V/0883/2021
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der SPD-Fraktion, der Ratsgruppe Volt und der Ratsgruppe die PARTEI/ÖDP an den Rat A-R/0046/2021: Mieter*innenberatungsscheine gegen Wohnungsmissstände in Münster jetzt verfügbar machen!
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Anlage A
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Anlage A zur V/0883/2021 Kurzüberblick Die Ausgabe von Mieterberatungsscheinen an berechtigte Personen durch Stadtteilberatungsstellen in freier Trägerschaft soll auf weitere Stadtteile ausgeweitet werden. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage wird folgendes Ziel verfolgt: „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft“. Die wohnortnahe Ausgabe der Beratungsscheine in Stadtteilen mit hohen Anteilen von Transferleistungsberechtigten an der Bevölkerung erleichtert betroffenen Personen, ihre Rechte als Mietern/-innen effektiv wahrzunehmen. Finanzierung Produktgruppe: 0501, 0502 und 0503 Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende, Sicherung des Lebensunterhalts und Sicherung besonderer sozialer Bedarfe Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2022 enthalten? X Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig X überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Grundlage: Ratsbeschluss vom 25.08.1999 zur Vorlage Nr. 633/1999 Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Keine unmittelbaren Auswirkungen
Anlage 1
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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0046/2021
Mieter*innberatungsscheine gegen Wohnmissstände
in Münster jetzt verfügbar machen!
- Ratsantrag -
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Die Verwaltung wird gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass Personenkreisen, die nur
über ein geringes Einkommen verfügen und anspruchsberechtigt für Leistungen nach
SGB II, SGB XII oder dem Asylbewerberleistungsgesetz sind, der Zugang zu
kostenlosen Mieter*innenberatungsscheinen für Beratungsangebote in
mietrechtlichen Angelegenheiten einfacher und niedrigschwelliger ermöglicht wird.
Hierfür sind zeitnah weitere Stadtteile/Wohngebiete in Münster zu identifizieren, in
denen Mieter*innen ein solches Angebot gemacht werden kann. Beispielhaft genannt
sei hier der Stadtteil Berg Fidel. Mit den freien Trägern und städtischen Einrichtungen
vor Ort ist analog zum bewährten Verfahren in Münster-Kinderhaus die Ausgabe von
Mieter*innenberatungsscheinen zu regeln.
Begründung:
Erhebliche Wohnungsmängel, nicht ausgeführte Reparaturen, waren zuletzt
mehrfach u. a. in den Liegenschaften der LEG in Münster auffällig. Viele
Mieter*innen, fühlen sich dabei oft mit ihren Problemen überfordert und alleine
gelassen. Gerade Bürger*innen, die nur über ein geringes Einkommen verfügen,
können sich eine qualifizierte Beratung in mietrechtlichen Angelegenheiten nicht
leisten. Das Instrument der kostenlosen Mieter*innenberatungsscheine hat sich in
den letzten zehn Jahren in Kinderhaus bewährt. Eine Ausgabe der Beratungsscheine
im eigenen Wohnviertel/-quartier bietet einen niedrigschwelligen Zugang zu diesem
wichtigen Unterstützungsangebot. Vielfach werden Reparaturen in Mietwohnungen
bei der größten Wohnungsgesellschaft LEG erst dann vorgenommen, wenn sich
Mieter*innen an die Beratungsstellen wenden und diese tätig werden. Am Beispiel
Kinderhaus zeigt sich, dass Reparaturen und weitere mitrechtliche Angelegenheiten
11.05.2021
Anlage 1
zur Vorlage V/0883/2021
deutlich kulanter und frühzeitiger im Sinne der Mieter*innen geregelt werden können.
Insofern ist es sinnvoll, das bewährte Modell auf weitere Wohngebiete mit
Handlungsbedarfen, wie beispielsweise Berg Fidel, zeitnah zu übertragen und dabei
die sozialen Träger und Einrichtungen vor Ort einzubinden.
gez. gez. gez.
Sylvia Rietenberg Lia Kirsch Tim Pasch
Christoph Kattentidt Marius Herwig Helene Goldbeck
Jule Heinz-Fischer Doris Feldmann
Andrea Blome Ludger Steinmann
Dr. Robin Korte und Fraktion
Carsten Peters
und Fraktion
gez.
Franz Pohlmann
Lars Nowak
Beschlussvorlage
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V/0883/2021 V/0883/2021 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, der SPD-Fraktion, der Ratsgruppe Volt und der Ratsgruppe die PARTEI/ÖDP an den Rat A-R/0046/2021: Mieter*innenberatungsscheine gegen Wohnmissstände in Münster jetzt verfügbar machen! Beratungsfolge 26.01.2022 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Vorberatung 08.02.2022 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Dem in der Begründung dargestellten Verfahren zur erweiterten Beteiligung freier Träger an der Ausgabe von Beratungsscheinen für Mieter/innen wird zugestimmt. Es wird zur Kenntnis genommen, dass die Verwaltung die Entwicklung der Wohnsituation sozialleistungsberechtigter Mieterinnen und Mieter in den Stadtteilen beobachtet und bei Bedarf die Einbeziehung weiterer Institutionen/Beratungsstellen in das Ausgabeverfahren in Abstimmung mit dem DMB Mieterverein Münster und Umgebung e. V. sowie mit dem Mieter/innenschutzverein Münster und Umgebung e. V. prüfen wird. 2. Mit dem Beschluss ist der Antrag an den Rat A-R/0046/2021 vom 11.5.2021 erledigt. II. Finanzielle Auswirkungen: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0501 Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende Zeile 15 Transferaufwendungen 2022 ff 1.200 Produktgruppe 0502 Sicherung d. Lebensunterhalts Zeile 15 Transferaufwendungen 2022 ff 150 Produktgruppe 0503 Sicherung besonderer sozialer Bedarfe Zeile 16 Sonstige ordentliche Aufwendungen 2022 ff 450 Sozialamt 03.01.2022 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Obach T elefon:492-5010 obach@stadt-muenster.de - 3 - V/0883/2021 Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan 2022 bei den o. g. Produktgruppen veranschlagt. Begründung: 1. Ausgangslage Seit 01.09.1999 (Ratsbeschluss vom 25.08.1999 zur Vorlage Nr. 633/1999) können Transferleistungsberechtigte Beratung bei einem von zwei in Münster ansässigen Mieterinnen- bzw. Mieterberatungsvereinen in Anspruch nehmen, wenn es Probleme vor allem wegen strittiger Mieterhöhungen oder Heiz- und Nebenkostenabrechnungen, gravierender Wohnungsmängel oder einer inakzeptablen Kündigung gibt. Liegt ein solches Problem vor, machen das Jobcenter und das Sozialamt leistungsberechtigte Mieter/-innen, die laufende Leistungen zur grundständigen Existenzsicherung erhalten, auf das Beratungsangebot mit dem Ziel der Inanspruchnahme aufmerksam. Der Beratungsschein berechtigt die Inhaberin bzw. den Inhaber, mit dem • DMB Mieterverein Münster und Umgebung e. V. oder mit dem • Mieter/innen-Schutzverein Münster und Umgebung e. V. einen ersten Beratungstermin zu vereinbaren, um damit eine auf ein Jahr befristete Mitgliedschaft zu erwerben. Die Mitgliedschaft umfasst alle satzungsgemäßen Leistungen des jeweiligen Vereins, jedoch keine Rechtschutzversicherung. Den Jahresbeitrag von derzeit 70 Euro tragen das Sozialamt und das Jobcenter. Um den Angebotszugang zu erleichtern, händigen im Wohnquartier Kinderhaus-Brüningheide seit September 2009, neben Jobcenter und Sozialamt, auch zwei Einrichtungen in freier Trägerschaft (Begegnungszentrum Kinderhaus, Caritasverband/Beratungsangebot Josef-Beckmann-Str. 5) in dem Gebiet wohnenden berechtigten Personen bei konkretem Bedarf Beratungsscheine in einem mit der Stadt Münster abgesprochenem Verfahren aus. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren jährlich ca. 300 Mitgliedschaften begründet, wovon 2/3 auf den Rechtskreis SGB II (Jobcenter) und 1/3 auf Personen entfallen, die Leistungen vom Sozialamt erhalten. 2. Inhalt des Antrages Mit ihrem Antrag an den Rat A-R/0046/2021 vom 11.5.2021 regen die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen/GAL und SPD sowie der Ratsgruppe Volt und der damaligen Ratsgruppe Die PARTEI/ÖDP an, Mieter*innenberatungsscheine in weiteren Stadtteilen von dort tätigen freien Trägern auszugeben. 3. Umsetzung und Ausblick Gemessen an der Inanspruchnahme haben sich das bestehende Angebot und die zusätzlichen Ausgabemöglichkeiten in Kinderhaus-Brüningheide aus Verwaltungssicht bewährt; wie das Jobcenter und das Sozialamt geben die beiden genannten Einrichtungen Beratungsscheine an Berechtigte aus, sofern einer der oben genannten Bedarfe vorliegt. Sozialamt und Jobcenter befürworten daher, nach Maßgabe des Bedarfs und der Praktikabilität, die Einbeziehung sozialer Beratungsstellen im Stadtteil in den Vertrieb. Vor dem Hintergrund der im Sozialmonitoring angezeigten Befunde wurden die Stadtteile Berg-Fidel und Coerde als weitere Wohngebiete identifiziert, in denen eine Ausweitung des Angebotes sinnvoll ist. Die vor Ort tätigen freien Träger AWO und DRK sind bereit, sich an dem Verfahren zu beteiligen und leistungsberechtigten Mieterinnen und Mietern bei konkretem Bedarf Beratungsscheine - 3 - V/0883/2021 auszuhändigen. Die Mietervereine DMB Mieterverein Münster und Umgebung e. V. und der Mieter/- innen-Schutzverein Münster und Umgebung e. V. sind ebenfalls mit einer Ausweitung einverstanden. Für die zusätzlichen Beratungsscheine entstehen zusätzliche Aufwendungen in Höhe von 1.800 €, die im Budget der jeweils betroffenen Produktgruppen bereits veranschlagt sind. Die erwarteten zusätzlichen Aufwendungen orientieren sich an den Ausgabemengen in Kinderhaus-Brüningheide. Die Verwaltung hat den Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung am 26.10.2021 über die beschriebene Einbeziehung der in Berg Fidel und Coerde präsenten Träger in das Ausgabeverfahren der Beratungsscheine bereits informiert. Die Verwaltung wird die weitere Entwicklung beobachten und bei Bedarf eine Ausweitung auf andere Stadtteile prüfen. Mit der Beschlussfassung dieser Vorlage ist das Anliegen des Ratsantrages aufgegriffen und erledigt. In Vertretung gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlagen: Anlage A Anlage 1: Antrag an den Rat A-R/0046/2021
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (3)
- Josef-Beckmann-Straße 5
- Brüningheide
- Kinderhaus
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Details
- Aktenzeichen
- V/0883/2021
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 02.12.2021
- Erstellt
- 23.11.2021 13:15