A-R/0018/2008
Hürden für Betreuungsangebote abbauen -Mehr Bildungschancen durch kostenloses Mittagessen für Kinder aus einkommensschwachen Familien
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a-r-0018-2008
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0018/2008 1 Antrag 25.02.2008 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstr. 15 48143 Münster Telefon: 0251/ 45 314 Fax: 0251/ 511 750 spdfrak@muenster.de www.spd-muenster.de Hürden für Betreuungsangebote abbauen – Mehr Bildungschancen durch kostenloses Mittagessen für Kinder aus einkommensschwachen Familien Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Ab dem Schuljahr 2008/2009 wird das Mittagessen zu einem integralen Bestandteil jedes Angebots in der Offenen Ganztagsschule. Die K osten für das Mittagessen werden zentral durch das Amt für Schule und Weiterb ildung mit den Eltern abgerechnet. Die Kosten für das Mittagessen werden für solche Kinder komplett aus dem kommunalen Etat gezahlt, deren Eltern nach der Gebührenordnung von Beiträgen für die OGTS-Angebote freigestellt sind. Die Freistellung bezieht sich auf das gesamte Angebot einschließlich des nunmehr integrierten Mittagstisches. Die Verwaltung wird aufgefordert, beim Land darauf hinzuwirken, dass die Landeszuschüsse im Rahmen des Projektes „Kein Kind ohne Mahlzeit“ auch unter den veränderten Rahmenbedingungen gezahlt werden. D er Rat erklärt seine Bereitschaft, für den Fall wegfallender Landeszusch üsse im Rahmen dieses Projektes die sozialpolitische Initiative zur Freis tellung des Mittagstisches für die Kinder aus einkommensschwachen Haushalten dennoch u mzusetzen und die ausfallenden Mittel aus dem kommunalen Etat zu trag en bis zu einer Neuregelung der landes- und bundespolitischen Erlasslage. Begründung: Die Erfahrungen mit der Offenen Ganztagsschule in d en letzten Jahren zeigen, dass nicht alle mit dem Projekt ursprünglich verfolgten Ziele bisher erreicht werden konnten. Die Offene Ganztagsschule ist zwar inzwisc hen zu einem Erfolgsmodell geworden, das flächendeckend in Münster angeboten w ird. Jedoch konnte das Ziel, Kinder möglichst unabhängig von ihrer sozialen Herk unft für die Teilnahme an den Betreuungsangeboten zu gewinnen, bisher nicht errei cht werden. Trotz einer sozialen Staffelung der Elternbeiträge nach Einkomm ensgruppen und einer Freistellung für Familien, die Einkommen von unter 12.000 Euro im Jahr beziehen, konnten gerade in diesem Bereich viele Kinder nicht für eine Teilnahme den Angeboten der OGTS gewonnen werden. Die Ursachen si nd möglicherweise auch darin zu suchen, dass die in den meisten Fällen – a us konzeptionell überzeugenden und richtigen Gründen – die OGTS-Teilnahme mit der Mittagessenversorgung 2 gekoppelt ist. Die hierfür anfallenden Kostenbeiträ ge sind trotz ihrer in absoluten Zahlen geringen Höhe und trotz der gewährten Ermäßi gung für viele Eltern eine große finanzielle Hürde. Die langen Listen, die ein zelne Schulen mit diesbezüglichen Außenständen führen, sind ein deutlicher Beleg dafü r, dass selbst solche Kosten für einkommensschwache Haushalte oft bereits ein Proble m darstellen. Für viele Familien sind sie auch ein Grund, die eigenen Kinde r letztlich nicht für ein OGTS- Angebot anzumelden. Die Erfahrung vieler Schulen ze igt, dass solche Kinder oft nicht teilnehmen, sich aber gleichwohl nachmittags im Umfeld der Schule aufhalten und gerne an OGTS-Angeboten partizipieren würden. Angesichts der in der Münsteraner Armutsberichterst attung bereits 2002 aufgezeigten Problematik, dass viele Kinder in Müns ter kein ausreichendes und kein ausgewogenes Mittagessen zu sich nehmen, besteht in diesem Bereich nicht nur bildungs- und sozialpolitisch, sondern auch in gesu ndheitspolitischer Hinsicht Handlungsbedarf. Durch das Mittagessen in der OGTS kann zugleich auch darauf hingewirkt werden, dass Kinder aus einkommensschwac hen Familien ein ausgewogenes und gutes Mittagessen erhalten. So kann durch einen relativ geringen kommunalen Mit teleinsatz erreicht werden, dass soziale Schranken im Bildungssystem abgebaut w erden und der Zugang möglichst aller Kinder zu den OGTS-Angeboten erreic ht wird – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern. Insofern können durch diese Maßnahme bildungs-, sozial- und gesundheitspolitische Belange gleichermaßen und stadtweit erreicht werden. Dr. Michael Jung Marianne Hopmann Udo Reiter Wolfgang Heuer Ralf Hubert Anne Schulze Wintzl er Anika Bergner Marianne Koch Joachim Tonn Hedwig Chudziak Gaby Kubig-Steltig Beate Vilhjal msson Philipp Gabriel Kurt Pölling Holger Wigger Beanka Ganser Karsten Rahn Karl-Heinz Winter Anne Hakenes
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Orte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0018/2008
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 04.03.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37