1603/2020
Photovoltaisches Potential der Dachflächen des Messegeländes
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
4685 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle II/II/2 Vorlagen-Nummer 02.06.2020 1603/2020 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Umwelt und Grün 04.06.2020 Photovoltaisches Potential der Dachflächen des Messegeländes DIE LINKE Fraktion im Rat der Stadt Köln hat im Rahmen ihrer Anfrage AN/0644/2020 gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates zum Thema „Photovoltaisches Potential der Dachflächen des Messege- ländes“ um die Beantwortung der nachfolgend aufgeführten Fragen gebeten. Die Verwaltung hat zur Beantwortung der Fragen die Koelnmesse GmbH um Stellungnahme gebeten. Die Antwort der Koelnmesse lautet wie folgt: 1) Wie groß sind die photovoltaisch nutzbaren Dachflächen der Messe und wie viel Prozent davon werden aktuell genutzt? Die für Photovoltaik (PV) nutzbaren Hallen sind: - Nordgelände: Hallen 6, 7, 8, 9 - Südgelände: Hallen 3 und 11 Im Nordgelände sind alle Messehallen für PV nutzbar. Im Südgelände sind nur die o.g. Hallen 3 und 11 ohne relevante Einschränkungen für PV geeignet, da ein großer Teil der Hallendächer als Parkfläche ausgebaut und genutzt wird. Bei der Halle 3 ist zu berücksichtigen, dass hier ein Abriss und Neubau geplant ist. Eine Installation macht dort erst nach Neuerrichtung Sinn. Es verbleiben daher reine Bruttodachflächen für PV in einer Größe von derzeit ca. 75.000 qm. Durch die auf den Dachflächen bestehenden Aufbauten (technische/bautechnische Einrichtungen wie Lüf- tungsanlagen, Entrauchungsklappen) stehen geschätzt ca. 50.000 – 60.000 qm netto zur Verfügung, davon ca. 70% im Nordgelände (Fremdeigentum der GBR). 2) Gibt es derzeit Pläne bzw. konkrete Vorhaben zur Begrünung der oben benannten Dachflä- chen und wie sehen diese aus? Es bestehen derzeit keine konkreten Pläne zur Begrünung der Dachflächen. 3) Gibt es derzeit Pläne bzw. konkrete Vorhaben zur photovoltaischen Erschießung der oben 2 benannten Dachflächen und wie sehen diese aus? Die Koelnmesse hat in der Vergangenheit schon umfangreiche Untersuchungen zur Errichtung von PV-Anlagen durchgeführt. Die Gründe der bislang nicht durchgeführten Umsetzung sind unter 4. be- schrieben. Gleichwohl hat die Koelnmesse aufgrund der Umwelt- und Nachhaltigkeitsthematik die Untersuchun- gen wieder aufgenommen. Dabei ist für die Koelnmesse insbesondere die innovative Kopplung von PV und Wasserstofftechnologie interessant. Sie ist in diesem Zusammenhang schon seit 2019 im engen Kontakt mit der Wirtschaftsförderung, der RheinEnergie, DB Schenker und der DB Energie. Sie ist auch Förderer/Unterstützer der Wasserstoffinitiativen Modellregion Wasserstoff-NRW und von H2Mobility und hat dort zwei Modellinitiativprojekte eingebracht: - Nachhaltige Energieversorgung unter besonderer Berücksichtigung der PV und in Kombinati- on mit der H2-Erzeugung durch H2-Elektrolysere und Brennstoffzellentechnologie. - Umrüstung der Staplerflotte des Vertragsspediteurs DB Schenker auf Wasserstoffantrieb. Die Untersuchungen sollen kurzfristig noch in 2020 abgeschlossen werden. 4) Wie begründet sich der aktuell geringe Ausbau der Photovoltaik und die fehlende Begrü- nung auf den Messegebäuden? Aus zwei Gründen wurde der Ausbau von PV noch nicht realisiert: - Die relevanten Flächen für PV befinden sich im Nordgelände. Dieses ist im Fremdeigentum (GBR). Die Dachflächen sind mängelbehaftet. Die Mängel sind Bestandteil eines nach wie vor gerichtlich laufenden Beweissicherungsverfahrens. Daneben ist die PV-Anlage bei Sanierung der Dachflächen einmal komplett zurück- und wie- der aufzubauen. Koelnmesse hat daher die Entscheidung mit dem Zeitpunkt der Dachinstand- setzung verbunden. - Durch die deutlichen Reduzierungen der Einspeisevergütungen durch die Bundesregierung konnte eine Wirtschaftlichkeit nicht mehr nachgewiesen werden. In Bezug auf die Dachbegrünung haben die damals durchgeführten Untersuchungen ergeben, dass ohne statische Beeinträchtigungen eine PV-Anlage machbar wäre. Diese statische Reserve ergab sich jedoch erst durch eine Änderung in den vorgeschriebenen und zu berücksichtigenden Schnee- lasten auf den Dächern. Eine Kombination aus Begrünung und PV wird aller Vorrausicht nach zu Lastüberschreitungen führen, so dass Koelnmesse den reinen Ausbau von PV ggf. in Kombination mit der Wasserstofftechnologie priorisiert. 5) Gibt es Überlegungen, die reichlich vorhandenen Messeparkplätze wo möglich auch photo- voltaisch zu nutzen, und wie sehen diese aus? Die Betrachtung dieser Flächen wird ebenfalls in die unter 4. genannte Untersuchung einbezogen. Gez. Prof. Dr. Diemert
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: zur weiteren Bearbeitung in die Verwaltung überwiesen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1603/2020
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 02.06.2020
- Erstellt
- 27.05.2020 14:19