2021/0085
Jahresbericht 2020 ? Pflegestützpunkt Darmstadt
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157 Zeichen
Punkt 8: Jahresbericht 2020 – Pflegestützpunkt Darmstadt (V-Nr. 2021/0085) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss für Soziales nimmt von der Vorlage Kenntnis.
2021/0085
3899 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
20.04.2021
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für Soziales
und Prävention OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
V
50
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2021/0085
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 315110
Kostenstelle: 050-003-1012 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3152-10 Sachkonto: 6-er Sachkonten
Betreff: Jahresbericht 2020 – Pflegestützpunkt Darmstadt
Vorlage vom: 15.04.2021
Beschlussvorschlag :
Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung nehmen den Bericht zur Kenntnis.
Anlagen: Jahresbericht 2020 - Pflegestützpunkt Darmstadt
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 2 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom
Der Pflegestützpunkt Darmstadt wurde am 19. November 2010 als einer der ersten in Hessen eröffnet
und berät im November 2020 seit nunmehr 10 Jahren Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt qualifiziert zu allen pflegerelevanten Themen.
Gemeinsame Träger des Pflegestützpunktes Darmstadt sind die Kranken - und Pflegekassen, vertreten
durch die einrichtungsbeauftragte Kas se BKK Linde (vor 2016 HEAG -BKK) und die Wissenschaftsstadt
Darmstadt.
Die Aufgabenerfüllung im Pflegestützpunkt erfolgt gemeinschaftlich, kooperativ und arbeitsteilig.
Beide Träger bringen jeweils ihre originären Aufgabenschwerpunkte Care - und Case Manage ment ein
und verantworten diese selbstständig.
Im Pflegestützpunkt werden Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen, von Pflegebedürftigkeit Bedrohten,
sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Wissenschaftsstadt Darmstadt, umfassende
Informationen und Hilfen rund um das Thema Pflege angeboten.
Folgende Leistungen werden im Pflegestützpunkt Darmstadt unter anderem erbracht:
die qualifizierte, wohnortnahe, umfassende sowie unabhängige und wettbewerbsneutrale
Information, Auskunft und Beratung nach den gesetzlichen Grundlagen
die Förderung bzw. zentrale Koordination der, für die wohnortnahe Versorgung und Betreuung, in
Betracht kommenden pflegerischen und sozialen Hilfs- und Unterstützungsangebote
Auf- und Ausbau eines leistungsfähigen Netzwerkes zur Koordination und Kooperation der
beteiligten Stellen
Veranlassung oder Durchführung von Besuchen in der Häuslichkeit der Pflegebedürftigen bzw. von
Pflegebedürftigkeit bedrohten Personen
Neben der Beratungsarbeit sind die Netzwerk - und Gremienarbeit, sowie die Mitarbeit in
interdisziplinären Arbeitskreisen weitere Aufgabenbereiche. Ein stetiger Austausch erfolgt mit den
Einrichtungen und Diensten im Bereich der Pflege.
Wie der Bericht zeigt, ist die Zahl der Beratungskontakte seit der Errichtung des Pfleges tützpunktes
kontinuierlich gestiegen. Waren es im ersten Jahr 2011 noch 1.466 Beratungen, stieg die Anzahl der
Beratungskontakte kontinuierlich bis 2020 auf 4124 an. Die mit zwei Vollzeitstellen ausgestattete
Beratungsstelle wurde aufgrund der deutlichen Z unahme des Beratungs - und Unterstützungsbedarfs
im Jahr 2020 mit je einer 0,5 Teilzeitstelle pro Träger verstärkt.
Das qualifizierte Beratungsangebot im Pflegestützpunkt Darmstadt wird nicht zuletzt aufgrund der
demographischen Entwicklung sehr gut angen ommen und ist in einem Jahrzehnt zu einer wichtigen
Institution der sozialen Infrastruktur im Gesundheitswesen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt
geworden.
Darmstadt, 15.04.2021
Dezernat V
Barbara Akdeniz
Stadträtin
anlage 1
16211 Zeichen
Jahresbericht Pflegestützpunkt Darmstadt,
Berichtszeitraum 01. Januar - 31. Dezember 2020
2
Liebe Leserinnen und Leser des Jahresberichtes 2020,
der Pflegestützpunkt Darmstadt wurde 2010 eröffnet und wird von den Kranken- und Pflege-
kassen, vertreten durch die einrichtungsbeauftragte Kasse BKK Linde, und der Wissenschafts-
stadt Darmstadt gemeinsam getragen. Er versteht sich als erste Anlaufstelle für alle Fragen
rund um das Thema Pflege und Versorgung und die Organisation von Hilfen für Menschen in
Darmstadt.
Mit dem vorliegenden Jahresbericht stellen wir Ihnen die Zahlen des Pflegestützpunktes Darm-
stadt aus dem vergangenen Jahr vor.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die die Arbeit des Pflegestützpunktes begleiten und unter-
stützen.
Bettina Amedick, Case-Managerin/ Pflegeberaterin
Christina Bach, Dipl. Pflegewirtin
Kornelia Grimm, Dipl. Sozialpädagogin
Petra Wendling, Dipl. Sozialarbeiterin
Darmstadt, im März 2021
3
Inhalt Seite
1 2020 in Zahlen………………………………………………………………………….…..4
1.1 Beratungskontakte und Themen.................................................................... ..... 4
1.2 Art der Kontakte ............................................................................... .................... 5
1.3 Zugang zum Pflegestützpunkt .................................................................... ........ 6
1.4 Jahresvergleich ................................................................................ ................... 7
1.5 Altersgruppen .................................................................................. .................... 7
2 Fortbildungen und Fachveranstaltungen ......... .................................................. 8
3 Rückblick und Ausblick ........................ ................................................... ............ 9
Anlagen……………………………………………………………………………………….....10
4
1 2020 in Zahlen
Die Dokumentation und die statistische Erhebung und Auswertung der Daten geschieht mit der
Dokumentationssoftware „Syncase“, die in allen hessischen Pflegestützpunkten eingesetzt wird.
1.1 Beratungskontakte und Themen
Im Zeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 fanden insgesamt 4124 Beratungskontakte statt.
Die Beratungsthemen wurden zu den Leistungen Information und Auskunft, Beratung und kom-
plexe Beratung/Case Management erhoben und geben Hinweis auf die inhaltlichen Schwer-
punkte in der Arbeit. In vielen Beratungsgesprächen wurden mehrere Themenbereiche ange-
sprochen (z.B. SGB XI, SGB XII, SGB V)1, deshalb können sich Mehrfachnennungen in einem
Beratungskontakt ergeben.
Syncase, Jahresstatistik 2020
Die meisten Nachfragen gab es im Themenbereich Ambulante Versorgung. Die Organisation
pflegerischer Versorgung im Privathaushalt und ergänzende Hilfen rund um das Alltagsma-
nagement waren in 1983 Fällen Beratungsschwerpunkte.
Zum Leistungsrecht der Pflegekassen gab es 1747 Kontakte. Dies beinhaltet Information und
Beratung zu den einzelnen Leistungen der Pflegeversicherung, Hilfe bei der Antragstellung von
Pflegeleistungen oder Fragen im Zusammenhang mit MD2-Begutachtungen.
747 Beratungen hatten Verfahrensangelegenheiten und Organisatorisches zum Thema. Hierun-
ter werden Hilfen bei Widersprüchen und Hilfen bei Antragstellungen und Formalitäten erfasst.
1 SGBXI, Sozialgesetzbuch XI, Sozialleistungen der Pflegekassen
SGB XII, Sozialgesetzbuch XII, Sozialleistungen des Sozialhilfeträgers
SGB V, Sozialgesetzbuch V, Leistungsrecht der Krankenkassen
2 MD, Medizinischer Dienst
1983
1747
747 671
240 200 193
Beratungsthemen 2020
5
Stationäre und teilstationäre Hilfen waren in 671 Beratungen Themen. Unter der Kategorie Fra-
gen zur (teil-) stationären Versorgung wird erfasst: Kurzzeitpflege, Platzsuche, Stationäre Pfle-
ge sowie Fragen zur Tagespflege.
Der Bereich Alltagshilfen/ Ehrenamt/ Besuchsdienste war in 240 Beratungen Inhalt, zur weite-
ren Begleitung wurden in dieser Thematik auch auf die Service- und Beratungsstelle (SuB) der
Wissenschaftsstadt Darmstadt verwiesen.
200-mal wurde im Zusammenhang mit Leistungen aus dem Gebiet Hilfe zur Pflege nach SGB
XII beraten.193 Kontakte im Bereich SGB V betrafen Fragen zum Leistungsrecht der Kranken-
versicherung.
1.2 Art der Kontakte
Als Erstberatung gelten sowohl anonyme, häufig einmalige Beratungskontakte als auch Erstge-
spräche, denen sich weitere Beratungen (Folgekontakte) anschließen können.
Syncase, Jahresstatistik 2020
Die Kontaktaufnahme zum Pflegestützpunkt erfolgte wie auch in den Vorjahren überwiegend
telefonisch. Der größte Teil der Erstberatungen entfiel auf ratsuchende Angehörige, zumeist
Kinder, (Ehe-) Partner*in und Verwandte von Pflegebedürftigen bzw. Personen im Vorfeld der
Pflege. Häufig erfolgt dann im zweiten Schritt die Kontaktaufnahme zu den Pflegebedürftigen
selbst, bei Bedarf in Form eines aufsuchenden Beratungsgespräches. Im Berichtszeitraum gab
es häufige Zuweisungen und Vermittlungen durch interne und externe Kooperations-
partner*innen: durch Leistungsanbieter*innen z.B. Pflegedienste, durch die Kostenträger (Sozi-
alhilfeträger und Pflegekassen) sowie durch Netzwerkpartner wie gesetzliche Betreuer*innen,
Krankenhaussozialdienste und Beratungsstellen.
3008
1116
Erstberatung Folgeberatung
Beratungsart 2020
6
1.3 Zugang zum Pflegestützpunkt
2020 fanden insgesamt 4124 Kontakte statt. In 2918 Fällen handelte es sich um telefonische
Informationen und Beratungen. Es gab 166 persönliche Vorsprachen im Pflegestützpunkt, 14
zugehende Beratungen wurden in der Häuslichkeit der Ratsuchenden durchgeführt. In 1026
Fällen erfolgte die Beratung auf schriftlichem Weg per Post, Mail oder Fax.
Syncase Jahresstatistik 2020
Syncase Jahresstatistik 2020
Die Zahl der telefonischen Kontakte (2918) weisen 2020 im Vergleich zu 2019 (2427) eine Stei-
gerung von 20% auf. Auch die Kontakte durch E-Mail (861) haben sich im Vergleich zum Vor-
jahr (643) um 34 % erhöht sowie im Post/Faxbereich um 28%. Im Jahresvergleich 2019 und
2020 ist ein Rückgang der persönlichen Kontakte um 61% sowie im Bereich der aufsuchenden
2918
166
861
165 14
Kontaktart 2020
Telefonisch
Persönlich
E-Mail
per Post/
per Fax
2427
431
643
129 51
2918
166
861
165 14
telefonisch persönlich E-Mail Post/Fax Hausbesuch
Vergleich 2019 und 2020
7
Hausbesuche um 73% zu verzeichnen. Die Verschiebung innerhalb der Kontaktarten, vor allem
in der persönlichen Kontaktart, ist durch die Corona bedingten Einschränkungen erklärbar.
1.4 Jahresvergleich
Während in den Jahren 2015 bis 2017 die Zahl der Beratungskontakte auf einem hohen Niveau
stabil war, ist in den letzten drei Jahren ein deutlicher Anstieg auszumachen.
So wurden für 2017 2491 Beratungskontakte gezählt. In 2018 waren es bereits 3174 und in
2019 3681 Kontakte. Für 2020 ist ein erneuter Anstieg der Kontaktzahlen auf 4124 zu verzeich-
nen, das entspricht einer Erhöhung um 12% gegenüber dem Jahr 2019.
Syncase, Jahresstatistik 2020
1.5 Altersgruppen
Die Altersgruppe der über 80-Jährigen ist in der Beratung mit 56 % erwartungsgemäß am
stärksten vertreten. 37 % der Ratsuchenden sind zwischen 60 und 79 Jahre alt, 5 % der Ratsu-
chenden zwischen 20-59 Jahre. Anfragen von Eltern pflegebedürftiger Kinder und Jugendlichen
bis 18 Jahren lagen bei 2 %.
2189 2429 2435 2491
3174
3681
4124
0
500
1000
1500
2000
2500
3000
3500
4000
4500
2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Jahresvergleich, Anzahl der Kontakte
2014 - 2020
8
Syncase Jahresstatistik 2020
2 Fortbildungen und Fachveranstaltungen
Die regelmäßige Fortbildung dient der kontinuierlichen Weiterentwicklung der beruflichen Kom-
petenz. Neben den themenspezifischen Fortbildungen, um die beraterische Handlungsfähigkeit
zu erweitern und Kompetenzen zu vertiefen, wird seit 2019 regelmäßig an Supervision zur Re-
flexion der beruflichen Praxis teilgenommen.
Die Pflegestützpunkte in Hessen sind regional zugeordnet und treffen sich regelmäßig zum kol-
legialen Austausch und zur Intervision.
Die Fortbildungen in 2020 fanden vorwiegend in Online Formaten statt.
Veranstaltung , Ort Veranstalter Wa nn
Fachtag Demenz
„Mit Demenz in Würde leben –
Unterstützung in Zeiten des
Fachkräftemangels“
DemenzForum Darmstadt
e.V.
27.02.2020
Fernschulung:
Umgang mit dem Versorgungs-
plan
Synectic software & services
gmbh, Berlin
25.06.2020
Fernschulung:
Syncase Grundschulung
Synectic software & services
gmbh, Berlin
30.06.2020
Digitale 6-tägige Grundschulung
zur Wohnberatung
Hessische Fachstelle für
Wohnberatung (HFW)
AWO Bezirksverband
Hessen-Nord e.V.
Oktober 2020
bis Dezember
2020
Führungskräfteschulungen,
Darmstadt
Wissenschaftsstadt Darm-
stadt
11.10.2020
28.10.2020
Brennpunkte in der Pflegebera-
tung
Hotel Maingau, Frankfurt/M
Walhalla Verlag, Regensburg
27.10.2020
2% 5%
37% 56%
Altersgruppen 2020
bis 19. Lebensjahr
zwischen 20- 59 Lj
zwischen 60- 79 Lj
über 80 Lj
9
3 Rückblick und Ausblick
Am 10. November ist der Pflegestützpunkt 10 Jahre alt geworden. In diesem Jahrzehnt ist er zu
einer wichtigen Institution der sozialen Infrastruktur im Gesundheitswesen in der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt geworden. Im Jubiläumsjahr ist es gelungen, die personelle Ausstattung
der Pflege- und Sozialberatung des Stützpunktes auszubauen.
Nach der Bewilligung zum Ausbau im Oktober 2019 vom Steuerungsausschuss der Pflege-
stützpunkte Hessen mit je einer 0,5 Teilzeitstelle pro Träger, erfolgte im Februar und Juni 2020
die Umsetzung; das Team des Pflegestützpunktes wird durch zwei Mitarbeiterinnen verstärkt.
Die Pandemiesituation und insbesondere der Lockdown brachten herausfordernde Themen und
viele Situationen mit komplexem Beratungs- und Hilfebedarf mit sich. Fragestellungen durch die
Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie beschäftigen viele Menschen. Es gab viele
COVID 19 bedingte Leistungsänderungen in der Pflegeversicherung, zu denen der Pflegestütz-
punkt jeweils aktuell informiert. Seit März erfolgten die Beratungen überwiegend telefonisch
oder per E-Mail, die Nachfragen sind nach wie vor hoch, die Beratungszahlen steigen weiter.
Unverändert bestanden auch in diesem herausfordernden Jahr der hohe Anspruch der Qualität
der Beratungsarbeit sowie das ständige Bemühen, die Ratsuchenden mit ihren Fragen, The-
men und Nöten bestmöglich zu informieren, zu unterstützen und das Beratungsangebot vielen
Menschen zugänglich zu machen.
Das Thema „Interkulturelle Öffnung „Pflegeberatung für Menschen mit Migrationsgeschichte“
wurde bereits 2019 fokussiert. Durch den Workshop „Öffnung der Verwaltung“ konnten weitere
notwendige Schritte benannt werden um Zugangsbarrieren zu reduzieren und Beratung von
Menschen mit Migrationsgeschichte zu befördern. Wenn die Situation es wieder zulässt, wird
der Pflegestützpunkt die Öffentlichkeitsarbeit in den jeweiligen Migrant*innen Selbstorganisatio-
nen, MSOs verstärken.
In Planung für 2021 ist der Ausbau einer Wohnberatung (Erstberatung) zur Information, Bera-
tung und Öffentlichkeitsarbeit zum selbstbestimmten und selbstständigen Wohnen im Alter. In
enger Zusammenarbeit mit der Servicestelle Soziales und Beratung plant der Pflegestützpunkt
eine Wohnberatung für Senior*innen und/oder Menschen mit Pflegebedarf. Sie soll Ratsuchen-
de dabei unterstützen, ihre individuelle Wohnsituation auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen
und zu verbessern, um möglichst lange selbstbestimmt in der eigenen Häuslichkeit leben zu
können.
Bei geplanten Gesetzesänderungen in 2021 steht die Digitalisierung von Versorgung und Pfle-
ge im Fokus. Die Schaffung von barrierefreien Angeboten digitaler Pflegeberatung wird künftig
neben den Kranken- und Pflegekassen auch die Pflegestützpunkte thematisch beschäftigen.
10
11
Anlagen
Presseartikel Darmstädter Echo, Mittwoch, 04.11.2020
Pflegestützpunkt in Darmstadt stark
nachgefragt
Seit zehn Jahren gibt es die Anlaufstelle im Stadthaus an der Frankfurter Straße. Die Stadt stockt
aufgrund der Nachfrage um eine Stelle auf.
DARMSTADT - (ine). Wie beantrage ich eine Pflegestufe? Welche ambulanten Dienste gibt es
in Darmstadt? Was bezahlt die Pflegeversicherung? Seit zehn Jahren gibt es den Pflegestütz-
punkt im Stadthaus III an der Frankfurter Straße 71. Er ist erste Anlaufstelle für alle, die plötz-
lich für sich selbst oder für ein pflegebedürftiges Familienmitglied Hilfe suchen.
Hessenweit gibt es inzwischen 26 Pflegestützpunkte. Die Beraterinnen informieren neutral, in-
terdisziplinär und kassenübergreifend. Die Beratung ist kostenlos. Egal, ob es um Sozialleistun-
gen oder Hilfsangebote wie die Vermittlung eines Besuchs- oder Einkaufsservices oder des
Hausnotrufs geht. Getragen wird der Pflegestützpunkt Darmstadt je zur Hälfte von den gesetzli-
chen Kranken- und Pflegekassen und der Stadt.
Das Angebot wird nachgefragt, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt: 2017 wurden in Darmstadt
2491 Beratungskontakte gezählt. 2018 waren es 3174 Kontakte und 3681 Kontakte 2019 – 16
Prozent mehr als im Vorjahr. „Dieser Zuwachs bei der Nachfrage machte eine weitere Vollzeit-
stelle nötig, die je zur Hälfte von der BKK Linde und der Wissenschaftsstadt Darmstadt finan-
ziert wird“, so Barbara Akdeniz, Sozialdezernentin der Stadt, in einer Mitteilung. Seit Juli 2020
gebe es nun insgesamt drei Vollzeitstellen mit insgesamt vier Mitarbeiterinnen.
Akdeniz freut sich, dass es im Jubiläumsjahr gelungen ist, die personelle Ausstattung der Pflege-
und Sozialberatung des Stützpunktes auszubauen. „Der stetige Aufgabenzuwachs und steigende
Beratungszahlen bei den Menschen zeigen die Bedeutung und den Bedarf des Angebots. Mit
fachlicher Expertise und gutem Rat konnte und kann auch heute vielen Menschen geholfen wer-
den“, so die Dezernentin.
Die Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunktes beraten und informieren nicht nur, im Bedarfsfall
machen sie auch Hausbesuche. Sie sind gut vernetzt und beraten deshalb auch, wenn es um An-
gebote von Pflegeleistungen und Pflegeeinrichtungen geht und sie informieren über die aktuellen
Corona-bedingten Leistungsänderungen der Pflegeversicherung. Aktuell erfolgen die Beratungen
jedoch überwiegend telefonisch oder per E-Mail.
KONTAKT
Weitere Infos gibt es per E-Mail an pflegestuetzpunkt@darmstadt.de oder per Telefon unter
06151-9 71 99 70.
Beratungszeiten sind Montag und Mittwoch von 10 bis 12 Uhr, mittwochs auch von 14 bis 16
Uhr. (ine)
anlage 2
3956 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
20.04.2021
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für Soziales
und Prävention OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
V
50
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2021/0085
Magistratsbeschluss-Nr.
98
Internetfähig
Produkt-Nr.: 315110
Kostenstelle: 050-003-1012 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3152-10 Sachkonto: 6-er Sachkonten
Betreff: Jahresbericht 2020 – Pflegestützpunkt Darmstadt
Vorlage vom: 15.04.2021
Beschlussvorschlag:
Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung nehmen den Bericht zur Kenntnis.
Anlagen: Jahresbericht 2020 - Pflegestützpunkt Darmstadt
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Beschluss des Magistrats vom 28.04.2021
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
Begründung zur Magistratsvorlage vom
Der Pflegestützpunkt Darmstadt wurde am 19. November 2010 als einer der ersten in Hessen
eröffnet und berät im November 2020 seit nunmehr 10 Jahren Pflegebedürftige und ihre
Angehörigen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt qualifiziert zu allen pflegerelevanten Themen.
Gemeinsame Träger des Pflegestützpunktes Darmstadt sind die Kranken - und Pflegekassen,
vertreten durch die einrichtungsbeauftragte Kasse BKK Linde (vor 2016 HEAG -BKK) und die
Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Die Aufgabenerfüllung im Pflegestützpunkt erfolgt gemeinschaftlich, kooperativ und
arbeitsteilig. Beide Träger bringen jeweils ihre originären Aufgabenschwerpunkte Care - und
Case Management ein und verantworten diese selbstständig.
Im Pflegestützpunkt werden Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen, von Pflegebedürftigkeit
Bedrohten, sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Wissenschaftsstadt Darmstadt,
umfassende Informationen und Hilfen rund um das Thema Pflege angeboten.
Folgende Leistungen werden im Pflegestützpunkt Darmstadt unter anderem erbracht:
die qualifizierte, wohnortnahe, umfassende sowie unabhängige und wettbewerbsneutrale
Information, Auskunft und Beratung nach den gesetzlichen Grundlagen
die Förderung bzw. zentrale Koordination der, für die wohnortnahe Versorgung und
Betreuung, in Betracht kommenden pflegerischen und sozialen Hilfs- und
Unterstützungsangebote
Auf- und Ausbau eines leistungsfähigen Netzwerkes zur Koordination und Kooperation der
beteiligten Stellen
Veranlassung oder Durchführung von Besuchen in der Häuslichkeit der Pflegebedürftigen
bzw. von Pflegebedürftigkeit bedrohten Personen
Neben der Beratungsarbeit sind die Netzwerk - und Gremienarbeit, sowie die Mitarbeit in
interdisziplinären Arbeitskreisen weitere A ufgabenbereiche. Ein stetiger Austausch erfolgt mit
den Einrichtungen und Diensten im Bereich der Pflege.
Wie der Bericht zeigt, ist die Zahl der Beratungskontakte seit der Errichtung des
Pflegestützpunktes kontinuierlich gestiegen. Waren es im ersten Jah r 2011 noch 1.466
Beratungen, stieg die Anzahl der Beratungskontakte kontinuierlich bis 2020 auf 4124 an. Die
mit zwei Vollzeitstellen ausgestattete Beratungsstelle wurde aufgrund der deutlichen Zunahme
des Beratungs- und Unterstützungsbedarfs im Jahr 2020 mit je einer 0,5 Teilzeitstelle pro
Träger verstärkt.
Das qualifizierte Beratungsangebot im Pflegestützpunkt Darmstadt wird nicht zuletzt aufgrund
der demographischen Entwicklung sehr gut angenommen und ist in einem Jahrzehnt zu einer
wichtigen Institution der sozialen Infrastruktur im Gesundheitswesen in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt geworden.
Darmstadt, 15.04.2021
Dezernat V
Barbara Akdeniz
Stadträtin
Beratungsverlauf (2)
Orte (1)
- Frankfurter Straße 71
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2021/0085
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 15.04.2021
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00