusion“ auf Bestrebungen zu mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung. Die Diskussion um
eine Positionierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt zum Inklusionsbegriff muss an anderer Stelle
geführt werden . Hierzu braucht es einen entsprechenden Auftra g und eine ämterübergreifende Dis-
kussion.
Integration und Interkulturelle Öffnung
Ein zentrales integrationspolitisches Ziel der Wissenschaftsstadt Darmstadt liegt in der Über-
windung von Bildungsbenachteiligung und -ungleichheit im Bildungssystem. 12 Die Bildungs-
beteiligung aller in Darmstadt lebenden Menschen soll dahingehend erhöht werden, dass
eine Gleichverteilung der Bildungsabschlüsse innerhalb der gesellschaftlichen Milieus er-
reicht wird. Die Verwirklichung gleichberechtigter Teilhabe hängt in hohem Maße davon ab,
inwieweit es dem Bildungssystem, aber auch der einzelnen Schule gelingt, allen Schülerinnen
und Schülern unabhängig von ihrem sozio -kulturellen Hintergrund einen qualifizierten Schul-
abschluss zu ermöglichen. Damit diese gleichermaßen ihre P otenziale entfalten und interkul-
turelle Kompetenzen sowie Grundlagen für ein erfolgreiches Berufsleben und für lebenslan-
ges Lernen erwerben, bedarf es einer Schule der Vielfalt, die frei ist von offener und versteck-
ter Diskriminierung und sich bewusst auf die soziale, kulturelle, wirtschaftliche und sprachli-
che Heterogenität der Schülerschaft ausrichtet. Durch die Öffnung der Schulen und der Kitas
werden Hemmschwellen der Eltern gegenüber den Institutionen und auch umgekehrt abge-
baut, das Vertrauensverhältn is wird gefestigt und der Kontakt zwischen den Eltern, den Leh-
renden sowie den Erzieherinnen und Erziehern wird verbessert. 13
12 Wissenschaftsstadt Darmstadt (2020a) , S.62.
13 Wissenschaftsstadt Darmstadt (2012), S.47.
15
Inklusion
„Ziel inklusiven Lernens ist, an allen Orten, an denen Bildung stattfindet, inklusive Strukturen
zu entwickeln und z u stärken, bei der Erziehung im Elternhaus, in Kindertagesstätten, in der
Schule, in der außerschulischen Kinder - und Jugendarbeit, in der Erwachsenenbildung
usw.“14
„Unter einer ‚inklusiven Schule‘ versteht die Unterarbeitsgruppe zum Handlungsfeld Erzie-
hung und Bildung – lebenslanges Lernen eine Schule, die für alle Kinder und Jugendlichen
offen ist. Die Schule übernimmt dabei die Verantwortung für alle Kinder und Jugendlichen,
damit diese in vollem Umfang an allen Gemeinschaftsaktivitäten teilnehmen kön nen. Die Kin-
der und Jugendlichen erhalten dazu die notwendige individuelle Unterstützung. Die Kinder
und Jugendlichen lernen in der Schule in heterogenen Lerngruppen. Der Unterricht findet
nicht lernzielgleich, sondern binnendifferenziert statt. Die Kinder und Jugendlichen spielen,
lernen und arbeiten dabei am gemeinsamen Gegenstand.“ 15
Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechtersensibilität
„Gleichstellungsziel: Anpassung von Bildungsinhalten an geschlechtsspezifische Bedarfe und
damit Förderung von Geschlechtergerechtigkeit in der Bildung ohne neue Rollenstereotype zu
produzieren, Vermeidung von stereotypen Bildungslaufbahnen, die der eigenständigen Exis-
tenzsicherung von Frauen abträglich sind.“ 16
„Da Bildung einen Verwirklichungszugang für Frauen und Männer im gesamten Lebensver-
lauf darstellt, müssen im Bildungssystem durchgängig gleich gute Chancen für Frauen und
Männer geschaffen werden. Beide Geschlechter sollen im gleichen Maße Zugang zum gesam-
ten Spektrum der Bildungsmöglichkeiten haben, frühe Bildungsphasen nutzen und sich spä-
ter weiterqualifizieren können. Verpasste Bildungschancen (Abschlüsse) in der Jugend sollen
im Erwachsenenalter nachgeholt werden können und Benachteiligungen wegen Elternschaft
müssen verhindert werden.“ 17
14 Wissenschaftsstadt Darmstadt (2016): Auf dem Weg zur inklusiven Stadt, S.27 f.
15 Wissenschaftsstadt Darmstadt (2016): Auf dem Weg zur inklusiven Stadt, S.28.
16 Wissenschaftsstadt Darmstadt (2017): 1. Gleichstellungsaktionsplan Wissenschaftsstadt Darmstadt, S.28.
17 Wissenschaftsstadt Darmstadt (2021): 1. Darmstädter Gleichstellungsbericht, S.106.
16
Handlungsempfehlungen Junge Menschen ohne gesicherte
Anschlussperspektive
Ausgangspunkt:
Die verschiedenen unterstützenden Systeme für junge Menschen im Übergang Schule – Beruf
können nur dann greifen, wenn die entsprechenden Jugendlichen identifiziert un d die Angebote
wahrgenommen werden können. Sobald junge Menschen das Schulsystem verlassen bzw. die
Schulpflicht erfüllt haben, können sie von städtischer oder schulischer Seite nicht mehr oder
nur schwer identifiziert und erreicht werden. Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Identifika-
tion von sogenannten Schüler*innen mit unklaren Anschlussmöglichkeiten entscheidend, um
diese gezielt unterstützen zu können. Hierbei ist Anschlussperspektive weiter zu fassen als der
direkte Übergang in eine Ausbildung oder eine berufliche Schule, zu nennen sind hier insbe-
sondere Freiwilligendienste .
Ziele:
Darmstädter Schüler*innen verlassen die Schule mit gesicherter Anschlussperspektive.
Schüler*innen ohne Anschlussperspektive werden identifiziert und erhalten entsp rechende
Angebote.
Teilziel 1:
Eltern sind in die Beratung und Information zum Übergang Schule – Beruf frühzeitig ein-
bezogen.
Maßnahmen zu Teilziel 1:
1) Niedrigschwellige Angebo te der Elternarbeit institutionsübergreifend etablieren.
2) Elternarbeit in den BO -Curricula der Darmstädter Schulen verankern.
Teilziel 2:
Schüler*innen und Eltern werden von Informationen zum Übergang in den Beruf – insbe-
sondere in das duale Ausbildungssystem – erreicht. Bereitgestellte Informationen zum
Übergang Schule – Beruf sind für alle Schüler*innen und Eltern verständlich .
Maßnahmen zu Teilziel 2:
1) Bereitstellung von bestehendem Informationsmaterialien zum Übergang Schule –
Beruf in verschiedenen Sprachen und sprachvereinfacht.
2) Lehrkräfte als wichtige Multiplikator*innen werden in regelmäßigen Abständen zu
Anschlussmöglichkeiten geschult.
Teilziel 3:
Junge Menschen wissen, an wen sie sich auch nach dem Verlassen der Schule mit Fra-
gen zum Berufseinstieg wenden können.
Maßnahmen zu Teilziel 3:
1) Bestehende Anlauf- und Unterstützungs stellen werden zielgruppengerecht an für
junge Menschen rel evanten Orten beworben (z.B. Jugendhäuser, mobile Jugendar-
beit, Schulen usw. ).
2) Weiterentwicklung der Rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit im Rahmen der
Jugendberufsagentur mit dem Ziel zielgruppengerechte Angebotsstrukturen zu
etablieren. Schulen bieten auch für ehemalige Schüler*innen Berufsbera tung bzw.
Berufsorientierung an.
3) Die Schulsozialarbeit wird mit Blick auf junge Menschen, die potentiell keine An-
schlussperspektive haben, frühzeitig eingebunden und unterstützt die Jugendliche n
bei der Suche nach einem für sie passenden Anschluss an die Schullaufbahn.
17
Teilziel 4:
Jugendlichen ohne gesicherte Anschlussperspektive werden frühzeitig identifiziert und
an entsprechende Unterstützungs - und Beratungsstellen vermittelt.
1) Lehrkräfte sind beispielsweise durch ein Riskobarometer 18 in die Lage versetzt, ge-
fährdete Schüler*innen am Übergang Schule – Beruf zu identifizieren. Schüler*in-
nen werden durch die Lehrkräfte ergänzende Angebote außerhalb der allgemeinen
Angebote der Berufsorientierung unterbereitet.
2) Sicherstellung einer frühze itigen Anbindung der identifizierten Jugendlichen an Be-
ratungs- und Unterstützungsangebote beispielsweise der Agentur für Arbeit, der Ju-
gendberufsagentur und im Rahmen von JustBEST.
Übergeordnete Herausforderungen:
Junge Erwachsene, die das Schulsystem v erlassen haben, können von Schulen und städti-
schen Angeboten nicht mehr identifiziert werden. Eine große Herausforderung sind zum ei-
nen fehlende Kapazitäten zur schulischen Nachbetreuung und zum anderen datenschutz-
rechtliche Regelungen, die die direkte Ans prache abgegangener, unfreiwillig nicht im berufli-
chen System gelandeter Schüler*innen erschweren.
Befunde in Bildungsbericht und Datenfortschreibung:
Für dieses Handlungsfeld lassen sich im Rahmen der Bildungsberichterstattung keine quanti-
tativen Befund e identifizieren (vgl. übergeordnete Hera usforderungen). Dieses Handlungsfeld
ist seitens der OloV -Steuerrunde jedoch seit langem als relevant identifiziert.
Hypothesen:
Nicht alle Schüler*innen, die in der Schule angeben, eine Anschlussperspektive (Ausb ildungs-
platz, Fortsetzung des Schulbesuchs) zu haben, setzen dies nach ihrem Schulabschluss auch
um.
Durch ein abgestimmtes regionales Übergangsmanagement kann die Zahl der unversorgten
jungen Menschen reduziert werden.
Hintergründe:
Eltern sind in die Beratung und Information zum Übergang Schule – Beruf frühzeitig einbezo-
gen.
Eltern sind nach wie vor wichtiger Orientierungspunkt für Jugendliche und junge Erwachsene,
wenn es um die Berufswahlentscheidung geht. Hier spielen sowohl vorgelebte Berufsbilder
als auch konkrete Erwartungen von Eltern an die Berufswege ihrer Kinder eine Rolle. Auch
wenn sich die jungen Menschen beim Übergang mehr denn je auf dem Weg ins Erwachsenen-
leben befinden, sind gut informierte Eltern eine wichtige Säule im Übergang. Eine wichtige
Rolle spielt hierbei auch die Vielfalt der Möglichkeiten, die viele Eltern aus ihrer eigenen Be-
rufsbiographie ggf. nicht kennen, sei es aufgrund der Weiterentwicklung der Möglichkeiten
der dualen Ausbildung (z.B. Möglichkeit des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung),
des sich ausdifferenzierenden Berufsbildungssystem o der fehlender eigener Erfahrungen im
deutschen Bildungssystem. Bei der Information von Eltern haben Schulen eine besondere
Rolle, da diese teilweise schon über längeren Zeitraum wichtige Bezugspunkte für Eltern
sind. Darüber hinaus gilt es aber auch instit utionsübergreifend, passende, niedrigschwellige
Angebote für Eltern (weiter) zu entwickeln.
18 Vgl. auch Handlungsempfehlungen Abbrüche, Teilziel 5, S. 26.
18
Schüler*innen und Eltern werden von Informationen zum Übergang in den Beruf, insbeson-
dere in das duale Ausbildungssystem erreicht. Bereitgestellte Informationen z um Übergang
Schule – Beruf sind für alle Schüler*innen und Eltern verständlich.
Damit Eltern und Schüler*innen gut informiert sind, gilt es sowohl bei Beratungen als auch
bei gedrucktem/digitalen Informationsmaterial auf Verständlichkeit zu achten. Hierbei sind
sprachvereinfachte Informationen ebenso zu bedenken wie – insbesondere mit Blick auf El-
terninformationen – Informationen in anderen Sprachen. Für Schüler*innen sind neben ihren
Eltern ihre Lehrkräfte ebenfalls wichti ge Bezugspersonen. Damit diese i hrer Beratungsfunk-
tion entsprechend nachkommen können, brauch t es hier eine regelmäßige Qualifizierung.
Junge Menschen wissen, an wen sie sich auch nach dem Verlassen der Schule mit Fragen
zum Berufseinstieg wenden können.
Es braucht auch nach dem Verlasse n der Schule niedrigschwellige Zugangsmöglichkeiten für
junge Menschen zu Beratungssystemen. Dies setzt zunächst einmal die Kenntnisse der Ange-
bote voraus, gleichsam müssen die jungen Menschen sich angesprochen fühlen und das Ge-
fühl haben ‚gemeint zu sein‘ . Hierfür gilt es junge Menschen dort abzuholen, wo sie sich auf-
halten – sowohl hinsichtlich Informationsmaterials als auch Bera tungsangeboten. Auch wenn
Schulen nach dem Verlassen nicht mehr verantwortlich für ihre ehemaligen Schüler*innen
sind, bilden sie für diese doch wichtige Anker - und Vertrauenspunkte. Dies gilt es zu nutzen
und auch nach dem Verlassen Angebote am Ort Schule vorzuhalten.
Jugendlichen ohne gesicherte Anschlussperspektive werden frühzeitig identifiziert und an
entsprechende Unterstütz ungs- und Beratungsstellen vermittelt.
Um Jugendliche ohne gesicherte Anschlussperspektive früh unterstützen zu können, ist ein
entsprechend frühzeitiges Erkennen von entsprechenden Risikofaktoren entscheidend. Päda-
gogische Fach - und Lehrkräfte müssen für diese Risiken ausreichend sensibilisiert und über
sie informiert werden, damit sie erfolgreich und präventiv unterstützen können. Dies kann
durch entsprechende Handreichungen oder auch durch Fachveranstaltungen und -fortbildun-
gen erfolgen. Treffen mehrere Risikofaktoren gleichzeitig zu, ist eine Nachhaltung und effek-
tive Überleitung zu entsprechenden Beratungs - und Unterstützungsangeboten zu sichern.
19
Handlungsempfehlungen Inklusion am Übergang Schule – Beruf
Ausgangspunkt:
„Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazu gehört. Oder anders: Inklusion ist,
wenn alle mitmachen dürfen.“
– so beschreibt die Aktion Mensch Inklusion. 19 Steht mit der Unterzeichnung der UN -Behin-
dertenrechtskonvention außer Frage, dass gleiche Chanc en auf Bildung und ein selbstbe-
stimmtes Leben für alle Menschen zu realisieren sind, wird es auch für Unternehmen immer
relevanter, die Potentiale von allen Arbeitskräften auszuschöpfen. Auch potentielle Auszubil-
dende sind eine wichtige Ressource der Fachk räftesicherung und entsprechende inklusive
Strukturen sind unerlässlich . Die Ausbildungs - und Arbeitsmarktstrategie 2021 bis 2025 der
Wissenschaftsstadt Darmstadt formuliert hierzu folgende Zielsetzung: „Win-Win-Situation für
den regionalen Arbeitsmarkt du rch Aktivierung und Qualifizierung nicht erwerbstätiger und markt-
ferner Personen herstellen. “20. Gleichsam verweist sie auf die der Ausbildungs - und Arbeits-
marktstrategie zugrunde liegender Prinzipien Prävention, Inklusion, Partizipation und Sozial-
raumorientierung.21 Nichtsdestotrotz lässt sich für das Bildungssystem beobachten, dass
dieses mit zunehmendem Alter der Lernenden immer weniger inklusiv ist, was sich u.a. auch
in der geringen Zahl inklusiv beschulter Schüler*innen an beruflichen Schulen niedersc hlägt.
Ziele:
Unterstützungs - und Beratungsmaßnahmen im Übergang Schule – Beruf sind inklusiv.
Der Anteil der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die in Ausbildung auf
dem 1. Arbeitsmarkt übergehen, wird gesteigert.
Schüler*innen mit besonderem Unterstützungsbedarf erhalten qualifizierte individuelle Be-
gleitung und Unterstützung im Prozess der beruflichen Orientierung. 22
19 https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/was-ist-inklusion.
20 Wissenschaftsstadt Darmstadt (2021a): Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie 2021 bis 2025, S.20.
21 Wissenschaftsstadt Darmstadt (2021a): Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie 2021 bis 2025, S.16.
22 Ausschnitt aus dem 5. Schwerpunkt der regionalen OloV-Strategie 2020-2022, S.13.
20
Teilziel 1:
Alle am Übergang Schule – Beruf beteiligten Akteur *innen sind mit Inklusion befasst und
entsprechend über Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten informiert.
Maßnahmen zu Teilziel 1:
1) Angebote der Berufsorientierung – insbesondere auch für inklusiv beschulte Schü-
ler*innen – werden im Rahmen der Dienstversamml ungen für Schulleitungen und
BO-Koordinator*innen regelmäßig thematisiert.
2) Im Rahmen der OloV -Steuerungsgruppe findet regelmäßig ein Austausch zu inklusi-
ven Angeboten sowie spezifischer Unterstützung für inklusiv beschul te Schüler*in-
nen und Schüler*innen von Förderschulen statt.
3) Inklusion wird als Thema beim Runden Tisch Ausbildung gesetzt.
4) Auf BO-Südhessen wird ein Reiter Inklusion eingefügt und entsprechende Informati-
onen dort hinterlegt.
5) Berufsorientierung für inklus iv beschulte Schüler*innen ist explizit Teil der BO -Cur-
ricula der Schulen .
6) Alle relevanten Akteur*innen (u.a. Kammern, Agentur für Arbeit, Jobcenter) definie-
ren Ansprechperson en für Fragestellung im Kontext Inklusion. 23
7) Inklusion wird Schwerpunktinhalt ei nes Schulformtreffens der beruflichen Schulen.
Teilziel 2:
Bereitgestellte Informationen zum Übergang Schule – Beruf sind für alle Schüler*innen
und Eltern verständlich und umfassen Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten für
Schüler*innen mit und ohne Behinderung.
Maßnahmen zu Teilziel 2:
1) Die bisher bereitgestellten Informationen werden dahingehend überprüft, ob sie
Schüler*innen mit und ohne Behinderung gleichermaßen adressieren.
2) Die bisher bereitgestellten (Eltern-)Informationen werden auf Verständlichkeit über-
prüft. Bei Bedarf werden die Informationen auch sprachvereinfacht , mehrsprachig
und unter Zuhilfenahme von Piktogrammen dargestellt.
Teilziel 3:
Berufliche Schulen und Unternehmen werden bei der Ausbildung von Schüler*innen mit
sonderpädagogischem Förderbedarf unterstützt.
Maßnahmen zu Teilziel 3:
1) Berufliche Schulen werden seitens der inklusive n Schulbündnisse gezielt zur Mög-
lichkeit der Beantrag ung einer isb-K-Ressource beraten und bei der Antragsstellung
unterstützt.
2) Der Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen kann für Bera-
tungen von Schulen und Unternehmen angefragt werden. Hierzu braucht es eine
entsprechende personelle Res source.
3) Die Wissenschaftsstadt Darmstadt initiiert Fortbildungen und Sensibilisierungs-
workshops für Unternehmen.
4) Beispiele für gelungene inklusive A usbildungsmöglichkeiten werden interessierten
Betrieben und anderen Akteur*innen transparent und zugänglich gemacht.
Teilziel 4:
Die Zusammenarbeit von Förderschulen, beruflichen Schulen und dem Eigenbetrieb
Darmstädter Werkstätten wird ausgebaut.
Maßnahmen zu Teilziel 4:
1) Gegenseitige Hospitation von Förderschullehrkräften und Lehrkräften beruflicher
Schulen im Unterricht.
2) Der Austausch von Förderschullehrkräften und Lehrkräften beruflicher Schulen wird
unterstützt. Hierbei unterstützen Förderschulleh rkräfte Berufliche Schulen hinsicht-
lich inklusiven Unterrichts , Lehrkräfte der beruflichen Schulen führen Berufsorien-
tierungsmaßnahmen oder praktischen Unterricht mit Schüler*innen der Förder-
schulen durch.
3) Einheiten des Berufsbildungsbereichs des Eigenbet riebs Darmstädter Werkstätten
und Wohneinrichtungen finden in beruflichen Schulen statt.
23 Einige der genannten Einrichtungen haben bereits entsprechende Ansprechpersonen, diese können als gute Bei-
spiele fungieren.
21
Teilziel 5:
Angebote der Berufsorientierung sind so angelegt, dass Schüler*innen mit unterschiedli-
chen Voraussetzungen davon gleichermaßen erreicht werden. Dies umfa sst sowohl hohe
Praxisanteile als auch Langfristigkeit der Maßnahmen.
Maßnahmen zu Teilziel 5:
1) Finanzierung von erprobten Formaten nachhaltig sichern.
2) Schulübergreifende Veranstaltungen/Angebote der Berufsorientierungen finden in
regelmäßigen Abständen an Förderschulen statt.
3) Schuljahresbegleitende Zusammenarbeit mit Kammern und/oder Firmen anbah-
nen.
Teilziel 6:
Die Sichtbarkeit der Vielfalt von Au szubildenden und Arbeitnehmer*innen wird erhöht.
Der Stadtwirtschaft kommt dabei eine besondere Rolle zu.
Maßnahmen zu Teilziel 6:
1) Alle Bereiche der Stadtwirtschaft (Ämter, Eigenbetriebe…) werden dazu aufgefor-
dert, im jeweiligen Bereich zu prüfen, welche Bereiche bzw. Stellen (bestehende
und wünschenswerte) es gibt, die für Menschen mit Behinderung, die diese schon
vor dem Eintritt in das Berufsleben erworben haben, als geeignet erscheinen. Bei
Rückmeldung „keine“ erfolgt eine verpflichtende Beratung durc h den Eigenbetrieb
Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen.
2) Analog zur Fortbildung zur interkulturellen Öffnung wird eine verpflichtende Fortbil-
dung Arbeitstitel: Inklusion für Führungskräfte etabl iert. Hierbei geht es um den Er-
werb von Grundkenntni ssen, dem Kennenlernen von Good -Practice-Beispielen sowie
der Unterstützung bei der Entwicklung einer inklusiven Haltung.
3) Stadtintern kann der Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtun-
gen zu Beratungszwecken (z.B. bzgl. Zerlegbarkeit von Arb eit in Schritte) angefor-
dert werden. Hierfür braucht es eine entsprechende personelle Ressource.
4) Die Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt regelhaft Praktikumsplätze für Schüler*in-
nen der Darmstädter Förderschulen bzw. inklusiv beschulte Schüler*innen zur V er-
fügung.
Übergreifende Herausforderungen:
Die Überschrift dieses Handlungsfeldes „Inklusion am Übergang Schule – Beruf“ bringt eine
Vielzahl von begrifflichen und inhaltlichen Herausforderungen mit sich:
Inklusion: Zunächst einmal beschreibt Inklusion eine gesellschaftliche Haltung bzw. einen ge-
sellschaftlichen Zustand, bei dem alle in allen gesellschaftlichen Bereichen teilhaben können.
Dennoch findet unter dem Begriff Inklusion häufig eine Fokussierung auf Maßnahmen zur
Schaffung von mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung statt. Auch in dies em Papier be-
fasst sich das aktuelle Kapitel unter dem Label Inklusion vor allem mit solchen Maßnahmen –
entgegen der im Rahmen der AG Bildung geführten Diskussion. Um den unterschiedlichen
Bedarfen gerecht werden zu können ist darüber hinaus an einigen Ste llen eine weitere Diffe-
renzierung nach unterschiedlichen Förderschwerpunkten notwendig, um zielgerichtete Maß-
nahmen formulieren zu können. Auch dieses Vorgehen mag dem Grundgedanken der Inklu-
sion widersprechen, scheint aus pragmatischen Gründen jedoch notw endig. Mit Blick auf den
Übergang Schule – Beruf stellt sich zudem die Frage, wann wir hier von Inklusion oder einem
inklusiven Übergang sprechen: Geht es darum, dass die Maßnahmen (u.a. zur Berufsorientie-
rung) inklusiv gestaltet sind? Oder steht der Überg ang in einen Beruf des 1. Arbeitsmarktes
im Vordergrund und die Maßnahmen, die dies unterstützen , können hingegen exklusiv für
eine bestimmte Zielgruppe (z.B. Menschen mit kognitiver Einschränkung) sein? Da wir aktuell
noch weit entfernt von einer inklusiven Gesellschaft sind, beantworten wir die Frage für das
vorliegende Papier mit einem „Sowohl -als-auch“ und gehen davon aus, das s es zum jetzigen
22
Zeitpunkt neben der Steigerung der Inklusivität von sogenannten „Regelangeboten“ auch wei-
ter exklusive Angebote des „Sondersystems“ braucht.
Ähnliche Fragen gilt es auch zu beantworten, wenn es darum geht, ‚Beruf‘ zu definieren, bei-
spielsweise in Abgrenzung von einer Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt und dem Über-
tritt in eine Werkstatt.
Übergeordnete Empfehlung:
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt positioniert sich zum Inklusionsbegriff und wendet diesen
in allen Bereich gleichermaße n an.
Befunde in Bildungsbericht und Datenfortschreibung:
Die Zahl der inklusiv beschulten Schüler*innen in den allgemeinbildenden Schulen nimmt in
den letzten Jahren zu. (Bildungs bericht, S. 66, Abb. 55; Datenfortschreibung 2021, S. 35,
Abb. 26; S.38; A bb. 29)
Im Bereich der beruflichen Schulen ist die Zahl der inklusiv beschulten Schüler*innen hinge-
gen marginal.
Hypothesen:
Die Zahl der inklusiv beschulten Schüler*innen in der Sekundarstufe I spiegelt sich aktuell
noch nicht in einer ähnlichen Zahl i nklusiv beschulte Schüler*innen an beruflichen Schulen
wider.
Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf münden aktuell selten in eine duale
Ausbildung ein.
Hintergründe:
Alle am Übergang Sc hule – Beruf beteiligten Akteur*innen sind mit Inklusi on befasst und ent-
sprechend über Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten informiert.
Damit Inklusion am Übergang Schule – Beruf gelingen kann, braucht es neben der entspre-
chenden Haltung der beteiligten Akteur*innen auch Kenntnis von Ansprechpersonen, Un ter-
stützungsstrukturen und konkreten Angeboten. Aus diesem Grund gilt es Inklusion als Quer-
schnittsthema ganz bewusst regelhaft auf die Tagesordnung der bestehenden Kooperations-
strukturen zum Übergang Schule – Beruf zu bringen. Die Zusammenfassung wichtige r Infor-
mationen an einer zentralen, online -verfügbaren Stelle, kann darüber hinaus in der alltägli-
chen Arbeit bei konkreten Fragestellungen unterstützen.
Grundlage der Berufsorientierung an Schulen sind die jeweiligen BO -Curricula. Auch an die-
ser Stelle gilt es also Inklusion explizit zu machen, da aktuell gesellschaftlich noch nicht da-
von ausgegangen werden kann, dass die Inklusivität von Strukturen automatisch mitgedacht
und mitgeplant wird. Schulen und BO -Koordinator*innen sind für alle Schüler*innen – also
auch inklusiv beschulte Schüler*innen – gleichermaßen verantwortlich. Dieser Verantwortlich-
keit gilt es auch im BO -Curriculum festzuschreiben.
Auch wenn Inklusion als Haltung und Querschnittsaufgabe von allen gleichermaßen mitzu-
denken ist, zeigt sic h, dass es zum jetzigen Zeitpunkt – auf dem Weg zu einer inklusiven Ge-
sellschaft – feste Ansprechpersonen braucht, die in ihrer Institution besonders für Inklusion
verantwortlich sind und anderen unterstützend zur Seite stehen.
Das Schulformtreffen von Schuldezernent, städtischem Schulamt und Beruflichen Schulen
kann mit der Thematisierung von Inklusion zum Austausch zwischen den Schulen anregen,
23
bei der Identifikation von Bedarfen und Möglichkeiten unterstützen sowie den regelha ften Ap-
pell an die Schulen richten, bei baulichen Herausforderungen in den Dialog mit dem Schul-
träger und den hier verorteten Architekt*innen zu treten.
Bereitgestellte Informationen zum Übergang Schule – Beruf sind für alle Schüler*innen und
Eltern verständlich und umfassen Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten für Schüler *in-
nen mit und ohne Behinderung.
Damit Informationen sowohl bei Eltern als auch Schüler*innen ankommen, müssen diese für
alle gleichermaßen verständlich sein. Entsprechend gilt es die bestehenden Informationen
zum Übergang Schule – Beruf auf Verständlichkeit zu prüfen und bei Bedarf entsprechende
Maßnahmen zur Vereinfachung zu ergreifen. Zudem gilt es zu prüfen, ob die Maßnahmen
und Angebote gleichermaßen Schüler*innen mit und ohne Behinderung adressieren.
Wie bereits im Abschnitt ‚Junge Menschen ohne gesicherte Anschlussperspektive‘ beschrie-
ben, spielen Eltern beim Übergang Schule – Beruf eine entscheidende Rolle. Dies trifft umso
mehr auf Eltern von Kindern/jungen Mensche n mit Behinderung zu, umso sensibler ist hier
die Elternarbeit in den Blick zu nehmen und früh anzusetzen.
Berufliche Schulen und Unternehmen werden bei der Ausbildung von Schüler*innen mit son-
derpädagogischem Förderbedarf unterstützt.
Unstrittig ist, da ss auch berufliche Schulen von vor Ort agierenden Förderschullehrkräften
profitieren würden. Die inklusiven Schulbündnisse Darmstadt (Nord und Süd), die für die Ver-
teilung der Förderschulressource an allgemeinbildende Schulen sind, verteilen diese nach
präventiven Ansätzen, d.h. ein Großteil der Ressource geht an Grundschule, ein kleinerer Teil
der Ressource geht an weiterführende Schulen. Eine Option für berufliche Schulen bildet ak-
tuell die sog. Isb -K-Ressource, die für die Durchführung konkreter Projekte beantragt werden
kann. Hier gilt es berufliche Schulen gezielt auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen
und bei der Beantragung zu beraten.
Der Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätte n und Wohneinrichtungen hat eine hohe Expertise,
wenn es darum geht, Arb eit in Schritte zu gliedern und Arbeitsbedingungen an die individuel-
len Anforderungen anzupassen. Sowohl Schulen als auch Unternehmen könnten von dieser
Expertise bei der Beschulung bzw. Ausbildung von jungen Menschen mit Behinderung profi-
tieren. Damit ein e entsprechende Unterstützung von Schulen und Unternehmen möglich ist,
ist eine entsprechende personelle Ressource nötig.
Wohlwissend, dass Fortbildungen keine sonder - bzw. sozialpädagogische Expertise ersetzen
können, können Fortbildungen und Sensibilis ierungsworkshops für Unternehmen als kleiner
Baustein zur Entwicklung einer entsprechenden inklusiven Haltung sowie dem Abbau von Be-
rührungsängsten beitragen.
Die Zusammenarbeit von Förderschulen, beruflichen Schulen und dem Eigenbetrieb
Darmstädter Werk stätten wird ausgebaut .
Lehrkräfte sind Expert*innen für den Unterricht und Schüler*innen ihrer eigenen Schulform.
Ein Blick über den Tellerrand in andere Schulformen kann häufig bereichernd sein. Gegensei-
tige Hospitationen von Förderschullehrkräften und L ehrkräften der beruflichen Schulen kön-
nen entsprechend dabei unterstützen ein verbessertes gegenseitiges Verständnis für die
Schulform zu erlangen und gleichermaßen wichtige Impulse für die eigene Arbeit liefern – sei
es hinsichtlich Berufsorientierung ode r einem verbesserten Verständnis für den Umgang mit
Schüler*innen mit entsprechenden (sonderpädagogischen) Förderbedarfen.
24
Neben der Hospitation kann der personelle Austausch von Förderschullehrkräften und Lehr-
kräften der beruflichen Schulen als weiterer Schritt hilfreich sein. Hierbei können Lehrkräfte
der beruflichen Schulen beispielsweise praktischen Unterricht für Schüler*innen der Förder-
schule anbieten, Förderschullehrkräfte hingegen bei sonderpädagogischen Fragestellungen
unterstützen.
Neben der Kooperation der unterschiedlichen Schulformen ist auch eine stärkere Koopera-
tion von beruflichen Schulen und Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtun-
gen erstrebenswert. Ein erster Schritt kann hierbei sein, dass Angebote des Eigenbetriebs
Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen im Berufsbildungsbereich räumlich an ei-
ner beruflichen Schule stattfinden. Dies ist gleichermaßen ein kleiner Schritt raus aus dem
Sondersystem und ein erstes Begegnungen -Schaffen von Schüler*innen der beruflichen Schu-
len und Mitarbeitenden der Werkstatt.
Angebote der Berufsorientierung sind so angelegt, dass Schüler*innen mit unterschiedlichen
Voraussetzungen davon gleichermaßen erreicht werden. Dies umfasst sowohl hohe Praxisan-
teile als auch Langfristigkeit der Maßnahmen.
Spielen Bindung und Beziehungen im Bildungskontext immer eine Rolle, so kann dies bei
Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf als außerordentlich wichtig festgehal-
ten werden. Umso mehr brauchen Angebote der Berufsorientierung für dies e Schülerschaft
eine entsprechende Langfristigkeit und Kontinuität. Einmalige Besuche und Vorstellungen
entsprechen nicht den Bedürfnissen der Zielgruppe, sondern es braucht verstärkt schuljah-
resbegleitende Formate. Gute Erfahrungen gibt es diesbezüglich b eispielsweise aus einem
gemeinsamen Projekt von Ernst -Elias-Niebergall-Schule und Entega. Über Projektmittel finan-
zierte Angebote, mit denen gute Erfahrungen gemacht wurden, gilt es in abgesicherte Finan-
zierungsmodelle zu überführen und somit bessere Planb arkeit herbeizuführen. 24 Zudem gilt
es bei der Planung und Informationsweitergabe Förderschulen gleichermaßen wie andere
weiterführende Schulen im Blick zu haben.
Die Sichtbarkeit der Vielfalt von Auszubildenden und Arbeitnehmer*innen wird erhöht. Der
Stadtwirtschaft kommt dabei eine beson dere Rolle zu.
Wenn es um die Gestaltung eines inklusiven Arbeitsmarkt s, der Schaffung inklusiver Ausbil-
dungs- und Praktikumsmöglichkeit en geht, kommt der Stadtverwaltung und ihren angeglie-
derten Einrichtungen der Stad twirtschaft eine besondere Rolle zu. Sie fungiert hier gleicher-
maßen als Vorbild und Vorreiter in und kann zu mehr Sichtbarkeit gelingender Inklusion bei-
tragen. Damit die Stadt diese Rolle ausfüllen kann, sind alle Ämter und Einrichtungen gleich-
ermaßen in der Pflicht, entsprechende Arbeitsstellen zur Verfügung zu stellen. Die Besonder-
heit, dass die Darmstädter Werkstätten ein städtischer Eigenbetrieb sind, kann hierbei ge-
nutzt werden und mit seiner Expertise zur internen Beratung herangezogen werden.
Inklusion beginnt mit einer entsprechenden Haltung. Auch wenn Haltung nicht qua Fortbil-
dung erzwungen werden kann, können entsprechende Informations - und Fortbildungsmaß-
nahmen jedoch zur Herausbildung einer entsprechenden Haltung einen Beitrag leisten. Es
gilt mit Vorurteilen, Zweifeln und Berührungsängsten aufzuräumen und durch gelingende
Beispiele Mut zu machen, sich selbst stärker zu öffnen und für mehr Vielfalt im eigenen Ar-
beitsbereich einzustehen.
24 Beispiele: Projekt Christoph-Graupner-Schule mit BWHW (alle 14 Tage, 3 Stunden, anderer Ort, Schritt aus dem
Sondersystem Förderschule; aktuell finanziert über Löwenstark-Mittel); Werkhofpraktika mit Kompetenzfeststellung für
Schüler*innen der Ernst-Elias-Niebergall-Schule, aktuell finanziert über Schulbudget, kostenintensiv.
25
Handlungsempfehlungen Abbrüche
Vorbemerkung: QuABB setzt sich differenziert mit Ausbildungsabbrechenden auseinander. Um hier
keine unnötige Parallelarbeit zu leisten, grenzt sich das vorliegende Papier wie folgt ab: Der Fokus
bei QuABB liegt in der Arbeit mit bzw. der Verbesserung der Aus bildungssituation auf S eiten des
Lernorts Ausbildungsb etrieb. Im vorliegenden Papier wird der Blick vor allem auf den Lernort Schule
gerichtet.
Ausgangspunkt:
Der 1. Bildungsbericht der Wissenschaftsstadt Darmstadt zeigt deutlich, dass ein erheblicher
Teil der jungen Menschen an beruflichen Schulen – insbesondere im dualen Ausbildungssys-
tem – vor dem Erreichen des Abschluss es abbricht. Diese Abbrüche sind für Jugendliche so-
wie ausbildende Betriebe gleichermaßen eine Herausforderung. Hier gilt es, die Ursachen für
Abbrüche genauer in den Blick zu nehmen, um bei der Übergangsgestaltung und -beratung
entsprechend gegensteuern zu können.
Der Abbruch eines Studiums stellt – wie Abbrüche im Allgemeinen – eine individuelle Heraus-
forderung dar. Die Gründe für einen Studienabbr uch sind vielfältig und bedürfen grundsätz-
lich einer genaueren Betrachtung. In Zeiten des Fachkräftemangels und Passungsproblemen
auf dem dualen Ausbildungsmarkt, bildet ein Studienabbruch zugleich die Chance eines
Übergangs in eine duale Ausbildung.
Ziele:
Frühzeitige Identifikation von Risikogruppen: in Zusammenarbeit mit Schulen und Bildungs-
einrichtungen werden Risikogruppen identifiziert, die ein erhöhtes Abbruchrisiko haben, und
gezielte Maßnahmen ergriffen, um sie zu unterstützen.
Jugendliche, die eine Ausbildung ab brechen, erhalten eine für sie passende Anschlussper-
spektive.
Der Anteil der Abbrüche in den einzelnen Bildungsgängen an beruflichen Schulen wird ge-
senkt.
Die Ursachen für Ausbildungsabbrüche werden regelmäßig analysiert , mit der OloV-Steuer-
runde der Wissenschaftsstadt Darmstadt jährlich reflektiert und entsprechende Maßnahmen
entwickelt und fortgeführt, um ihnen entgegenzuwirken. 25
Die allgemeinbildenden Schulen in der Region gewährleisten qualitativ gute Berufliche Orien-
tierung in Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit und Dritten. 26
Stärkung von Netzwerken und Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen, Arbeitgebern
und anderen relevanten Organisationen, um die Integration von Jugendlichen in den Arbeits-
markt zu förde rn und eine enge Zusammenarbeit zwischen Bildungs - und Arbeitssektor zu
gewährleisten.
25 Dies wird im Rahmen von QuABB und OloV bereits umgesetzt, nichtsdestotrotz bleib die Zielsetzung aktuell.
26 4.Schwerpunkt der regionalen OloV-Strategie 2020-2022, S.10 ff.
26
Jungen Menschen, die ein Studium abbrechen, 27 wird eine Anschlussperspektive aufgezeigt.
Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der dualen Ausbildung.
Es wird Transparenz über die Chancen und Möglichkeiten des Bildungssystems und der dua-
len Ausbildung sowie über die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildungsab-
schlüsse hergestellt. 28
Darmstädter Hochschulen sind in die städtischen Netzwerkaktivitäte n zum Übergang Schule
– Beruf eingebunden.
Teilziel 1:
Studienzweifler*innen und Ausbildungszweifler*innen werden von Beratungsangeboten
frühzeitig erreicht und erhalten somit neue Perspektiven. Die Entscheidungsfindung wird
dadurch beschleunigt.
Maßnahmen zu Teilziel 1:
1) Einrichtung von Mentoringprogrammen für Bachelor -Studiengänge mit hohen Ab-
bruchquoten.
2) Beratungsangebote für Studierende außerhalb der Hochschulen stärken und gezielt
an Hochschulen bewerben.
Teilziel 2:
Der Erfahrungsaustausch zwischen lokalen Arbeitgebern , Schulen Bildungsträgern und
anderen relevanten Organisationen am Übergang Schule – Beruf wird intensiviert. So
sollen Matchingprozesse o ptimiert und die Attraktivität und Qualität der Ausbildung ge-
sichert werden.
Maßnahmen zu Teilziel 2:
1) Durchführung j ährlicher Veranstaltungen des „Runden Tischs Ausbildung“ zum ge-
genseitigen Erfahrungsaustausch und einer intensivierten Zusammenarbeit zu The-
menschwerpunkten des Ausbildungs - und Arbeitsmarktes.
2) Gemeinsame Zusammenarbeit/Kooperation der am Übergang Schule – Beruf betei-
ligten Akteur*innen zu Themenschwerpunkten.
Teilziel 3:
Abbrüche werden nicht als Scheitern, sondern als Neuorientierung verstanden. Abbre-
chende bekommen alternative Berufs - und Ausbildungswege aufgezeigt.
Maßnahmen zu Teilziel 3 :
1) Durchführung einer Kampagne – Abbruch als Chance.
2) Präventive Beratungsangebote („Beratung ohne Not“) anbieten.
Teilziel 4:
Die Vernetzung der Akteur*innen im Bereich der Berufsorientierung mit den Darmstädter
Hochschulen wird u.a. mit Blick auf Abbrüche ausgebaut.
Maßnahmen zu Teilziel 4 :
1) Es finden regelmäßige Kooperationstreffen zwischen der OloV-Steuerrunde und
dem NIS-Netzwerk statt.
2) Kooperation Runder Tisch Ausbildung mit dem Studierendenwerk .
27 „Abbruch“ bzw. „abbrechen“ setzt hier eine Beendigung des Studiums allgemein voraus. Studien-
gangwechsel werden hierunter nicht gefasst. Auch hier kann die duale Ausbildung jedoch als eine Al-
ternative in Betracht gezogen werden.
28 3. Schwerpunkt der regionalen OloV-Strategie 2020-2022, S.8 f..
27
Teilziel 5:
Jugendlichen mit erhöhten Abbruchsrisiko werden frühzeitig identifiziert und an entspre-
chende Unterstützungs - und Beratungsste llen vermittelt .
Maßnahmen zu Teilziel 5:
1) Etablierung und Weiterentwicklung eines Risikobarometers zur Identifikation von
Jugendlichen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf am Übergang von Schule – Be-
ruf.
2) Sicherstellung einer frühzeitigen Anbindung der identifizierten Jugendlichen an Be-
ratungs- und Unterstützungsangebote.
Befunde in Bildungsbericht und Datenfortschreibung:
In den unterschiedlichen Bildungsgängen an beruflichen Schulen gibt es einen hohen Anteil
von Abbrüchen. Häufig sind die Abbruchquoten bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund
höher als bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. (Bildungsbericht S. 85ff., Abb. 72
ff.; Datenfortschreibung 2021 S. 51 ff., Abb. 39 ff.)29
Hypothesen:
Der Anteil der Abbrüche variiert nach Schule, Schulform und Berufsfeld.
Es gibt einen Zusamm enhang zwischen Abbrüchen und der zuvor besuchten Schulform/dem
höchsten Abschluss.
Abbrüche sind nicht gleichbedeutend mit einem Verlassen des Ausbildungssystems. Häufig
gehen sie mit einem Wechsel des Ausbildungsberufs einher.
Hintergründe:
Studienzweifler*innen und Ausbildungszweifler*innen werden von Beratungsangeboten früh-
zeitig erreicht und erhalten somit neue Perspektiven. Die Entscheidungsfindung wird dadurch
beschleunigt.
Viele Studierende hegen vor einem Abbruch bzw. ei ner Neuorientierung schon länger Zweifel
an ihrem Studium. Die Angst vorm „Scheitern“ oder des „Versagens“ führt jedoch häufig
dazu, dass die Entscheidung einer Neuorientierung aufgeschoben wird, das Studium zu-
nächst fortgesetzt wird und so weitere Semeste r und Jahre der Unzufriedenheit folgen. In sol-
chen Situationen kann eine Bezugsperson helfen, mit der im gemeinsamen Gespräch eruiert
wird, ob es sich bei den eigenen Zweifeln um Startschwierigkeiten ins Studium handelt, die
mit Hilfe konkreter Schritte be seitigt werden können, oder aber ggf. ein anderer Weg für die
eigene Person der bessere ist.
Kommt es zur Entscheidung, dass der aktuell eingeschlagene Bildungsweg nicht der richtige
ist, gilt es frühzeitig Alternativen zu finden. Spätestens hier ist der Weg aus dem universitä-
ren System hin zu einer außenstehenden Beratungsstelle ratsam. Deshalb gilt es entspre-
chende Beratungssysteme zu stärken, auf die Zielgruppe Studierende bzw. Studienzweif-
ler*innen zuzuschneiden und entsprechend zu bewerben.
29 Hinweis: Die Darstellung im Bildungsbericht ist an dieser Stelle irreführend. Es kann hier nicht vo einer Abbruch-
quote von 25% gesprochen werden. In der Darstellung im Bildungsbericht wird fälschlicherweise eine 100%-Skala er-
öffnet, obwohl sich „Abschluss“ sowie „kein Abschluss“ jeweils nur auf Schüler*innen der Abschlussklasse als Grundge-
samtheit beziehen, während „Abbruch“ sich auf die Grundgesamtheit aller Schüler*innen an beruflichen Schulen be-
zieht. In der Datenfortschreibung wurde die Darstellung entsprechend angepasst, eine Abbruchquote wird nicht ausge-
wiesen.
28
Der Erfahrungsaustausch zwischen ausbildenden Betrieben, Schulen und Bildungsträgern am
Übergang Schule – Beruf wird intensiviert. So werden Matchingprozesse optimiert und die
Attraktivität und Qualität der Ausbildung wird gesichert.
Um die Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt zu fördern und die Abbruchrate von
Ausbildung und Studium zu reduzieren, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Bildungsein-
richtungen, Arbeitgebern und anderen relevanten Organisationen von entscheidender Bedeu-
tung. Um dieses Z iel zu erreichen, ist es wichtig, Netzwerke und Partnerschaften aufzu-
bauen, die es ermöglichen, die Herausforderungen des Übergangs von der Schule zum Beruf
gemeinsam anzugehen und Lösungen zu finden.
Viele Schülerinnen und Schüler haben Schwierigkeiten, e ine passende Ausbildung entspre-
chend ihrer Interessen und Fähigkeiten zu finden und dabei die Anforderungen des Arbeits-
marktes zu erfüllen. Ein kontinuierlicher und nachhaltiger Informations- und Erfahrungsaus-
tausch zwischen den verschiedenen Akteuren am Übergang Schule -Beruf ermöglicht es, Mat-
chingprozesse zwischen Bewerber*innen und Arbeitgeber*innen langfristig zu optimieren.
Der Erfahrungsaustausch trägt außerdem dazu bei, die Ausbildungsqualität und -relevanz zu
verbessern. Durch die enge Zusammenarbe it zwischen Bildungseinrichtungen und Arbeitge-
bern können Ausbildungsinhalte und -formate entwickelt werden, die den Bedürfnissen des
Arbeitsmarktes entsprechen und den Übergang von der Schule zum Beruf gleichzeitig er-
leichtern.
Unter anderem trägt zu dies em Ziel der "Runde Tisch Ausbildung" bei. Hier kommen lokale
Arbeitgeber, Bildungsträger, Schulen und andere Akteure am Übergang von der Schule zum
Beruf zusammen, um über Themen des Ausbildungs - und Arbeitsmarktes zu diskutieren und
mögliche Kooperationen auszuloten.
Abbrüche werden nicht als Scheitern, sondern als Neuorientierung verstanden. Abbrechende
bekommen alternative Berufs - und Ausbildungswege aufgezeigt.
Neben der Neuorientierung und dem Finden neuer Perspektiven stellt auch die gesellschaftli-
che Haltung einen Einflussfaktor dar, der ein Hinauszögern der Abbruch -Entscheidung beför-
dert. „Abbruch“ ist aktuell noch sehr stark mit „Scheitern“, „Versagen“ oder fehlendem
Durchhaltevermögen verknüpft. Hier gilt es eine positivere Haltung zu ungeplanten Verände-
rungen in der Bildungsbiographie zu fördern und somit den Druck auf Menschen in solchen
Entscheidungsphasen zu reduzieren. Hierbei kann sowohl eine offensive Kampagne unterstüt-
zen, als auch die Stärkung von Beratungsangeboten, bei denen ‚Beratung oh ne Not‘ im Mit-
telpunkt steht und somit präventiv wirken.
Die Vernetzung der Akteur *innen am Übergang Schule – Beruf mit den Darmstädter Hoch-
schulen wird ausgebaut.
Mit der OloV-Steuerrunde gibt es seit vielen Jahren ein zuverlässiges Netzwerk zum Über-
gang Schule – Beruf. Bislang findet jedoch noch wenig Vernetzung mit den Hochschulen vor
Ort statt. Hier gilt es auf bestehende Strukturen zurückzugreifen und diese sinn voll zu ver-
knüpfen.
Jugendlichen mit erhöhten Abbruchsrisiko werden frühzeitig identifiziert und an entspre-
chende Unterstützungs - und Beratungsstellen vermittelt.
Um Abbrüchen präventiv entgegenzuwirken, ist ein frühzeitiges Erkennen von entsprechen-
den Risikofaktoren entscheidend. Pädagogische Fach - und Lehrkräfte müssen für diese Risi-
ken ausreichend sensibilisiert und über sie informiert werden, damit sie erfolgreich und prä-
ventiv unterstützen können. Dies kann durch entsprechende Handreichungen oder auc h
durch Fachveranstaltungen und -fortbildungen erfolgen. Treffen mehrere Risikofaktoren
29
gleichzeitig zu, ist eine Nachhaltung und effektive Überleitung zu entsprechenden Beratungs -
und Unterstützungsangeboten zu sichern.
30
Literatur
Bildungsbericht: Wissenschaftsstadt Darmstadt (2018): 1. Bildungsbericht der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt 2018. Bildung im Lebensverlauf: Frühes Kindesalter bis zum Einstieg
in den Beruf.
Datenfortschreibung 2021 : Wissenschaftsstadt Darmstadt (2022 ): Datenfortschreibung 2021
des 1. Bildungsberichts der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Wissenschaftsstadt Darmstadt (2012): Weltoffenes Darmstadt leben und gestalten. Bericht
zur kommunalen Integrationspolitik und Integrationsarbeit. Grießheim.
Wissenschaftsst adt Darmstadt (2016): Auf dem Weg zur inklusiven Stadt. Erster Aktionsplan
der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Umsetzung des Übereinkommens der Vereinten Natio-
nen über die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Wissenschaftsstadt Darmstadt (2017): 1. Glei chstellungsaktionsplan Wissenschaftsstadt
Darmstadt 2018 -2020. Europäische Charta zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf
lokaler Ebene
Wissenschaftsstadt Darmstadt (2020): Handlungsempfehlungen Übergang Kita – Grund-
schule. (https://www.darmstadt.de/leben -in-darmstadt/bildung/bildung -integriert)
Wissenschaftsstadt Darmstadt (2020a): Vom Zufluchtsort zur Heimat. Dokumentation der
Fluchtzuwanderung 2015 -2017 und Wegweiser für nachhaltiges kommunales Integrationsma-
nagement.
Wissenschaftsstadt Darmstadt (2020b): Regionale Strategie und Zielvereinbar ung zum Über-
gang Schule Beruf für die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Laufzeit 2020 -2022. (Regionale
OloV-Strategie).
Wissenschaftsstadt Darmstadt (2021): 1. Darmstädter Gleichstellungsbericht.
Wissenschaftsstadt Darmstadt (2021 a): Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie 2021 bis
2025,
Wissenschaftsstadt Darmstadt (2022): Handlungsempfehlungen Übergang Grundschule –
weiterführende Schule. ( https://www.darmstadt.de/lebe n-in-darmstadt/bildung/bildung -inte-
griert)
Zusatzinformationen zum Bildungsbericht: https://www.darmstadt.de/leben -in-
darmstadt/bildung/bildungsbericht
Magistratsvorlagen
MagV 2020/0223: Handlungsempfehlungen zum Übergang Kita – Grundschule.
MagV 2022/0069: Umsetzungsstand Handlungsempfehlungen zum Übergang Kita – Grund-
schule und Vorlage Handlungsempfehlungen zum Übergang Grundschule – weiteführende
Schule.
31
Internetquell e
https://www.aktion -mensch.de/dafuer -stehen-wir/was-ist-inklusion (zuletzt abgerufen:
27.04.2023, 9:40 Uhr)
anlage 2
7233 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
23.08.2023
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnete nversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat II
Amt: Schulamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I
II 51 519
V 40
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2023/0267
Magistratsbeschluss -Nr.
350
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Vorlage Handlungsempfehlung zum Übergang Schule - Beruf
Vorlage vom: 09.08.2023
Beschlussvorschlag :
Die Handlungsempfehlungen zum Übergang Schule – Beruf werden zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Handlungsempfehlungen Schule -Beruf
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 30.08.2023
Der Magistrat nimmt von der Vorlage Kenntnis.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.08.2023
Zu Beginn des Jahres 2019 wurde der 1. Bildungsbericht der Wissenschaftsstadt Darmstadt 2018
– Bildung im Lebensverlauf: Frühes Kindesalter bis zum Einstieg in den Beruf vorgelegt. Er lieferte
einen ersten datenbasierten Überblick über die Bildungslandschaft der Wissenschaftsstadt
Darmstadt und führte dabei Daten aus unterschiedlichen Quellen erstmals unter dem Fokus
Bildung zusammen. Der Bildungsbericht endet mit einem Ausblick auf Handlungsbedarfe und
weist hierbei ganz unterschiedliche Themenfelder aus. Der Bildungsbericht selbst enthält
bewusst noch keine Handlungsempfehlungen, da diese gemeinsam mit den Fachexpert*innen
(innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung) partizipativ entwickelt werden sollten.
Begonnen wurde dieser Prozess mit einer Auftaktveranstaltung im April 2019 in der
Lichtenbergschule, zu der gleichermaßen verwaltungsinterne und verwaltungsexterne Akteure
aus dem Bereich Bildung und angrenzenden Bereichen, Vertreter*innen aus der Politik sowie
Bürger*innen eingeladen waren. Sie hatten dort Gelegenheit, ihre Einschätzung zur
Bildungssituation – sowohl im formalen als auch im non-formalen Bildungsbereich – in
Darmstadt entlang der Lebensphasen einzubringen.
Die gebündelten Ergebnisse aus Bildungsbericht und Auftaktveranstaltung wurden zu drei
Arbeitspaketen entlang der Lebensphasen zusammengefasst:
• Übergang Kita – Grundschule
• Übergang Grundschule – weiterführende Schule
• Übergang Schule – Beruf
Arbeitspaket I: Übergang Kita – Grundschule
Die Handlungsempfehlungen zum ersten Arbeitspaket Übergang Kita – Grundschule wurden im
Herbst 2020 vorgelegt. Dabei standen die Schwerpunktthemen Sprache, Inklusion und
Betreuung von Grundschulkindern im Fokus. Im Zuge ihrer Erarbeitung war eine Vielzahl von
verwaltungsinternen und verwaltungsexternen Akteuren beteiligt – über die AG Bildung, durch
Experten*inneninterviews sowie durch schriftliche und mündliche Stellungnahmen.
Im Rahmen der Umsetzung der Empfehlungen konnten konkrete Produkte – wie der Flyer
Kinder inklusiv einschulen – erarbeitet werden und die amts- und institutionsübergreifende
Zusammenarbeit gestärkt werden – beispielsweise im Bereich Sprache oder Inklusion. Zudem
erfolgt eine regelhafte Überprüfung der Aktualität der Handlungsempfehlungen sowie der
Möglichkeiten zur weiteren Umsetzung.
Arbeitspaket II: Übergang Grundschule – weiterführende Schule
Im Februar 2022 wurden die Handlungsempfehlungen zum Übergang Grundschule –
weiterführende Schule vorgelegt, die ebenfalls partizipativ erarbeitet wurden.
Schwerpunktthemen waren das Bildungs- und Teilhabepaket sowie die beiden innerschulischen
Übergänge Grundschule – weiterführende Schule bzw. Übergang Sekundarstufe I –
Sekundarstufe II.
Umgesetzt werden konnten in diesem Bereich vor allem Maßnahmen aus dem
Themenschwerpunkt Bildungs- und Teilhabepaket, beispielsweise die Durchführung von
Informationsveranstaltungen an Schulen sowie die erneute Informationsbereitstellung an Kitas
und Schulen.
. . .
Arbeitspaket III: Übergang Schule – Beruf
Die Handlungsempfehlungen zum Übergang Schule – Beruf bilden das dritte und letzte der
ursprünglich formulierten Arbeitspakete. Neben der Einbindung von Förderschulen,
Staatlichem Schulamt, Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen wurden
hier insbesondere auch die OloV-Steuerungsgruppe bei der Erarbeitung beteiligt.
Die Schwerpunktthemen waren junge Menschen ohne gesicherte Anschlussperspektive,
Inklusion am Übergang Schule – Beruf sowie Abbrüche. Die Handlungsempfehlungen zum
Übergang Schule – Beruf sind wie folgt gegliedert:
• Präambel
• Zusammenfassung Ziele
• Einbettung in den Gesamtprozess
• Einführung zum Themenfeld Übergang Schule – Beruf
• Bestehende Strategien und Netzwerke zum Übergang Schule – Beruf in Darmstadt
• Querschnittsziele
• Handlungsempfehlungen Junge Menschen ohne gesicherte Anschlussperspektive
• Handlungsempfehlungen Inklusion am Übergang Schule – Beruf
• Handlungsempfehlungen Abbrüche
• Literatur
Das Herzstück des Dokuments bilden die Handlungsempfehlungen zu den drei Themenschwer -
punkten. Sie gliedern sich dabei in 14 Ziele, 15 Teilziele und 41 Maßnahmen. Darüber hinaus
erfolgt eine Einbettung in den Gesamtprozess sowie eine thematische Einführung zum
Übergang Schule – Beruf, in dem die Bedeutung dieses Übergangs erläutert wird. Daneben
wird in einem gesonderten Kapitel auf die bestehenden Strategien und Netzwerke zum
Übergang Schule – Beruf in Darmstadt eingegangen. Wie bereits bei vorhergehenden
Handlungsempfehlungen werden Bezüge zu den Querschnittszielen der Wissenschaftsstadt
Darmstadt hergestellt.
Ausblick
Das vorliegende Dokument zum Übergang Schule – Beruf schließt an die bereits zuvor
veröffentlichten Handlungsempfehlungen zum Übergang Kita – Grundschule und Übergang
Grundschule – weiterführende Schule an und kann als dritter Baustein des Aktionsplans
Bildung verstanden werden. Dieser soll als Gesamtdokument veröffentlicht werden und in einer
Veranstaltung mit Fachleuten und der interessierten Öffentlichkeit diskutiert werden. Der
Aktionsplan Bildung ist dennoch kein abgeschlossenes Papier, sondern wird in seiner
Umsetzung begleitet, diskutiert und dokumentiert.
Darmstadt, 09.08.2023
Dezernat I Dezernat II Dezernat V
Hanno Benz Barbara Akdeniz Holger Klötzner
Oberbürgermeister Bürgermeisterin Stadtrat
Beratungsverlauf (3)
Orte (3)
- Mina-Rees-Straße 12
- Frankfurter Straße 71
- Im Carree 1
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2023/0267
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 09.08.2023
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00