V/0647/2012
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Nr. A-R/0027/2012 "Masterplan Frühe Hilfen Münster präventiv-offensiv-qualifiziert-vernetzt"
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a-r-0027-2012
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0027/2012 Der Rat der Stadt Münster möge beschließen Die Verwaltung wird beauftragt, einen Masterplan Frühe Hilfen vorzulegen. Der Masterplan soll Erkenntnisse aus der Präventionskonferenz aufgreifen und Förderungen aus den Bereichen Jugendhilfe, Soziales, Gesundheit und Bildung/Schule verbinden. Der Masterplan soll ausführen, wie die Umsetzung „Früher Hilfen“ in der Stadt Münster erfolgen soll und ein Zukunftsszenario „Ergebnisse und Erfolge des Masterplans Früher Hilfen, Stand März 2015“ beschreiben. Im Rahmen dieses Masterplanes sollen Module erarbeitet werden wie - Stadtteilkoordinatorinnen und –koordinatoren in (w eiteren) zu definierenden Stadtteilen/Sozialräumen/Quartieren, die für die Vernetzung im Sinne eines präventiven, offensiven (Ziegler) und qualifizierten Masterplans Frühe Hilfen zuständig sind - Ein fachübergreifendes Konzept zum Einsatz von Fam ilienhebammen angelehnt an die Regelungen des Bundeskinderschutzgesetzes zum frühzeitigen Erreichen von Familien mit Kindern im Alter von bis zu 2 Jahren - Besondere Angebote für Zielgruppen wie Kinder von psychisch beeinträchtigten Eltern, Kinder aus Zuwandererfamilien, Kinder aus Familien mit hohem Armutsrisiko - Die Qualifizierung der Familienzentren zu niedrig schwelligen Anlaufpunkten unterschiedlicher Sozial- und Beratungsleistungen in den Stadtteilen - Die Beschreibung einer lückenlosen Präventionskett e mit der Integration aller bestehenden zentralen Bausteine zur Förderung von Kinder und Eltern Begründung: Anlässlich der Präventionskonferenz zum Thema Frühe Hilfen in Münster schreibt die Stadt in den Konferenzunterlagen: „Bislang wurden die Maßnahmen in den unterschiedlichen Handlungsfeldern der jeweiligen Fachdisziplinen häufig unabhängig voneinander entwickelt und standen eher unverbunden nebeneinander. Ein aufeinander abgestimmtes Handlungskonzept mit dem Fokus einer gemeinsamen kindzentrierten Präventionsstrategie gab es bislang eher punktuell bzw. maßnahmen- oder zielgruppenbezogen.“ Bündnis 90/Die Grünen/GAL Ratsfraktion Münster Windthorststr. 7 48143 Münster Fon: 0251 / 8 99 58 10 Fax: 0251 / 8 99 58 15 ratsfraktion@ gruene-muenster.de www.gruene-muenster.de Antrag „Masterplan Frühe Hilfen Münster 'präventiv – offensiv – qualifiziert – vernetzt' “ 06.06.2012 2 Die bereits bestehenden Maßnahmen und Arbeitsschwerpunkte, wie z.B.: - Die Maßnahmen im Rahmen des laufenden Maßnahmenpro gramms einer kindbezogenen Armutsprävention, des Landesprogramms „Kein Kind zurücklassen“ - Die (Weiterentwicklung der) Zusammenarbeit mit Geb urtskliniken und niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzte - Die Familienbesuche zur Geburt eines Kindes - Der Einsatz von Familienhebammen - Hebammensprechstunden und Sprechstunden der Erziehungsberatungsstellen in den Familienzentren - Die sozialraumbezogene Vernetzung durch Stadtteilk oordinatoren Früher Hilfen - Projekte wie „Gesund aufwachsen in......“ sollen in ein städtisches Gesamt- und Handlungskonzept Früher Hilfen einbezogen werden. Präventionsketten sind biografisch angelegt und darauf ausgerichtet, allen Kindern und allen Jugendlichen fördernde Begleitung von der Geburt bis zum erfolgreichen Berufseinstieg je nach Bedarf und zu jedem möglichen Zeitpunkt zuzusichern. Ein Masterplan Frühe Hilfen ist ressort- und fachübergreifend (Jugend, Schule, Gesundheit, Soziales) zu entwickeln; denn Frühe Hilfen verlangen die Auflösung der Versäulung von Unterstützungssystemen und die Zusammenarbeit von Gesundheits-, Bildungs- und Kinder- und Jugendhilfesystem in Netzwerken. Die Maßnahmen, Angebote und Leistungen werden stadtteil- und quartiersbezogen realisiert und folgen dem Grundgedanken einer kindbezogenen Entwicklung, Förderung und Prävention; das heißt alle Kinder erhalten die Chance, gesund aufzuwachsen, ihre individuellen Fähigkeiten zu entwickeln, Bildungs- und Förderangebote wahrzunehmen und so eine gute Ausgangsposition für ihre weitere Lebensgestaltung und ihre berufliche Perspektive zu erhalten. Kind bezogene Frühe Hilfen sichern vor allem, dass Eltern – und Erwachsene, die mit diesem oder einem Kind zu tun haben (Verwandte, Freunde, Ärzte, Nachbarn etc.) – fachlich qualifizierten Rat und AnsprechpartnerInnen finden. Gerade für Eltern, die den frühen Entwicklungsbestrebungen ihrer Kinder, ihren Autonomiebestrebungen, der Neugierde und der aktiven Erkundung der Welt manchmal ängstlich, irritiert und das Kind begrenzend begegnen, brauchen Unterstützung im Sinne Früher Hilfen für ihr Kind. Sie benötigen AnsprechpartnerInnen, die ihnen bekannt sind oder auf die sie von Bekannten und Nachbarn hingewiesen werden, die sie aufsuchen oder mit denen sie sich verabreden können, ohne damit zugleich „hilfsbedürftig“ zu erscheinen oder sich schämen zu müssen. Die Finanzierung kann aus dem Landesprogramm „Kein Kind zurücklassen“ (V/0216/2012) und der Bundesinitiative „Netzwerke frühe Hilfen und 3 Familienhebammen“ erfolgen. Für die Bundesinitiative stellt der Bund im Jahr 2012 30 Millionen Euro, im Jahr 2013 45 Millionen Euro und ab dem Jahr 2014 dauerhaft jährlich 51 Millionen Euro zur Verfügung. gez. Jutta Möllers gez. Hery Klas gez. Helga Bennink gez. Jörn Möltgen gez. Petra Diekmann gez. Anne Naegels gez. Dr. Brigitte Hasenjürgen gez. Carsten Peters gez. Gerhard Joksch gez. Otto Reiners gez. Christoph Kattentidt gez. Tim Rohleder gez. Manfred Kehr gez. Dr. Ludwig Schipmann gez. Annette Kemper gez. Dr. Rita Stein-Redent Grüne Anträge im Kontext Armut von Kindern als Folge von Familienarmut wirksam bekämpfen – Teilhabe sichern, Soziale Frühwarnsysteme, Frühe Hilfen seit 2005: • „Alle Chancen für Kinder von Anfang an!“ 02.05.200 5 • Münster gibt jedem Kind eine Chance - Fairen Zugan g zu Bildung, Gesundheit und früher Förderung sichern 1.5.2007 • „Ein sicherer Start ins Kinderleben! Einführung ei nes flächendeckenden sozialen Frühwarnsystems und „früher Hilfen“ – jetzt!“ 18.12.2007 • Münster für Alle: Münsterpass wieder auflegen! 17. 02.2008 • Haushaltantrag 2008 (Frühe Hilfen, Soziale Frühwar nsysteme) • Haushaltsantrag 2009 (dto.) • Antrag zum Haushalt 2009: „Bildungschancen und -pe rspektiven junger Menschen verbessern – Beitragsfreiheit erweitern“ 26.11.2008 • Antrag zum Haushalt 2010 „Bildungschancen und -per spektiven junger Menschen verbessern – Beitragsfreiheit erweitern“ 18.01.2010 • Antrag zum Haushalt 2011: „Bildungschancen und -pe rspektiven junger Menschen verbessern – Beitragsfreiheit erweitern“ 18.11.2010 • Hearing „Kinderarmut – eine drängende Handlungsauf forderung an die Kommunalpolitik“ („Sixpack“-Antrag auf grüne Initiative) • „Chancen für alle Kinder in unserer Stadt - Maßnah meprogramm zur Bekämpfung der Kinderarmut in Münster“ 30.11.2009 („Sixpack“-Antrag) • Haushaltsantrag 2011: Chancen für alle Kinder von Anfang an – Maßnahmenprogramm zur Bekämpfung der Kinderarmut in Münster • Antrag zum Haushalt 2012: Maßnahmeprogramm für ein e kind- und jugendbezogene Armutsprävention aufstocken
Beschlussvorlage
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V/0647/2012 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Betrifft Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Nr. A-R/0027/2012 "Masterplan Frühe Hilfen Münster präventiv-offensiv-qualifiziert-vernetzt" Beratungsfolge 19.09.2012 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Sachstand zum Konzept des Modellvorhabens „Kein Kind zurücklassen! – Kommunen in NRW beugen vor“ wird zur Kenntnis genommen. 2. Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Nr. A -R/0027/2012 wird aufgegriffen und in die weitere Bearbeitung des Modellvorhabens „Kein Kind zurücklassen! – Kommu- nen in NRW beugen vor“ einbezogen. Begründung: 1. Ausgangslage und Sachstand Der Rat der Stadt Münster hat mit Beschluss vom 21.03.2012 der Teilnahme der Stadt Münster am Modellvorhaben des Landes „Kein Kind zurücklassen! – Kommunen in NRW beugen vor“ einsti m- mig zugestimmt. Die Bewerbung basierte auf dem offensiven Konzept mit dem Titel „Präventiv-Qualifiziert- Vernetzt“. Ziel des Modellvorhabens ist es, die in der Stadt Münster vorhandenen frühzeitig einsetzenden entwicklungs- und gesundheitsfördernden Maßnahmen und Förderkonzepte in den unterschiedl i- chen Handlungsfeldern der jeweiligen Fachdisziplinen im Sinne einer Präventionskette miteinander zu verbinden, damit jedes Kind von Geburt bis in den Beruf immer rechtzeitig die Unterstützung und Begleitung erhält, die für ein gelingendes Aufwachsen notwendig und förderlich ist. Entsprechend dem Konzept „Präventiv – Qualifiziert – Vernetzt“ ist die Intention der Stadt Münster innerhalb des Modellvorhabens, bereits eingeleite te Maßnahmen weiter zu qualifizieren, diese auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und letztendlich die Netzwerke auf unterschiedlichen Ebenen – im Stadtteil, innerhalb der Verwaltung und im Hinblick auf die verschiedenen Professi o- nen – systematisch auszubauen und weiter zu entwickeln. Vorlagen-Nr.: V/0647/2012 Auskunft erteilt: Frau Landenberger Ruf: 492-5876 E-Mail: Landenberger@stadt-muenster.de Datum: 16.08.2012 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0647/2012 Am 22. März 2012 führte das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Stadt Münster eine Präventionskonferenz als Auftaktveranstaltung zum Modellvorhaben durch. Ausgehend von den Ergebnissen der 1. Münsteraner Präventionskonferenz wird am 6. September in einem weiteren Schritt ein Zielkonkretisierungsworkshop unter der fachlichen Begleitung des Instituts für Soziale Arbeit, als Koordinierungsstelle des Modellvorhabens, durchgeführt. Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien hat hierzu Fachkräfte aus Gesundheitswesen, Schule und Jugendhilfe eingeladen. Hintergrund ist die Absicht das Konzept des Modellvorhabens ressortübergreifend in Form unterschiedlicher Veranstaltungen, wie beispielsweise Zielkonkretisie- rungsworkshops, zu realisieren. Hierdurch wird das Konzept auf eine breite Basis gestellt und Doppelstrukturen vermieden. Das Modellvorhaben wird in Zusammenarbeit mit den Modellko m- munen von der Bertelsmann Stiftung evaluiert. 2. Fazit Der im Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen/GAL geforderte „Masterplan Frühe Hilfen Münster präventiv-offensiv-qualifiziert-vernetzt“ ist bereits im Rahmen des Modellvorhabens „Kein Kind zurücklassen! – Kommunen in NRW beugen vor“ berücksichtigt. Somit ist eine Erarbeitung im Konzept des Modellvorhabens vorgesehen und wird in diesem Kontext realisiert. I.V. gez. Dr. Hanke Stadträtin Anlagen: Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Nr. A -R/0027/2012 „Masterplan Früh e Hilfen Münster präventiv-offensiv-qualifiziert-vernetzt“
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Windthorststraße 7
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0647/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 16.08.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37