3699/2018
Überblick über die in Köln vorhandenen Programme der Fachplanung für Seniorinnen und Senioren
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/503/1 Vorlagen-Nummer 28.11.2018 3699/2018 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 06.12.2018 Überblick über die in Köln vorhandenen Programme der Fachplanung für Seniorinnen und Senioren Im Rahmen der Aussprache zur AN2350/2018 "Koordinierungsstelle für allein lebende Menschen mit Demenz" im Ausschuss für Soziales und Senioren am 06.09.2018 hat RM Frau Heuser die Verwal- tung gebeten, dem Ausschuss für Soziales und Senioren einen aktuellen Überblick über die in Köln vorhandenen Programme für Seniorinnen und Senioren zur Verfügung zu stellen. Antwort der Verwaltung: Eckpfeiler der kommunalen Seniorenarbeit in Köln sind die in den Stadtbezirken wirkenden Pro- gramme: SeniorenNetzwerke Präventive Hausbesuche Seniorenberatung Haushaltsnahe Dienste Häusliche Unterstützungsdienste für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen (ehemals: Ent- lastungsdienste für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen) Koordinierungsstelle für allein lebende Menschen mit Demenz (neu) Seniorenkoordination sowie speziell im bzw. für einen Stadtbezirk/Stadtteil/Quartier initiierte Projekte. Hierzu gehören auch zielgruppenspezifische Projekte, so z.B. für Schwule, Lesben und Transgender oder Menschen mit Migrationshintergrund. SeniorenNetzwerke Selbstorganisierte SeniorenNetzwerke, im Aufbau befindliche und standortgebundene SeniorenNetz- werke unterstützen Seniorinnen und Senioren dabei, in Selbsthilfe ein persönliches Netzwerk aufzu- bauen, das im Stadtteil gut vernetzt ist. Zielgruppe sind Menschen, die über Selbsthilfefähigkeiten verfügen bzw. deren Selbsthilfefähigkeit durch die professionelle Koordination angeregt werden kann. Die selbstorganisierten SeniorenNetzwerke werden durch einen Sachmittelzuschuss, eine Patenor- ganisation im Stadtteil und durch eine zentrale Service-Stelle unterstützt. Die SeniorenNetzwerkarbeit soll perspektivisch auf alle 86 Stadtteile in Köln ausgeweitet werden. SeniorenNetzwerke sind Bestandteil einer bezirklich ausgerichteten Seniorenarbeit. Sie können durch 2 weitere bezirkliche Projekte, Initiativen, Treffpunkte und Angebote unterstützt werden. Präventive Hausbesuche Präventive Hausbesuche richten sich an Menschen ab 75 Jahre, die weder über soziale Dienstleis- tungen informiert sind, noch an der Kommunikation im öffentlichen Raum teilnehmen. Ziel ist es, die Bedürfnisse der älteren Menschen zu identifizieren, Risikofaktoren rechtzeitig zu erkennen und den Zugang zu vorhandenen Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie sozialen Netzwerken im Stadtbezirk zu erleichtern. Stand Oktober 2018 wurden in 40 Stadtteilen (von insgesamt 86) rund 57.000 Menschen mit einem persönlichen Infobrief angeschrieben. Davon haben sich bis September 2018 über 5.000 Menschen zurückgemeldet. Bei rund 3.000 wurde ein Hausbesuch durchgeführt, die Übrigen wurden telefonisch oder schriftlich beraten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit den präventiven Hausbesuchen beauftragt wurden, ha- ben durchweg positive Erfahrungen mit den Hausbesuchen gemacht. Die Anliegen der Menschen sind vielfältig, die Hausbesuche konstruktiv. Seniorenberatung Die Seniorenberatung ist eine Einzelfallhilfe: Ältere Menschen erhalten Informationen, Beratung und Unterstützung in allen Fragen des Alters und der Pflege. Zielgruppe sind Seniorinnen und Senioren, in der Regel ab 60 Jahre, mit erheblichem Unterstützungsbedarf. Ziel ist es, die Seniorinnen und Se- nioren so zu informieren und beraten, dass sie mit passgenauem und integriertem Angebot (= individuelles Unterstützungsnetzwerk) weiterhin in der eigenen Wohnung leben können. Besondere Qualitätsmerkmale der Seniorenberatung in Köln sind: Die flächendeckende Präsenz in den Stadtbezirken, der aufsuchende Ansatz in Form von Hausbesuchen, die Beratung in unmittelbarer Nähe zur Abteilung Grundsicherung mit einem festen Standort im Bezirkssozialamt, der niedrigschwellige, kostenfreie Zugang, die guten Kenntnisse des Kölner Hilfesystems bzw. der Versorgungslandschaft und die bedarfsorientierte Vernetzung der Seniorenberatung im Sozialraum. Haushaltsnahe Dienste Haushaltsnahe Dienste richten sich an Menschen, die auf Unterstützung in ihrem Haushalt angewie- sen sind, die über geringe finanzielle Ressourcen verfügen und deren Bedarfe nicht über die Pflege- versicherung (SGB XI) bzw. Hilfe zur Pflege (SGB XII) abgedeckt sind. Ziel ist, sie bei der Bewälti- gung ihres Alltags zu stützen und dabei zu helfen, dass sie so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung bleiben können. Die Durchführung der Haushaltsnahen Dienste erfolgt im Rahmen eines Beschäftigungsprojektes. Langzeitarbeitslose Menschen werden nach Tariflohn sozialversicherungspflichtig bei den Trägern der freien Wohlfahrtspflege und den Sozial-Betrieben-Köln (SBK) beschäftigt. Die Eingliederung in die Beschäftigung wird durch den Arbeitgeber/Anstellungssträger mit der notwendigen Qualifizierung und Unterstützung sichergestellt. Zum Erreichen der Zielgruppe der unterstützungsbedürftigen Menschen sind präventive Hausbesu- 3 che als Angebotsstruktur seit Februar 2016 implementiert worden. Die Höhe der Eigenbeteiligung liegt aktuell bei 9,00 € pro Stunde. Häusliche Unterstützungsdienste für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen Die Hauptaufgabe der Häuslichen Unterstützungsdienste für Menschen mit Demenz und ihre Ange- hörigen beinhaltet die Beratung und Begleitung Betroffener und deren Angehöriger, die Gewinnung und Schulung freiwilliger Helferinnen oder Helfer sowie deren passgenauem Einsatz in den Familien für den an Demenz Erkrankten. Eine Fachkraft koordiniert professionelle und ehrenamtliche Hilfe, deshalb wird ihre Tätigkeit als Koordinatorin/Koordinator des Häuslichen Unterstützungsdienstes be- zeichnet. Seit dem 01.01.2016 hat die Koordinatorin/der Koordinator auch die Aufgabe ein Demenz- netzwerk in dem Stadtbezirk zu implementieren, in dem der Dienst ansässig ist. Die Aufgaben eines Demenznetzwerks sind: für einfachere Zugänge zum Hilfesystem für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige sorgen Informationen über Angebote für die Zielgruppe im Stadtbezirk (Beratung, Begleitung, Bewegung, Kultur, Freizeit, usw.) geben Öffentlichkeitsarbeit zwecks Information und Sensibilisierung zum Thema Demenz leisten. Ein Netzwerk setzt sich nicht nur aus Profis von Pflege-, Beratungs- und Betreuungsanbietern zu- sammen, sondern lebt von der Vielseitigkeit engagierter Netzwerkerinnen und Netzwerker z.B. aus Kirchengemeinden, Therapiepraxen, Bürgerzentren, SeniorenNetzwerken, Seniorenvertretung, An- gehörigenvertretung, politischen Vertretern aus dem Stadtbezirk, Sozialraum- oder Quartiersprojek- ten, Sportangeboten, Vereinen, Hospizen. Das Konzept des Häuslichen Unterstützungsdienstes für Menschen mit Demenz und ihre Angehöri- gen hat sich besonders bewährt und konnte nach und nach ausgebaut werden. Seit dem 01.01.2016 gibt es 9 Häusliche Unterstützungsdienste für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen, sodass in jedem Kölner Stadtbezirk ein Dienst zur Verfügung steht. Damit wird nicht nur die Überschaubarkeit von Hilfen für Bürgerinnen und Bürger erleichtert, sondern auch die Wege dorthin verkürzt. In jedem Stadtbezirke hat sich die Arbeit eines Demenznetzwerks etabliert. Das Ergebnis von Netz- werkarbeit zeigt sich am wirkungsvollsten im Einzelfall in der Verbesserung der Versorgungs- und Lebenssituation von Menschen mit Demenz und deren Angehöriger. Darüber hinaus aber auch im zunehmenden Interesse der Bevölkerung gegenüber einer Vielzahl von öffentlichkeitswirksamen Akti- vitäten der Demenznetzwerke. Koordinierungsstelle für allein lebende Menschen mit Demenz Bei der Koordinierungsstelle für allein lebende Menschen mit Demenz handelt es sich um eine Hilfe- leistung im Einzelfall, die der Aufgabe eines Case Management entspricht. Die Unterstützung einer Case Managerin/eines Case Managers richtet sich ausschließlich an einen allein lebenden Menschen mit Demenz, der selbstbestimmt zu Hause lebt, keine sich kümmernden Angehörigen hat und einen Umzug in eine Pflegeinrichtung für sich ausschließt. Das Case Management hat die Aufgabe, die zur Sicherstellung der häuslichen Versorgung notwendi- gen ambulanten Dienstleistungen im Einzelfall zu organisieren und zu koordinieren, möglichst ein tragfähiges soziales Netzwerk mit den Betroffenen aufzubauen sowie für medizinische Hilfe zu sor- gen. Das bedeutet, die Steuerung all der Hilfen zu übernehmen, die ein Mensch mit Demenz benötigt, der zu Hause bleiben möchte und der sich gegen die Unterbringung in einem Heim oder eine ge- meinschaftliche Wohnform entschieden hat. Die Bedarfsanalyse zur Weiterentwicklung der ambulanten Hilfen für Menschen mit Demenz, die zwi- 4 schen Verbänden, Trägern und der Fachplanung im Amt für Soziales und Senioren vorgenommen wird, wies 2017 aus, dass das bisher vorhandene ambulante Hilfeangebot für Menschen mit Demenz dieser bedürftigen Gruppe keine bedarfsgerechte Unterstützung anbieten kann. Deshalb wurde im Rahmen des Leitprojekts „Weiterentwicklung des Seniorenpakets vor dem Hintergrund des demogra- fischen Wandels“ zum 01.10.2018 eine Stelle für die Hilfe im Einzelfall/Case Management eingerich- tet. Sie ist mit jeweils einer 0,5 Stelle angebunden an das Gerontopsychiatrische Zentrum Chorweiler (Träger ist die LVR-Klinik Köln) und an das Gerontopsychiatrische Zentrum Rodenkirchen (Träger ist die Alexianer Köln GmbH). Die Case Manager und Managerinnen werden von ihren jeweiligen Bürostandorten aus im ganzen Kölner Stadtgebiet tätig werden. Ihre Vertretung ist über die Fachberatung in GPZ geregelt. Seniorenkoordination Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung am 14.11.2017 die Einführung der „Seniorenkoordination im Stadtbezirk“ als ergänzendes Programm der kommunalen Seniorenarbeit beschlossen. Hierzu werden je Stadtbezirk 0,5 Stellen Seniorenkoordination eingerichtet. Die Durchführung der Senioren- koordination erfolgt durch die Verbände der freien Wohlfahrtspflege und die Sozial-Betriebe-Köln gGmbH (SBK). Ziele der Seniorenkoordination sind: die Stärkung der wohnortnahen und bedarfsadäquaten Versorgungs- und Teilhabestruktur für Seniorinnen und Senioren sowie die Vernetzung der quartierspezifischen Gegebenheiten und Nutzung der vorhandenen Struktu- ren/Ressourcen, wie z.B. der ambulanten Dienste, der SeniorenNetzwerke, der Seniorenberatung Sicherstellung, dass veränderte oder neue Bedarfe frühzeitig erkannt werden und die zeitnahe Veränderung bestehender bzw. die Hinzufügung neuer Angebote möglich ist. Die Seniorenkoordination ist somit ein Programm, das erstmals auf struktureller Ebene und in Kooperation mit den Akteuren der Seniorenarbeit agiert und dadurch die auf den Einzelfall bezogenen Programme Unterstützung erfahren, weil sie zukünf- tig auf grundsätzliche Vernetzungs- und Kooperationsabsprachen zurückgreifen können. Zur Zielerreichung wurden zunächst folgende Aufgaben festgeschrieben: in der Startphase o Vervollständigung und Differenzierung der zentralen Darstellung der Versorgungs- und Teilha- beangebote im/für den Stadtbezirk o Geschäftsführung „Runder Tisch Seniorenarbeit“ im Stadtbezirk (bisher Aufgabe der Seniorenberatungen im Stadtbezirk) o Sicherstellung der Kommunikation - zur „Bezirksarbeitsgemeinschaft Seniorenpolitik“ - zu den Gremien in den Stadtteilen, z.B. zur Seniorenvertretung und Stadtteilkonferenzen fortlaufend hinzukommend o Koordination der Anbieter, aktiven Seniorinnen und Senioren sowie sonstiger Akteurinnen und Akteure am „Runden Tisch Seniorenarbeit“ o Einbindung und Information von nichtinformierten Seniorinnen und Senioren in die Versor- gungs- und Teilhabestrukturen durch Stärkung der Ansprache von Akteurinnen und Akteuren vor Ort (= Umsetzung der Ergebnisse des Forschungsprojektes ÖFFNA) o Bestandsaufnahme der Lebenssituation der Seniorinnen und Senioren sowie der Unterstüt- zungs- und Teilhabestrukturen o Gewinnung von Seniorinnen und Senioren für Partizipation und Verantwortung in Kooperation mit bezirklichen und stadtweiten Strukturen der „Kölner Arbeitsgemeinschaft bürgerschaftliches Engagement“ (KABE). 5 Die Umsetzung des Programms Seniorenkoordination hat im September 2018 begonnen. Gez. Dr. Rau
Anlage 1 - Übersichtsstabelle
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Angebot Räumliche Ausrichtung Zielgruppe Einzelfallhilfe/ strukturelle Aufgabe Aktuell Geplant SeniorenNetzwerke 45 SNW in 45 Stadtteilen 86 SNW in 86 Stadtteilen Seniorinnen und Senioren mit Selbsthilfepotential Empowerment, Stärkung der Ressourcen und Kompetenzen Präventive Hausbesuche 40 Stadtteile 86 Stadtteile Menschen Ü 75 Einzelfallhilfe Seniorenberatung 9 Stadtbezirke 33,5 Stellen Menschen Ü 60 Einzelfallhilfe Haushaltsnahe Dienstleistungen Alle Stadtbezirke Menschen Ü 75, Unterstützung im Haushalt, Bewältigung des Alltags Häusliche Unterstützungsdienste „Demenz“ In allen 9 Stadtbezirken Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen Unterstützung und Entlastung der pflegenden Angehörigen Koordinierungsstelle „Demenz“ 2 gerontopsychia- trische Zentren im ganzen Kölner Stadtgebiet tätig Allein lebende Menschen mit leichter bis mittlerer Demenz Einzelfallhilfe, Fallmanagement Seniorenkoordination Alle 9 Stadtbezirke Strukturelle Aufgabe, Optimierung der Versorgungsstruktur
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3699/2018
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 28.11.2018
- Erstellt
- 09.11.2018 08:23