2022/0216
Erstellung von Klimaanalysekarten nebst Gutachten für das Stadtgebiet der Wissenschaftsstadt Darmstadt
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
2022/0216
7763 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
27.07.2022
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Amt für
Klimaschutz und
Klimaanpassung
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2022/0216
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 561010
Kostenstelle: 069-000-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 5610-42 Sachkonto: 6779000
Betreff: Erstellung von Klimaanalysekarten nebst Gutachten für das Stadtgebiet der
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 15.07.2022
Beschlussvorschlag :
1. Die Erstellung von Klimaanalysekarten und einer gutachterlichen Untersuchung als
Fortschreibung der Klimafunktionskarte von 2016 für die Wissenschaftsstadt Darmstadt
wird beschlossen.
2. Die Inanspruchnahme von Fördermöglichkeiten zur Klimaanpassung wird geprüft.
3. Die zur Finanzierung benötigten Mittel werden im Haushalt 2023 bereitgestellt.
Anlagen: Kostenauflistung: Novellierung Klimafunktionskarte
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 15.07.2022
1. Hintergrund / Inhalte
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt plant die Erstellung von gesamtstädtischen
Klimaanalysekarten (vormals Klimafunktionskarte) und einer gutachterlichen Untersuchung im
Zuge der Entwicklung des Klimaanpassungsplans für Darmstadt (kurz „KafDa“), die sodann als
Gesamtpaket den städtischen Gremien und der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung
gestellt werden. Hierzu sollen die vorgesehenen Klimaanalysekarten hochauflösende
Basisinformationen zur Beschreibung und Bewertung des Stadtklimas leisten. Anhand der
durch die Klimaanalysekarten gewonnenen Kenntnisse standortspezifischer
Überwärmungspotentiale, Durchlüftungen und lokaler Kaltluftentstehungsgebiete und
Kaltluftzufuhren sollen im Zuge des „KafDa“ anschließend Maßnahmen zur Klimaanpassung
entwickelt werden.
In 2016 wurde durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt bereits eine Klimafunktionskarte beim
Institut für Klima- und Energiekonzepte (INKEK) in Auftrag gegeben, welche den heutigen
Ansprüchen an Auflösung, graphischer Darstellung, Inhalte und Aussagekraft nicht mehr
ausreichend Genüge trägt. Seit dieser Zeit hat sich u.a. die Qualität der relevanten Daten
deutlich verbessert – sprich es stehen höher auflösende Datengrundlagen zur Verfügung.
Zudem ermöglichen heutige Verarbeitungsmethoden Darstellungen in Form von 3D-
Visualisierungen (z.B. Kaltluftabfluss & Durchlüftung). Weiterhin können neue, aussage kräftige
Kartenformate, wie bspw. sog. Vulnerabilitätskarten erstellt werden.
Die neuen Klimaanalysekarten sollen einen besonderen Schwerpunkt auf Zukunftsszenarien
legen, um klimatische Entwicklungen abbilden zu können. Hier wurden im Zuge des 5.
Sachstandsberichts des IPCC neue Klimaszenarien (RCP, „representatice concentration
pathways“) veröffentlicht, bei welchen Treibhausgaskonzentrationen und Strahlungsantriebe
den Ausgangspunkt bilden. Sie zeigen mögliche Temperaturanstiege bis in das Jahr 2100,
mittlerweile auch auf regionalmaßstäblicher Ebene. Im 6. IPCC-Sachstandsbericht wurden mit
den SSP-Szenarien weiterhin neue Zukunftsszenarien entwickelt, welche im Vergleich zu den
RCP-Szenarien ähnliche klimatische Verläufe für die Zukunft darstellen. Die neuen
Klimaanalysekarten sollen diese berücksichtigen, da die Einschätzung eines möglichen
Stadtklimas der nahen und fernen Zukunft so bestmöglich visualisiert werden kann.
Das Thema "Hitze" und deren "Vorsorge/Anpassung" spielt in Darmstadt aufgrund der
naturräumlichen Lage im Oberrheingraben und der damit einhergehenden hohen Vulnerabilität
eine immer größer werdende Rolle in der Stadtplanung und Stadtentwicklung. Laut der
Klimawirkungs- und Risikoanalyse des Umweltbundesamtes (UBA) aus 2021 befindet sich
Darmstadt für die nahe Zukunft (2031-2060) in einer der verwundbarsten Klimaregionen
Deutschlands. Nach der Klimaanalyse Hessen werden in Darmstadt heute bereits knapp 70
Sommertage pro Jahr gezählt. Die Stadt Darmstadt wird nicht zu Unrecht aufgrund ihrer Lage
im Süden Hessens, der meist flachen Topographie und ihres, für Oberzentren üblichen, hohen
Bebauungs- und Versiegelungsgrades häufig als die heißeste Stadt Hessens bezeichnet. Auch
bei der „Physiologisch Äquivalenten Temperatur“ (PET = gefühlte Temperatur) weisen
insbesondere die innerstädtischen Siedlungsgebiete Darmstadts starken bis extremen
Hitzestress aus.
Schon heute werden in der Innenstadt Darmstadts in Hitzesommern Lufttemperaturen bis
40 °C verzeichnet, besonnte Oberflächen mit sehr geringer Albedo erreichen Temperaturwerte
- 4 -
an die 80 °C. Eine detaillierte standörtliche Kenntnis der Überwärmung und möglicher
Kühlpotentiale ist daher für zukünftige stadtplanerische Prozesse wertvoll.
Die Erstellung einer Klimaanalyse ist auch deshalb sinnvoll, da es in den vergangenen Jahren
seit Erstellung der Klimafunktionskarte in 2016 relevante Veränderungen im Siedlungskörper
gab, die wiederum Auswirkungen auf das Stadtklima ausüben. Hier seien exemplarisch die
Entwicklungen der Lincoln-Siedlung und der Kelley-Barracks genannt, die sich durch
zusätzliche Grün- bzw. Freiraumstrukturen, Entsiegelungen und neue Wohngebäude, bzw.
Gewerbegebäuden auszeichnen. Diese induzieren veränderte stadtklimatische Wirkungen. Die
alte Klimafunktionskarte berücksichtigt diese Veränderungen weder was Detailgrad noch
Aktualität betrifft, sodass aktuelle Klimaanalysekarten zur Beschreibung des IST-Zustandes
und möglicher Zukunftsentwicklungen von hoher Bedeutung sind.
2. Zeitplan
Für die Erstellung der Klimaanalysekarten ist eine Verhandlungsvergabe mit
Teilnahmewettbewerb vorgesehen. Es wird geprüft Fördermittel zur Klimaanpassung des
Landes Hessen zu akquirieren, dies ist besonders attraktiv, da Darmstadt seit vielen Jahren
Mitglied der „Klima-Kommunen“ ist und so bis zu 90% der Kosten übernommen werden
könnten. Hierzu soll zeitnah nach Beschlussfassung ein entsprechender Förderantrag bei der
Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WiBank) gestellt werden. Die Bearbeitungszeit des
Förderbescheids wird aktuell auf etwa 6-9 Monate geschätzt. Eine Beauftragung darf erst nach
Förderzuschlag erfolgen, sodass die Vergabe zur Erstellung der Klimaanalysekarten aller
Voraussicht nach erst Anfang 2023 erfolgen kann. Eine Beauftragung der Klimaanalysekarten
soll aufgrund des hohen Stellenwertes auch bei negativem Förderbescheid durch die
Verwendung eigener Mittel des Amtes für Klimaschutz und Klimaanpassung umgesetzt werden.
Für die Durchführung der Erstellung der Klimaanalysekarten sind max. 6 Monate ab der
Auftragsverteilung vorgesehen, sodass Mitte 2023 die Neuaufstellung der Klimaanalysekar ten
abgeschlossen sein soll.
3. Kosten
Die Kostenschätzung der Klimaanalysekarten samt gutachterlicher Untersuchung wird in der
mitangehängten, datenschutzrelevanten Anlage aufgeführt.
Es entstehen im Rahmen der Erstellung der Klimaanalysekarten keine dire kten Folgekosten.
Maßnahmenempfehlungen, die im Rahmen der Erstellung beschrieben werden, werden
hinsichtlich des erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcenbedarfs geprüft und
dem Magistrat separat zur Entscheidung vorgelegt.
Dezernat III Dezernat IV
Michael Kolmer André Schellenberg
Stadtrat Stadtkämmerer
anlage 2
237 Zeichen
Punkt 5: Erstellung von Klimaanalysekarten nebst Gutachten für das Stadtgebiet der Wissenschaftsstadt Darmstadt (V-Nr. 2022/0216) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss für Umweltschutz und Nachhaltigkeit nimmt von der Vorlage Kenntnis.
Beratungsverlauf (2)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2022/0216
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 15.07.2022
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00